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GEW-Chefin Tepe meint mit Blick auf den internationalen Vergleich: Deutsche Grundschullehrerinnen verdienen zu wenig!

FRANKFURT / MAIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich dafür stark, dass Grundschullehrkräfte besser bezahlt werden als bisher. Mit Blick auf die Studie „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe: „Der OECD-Bericht macht deutlich, dass Grundschullehrkräfte nicht nur in Deutschland schlechter als alle anderen vollausgebildeten Lehrkräfte bezahlt werden, sondern auch international im Vergleich mit ähnlich qualifizierten Berufsgruppen hinterher hinken. In einem Beruf, in dem fast zu 90 Prozent Frauen arbeiten, ist das eine mittelbare Diskriminierung von Frauen. Diese muss beendet werden. Grundschullehrerinnen verdienen mehr! Wir müssen den Beruf attraktiver machen, da wir an Grundschulen auf einen kräftigen Lehrkräftemangel zusteuern.“ Schon jetzt könnten viele Schulleitungsstellen nicht besetzt werden.

Fordert eine finanzielle Gleichstellung der Grundschullehrkräfte: GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Foto: Kay Herschelmann

Fordert eine finanzielle Gleichstellung der Grundschullehrkräfte: GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Foto: Kay Herschelmann

Tepe machte deutlich, dass das alte Motto „Kleine Kinder, kleines Gehalt; große Kinder, großes Gehalt“ längst überholt sei. Insbesondere seit die Ausbildung der Grundschullehrkräfte an Universitäten genauso lange dauere wie für alle anderen Schularten, gebe es keine Gründe mehr, an Grundschulen schlechter zu bezahlen.

Dass Grundschullehrkräfte weniger verdienen als beispielsweise Sekundarstufe-II-Lehrkräfte, ist tatsächlich längst nicht mehr überall üblich: In England, Griechenland, Kolumbien, Polen, Portugal und Schottland – dies zeigt der internationale Vergleich – erhalten Lehrkräfte unabhängig von dem Bildungsbereich, in dem sie unterrichten, dasselbe Gehalt. In Australien, Korea, Luxemburg, Slowenien, der Türkei und den Vereinigten Staaten beträgt der Unterschied weniger als fünf Prozent.

In Israel ist das Gefälle sogar mittlerweile andersherum: Dort erhalten Lehrerinnen in der Elementarstufe (was bei uns dem Kindergarten entspricht) 20 Prozent höhere Gehälter als Sek.-I-Lehrer.

Allerdings gilt grundsätzlich, wie Tepe betonte: In pädagogischen Berufen, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, werden im OECD-Schnitt geringere Einkommen gezahlt als in anderen akademischen Berufsgruppen. Also sind deutsche Grundschullehrerinnen gleich doppelt benachteiligt.

Die GEW-Vorsitzende mahnte Bund und Länder, ihre Anstrengungen für ein qualitativ besseres und zukunftsfähiges Bildungssystem fortzusetzen und zu steigern. Die OECD-Studie zeige, dass Deutschland bei der Finanzierung des Bildungswesens weiterhin starken Nachholbedarf habe. „Auf dem Dresdener ‚Bildungsgipfel‘ haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten 2008 vereinbart, ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung und Forschung auszugeben. Sieben Prozent für Bildung, drei für Forschung. Von diesem Ziel sind wir immer noch weit entfernt“, sagte Tepe mit Blick auf die OECD-Daten. Im internationalen Vergleich liege Deutschland 0,6 Prozentpunkte unter dem OECD-Durchschnitt von 4,8 Prozent des BIP der öffentlichen Ausgaben für Bildungseinrichtungen.

Für ein den aktuellen Herausforderungen gewachsenes Bildungswesen müssten beispielsweise Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Hochschule – hier sieht auch die OECD Bedarf – entsprechend den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen ausgebaut werden. Das gelte insbesondere auch für die Sonntagsreden immer gern bemühte Berufs- und Weiterbildung, unterstrich Tepe. Zudem sei die Umsetzung der Inklusion in allen Bildungsbereichen nur mit deutlich mehr personellen und materiellen Ressourcen zu bewältigen. Dazu addierten sich die Mittel, die notwendig sind, um geflüchteten Menschen den Zugang zu Bildung, Ausbildung, Qualifizierung und Studium zu eröffnen. News4teachers.

Zum Bericht: GEW warnt vor drohendem Mangel an Grund- und Hauptschullehrern – und fordert A13 für alle

47 Kommentare

  1. Mmmmmmmh und was ist mit den Männern im Grundschulbereich?
    Es werden auf jeden Fall mehr gebraucht…bei 20 Leuten im Kollegium bin ich der einzige.
    Mit der Attraktivität des Gehalts würde evtl. auch die Zahl männlicher Lehrer und somit auch die Stärkung männlicher Bezugspersonen und Vobilder steigen.

