Jeder zwölfte Sechstklässler gilt am Gymnasium als überfordert – Philologen fordern: Freie Schulwahl für Eltern abschaffen!

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STUTTGART. Das Gymnasium hat ein Problem. Wie der aktuelle IQB-Bildungstrend zeigt, sind die Leistungen der 15-jährigen Gymnasiasten in den meisten Bundesländern seit 2012 gesunken. Eine aktuelle Umfrage des Philologenverbands Baden-Württemberg zeigt auf, dass jeder zwölfte Sechstklässler am Gymnasium als überfordert gilt. Ist die freie Wahl der Schulform ursächlich?

Nach der 6. Klasse ist für viele Schüler am Gymnasium Schluss. Foto: Shutterstock

Im zurückliegenden Schuljahr 2018/2019 galten rund 7,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 5 bis 8 an den Gymnasien als überfordert. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Philologenverbands Baden-Württemberg hervor, an der 60 Schulen im ganzen Land teilgenommen hatten. „Es ist bedauerlich, dass der Anteil der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler unter den Fünft- bis Achtklässlern weiterhin so groß ist“, meint der Philologen-Landesvorsitzende Ralf Scholl. In den Klassenstufen 6 und 7 seien die Quoten sogar noch weiter gestiegen. Gegenüber dem Schuljahr 2016/2017  bei den Sechstklässern von 7,0 auf 8,6 Prozent, bei den Siebtklässlern von 7,1 auf 8,1 Prozent.

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Erfreulich sei hingegen, dass in Klasse 5 der Anteil der Kinder mit schulischen Problemen gegenüber dem Schuljahr 2017/2018 um fast 10 Prozent auf 5,1 Prozent gesunken sei. „Ob dies ursächlich mit der Vorlagepflicht für die Grundschulempfehlung in Verbindung steht, die zum Schuljahr 2018/2019 eingeführt wurde, lässt sich dem Umfrageergebnis nicht entnehmen“, stellt Ralf Scholl fest. Diese Vermutung sei aber naheliegend, da der Anteil von Kindern am Gymnasium mit stark abweichender Grundschulempfehlung im letzten Schuljahr stark zurückgegangen ist. Ein Blick in die Daten zeigt allerdings auf, dass noch vor zwei Jahren deutlich weniger Fünftklässler als überfordert galten (4,6 Prozent) als im vergangenen Schuljahr; Schwankungen sind also normal.

Philologen appellieren, die Empfehlung der Grundschule ernst zu nehmen

Trotzdem appelliert der Philologen-Chef an die Eltern, die Grundschulempfehlung ernst zu nehmen und ihr Wahlrecht bezüglich der weiterführenden Schule verantwortungsvoll auszuüben. „Es ist niemandem damit gedient, wenn Kinder auf eine Schule geschickt werden, die sie unter- oder überfordert.“ Angesichts der Resultate seiner Umfrage erneuert der baden-württembergische Philologenverband seine Forderung nach einer Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung in Klasse 4. „Wir sind der Überzeugung, dass das gesunkene Leistungsniveau und die vielen überforderten Schüler zumindest teilweise auf deren Abschaffung zurückzuführen sind“, erklärt Scholl. Zudem kämen wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis, dass eine mangelnde Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung zu einer stärkeren Bildungsungleichheit beitragen könne.

Scholl betont: „Die aktuellen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2018 sind eindeutig: Im bundesdeutschen Vergleich liegen Bayern, Sachsen und Thüringen bezüglich der Erreichung des Regelstandards und bezüglich des Verfehlens der Mindeststandards in allen vier untersuchten Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie auf den besten Plätzen 1, 2 und 3. Bayern, Sachsen und Thüringen sind die einzigen drei Bundesländer, in denen die Grundschulempfehlung nach Klasse 4 noch verbindlich ist. Dies ist ein starker Hinweis darauf, dass die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung eine Förderung in homogeneren Klassen ermöglicht und so für alle Kinder – auch die leistungsschwächeren – einen größeren Lernfortschritt mit sich bringt.“

Tatsächlich belegt der aktuelle IQB-Bildungstrend, ein Schülerleistungsvergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften, dass die Schulform Gymnasium in den meisten Bundesländern Probleme hat. Danach sanken die Leistungen der getesteten Neuntklässler an den Gymnasien im Bundesdurchschnitt. Nur in drei Bundesländern konnten die Gymnasiasten im Vergleich zu 2012 zulegen: in den vom Philologenverband gelobten Bayern und Sachsen, aber auch in Hamburg (wo die Eltern über die Schulform entscheiden). Zu den größten Verlierern zählt Thüringen – das die Philologen als vorbildlich anführen.

“Beachtliche Spitzenleistungen sind am Gymnasium möglich – wenn…”

Trotzdem schlägt Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in die gleiche Kerbe wie der Gymnasiallehrer-Verband. Sie konstatiert, dass sich auch die Ergebnisse baden-württembergischer Gymnasien gegenüber der letzten Erhebung verschlechtert haben. „Diesen Befund müssen wir genauer analysieren“, betont die Ministerin – verweist aber schon darauf, dass für die in diesen Testlauf einbezogenen Neuntklässler die Grundschulempfehlung erstmals nicht mehr verbindlich war.

