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Realschullehrer-Verband freut sich über Wahlschlappen von Rot-Grün – und fordert jetzt: Schluss mit dem Akademisierungswahn!

BERLIN. Der Verband der Realschullehrer (VDR) hat sich zum Ausgang der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland geäußert – und meint in einer Pressemitteilung: „Die Bevölkerung wählt ideologiegeleitete Bildungspolitik zum Nachteil der Kinder und geprägt von Überforderung der Schulen und Lehrkräfte ab“.

Jürgen Böhm ist Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. Foto: eads/Digitales Bildungsnetz Bayern

Jürgen Böhm ist Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. Foto: eads/Digitales Bildungsnetz Bayern

Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des VDR, kommentiert darin die jüngsten Wahlergebnisse in drei Bundesländern so: „Ganz offensichtlich, und das zeigen auch die Wahlanalysen, hat die Bevölkerung das von purer Ideologie bestimmte Experimentieren in der Schulpolitik satt. Seit Jahren krempeln Parteien wider jede Vernunft das Schulwesen um, zerschlagen bewährte Schulstrukturen, eifern pädagogischen Wunschträumen nach und senken damit ganz entscheidend das Bildungsniveau. Damit nicht genug: Alle Reformen sollten mit völlig unzureichender personaler und sächlicher Ausstattung umgesetzt werden. Das Scheitern ist damit vorprogrammiert.“

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Böhm weiter: „Die Eltern, aber zunehmend auch die Vertreter der Wirtschaft erkennen immer deutlicher, dass diese Politik das Gegenteil einer optimalen Förderung bewirkt. Der Abstand zwischen den Bundesländern in der schulischen Förderung nimmt weiter zu und beträgt in manchen Kompetenzbereichen bereits bis zu drei Schuljahre. Das wollen und das dürfen wir im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Kinder nicht hinnehmen.

Der VDR-Chef plädiert in diesem Zusammenhang einmal mehr dafür, das differenzierte Schulwesen zu stärken, besonders die Schulen des mittleren Bereichs, die Realschulen und die Schulen im Sekundarbereich I. Diese Schulen wurden in den zurückliegenden Jahren im Zuge des Akademisierungswahns völlig vernachlässigt und nicht selten sogar aus ideologischen Gründen abgeschafft. Das rächt sich jetzt, weil Schüler, die den Hauptschul- bzw. Realschulabschluss anstreben, auch das Recht auf bestmögliche Förderung haben – „gerade das ist ein Element der so oft beschworenen Bildungsgerechtigkeit“, betont Böhm.

Böhm zu Aussagen am Wahlabend: „Wenn eine Bildungsministerin jetzt davon spricht, ‚wohl die Lehrkräfte zu wenig unterstützt zu haben’, dann hat sie damit einen zentralen Punkt des Scheiterns ihrer Schulpolitik erkannt. Seit Jahren werden über die Länder hinweg Reformen in der Bildungspolitik durchgeführt, ohne diese mit ausreichenden Ressourcen zu hinterlegen. Das Ergebnis sind alleine gelassenen Schüler, denen eine bestmögliche Förderung vorenthalten wird (Beispiel Inklusion), und völlig überlastete Lehrkräfte, denen es zunehmend unmöglich gemacht wird, qualitätsvollen Unterricht zu erteilen.“ Böhm weiter: „Wir stellen anhand der Wahlergebnisse fest, dass die große Mehrheit der Bevölkerung im Bildungsland Deutschland nicht damit einverstanden ist, die Bildungseinrichtung Schule zu einer bloßen Betreuungs- bzw. Aufbewahrungseinrichtung, geprägt von Einheitsbeschulung durch Lernbegleiter, abzustufen.“ N4t

11 Kommentare

  1. Henry Müller

    Parteipolitische Unabhängigkeit sieht anders aus! In einer solchen Art Einfluss nehmen zu wollen halte ich für unseriös. Der VDR-Chef bestätigt mal wieder, wofür die drei Buchstaben eigentlich stehen: Verband Der Rückwärtsgewandten

    • Wer rot-grün gesonnen ist, ein Einheitsschulsystem mit niedrigem Nineau als erstrebenswerten Fortschritt ansieht und jedem am liebsten das Abitur nebst kostenlosem Studium nachschmeißen würde, der wird natürlich Gegenstimmen wie die des VDR immer als „rückwärtsgewandt“ und Zeichen von parteipolitischer Abhängigkeit bezeichnen.
      Komisch ist immer, wenn jemand die eigene parteipolitische Brille ignoriert, aber bei anderen meint, eine solche feststellen und kritisieren zu müssen.

      • Die noch existierenden Realschulen müssen sich auf dem platten Land, wo es keine GeS oder sekS oder GemS gibt, der Tatsache stellen, dass sie die Hauütschüler übernehmen und beschulen müssen. Wenn es keine Hauptschule mangels ausreichender Anmeldungen mehr gibt, dann müssen diese Schüler nolens volens an eine RS – außer es stehen andere Schulformen zur Verfügung.