    Außerdem bringen Männer mehr Gelassenheit ins Lehrerzimmer.

    • Lieber SR 500,

      ich sehe das genauso wie Sie. Aber es nutzt nichts, sich hier aufzureiben. Die anderen Lehrämtler akzeptieren uns nicht als gleichwertig. Dazu gab es hier schon viele Diskussionen.

      • Die Ausbildung wird nicht als gleichwertig betrachtet, nicht der Mensch.

        • @ GriasDI:
          Aber bei den Sonderschullehrern schon? Da ist das Fachstudium in Mathematik usw. auch nicht so tiefgehend, der Zahlenraum, in dem gerechnet wird, ist sehr begrenzt. Jetzt kommen Sie mir nicht mit der Pädagogik, das haben wir auch. Außerdem sind in Sonderschulen die Klassen viiiel kleiner. Die Lehrer der benachbarten Sonderschule wissen, was wir leisten. Arbeiten wir zusammen, haben sie eine Gehaltsstufe mehr für die gleiche Arbeit. In BaWü arbeiten auch Grundschullehrer/innen jetzt in Gemeinschaftsschulen. Die verdienen auch weniger als Kollegen für die gleiche Arbeit, denn es unterrichten da ja auch Realschullehrer/innen und, wenn bereit, auch Gymnasiallehrer/innen. Finden Sie das nicht ungerecht?

          • Ich habe übrigens in Bayern studiert, dürfte mit meinem Hauptfach auch an der Realschule unterrichten. Anstelle eines 2. Faches hatten wir 3 Didaktikfächer und mehr Pädagogik und Psychologie. War übrigens schon 1983 an der Uni und nicht an der PH.

          • Nebenbemerkung: In Ba-Wü haben zu meiner Studienzeit auch Realschullehrer an der PH studiert. PH heißt nicht mindere Qualität. Für mich war eine PH immer die Hochschule, die sich auf Pädagogik spezialisiert hat und da auch besser war (und in Ba-Wü sicher noch ist) als eine Uni. Aber ich weiß, dass man in Bayern extra die PHs aufgelöst hat, damit der Beruf akademisch anerkannt wurde.
            Zu den Sonderschullehrern: Bei uns kommen jetzt die Sonderschullehrer mit A 13 (Studienräte) stundenweise und differenzieren. Dann gehen sie wieder und haben ihr Soll erledigt. Was leisten diese mehr als KollegInnen mit A 12, die eine ganze leistungsdifferente Klasse unterrichten? (Nichts gegen Sonderschullehrer, ich finde gut, dass wir sie haben, aber ich möchte nur die Ungerechtigkeiten in der Bezahlung aufzeigen, die ihren Ursprung einmal in irgendeinem Studienweg hatten.)

          • Ich wüsste von keinem Lehramtsstudenten, der wegen Pädagogik oder Didaktik durchgefallen ist.

          • Aufgrund Ihrer Bemerkung habe ich interessehalber einmal gegoogelt. Zahnmedizin hat die geringste Durchfallquote. Ist dies dann das anspruchsloseste Studium? 😉
            http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/abschlusspruefung-die-studienfaecher-mit-den-hoechsten-durchfallquoten-a-1054508.html

          • Die haben den Mediziner-Test und einen NC.

          • Außerdem geht es um die Durchfallquoten bei den Abschlussprüfungen. Wie viele bis dahin auf der Strecke geblieben sind, steht da nicht.

          • Folgendes passt zwar nicht zum Thema, muss ich trotzdem aber mal los werden.

            Dafür, dass die Mediziner die schlauesten Studenten sein sollen, lerne ich als Patient leider ziemlich viele ärztliche Versager kennen.
            Jüngstes Beispiel: Ich konsultierte drei Ärzte, die mir drei verschiedene Diagnosen mit entsprechend unterschiedlichen Therapievorschlägen präsentierten. Zu allem Überfluss wollten die auch noch an mir herum „schnippeln. So ein kleiner, aber vollkommen überflüssiger operativer Eingriff spült natürlich noch mehr Geld auf ihre Konten.

            So nebenbei: Mit den Doktorarbeiten dieser Damen und Herren kann es fast jede Gymnasial-Examensarbeit in Sportmedizin aufnehmen.

            Wenn für die Damen und Herren Doktoren der Behandlungserfolg für die Bezahlung ausschlaggebend wäre, würde es für einige finanziell nicht so rosig aussehen.