Rund zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler wechseln in Baden-Württemberg seit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung aufs Gymnasium, ohne dass sie über die entsprechende Grundschulempfehlung verfügen, so teilt Eisenmanns Ministerium mit. Sachsen und Bayern, die Spitzenreiter beim IQB-Bildungstrend, hielten hingegen bis heute an der verbindlichen Grundschulempfehlung fest. „Diese beiden Länder zeigen auch beim IQB-Bildungstrend 2018, welche beachtlichen Spitzenleistungen an Gymnasien weiterhin möglich sind“, kommentiert Eisenmann.

Zum Gesamtbild gehört aber auch: Bayern und Sachsen verzeichnen mit 45,3 Prozent beziehungsweise 46,3 Prozent mit die geringsten Studienberechtigtenquoten in Deutschland, bringen also vergleichsweise wenige Abiturienten und Fachabiturienten hervor. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein und Hamburg weisen hier 67,6 Prozent bzw. 65,7 Prozent auf – verzeichnen also fast 50 Prozent höhere Anteile mit hohen Schulabschlüssen. Agentur für Bildungsjournalismus

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Inwieweit sind Lehrer mitverantwortlich für die Entwicklung? Darüber diskutieren zwei Leser auf der Facebook-Seite von News4teachers

Reaktionen auf IQB-Bildungstrend – Meidinger: Gymnasien werden vernachlässigt

 

 

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51 KOMMENTARE

    • … und das, _obwohl_ die Anforderungen am Gymnasium in den letzten Jahren immer weiter zurückgefahren wurden. Mit den Lehrplänen von G9alt und vor dem flächendeckenden Zentralabitur wäre der Anteil heutzutage erheblich höher.

    • Warum schicken denn so viele Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium? Ganz einfach: Aus Angst! Nachdem die Hauptschule abgeschafft wurde, gibt es an den sogenannten Oberschulen zum Teil Zustände, die sich keine Mutter für ihr Kind wünscht. Mein Sohn hatte die Gym Empfehlung und tut sich jetzt in der 7.Klasse auch schwer. Wenn ich ihn frage,ob er nicht lieber wechseln möchte,sagt er mir ins Gesicht,dass er,wenn er auf eine Oberschule gehen muss, nicht mehr zur Schule gehen wird. Da bleibt er lieber ein Jahr sitzen, als auf dem Schulhof in Brutalitäten,Mobbing und Drogenkreise reingezogen zu werden. Am Gymnasium geht das zumindestens bei uns, humaner ab. Wer will einem Kind DAS verdenken? Sind nicht immer die Eltern, die das Genie in ihren Kindern sehen und sich mit der Schulwahl profilieren wollen. Mal drüber nachdenken.

      • Dafür können Sie sich bei der Politik bedanken, die das Abitur zum Mindeststandard und damit das Gymnasium zur neuen Hauptschule im Sinne von höchstem Schüleranteil gemacht hat. Kein Wunder, dass man ohne Abitur kaum noch zu Ausbildungsplätzen kommt, und dass alle anderen Schulformen abseits des Gymnasiums zur Resterampe sozial auffälliger Jugendlicher werden.

  1. Es ist viel Arroganz in der Meinung, dass die Lehrkräfte die Schule besser wählen können.

    Für die falsche Entscheidungen sollte man ja auch konsequenzen tragen. Vorschläge von Philologen?

    • Fehler lassen sich korrigieren. Aber in meiner optimistischen Art, dass Grundschullehrer eine gute Ausbildung und Vorstellung der Anforderungen der weiterführenden Schulformen haben, halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass sich Lehrer eine zu hohe Schulform aussuchen für deutlich geringer als die Eltern, insbesondere wenn es sich um einen gewissen Standesdünkel handeln könnte. Ansonsten ist ein Schulformwechsel in alle Richtungen problemlos während der Stufen 5 und 6 möglich.

  2. Lässt sich da nichts genetisch als Eingangsvoraussetzung an das GYM formuliern?? (Achtung: Der Humor ist so böse, der ärgert sogar ein Britten!!)
    Jetzt mal ehrlich: Wie seiht es mit der Förderung von Begabung aus?
    Ist das auch mal Thema?

  3. Von welchem “hohen Niveau” die Mathematikaufgaben beim IQB-Bildungstrend 2018 waren, sieht man bequem und nebenbei unter
    https://schulforum-berlin.de
    nach dem Blättern von ein paar Seiten von oben. Eine Aufgabe, die nur die 4 Grundrechenarten erforderte, ist in die höchste Kompetenzstufe eingestuft, weil die Entschlüsselung des Textes wohl etwas Intelligenz erfordert (Eintrittskarten im Stadion). Die Frage nach dem Flächeninhalt eines Rechtsecks mit 3 cm bzw. 4 cm Seitenlänge war allerdings nur für die unterste Kompetenzstufe gut (und gehört eigentlich in die Grundschule). Fazit: nur nicht zu viel Respekt vor diesem Test.

