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Auf Krawall gebürstet: Wie die AfD auch mit der Bildungspolitik Stimmung macht

BERLIN. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry nennt die Medien „Pinoccio-Presse“ – eine Verniedlichung des Kampfbegriffs Lügenpresse. Dabei hat ihre Partei zur Wahrheit selbst ein taktisches Verhältnis. Stimmungen zählen mehr als Fakten. Auch in der Bildungspolitik: News4teachers hat sich angeschaut, mit welchen Positionen Lehrkräfte, Eltern und Schüler seit dem „Super-Wahlsonntag“ in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verstärkt rechnen müssen.

Wahlsiegerin: AfD-Chefin Frauke Petry freut sich über drei Landtagswahlen mit zweistelligen Ergebnissen für ihre Partei (Archivfoto). Foto: Metropolico.org / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Wahlsiegerin: AfD-Chefin Frauke Petry freut sich über drei Landtagswahlen mit zweistelligen Ergebnissen für ihre Partei (Archivfoto). Foto: Metropolico.org / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die AfD ist auf Krawall gebürstet – auch in der Bildungspolitik. Beim Landesparteitag der AfD am gestrigen Sonntag in Berlin stand das Thema Schule auf der Tagesordnung. Und auf dem Tisch lag die Forderung nach einem generellen Kopftuchverbot, also für Lehrerinnen und Schülerinnen.

Einer der Delegierten, Lehrer an einer Schule mit vielen Migranten, sagt, eine solche Regelung sei weltfremd. Doch er dringt nicht durch. Der anti-islamische Reflex ist stärker: Es wird auf einen angeblich totalitären Anspruch des Islam verwiesen, auch auf Frankreich und die Türkei, wo dies auch so geregelt sei. Seit zwei Jahren gibt es zwar kein Kopftuchverbot an türkischen Schulen mehr, Fakten interessieren hier aber niemanden. Auch die Tatsache, dass das Bundesverfassungsgericht ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen erst im vergangenen Jahr als unverhältnismäßig gekippt hat und einem Verbot für Schülerinnen das grundgesetzlich verbriefte Persönlichkeitsrecht entgegensteht – geschenkt. „Frauenverschleierung hat nichts zu suchen an unseren Schulen“, heißt es. Mit großer Mehrheit wird für ein Kopftuchverbot votiert.

Die Bildungspolitik der AfD ist wie die Partei selbst: Sie wirkt auf den ersten Blick harmlos, nimmt aber rechtspopulistische Strömungen auf – und birgt deshalb eine Menge Konfliktpotenzial. „Wir nehmen es nicht hin, dass für die Rettung von Banken oder für hunderttausende von Wohlstandsflüchtlingen Milliarden und Abermilliarden hart erarbeiteter Steuergelder ausgegeben werden, während Schulgebäude jahrelang auf ihre Sanierung warten, die Schlaglöcher auf unseren Straßen immer größer werden und um jeden Euro für eine nötige Strukturförderung gefeilscht werden muss“, so heißt es beispielsweise im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt. Dem Bundesland also, in dem die AfD aus dem Nichts zur zweitstärksten Partei im Landtag aufgestiegen ist.

Gegen die Sanierung von Schulgebäuden dürfte niemand etwas einzuwenden haben. Aber: Hunderttausende von „Wohlstandsflüchtlingen“? Rettung von Banken? „Abermilliarden“? Schon der Duktus zeigt: Hier soll Schulpolitik für die AfD-Protestthemen Flüchtlingspolitik und Euro instrumentalisiert werden.

Für eine Partei, deren Vorsitzende die Medien „Pinoccio-Presse“ nennt (eine Verniedlichung des Kampfbegriffs „Lügenpresse“) ist bemerkenswert, wie frei sie selbst mit der Wahrheit umgeht. Der bildungspolitische Teil des Wahlprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt beispielsweise beginnt – mit einer Falschbehauptung.

„Unser Bildungssystem ist akut bedroht. Das Leistungsniveau sinkt schon seit Jahrzehnten auf allen Ebenen, ideologische Experimente zehren an der Substanz“, heißt es dort. Das Leistungsniveau soll sinken? Das mag zwar einer weitverbreiteten konservativen Stimmung entsprechen, ist aber schlicht falsch: Die PISA-Studie attestiert Deutschland in den vergangenen 15 Jahren signifikante Verbesserungen in allen Bereichen. Selten in der Geschichte der Bundesrepublik war die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland so niedrig wie heute (was durchaus auch mit der Qualität des Bildungssystems zu tun hat). Und auch der zweite Teil der Behauptung ist reine Stimmungsmache. Ideologische Experimente sollen an der Substanz des Schulsystems zehren, und das schon seit Jahrzehnten? Damit scheint gemeint zu sein: die Einführung von Gesamt- und Gemeinschaftsschulen, die Inklusion – und die Sexualerziehung.

„Wir sind gegen den ideologischen Ansatz der Gleichmacherei, wie er in der Gemeinschaftsschule Programm geworden ist“, so heißt es denn auch im Wahlprogramm der AfD in Baden-Württemberg. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern, das „ideologisch motivierte Großexperiment“, wird abgelehnt – in Sachsen-Anhalt noch vergleichsweise schüchtern mit Verweis auf die Kosten. „Wollte man Inklusion, also die Unterrichtung von Kindern mit Förderbedarf in einer gewöhnlichen Schule, betreiben, müsste man die Schülerzahlen je Lehrkraft stark senken, die Fachlehrerzahl stark erhöhen  und die Weiterbildung von Nichtfachlehrern deutlich ausbauen. Dies erscheint unter den gegeben finanziellen Voraussetzungen des Landes Sachsen-Anhalt zur Zeit nicht finanzierbar.“

Grundsätzlicher heißt es bei der AfD in Baden-Württemberg: „Es ist von Vorteil für alle Betroffenen, wenn schwer lernbehinderte Kinder in Sonderschulen unterrichtet werden.“ Was aber sind denn „schwer lernbehinderte“ Kinder, und wer entscheidet über eine solche „Lernbehinderung“? Dazu gibt das Programm keine Auskunft. Einen Hinweis gibt der Landesverband Niedersachsen. Dort heißt es: „Die traditionelle, bewährte Inklusion muss unterstützt werden. Der Zugang zur Regelschule muss wieder an Eignung und Verhalten geknüpft werden.“ Heißt im Klartext: Das alte System mit Sonderschulpflicht wird zu einem System mit „bewährter Inklusion“ umdeklariert. Dass sich mit einem solchen Etikettenschwindel die UN-Behindertenrechtskonvention, die von Deutschland 2009 ratifiziert wurde, kaum erfüllen lässt, stört bei der AfD augenscheinlich niemanden.