          • @ysnp
            Wenn sie die Diskussion bei den Ärzten vergleichbar machen wollen, dann sollten sie sie auch entsprechend vergleichen.
            Weder bei den Ärzten, noch bei den Grundschullehrern, richtet sich die spätere Bezahlung Bezahlung (nur) nach den Durchfallquoten.

            Vergleichen sie den Zahnarzt mit dem Kieferchirurgen, dann werden sie feststellen, dass der Chirurg auch mehr verdienen wird, denn er hatte eben auch eine längere Ausbildung (nämlich noch eine 4 bis 5-jährige Facharztausbildung). Sie werden auch bei Assistenzärzten und Fachärzten diesen Unterschied feststellen.

            Beziehen wir das nun wieder auf die Lehrer:
            Warum sollten Lehrer an Grundschulen das Gleiche verdienen wie jemand, der eine längere Ausbildung durchlaufen musste? In HH wird sogar zusätzlich noch für die Berufsschullehrer eine absolvierte Berufsausbildung (oder ein spezielles 12monatiges Praktikum) vorgeschrieben, um überhaupt für das Studium als Berufsschullehrer zugelassen zu werden.

            https://www.uni-hamburg.de/campuscenter/studienangebot/studiengang.html?1304956424

            Wenn Herr Brodkorb dann noch die Grundschullehrer in Watte packen will, indem er den Grundschullehrern die harten Fachwissenschaften ersparen will (und hier zählt das Argument der Wichtigkeit der Didaktik nicht, denn die Begründung ist ja nicht, dass diese gebraucht werden würde, sondern dass diese gegen die Fachwissenschaften getauscht werden sollen, weil diese zu schwer seien), dann gibt es da gar keine Diskussionsgrundlage für mich.

          • Außerdem hängen fachdidaktisches Vermögen und Tiefe der fachlichen Ausbildung zusammen. Je tiefer das fachliche Verständnis, desto besser die didaktischen Fähigkeiten.

            Siehe auch:
            http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/paedagogen-pisa-wehe-wenn-der-mathelehrer-rechnen-muss-a-689146.html

            Hier zeigt sich: Gymnasiallehrkräfte liegen weltweit in der Spitzengruppe.

            Ein Zitat aus dem Artikel:
            Besonders heikel ist die Lage auch bei den stufenübergreifend ausgebildeten Grund-, Haupt- und Realschullehrern ohne Mathematik als Studienfach. „Mit ihrem überwiegend aus der Schule stammenden Wissen werden sie möglicherweise nur schwer kognitiv anregenden Mathematikunterricht durchführen können, wie ihn die Bildungsstandards der Grundschule fordern“

          • “Mit ihrem überwiegend aus der Schule stammenden Wissen werden sie möglicherweise nur schwer kognitiv anregenden Mathematikunterricht durchführen können, wie ihn die Bildungsstandards der Grundschule fordern”
            Hier wird schon wieder das Bild gezeichnet, dass Grundschullehrer einfach gestrickt sind, was mich inzwischen maßlos ärgert. Diese Aussage von Prof. Dr. Gabriele Kaiser, die nicht im Forschungsbereich Grundschule tätig ist und aus dem Gymnasialbereich kommt, finde ich überhaupt nicht richtig. Wahrscheinlich hat die Dame noch nie etwas vom SINUS Projekt gehört, das seit Jahren länderübergreifend in den Grundschulen eingeführt ist. Es zeigt mir eher, dass sie von Grundschule und dem Mathematikunterricht in der Grundschule keine Ahnung hat. In der Grundschule arbeiten wir professionell, egal wie wir diese Fächer studiert haben, wir tauschen und aus, bilden uns fort, werden beurteilt, werden evaluiert, nehmen an Programmen teil. Alles wie andere Schulen auch! Die Qualität ist gewährleistet!
            @MichaelMeier: Es ging mir gar nicht darum, Ärzte mit Lehrer zu vergleichen, ich hatte das mit einem Augenzwinkern geschrieben,,als es um Durchfallquoten ging, weil diese von GriasDi als „Beweis“ herangezogen wurden, dass das Studium für Primarstufe so einfach sei.

