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A13 doch nicht für alle: Verbände zeigen sich enttäuscht darüber, dass Grundschullehrkräfte weiterhin weniger verdienen sollen

KIEL / DÜSSELDORF. „Den Grundschulen kommt als Einstieg in das Schulsystem eine besondere Bedeutung zu. Ihre Aufgabe ist es, Kinder mit Freude an das Lernen heranzuführen“, so heißt es auf der Seite der CDU Schleswig-Holstein. „Grundschullehrer, so die Ankündigung von April, „wollen wir einheitlich mit der Besoldungsgruppe A13 bezahlen“. Die Überschrift über der Seite lautet: „Anpacken statt rumschnacken.“ Allerdings: Im nun vorgelegten Koalitionsvertrag für die geplante Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen findet sich davon nur noch eine vage Absichtsbekundung – die GEW zeigt sich enttäuscht. Auch in Nordrhein-Westfalen ist offenbar keine zeitnahe Angleichung der Bezüge von Grundschullehrkräften geplant.  

In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit wenig Hoffnung auf A13 für Grundschullehrkräfte - anders als in Berlin. Illustration: N4t/ Wikimedia Commons

In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit wenig Hoffnung auf A13 für Grundschullehrkräfte – anders als in Berlin. Illustration: N4t/ Wikimedia Commons

Zum Versprechen der CDU, in Schleswig-Holstein A13 für Grundschullehrkräfte einführen zu wollen, findet sich im Koalitionsvertrag auf Seite 14 zwar noch ein Bekenntnis: „Unser Ziel ist es, die Grundschullehrkräfte mit A 13 zu besolden.“ Die Umsetzung allerdings wird an die Kultusministerkonferenz (KMK) delegiert (die gar nicht für Besoldungsfragen von Landesbediensteten zuständig ist) – und damit auf die lange Bank geschoben. „Als Konsolidierungsland können wir jedoch keine Vorreiterrolle einnehmen. Wir werden uns in der Kultusministerkonferenz für eine bundesweit einheitliche Regelung einsetzen. Unabhängig davon werden wir die Besoldung der Grundschulleitungen erhöhen“, so heißt es.

GEW: „Rückzieher“

Die GEW spricht bereits von einem „Rückzieher“ bei der Besoldung der Lehrkräfte an Grundschulen. CDU und FDP seien zwar mit dem Thema „Mehr Gerechtigkeit bei der Besoldung der Grundschullehrerinnen“ in den Wahlkampf gezogen, davon geblieben seien nur leere Worte, so schimpft Landesvorsitzende Astrid Henke. Das Land Berlin hingegen mache vor, wie es gehe: Zum kommenden Schuljahr sollen dort – neue – Grundschullehrerinnen nach der Besoldungsgruppe A13 (Angestellte E13) besoldet werden. „Die Aufwertung der Arbeit von Lehrkräften an Grundschulen ist überfällig, in Schleswig-Holstein genauso wie in Berlin. Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen müssen endlich nach A13 bezahlt werden“,  fordert Henke.

Tepe: A13 für Grundschullehrkräfte in Berlin ist ein Signal – „Jetzt müssen die anderen Bundesländer nachziehen“

Bei der politischen Forderung will es die GEW nicht belassen. „Wir werden auch juristisch Druck machen, um gegen die ungerechte Besoldung anzugehen“, kündigte die Gewerkschaftschefin an. „Mit einigen ausgewählten Kolleginnen und Kollegen werden wir Musterprozesse führen. Anträge auf höhere Besoldung werden von ihnen jetzt beim Bildungsministerium gestellt. Nach einer Ablehnung dieser Anträge wird die Sache dann vor das Verwaltungsgericht gehen.“ Henke sieht in der besseren Bezahlung auch eine wichtige Maßnahme gegen den sich verstärkt abzeichnenden Lehrkräftemangel besonders auch an Grundschulen.  „Es fehlt eine Offensive, um viel mehr junge Menschen für den Beruf der Lehrerin oder des Lehrers zu gewinnen, vor allem an Grundschulen zu gewinnen“, sagt sie.

„Masterplan“ ohne Lehrkräfte?

Auch in Nordrhein-Westfalen herrscht Enttäuschung an den Grundschulen, obwohl Schwarz-Gelb unter dem designierten Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) einen „Masterplan Grundschule“ verfolgen will. Der beinhalte unter anderem eine Vertretungsreserve und kleinere Klassen bei Inklusion und Integration – was zentralen Forderungen des VBE entspreche, wie VBE-Vorsitzender Udo Beckmann betont. Er kritisiert aber: „Die dafür notwendigen Lehrkräfte dafür wird man nicht finden, wenn weiterhin die Frage der gerechten Bezahlung ausgeklammert wird.“ Die entscheidende Forderung A13/E13 für alle Lehrkräfte finde im Koalitionsvertrag keine Beachtung. n4t

A13 für Grundschullehrkräfte – warum die Berliner Entscheidung bundesweit Schule machen wird

38 Kommentare

  1. In NRW haben Grundschullehrkräfte die gleiche Besoldung wie Lehrkräfte, die in der Sekundarstufe I außerhalb von GY unterrichten als Grundbesoldung. Ab höherem dienst und Einsatz an einem GY, einer geS oder einem BK gibt es zusätzlich zu A13 noch die Ratszulage.
    Sonderpädagogen haben grundsätzlich A13 (Verzahnungsamt) als Beamte des gehobenen Dienstes.

