Größter Zuwachs an Kitaplätzen in NRW seit zehn Jahren – aber immer noch nicht genug

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen kann nach Angaben des Familienministeriums zum neuen Kindergartenjahr den größten Zuwachs an Plätzen seit zehn Jahren verbuchen. Insgesamt hätten die 186 Jugendämter fast 711.000 Plätze gemeldet, teilte Familienminister Joachim Stamp (FDP) mit. Damit stünden zum 1. August knapp 26.000 Plätze mehr zur Verfügung als im laufenden Kita-Jahr. Die Zahl der Kindertageseinrichtungen sei um rund 250 auf 10.316 gestiegen.

Gute Nachrichten: Im Kindergartenjahr 2019/2020 stehen in NRW nach Angaben des Familienministeriums 26.000 Betreuungsplätze mehr zur Verfügung. Foto: Shutterstock

Der Zuwachs erstreckt sich nach Angaben des Ministers auf alle Altersgruppen. «Trotz der positiven Entwicklung ist der Landesregierung bewusst, dass nicht allen Eltern der gewünschte Betreuungsplatz angeboten werden kann», räumte Stamp ein. «Eltern, die trotz Anmeldung noch keine Platzzusage erhalten haben, sollten in engem Kontakt mit dem örtlichen Jugendamt bleiben und ihren anspruch dort geltend machen.»

Den höchsten Zuwachs an Plätzen gibt es demnach für die über dreijährigen Kinder (Ü3). Hier werden die Zahlen zum neuen Kita-Jahr um rund drei Prozent auf über 508.000 Betreuungsplätze klettern – davon fast 504.000 in Kindergärten, der Rest bei Tagesmüttern und -vätern.

Gestiegene Nachfrage nach Betreuungsplätzen

Rein rechnerisch ist bei dem Ü3-Angebot landesweit von einer Vollversorgung auszugehen. Dennoch klagen Eltern über Engpässe vor Ort. In den vergangenen Jahren sind in einigen Kitas Ü3-Platze in Krippenplätze für Jüngere umgewandelt worden. Wegen steigender Geburtenzahlen und Zuwanderung sei die Nachfrage aber in allen Altersgruppen gestiegen, stellte Stamp fest.

Tagesmutter mit zwei Kindern auf einer Parkbank
Vor allem im Bereich der U3-Betreuung leisten Tagesmütter und -väter einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungsquote. Foto: Ed Yourdon / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Bei den Kindern unter drei Jahren werde NRW nun eine Versorgungsquote von 39,5 Prozent erreicht, so Stamp. Dies seien 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den ein- und zweijährigen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Platz haben, steige die Versorgungsquote um 1,3 Prozent auf 59,3 Prozent. Insgesamt werden allein für die Kinder unter drei Jahren 202.535 Betreuungsplätze zur Verfügung stehen – davon fast 140.200 in Kitas und über 62.000 bei Tagesmüttern und – vätern.

Der regionale Bedarf an Plätzen ist nach Angaben der Jugendämter höchst unterschiedlich. Da alle Bundesländer in den vergangenen Jahren ihr Angebot an Kita-Plätzen ausgebaut haben, ist NRW in den Vergleichen des Statistischen Bundesamts trotz aller Anstrengungen bislang stets Schlusslicht geblieben.

Mehr Investitionen in den Kita-Ausbau geplant

Die Landesregierung hatte bereits zugesagt, dass ab dem Kita-Jahr 2020/2021 rund 1,3 Milliarden Euro mehr aus Bundes-, Landes- und Kommunaltöpfen in die Betreuung investiert werden. Außerdem garantiert das Land Kommunen und Trägern, jeden notwendigen neuen Kita-Platz zu bewilligen und zu finanzieren. «Derzeit stehen insgesamt noch rund 166 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel für den weiteren Ausbau zur Verfügung», betonte der Minister.

Etwa 430 Millionen Euro der Investitionssumme sollen künftig jährlich aus dem mit insgesamt 5,5 Milliarden Euro unterfütterten «Gute-Kita-Gesetz» des Bundes nach NRW fließen. Derzeit befinde sich NRW noch in Gesprächen mit dem Bundesfamilienministerium, um alle Einzelheiten vertraglich zu fixieren, teilte Stamps Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Etwa 200 Millionen Euro der Bundesgelder würden jährlich benötigt, um das für 2020/2021 versprochene zweite beitragsfreie Kita-Jahr vor der Einschulung zu finanzieren. Weitere 230 Millionen sollen demnach in Qualitätsverbesserungen investiert werden – etwa Sprachförderung, Familienzentren mit breiten Beratungsangeboten und flexiblere Öffnungs- und Betreuungszeiten. dpa/lnw

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1 KOMMENTAR

  1. Über die Hälfte der 1-2jährigen Kinder wird also tagsüber öffentlich betreut. Mal sehen, wie sich das in 10 bis 20 Jahren auswirkt.

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