Gebauer zahlt neuen Grundschullehrern künftig 350 Euro im Monat mehr – die alten gehen leer aus. Ist das gerecht?

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DÜSSELDORF. Ein Lehrer-Zuschlag an unattraktiven Schulstandorten und für Mangelfächer, plakative Reklame, Reaktivierung von Pensionären – die nordrhein-westfälische Landesregierung zieht viele Register, um neue Lehrer zu gewinnen. Schulministerin Yvonne Gebauer geht jetzt mit neuen Maßnahmen gegen den dramatischen Lehrermangel an den Start. Eine Million Euro gibt sie allein für eine Werbekampagne aus.

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer mit einem Plakat, das für Lehrernachwuchs sorgen soll. Foto: Schulministerium NRW
Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer mit einem Plakat, das im vergangenen Schuljahr für Lehrernachwuchs sorgen sollte – mittlerweile gibt’s für die Kampagne neue Motive (News4teachers berichtete). Foto: Schulministerium NRW

Schulen, die erfolglos versucht haben, Lehrerstellen zu besetzen, können künftig mit einem finanziellen Zuschlag locken. Bei Neueinstellungen können ab 2020 für zweieinhalb Jahre monatliche Zuschläge von 350 Euro brutto gezahlt werden. Das ist Teil des dritten Maßnahmenpakets gegen Lehrermangel, das Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellt hat. Bis 2022 sollen dafür insgesamt 17 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

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LEHRERMANGEL: Der finanzielle Anreiz ist an verschiedene Bedingungen geknüpft: Ohne Fächereinschränkungen gilt er für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) sowie Berufskollegs und die sonderpädagogische Förderung. Hier fehlen laut Lehrerbedarfsprognose in den nächsten zehn Jahren rund 15.000 Lehrkräfte in NRW.

MANGELFÄCHER: Für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) ist ein Zuschlag für die Fächer Mathematik, Informatik, Physik und Technik möglich. In anderen Fächern gibt es nach Angaben des Ministeriums für dieses gut dotierte Lehramt allerdings einen Bewerberüberhang von etwa 16.000 Fachkräften. Bei besonderen örtlichen Engpässen können in Einzelfällen aber auch andere Fächer für die Zulage infrage kommen.

VORAUSSETZUNGEN: Der Zuschlag kann an neu eingestellte Lehrkräfte gezahlt werden, wenn die Schulen in den zwölf Monaten zuvor alle Ausschreibungs- und Listenverfahren in der betreffenden Fächer-Kombination erfolglos genutzt haben und es nicht um Versetzungen geht. Das Schulministerium geht davon aus, dadurch dauerhaft 1750 zusätzliche Stellen ins System zu bekommen.

PROFITEURE: «Es werden vor allem auch Schulen des Ruhrgebiets profitieren», sagte Gebauer. «Viele versuchen dort leider vergeblich, freie Stellen zu besetzen.» Das gelte ebenfalls für den ländlichen Raum.

GERECHTIGKEIT: Die geplanten Zulagen für Stellen, die schwer zu besetzen sind, sieht der VBE kritisch, weil die langjährigen Lehrkräfte keine Berücksichtigung finden. „Das ist sehr heikel für den Frieden in den Kollegien. Die Lehrkräfte, die teils seit Jahrzehnten in schwierigeren Lagen arbeiten, erhalten keine Wertschätzung für ihre Leistung. Gleichzeitig zählt aber jede originäre Lehrkraft“, erklärt VBE-Landesvorsitzender Stefan Behlau. Die GEW kann zwar grundsätzlich mit Anreizen für Lehrer mit besonderen Herausforderungen gut leben. “Es ist richtig, dass die Ministerin einen neuen Weg zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels geht und Ungleiches ungleich behandelt.” Die Gewerkschaft betont aber auch: “Es schürt Unfrieden in diesen Schulen, wenn diejenigen, die diese schwierigen Verhältnisse bereits durchstehen, von einer derartigen Erschwerniszulage nicht profitieren sollen.”