Und dass die Einteilung von Kindern in „normale“ und „lernbehinderte“ in ein Zwangssystem für die Betroffenen hinausläuft (wie es der Förderschulstatus, der den Besuch einer Regelschule ausschloss, ja jahrzehntelang war)? Das irritiert die Mitglieder der Partei auch nicht. Ohnehin ist man mit Zwangsmaßnahmen schnell dabei: „Die verbindliche Grundschulempfehlung ist wieder einzuführen“, so heißt es im Kommandoton im Programm der AfD Baden-Württemberg.

Ob in der Schule die Vermittlung von „klassisch preußischen Tugenden Geradlinigkeit, Gerechtigkeitssinn, Ehrlichkeit, Disziplin, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Fleiß und Pflichtbewusstsein“ gefordert wird, oder eine Erziehung  zum Nationalismus („Die deutsche Geschichte und die Geschichte Sachsen-Anhalts bieten genügend Anknüpfungspunkte, auf die wir uns mit Stolz berufen können“), ob auf das Prinzip Autorität gepocht wird („Sowohl während des Unterrichtes als auch gegenüber Schulverweigerern ist Unterrichtsdisziplin einzufordern und konsequent durchzusetzen“) oder gegen eine Sexualerziehung im Sinne einer „sexuellen Vielfalt“ gewettert wird – stets herrschen schrille Töne vor. Die Faktenlage interessiert dabei kaum.

So behauptete der niedersächsische AfD-Vorsitzende Paul Hampel mit Blick auf eine rot-grüne Initiative zur Toleranzerziehung: Aus anderen Bundesländern sei bekannt, dass Schüler dort sogar in Spielen Sexpraktiken mit teilweise pornographischem Charakter darstellen sollten. Wieder eine Unwahrheit: In keinem Bundesland sollen Kinder in den Schulen „Sexpraktiken darstellen“ – solche Vorgaben gibt es in keinem Lehrplan in Deutschland. Trotzdem meint Hampel (und ignoriert dabei geflissentlich den grundgesetzlichen Erziehungsauftrag auch der Schulen): „Die Erziehung ist das Vorrecht der Eltern, die Schule muss bilden. Ideologische Indoktrination der Kinder hat dort nichts verloren.“

Auch die GEW wird hart angegangen. In einem Leitpapier der Gewerkschaft werde die normale heterosexuelle Beziehung „auf das Übelste verunglimpft“ und das Kinderkriegen „quasi zu einer Untat“ verdreht, so Hampel. Kinderkriegen als Untat? Die GEW-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Doro Moritz, weist die Behauptung entschieden zurück – sie sei „böswillig“ oder „dumm“ oder im Zweifelsfalle beides.

Die AfD ficht das nicht an. Die Strategie, dies zeigen die Ergebnisse vom  Wahlsonntag, geht auf. News4teachers

 

Aktueller Nachtrag
Die „Rheinische-Post“ hat zusammengetragen, was gewählte Kandidaten der AfD auf Facebook so alles kommentiert haben.

Olenicak

Volker Olenicak, der 33,4 Prozent der Stimmen in seinem Wahlkreis Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) bekam und damit der AfD-Politiker mit dem besten persönlichen Ergebnis ist, zeigte sich im Oktober 2014 von einem Video inspiriert, das einen Lehrer zeigt, der Schüler mit einem Stock auf die Hand schlägt. Olenicak meinte dazu lapidar (Komma- und Grammatikfehler im Original): „Sieht hart aus aber ermöglicht in Zukunft sicher ein erträglichen Schulalltag. PS : intelligenten Schülern passiert das nicht jeden Tag.“ Es wird sicher interessant, Olenicak beispielsweise im Schulausschuss des Magdeburger Landtags sprechen zu hören.

Zur Analyse: Was wir jetzt brauchen – Eine Bildungs-Offensive gegen die Hass-Kultur!

41 Kommentare

  1. Wenn „Auf Krawall gebürstet“ bedeutet, dass Widerspruch zu den politischen Positionen der etablierten Parteien reine Krawallmacherei ist, dann stimmen Überschrift und Inhalt des Artikels.
    Vor und nach den Landtagswahlen konnte man allerdings auch einen anderen Eindruck gewinnen. Die beiden Talkshows gestern Abend von ARD (Anne Will) und ZDF (Maybrit Illner) sowie der Artikel hier bei n4t machen Krawall (hetzen also) gegen die AfD.
    Wer nicht mit Scheuklappen vor dem Fernseher gesessen hat, durfte zum wiederholten Mal feststellen, wie dem/der jeweiligen AfD-Vertreter/in die bekannten und Vorwürfe gleich von mehreren Seiten um die Ohren gehauen wurden.
    Ein Artikel der Huffington Post beschreibt das erneut unwürdige und für jede Demokratie fragwürdige Spektakel sehr treffend:

    http://www.huffingtonpost.de/2016/03/13/illner-will-lanrtagswahlen_n_9456378.html?utm_hp_ref=politik

  2. Oooh, die arme AfD. Lügt und hetzt und biegt die Fakten, dass sich die Balken biegen. Aber „Lügner“ (oder Pinoccios, hihi, wie die schelmische Frau Petry sagen würde) sind immer nur die anderen. Klar, die Unwahrheiten der AfD dienen ja alle einer höheren Wahrheit – nämlich der, dass die AfD immer Recht hat.

    Alles nur „Krawallmacher“ (die von Ihnen zitierte Huffingtonpost ist auch dabei)?
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/frauke-petry-afd-chefin-der-luege-ueberfuehrt/12742166.html
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingskrise-petry-streicht-aussage-zu-waffeneinsatz-aus-interview-14053803.html
    http://www.derwesten.de/politik/falsche-vorwuerfe-afd-mann-vor-laufender-kamera-blossgestellt-id11240493.html
    http://www.huffingtonpost.de/2016/03/08/afd-medienstrategie_n_9407698.html

    Aber das werden wir ja bald in einigen Landtagen erleben. Wenn sich dort das Niveau wiederfindet, das aus etlichen der AfD-Statements erkennbar wird, dann wird es richtig lustig, sich so manche Debatte dort vorzunehmen.