  2. Neulich las ich etwas:

    „«Man kann die Absolventenzahl auch erhöhen, indem man die Quote des Scheiterns reduziert», führte der Minister an. So würden Lehramtsstudenten für Grundschulen oft wegen der höheren Mathematik aufgeben. «Statt linearer Algebra sollten sie mehr Mathematik-Didaktik haben», empfahl Brodkorb.“

    https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/lehrermangel-in-mecklenburg-vorpommern_144_375184.html

    Die fachlichen Teile sind ja schon ohnehin geringer als bei den Lehrern anderer Schulformen und selbst das soll gesenkt werden?! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nur darum geht möglichst gut abzukassieren, ohne ernsthaft etwas dafür leisten zu müssen.
    Was sagt Brodkorbs Satz denn anderes aus als: „Mathe ist zu schwer, naja, dann füllen wir das formal mit irgendwas auf, damit die Studiendauer trotzdem irgendwie länger ist, um überhaupt die bisherige Eingruppierung rechtfertigen zu können“ ?
    Da wirkt es schon perfide, dass dann auch noch das Geschlechterthema ins Feld geworfen soll. Es ist das typische Rosinenpicken, dass mir immer mehr übel aufstößt.

    Vielleicht sollte man sich alternativ neue Ausbildungwege für Grundschullehrerinnen überlegen bzw. zurück zu altbewährtem gehen: keine Ausbildung an der Uni, sondern wie Kindergärtnerinnen an Fachschulen. Diese Schulen mit Ausbildungsstellen ließen sich leichter schaffen bzw. als Zusatzqualifikationen für Kindergärtnerinnen anbieten. Das würde dann auch einen größeren Personenkreis ansprechen und von „höherer Mathematik“ blieben die Damen dann auch verschont.

    • MMeier Sie wissen nicht wovon Sie sprechen. Des Weiteren scheint für Sie die deutsche Rechtschreibung schon anspruchsvoll genug zu sein:

      „Es ist das typische Rosinenpicken, dass [es handelt sich hier um einen Relativsatz!] mir immer mehr übel aufstößt.“

      Mir stößt übel auf, dass Menschen wie Sie nicht in dem Beruf arbeiten und sich dennoch ein oberflächliches Urteil erlauben! Die Belastungen im Primarbereich sind andere als in einem Leistungskurs der Oberstufe, in dem sich der Lehrer das Lesen einer Zeitung und das Trinken von Kaffee während des Unterrichts erlauben darf.

      Meiner Meinung nach spielt die Didaktik in der Primarstufe eine große Rolle, ebenso wie die Pädagogik und Empathiefähigkeit.
      Falls Sie lieber MMeier aus NRW kommen, lade ich Sie herzlich ein meinem Unterrichtsalltag beizuwohnen.
      Im Übrigen handelt es sich bei der Gehaltsanpassung von ca. 300 netto eher um eine respektvolle Anerkennung der Leistungen, als um einen erheblichen Mehrverdienst. Andererseits kann man auch keine hervorragende Arbeit nach dem PISAschock erwarten, wenn nicht endlich erkannt wird, dass in den Grundschulen Mangel an allen Enden herrscht…nicht nur beim Gehalt der Lehrer und Lehrerinnen (Diskriminierung ist nicht allein Frauensache!!!)

    • @GriasDi: Ich weiß von 2 Kommilitoninnen, die auch beim 2. Anlauf nach einem Jahr Wartezeit bei den Lehrproben „durchgefallen“ sind (SuS haben sich bei der einen beim Sportunterricht nicht umgezogen, die andere weiß ich nicht mehr)….Das sind sicher Ausnahmen.

      Ich möchte auch die ewige Diskussion nicht weiterführen. Aber wenigstens sollte die Bezahlung an der gleichen Schule (Gemeinschaftsschule) doch gleich sein, oder?

      • Sorry, ich bezog mich aufs erste Staatsexamen und hab vergessen dies zu erwähnen.

      • Naja die Bezahlung auf der selben Baustelle ist auch nicht die gleiche.

      • Wir mussten 4stündige schriftliche Prüfungen in Psychologie, Grundschulpädagogik, ich glaube auch Pädagogik und in den Didaktikfächern sogar mehrere machen. In anderen Bundesländern ist das anders. Aber Psychologie und Pädagogik zählten ganz schön viel. Hab die LPO1 von 1988 in Bayern gerade nicht zur Hand…

        • Ich will darüber eigentlich gar nicht so viel diskutieren. Mir macht der Beruf Spaß, bis vor 1 Woche zumindest, und das Geld reicht mir auch, so what.

        • Das war in anderen Bundesländern zumindest ähnlich. Und gerade weil Psychologie und Pädagogik anscheinend nicht so klar definierbar sind wie Mathematik, haben die Grundschullehrkräfte angeblich eine geringere Qualifizierung. Nur dass es ja an allen Schulen auch Lehrkräfte gibt, die nicht MINT studiert haben … und es gibt sogar welche, die das FACH Pädagogik oder Psychologie unterrichten. Ob die ihr Gehalt abgeben müssen?