SCHULFORMWECHSLER: Oberstufenlehrer, die an eine Grundschule gehen, verdienen nach Angaben der Ministerin eingangs mit rund 3346 Euro Bruttomonatsgehalt ebenso viel wie die anderen dort Tarifbeschäftigten. Sobald sie berufsbegleitend das Lehramt für die Grundschule und damit die Voraussetzung zur Verbeamtung erwerben, steigen sie in die Besoldungsgruppe A 12 und damit auf rund 3654 Euro. Dafür sollen jetzt die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. In der mit A 13 besoldeten Oberstufe des Gymnasiums hätten sie allerdings 4265 Euro verdienen können.

Wegen des großen Bewerberüberhangs am Gymnasium hätten sie aber an den Grundschulen bessere Aussichten auf einen Job, erklärte Gebauer. Bislang hätten 391 Lehrkräfte für die Sekundarstufe II das ursprünglich auf zwei Jahre befristete Angebot an einer Grundschule angenommen. Der VBE glaubt nicht, dass viele Oberstufenlehrer länger an einer Grundschule bleiben werden, solange die «Gerechtigkeitslücke» zwischen A12 und A13 nicht geschlossen werde. Auch die GEW bekräftigte ihre Forderung nach gleicher Eingangsbesoldung für alle Lehrkräfte. Die Landesregierung arbeite an der Besoldungsfrage, versicherte Gebauer.

SEITENEINSTEIGER: Bei Neueinstellungen von Tarifbeschäftigten sollen Seiteneinsteiger mit «geeigneter beruflicher Vorerfahrung» eine bessere Eingruppierung erhalten können. Derzeit werde geprüft, wie die bereits bestehenden Möglichkeiten für Seiteneinsteiger auf zusätzliche Personengruppen erweitert werden können.

PENSIONÄRE: Die eigentlich bis Ende 2019 befristete Möglichkeit, als Pensionär ohne Abzüge vom Ruhegehalt weiter zu unterrichten, soll durch eine Gesetzesänderung bis 2024 verlängert werden. Zurzeit nutzten rund 800 Pensionäre diesen unbegrenzten Zuverdienst, sagte Gebauer.

STUDIENPLÄTZE: Die Zahl der Bachelor-Studienplätze für die Lehrämter an Grundschulen und für die sonderpädagogische Förderung soll ab dem kommenden Wintersemester um insgesamt 800 zusätzliche Angebote erweitert werden. Seit dem Regierungsantritt 2017 habe die CDU/FDP-Koalition bereits 1450 neue Studienplätze geschaffen, bilanzierte Gebauer. «Bis 2022/23 werden es rund 5000 zusätzlich sein.»

WERBE-KAMPAGNE: Die 2018 begonnene Werbe-Kampagne für den Beruf wird mit Großflächen-Plakaten und vor allem im Internet fortgesetzt. Dafür seien für 2019 und 2020 jeweils eine Million Euro veranschlagt.

BILANZ: Die bisherigen Maßnahmen der schwarz-gelben Regierung hätten schon 1700 Lehrereinstellungen ermöglicht, die sonst nicht zustande gekommen wären, sagte Gebauer. Eine Lösung des Lehrermangels werde aber viel Zeit brauchen. Auch die neue Zulage könne das Problem nicht allein beheben. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Für die Grundschulen ist kein Geld da, das Gymnasium wird gepäppelt – wie Schwarz-Gelb die Zukunft verspielt

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25 KOMMENTARE

  1. Letztlich ist es eine Geld-Spirale ohne Ende. Erst sollen es die bekommen, die man in unbebliebte Gegenden locken will (Buschzulage) oder die erschwerte Bedingungen haben (Brennpunktzulage) oder die Mangelfächer abdecken …… Dann sind die anderen sauer, die das nicht bekommen und wollen es auch, dann haben Erstere aber keinen Vorteil mehr und müssen wieder was Neues (eine neue Zulage?) erhalten, dann geht das Spiel von vorne los … ohne Ende.