  3. Warum erinnert mich das alles soooo sehr an mehrnachdenken?

    Kein Interesse an Fakten, der ewige Ideologievorwurf, keine Belege für Behauptungen, die GEW als das große Übel, die Experimente, die nicht funktionieren können, obwohl sie es in anderen Ländern bereits seit Jahrzehnten und in D an Schulen schon seit Jahren tun, die Verwirrung von Begriffen und Konzepten, haltlose Behauptungen en masse.

    Mit dem Kopf im Sand lässt sich schlecht die Welt anschauen.

  4. Folgender Vorschlag ist sehr radikal, möglicherweise aufgrund der Folgekosten teuer und ziemlich riskant:

    In Sachsen-Anhalt könnte die CDU — in Absprache mit der Opposition — eine Koalition mit der AfD eingehen. Dann müsste die zeigen, was sie kann und zeigt, was sie in der Praxis nicht kann. Der Koalitionsbruch ist vorprogrammiert, eine Neuwahl notwendig und man kann auf einen Absturz der AfD spekulieren.

  5. So einen Versuch hatten wir schon mal in der Weimarer Repbulik – ist bekanntlich völlig in die Hose gegangen.

    „Während Nationalkonservative auf ein Zweckbündnis mit der NSDAP hofften, das sie nach der gemeinsamen Schaffung eines autoritären Staates wieder auflösen könnten, betrachteten die Nationalsozialisten ihre bürgerlich-deutschnationalen Partner nur als Gehilfen bei der Erringung der absoluten Macht im Staat, den sie dann ganz allein nach ihren Vorstellungen umgestalten wollten.“ Dumm gelaufen.

    Quelle: http://www.bpb.de/izpb/10373/der-kampf-gegen-den-nationalsozialismus-vor-1933?p=all

  6. Milch der frommen Denkungsart

    @Bernd:

    Wer einer derart geschichtsvergessenen Analogie das Wort redet, offenbart nicht nur grabentiefe Unkenntnis (was aber offenbar in diesem Forum inzwischen zu einer quantité négligeable geworden ist), sondern verharmlost den Nationalsozialismus in gleicher Oberflächlichkeit.

    Im Übrigen sei auch der Redaktion ins Stammbuch geschrieben, daß es ein janusköpfiger Versuch ist, die AfD mit Gegenargumenten zu entlarven (was ich per se ausdrücklich als legitim betrachte), die sie selbst jüngst noch bestritten hat, indem sie beispielsweise oft genug keine Gelegenheit ausließ, das hiesige Bildungssystem direkt oder auch mittelbar als überkommen, veraltet und aus der Zeit gefallen zu diskre- ditieren, nun aber darauf geradezu eine Hymne anstimmt, um die inhaltsgleiche Kritik der AfD zu kontern – quod licet Iovi, non licet bovi (das mag man nun gern wieder als Gespenst des überflüssigen Bildungsbür- gertums abtun, zumal Latein ja den Forumsverantwortlichen eh als Dorn im Fleische steckt).

  7. Sehr geehrte/r Milch,

    News4teachers versteht sich als Diskussionsmedium, das nicht nur in den Leserforen offen ist für vielerlei Ansichten – insofern gibt es keine einheitliche Redaktionsmeinung. Auch veröffentlichen wir Gastbeiträge von seriösen Experten und Praktikern, deren Thesen nicht immer von N4t-Redakteuren geteilt werden.

    Gleichwohl gibt es natürlich ein Wertefundament, auf dem wir uns bewegen:

    Die Redaktion achtet die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern gleich – wir beteiligen uns nicht daran, bestimmte Schulformen aus ideologischen Gründen abzuwerten.

    Aus Reihen der Redaktion wird zwar Kritik an der mangelnden Finanzausstattung der Schulen geübt; ein Ausspielen der Schulpolitik gegen die gleichermaßen wichtige Sozial- oder Flüchtlingspolitik käme uns jedoch nicht in den Sinn.

    Wir halten uns – selbstverständlich auch bei kritischer Berichterstattung – stets an nachvollziehbare Quellen und legen diese offen. Unbelegte Behauptungen werden Sie bei N4t nicht finden.

    Wir äußern auch Kritik am Bildungssystem (vor allem an der Bildungspolitik), bleiben dabei aber auf dem Teppich. Andersherum singen wir im Beitrag oben keine Hymne auf das bestehende Bildungssystem – verteidigen es aber gegen ungerechtfertigte Kritik.

    Aus all dem können Sie schließen: Wir lehnen die Holzhammerpädagogik der AfD mit ihrer schlichten Schwarz-Weiß-Sicht, mit ihren unbelegten Behauptungen, mit ihrem Früher-war-alles-besser-Gemecker und den daraus abgeleiteten, weltfremden und verantwortungslosen Forderungen ab. Dass wir mal „inhaltsgleiche Kritik der AfD“ verbreitet hätten, weise ich entschieden zurück.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek

    Herausgeber News4teachers

    • Ursula Prasuhn

      Das ist Polemik, liebe Redaktion, und hat mit Argumentation nichts zu tun:
      „Wir lehnen die Holzhammerpädagogik der AfD mit ihrer schlichten Schwarz-Weiß-Sicht, mit ihren unbelegten Behauptungen, mit ihrem Früher-war-alles-besser-Gemecker und den daraus abgeleiteten, weltfremden und verantwortungslosen Forderungen ab.“

      Umgekehrt könnte ebenso behauptet werden: „Wir lehnen die moralische Holzhammerpädagogik der Linkspopulisten mit ihrer schlichten Schwarz-Weiß-Sicht, mit ihren unbelegten Behauptungen, mit ihrem Heute-ist-alles-besser-Gesülze und den daraus abgeleiteten, weltfremden und verantwortungslosen Forderungen ab.“

      Damit will ich nicht der AfD das Wort reden, sondern schlicht und ergreifend eine „Argumentation“ kritisieren, die Meinungsgegnern genau das angekreidet, was selbst mit Vorliebe praktiziert wird.

