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Adipositas-Experte rät zu fünfmal Schulsport in der Woche

DÜSSELDORF. Die Zahl krankhaft Fettleibiger in Deutschland steigt. Adipositas-Zentrumsleiter Thomas Hulisz fordert daher mehr Aufklärung in Schulen.

Wegen der starken Zunahme krankhaften Übergewichts in Deutschland fordert ein Experte, mit der Prävention bereits in der Schule zu beginnen. Experte Thomas Hulisz, Leiter des Adipositas-Zentrums in Bochum, rät deshalb zu mindestens fünfmal die Woche Sport für Kinder. Auch das Thema Ernährung käme im Unterricht zu kurz, kritisierte Hulisz. «An Aufklärung und Bildung passiert noch zu wenig.» An diesem Samstag ist der Europäische Adipositas-Tag.

Bauch eines übergewichtigen zehnjährigen Jungen. Foto: tobyotter / Flickr (CC BY 2.0)

Bauch eines übergewichtigen zehnjährigen Jungen. Foto: tobyotter / Flickr (CC BY 2.0)

Die Zahl der stationär behandelten Patienten mit der Diagnose Adipositas, also Fettleibigkeit, steigt bundesweit seit Jahren. So hat sie sich allein in Nordrhein-Westfalen innerhalb von fünf Jahren von rund 1800 (2008) auf 3600 (2013) verdoppelt, wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte.

Ein Mensch gilt als fettleibig, wenn der Wert seines Body-Mass-Indexes (BMI) über 30 liegt. Adipositaspatienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Herzschwäche oder Fettleber. Eine ganzheitliche Behandlung durch Ärzte, Therapeuten und Psychologen dauert nach Angaben von Hulisz mindestens ein Jahr. (dpa)

Adipositas-Patienten in NRW (IT.NRW)

zum Bericht: Zu viel Bildschirm: Kinder werden immer träger – Sportärzte fordern Ganztagsschulen

10 Kommentare

  1. Wahnsinnig gute Idee. – Bei den meisten schulen reichen die Sporthallenkapazitäten nicht aus, um 3 mal die Woch Sport (entsprechend den vorgaben) zu unterrichten.

    • Es ließe sich nachvollzeihen, wenn die Ursache für Adipositas in der Schule läge. Es ist immer wieder erstaunlich zu welchen phantasievollen Aussagen sich Experten hinreißen lassen.
      Sicherlich ist mehr Sport und Ernährungsberatung in der Schule wünschenswert, jedoch wird es am Problem vielleicht etwas kratzen, nicht mehr.

      • Sportbefreiung

        Eltern und Schule spielen eine große Rolle. Bildung auf jeden Fall, Kenntnis vom Zubereiten und von der Beschaffung von gesunden Nahrungsmitteln muß vermittelt werden. Viele Eltern leben ihren Kindern die ungesunde Lebensweise vor.
        Dicke Kinder haben in der Schule und später nur Nachteile. Oft sind die Leistungen (nicht nur in Sport, wo auch noch Gelächter der Altersgenossen dazu kommt) schlecht.
        Kindern muß die Möglichkeit gegeben werden, z.B. durch gemeinsames Zubereiten von Speisen aus dem Teufelskreis auszubrechen.
        Das findet oft schon an privaten Schulen und Förderschulen statt.
        Geringe Bildung der Eltern, schlecht bezahlte Jobs oder keinen Job, verbunden mit Armut, Antriebslosigkeit, TV + Spielkonsole satt, billiges und schlechtes Essen, das sind zusammenhängende komplexe, soziale Probleme. Das ist es sehr schwer da einen Ansatz zu finden, um den Teufelskreis zu durchbrechen.
        Industrie mit dazugehöriger Lobby tragen auch zur Fehlernährung bei. (Ampellösung)
        Schulessen ist in der Regel Grotte, kein Mensch braucht fast jeden Tag Fleisch (zu billig)

  2. Der Vorteil adipöser kinder ist doch, dass weniger kinder in die vorhandenen klassenräume gehen und die klassenfrequenzen zwangsläufig kleiner werden:)

  3. mehrnachdenken

    Fünfmal Sport in der Woche kann zumindest nicht schaden. Allemal besser, als keine Bewegung. Neben der Quantität kommt es aber noch mehr auch auf die Qualität an.

    Mit wenigen Unterbrechungen treibe ich seit meiner Kindheit Ausdauersport (SP: Laufen, Rennrad, Inliner, Schwimmen und Wandern). Einige Jahre war ich auch als Leistungssportler unterwegs. Schließlich konnte ich mein Hobby zum Beruf machen.