    In NRW geht es also nicht um die Angleichung der Besoldung der Grundschullehrkräfte sondern um A13 als Grundbesoldung für alle Lehrämter und die Einführung einer Paralleltabelle für tarifbeschäftigte Lehrkräfte..

  2. Kann das sein, dass die GEW hier ausschließlich politisch agiert und es überhaupt nicht um A13 geht? Wieso haben die nicht schon früher solche Anträge an das Ministerium gestellt, als es noch SPD-geführt war?

    • Die Lohnforderungen der GEW im tariflichen Bereich auf Einführung der Paralleltabelle ist nicht neu. Sie wird ebenfalls von Verbänden und Gewerkschaften, die im DBB organisiert sind erhoben. Spätestens seit der Umstellung vieler Lehramtsstudiengänge von Erstem Staatsexamen als Hochschulabschluss auf Bachelor und Master im Zuge des Bologna Prozesses ist im Bereich schule die Einstufung von Lehrkräften der Primarstufe und der Sekundarstufe I in den gehobenen Dienst umstritten. Die Voraussetzungen zur Aufnahme in den Anwärterdienst sind seit der entsprechenden Dienstrechtsanpassung ein FH-Abschluss, der PH-Abschluss oder der Bachelor bzw. die Anerkennung eines entsprechenden Hochschulabschlusses außerhalb des Geltungsbereiches des GG.

      PHs gibt es nur noch in BaWü als lehrerausbildungseinrichtungen. In allen anderen Bundesländern schließen die Studierenden aller Lehrämter ihren Studiengang mit einem Master bzw dem Ersten Staatsexamen ab. Dieser Hochschulabschluss ist aber – außer bei Lehramt für Primarstufe und Sekundarstufe I – die Voraussetzung für die Aufnahme des Vorbereitungsdienstes im höheren Dienst (Refrendriat). In vielen Bundesländern gibt es auch keinen eigenständigen Studiengang für Realschullehrkräfte mehr.

      Um Ihnen die Ungeichbehandlung von Lehramtskandidaten aufzuzeigen, folgendes Beispiel:

      Studierende der Fachrichtung Bergbau in Aachen, Freiberg und Clausthal haben nach Abschluss ihres Studiums mit dem Master-Degree die Möglichkeit sich um Aufnahme in den Vorbereitungsdienst der Länder als Bergreferendare zu bewerben. Dies galt auch schon vor Bologna.
      Studierende der FH Agricola in Bochum hingegen, die ihr Studium mit einem Diplom (FH) abgeschlossen haben, konnten sich auf den Vorbereitungsdienst als Anwärter im gehobenen Dienst bewerben. Bei Übernahme in den Staatsdienst bei einer Bergbehörde begann ihre Laufbahn dann als Berginspktor und führte ggf. bis zum Oberbergamtsrat (A13/Verzahnungsamt).
      Seit die FH Agricola Technische Hochschule (TH) geworden ist und die absolventen mit Master-Degree abschließen, sind sie geeignete Bewerber für den höheren Staatsdienst. Lediglich die Absolventen, die mit einem Bachelor-Degree abschließen, erfüllen die Voraussetzungen zur Übernahme in den Vorbereitungsdienst des gehobenen Dienstes. Diese Voraussetzungen gelten für alle Bereiche des ÖD einschließlich der Polizeien in Bund und Ländern mit Ausnahme des Schulwesens, obwohl dies der einzige Bereich ist, in dem ein Studiengang nicht mit einem Bachelor-Grad abgeschlossen werden kann. Die Einstufung von Lehrkräften an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I erfolgt also nach Gutsherrenart und entgegen der llgemeinen Verwaltungspraxis in anderen Bereichen des ÖD vollkommen willkürlich am Haushalt der Länder ausgerichtet.

  3. ZITAT 1: „Das Land Berlin hingegen mache vor, wie es gehe: Zum kommenden Schuljahr sollen dort – neue – Grundschullehrerinnen nach der Besoldungsgruppe A13 (Angestellte E13) besoldet werden.“

    Das betrifft erstens lediglich eine Minderheit der neueingestellten GS-Lehrer, da zum letzten Schuljahr nur 18% der neueingestellten GS-Lehrer eine GS-Lehrerausbildung hatten UND es ist fast keine Veränderung, denn die GS-Lehrer in Berlin bekamen bereits A 12 + Erfahrungsstufe 5 bei Einstellung und sollen – wie dicke bank ja schrieb – künftig A 13 und Erfahrungsstufe 2 bekommen.

