Tonne möchte neue Wege in Sachen Lehrergewinnung gehen

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Um mehr Lehrer zu gewinnen, will Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) das Ansehen des Berufsstandes erhöhen. «Wir müssen auch die gesellschaftliche Akzeptanz steigern und dafür werben, dass Lehrer einen guten Job machen und dafür die die verdiente Anerkennung erhalten», sagte Tonne der «Bild»-Zeitung.

Freut sich auf „eine der spannendsten Aufgaben, die man auf Landesebene haben kann“: Niedersachsens designierter Kultusminister Grant Hendrik Tonne Foto: SPD in Niedersachsen / flickr (CC BY 2.0)
Tonne will das gesellschaftliche Ansehen des Lehrberufs verbessern.         Foto: SPD in Niedersachsen / flickr (CC BY 2.0)

Die Landesregierung werde um jeden Lehrer werben. Er schloss auch eine Werbekampagne nicht aus. «Mir fällt kein vernünftiger Grund ein, warum man nicht explizit für den Lehrerberuf werben sollte», sagte der Politiker.

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Es müsse intensiv über die Besoldung und Bezahlung von Lehrern nachgedacht werden, sagte Tonne. Eine Gehaltserhöhung für Grundschullehrer auf die Beamten-Besoldungsstufe A13 könne ein Baustein sein. Das Land hatte für das zweite Schulhalbjahr 1200 Lehrerstellen ausgeschrieben. Vor allem für Grundschulen gibt es nicht genügend Bewerber. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Werbung ist nett aber reicht nicht
    Marktwirtschaftlich gedacht muss man das Salär nur hoch genug ansetzen, um die fehlenden und dringend benötigten Grundschullehrkräfte zu locken. Oder als Zugabe auch noch geldwerte Vorteile gewähren, wie beispielsweise attraktive Wohnungen zu geringen Mietpreisen, oder Dienstwagen oder dergleichen. Womöglich steht sich dann der Grundschullehrer unter dem Strich weit besser als der Gymnasiallehrer mit A13. Mit Absichtserklärungen und Werbekampagnen zur Erhöhung von Ansehen, Akzeptanz und Anerkennung von Grundschullehrkräften ist es sicher nicht getan.

  2. Damit das Land Niedersachsen kurzfristig die erforderliche hohe Zahl an qualifizierten Quereinsteiger*innen bekommt, müssten u.a. die folgenden zwei Voraussetzungen erfüllt sein: 1.) attraktiver Verdienst (gleiches Gehalt!) und 2.) schnelle Bearbeitung. Leider scheint es bei beiden Punkten Probleme zu geben.
    Hierzu der Bericht einer Freundin:
    “Ich bewerbe mich momentan als Quereinsteigerin in Niedersachsen um eine Stelle als Musiklehrerin am Gymnasium. Mitte Dezember 2017 habe ich meine Bewerbungsunterlagen bei https://www.eis-online.niedersachsen.de eingereicht. Mehr als zwei Monate später – Ende Februar 2018 – weiß ich immer noch nicht, ob es klappen wird, denn es gibt immer noch keine schriftliche Bestätigung von der Behörde. (Dass man/Frau ja aber auch ggf. eine andere Stelle fristgerecht kündigen muss, um etwas Neues anzunehmen, scheint hierbei nicht wichtig zu sein.) Bisher wurde mir nur mündlich mitgeteilt, dass ich trotz meines Abschlusses als Diplom Musikerzieherin mit 14 jähriger pädagogischer Berufserfahrung wohl nur Grund-und Hauptschulniveau werde unterrichten dürfen – mit der Besoldung E 11, was einem Monatsgehalt von ca. 3.200 € entspricht. Es entsteht der Eindruck, dass das Land zwar dringend Lehrer*innen braucht, aber nicht angemessen dafür bezahlen will. Wahrscheinlich muss ich mir daher etwas anderes suchen.”

    • Die zuständigen Stellen prüfen den Hochschulabschluss, die Berufserfahrung und die Arbeitszeugnisse Dritter interessieren überhaupt nicht. Das Dilemma ist, dass die Prüfung des Hochschulabschlusses nicht auf der Grundlage der damaligen Prüfungsordnungen sondern anhand der aktuell geltenden Prüfungsordnungen vorgenommen wird. Entsprechen die vormaligen Prüfungsordnungen nicht den aktuellen, gibt es zumeist keine Anerkennung. Da die Zahl der Hochschulabsolventen mit Lehramt für SekI+II größer ist als die Stellenzahl und die Stellen in der SekI nicht besetzt werden können, ist es klar, dass die für die Anerkennung zuständigen Stellen lenkend eingreifen und Abschlüsse lediglich für die SekI anerkennen.

      Die Crux dabei ist, dass ein Seiteneinsteiger im Lehramt SekI+II im Eingangsamt die A13/E13 zugestanden bekommt, ein Seiteneinsteiger in der SekI oder Primarstufe als nicht-grundständige Lehrkraft in E11 als Tarifbeschäftigter eingruppiert wird. Die E11 im TV-L ist eine Besonderheit, die die Haushälter (Finanzminster der länder) freut, die Seiteneinsteiger aber über die Maßen benachteiligt.

      Das ist aber nicht die einzige Frechheit des TV-L. Tarifbeschäftigte Lehrkräfte müssen darüber hinaus über das gesetzliche Eintrittsalter in die Rente hinaus – genauso wie Beamte – bis zum Ende des Schulhalbjahres weiter arbeiten, in dem sie die Altersgrenze erreicht haben. Besonders blöd für diejenigen, die Mitte Februar geboren worden sind.

    • Die Vorgaben ändern sich laufend, manchmal alle 3-6 Monate, wobei der derzeitige Erlass bzw. die Hinweise auf Eis-Online von 9/16 sind, aber neue schon in Vorbereitung sind.
      Die führt u.a. auch dazu, dass Vertretungslehrkräfte, die vor einigen Monaten noch in der Grundschule unterrichtet haben, nun nicht mehr geeignet erscheinen, obwohl sich die erfahrung erhöht und die Abschlusse gar nicht verändert haben.

      Bisher wird meines Wissens immer auch ein 2. Fach erwartet, sodass ein Abschluss NUR in Kunst, Musik etc. nicht unbedingt zur Anerkennung für einen Quereinstieg führt. Das kann sich aber in einigen Monaten auch geändert haben und das führt auch dazu, dass manches auf Eis gelegt wurde, um die neuen Vorgaben abzuwarten.

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