          Dass Grundschullehrkräfte neben den herkömmlichen Aufgaben auch die Aufgaben von Förderschullehrkräften mit übernehmen und noch zusätzlich unterrichtsimmanent die Alphabetisierung der Migranten gleichzeitig mit der Hochbegabtenförderung ohne weitere Ressourcen stemmen – wohlgemerkt alles in nahezu jeder Unterrichtsstunde, will keiner sehen, hören oder glauben.
          (ja, klar, das gibt es am Gym auch alles… nur die Quoten sind gänzlich andere und die SuS, die dort sitzen, sind die schlaueren jeden Jahrganges)

          Wenn die Bedingungen nicht verbessert werden, wird sich das früher oder später auf die Bildung der SuS auswirken… und sie werden mit weniger Kenntnissen und weniger Vorbereitung in den weiterführenden Schulen ankommen.
          Dann gibt es bald auch keine Studierenden der Grundschullehramtes mehr und die übrig bleibenden Philologen gehen in die Grundschulen, um genau diese Tätigkeiten zu übernehmen… Vielleicht merken sie dann den Unterschied zwischen SuS, die lesen und schreiben können und denen, die das erst noch erlernen müssen – wie vieles andere auch, sowie den Sinn von Pädagogik und Psycholgie, die einen auf die o.g. Anforderungen zumindest ein Stück weit vorbereiten.

          • „Nur dass es ja an allen Schulen auch Lehrkräfte gibt, die nicht MINT studiert haben … und es gibt sogar welche, die das FACH Pädagogik oder Psychologie unterrichten. Ob die ihr Gehalt abgeben müssen?“

            Nun, ganz abwegig ist das nicht, jedoch, vermute ich, sieht man davon aufgrund eines besseren Klimas im Lehrerzimmer und aufgrund des statischen Beamtenrechts davon ab.

            „Dann gibt es bald auch keine Studierenden der Grundschullehramtes mehr und die übrig bleibenden Philologen gehen in die Grundschulen, um genau diese Tätigkeiten zu übernehmen…“

            Das entspricht aber leider nicht den Tatsachen. Würde die Ausbildung als Grundschullehrer nicht nachgefragt werden, dann würde es keinen NC für das Studium geben.

            Das Problem ist also nicht die Anzahl der Bewerber, die den Beruf ausüben wollen, sondern die Anzahl der Ausbildungsstellen.

  3. „MMeier Sie wissen nicht wovon Sie sprechen. Des Weiteren scheint für Sie die deutsche Rechtschreibung schon anspruchsvoll genug zu sein“

    Ja, wir NaWi-Lehrer aus der Sek II haben eben die Naturwissenschaften ja auch nur studiert, weil uns das Deutsch in in der Grundschule zu schwer war. Man möge uns diese geistige Beeinträchtigung doch bitte nachsehen, aber immerhin haben wir die Mathematik im Studium geschafft.

    „Die Belastungen im Primarbereich sind andere als in einem Leistungskurs der Oberstufe, in dem sich der Lehrer das Lesen einer Zeitung und das Trinken von Kaffee während des Unterrichts erlauben darf.“

    Ich arbeite mich daran ab, dass offizielle Vertreter eine Gleichheit der Entlohnung fordern, während andere offizielle Vertreter halboffiziell eingestehen, dass scheinbar nicht einmal auf eine fachliche Qualifikation bei Grundschullehrern ankommt. Entweder wird der „Umfang“ für das „Didaktische“ in der Ausbildung gebraucht, dann hat er gleich entsprechend des Bedarfs in das Curriculum eingebaut zu werden oder er wird nicht benötigt und fällt weg. Was aber gar nicht geht ist, dass die Didaktik nur als Lückenfüller dient, weil es einfacher als die Fachwissenschaften ist, und nur deshalb eingebaut wird, um eine gehaltstechnische Eingruppierungen zu rechtfertigen.

    „in dem sich der Lehrer das Lesen einer Zeitung und das Trinken von Kaffee während des Unterrichts erlauben darf.“

    Ich habe wirklich keine Ahnung von was für einer Schule sie reden!

    „Im Übrigen handelt es sich bei der Gehaltsanpassung von ca. 300 netto eher um eine respektvolle Anerkennung der Leistungen, als um einen erheblichen Mehrverdienst. “

    Und das habe ich in meiner Antwort schon berücksichtigt oder um es deutlich zu sagen: eine Krankenschwester verdient auch nicht soviel wie die Ärztin, auch wenn deren Arbeit ebenso eine respektvolle Leistung ist.