    Die bereits Eingestellten bekommen alle paar Jahre automatisch (nicht nach Leistung) einige hundert Euro mehr. So fängt man mit rund 3500,- Euro an und landet dann bei 6000,- und mehr (!) Euro brutto. Aber das ist dann auch wieder nicht genug und man jammert, weil die Neulinge mit 3500,- Euro brutto diese Zulage bekommen und man selber sie mit seinen 6000,- Euro brutto nicht.

    Immer nur Geld, Geld, Geld ……….

    • Zitat: “„Das ist sehr heikel für den Frieden in den Kollegien. Die Lehrkräfte, die teils seit Jahrzehnten in schwierigeren Lagen arbeiten, erhalten keine Wertschätzung für ihre Leistung. Gleichzeitig zählt aber jede originäre Lehrkraft“, erklärt VBE-Landesvorsitzender Stefan Behlau.”

      Und dass rund 40.000 Lehrer in NRW erhebliche finanzielle Nachteile haben, weil sie nicht verbeamtet sind, das spielt keine Rolle und gefährdet nicht den Frieden in den Kollegien?

      – höhere Pension
      – Familienzuschlag
      – unbefristete 100% Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfalle
      – nahezu unkündbar
      – höheres Netto, weil keine Sozialabgaben

      Aber 350,- Euro mehr gefährden den Frieden in den Kollegien!?!

  2. Hoppla Mückenfuß/Sofawolf, wo steigt man denn als Grundschullehrer mit so einem Gehalt ein? Und die Endstufe kenne ich so auch nicht. In welchem Bundesland ist das? Da lohnt sich der Umzug, ob aufs Land oder in die Stadt.

    • Nr. 5, die es endlich mitbekommen hat und allen Ihre Erkenntnis mitteilen muss. Ein halbes Jahr zu spät, würde ich mal sagen.

      Und dann noch ein … Kommentar. Schauen Sie doch in die Gehaltstabellen! Dutzenfach verlinkt, aber bemühen Sie doch mal selbst Google oder belegen Sie doch wenigens Ihre “Gegenrede”. A12/E11-Grundschullehrer bekommen ein Einstiegsgehalt von rund (!) 3500,- Euro.

      In Berlin allerdings jetzt rund 5300,- Euro in E 13.

      • Die Endstufe kennen Sie auch nicht? Belegen Sie doch mal was, als einfach nur zu behaupten! (Jeder Lehrer einer weiterführenden Schule, mit der Sie sich hier so gerne gleichstellen, weiß, dass man Behauptungen belegen muss – mindestens, wenn sie strittig sind.)

        Oder soll ich das wieder tun, weil Sie zu faul sind? Und dann herrscht Schweigen im Walde, wenn man erkennen muss, dass man wieder Quatsch geredet hat.

      • Ich weiß ja nicht, welche Gehaltstabelle Sie zu Grunde legen, aber für GS-Lehrer in NRW liegt das Endgehalt derzeit bei knapp 4800 € und nicht, wie von Ihnen gern behauptet, bei 6000 €.

        • Es gibt verschiedene Bundesländer mit verschiedenen Besoldungen.

          Ich sprach an der STelle nicht nur von Grundschullehrern, meine ich. Ich habe gerade noch mal nachgeschaut und sehe in A 12 bis zu rund 5000,- (auch leicht drüber) und in A 13 bis zu rund 6000,-.

          • Also war die Aussage nachweislich falsch.
            Fakt ist : im bevölkerungsreichsten Bundesland wird man als Grundschullehrer oder SEK 1 Lehrer nicht wirklich gut bezahlt.

            Sind wir doch mal ehrlich, wer würde mit zwei Staatsexamen in der freien Wirtschaft für 5.000 brutto morgens auch nur aufstehen?

            Richtig schwach.

          • Und das ist bezogen auf das maximale Gehalt, vom
            Einstiegsgehalt will ich gar nicht erst sprechen. Das ist einfach zu wenig um in Köln, Düsseldorf, ja selbst in Essen – Rüttenscheid, angemessen zu leben. Na ja da heißt es wieder abwählen und bis sich was ändert – Dienst nach Vorschrift.