      • Sehr geehrte Frau Prasuhn,

        der Kontext war jetzt aber die Berichterstattung zur Bildungspolitik der AfD. Wenn es Sie beruhigt: Wir lehnen auch den Systemfetischismus von Linkspopulisten ab, die glauben, mit der flächendeckenden Einführung der Gesamtschule könnten bestehende Bildungsprobleme gelöst werden.

        Eine solch platte und aggressive Argumentation wie die von der AfD ist mir allerdings in schulpolitischen Zusammenhängen noch nicht untergekommen. Insofern hat die „Alternative für Deutschland“ hier schon ein Alleinstellungsmerkmal.

        Herzliche Grüße
        Andrej Priboschek

        • Ich muss vorwegschicken: Ich bin ein Verfechter eines gegliederten Schulsystem. Trotzdem werde ich niemals die AfD in der Schulpolitik unterstützten. Ein Grund ist die von Herrn Priboschek angesprochene „schlichte Schwarz-Weiß-Sicht“, denn auch ich muss zugeben, dass sich ein dreigliedriges (oder mit Sonderschule viergliedriges) System besonders in bevölkerungsarmen Gegenden kaum mehr umsetzen läßt. Das tangiert die AfD aber nicht, denn früher war alles besser.
          Auch die angeführten unbewiesenen Behauptungen wie das „darstellen“ von Sexualpraktiken dienen nur dazu, Stimmung zu machen. Das solche Behauptungen grober Unfug sind, scheint die AfD nicht zu stören.

          Was mich an dem Haufen aber am meisten stört, ist das Menschenbild. Wehrlose Menschen an der Grenze abzuknallen ist nicht akzeptabel, mit Menschen, die dieses fordern, werde ich niemals zusammenarbeiten. (Das ist nur ein besonders krasses Beispiel, es würde auch im Programmentwurf der AfD noch viele andere Punkte geben)

      • Ich finds ja gut, was der Herr Priboschek schreibt.

        Das Sie sich, Frau Prasuhn, daran stören würden, war vorhersehbar, die Richtung Ihrer Argumentation auch. Eine simple Invertierung – egal, ob das wirklich funktioniert oder nicht – und schon glauben Sie, ein Argument zu haben.

        Wie einfach man sich die Welt doch machen kann.

  8. Was wir brauchen, ist in erster Linie einsicht der Politiker Ihre Fehler zu erkennen. Nehmen wir die SPD, in der SPD hat nur eine Person gewonnen der Rest der SPD ist sang und klanglos abgewählt worden. Da hätte es sich gehört als Parteivorsitzenden sofort zu rück zu treten und Neuwahlen zu ermöglichen. Aber lieber hetzt man gegen demokratisch zugelassene Parteien und duckt sich weg. Auch bei den Grünen gibt es auch nur eine Person die gewählt wurde, die Grünen sind abgewählt worden. Bei der CDU gibt es garkeinen gewählten die Partei wurde komplett abgewählt. Wenn man bedenkt, dass nur knapp die hälfte der Bürger gewählt hat und der ges. Rest die Wahlen verweigert, zeigt das etwas über die Legitimation der Parteien. Der einzigste Gewinner ist und bleibt die AfD.

    • Zurücktreten – nur für wen? Das Problem von Siegmar Gabriel ist doch, dass die Merkel geführte CDU links vom Seeheimer Kreis gelandet ist. Das hat sie ja in BaWü die Stellung als stärkste Partei gekostet.

      In BaWü gibt es für die SPD keine Chance nach links zu rücken. Es hat ja Gründe warum die SPD im Ländle keine Schnitte gekriegt hat.

      In ST kann die SPD ebenfalls nicht nach links rücken, da steht Die Linke ja schon – und ein Bruderkuss a la SED würde die SPD komplett sprengen.

      Die Frage ist also gar nicht wie sich die SPD aufstellt sondern, was die CDU nach dem Wahldebakel macht.
      Haseloff hat Pyrrhussieg errungen, regierungsfähig kann er eigentlich nur mit Hilfe der AfD werden.
      In BaWü muss die CDU als Juniorpartner bei Herrn Kretschmann zu Kreuze kriechen und in den Koalitionsverhandlungen sich zu den „Gemeinschaftsschulen“ bekennen.
      In RLP kann Julia Malu dann ebenfalls als Juniorpartner dienen

      Und wie lange die Mittelständler der CDU noch zur FDP flüchten hängt ebenfalls vom kurs der Bundes-CDU ab.

      Spannende Zeiten allemal … Fortsetzung folgt.

  9. Ursula Prasuhn

    @Georg vom 15. März 2016 um 21:41
    Es kommt auf die Perspektive an, wer wen als Welt-Vereinfacher sieht. Diese Rolle dem anderen zu unterstellen, zeigt nur immer wieder den Hang zur Diffamierung, um sich im Disput Vorteile verschaffen zu können.
    Ihre Strategie, Georg, ist für mich ebenso unfair und schädlich wie die des allgemeinen politischen und medialen Umgangs mit der AfD.
    Gestern Abend sah ich mir die “Phoenix-Runde” an, bei der es auch um die AfD ging. Die erste Viertelstunde verlief wie erwartet, dann allerdings wurde es interessant durch Prof. Norbert Bolz, der sagte: “Die Medien haben in der Flüchtlingsfrage katastrophal versagt, insbesondere die öffentlich rechtlichen, also ARD und ZDF. Sie haben sich nämlich – leider Gottes – nicht mehr damit begnügt zu informieren und die Welt darzustellen, wie sie sich darstellt für einen Journalisten, sondern immer mehr die Gebärde eines Oberlehrers angenommen und den Bürgern versucht beizubringen, wie man sich zu bestimmten Fragen zu verhalten hat.”
    Sinnvoll war auch die spätere Forderung von Prof. Oskar Niedermayer nach mehr inhaltlicher Auseinandersetzung mit der AfD, denn nur so (und nicht mit Beschimpfungen) seien abgewanderte Wähler anderer Parteien zurückzugewinnen. Darauf die spontane Frage von Ulrich Reitz (Focus): “Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Vertreter der anderen Parteien versucht hat, sich in einer Talk-Show ernsthaft mit einem AfD-Vertreter über Sachfragen auseinanderzusetzen?” Die Antwort: “Nein”.
    Darauf Herr Reitz: “Das ist ja das Problem. Wenn sie das nämlich machten, müssten sie zulassen, dass ihre eigene Politik in Frage gestellt wird.”
    Aber schauen Sie sich am besten den Phoenix-Talk selbst an. Vielleicht hilft das ja ein wenig der Erkenntnis, wie kontraproduktiv auch Sie meiner Meinung nach mit Andersdenkenden umspringen und wie relativ wenig Diskriminierung heute noch zieht. Die Zeiten, in der Meinungs- und Verhaltensvorschriften sowie Prangermethoden hohe Wirkung zeigten, scheinen zwar dem Ende nahe, doch es besteht die Gefahr, dass bei einem Fortfahren auf dieser Schiene jeder Extremismus neue Nahrung erhält.
    Es nützt auch nicht die Bekundung, dass man Radikalität und Faschismus ablehnt, wenn man sich und sein politisches Lager zugleich für einzig wahr und anständig hält und darum bei der Diskriminierung von Meinungsgegnern keinen Änderungsbedarf sieht.
    Die AfD hätte nie so großen Erfolg gehabt, wären Politiker und Medien ihr klüger und vor allem anständiger begegnet. Dauernde Diskriminierung fanden zahlreiche Bürger jedoch anmaßend und schäbig. Einen neuen Partei-Konkurrenten einfach nur in die Schmuddelecke zu schieben und das als überzeugendes Argument darzustellen, übersteigt einfach die Grenzen des Erträglichen für viele Bürger.