    ZITAT 2: „„Masterplan Grundschule“ verfolgen will. Der beinhalte unter anderem eine Vertretungsreserve und kleinere Klassen bei Inklusion und Integration – was zentralen Forderungen des VBE entspreche, wie VBE-Vorsitzender Udo Beckmann betont. “

    Das ist das, was wir brauchen. Das ist das, was auch enorme Summen verschlingt. Aber das ist das, was uns wirkliche Entlastung bringt!

  4. ZITAT: „Henke sieht in der besseren Bezahlung auch eine wichtige Maßnahme gegen den sich verstärkt abzeichnenden Lehrkräftemangel besonders auch an Grundschulen. “

    Das ist meiner Meinung nach eine vollkommene Fehleinschätzung. Niemand wir nicht Lehrer, weil er dann zu wenig verdienen würde. Die meisten, die nicht Lehrer werden wollen, trauen sich den Umgang / Stress mit den Schülern und ihren Eltern nicht zu. DA brauchen wir Hilfe in Form von Entlastungen auf verschiedensten Gebieten, um den Lehrerberuf wieder attraktiver zu machen !!!

    • Wer soll denn die Entlastungen bringen, wenn es zu wenige Lehrer gibt? Entlastung kann sich die LehrerIn zuhause in Form einer Putzfrau, eines Gärtners und dem Nutzen von längeren Betreungsangeboten ihrer eigenen Kinder holen, wenn sie sich das alles mit mehr Gehalt leisten kann. 🙂

      • In der gleichen, kruden Logik könnte man auch fragen:

        Was bringt denn A 13 für GS-Lehrer, wenn es sowieso kaum GS-Lehrer gibt?

        • Mehr Studierende, die in den GS landen und auch wissen, was sie da tun.

          Immer schlechter werdende Bedingungen durch viel zu viele zusätzliche Aufgaben und viel zu wenig Stellenbesetzungen oder Bewerber, die nicht ausreichend begleitet werden, kommen in spätestens 4 Jahren deutlich in den weiterführenden Schulen an.

          • In anderen Bereichen des ÖD ist der Aufstieg vom gehobenen in den höheren Dienst leichter. Klar ist dieser Laufbahnwechsel mit zusätzlicher Qualifikation verbunden. Nur im Bereich Schule gibt es keine entsprechenden Angebote. Somit hat eine Grundschullehrkraft – außer sie beginnt ein komplett neues Studium und absolvierte einen zweiten Vorbereitungsdienst – keine Möglichkeit für einen Laufbahnwechsel.

            Jeder Bachelorabsolvent einer technischen Fachrichtung hat im Prinzip die Möglichkeit, berufsbegleitend seinen Master zu machen und dann die Laufbahn zu wechseln.

            Der höhere Dienst im Schulbereich mit Ausnahme der Berufsschulen arbeitet durchschnittlich auch nur zu 30% in der gymnasialen Oberstufe. Die restliche Zeit gibt er überwiegend Unterricht in der Sekundarstufe I.

  5. Woran der Lehrermangel wirklich liegt, weiß ich auch nicht, aber er sollte doch eigentlich nicht am Sold liegen. So schlecht ist die Besoldung in NRW mit A12 jetzt auch nicht, als dass niemand mehr das Grundschullehramt studieren würde. Wenn man mal bei LEO guckt, dann ist einem eigentlich eine feste Stelle garantiert, was man hinsichtlich der SEK2-Stellen nicht sagen kann. Und wenn es nur an der Besoldung läge, dann würden die Sekundarschulen, Haupt- und Realschulen auch keinen Nachwuchs bekommen, da die, wie schon gesagt wurde, ebenfalls nach A12 besoldet werden.
    Woran könnte es liegen? Ich bin an konstruktiven Argumenten interessiert, worauf ich jedoch nicht eingehen möchte, ist das Argument der schlimmen Schüler, der Gewalt und der bösen Eltern, denn dies hat zwar seine Berechtigung, aber ich gehe mal davon aus, dass sich die meisten Studierenden eh nicht in Berlin oder sonstwo an einer Brennpunktschule sehen.

    • Es gibt mehrere Gründe: Zum einen liegt es daran, dass sich wie schon oft beschrieben, durch Inklusion und Integration die Anforderungen an die Lehrer/innen erhöht haben. Zum anderen dauert die Regelstudienzeit genauso lange wie den anderen Lehrämtern. Durch die Inklusion kommt es dazu, dass die Sonderschulkollegen im gleichen Klassenzimmer eine Gehaltsstufe höher liegen, obwohl sie sich nur stundenweise um vereinzelte Kinder kümmern, als der GS-Lehrer, der die ganze Klasse unterrichtet. Jüngere Kinder zu unterrichten ist nicht weniger wert oder arbeitsintensiv. Gs-Lehrer unterrichten 4 oder 5 Wochenstunden mehr, haben mehr Aufsichten (ich habe 6 Aufsichten pro Woche zu je 20 Minuten), müssen jeden Heftaufschrieb kontrollieren, bereiten differenziert vor, haben intensive Elternarbeit. Erstklässler sind anstrengender als Viertklässler. Man kann nicht behaupten, dass es immer schwieriger wird.