          • Oh Man Reisinger… “nicht wirklich gut bezahlt” und “Das ist einfach zu wenig um in Köln, Düsseldorf, ja selbst in Essen – Rüttenscheid, angemessen zu leben”

            Bei Steuerklasse 1 erhält man bei A12 zum Einstieg knapp 3000 € netto. Dies wächst in der Tabelle von 2019 auf 3600 € netto an. Damit Sie, Palim und alle anderen mal wieder einen Bezug zur Realität bekommen, hier der Vergleich wo ihr Gehalt anzusiedeln ist:

            https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/3-440-euro-netto-im-monat-mit-diesem-einkommen-zaehlen-sie-zur-gehalts-oberschicht/24894732.html

            “Na ja da heißt es wieder abwählen und bis sich was ändert – Dienst nach Vorschrift.”

            Dann kündigen Sie doch. Niemand zwingt sie in diesem ausbeuterischen System zu arbeiten. Es braucht auch niemanden wie sie. Weder Schüler noch Kollegen.

    • Danke, OlleSchachtel,
      für den Versuch, die Dauerschleife zu unterbrechen.
      Leider gibt es hier nur eine Meinung, die uns solange eingetrichtert und immer wieder unter die Nase gerieben wird, bis wir sie endlich als einzige Wahrheit anerkennen wollen.

  3. So siehts genau aus, Herr Mückenfuß. Woraus man sieht: Gerechtigkeit ist kein Wert mehr, jedenfalls nicht in der Politik. Und das schon lange nicht mehr. Man könnte höchstens sagen: Mit Gerechtigkeit kann ich kein Gemeinwesen steuern. Das zu verbrämen! Darum geht es in Millionen Talkshows und Debatten.

  4. Oh man Felixa. Noch nie was von der PKV gehört ? Also mit zwei Staatsexamen sind es 2700 Netto, mehr zum Einstieg ist nicht drin. Den Rechner bitte richtig nutzen.

    Und wenn das für dich viel ist, kommst du vlt aus einer Arbeiterfamilie aber damit machst du nicht die größten Sprünge.

    300 netto mehr wäre schon ein Brett, ein verdientes Brett wohlgemerkt.

    • Du arme Sau musst auch noch die PKV abziehen. Ja stimmt, mit 2700 € netto als Einstiegsgehalt zählt man zu den armen Schluckern in diesem Land. In Zahlen ausgedrückt: zu den oberen 15%. Wie heißt es zudem in der von mir verlinkten Quelle:

      “Akademiker müssen als Alleinlebende ein Einkommen von 2.541 Euro zur Verfügung haben, damit sie genau in der Mitte der Gruppe der Hochschulabsolventen landen.”

      Schon zum Einstieg liegt man also bereits über dem Median.

      “Und wenn das für dich viel ist, kommst du vlt aus einer Arbeiterfamilie aber damit machst du nicht die größten Sprünge.”

      Wie begründest du das? Einstiegsgehalt – PKV = obere 15%, Endgehalt – PKV = obere 10%. Kann es sein, dass du selbst außerhalb des Beamtenleben nichts kennst? In der Wirtschaft kriegst du das Geld nicht hinterher geschmissen. Ohne Führungsverantwortung und/oder attraktive Branche (z.B. IT) ist ein vergleichbares Nettogehalt zu A12 und A13 nicht drin. Da sind dann die Vorteile der PKV, höhere Pension, usw. noch gar nicht eingerechnet.

      “300 netto mehr wäre schon ein Brett, ein verdientes Brett wohlgemerkt.”

      Inwiefern ist verdient und Dienst nach Vorschrift in Einklang zu bringen?

      Beantworte mir doch bitte 2 Fragen:
      1. Du wusstest doch, dass du “nur” A12 erhältst. Wenn dir Geld doch so wichtig ist, warum bist du diesen Weg dann dennoch bewusst gegangen?
      2. Warum kündigst du nicht einfach, wenn du so unzufrieden bist, nur Dienst nach Vorschrift machst und, wie du es ja hier ständig betonst, mit zwei Staatsexamen für das Geld ja wohl kaum aufstehen würde?