    http://www.phoenix.de/content/1087237

    • mehrnachdenken

      Frau Prasuhn, vielen Dank!
      Auch ich sah die gestrige Phönix- Runde und trug mich mit dem Gedanken, darauf hier zu verweisen.
      Bezüglich des Umgangs mit der AfD verpassten die Diskussionstn den anderen Parteien und vor allem dem öffentlich – rechtlichen Fernsehen und Rundfunk sowie einigen Presseorganen eine schallende Ohrfeige.

      Wenn die Medien wissen möchten, wie sachliche und unabhängige Berichterstattung auszusehen hat, und was wir Bürger erwarten dürfen, sollten die 45 Minuten dieser Talkrunde zum Pflichtprogramm in allen Redaktionsstuben gehören.

      • Und mehrnachblubbern, Sie wollen auch wieder darüber urteilen, was sachliche und unabhängige Berichterstattung ist?

        Sicher solche, wie sie auf Autokraten-TV RT deutsch gemacht wird, oder?

        • mehrnachdenken

          Haben Sie sich die Phönix – Runde vom gestrigen Abend angesehen?
          „Phönix“ halte ich nun in großen Teilen für Qualitätsfernsehen. Ich nehme darauf lediglich Bezug.
          So wie ich Ihnen Ihre Meinung zugestehe, erwarte ich das auch von Ihnen mir gegenüber.
          Offensichtlich sind Sie dazu aber schon nicht imstande.
          Alle Tn, die sich Ihrem Meinungsdiktat nicht unterordnen, verunglimpfen Sie in übelster Form.
          Aufschlussreich, dass Ihre teilweise schlimmen verbalen Entgleisungen von der Redaktion durchgewunken werden. Bisher wurde lediglich ein Beitrag von Ihnen gelöscht.
          Wer hat schon Lust, sich bei jeder Gelegenheit, von Ihnen angreifen und beschimpfen zu lassen? Da ziehe ich angenehmere Beschäftigungen vor. Ich gehe stark davon aus, dass es zahlreichen Tn genauso geht.
          Ich gebe auch noch zu bedenken, dass es sich hier immerhin um ein Lehrerforum handelt, in dem ich von vornherein einen zivilisierten Umgang erwarte.

      • Das Problem fängt schon mit Ihrer (und der von leider zu vielen Menschen offenbar geteilten) selektiven Wahrnehmung an: „Die“ Medien gibt es in Deutschland nicht. Und was „wir“ Bürger erwarten, mehrnachdenken, muss auch nicht deckungsgleich mit Ihrer Meinung sein. (Phoenix ist übrigens auch ein öffentlich-rechtlicher Sender.) Natürlich gibt es schon seit langem Versuche von Journalisten, die AfD inhaltlich zu stellen – tatsächlich aber vermeidet die AfD Festlegungen, so gut es eben möglich ist. Im Fernsehen geben deren Funktionäre dann die Biedermänner und -frauen, auf der Straße sind sie dann die Einpeitscher.

        Von der AfD gibt es inhaltlich nur ein „Nein“. Aber welche alternativen Lösungen bietet sie an? Tatsächlich wird Frau Petry dann mal nach hartnäckigem Nachfragen von Journalisten konkret und benennt die Konsequenzen ihrer Politik – nämlich ein Schießbefehl an der Grenze -, schon eiert sie rum und behauptet, das Interview wäre nicht autorisiert und das alles ja gar nicht so gemeint. Aber wie ist es denn gemeint?

        Wie es denn aussieht, wenn die AfD dann mal so eine Art Programm entwickeln soll, sehen wir ja im Beitrag oben – eine primitive 50er-Jahre-„Pädagogik“ mit Sympathiebekundung für die Prügelstrafe und Ignoranz bestehender völkerrechtlicher Verpflichtungen, die Deutschland eingegangen ist (Inklusion). Übrigens ist der Artikel von News4teachers auch ein Beispiel dafür, dass sich Journalisten inhaltlich mit der AfD auseinandersetzen.