    • Kleiner Irrtum, es gibt außerhalb der Gy an Sekundarschulen, Gesamtschulen und Berufkollegs eine Vielzahl freier Stellen, die für das Lehramt GY/BK ausgeschrieben sind. Es gibt allerdings für diese Stellen deutlich mehr Bewerber als in der Sekundarstufe I und in der Primarstufe.

      An einer Schule, die ich gut kenne, liegt die Anzahl der Referendare zu der der Anwärter bei in etwa 3 zu 1. Auf drei Personen im Vorbereitungsdienst für den höheren Staatsdienst kommet eine für den gehobenen Dienst. So blöd sind die Studierenden eben doch nicht.

    • „aber ich gehe mal davon aus, dass sich die meisten Studierenden eh nicht in Berlin oder sonstwo an einer Brennpunktschule sehen.
      Nein, Studierende oder Erstsemester sehen sich dort womöglich nicht, aber es gibt zumindest in meinem Umfeld immer mehr junge Menschen, die VOR dem Lehramtsstudium FREIWILLIG ein Praktikum in der Schule absolvieren.
      Dabei sehen sie selbst an einer ländlichen Schule alle möglichen Formen: Inklusion, Migration und auch Gewalt, den ähnliche SuS, wie der aktuell beschriebene aus Berlin, gibt es tatsächlich auch in anderen Schulen.

      Wer heutzutage in die Schule gehen möchte, muss sich im Klaren darüber sein, dass er eine sehr heterogene Schülerschaft vorfindet, um die man sich als Lehrkraft kümmern muss.

      Die Besoldung der HS/RS-Lehrkräfte ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, bundesweit gibt es aber den Trend, dass sich mehr Studierende auf die A13-Stellen vorbereiten und die A12-Studiengänge offenbar weniger häufig gewählt werden.
      Vor einigen Jahren hat man die Ausbildung für Grundschule, Hauptschule und Realschule zusammengelegt, um die Lehrkräfte besser zwischen den Schulen wechseln zu lassen,
      gemischte Schulformen mit allen möglichen Abschlüssen gibt es auch in sehr vielen (allen?) Bundesländern (IGS, KGS, GS, Oberschule/Realschule Plus/ Neue Mittelschule/ oder wie auch immer).

      Gibt es dann einen Überschuss an SekII-Lehrkräften, werden die SekII-Lehrkräfte auf die Grundschulstellen eingesetzt, wie es hier jetzt schon geschieht: mehr Stunden, höhere Belastung, weniger Gehalt
      Ich warte auf die Forderung des Philologenverbandes nach einer Zulage A13+ für die Philologen, die in Grundschulen eingesetzt werden.

      • Zumindest in NRW ist es so, dass der GY/GE-Lehrer, so er denn nach dem Ref. eine feste Stelle an einer Grundschule bekommt, gar nicht verbeamtet wird. Der wird im System geführt, wie jemand, der nur das Erste Staatsexamen hat.

        • Das müssten Sie nachweisen. Lehrkräfte mit dem Abschluss GY/BK (den von Ihnen genannten Abschluss GY/GE gibt es nicht in NRW), die in der sekI eingesetzt werden und keinen Oberstufebunterricht geben, werden in A12 eingruppiert. Da es kein Listenverfahren gibt und die Stellen schulscharf ausgeschrieben werden, kann kein SekII-Lehrer gegen den Wilken und die ausdrückliche Zustimmung des zuständigen PR einer GS zugewiesen werden.

          In Ausnahmefällen werden Lehrer mit zweitem Staatsexamen als Vertretungskräfte auch an GS befristet eingestellt, wenn keine geeigneten Kandidaten zur Verfügung stehen. Die kreisschulämter gehen ohnehin davon aus, dass sich Lehrkräfte mit dem Abschluss GY/BK bei erster Gelegenheit an eine Schulform mit GOSt versetzen lassen.

          • Auf meinem Zeugnis steht: Zeugnis über die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen.

            „2. Wer kann sich bewerben?

            Grundsätzlich kann sich zunächst jeder bewerben, der über ein in Nordrhein-Westfalen erworbenes, einstellungsrelevantes Lehramt verfügt. (Ausnahmen und Modifikationen folgen unter 3. bis 5.) Einstellungsrelevante Lehrämter für den öffentlichen Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen sind:

            Lehramt für die Primarstufe (LA 00)
            Lehramt an Grund- und Hauptschulen (LA 01 und LA 02)
            Lehramt an der Volksschule (LA 03)
            Lehramt an Grundschulen (LA 04)
            Lehramt für sonderpädagogische Förderung (LA 08)
            Lehramt für Sonderpädagogik (LA 09)
            Lehramt an Sonderschulen (LA 10)
            Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschule (LA 15 und 16)
            Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen (LA 17)
            Lehramt für die Sekundarstufe I (LA 20)
            Lehramt an der Realschule (LA 21)
            Lehramt an Gymnasien (LA 25)
            Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (LA 27)
            Lehramt für die Sekundarstufe II (LA 29)
            Lehramt an berufsbildenden Schulen (LA 30)
            Lehramt berufliche Fachrichtung (LA 32)
            Lehramt an Berufskollegs (LA 35)“

