Rot-Grün stoppt Schülerprojekt zur Genforschung – Lehrer protestieren

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HANNOVER. Seit fünf Jahren gewinnen Schüler in vier hochwertig ausgestatteten Laboren Einblicke in die Genforschung. Die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen beendet das Projekt – für CDU und FDP ein klares Zeichen von ideologiegesteuerter Politik.

Ein Gen ist ein Träger von Erbinformation. Es beschreibt einen Abschnitt auf der DNA (desoxyribonucleic acid, DNS Desoxyribonukleinsäure), die hier in einer Computerdarstellung zu sehen ist. Foto: ynse / Wikimedia Commons
Ein Gen ist ein Träger von Erbinformation. Es beschreibt einen Abschnitt auf der DNA (desoxyribonucleic acid, DNS Desoxyribonukleinsäure), die hier in einer Computerdarstellung zu sehen ist. Foto: ynse / Wikimedia Commons

Trotz Protests von Schülern und Lehrern beendet die neue rot-grüne niedersächsische Landesregierung ein Schülerprojekt zur Genforschung. «Der Unterricht muss frei von jedem Anschein von Lobbyismus bleiben», sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) im Landtag. Das 2008 an vier Schulen in der Region Hannover gestartete Projekt HannoverGEN sei von „der Gen-Lobby“ initiiert worden. Es sei von Anfang an darum gegangen, Werbung für die Gentechnik zu machen, sagte Meyer.

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CDU und FDP warfen Rot-Grün eine ideologiegesteuerte Politik vor. Nach der fünfjährigen Modellphase wäre das Projekt zwar zunächst auch unter der alten Landesregierung zum Ende des Schuljahres ausgelaufen, für Schwarz-Gelb wäre aber im Anschluss eventuell eine Ausweitung denkbar gewesen. «Die Absetzung ist eine Beleidigung der engagierten Lehrer und Schüler», sagte der CDU-Abgeordnete Jörg Hillmer. «Genuntersuchungen sind kein Teufelswerk, sondern notwendiges Nachweismittel für Lebensmitteluntersuchungen.» FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling betonte, die Grünen verhinderten die Ausbildung von kritischen Verbrauchern.

Unter anderem auf der sozialen Plattform Facebook protestieren Schüler und Lehrer gegen das Aus von HannoverGEN. Sie fühlen sich bevormundet und sind ärgerlich, dass ihnen ein kritischer Umgang mit der Gentechnik abgesprochen wird. Das Projekt war mit Unterstützung des Instituts für Pflanzengenetik der Uni Hannover auf den Weg gebracht worden. In den hochwertig ausgestatteten Laboren wurden auch Gastgruppen von anderen Schulen betreut. Schon zu Beginn gab es Proteste von Greenpeace. Drei Prozent der Kosten von einer Million Euro wurden von der Wirtschaft finanziert, unter anderem vom Saatguthersteller KWS, den Rest trug das Land.

Auch Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic verteidigte das Förderende. «Grüne sind sicherlich alles andere als forschungsfeindlich», sagte die Grünen-Politikerin. Es gehe nicht darum, die Labore in den Schulen dicht zu machen oder den Schülern nicht mehr zu ermöglichen, im Bereich Gentechnik Einblick in die Forschung zu bekommen. Die teure Laborausstattung soll den Schulen laut Agrarministerium als Geschenk überlassen werden. dpa

(13.3.2013)

 

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