    „Ebenso sollten Sie die Überschrift nochmals lesen. Es geht um den internationalen Vergleich!!! Sie wissen, dass so mancher Lehrer aus das Land wechselt.“

    Dann wechseln sie doch nach Griechenland, USA, Kolumbien, England usw., dann werden sie nämlich feststellen, dass die Lehrergehälter dort unter den Durchschnittseinkommen liegen und sich die Ausbildung der Lehrer und der Schulformen maßgeblich, auch in der Qualität, von denen in Deutschland unterscheiden. Machen sie doch auch mal ihren Bildungsminister mal den Vorschlag sich bei der Entlohnung international zu orientieren. Der wird sich freuen, denn rumänische Lehrer haben Jahresgehälter von nicht einmal 5k €.

  4. PS: ich schreibe von zwei verschiedenen Rechnern, deshalb der etwas andere Name und Avatar.

    • Zu allererst muss man den Vorschlag doch der Bildungsministerin machen. Der internationale Vergleich bezieht sich auf Industriestaaten, die wettbewerbsfähig sind…nicht auf Schwellenländer!

      Ich habe das Mathematikstudium nicht in vollem Umfang studiert, dennoch unterrichte ich dieses Fach gern und besuche jährlich nicht nur eine Fortbildung dazu. Aber Sie müssen zugeben, dass man nur das gerne (in vollem Umfang) studiert, was man später auch gern unterrichtet. Sonst hätten Sie ja auch Spanisch und Englisch studieren können. Und wieso sollte ich mein Heimatland nur wegen des Gehaltes verlassen? Da unterstellen Sie so manchen Menschen lediglich aus monetärem Anlass den Beruf gewählt zu haben. Auf der anderen Seite kann der Staat nicht mehr Einsatz für weniger Lohn und schlechtere Ausstattungen in den Schulen verlangen. Länder, die ganz oben im internationalen Vergleich stehen investieren nicht nur ca. 6 % des BIP.

      Ich war auf einem angesehenen Gymnasium und dort haben manche Lehrer sich so einiges erlaubt. Da kamen auch Sprüche wie: “ Ich bekomme mein Geld am Ende des Monats auch so, auch wenn ihr die Klausur nicht schafft!“ —> Das zeigt auch die didaktische Einsatzfreude jede/n Schüler/in voran zu bringen!

      Sie vergessen auch, dass oft mit der unterschiedlichen Länge des Studiums argumentiert wurde. Dank der Einheitsstudiengänge sollte jetzt die Einsicht gekommen sein, dass auch einheitlich gezahlt werden muss.
      Anderenfalls könnte man auch vermuten, dass es für so manchen Leher der Sek II nicht für das Lehramt an GS gereicht habe…zumindest menschlich wird es bei einigen so gewesen sein. So gehen manche Sportstudenten auch nur aufgrund des höheren Lohns in die SEK II und nicht als „Fachkraft“ in die Grundschule.

      • „Zu allererst muss man den Vorschlag doch der Bildungsministerin machen. Der internationale Vergleich bezieht sich auf Industriestaaten, die wettbewerbsfähig sind…nicht auf Schwellenländer!“

        Und genau das Gleiche tat ich auch als ich sagte, dass Lehrergehälter in diesen Ländern unterhalb der Durchschnittsgehälter liegen. In den USA schmeissen mittlerweile sogar schon über 50% der Lehrer hin.

        „Auf der anderen Seite kann der Staat nicht mehr Einsatz für weniger Lohn und schlechtere Ausstattungen in den Schulen verlangen. Länder, die ganz oben im internationalen Vergleich stehen investieren nicht nur ca. 6 % des BIP.“

        Das hat aber nichts damit zu tun, dass Grundschullehrer das Gleiche verdienen würden wie ein Lehrer Sek-II, sondern eher, dass z.B. mehr Lehrer eingestellt werden. Wie wäre es, wenn man die Studienplätze fürs LA Grundschule schaffen würden, einfach 200% mehr (fällt auch unter diese Ausgaben). Ich verspreche ihnen, man könnte dann viel mehr Grundschullehrer einstellen und diese dann sogar noch schlechter eingruppieren.

        „Dank der Einheitsstudiengänge sollte jetzt die Einsicht gekommen sein, dass auch einheitlich gezahlt werden muss.“

        Einheitsstudiengänge sollten nicht dazu führen, dass Grundschullehrer soviel verdienen wie ein Gymnasiallehrer, sondern eher, dass der Gymnasiallehrer das Gleiche wie ein Grundschullehrer verdient. Es tut mir leid das so drastisch sagen zu müssen, aber Einheitsstudiengänge für Lehrer dokumentieren einzig die Abwärtsspirale in dem Bundesland auf dem Weg zu einem Bildungsstand wie in einem Schwellenland. Na herzlichen Glückwunsch.