            „Mit der Annahme des Einstellungsangebotes für die Sekundarstufe I im Wege des Seiteneinstiegs müssen sich die Bewerber/innen vertraglich zur Teilnahme an der angebotenen Qualifizierungsmaßnahme verpflichten. Bis zur Beendigung erfolgt die Beschäftigung als Lehrkraft im Beschäftigungsverhältnis nach dem TV-L mit entsprechender Entgeltgruppe.“

            Und als letzten Beleg mal eine konkrete Stellenausschreibung.

            https://www.schulministerium.nrw.de/BiPo/LEO/angebote?action=307.8586205963022&Nr=5-H-22055

          • Sorry, Sie schrieben von examinierten SekII-Lehrern und jetzt verweisen Sie auf Seiteneinsteiger gem OBAS. Das ist schon ein Unterschied.

          • ZITAT (dicke bank):

            „Das müssten Sie nachweisen. “

            Nein, muss Invictus nicht. Sie weisen Ihre Behauptung auch nicht nac h, obwohl mehrfach darum gebeten, dass angeblich die GS-Lehrer in Berlin künftig A 13 und Erfahrungsstufe 2 bei Neueinstellung erhalten und nicht mehr A 12 und Erfahrungsstufe 5.

            Warum sollen dann andere etwas nachweisen, wenn Sie es selber auch permanent nicht tun ?!

          • Die Eingruppierung in die letzte Erfahrungsstufe komt aus den zeiten als die senatsverwaltung nicht verbeamtet hat und tarifbeschäftigte lehrkräfte einen Bogen um das Bundeshauptdorf machten.
            Mittlerweile wird wieder verbeamtet, nur eben haben sich die Konditionen geändert.

            Übrigens, kennen Sie den Unterschied zwischen müssen und müssten?

          • Das stimmt auch so nicht. Ich hatte deswegen mal mit den Bezirksregierungen Arnsberg und Düsseldorf telefoniert und die sagten beide, dass nach der Umstellung der Studiengänge von SEK 1 und SEK II auf GyGe und HRG der GyGe-Lehrer als Seiteneinsteiger betrachtet wird. Einem Freund von mir ist auch genau das passiert, jetzt ist er aber auch nach einem Jahr (er konnte verkürzen) an einer Hauptschule verbeamtet. Wenn das nicht reicht, dann bleibt nur eins: Selber zum Höhrer greifen und die Bezirksregierung anrufen.

        • Das wird so nichts. Ich kann Ihnen aus meinem Kollegenkreis einen ähnlichen Fall aufzeigen, und der lief anders. Studium Lehramt SekI+II, 2. StEx, zunächst Planstelle an einer HS und Besoldung zu A12, später Wechsel an eine GeS.
          Es wird vermutlich auf die Fächerkombination ankommen und auf die Stellungnahme des jeweiligen PR im jeweiligen Schulkapitel.

          SekI+__-Lehrkräfte sind zunächst einmal grundständige lehrkräfte und keine Seiteneinsteiger. Sie sind allenfalls Laufbahnwechsler, wenn sie an einer Schule, die keine GOSt hat, eine Planstelle einnehmen. Wäre der von Ihnen genannte Kollege an eine GeS gewechselt, ohne in der Oberstufe zu unterrichten, wäre sein Lehramt ja ohne Weiteres anerkannt worden. Aus meiner Sicht ist der von Ihnen beschriebene Fall aufgrund fehlender Angaben nicht nachvollziehbar.

          • Hatte ich nicht geschrieben, dass es einen Unterschied zwischen den Lehrämtern Sek 1+2 und GyGe gibt?! Aber Sie haben recht, so wird das nichts. Sie haben recht, ich habe unrecht.

  6. Es ist auch eine absolute Frechheit was die GEW fordert. Eine Gleichmacherei, wo sie keinen Sinn macht,anstatt sich dafür einzusetzen das ALLE mehr verdienen.
    Gymnasiallehrer studieren 10 Semester. GS und RS nur 6 oder 7.das heißt, diese erhalten bis zu 2 Jahre länger Gehalt!!
    Berufsschullehrer sogar 10 Semester plus mindestens 1,5 Jahre Berufserfahrung (fast alle machen eine Ausbildung 3 Jahre). Da sind es sogar 5 Jahre, die Realschullehrer länger Gehalt kriegen. Und dafür gibt es 80 EUR mehr, bzw zu A12ern eine Stufe mehr.
    Ist das denn nicht okay? Warum diese Gleichmacherei ohne Berücksichtigung des Weges?

