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Alter Ärger für neue Ministerin – Zeitung prognostiziert Sonderpädagogenmangel im Norden

KIEL. Vor knapp einem Monat folgte Britta Ernst der umstrittenen Waltraud Wende ins Amt der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin. Jetzt steht Ärger ins Haus: Das Land steuert auf einen dramatischen Mangel an Sonderpädagogen zu, berichten die Lübecker Nachrichten.

Das Blatt beruft sich auf neue Zahlen des Kieler Bildungsministeriums zum Lehrerbedarf. Woher die zusätzlichen Förderlehrer kommen könnten, die die längst angeschobene Inklusion leisten sollen, wisse in Kiel derzeit keiner so recht.

Die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sah bei ihrem Amtsantritt noch keinen Korrekturbedarf an der Schulpolitik der Regierung: Foto: SPD Schleswig-Holstein / flickr (CC BY 2.0)

Die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sah bei ihrem Amtsantritt noch keinen Korrekturbedarf an der Schulpolitik der Regierung: Foto: SPD Schleswig-Holstein / flickr (CC BY 2.0)

Wie aus dem Bericht „Lehrereinstellungsbedarf und Lehreinstellungsangebot“ der schleswig-holsteinischen Landesregierung hervorgehe, werde in den nächsten Jahren die Zahl der Referendare für das Lehramt an Sonderschulen stark sinken, während die Zahl der Sonderpädagogen stark ansteigen werde, die in Pension gehen. So verlassen bis 2020 absehbar 513 Sonderpädagogen die Schulen aus Altersgründen. In dieser Zeit wird das Land aber nur 447 neue Sonderpädagogen fertig ausbilden. In den Folgejahren werde sich das Problem weiter verschärfen da viele Jung-Lehrer, die das Land nach Ende ihrer Ausbildung verlassen werden.

Die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen fordert die neue SPD-Schulministerin Britta Ernst angesichts der Zahlen auf, die Reform der Lehrerausbildung zu stoppen. Es sei gar nicht leistbar, dass „die Sonderpädagogen an allen Schultypen auch noch zur Hälfte ihrer Stundenzahl für allgemeinen Unterricht eingesetzt werden“.

Das Inklusionskonzept der Landesregierung stammt noch von Bildungsministerin Wende. Es sieht vor, die Inklusion mit schulischen Assistenzen, Schulsozialarbeit und Förderzentren praktisch umzusetzen. Wende selbst hatte bei der Vorstellung des Konzepts gesagt, Sie begreife Inklusion nicht als Wettlauf um die höchste Inklusionsquote. In den kommenden zehn Jahren gehe es in erster Linie um eine deutliche Verbesserung der Qualität von Inklusion.

Ein Mangel herrsche bereits jetzt an Informatiklehrern, wie aus der Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage der Piraten hervorgehe. So unterrichten an den Gemeinschaftsschulen im Land derzeit nur 43 Informatik-Lehrer. An den 100 Gymnasien sind es 211. An den Berufsbildenden Schulen gerade mal 52. Ein Examen in Informatik haben davon an den Gemeinschaftsschulen nur drei Lehrer, an den Gymnasien 25 und den Berufsbildenden Schulen 45. „Ein Armutszeugnis“, sagt Pirat Uli König. Das Land müsse mehr Informatiklehrer ausbilden und Quereinsteiger anwerben. Informatik müsse Plichtfach in der Sekundarstufe I werden. (News4teachers)

zum Bericht: Neue Bildungsministerin in Schleswig-Holstein setzt auf Konsens und Kontinuität

2 Kommentare

  1. das alte Problem der Bildungspolitik: Es darf nicht so viel kosten, wie es kostet.

  2. Für finanzielle Nöte des Staates weiß „xxx“ den Ausweg mit seinem Kommentar um 17:57 Uhr.
    http://www.news4teachers.de/2014/10/verband-fordert-notprogramm-zur-aufnahme-von-fluechtlingskindern/#comment-69602

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