        • Ist schon interessant, da unterstellen Sie der AfD doch tatsächlich keine Lösungen anzubieten. Haben Sie sich das Programm, bzw. die Leitlinien mal angeschaut, oder schwätzen Sie nur nach, was die Bertelsmann-Springer-ÖR Medien Mafia Ihnen vorsagt?
          Ein erster Punkt ist z.B. die Einstellung jeder Rüstungsexporte in den Nahen Osten (das hat sich tatsächlich noch keiner der ach so „menschlichen“ regierenden Politiker getraut).
          Auch ist kein Wort vpn „Nein“ zu Einwanderung, bzw. Asyl-Gewährung zu lesen, sondern lediglich eine kontrollierte Einreise und dem nachfolgend ein Gesetzentwurf zur Einwanderung nach Kanadischen Vorbild.
          Auch der Schiessbefehl, den Sie hier so Beispielhaft anführen, kann eigentlich nur als Witz gemeint sein und beweißt, dass Sie das Interview noch nicht mal im Original gelesen haben (nur Mut informieren Sie sich mal, bevor sie wiederstandlos alles glauben was Ihnen die Medien erzählen).
          Anbei mal ein Auszug aus dem Interview:
          M“-Frage: „Nochmal: Wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall reagieren?“
          Antwort Petry: „Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.“
          „MM“-Frage: „Es gibt in Deutschland ein Gesetz, das einen Schießbefehl an den Grenzen enthält?“
          Antwort Petry: „Ich habe das Wort ‚Schießbefehl‘ nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es so weit nicht kommen lassen und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen den Flüchtlingszustrom bremsen.“

          Dazu kommt die Entscheidung von Fr. Nahles, Kontrolleure des Mindestlohnes mit Schusswaffen (wozu braucht man die, wenn man diese nicht benutzen soll / darf) in den Firmen aufzuschlagen.
          Nun ja, auf ein bestehendes Gesetz hinzuweisen, ist natürlich etwas ganz anderes als ein solches Gesetz zu erlassen, aber Schwamm drüber…. 😉

          • Immerhin, Devjo, das ist das erste Mal, dass ein AfD-Sympathisant hier einen inhaltlichen politischen Vorschlag macht.

            So, Sie und die AfD wollen die deutschen Waffenexporte in den Nahen Osten einstellen. Sehr löblich. Dies wird die Bürgerkriegsparteien in Syrien, die von allen Seiten aufgerüstet werden, sicher schwer beeindrucken. (Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen das Verbot von Rüstungsexporten in den Nahen Osten.)

            Bis die Syrer, Iraker, IS, Kurden, Amerikaner, Russen und wer da noch so alles mitmischt allerdings wegen dieser beeindruckenden Geste Deutschlands ihren Krieg beenden, wird wohl ein bisschen Zeit vergehen. Was machen wir denn mit den Flüchtlingen bis dahin? Das ist doch die interessante Frage.

            Die AfD, verstehe ich Sie da richtig, ist also für eine kontrollierte Einreise dieser Menschen? Dann habe ich diese Partei offenbar bislang wirklich falsch verstanden. Bitte schicken Sie doch einen Link auf eine offizielle AfD-Seite, dem diese Position zu entnehmen ist.

            Da bin ich aber mal gespannt.

          • Es geht nicht darum, ob die USA, Russen, Franzosen mitmachen bei einem Waffenembargo, es geht einzig und alleine um Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit.
            https://www.alternativefuer.de/programm-hintergrund/programmatik/
            Unter Integrationspolitik ist klare Aussage zu dem Thema Kriegs-Politische-Flüchtlinge.
            Letztendlich wird doch jetzt genau das getan, was die AfD von Anfang an gefordert hat, bloß nicht wir nehmen die Flüchtlinge kontrolliert auf und registrieren diese, sondern überlassen dies der Türkei, bezahlen die Türkei und schei…. mal wieder auf die Menschenrechte.
            Wie es die Regierung bereits bei den Waffenexporten, der Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien, der Unterstützung der US-Drohnenkriege, usw. usw. usw. getan hat und weiterhin tut.

            Wie kann man dies nicht sehen?
            Wir werden lückenlos überwacht (NSA, Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner und was weiß ich noch) unsere Souveränität wird der Wirtschaft auf dem Gabentisch dargeboten (TTIP, TiSA, CETA) zumindest wenn es nach der CDU, CSU, SPD FDP geht.
            Die Mohn-Springer-ÖR-Merkel-Bande manipuliert die Menschen, sendet nachweislich falsche Informationen und und und….

            Jetzt frage ich Sie, was meinen Sie was sollte schlimmer werden, wenn die AfD 20-30% bekommt?

            Sicher gibt es Punkte in dem Programm, die ich auch nicht sooo toll finde (Klimawande z.B. um nur eins zu nennen), seien wir doch mal ehrlich schlimmer als die etablierten Parteien geht es doch kaum noch (ich kann das gerne weiter ausführen).

            Viele andere Punkte sind sehr sinnvoll:
            – Nein zu TTIP
            – Keine Waffen in den Nahen Osten
            – Steuerverschwendung unter Strafe stellen
            – Entkoppelung der Politik von den Medien
            – Direkte Demokratie
            – Förderung von Familien
            und noch einige andere.

    • Frau Prasuhn, weder haben Sie einen Begriff von Diskriminierung, noch von Rassismus, noch von „Rechts“, noch von Rechtsextremimus, noch von Faschismus, noch von Demokratie (außer dem, was Sie ganz persönlich unter Meinungsfreiheit verstehen)

      Bitte: bevor Sie diese Begriffe benutzen, definieren Sie sie doch endlich. Das haben Sie bis heute nicht hinbekommen. Solange das nicht klappt, sollten Sie es vermeiden, sie zu benutzen, weil sie in Ihren Händen zu Gummi und immer dann bemüht oder gemieden werden, wenn es Ihnen in den Kram passt.

      Sie sahen trotz mehrmaliger Nachfragen keinen Klärungsbedarf hinsichtlich einer Erziehung zu Gewaltlosigkeit und Antidiskriminierung in Schulen gesehen, äußerten Sympathie für das grölende PEGIDA-Volk, singen in leicht abgewandelter Form doch das gleiche „Lügenpresse“-Lied und bringen immer dieselbe Leiher: der AfD den Spiegel vorzuhalten und zu sagen, wessen Geistes Kind sie ist – und das anhand griffiger Kriterien, Zitate, programmatischer Äußerungen und ihrem öffentlichen Auftreten nachzuweisen -, ist Diffamierung, Ausgrenzung, was weiß ich noch alles.

      Ich bin des Diskutierens mit Ihnen und mehrnachdenken überdrüssig geworden und habe, wie Sie sicher bemerkt haben, in den Pöbelmodus geschaltet. Bitte erwarten Sie von mir also keine langen und ausführlichen Argumentationen inklusive unzähliger Nachweise, wie ich Sie noch im letzten Jahr bemüht habe. Genau das ist eben nicht die Ebene, auf der mit Ihnen diskutiert werden kann.