    • Nein, die Studienzeiten sind angeglichen, Lehramtsstudierende aller Lehrämter haben die gleichen Regelstudienzeiten. Berufsschullehrer sind Lehrkräfte der SekI+II, sie müssen überhaupt keine berufliche Erfahrung haben, wenn sie nicht als Werklehrer eingestellt sind.

  7. ZITAT (lesolei):

    „Wer soll denn die Entlastungen bringen, wenn es zu wenige Lehrer gibt?“

    Ist das Satire? Wenn nicht, ist das doch zumindest kein ernstzunehmender Beitrag. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Von A 13 hätten im gegenwärtigen Schuljahr nur 18% der neueingestellten Grundschullehrer in Berlin profitiert, weil nur 18% eine Grundschullehrerausbildung hatten. Alle anderen werden eh anders eingruppert und also entlohnt.

    Von Entlastungen hingegen (kleinere Klassen, gesenktes Stundensoll, weniger Bürokratie u.v.m.) profitieren ALLE Lehrer – egal, welcher Abschluss; egal, wann eingestellt usw. DAVON hätten alle was und nicht nur eine Minderheit!

    • Ach ja, und was es noch bringt, lesolei, (ich schreibe das ja auch zum hundersten Male und habs doch hier schon geschrieben, wenn ich mich richtig erinnere), Entlastungen machen den Lehrerberuf wieder attraktiver, weil es die Belastungen sind, die ihn unattraktiv machen und nicht das (sehr) gute Gehalt !

    • Für kleinere Klassen und gesenktes Stundensoll braucht man mehr Personal, das es nicht gibt. Zumindest kein grundständig ausgebildetes.

  8. ZITAT (lesolei): “ Jüngere Kinder zu unterrichten ist nicht weniger wert oder arbeitsintensiv. “

    Das hatten wir schon x-mal. Es hat auch niemand gesagt, dass es weniger wert ist. Es ist auch nicht weniger wert, Kindergartenkinder zu erziehen oder mehr wert, Studenten zu unterrichten und trotzdem gibt es da überall unterschiedliche Gehälter.

  9. Ich glaube, dass neben den Schwierigkeiten im Lehreralltag (s.o.) der gegenwärtige Lehrermangel auch einfach daran liegt, dass es lange Zeit einen Lehrerüberschuss gab. Das war nämlich in meiner Studienzeit noch so und die Aussicht auf eine Anstellung war schlecht. Wenn man das weiß, orientiert man sich eben von vornherein anders.

    Dass der Beruf nicht unattraktiv ist, zeigen die hohen Zahlen an Bewerbungen von Seiteneinsteigern / Quereinsteigern !

    • Die Frage, die bleibt: Wie kommt man zu mehr Studierenden in den Mangellehrämtern Grund- und Hauptschule?
      Ich glaube, dass die augenblickliche Situation an den Grund- und Hauptschulen (Inklusion, Ganztag, Heterogenität, viele anderssprachige Schüler, viele Pflichtstunden) viele abschreckt und sie lieber auf die Schularten studieren, die sie kennen, die sich kaum geändert haben, man sich auf seine studierten Fächer konzentrieren kann und zudem noch besser bezahlt werden. Vielleicht wollen auch viele nur Lehrer für ihre Fächer sein sein und sich nicht mit allen anderen Herausforderungen, die vor allem in den Grund- und Hauptschulen gehäuft auftreten und die Lehrer stärker in die Verantwortung ziehen, da das Klassenlehrerprinzip vorherrscht, herumschlagen. Für Männer ist der Beruf des Grundschullehrers überhaupt nicht attraktiv, die meisten Männer findet man noch im Gymnasium, da soll es geschlechtermäßig noch einigermaßen ausgewogen sein.
      Was aus den Seiteneinsteigern in den Grundschulen wird, bleibt zu beobachten. Ich habe da kein gutes Gefühl.
      In Bayern wird der plötzlich auftretende Lehrermangel an den Grundschulen dadurch erklärt, dass durch die Flüchtlinge unerwarteterweise mehr Lehrer gebraucht werden. An den Hauptschulen gibt es schon seit x- Jahren zu wenig Bewerber, weshalb auch immer wieder Grundschullehrer in der Hauptschule unterrichten. (Geht jetzt auch nicht mehr, da es keine überzählige Grundschullehrer gibt.) Lehrerüberschuss gibt es bei uns, ganz offiziell nachzulesen, an den Realschulen und Gymnasien. Ich hätte da gern einmal eine Untersuchung, warum diese Studien beliebter sind. Man kann immer nur vermuten.

    • Die hohen Zahlen von EINSTELLUNGEN von Quereinsteigern ist dem geschuldet, dass es überhaupt keine Bewerber mit Lehramtsausbildung mehr gibt. In vielen Bundesländern werden zwar Stellen ausgeschrieben, es bleiben aber tausende unbesetzt, weil sich niemand darauf bewirbt.
      Dabei geht es nicht um Griechisch, Musik und MINT, sondern um D, Ma, SU für Grundschule, da die Stellen absichtlich mit den Hauptfächern ausgeschrieben wurden, damit möglichst viele Bewerber passen könnten – schließlich sind Hauptfächer in den meisten BL Pflicht.
      Angesichts dessen, dass die meisten Stellen zunächst schulscharf ausgeschrieben werden, sind Schulen in größeren Städten mit Uni-Standort in der Regel besetzt, alle anderen Städte und Ortschaften haben aber noch viele offene Stellen.

