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VBE sieht Grundschulen vernachlässigt: Politik in der Pflicht

STUTTGART. Gemeinschaftsschulen, sterbende Hauptschulen, übervolle Realschulen sowie der Streit um das Gymnasium 2020 sind nach Angaben des Verbands Bildung und Erziehung Baden-Württemberg ständig in den Schlagzeilen. „Über die rund 2500 Grundschulen im Land wird nicht einmal gesprochen, geschweige denn, dass ihnen Unterstützung zuteilwird“, beklagt der Sprecher des Verbandes und macht sich in einer Pressemitteilung für eine Aufwertung der Grundschulen stark. Dafür müsse die Politik in die Pflicht genommen werden.

Grundschuleingang - Baden-Württembergs Landesregierung zielt darauf ab, in einigen Jahren 70 Prozent der Grundschulen und Grundstufen der Förderschulen zu Ganztagsschulen umzuwandeln Foto: WikiTour 2005 (CC BY-SA 3.0)

Der VBE Baden-Württemberg sieht die Grundschulen des Landes von der Öffentlichkeit und der Politik vernachlässigt. Foto: WikiTour 2005 (CC BY-SA 3.0)

In den Grundschulen würden komplexe kindliche Lernprozesse und vielfältige Kompetenzen von Schülern gestärkt sowie Strategien zum gemeinsamen und individuellen Lernen vermittelt. Ziel sei es, in der Grundschule die Grundlage für ein erfolgreiches „lebenslanges Lernen“ zu legen, so der Sprecher des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Der VBE bejahe den Leistungsanspruch der Grundschule ausdrücklich, denn Kinder wollten etwas leisten und freuten sich über jeden Lernfortschritt, den sie selber feststellen könnten oder der ihnen bestätigt werde. Dafür würden aber ausreichende Lehrerstellen – auch für Krankheitsvertretungen, für Arbeitsgemeinschaften sowie für differenzierende Stütz- und Förderstunden dringend benötigt. Hier sei an den Grundschulen noch vieles im Argen.

Der VBE setze sich mit Vehemenz für die schon lange überfällige Aufwertung der Grundschularbeit ein, denn „das Fundament ist nicht nur beim Hausbau von Bedeutung“, so der VBE-Sprecher. Wer eine verlässliche Grundschule wolle, ob mit oder ohne Ganztagseinrichtung, müsse eine ausreichende Lehrerstundenzahl zur Verfügung stellen. Es könne nicht sein, dass die Verlässlichkeit der Grundschule nur dann funktioniere, wenn die Lehrkräfte regelmäßig Mehrarbeit leisteten, also Überstunden machten, wovon die ersten drei nicht einmal bezahlt würden.

Die Öffentlichkeit diskutiere ständig über alle anderen Schularten. Nur weil die Grundschullehrkräfte unaufgeregt solide Arbeit ablieferten und nicht ständig in den Schlagzeilen der Presse stünden, dürften sie nicht so sträflich vernachlässigt werden. Eine größere Lehrerreserve, Differenzierungsstunden – die Grundschule habe als einzige Schulart keine Poolstunden – Arbeitsgemeinschaften sowie eine Angleichung der Deputate und Besoldung an die der anderen Schularten seien längst überfällig.

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