        „Anderenfalls könnte man auch vermuten, dass es für so manchen Leher der Sek II nicht für das Lehramt an GS gereicht habe…zumindest menschlich wird es bei einigen so gewesen sein.“

        Ja, das mit dem Menschlichen habe ich an der Uni bei den Grundschullehramtsstudentinnen auch mitbekommen als die knappbekleidet beim Prof. die Prüfungsfragen schon vor der Prüfung abgeholt hatten…

        • „Ja, das mit dem Menschlichen habe ich an der Uni bei den Grundschullehramtsstudentinnen auch mitbekommen als die knappbekleidet beim Prof. die Prüfungsfragen schon vor der Prüfung abgeholt hatten…“
          Machen das nur Lehramtsstudentinnen für Grundschule? Wie viele?
          Also von den Referendarinnen und Studentinnen, die bei uns in die Schule kommen, habe ich nicht Gefühl, dass von dieser „Sorte“ jemand dabei ist. Aber ich will es nicht in Abrede stellen, so etwas hat es schon immer gegeben, sogar zu meiner Zeit beim Abitur, dass Schülerinnen versucht haben, ihre „Reize“ zum Vorteil einzusetzen. Das haben Sie sicher auch schon – sofern Sie Gymnasiallehrer sind – erlebt. Aber die haben sicher nicht alle Lehramt studiert. Das ist einfach so und das machen manche Frauen – auch in anderen Bereichen. (Und es soll Männer geben, die darauf hereinfallen.)

  5. @GriasDi: Warum gibt es dann gerade an den Gymnasien sio viele schlechte Mathematiklehrer? Ich kenne eine junge Mathematiklehrerin gegen die sind jetzt Elternsprecher einer Klasse vorgegangen, die beide selber Lehrer an anderen Schulen sind…Gute Mathelehrer an den Gymnasien kann man suchen gehen. Ich zitiere einen (Schlechten): „Wer das nicht verstanden hat, hat jetzt ein Problem.“ So etwas geht in der GS nicht.

  6. @GriasDi: Ich zitiere die Unterhaltung 3er Neuntklässler (Gymnasium): „Wenn wir Herr … in Mathe bekommen, bleibe ich sitzen.“ Die anderen stimmen zu. Ist der jetzt ein guter Lehrer?

    • Na ja, wegen Mathe alleine bleibt kein Schüler sitzen. Zum Einen, weil eine „6“ nahezu unmöglich rechtlich sicher zu schaffen ist, und zum Anderen, weil eine „5“ in Mathe durch eine „3“ in Deutsch, Englisch oder zweite Fremdsprache kompensiert werden kann (Versetzung ohne Nachprüfung). Bei einer zweiten „5“ ist in der Regel noch eine Nachprüfung möglich, bei der sich der Schüler im Zweifel sogar das Fach aussuchen darf.

      Ob Herr … ein guter Lehrer ist, kann ich der Aussage nicht entnehmen und können Schüler auch nur selten objektiv beurteilen. Er ist zumindest bei den Schülern nicht beliebt (was aber auch am unbeliebten Fach Mathematik liegen kann) und womöglich anspruchsvoll.

      • @XXX: Die Grundschüler mögen Mathematik mehr als Deutsch. Warum ist das in den weiterführenden Schulen vorbei? Da muss doch irgendetwas „passieren.“

        • Vielleicht ist Mathematik in der Grundschule weniger ein Paukfach als Deutsch. Spätestens ab Klasse 7-8 wird mit dem Buchstabenrechnen eine gehörige Portion Abstraktions- und Durchhaltevermögen erforderlich, was mit der gleichzeitig richtig einsetzenden Pubertät nur zu vereinbaren ist. In allen anderen Fächern (außer Latein) reicht Sparflamme aus, die Lücken werden erst Wochen oder Monate später ersichtlich und nicht schon Tage später.

        • Am Gymnasium mögen sie Deutsch aber weniger als Mathematik.

          • Ist mir neu. An allen Schulen, an denen ich bisher gearbeitet habe oder selbst beschult wurde, war Mathe wesentlich unbeliebter als Deutsch.

            Zu Ihrem Kommentar von 09:14: Ob Mathe bzw. Latein objektiv gesehen schwieriger sind als andere Fächer, kann ich nicht beurteilen. Sie sind auf jeden Fall gefühlt schwieriger, weil sich jede warum auch immer, aber insbesondere aus z.B. Pubertätsbedingter geistiger Abwesenheit, verpasste Unterrichtsstunde und jede warum auch immer nicht gemachte Übungs- oder Hausaufgabe in der nächsten Unterrichtsstunde sofort rächt.