      Wo die besagten Bewerber also sein sollen, die Sie noch kennen, wüsste ich gerne.
      Öffentlich ausgeschrieben und 6 Wochen vor Beginn des neuen SJ sind in Niedersachsen noch 350 Stellen für GHR, 70 für GY und 30 für FöS unbesetzt – nachzulesen im öffentlich zugänglichen Internetportal für Bewerbungen an Schulen (eis-online)

      Hinzu kommt: Die Bedingungen für den Quereinstieg werden angesichts des Lehrkräftemangels seit Jahren im 3-6-Monats-Rhythmus verändert und es kommt ein immer größerer Kreis in Frage, der in den Schuldienst einsteigen kann. Bewerben können sich somit viele, die weder ihr Examen, ihren Master oder vergleichbare Studienabschlüsse abgelegt haben und die berufsbegleitend kein volles Referendariat absolvieren, sondern erheblich weniger Auflagen und Ausbildung bei mehr Unterrichtsverpflichtung bekommen. Statt in prekären Beschäftigungsverhältnissen für wenig Geld DaZ-Stunden oder Hauptschulkurse auf Honorarbasis an der VHS zu geben, lockt etliche der Schuldienst mit anderer Besoldung.
      Die zusätzlichen Aufgaben verführen vermutlich nicht, sind aber sicherlich auch nicht hinlänglich bekannt. Über kurz oder lang müssen diese Quereinsteiger ebenfalls Förderpläne schreiben, mehrfachdifferenzierten Unterricht in der Eingangsstufe erteilen, FöS-Überprüfungen durchführen und/oder an weiterführenden Schulen Prüfungen abnehmen etc., oder aber die auf üblichem Weg ausgebildeten Lehrkräfte schultern dies auch noch zusätzlich in höherem Maße.
      So oder so überlegt sich jede SL dennoch, ob sie über Quereinsteiger die Unterrichtsversorgung der eigenen Schule erhöht, wenn über mehrere Einstellungstermine die Stellen unbesetzt bleiben und die nicht zu erteilenden Stunden ausfallen oder über andere Maßnahmen, die noch mehr Aufwand und Anstrengung seitens der SL und des Kollegiums bedeuten, aufgefangen werden.

      Der Lehrermangel liegt daran, dass nicht beizeiten gegengesteuert wurde, obwohl die hohe Anzahl an Pensionierungen absehbar war. Zudem wurde auch vorher schon gespart und jegliche Reserven zu Gunsten einer bessern Zahl bei der Unterrichtsversorgung gestrichen, Vertretungsreserven gibt es schon lange nicht mehr, die Vertretung in den Grundschulen wird schon seit 2000 von pädagogischen MitarbeiterInnen (ohne Lehramtsausbildung) geleistet.

      • Der Lehrermangel liegt u.a. daran, dass einige Bundesländer im Zuge des Bürokratieabbaues und der erwarteten demographischen Entwicklung, die ja so wie prognostiziert nicht eingetreten ist, und der schwarzen Null wegen die Plätze an den Studienseminaren erheblich zusammen gestrichen haben.
        Des Weiteren gibt es in bestimmten Fächerkombinationen (Sprache/Gesellschaftswissenschaften z.B. D/Ge) erhebliche Überhänge, die der „Markt“ nicht braucht. Dahingegen gibt es einen extrem hohen Bedarf in den sogenannten Mangelfächern. Hinzu kommt dann noch, dass die Schulformen und Schulstandorte unter einander konkurrieren. Am Ende laufen dann schulscharfe Ausschreibungen für Stellen im gehobenen Dienst an Brennpunktschulen (alles unter Standorttyp 3 ist schon jenseits von Gut und Böse) oder „janz weit draußen“ (am Arsxx der Welt) leer.
        Die Poltik hat sich schon lange aus der Verantwortung gezogen (Stichwort: eigenständige Schule). Es liegt also an den Schulen selbst, wenn sie keine geeigneten Bewerber finden, schließlich schreiben sie die genehmigten Stellen selbst aus.

        Was ich an den Einwürfen von @sofawolf nicht nachvollziehen kann, ist folgendes:
        Wenn er doch so viele kennt, die in seinem Umfeld keine Planstelle als dauerbeschäftigte bzw. verbeamtete Lehrkraft finden und auf der anderen Seite in vielen Bundesländern Planstellen für grundständige Lehrkräfte nicht adäquat besetzt werden können, dann muss die Alimentation auf Grundlage des ALGII für viele doch sehr verlockend sein – zumindest verlockender als ein Ortswechsel und einem eigenen Einkommen.

