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Sachsen-Anhalt: 400 Lehrer treten in eintägigen Warnstreik

MAGDEBURG. Angestellte Lehrer halten sich im Vergleich mit ihren verbeamteten Kollegen für unterbezahlt. Das wollen sie nicht mehr hinnehmen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Diesem Aufruf der Gewerkschaft sind etwa 400 angestellte Lehrer an öffentlichen Schulen und Hochschulen des Landes gefolgt und haben sich an einem ganztägigen Warnstreik beteiligt. Mit der Aktion wollte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihrer Forderung nach einer tariflichen Eingruppierung dieser Lehrkräfte Nachdruck verleihen. Zu größeren Unterrichtsausfällen sei es jedoch nicht gekommen, sagte ein GEW-Sprecher. An einer Demonstration vor dem Finanzministerium beteiligten sich nach Polizeiangaben mehr als 300 Menschen.

Die angestellten Lehrer erhielten trotz gleicher Ausbildung und Tätigkeit deutlich weniger Geld als verbeamtete Lehrkräfte, kritisierte die GEW. Betroffen von dieser Ungleichbehandlung seien etwa 5000 Lehrer vor allem an den Grundschulen sowie Pädagogen, die nur ein Fach an einer weiterführenden Schule unterrichten. Der Unterschied könne monatlich 300 bis 500 Euro betragen, teilte die GEW weiter mit. Sie forderte die Landesregierung zu Verhandlungen auf.

Hintergrund ist, dass die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder im März 2013 zwar mit einer Lohnerhöhung um insgesamt 5,6 Prozent auch für die angestellten Lehrer beendet wurden. Eine Einigung über eine Entgeltordnung, die Ausbildung und Tätigkeit bei der Bezahlung berücksichtigt, wurde jedoch nicht erzielt.

Verhandlungen mit der GEW des Landes Sachsen-Anhalt lehnte Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) nach den Worten eines Sprechers ab. Als Chef der Tarifgemeinschaft der Länder habe der Minister Kontakt mit GEW-Bundeschefin Marlies Tepe aufgenommen. Es sei vereinbart worden, noch im Herbst Gespräche zu dem Thema zu führen. Einen Alleingang Sachsen-Anhalts lehne Bullerjahn ab.

Die Landtagsfraktionen der Linken und der Grünen stellten sich hinter die Forderungen der GEW. Die Linksfraktion setze sich seit Jahren dafür ein, die erheblichen Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung angestellter Lehrkräfte zu beseitigen, teilte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Birke Bull, mit. Der Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit müsse auch bei Lehrkräften gelten, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Claudia Dalbert. dpa

Zum Bericht: Lehrertarife: Verhandlungen in Sachsen – Warnstreik in Sachsen-Anhalt

 

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