      • Wenn alle Sitzplätze verkauft sind, ergibt das 5300*14 € = 74200 € Einnahme. Die Differenz zu 100000 € ist durch 5 teilbar, ergibt also eine ganze und zulässige Zahl von Stehplätzen, nämlich 5160. Analog bei 5000 verkauften Sitzpltzen mit 70000 € Einnahme und 6000 Stehplätzen mit 30000 € Einnahme.
        Wie man darauf kommt? Einfach probieren. Allzu lange wird man nicht suchen müssen. Die Zahl der verkauften Sitzplätze muss jedenfalls durch 5 teilbar sein. Da gibt’s viele Möglichkeiten.
        ALLE Möglichkeiten anzugeben wäre eine anspruchsvolle Aufgabe (vermutlich alle Zahlen von Sitzplätzen zwischen 3825 und 5300, die durch 5 teilbar sind, also fast 300 Lösungen). Aber sowas traut man sich gar nicht erst zu fragen.

        • Grundschüler mit gutem Zahlenblick hätten durch Ausprobieren vielleicht so gerechnet:
          5000×14 = 70000
          6000×5 = 30000
          Und schon hätten sie eine der Lösungen gehabt. Vielleicht hätten sie erst einmal mit anderen Sitzplätzen gerechnet und sich dann angenähert.
          Man kann natürlich wie oben beschrieben auch über die Differenz gehen und durch 5 teilen.

          • Mit anderen Worten: Die Aufgabe wäre auch in der Grundschule lösbar. Dort würde ich das höchste Anforderungsniveau aber auch als angemessen ansehen.

          • Ja, die Aufgabe wäre in der Grundschule für die besten und guten Schüler ohne Lehrerhilfe lösbar. Ich würde es auch in einer hohen Anforderungsstufe sehen, vorausgesetzt, man hat vorher keine sehr ähnliche Aufgabe gemacht. Wer die Aufgabe zusätzlich mit Hilfe der Differenz löst, der zeigt, dass er viel Durchblick hat.
            Wie ich weiter unten schon schrieb, haben wir schon ähnliche Aufgaben gestellt, die die besten Schüler in Leistungskontrollen lösen konnten. Wer solche Aufgaben in der Grundschule mit Hilfe der Differenz lösen kann, der hat auf jeden Fall Gymnasialniveau.

          • Mit anderen Worten dürfen solche Aufgaben ohne weitere Vorgaben an den Lösungsweg im Gymnasium nicht mehr gestellt werden und erst recht nicht als höchstes Bildungsniveau.

      • Nichts leichter als das: Man sucht ganzzahlige Lösungen der Gleichung 14x+5y=100000, also y=20000-2,8x. Dann muss man z.B. nur noch 2000 und 3000 oder so für x einsetzen und rechnen. Was ist (bei Kenntnissen über lineare Funktionen) daran so schwierig?

        Das mittlere Niveau wird mit einer (sehr einfachen, da ohne Umstellen) Anwendung des Pythagoras erreicht.

        • @ Carsten60, xxx:
          Allein die Tatsache, dass Sie die Aufgabe als Mathematiklehrer lösen können, heißt doch wohl kaum, dass diese Aufgabe, die neben anderen Aufgaben im Rahmen eines Tests mit beschränkter Zeit gelöst werden muss, für Schüler der 9. Klasse nicht anspruchsvoll ist.
          Die Schüler müssen eine Reihe von kognitiven Leistungen erbringen:
          Sie müssen doch zunächst ein mathematisches Modell aufstellen: Gesucht wird ein ganzzahliges Zahlenpaar (x,y), das bei einer Funktion mit 2 Variablen den Funktionswert 100000 ergibt: 14x+5y=100000. Dann muss erkannt werden, dass die x und y in einem linearen Zusammenhang stehen: y=20000-2,8x.
          Weiter muss beachtet werden, dass x und y die Bedingung 0<=x<=5300 und 0<=y<=9300; x und y ganzzahlig erfüllen müssen. Eine konkrete Lösung muss dann durch Probieren unter Berücksichtigung des Definitionsbereichs errechnet werden.

          Das Argument, dass nur die vier Grundrechenarten benötigt werden, wie Carsten60 anführt, geht am Problem der Aufgabe voll vorbei.

          Ich finde Ihre Kommentare dem Anspruch der Aufgabe entsprechend nicht angemessen und sehr überheblich.

          • Ich finde es umgekehrt überheblich, eine solche Aufgabe den “Optimalstandards” am Gymnasium zuzuordnen, entsprechend der Schulnote 1. Man kommt mit bloßem Probieren ans Ziel, so wie ich geschrieben habe, ohne an Funktionswerte oder math. Modelle auch nur zu denken (einfach zwei willkürliche Zahlen wählen und den Erlös ausrechnen, danach die Zahlen entsprechend modifizieren. 5 der einen Art entsprechen 14 der anderen). Das ist keine anspruchsvolle gymnasiale Mathematik für die Note 1. Und diese Aufgaben zum Grundschulrechnen mit komplizierten Texten sind ja nicht untypisch bei diesen Tests (auch PISA). Wo bleibt das “Buchstabenrechnen” mit Potenzgesetzen, das in den Klassen 7-9 vorkommt? Noch in keinem Test habe ich eine quadratische Gleichung gesehen, die ja wohl mehr Probleme bereiten kann.
            Oder nehmen Sie die zweite Aufgabe in Kompetenzstufe IV (entsprechend der Schulnote 2). Da muss man nur entscheiden, ob ein (abgelesenes) Achtel von 55 größer oder kleiner ist als (angegebene) 60 % von 7,5. Nach gymnasialen Maßstäben von vor 20-30 Jahren ist das eher eine Hauptschulaufgabe. Und 50 % eines Jahrgangs sitzen heute in den Gymnasien. Dann sollen sie bitte auch gymnasiale Standards erfüllen gemäß den gymnasialen Bildungszielen. Und zu denen gehören nicht nur die 4 Grundrechenarten inkl. Prozentrechnung.