        • „Des Weiteren gibt es in bestimmten Fächerkombinationen (Sprache/Gesellschaftswissenschaften z.B. D/Ge) erhebliche Überhänge, die der „Markt“ nicht braucht. Dahingegen gibt es einen extrem hohen Bedarf in den sogenannten Mangelfächern. Hinzu kommt dann noch, dass die Schulformen und Schulstandorte unter einander konkurrieren. Am Ende laufen dann schulscharfe Ausschreibungen für Stellen im gehobenen Dienst an Brennpunktschulen (alles unter Standorttyp 3 ist schon jenseits von Gut und Böse) oder „janz weit draußen“ (am Arsxx der Welt) leer.“

          Das trifft es aber eben jetzt nicht mehr, wenn Grundschulstellen mit „Deutsch- beliebig“ offen bleiben (die Vorgabe, dass Hauptfächer auszuschreiben seien, kam von oben), das „Janz weit draußen“ 20 min hinter der Uni-Stadt beginnt und zum Haupteinstellungszeitpunkt nicht 30 S sondern 400-500 Stellen offen bleiben und nicht besetzt werden können – trotz hoher Quereinsteiger-Quote.

          „Es liegt also an den Schulen selbst, wenn sie keine geeigneten Bewerber finden, schließlich schreiben sie die genehmigten Stellen selbst aus.“
          Ja, genau solche Äußerungen bekommen die SL dann auch von den Dezernenten: Sehen Sie zu, dass Sie Ihre Stelle besetzen.

          • Es wird Zeit, dass sich der PRIMUS-Schulversuch bundesweit durchsetzt und zum Regelfall wird. DAnn gehen alle Kinder bis auf die Gymnasiasten von Klasse 1 bis 10 in eine schule. So können kleinere Schulstandorte aufrecht erhalten werden, die Kollegien dort haben eine ausreichende Größe, um mit bordeigenen Mitteln den Unterricht sicher stellen zu können. Je nach Bedarf unterrichten dann Lehrkräfte der Primarstufe bis Klasse 6, alles andere und ggf. auch mit einem geringen Stundenanteil in der Primarstufe die Kollegen und Kolleginnen der SekI. Wnn man diesem Schultyp noch Sozialarbeiter und Sonderpädagogen in ausreichender Anzahl zugesteht, wäre schon viel gewonnen, vor allem die Hampelei der Schulempfehlung nach Klasse 4.

          • Und WAS hat DAS mit dem Lehrermangel zu tun? Der Standort kann noch so groß oder klein sein, es gibt keine Lehrkräfte.
            Weder für Sek I noch für Grundschule. Die Stellen sind schon als GHR im Sinne von Grundschule – Hauptschule – Realschule ausgeschrieben, entsprechend ist das Studium in Nds. seit etlichen Jahren gestaltet. Ein Lehrer für alles (allerdings bei unterschiedlicher Besoldung, je nachdem, in welcher Schule die meisten Stunden absolviert werden).

            In den letzten Jahren gab es häufiger den Fall, dass die Sek I-Schulen nicht voll versorgt wurden, sondern Lehrkräfte zu Gunsten der Grundschulen, die noch Bedarf hatten, abgeordnet wurden. Das heißt, Grundschullehrkräfte gab es auch da schon nicht in ausreichendem Maß, der Mangel musste von den SekI-Lehrkräften zu Lasten der weiterführenden Schulen aufgefangen werden.
            Entsprechend häufig war der Wechsel im Team und ebenfalls häufig Einarbeitung der neuen SekI-KollegInnen nötig, was nicht an kleinen Schulen, Krankheitsstand o.a. lag, sondern an der Schulpolitik.
            Auch die Hampelei nach der 4. Klasse, die in den letzten 15 Jahren hier 3 mal umgestellt wurde, hat mit der Stellenbesetzung nichts zu tun.

            Es rächt sich, dass Lehrkräfte seit Jahren als „faule Säcke“ beschimpft werden, die in den letzten Jahren eine nicht zu leistende Mehrbelastung in vielschichtigen Bereichen aufgebürdet bekommen haben.
            Die Arbeit mit den SuS steht nicht mehr im Mittelpunkt und wer einen Bürojob wünscht, in dem er Anträge ausfüllen, Konzepte erstellen oder Evaluationen durchführen möchte, kann sich einen anderen Beruf wählen.
            Gewonnen wäre etwas, wenn man das Lehramt nicht weiter deprofessionalisieren würde, sondern mit Hilfe weiterer Kräfte die Teams stärken würde: Sozialpädagogen, Therapeuten oder eben doch pädagogische Assistenten, die einen Teil der Lehreraufgaben übernehmen und mit Anleitung Inklusion, Integration der Migranten, erzieherisches Anteile, Aufsichten und einen Teil der Bürokratie übernehmen könnten. Neben der Einzelfallhilfe, die nur einzelnen Kindern mit Beeinträchtigungen zur Vefügung stehen darf (und wenn sie anderes tut, häufig Konflikte auftreten), könnten pädagogische Assistenten mit allen SuS arbeiten.

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