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Bayern: Sexualkunde reicht dem Lehrerverband nicht

MÜNCHEN. Die Sexualkunde an den Schulen entzweit Bayerns größten Lehrerverband und das Kultusministerium. Der Grund: Extreme pornorgrafische Inhalte im Internet und die Angst, dass die Aufklärung der Schulen dagegen nicht ankommt.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) forderte mehr sexuelle Aufklärung, das Ministerium hält das für überflüssig. «Weil umfassende und offene Aufklärung an den Schulen rar ist, werden Heranwachsende mit ihren Problemen oft alleingelassen», kritisierte BLLV-Präsident Klaus Wenzel.

Kinder und Jugendliche verbrächten viele Stunden im Internet und würden dabei auch mit pornografischen Bildern konfrontiert. «Hier werden oftmals extreme Rollenklischees transportiert und Gewaltdarstellungen erotisch verpackt. Pornografie führt bei Kindern zu Überforderung, Verstörung, Ekel.»

Das Kultusministerium antwortete, dass die Lehrer an bayerischen Schulen «eine umfassende und offene Aufklärung» anböten. Bei der Wirkung «stimulierender Fotos» auf Kinder und Jugendliche gehe es aber nicht in erster Linie um Sexualerziehung. Nötig seien eine umfassende Werte- und Persönlichkeitserziehung sowie Medienbildung. «Und die wird in den Schulen aller Schularten fächerübergreifend geleistet», erklärte Ministeriumssprecher Ludwig Unger. dpa

(20.11.2012)

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