          • Ich gebe Ihnen Recht, Carsten. Die Aufgabe mit dem Stadion hätten auch sehr gute Viertklässler lösen können durch reines Ausprobieren. Ausprobieren, Lösungswege suchen und nicht nur gucken, auf welche Formel welche Aufgabenstellung passt, das ist in der heutigen Mathematik gefordert. Die größte Hürde für Viertklässler wäre bei solchen Aufgaben die Denkarbeit, die vorangestellt sein müsste. Und das ist das Wichtigste, dass man sich helfen kann, wie man an eine solche Aufgabe herangeht. Wir haben in der 4. Klasse schon ähnliche Aufgaben gestellt.
            Wenn die Schüler das Tabellenrechnen beherrschen, können sie mit der Zeit auch noch ganz andere Aufgaben lösen. Diese berühmten “Köpfe und Beineaufgaben” sind z.B. Aufgaben, die man gut durch Ausprobieren über Tabellenrechnen lösen kann. Das können dann, einmal eingeführt, auch mittelmäßige Schüler.
            Mir gibt bei den Aufgaben eher zu denken, dass sie vom Niveau her kaum oder nicht über das Niveau der VERA – Arbeiten Klasse 3 Mathematik hinausgehen, z.B. bei den stochastischen Aufgaben.

          • Herr Möller: Jetzt erklären Sie doch mal, wie überheblich ysnp ist. Ich hatte schon ganz oben beim ersten Beitrag gesagt, dass die Aufgabe Intelligenz erfordert, aber nicht notwendig mathematische Methoden wie “Modelle”, den “Modellierungskreislauf” oder lineare Funktionen mit Variablen.
            Denken Sie auch an die Stochatikaufgabe mit dem Brettspiel (wie Mensch-ärgere-dich-nicht) und der Kompetenzstufe III. Nach dem Bild muss man eine 6 würfeln. Und das nennt sich dann hochtrabend “Stochastik in der Sek I” und entspricht den KMK-Regelstandards für Klasse 9.
            Jetzt kommt was Provozierendes: Es könnte doch sein, dass diese von den IQB-Tests zugeordneten “Kompetenzstufen” in Wahrheit eher “Intelligenzstufen” sind. Das würde auch erklären, warum sie sich auch durch besseren Unterricht nicht mehr verbessern.

        • Die Frage, die sich mir stellt und die zur Einordnung in die Anforderungsbereiche beantwortet werden muss, ist, ob es bei dieser Aufgabe allein um das Ausrechnen zweier Lösungen geht oder ob, wie in der Aufgabe genannt, die Vorgehensweise schriftlich erläutert werden muss. Ist „einfach ausprobieren“ oder ein Rechenweg dafür ausreichend oder werden Ausführung zu Überlegungen und Vorgehensweise mit Bezug auf die Aufgabe notwendig?

          Man sieht es auch z.B. an der Zusammenstellung von VERA, dass die Einordnung nicht immer eindeutig ist UND dass ein so allgemeiner Test natürlich auch sehr einfache Aufgaben bedienen muss, wenn man eine Aussage zu Grundkompetenzen treffen will. Schließlich geht es um Diagnostik. Einzelne dieser Aufgaben lassen aber nicht den Schluss zu, dass der Test insgesamt sehr einfach ist.

          Kann man irgendwo den kompletten Test samt Erwartungshorizont oder Bewertungsgrundlage einsehen?

    • Meine Rede. Das erklärte politische Ziel sind möglichst viele Berechtigungen, Befähigungen sind zweitrangig. Die veilen Berechtigungen bekommt man auch am leichtesten durch geringere Anforderungen, weil das leistungsfähigste Drittel auch so schon das Abitur macht.