    Es fällt schon schwer, nur mit Sport alleine sein Gewicht zu halten. Nach einem moderaten Ausdauerprogramm von zwei Stunden (Laufen ohne zu schnaufen und schnellem Gehen) verliere ich so zwischen einem bis anderthalb Kilo an Gewicht. In der Zeit trinke ich lediglich etwas Mineralwasser.
    Ca. eine Std. nach dem Bewegungsprogramm esse ich zu Mittag. Großen Hunger verspüre ich aber selten. Die Portionen entsprechen in etwa einem „Seniorenteller“ oder noch weniger. Am nächsten Morgen ist der Gewichtsverlust wieder ausgeglichen.
    Wollte ich abnehmen, müsste ich noch weniger essen oder deutlich mehr Sport treiben (dann artet Sport treiben aber in Arbeit aus, und das will ich auch nicht mehr).
    Wer also deutlich abnehmen will, muss weniger und bewusster essen. Hier sollte der Hebel angesetzt werden.
    Gezielter und vor allem individueller Sport ist aber parallel durchaus empfehlenswert.

  4. Das größte Problem ist die Koimbination aus YouTube-Videos (etc) und die Tüte Chips daneben. Außerdem ist gesundes Essen mit viel frischem Obst und Gemüse im Vergleich zum schlechten Essen sehr teuer. Gerade für Bezieher von staatlichen Transferleistungen dürfte das unbezahlbar sein.

    • mehrnachdenken

      Es liegt vor allem daran, dass viele Familien vom RICHTIGEN Kochen keine Ahnung mehr haben.
      In unserer Familie gab es in den 60er Jahren lediglich sonntags Fleisch. Mit viel Können und Geschick aßen wir aber davon noch bis mittwochs in immer neuen Variationen.

      Ist nicht aber z.B. Fast-Food teurer als „normales“ Essen? Wer wenig Geld hat, kann sich heutzutage doch bei der „Tafel“ eindecken.
      Deshalb kann ich Ihrer Argumentation nur bedingt folgen.

      • Mir kommt es gerade _nicht_ auf das Fleisch an, das kostet ja nichts (zumindest nicht das billige). Gemüse ist das teure. Außerdem kommt man ohne Hartz IV-Bescheinigung nicht in die Tafel. Diejenigen, die also gerade eben zu viel verdienen, um noch als Aufstocker durchzugehen, verdienen auch nichts, ihre Not wird aber durch die fehlenden Unterstützungsleistungen (GEZ, Wohngeld, ÖPNV usw.) weiter vergrößert.

  5. Der Schulsport hat mich nur noch mehr zum Sporthasser gemacht. Ca. 30 Leute mit völlig verschiedenen Leistungsniveaus und sportlichen Interessen gleichzeitig eine Sportart machen zu lassen, mit der sie alle möglichst einfach möglichst lange beschäftigt sind (bei uns Volleyball – meine armen Arme, Basketball – zu klein dafür, nix wie Ballspiele! mich hätte Ballett, Yoga interessiert) – nein danke. Manche Lehrer machen es sich auch zu leicht. Sport wird oft fachfremd unterrichtet (Stichwort: Qualität des Lehrers). Ich war soooo froh, als Schulsport rum war, daß ich dann gar nix mehr gemacht habe. War etwas konraproduktiv.
    Bei 5 x die Woche müßte derjenige sich schon die Sportart(en) aussuchen können. Mit Leuten in einer Gruppe, die dieselben Interessen haben und in etwa dasselbe Niveau. Genug Platz in den Hallen müßte es auch geben, aber das kostet ja alles Geld. Ich bin für Abschaffung des Schulsports, aber Stärkung der Vereine. Damit jeder etwas finden kann, was ihm Spaß macht.

    • mehrnachdenken

      Die Lehrpläne sehen vor, dass eine Vielzahl von Sportarten und Bewegungsangeboten zur Verfügung gestellt werden. Wenn aber über Wochen oder Monate nur ein Thema behandelt wird, liegt das nicht am SPORT, sondern an der Bequemlichkeit oder dem fachlichen Unvermögen der Lehrkräfte!

      Gerade im Sport ist es möglich, die Schüler mit verschiedenen Methoden auf differenzierten Niveaus Erfolgserlebnisse zu vermitteln.
      Anm.: Schüler bedeutet auch Schülerin, lach.

      Wenn ich aber erlebt habe, dass es auch heutzutage noch Lehrkräfte gibt, die ihre Schüler zu Beginn der Stunde stumpfsinnig durch die Halle oder über den Sportplatz scheuchen und das auch noch „Aufwärmen“ nennen, dürfen wir uns über Kommentare von „Sporthasser“ nicht wundern.

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