      Ich weiß die harte, aber ehrliche Antwort darauf:
      1. Du wolltest Grundschullehrer werden, unabhängig von A12, hast aber mittlerweile die Lust daran verloren. A13 wäre vermutlich ein Weg für dich dein Deputat zu senken ohne auf Geld verzichten zu müssen. An der Einstellung zur Arbeit wird sich mit A13 nämlich nichts ändern.
      2. Du würdest nichts besseres finden. A12, PKV, Pension, Fortzahlung der Bezüge bei Krankheit, u.v.m. sind dann doch attraktiver als die unsichere Wirtschaft.

      • Die Zahlen sind schon etwas älter. Die guten Lohnerhöhungen der letzten Jahre bleiben also unberücksichtigt.
        Zudem startet man in A12 mitnichten mit 3000 netto, diese hat man erst in Stufe 6, man startet bei A12 in Stufe 4, zumindest in NRW. PKV natürlich noch abzuziehen…

        Will hier nicht mitdiskutieren, aber wenn Fakten, dann bitte korrekt.

        • “Will hier nicht mitdiskutieren, aber wenn Fakten, dann bitte korrekt.”

          Kein Problem, aber dann auch die korrekten Zahlen liefern:
          http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/nw?id=beamte-nrw-2019&g=A_12&s=0&f=0&z=100&zulageid=10.1&zulageid=10.2&zulage=&stj=2019&stkl=1&r=0&zkf=0

          NRW, A12, Stufe 4, Steuerklasse 1: 2932,28 € netto. Bei Stufe 5 sind es bereits 3035,52 €.

          Ab 01.01.20 sind es dann übrigens in Stufe 4 3006,31 € netto. Nur falls jemand kleinkariert anmeckert, dass 2932,28 € ja keine 3000 € seien.

          • So lächerlich . Man sieht, dass du gar keine Ahnung hast.

            Es gibt keine Strukturzulage bei Sek 1 und Grundschullehrern.

            Also mal schön 100 abziehen.

          • Ach, und warum steht dann auf meiner Abrechnung in Stufe 6 3005?
            Wer ist wohl seriöser? LBV oder iIhre Quelle?
            Und nein VL o.ä. nicht enthalten.

            Diese Rechner sind Mist!

          • Es ist echt schwierig, wenn Sie nicht beide mal die Kommentarkette einhalten. So schwer ist das nicht.

            @Reisinger Dann klären Sie doch auf, ich mache doch gerade hier ihre Arbeit. Die Zulage hat der Rechner automatisch eingefügt, das habe ich nicht gesehen. Nun ziehen wir dies ab und kommen dann auf ein paar Euro weniger. Entkräftet also meine Aussagen nicht.

            “Wenn wir dann die PKV abziehen”

            Naja das können Sie im Grunde genommen ja nur schwer vergleichen, Sie kommen in ihrer Rechnung scheinbar auf 2600€. Jemand anders bekommt mehr raus, wiederum jemand anderes weniger. Wie viel sie zahlen ist eben sehr individuell. Nur selbst mit 2600 € gehören Sie halt immer noch zu den Besserverdiener. Auch unter Akademikern liegen Sie in der oberen Hälfte.

            Im übrigen warte ich noch auf ihre Antwort auf meine beiden Frage. Wo bleibt diese? Können Sie auch noch mehr als nur motzen?

            “Wo ist die Tabelle, wo man Menschen mit einer ähnlichen Qualifikation vergleicht? Also 2 Staatsexamen?”

            Mit wem wollen Sie sich denn vergleichen? Der Durchschnitt bzw. Median der Gesellschaft UND aller Hochschulabsolventen genügt ihnen ja nicht. Da sehen Sie ja gut aus. Also am besten ein Vergleich mit einer Gruppe die besonders gut verdient? Wer soll das sein? Selbst das Nettogehalt von Ärzten oder Informatikern liegt im Durchschnitt nicht wesentlich höher als Ihres.

            “Finde es bitter, wie dieses weitere Maßnahmenpaket von Gebauer so wenig negative Beachtung findet.”