      • Ich habe nicht den Eindruck das die Anforderungen seit meiner Zeit niedriger geworden sind. Ich sehe an meiner Tochter dass einige Themen ganz anders und viel kürzer erarbeitet werden als noch zu meiner Schulzeit. Dazu kommt eine hohe Zahl von ausgefallenen Stunden in der Schule meiner Tochter. Ich habe den Eindruck dass die Schüler noch früher vieles selbstständig erarbeiten sollen als früher. Dazu kommen die GFS- Aufgaben, die nicht umsonst ganze Familie schafft heißen. Völlig unvorbereitet und meist ohne Unterstützung sollen bereits junge Schüler ohne klare Anleitung einen möglichst professionellen Vortrag halten. Ich beneide die Kollegen im Gymnasium nicht, allerdings erfahre ich ein gewisses Maß an arroganten Verhalten einzelner Kollegen und das finde ich bedauerlich. Ich bin immernoch eher für kleinere Klassen statt mit Lohnerhöhungen zu winken. Wenn ich meinen Job gut machen kann (bei guten Rahmenbedingungen) macht mich das glücklicher als eine kurzfristige Lohnerhöhung. D.h. eine Senkung der Klassengrößen muss zukünftig (nach Ausbildung ausreichender Lehrkräfte) festgelegt werden. Und die Schulpolitik muss wieder unabhängig werden von ständigen politischen Wechseln.

        • Doch. Mathematik ist zum Knöpfchendrücken auf dem Taschenrechner verkommen, in Fremdsprachen sind zweisprachige Wörterbücher zugelassen worden, Physik-GK hat keine fachliche Systematik und noch weniger Rechenanteile als früher. Andere Beispiele für andere Bundesländer als NRW gibt es sicherlich zu genüge.

          • Ihre pauschalen und herablassenden Bewertungen ohne Fakten gehen mir immer mehr auf den Geist, sorry.
            z.B. “Mathematik ist zum Knöpfchendrücken auf dem Taschenrechner verkommen.” So ein Unsinn.
            Bei Ihnen liest es sich meistens so, dass Sie als Lehrer nicht mehr machen dürfen, was Sie für richtig und notwendig halten.
            “Physik-GK hat keine fachliche Systematik”.
            Das bestreite ich. Aber selbst wenn es so wäre, warum bringen Sie denn nicht die notwendige Systematik in Ihren Physik-Unterricht rein. Wer hindert Sie denn daran?
            Ja, würde ich ja, aber die lassen mich ja nicht, reicht mir nicht als Antwort.

          • Das Problem an den heutigen Abituraufgaben ist, dass sie nur in der vorgegebenen Zeit lösbar sind, wenn man die optimale Strategie mit dem GTR findet. Ob sie mit den im Unterricht geübten (Standard-) Methoden passt, spielt da keine Rolle. Wenn ich einen fachlich anspruchsvollen Mathematikunterricht durchführe, mache ich mich rechtlich angreifbar, weil ich zwar auf ein Studium, nicht jedoch auf die Prüfungsaufgaben selbst vorbereite.

            Übrigens vermisse ich auch von Ihnen Fakten, dass das heutige Niveau höher oder zumindest genauso hoch ist wie zu Ihrer eigenen Schulzeit. Ich habe wenigstens Beispiele aus dem Lehrplan genannt.

  4. Wenn wirklich jeder 12 Schüler am Gymnasium überfordert ist, dann sollte man nicht die Freie Schulform Wahl abschaffen, sondern das noch momentane Schulsystem in dem wir leben.
    Außerdem eine Art Betreuung für diese Schüler wäre nicht übel.

  5. Vielleicht sollten wir mal von dem Kuschelkurs weg kommen. Da wollen die Eltern, dass ihre Kinder aufs Gymnasium gehen und regen sich dann auf, dass man von den Kids zu viel fordert. Es ist schon gut, dass man die Schuld dann den Lehrern und dem Schulsystem zu schieben kann.

  6. “Danach sanken die Leistungen der getesteten Neuntklässler an den Gymnasien im Bundesdurchschnitt.”
    Interessanter Trick im Text oben: nicht der Leistungsstand (falls er denn objektiv abgebildet wird), sondern die Änderungen werden zur Basis der Bewertung gemacht. Für genauere Analyse fehlt mir die Zeit.

  7. Carsten60 (13:22)
    Sie negieren, dass umfangreiche kognitive Operationen (siehe mein Beitrag oben) notwendig sind, um die Stadion-Aufgabe zu lösen.
    Lassen wir also die Empirie sprechen.
    Die im IQB-Bericht (so auch in PISA) berichteten Skalen sind so angelegt, dass sich sowohl die von den Jugendlichen erreichten Kompetenzen als auch die empirischen Schwierigkeiten der jeweiligen Aufgaben auf der gleichen Skala verorten lassen.
    Das bedeutet zum Beispiel: Sehr leichte Items liegen bei der Kalibrierung der verwendeten Skalen bei Schwierigkeitswerten von 400 Punkten und geringer, sehr schwierige Items bei Werten von 600 Punkten und höher. Hat ein Item zum Beispiel eine Schwierigkeit von exakt 600 Punkten, so bedeutet dies, dass Schülerinnen und Schüler mit einer Fähigkeit von 600 und mehr Punkten dieses Item mit einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit (62,5%) lösen. Schülerinnen und Schüler mit einem Fähigkeitswert unter 600 Punkten lösen das Item mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit.
    Die Stadion-Aufgabe hat einen empirischen Schwierigkeitswert von 705, d.h. dass nur Schüler mit einem Fähigkeitswert von ca. 700 diese Aufgabe mit hinreichender Wahrscheinlichkeit lösen können.
    95% der Schüler in Bayern und Sachsen – die Sieger 2018 – erreichten in Mathematik höchstens einen Fähigkeitswert von 684 (BY) bzw. 685 (SN). D.h. nicht einmal 5% der Schüler konnten diese Aufgabe mit hinreichender Sicherheit lösen.
    Die Kompetenzstufe V beginnt bei dem IQB-Test bei 675 Fähigkeitspunkten. Ca. 18% der bayerischen Gymnasiasten erreichten diese Stufe. 95% der Gymnasiasten erreichten andererseits höchstens eine Fähigkeitswert von 718. Dies lässt vermuten, dass nicht einmal 10% der Gymnasiasten die Stadionaufgabe lösen konnten. Die Lösungshäufigkeiten der einzelnen Items sind mir leider nicht bekannt, daher meine Schätzung im Intervall 675 bis 718.