      Und bitte ersparen gerade Sie mir einen erneuten Faschismus- und Diskriminierungsvorwurf. Warum die kommen, obwohl Sie keine nachvollziehbare Idee oder Definition davon haben?

      Nun ja, die Lösung ist seeeehr einfach.

      • Wenn Sie des „Diskutierens mit Frau Prasuhn und ‚mehrnachdenken‘ angeblich überdrüssig geworden“ sind und das nicht zum ersten Mal bekunden, warum hören Sie dann nicht endlich auf mit Ihren giftigen Anmerkungen zu allem, was die Beiden sagen?
        Ihren „Pöbelmodus“ müssen Sie übrigens selbst verantworten, keiner zwingt Sie dazu, auch nicht die genannten und Ihnen angeblich überdrüssig gewordenen Personen. Selbstverantwortung und Selbstdisziplin gelten hoffentlich auch für Sie noch als Tugend und Pflicht.

        • Natürlich, lieber U.B., Selbstverantwortung und Selbstdisziplin sind hohe Tugenden, auch in meinen Augen. Dazu gehört auch die Entscheidung über den Modus, in dem ich hier kommuniziere.

          Aber wann ich welche Anmerkungen zu wem mache, ist meine Entscheidung.

          Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!

  10. Mir ist, ehrlich gesagt, nicht klar, was an den Positionen der AfD in der Bildungspolitik so furchtbar schlimm sein soll. Aus Sicht der Redaktion von news4teachers und dem einen oder anderen Kommentarschreiber hier, der grün-rote Auffassungen hat, mag das so gesehen werden, doch alles ist letztlich Meinungssache.

    Die Überschrift des Artikels und teilweise auch der Inhalt machen für mich vor allem Stimmung gegen die AfD, also genau das, was der AfD in der Bildungspolitik zum Vorwurf gemacht wird.
    Heißt oder hieß es von Grün/Rot und deren Bildungsvorstellungen eigentlich jemals auch, sie seien „auf Krawall gebürstet“?

    Im Übrigen halte ich die Pisa-Tests nicht für den Stein der Weisen, jedenfalls ist er für mich nicht der alles entscheidende Beweis. Und geringe Jugendarbeitslosigkeit hängt wohl eher von einer florierenden Wirtschaft und einer seit Jahrzehnten stark schrumpfenden Geburtenrate ab als von besserer Bildung, wie der Artikel suggeriert.
    Eine vergleichsweise geringe Jugendarbeitslosigkeit zum Beweis für eine immer besser werdende Schulbildung zu machen, ist mehr als gewagt angesichts der Tatsache, dass Arbeitgeber und Hochschullehrer seit Jahren über zunehmende Lerndefizite im Lesen, Schreiben und Rechnen klagen und sich gezwungen sehen, immer häufiger Nachbildungsmaßnahmen durchzuführen.

    Ihr Artikel, Herr Priboschek, scheint mir eher auf Krawall gebürstet als das, was ich über die ach so schlimmen Bildungspositionen der AfD lese, mit denen „Lehrkräfte, Eltern und Schüler seit dem Super-Wahlsonntag in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verstärkt rechnen müssen.“
    Warum ein mulmiges Gefühl vermitteln, wo doch Tatsache ist, dass in keinem dieser Landtage die AfD auf der Regierungsbank sitzt?
    „Stimmungen zählen mehr als Fakten“, schreiben Sie und meinen damit die AfD. Doch wie sieht es mit Ihrem Artikel aus?

  11. Sehr geehrte Nathalie,

    wenn Sie der Meinung sind, die bildungspolitischen Herausforderungen von heute sind mit den pädagogischen Rezepten der 50er Jahre zu lösen, ist wahrscheinlich gar nichts schlimm an den AfD Positionen. Inklusion behinderter Kinder? Die sollen doch froh sein, dass sie eine besondere Förderung bekommen (= Sonderschule). Völkerrechtliche Verpflichtungen (= Inklusion)? Pfeifen wir drauf. Bestehende Gesamtschulen? Sprechen wir die Existenzberechtigung ab. Integration von Einwandererkindern? Woran sie sich anzupassen haben, entscheiden wir. Prügelstrafe? Die Schlauen werden sich schon wegducken können.

    Ach ja, auch noch: Wissenschaft ist Quatsch – was wahr ist, entscheiden wir.

    Wenn Sie Druck und Hass und Irrationalität – und damit letztlich das pädagogische Mittelalter – in unser Bildungssystem tragen wollen, ist nichts schlimm an den AfD-Positionen. Wenn Ihnen allerdings etwas an unseren Kindern liegt, und es Ihnen nicht nur darum geht, die Bildungspolitik für Ihre durchschaubaren politischen Ziele zu missbrauchen, dann könnten Sie kaum ernsthaft mit mir über einen solchen Quatsch diskutieren wollen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andrej Priboschek
    Herausgeber News4teachers

  12. Milch der frommen Denkungsart

    Sehr geehrter Herr Priboschek,

    als verantwortlicher Forenbetreiber steht es Ihnen natürlich ebenso wie jedem anderen Teilnehmer frei, auch Ihrer (bildungs)politischen Meinung kommentierend Ausdruck zu verleihen, wenn ich gleich glaube, daß sich ein Editor diesbezüglich eine gewisse Zurückhaltung auferlegen sollte, um gerade nicht in agitatorisches Sumpfgebiet zu geraten.
    Für grenzwertig, ja -überschreitend aber halte ich es, wenn Sie die in sachlichem Ton vorgetragenen Gegen- positionen von Mitdiskutanten bald als „Früher-war-alles-besser-Gemecker“, bald gar als „Quatsch“ abbürsten
    oder diesen unterstellen, daß sie sich um das Wohl unserer Kinder nicht scherten, ja vielmehr gleichsam irra- tionalen Haß in deren Gehirne träufeln wollten; damit gebrauchen Sie just jene simplifizierende Rhetorik, die Sie freilich ansonsten für perfide halten – von deren Patzigkeit ganz zu schweigen.

  13. Sehr geehrte/r Milch,

    ich bin kein Forenbetreiber, sondern Journalist – und als solcher habe ich durchaus eine Meinung, die ich mitunter auch in Kommentaren niederschreibe.

