Kultusminister Tonne will Null Toleranz bei Gewalt gegen Lehrer

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OLDENBURG. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will eine konsequentere Ahndung von Gewalttaten gegen Lehrer.

«Gewalt gegen Lehrkräfte ist völlig inakzeptabel und wird von mir auf das Schärfste verurteilt. Jedes Delikt muss angezeigt, verfolgt und geahndet werden. Da stehe ich für eine strikte Null-Toleranz-Politik», sagte der Minister der Oldenburger «Nordwest-Zeitung».

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Das Landeskriminalamt registrierte dem Bericht zufolge für 2017 insgesamt 104 Fälle von Körperverletzungen, bei denen Lehrer die Opfer waren; darunter 79 einfache und 5 fahrlässige, aber auch 20 gefährliche Körperverletzungen. Hinzu kommen 21 Fälle von Nötigung und 50 Bedrohungen.

Jedes Delikt gegen Lehrer müsse angezeigt, verfolgt und geahndet werden, findet Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Foto: Martina Nolte / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Jedes Delikt gegen Lehrer müsse angezeigt, verfolgt und geahndet werden, findet Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Foto: Martina Nolte / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Tonne nannte es «wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen und auch öffentlich darüber zu diskutieren, wie wir der gesellschaftlichen Verrohung, die sich offenkundig auch in der Schule wiederfindet, gemeinsam gegensteuern können». Dazu will er das Gespräch mit den Lehrerverbänden, aber auch mit Innenminister Boris Pistorius suchen.

Tonne: «Wenn man von Gewalt gegen Rettungskräfte, Kommunalpolitiker und Lehrer hört, dann besteht die Sorge, dass grundsätzlich etwas ins Rutschen gekommen ist, was Respekt und die Akzeptanz von Regeln angeht. Damit müssen wir uns über Schule hinaus beschäftigen.» (dpa)

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1 KOMMENTAR

  1. ZITAT: “Tonne nannte es «wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen und auch öffentlich darüber zu diskutieren, wie wir der gesellschaftlichen Verrohung, die sich offenkundig auch in der Schule wiederfindet, gemeinsam gegensteuern können».”

    Richtig. Soweit scheinen wir inzwischen gekommen zu sein, dass das Thema öffentlich diskutiert wird. (Das haben wir aber nicht jenen zu verdanken, die es kleinreden und beschönigen.)

    Nun kann man über geeignete Mittel und Wege nachdenken. Klar sollte sein, dass einem Bündel von Faktoren nicht mit einer einzigen Maßnahme begegnet werden kann. Es müssen auch Schulgesetze und Verordnungen von der Kuschelpädagogik, die sich dort in den vergangenen Jahrzehnten eingeschlichen hat, befreit werden, um uns Lehrern wieder mehr den Rücken zu stärken.

    Das Beispiel Schulschwänzen in Berlin zeigt aber auch, dass (neue) Gesetze nichts bringen, wenn sie nicht angewendet werden (müssen).

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