    Noch ein Wort zum Umgang mit Term-Manipulationen in der Algebra, die Sie vermissen und die für Sie wohl die Krönung in der Schulmathematik der Sek I sind. Die sind natürlich sehr wichtig, sie machen aber bei weitem nicht die Mathematik insgesamt aus.
    In PISA 2000 wurde übrigens auch eine quadratische Gleichung als Aufgabe gestellt, sie war eine der empirisch schwersten im Aufgaben-Pool.

    • Zu der mangelnden Lösungskompetenz der Gymnasiasten:
      Könnte es nicht das Problem sein, dass am Gymnasium (also beim Unterricht) keine heuristischen und anderen Verfahren von Lösungswegen bei solchen Aufgaben zugelassen werden, sondern eben genau verlangt wird, eine Formel anzuwenden? Das würde natürlich verengen und die Schüler so wie früher, wenn ihnen die passende Formel dazu nicht einfällt, bei der Lösung nicht weiterkommen. Wenn Schüler einmal in einer solchen Denke sind, dann ist das schwer, sich davon zu lösen.
      Man kann mich gerne eines Besseren belehren, wenn ich das falsch einschätze.

      An der Grundschule gehen wir bei solchen Aufgaben andere Wege. Die Schüler sollen das Verfahren anwenden, über das sie zur Lösung kommen. Die ideale Aufgabe ist so offen, dass sie mehrere Möglichkeiten impliziert. Natürlich machen wir uns auch Gedanken über geschickte Lösungswege.

      • @YSNP:
        Offene Aufgaben (verschiedene Lösungswege) und die Beschäftigung mit heuristischen Verfahren und Lösungsstrategien zählen für mich zu den Essentials von “mathematical thinking”.
        Ob sie in den Schulen zu kurz kommen, kann ich nicht beurteilen, da mein Mathematikunterricht schon sehr lange zurück liegt. Ich habe sie immer wieder im Unterricht thematisiert. Lösungsstrategien kann man natürlich lernen und “trainieren”.
        Die Stadion-Aufgabe ist ein gutes Beispiel für solche Aufgaben.

    • Herr Möller: “kognitive Operationen” sind nur eine Umschreibung von Anwendung von Intelligenz. Also stimmen wir offenbar darin überein, dass diese Aufgabe Intelligenz erfordert, aber sonst fast nichts.
      Sie verschweigen dem Volk, dass bei diesen Tests ca. 50-60 Aufgaben für ca. 120 Minuten gestellt werden (bei PISA ja auch). Da überlegen sich die Leute schon, ob sie “sperrig aussehende” Aufgaben anpacken oder auf später verschieben. Das ganze ist weniger ein Mathe-Test als ein “Assessment-Center” im Interesse jener Kompetenzen, die unsere lieben Personal-Chef schätzen. Diejenige “Bildung”, die Personal-Chefs meinen, ist meilenweit von jener Bildung entfernt, die vielleicht Philosophen meinen, wenn sie davon sprechen. Siehe Wikipedia zum Stichwort “Bildung”.
      Zur quadratischen Gleichung bei PISA: Hier verschweigen Sie, dass PISA 15-Jährige testet, die in weiten Teilen der Welt quadratische Gleichungen noch nie gesehen haben. In Deutschland aber ist das Standard-Stoff von Klasse 8, also gibt es keinen Grund, das zu vemeiden. “Empirisch schwer” ist immer das, was die Leute nicht kennen oder nicht können. Das ist ja der Irrsinn, der dahinter steckt. Aber die kompetenz-gläubigen Leute sind so betriebsblind geworden, dass sie den Irrsinn nicht mehr als solchen erkennen können. Es ist wie mit Leuten innerhalb einer Sekte. Die denken nur noch in vorgezeichneten Bahnen und bestätigen sich gegenseitig, dass sie richtig liegen.

