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Umfrage: Zwei Drittel der Hamburger gegen G8

HAMBURG. Die Diskussionen um die Schulzeitverkürzung kommen nicht zur Ruhe. Auch in Hamburg ist eine große Mehrheit für das Abitur nach 9 Jahren.

Zwei Drittel der Hamburger lehnen laut einer neuen repräsentativen Umfrage das «Turbo-Abitur» ab. 66 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Reform zurückgenommen und das Abitur künftig wieder nach neun statt wie bisher nach acht Jahren abgelegt werde, berichtete das «Hamburger Abendblatt» (Samstag) unter Verweis auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GESS Phone & Field. Nur 24 Prozent hätten erklärt, dass sie für eine Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums (G8) seien.

Der Hamburger SPD-Senat lehnt eine Abkehr vom «Turbo-Abitur» ab. Ende November hatte Schulsenator Ties Rabe eine Studie präsentiert, nach der das verkürzte Abitur am Gymnasium die Leistungen Hamburger Schüler nicht verschlechtert, sondern teilweise sogar leicht verbessert habe.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte in einem Interview der «Welt am Sonntag»: «Es wäre nicht klug, die Schulen wieder zu einer Reform zu zwingen. Auch wenn eine Verlängerung vielleicht sinnvoll sein kann, so wäre es doch eine sehr große organisatorische Herausforderung G9 neben G8 einzuführen. Es würde neuen Stress für alle bedeuten.» (dpa)

(16.02.2013)

zum Bericht: Fast die Hälfte der Gymnasien in Hessen kehrt G8 den Rücken

5 Kommentare

  1. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich Befürworter der Wiedereinführung von G9 bin. Der Leistungsdruck am Gymnasium ist auch mit G9 immer noch groß genug. Das, was die jungen Erwachsenen an der Uni erwartet – Bachelor/Masterstudiengänge mit enormem Prüfungsdruck – ist belastend genug. Man muss sich nur die Aussagen der psychologischen Beratungsstellen anschauen. Wollen wir ernsthaft, dass Burn out auch schon in den zwölften Klassen des Gymnasiums grassiert?

  2. Ich glaube den jungen Leuten sogar, dass sie subjektiv teilweise einen hohen Leistungsdruck verspüren, frage mich jedoch im gleichen Moment, woran das wohl liegen mag.
    Eine mögliche Erklärung möchte ich nennen: M.E. gehören nicht wenige SchülerInnen einfach nicht auf das Gymnasium. Sie kämpfen sich mit vielen Förder- und Nachhilfestunden durch jedes Schuljahr, und manchmal reicht es dann auch nicht. Mir tun diese jungen Menschen einfach nur leid, wenn sie sich vor allem wegen des hohen Ehrgeizes ihrer Eltern so durch ihre Schulzeit quälen müssen. Leider denken viele von denen nämlich, dass der Mensch erst mit einem Abitur in der Tasche etwas zählt.
    Mir gefallen Eltern sehr, die ihre Kinder die Schulformwahl überlassen. In der Regel habe die ein recht sicheres Gespür dafür, wo sie am besten aufgehoben sind. Mit der Entscheidung ohne Druck kann die Familie dann auch deutlich stressfreier leben.

  3. Pardon, so spät zu schreiben, sollte ich wohl lassen, schmunzel.
    … sehr, die ihren Kindern die Schulformwahl überlassen.

  4. Einerseits denke ich, dass das eine Sache der Gewohnheit / Gewöhnung ist. Im Osten gab es das Abitur nach 12 Jahren, dort ist auch jetzt eine Mehrheit für G8. Im Westen gab es das Abitur nach 13 Jahren, dort ist (daher) auch jetzt eine Mehrheit für G9. Ein Punkt scheint mir aber auch wichtig: Wer im Osten Abitur machen durfte (nach der 10. Klasse, zeitweise auch nach der 8. Klasse) entschieden grundsätzlich die Lehrer und grundsätzlich aufgrund des Notendurchschnitts, der nicht schlechter als 1, … (?) sein durfte. Wenn nun (fast) jeder ans Gymnasium darf, dessen Eltern es wollen, dann ist natürlich auch klar, dass viele in Wirklichkeit nicht dorthin gehören und überfordert sind. Mit G8 oder G9 hat das dann eigentlich weniger zu tun.

  5. Ergänzung: Ich meinte oben natürlich, dass man im Osten nach der 8., zuletzt nach der 10. Klasse an die Schulart ging (EOS), wo man nach 12 Jahren das Abitur ablegen konnte.

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