          • Es ist auch die Haltung zum Fach Mathematik.
            In Deutschland herrscht die Meinung vor, dass man für Mathematik Talent bräuchte, in Südkorea herrscht die Meinung vor, dass man Mathe auch durch Üben lernen kann. Wo sind wohl die Matheleistungen besser.

        • Wegen Mathematik und Latein fallen die meisten Schüler durch. Sind deswegen die Mathe- und Lateinlehrer schlechter als die anderen – ich denke nein. Es liegt halt an den – im Vergleich zu andern Fächern – schwierigeren Inhalten.

          • Latein ist doch viel einfacher als andere Sprachen. Man muss nur übersetzen und Grammatik pauken. Wer das nicht kann, ist einfach faul. Man hat keine Kommunikationsprüfung in Latein, die GL im Fach Latein darf man auf Deutsch halten, in den anderen Fremdsprachen muss es in der Fremdsprache sein und man muss keine eigenen Texte auf Latein verfassen (GL: gleichwertige Schülerleistung, zählt soviel wie eine Klassenarbeit).

          • @mississippi: Sie haben vollkommen recht, aber das Lernen der Vokabeln vergessen ;-). Gerade weil es so ein Paukfach ist, ist Latein so unbeliebt und bei entsprechender Faulheit prädestiniert für Minderleistungen auf dem Zeugnis.

    • Schlechte Lehrer gibt es überall, oder etwa nicht?

      • Richtig. Genauso wie schlechte Ärzte, Polizisten, Kassierer, Bauarbeiter, Busfahrer, Architekten, Anwälte, Politiker, Lagerarbeiter, Gärtner usw. Es gibt auch keinen plausiblen Grund, weshalb das nicht der Fall sein sollte.

  7. Mich erstaunt immer wieder, mit welcher Leidenschaft die Lehrergehälter diskutiert werden. Ich finde die bisherige Besoldung in Ordnung und ärgere mich eher darüber, dass die GEW nicht die eigentlichen Dinge zur Sprache bringt statt der Lehrergehälter.
    Mit der Lehrerbesoldung kann sie stets aufs Neue ablenken von ihren dahinter stehenden Interessen auf bildungspolitischem Gebiet mit dem Ziel inklusiver Einheitsschulen (sprich: Gemeinschaftsschulen).
    Ein Einheitsgehalt durch Anhebung der Grundschul-Lehrergehälter oder Absenkung der Lehrergehälter an Gymnasien entspricht einem weiteren Baustein auf dem Weg in nur noch eine Schulform, die Gemeinschaftsschule.
    Ich bin überzeugt, dass die linkslastige GEW ebenso wie die im Bildungsbereich seit Jahren tonangebenden Parteien mit ihren Besoldungsvorstößen nichts anderes anstrebt als eine vorausgehende Angleichung der Gehälter im Hinblick auf nur noch „Eine Schule für alle“, in der es keine Lohnunterschiede mehr gibt und geben kann.
    Die Gleichmacherei nicht nur von Schülern, sondern auch Lehrern ist für mich das unausgesprochene Ziel sowohl der Politik als auch der ihr dienenden GEW. Der Name „Gewerkschaft“ ist schon seit Jahrzehnten ein Etikettenschwindel und hilft nur, die Lehrer bei entscheidenden Fragen der Bildungspolitik ruhig zu stellen und mit Hilfe ihrer Einheitsgewerkschaft GEW (oder gibt es noch eine andere Gewerkschaft?) vom politisch erwünschten Glauben zu überzeugen.
    Die Diskussion um Lehrergehälter ist m.E. überflüssig wie ein Kropf und dient nicht den Lehrern, wie behauptet, sondern allein Politik- und GEW-Interessen.

    • Die Lehrergehälter – gibt es nicht.
      Lehrer sind per Definition alle angestellten Lehrkräfte und die Beamten in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I. Die Gehaltsspanne zwischen tarifbeschäftigten und verbeamteten Lehrkräften bei gleicher Altersstufe, Tätigkeit und den sonstigen Lohnsteuermerkmalen beträgt ca. 400 EUR bezogen auf Nettovergleichsbasis. Zwischen einzelnen Bundesländern gibt es dann bei gleicher Tätigkeit noch einmal in gleicher Höhe Gehaltsunterschiede. Die TdL verhindert schon seit Jahren eine Lehrereingruppierungsordnung – also kein Wunder, wenn die GEW sowie die anderen berufsständischen Vertretungen auf diese Ungleichbehandlung hinweisen und höhere Gehälter fordern.

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