      • “Sie verschweigen dem Volk, dass bei diesen Tests ca. 50-60 Aufgaben für ca. 120 Minuten gestellt werden (bei PISA ja auch).”
        Da liegen Sie falsch.
        Diese Aufgaben werden über verschiedene Testhefte verteilt, mit anderen Worten nicht jeder Schüler muss alle Aufgaben lösen, sondern nur einen Teil.
        Die quadratische Gleichung wurde auch in Deutschland nur von wenigen gelöst, dies gilt auch für das Gymnasium.
        ““Empirisch schwer” ist immer das, was die Leute nicht kennen oder nicht können.”
        Ja, aber wie definieren Sie denn schwer?
        Hinter den Aufgaben im Test stecken nicht die Personalchefs, sondern Wissenschaftler und Praktiker, die gemeinsam Aufgaben erarbeiten, von denen sie annehmen (also normativ), dass sie von Schülern gelöst werden sollten, wenn sie sich in der Schule 9 Jahre mit Mathematik beschäftigt haben.
        Dies als sektenhaftes Verhalten zu bezeichnen ist schon ein starkes Stück.
        Um Vergleiche mit den Tests in der Vergangenheit herzustellen, werden sog. Ankeraufgaben, die wiederholt im Test verwandt werden, genutzt. Dahinter steckt natürlich eine elaborierte statistische Methodik.

      • in NRW sind quadratische Gleichungen Stoff der Klassen 9 (G8) oder 10 (GE). Somit haben 15-jährige Jugendliche noch längst nicht alle davon gehört. Abgesehen davon sind quadratische Gleichungen auch für viele Oberstufenschüler unüberwindbare Hürden.

        @Gerd Möller: Korrelation und Kausalität sind voneinander zu trennen.

      • Noch im Bildungsplan 2004 für BaWü (gültig bis 2015) werden quadratische Gleichungen am Gymnasium unter “Klasse 8” aufgelistet, aber ich sehe, die Länder verschieben jetzt alles immer weiter, z.B. das kleine 1×1 nach Klasse 3. Jedenfalls sollte man doch das testen, was im Bildungsplan steht, und nicht in Klasse 9 hauptsächlich das Grundschulrechnen, eingekleidet in komplizierte Textaufgaben (die dann plötzlich Intelligenz erfordern).
        Wieviele Aufgaben gibt’s denn nun für 120 Minuten? Bei PISA rechnet man pro Testitem mit zweieinhalb Minuten (habe ich gehört).
        Die “empirische Schwierigkeit” ist gerade bei der Mathematik Unsinn, denn eine Aufgabe wird sofort unlösbar, wenn man einen entscheidenden Begriff darin nicht kennt. Wenn man ihn aber kennt, kann sie dagegen leicht machbar sein.
        Dazu ein Gleichnis: Im Entenland sind die Fußballtrainer sehr am Fußballministerium orientiert. Dieses Fußballministerium veranstaltet regelmäßig Tests. Weil aber das Elfmeterschießen in früheren Tests eine ungeheuer hohe empirische Schwierigkeit hatte (kaum ein Kicker konnte das), hat man es mittlerweile aus dem Testprogramm herausgenommen. Das führt natürlich dazu, dass die Trainer es auch immer weniger trainieren lassen, denn als wichtig gilt im Entenland, was von Ministerium aus getestet wird.
        Ist das jetzt absurd genug?
        Auch bei der Mathematik wird das, was die Leute nicht können, später gar nicht erst getestet, und das “teaching to the test” ist ja ein bekannter Effekt. Als Ergebnis haben wir das, was auf Neudeutsch “Niveaulimbo” heißt. Der Link zu “schulforum-berlin.de” zeugt davon.
        Zu den verhassten Termen: Noch heute steht im bayerischen Lehrplan für das Gymnasium Klasse 7 ein Abschnitt “M 7.3 Terme und Gleichungen”. Darin heißt es “… stellen die Schüler fest, dass das Umformen von Termen bzw. das Lösen von Gleichungen nötig ist.” Dann wird man das in Klasse 9 ja wohl auch testen dürfen.

    • Ach ja: Der empirische Schwierigkeitsgrad ist eine unbrauchbarere Größe. Ein Vokabeltest deutsch-indonesisch “Hund, Katze, Maus” ist empirisch unglaublich schwer, objektiv bei Sprachkenntnissen sehr einfach.

  8. @ xxx (30.10. 19:44)
    „Übrigens vermisse ich auch von Ihnen Fakten, dass das heutige Niveau höher oder zumindest genauso hoch ist wie zu Ihrer eigenen Schulzeit. Ich habe wenigstens Beispiele aus dem Lehrplan genannt.“

    Ja, ich habe zur Kenntnis genommen, dass Sie die Niveau-Frage an den Lehrplänen aufhängen. Ja, man kann, muss aber nicht, bedauern, dass einige Stoff-Inhalte nicht mehr verpflichtend in den Lehrplänen aufgenommen sind. Dies reicht mir aber nicht, ernsthaft über Niveau-Vergleiche zu diskutieren. Die Beurteilung von Niveaus ist doch vorrangig davon abhängig, welche Wertvorstellungen man von Mathematik und dem Mathematikunterricht hat. Ihre und meine mathematischen Weltbilder gehen da wohl deutlich auseinander.
    Da der Platz in diesem Blog nicht ausreicht und das Thema zu fachspezifisch ist, verweise ich auf einen Artikel, den ich 2009 zu dieser komplexen Thematik geschrieben habe, erhebe aber natürlich keinen Anspruch, dass alle das so sehen müssen wie ich:
    https://www.researchgate.net/publication/281175277_Vermittlung_von_Werten_auch_im_Mathematikunterricht_-_Mathematische_Weltbilder_von_Lehrkraften_haben_Auswirkungen_auf_die_Mathematikleistungen_der_Schuler

    • Mein mathematisches Weltbild ist die reine Mathematik als abstrakte beweisende Wissenschaft, wie sie an den Hochschulen auch in Veranstaltungen für Naturwissenschaftler vermittelt wird. Davon und auf eine Vorbereitung darauf ist die derzeitige Schulmathematik weit entfernt.