    Sie haben allerdings Recht, was den Ausdruck „Quatsch“ betrifft – er wird der Sache nicht gerecht: Es geht tatsächlich um ein verantwortungsloses, kinder- und gesellschaftsfeindliches Sammelsurium von Stammtisch-Parolen, das an Schlichtheit kaum zu unterbieten ist und den Anforderungen an eine demokratische Schulpolitik im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung nicht im Mindesten gerecht wird. Besser?

    Wenn Sie anderer Meinung sind, sind Sie herzlich eingeladen, in diesem Forum dagegenzuhalten.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek

    Herausgeber News4teachers

  14. Vielen Dank, Milch der frommen Denkungsart!

    @A. Priboschek
    Wie sollen sich Menschen mit anderer Meinung „herzlich eingeladen“ fühlen, „in diesem Forum dagegenzuhalten“? Um sich als Gesellschaftsfeind, als Stammtischbruder bzw. -schwester mit schlichtem Gemüt oder als ewig Gestriger beschimpfen zu lassen?

  15. Dann fangen Sie, Nathalie, und Ihre Gesinnungsfreunde von der AfD doch mal damit an, politische und gesellschaftliche Realtiäten anzuerkennen – und hören Sie auf, bestimmten Bevölkerungsgruppen Menschenrechte absprechen zu wollen.

    Inklusion ist ein einklagbares Menschenrecht, das seit der Ratifizierung 2009 durch den Souverän – den Bundestag – nicht mehr zur Debatte steht. Sicher lässt sich über die praktische Ausgestaltung sprechen. Aber (wie die AfD) so zu tun, als ob das deutsche Schulsystem von jeher inklusiv gewesen sei und deshalb nur die Uhren zurückgedreht werden müssen, ist keine politische Option. Sie könnten genauso gut über den Sinn des Frauenwahlrechts diskutieren wollen.

    Genauso wirklichkeitsfern ist der Kopftuch-Vorstoß: Die AfD ignoriert dabei die grundgesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechte, die in Deutschland natürlich auch für Schülerinnen gelten. Rechtlich ist die Situation eindeutig: Das Tragen eines Kopftuches in der Schule ist von der Religionsfreiheit geschützt. Unlängst hat das Bundesverfassungsgericht entsprechende Verbote für Lehrerinnen gekippt. Und die AfD? Schert sich nicht um diese Tatsachen.

    In der Erklärung der Vereinten Nationen heißt es: „Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Die Disziplin in der Schule muss in einer Weise gewahrt werden, die der Menschenwürde des Kindes entspricht. Es hat das Recht, seine Meinung in allen es berührenden Angelegenheiten frei zu äußern. Die Erwachsenen berücksichtigen die Meinung des Kindes…” Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Seit 2000 ist gewaltfreie Erziehung Kinderrecht. Es verbietet „körperliche Bestrafung, seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen”. Die AfD – zumindest einer ihrer herausragenden Repräsentanten in Sachsen-Anhalt – hat davon augenscheinlich nichts mitbekommen und hält die Prügelstrafe für ein geeignetes Sanktionsinstrument in der Schule. Widerspruch von Parteifreunden scheint Herr Olenicak dafür nicht bekommen zu haben. Sein Kommentar steht ja schon seit anderthalb Jahren unverändert auf seiner Seite.

    Das nur mal zum Realitätsgehalt der AfD-Positionen. Dazu kommen Versuche, politisch Andersdenkende durch Lügen zu diskreditieren und die eigene Klientel durch Neiddebatten zu mobilisieren. Dazu kommt die durchsichtige politische Taktik, gesellschaftliche Konflikte zu schüren und in die Schulen zu tragen – Provokation statt Integration. Mit „Quatsch“ ist diese aggressive Anti-Haltung allerdings nur unzureichend beschrieben. Dafür ist sie für die Schulen zu gefährlich. Die brauchen Politiker, die sich ernsthaft mit den Herausforderungen beschäftigen, vor denen Lehrkräfte jeden Tag aufs Neue stehen, und Lösungen anbieten. Von der AfD kommt dabei: nichts.

  16. Noch ein schönes Beispiel dafür, wie die AfD die Schulpolitik für ihren Machtzuwachs missbraucht – und jegliche Realitäten dabei außen vor lässt: Sie will die Schulpflicht abschaffen. Eltern sollen nach dem Willen der Partei selbst wählen können, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder sie zuhause lernen lassen – sie müssen dann aber laut AfD einen Privatlehrer engagieren, der „gleiche Qualitätsstandards erfüllt wie Schulunterricht“.

    Das Problem: Den gibt es aber nicht. „Es gibt keinen Privatlehrer, der so ein Tausendsassa ist, dass er auch in höheren Klassen bis zu 12 Fächer unterrichten kann“, sagt etwa Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

    Quelle: http://www.huffingtonpost.de/2016/02/12/afd-schulpflicht-abschaffung_n_9216028.html

    Die AfD schielt mit ihrer Homeschooling-Initiative offenbar auf Fanatiker oder religiöse Sektierer, die meinen, Kinder seien Privateigentum und jeglichem staatlichen Einfluss zu entziehen. Es ist halt keine Position abseitig genug, um von der AfD nicht aufgesammelt zu werden – Hauptsache: anti.

    • Es gibt die Möglichkeit, die Prüfungen (ZAP an Gesamt-, Real- und Hauptschulen bzw. Abitur) extern abzulegen. Zu einem vorgegebenen Termin wird man in jeweils vier Fächern schriftlich und mündlich an vom Dezernat dazu beauftragten öffentlichen Schulen geprüft. Die schriftlichen Prüfungen sind dieselben wie die der öffentlichen Schulen. Die Noten dieser Prüfungen stehen dann auf den Abschlusszeugnissen, wie man sich das erforderliche Wissen aneignet, ist den Prüfungskommites egal.

      Ich weiß aber nicht, ob die AfD dieses Modell forcieren möchte, die für vernünftige Beschulung außerhalb des öffentlichen Schulsystem erforderlichen Privatschulen werden sich ein Großteil aller Menschen im Allgemeinen und ein noch größerer Anteil der AfD-Wähler nicht leisten können. Wir reden dabei über 1500€ aufwärts pro Kind und Monat.

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