    • Axel von Lintig

      50 % der NRW Schüler wechselt heute in NRW auf die Gymnasien. In den 70er und 80er Jahren waren es nur ca. 30 %, der restliche Teil der Schüler wechselte auf die Realschulen und die Hauptschulen.
      Der Akademisierungswahn wird und wurde von den Politikern und den Eltern befördert und verhindert, dass sich eine ausreichende Zahl an qualifizierten Schülern für das Handwerk entscheiden.
      Gleichzeitig wurden die Lernziele und die Leistungsanforderungen in den Grundschulen, vornehmlich in den ersten beiden Schuljahren, durch zunehmend spielerische Elemente im eigen initiativen Selbstlernmilieu abgesenkt.
      Und das führt im Zusammenhang mit der G8 Einführung , sowie der vorzeitigen Einführung der zweiten Fremdsprache in der sechsten Klasse, für die Schüler zu erheblichem Stress und deutlich mehr Arbeitsbelastung.
      Hinzu kommt dann noch die vollständige Durchmischung der Klassen mit Schülern auf unterschiedlichstem Leistungsniveau, auf die sich die Lehrer im Gefolge von Inklusion und einem unstrukturiertem Zugang zum Lese- und Schreibprozess im Grundschulbereich auch noch einstellen dürfen.
      Da wird die gezielte Einzelförderung zunehmend schwieriger, weil sich die Leistungsdichte der Schüler zunehmend auseinanderbewegt. Die Arbeitsbelastung für Lehrer wird zunehmend größer und sie ist zunehmend schwieriger zu bewältigen.
      Und dann kommt noch die Schar an Eltern, die mit ihren übertriebenen Forderungen an das System Schule und die Lehrer unerfüllbare Anforderungen stellen, die Übertragung von Erziehungsaufgaben im mitmenschlichen Bereich, sowie im Aneignen von Fähigkeiten, welche von Eltern wahrgenommen werden könnten.
      Die Kritik des Herrn Böhm ist in diesem Zusammenhang gerechtfertigt und verständlich.
      Schaut man sich dann noch die explosionsartige Zunahme der Einser-Abiturabschlüsse bei einer gleichzeitigen Abnahme der Rechtschreibungleistungen, der Ausdrucksfähigkeit , der Gramatik und des Satzbaus an, so ist dies dem obigen Kontex geschuldet.Die vielfach vernommenen Klagen aus dem Industrie- Handwerks- und Universitätsbereich bestätigen diesen Eindruck des abnehmenden Leistungsniveaus der Schüler.
      Aber wo kann man am effektivsten Verbesserungen erreichen?
      Ich würde meinen in den ersten Schaltstellen, nämlich den Kindergärten und den Grundschulen, weil in diesen Lernphasen die Kinder am meisten aufnehmen, die Lernbereitschaft und Fähigkeit am größten ist. Aber gerade in diese Bereiche wird am wenigsten investiert. Und dort sind die größten Chancen angesiedelt.
      Kinder wollen lernen, aber sie wollen Richtiges lernen und benötigen gezielte Anleitungen in Verbindung mit Übungsmöglichkeiten mit einer korrekten Rückmeldung.
      Die Vermittlung von Fehlern behindert den Lernprozess, Umlernen ist schwieriger als von vornherein richtiges zu lernen.Ich hoffe für unsere Kinder, dass sich diese Erkenntnisse der modernen Hirnforschung durchsetzen werden und die Wege des unstrukturierten Lernens verlassen werden.
      Zu oft fühlen sich unsere Kinder überfordert und wünschen sich mehr Erklärungen mit einer Rückmeldung ihrer Lernergebnisse.Und diese beflügeln diese in ihrem Lernverhalten.
      Lassen Sie uns aufbrechen zu diesen Lernwegen.

      • Leider wird die Behauptung durch Wiederholung nicht wahrer.

        Die Quote der Schüler eines Einschulungsjahrganges, die eine weiterführende Schule mit einer Hochschulzugangsberechtigung – und damit sind sowohl die allgemeine Hochschulreife als auch die Fachhochschulreife gemeint – liegt bei 50%.

        Die Übertrittsquote an die GY liegt derweil bei 42%. Die Differenz erklärt sich zum einen daraus, dass die GY nach wie vor Schüler abschulen als auch der Tatsache, das viele Schüler, die die Zugangsberechtigung zur GOSt an anderen Schulformen erworben haben, das „Abitur“ an GY, GeS oder BK ablegen.

        • Axel von Lintig

          Dickebank

          Also sind die Klagen aus dem Industrie-, Handwerks- und Hochschulbereich falsch und sind frei erfunden? Wie soll ich Sie hier verstehen ?
          Auch die ständige Wiederholung, dass die Lese- und Rechtschreibleistungen nicht abgenommen haben, so wie es Herr Prof. Hans Brügelmann es uns ständig einreden will, sind trotzdem falsch. Allein schon die Art der falschen Wiedergabe von Untersuchungen, die falschen Schlüsse, die von diesem „wissenschaftlichen“ Dunstkreis freigesetzt werden, lassen in einem Übel aufsteigen.
          Nicht nur die Untersuchung von Steinig bestätigt diesen Eindruck.
          Ich empfehle von Günther Thome’e ABC und andere Irrtümer über Orthographie .Rechtschreiben.LRS/Legasthenie .Der kommt zum selben Ergebnis.
          Aber allein beim täglichen Schriftverkehr mit den unterschiedlichen Generationen fallen diese Unterschiede auf.

    • Die sind nicht rückwärtsgeandt, die sind überflüssig. Mit „Realien“ befasst sich heute jedes GY. Dafür bedarf es also gar keiner Realschule mehr. Des Weiteren kann der MSA 8einen Realschulabschluss gibt es lt. APO-SekI überhaupt nicht in NRW) an einer Vielzahl anderer Schulen (Schulformen) erlangt werden. Der MSA (mittlerer Schulabschluss) kann an der Hauptschule im Profiltyp B, an Gemeinschafts-, Sekundar- und Gesamtschulen erworben werden. Ebenfalls können die GY Schüler nach 10 Vollzeitschulbesuchsjahren mit dem MSA entlassen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen für diesen Abschluss erreicht werden.

  2. Milch der frommen Denkungsart

    @Henry Müller:

    Nicht selten ist Rückzug heilsamer als blindes wie planloses Vorwärtspreschen.

  3. Schluss mit dem Akademisierungswahn! Ja, das unterstütze ich.

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