      • Der Mathematikunterricht kann doch nicht nur für die Schüler da sein, die später Mathematik studieren.
        “Davon und auf eine Vorbereitung darauf ist die derzeitige Schulmathematik weit entfernt”
        Das ist aber kein Fakt, sondern lediglich Ihre Meinung. Es gibt auch andere, die Sie aber nicht akzeptieren. Ganz nach dem Motto: Wie ich es sehe, so ist es auch.
        Das finde ich schade!

        • Das ist richtig. In einem Leistungskurs sind das aber eine Menge und es gibt nur wenige Studiengänge, die komplett ohne abstrakt-logisches Denken auskommen.

          Wo muss man denn Ihrer Meinung nach in der Schulmathematik noch logisch-abstrakt denken oder nennenswert Algebra verwenden? Die Devise “Im zweiten Prüfungsteil soll keine Gleichung von Hand gelöst werden” zeigt das doch zu genüge. Eine Übersetzung von einem Pseudo-Sachzusammenhang in eine Rechenaufgabe und wieder zurück ist kein abstrakt-logisches Denken, das ist eine zur Hilfswissenschaft verkommene Version von Rechnen.

          (Mathematik fängt da an, wo Rechnen aufhört. Das ist ähnlich wie Informatik und Programmieren)

        • Die drei mathematischen Fachverbände haben in einem sog. Maßnahmenkatalog festgestellt, dass 47 % der Studierenden irgendeinen Mathekurs im Studium belegen müssen:
          http://www.mathematik.schule-hochschule.de
          Das häufig gehörte Gerede von den wenigen, “die später Mathematik studieren”, ist somit nur als Vorwand zu verstehen, es den Abiturienten so leicht wie möglich zu machen, um dann stolz die hohen Abiturquoten präsentieren zu können. Da dürfte vieles andere in den Schulfächern für weniger Studierende als 47 % relevant sein.

          • Danke für den Link. Ich hätte deutlich mehr als 47% geschätzt, weil gerade Statistik in vielen Wissenschaften wichtig ist. Mathematische Modelle spielen in der Linguistik eine Rolle.

  9. Zitat:
    “Zum Gesamtbild gehört aber auch: Bayern und Sachsen verzeichnen mit 45,3 Prozent beziehungsweise 46,3 Prozent mit die geringsten Studienberechtigtenquoten in Deutschland, bringen also vergleichsweise wenige Abiturienten und Fachabiturienten hervor.”

    Gibt es auch Untersuchungen, wieviele davon auch ein Studium erfolgreich absolvieren?
    In Finnland erhalten über 90 % eines Jahrgangs ein Abiturzeugnis. Allerdings ist dies in Finnland keine Studienberechtigung, da dort für jedes Fach Aufnahmeprüfungen absolviert werden müssen. Diese Prüfungen schafften zum Beispiel im Jahr 2018 an der Uni Helsinki im Schnitt 13 Prozent der Bewerber.

  10. Schock! Am Gymnasium wird keine Mathematik mehr unterrichtet, sondern “Schulmathematik” oder “heutige Mathematik”. Der Unterschied ist klar: man muss nur die Lösungen von Carsten60 (oder ysnp) und vom Herr Möller vergleichen.
    Ich habe einen Sohn in 8. Klasse am Gymnasium in BaWü. Die Lehrkräfte machen sich heutzutage bequem. Überwiegend Selbständige- und Gruppenarbeit mit quantitativen Lösungsprüfung. Mathe, Logisches Denken und Lösungsstrategien kann man natürlich lernen und trainieren, man muss nun üben. Wenn ich Aufschrieb von meinen Sohn sehe, muss ich offen sagen, die Zeit in der Schule wird nicht effizient genützt.

    • Die Lehrer machen es sich nicht bequem, sie setzen das um, was ihnen im Referendariat und in Fachzeitschriften als moderner Unterricht beigebracht wurde.

      Gegen Schulmathematik habe sogar ich nichts, solange das Niveau stimmt und das tut es, wenn die Grünen mitregieren, schnell nicht mehr. Der Absturz von Baden-Württemberg binnen weniger Jahre belegt das leider eindrucksvoll.

  11. ” Dies ist ein starker Hinweis darauf, dass die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung eine Förderung in homogeneren Klassen ermöglicht und so für alle Kinder – auch die leistungsschwächeren – einen größeren Lernfortschritt mit sich bringt.“

    hä?! Das widerspricht sich doch völlig!
    Wenn “homogenität” da ist, GIBT es keine “leistungsschwächeren”.. Herr Scholl, wie kommen Sie denn auf so eine Aussage/Rückschluss ??

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