            Warum es so wenig Beachtung findet: wenn diese 350 € nicht massiv Lehrpersonal anzieht, spielt das denen in die Karten, die A13 für Alle für keine gute Idee halten. Es muss abgewartet werden, inwiefern sich die Maßnahme entwickelt.

            @Cr “Ihre Zahlen sind o. Kirchensteuer aber mit Zulage- nun sind die Zahlen erklärbar.”

            Also die Kirchensteuer können Sie ja wohl kaum anrechnen. So kann ich mein Geld auch klein rechnen. Im übrigen wie jeder Nicht-Beamte dann natürlich auch.

      • Es ist ein Hohn, wenn die PKV nicht auf das Netto in dieser Rechnung miteinbezogen wird. Schließlich muss ich die ja zahlen. Oder aber 700+ in der GKV. Und nein, ich hab den normalen Durschnitts-Tarif und komme dennoch als Einsteiger auf 2600.
        Kommen wir zu dieser Statistik. Die kenne ich selbst, halte sie aber vor allem bei Lehrern für Schwachsinn.

        In dem Netto bei Beamten in NRW alles drin übrigens, weder Weihnachtsgeld noch Urlaubsgeld kommt dazu. Dann sehe ich, dass man mit 3440 netto zur Oberschicht beim Gehalt zählen soll. Das ist ja immerhin eine Differenz von fast 900 Euro.
        „Akademiker müssen als Alleinlebende ein Einkommen von 2541 zur Verfügung haben, damit sie genau in der Mitte der Gruppe der Hochschulabsolventen landen.“

        Aha. Ich liege als Sek1 – Lehrer in NRW in der Mitte, und ich soll ja gefälligst zufrieden sein. In einem Umfeld, das prozentual in den letzten Jahren sicherlich 50% schwieriger geworden ist als zB am Gymnasium oder an einer guten Gesamtschule. Daher vergleiche ich mich mit diesen Lehrern.
        Hinsichtlich der katastrophalen Stellensituation ist weiterhin Manche Lehrer in NRW mit A12 zu bezahlen die größte Frechheit und ich müsste schmunzeln, wenn irgendwann das ganze System einfach zusammenbricht, weil sich das keiner mehr geben will.

        • Zunächst finde ich es schade, dass Sie nicht auf meine Fragen eingehen. Gerade Sie als Einsteiger, wie sie sich selbst bezeichnet haben, ist es doch super interessant darüber etwas zu erfahren:
          1. War ihnen nicht bewusst, dass es “nur” A12 gibt?
          2. Warum kündigen Sie nicht einfach? Als Beamter mit 25 Dienstjahren ist das sicherlich eine schwere Entscheidung bezogen auf Pension vs. Rente, aber als Einsteiger ist das ja gar kein Kriterium.

          “Es ist ein Hohn, wenn die PKV nicht auf das Netto in dieser Rechnung miteinbezogen wird.”

          Dürfen Sie ja. Es ist nur schwer bis gar nicht vergleichbar, da jeder etwas anderes zahlt. Selbst ein Standardtarif kann abweichen, abhängig von Alter, Vorerkrankungen, Sehhilfe, etc.

          “In dem Netto bei Beamten in NRW alles drin übrigens, weder Weihnachtsgeld noch Urlaubsgeld kommt dazu.”

          Das gibt es ja auch nicht überall und wird normalerweise in solchen Zahlen einkalkuliert, da man das Bruttojahresgehalt als Grundlage nimmt.

          “Dann sehe ich, dass man mit 3440 netto zur Oberschicht beim Gehalt zählen soll. Das ist ja immerhin eine Differenz von fast 900 Euro.”

          Sie sagen doch selbst, dass Sie Einsteiger sind. Mal ganz ehrlich, was erwarten Sie denn? Zum Berufseinstieg direkt 3440 € netto? Das werden nur ganz wenige schaffen. Das wären 70-75 Tausend € Brutto pro Jahr.

          “Aha. Ich liege als Sek1 – Lehrer in NRW in der Mitte, und ich soll ja gefälligst zufrieden sein.”

          Zum Berufseinstieg (!) UND in der Mitte von Akademikern, bei denen ALLE Gehälter eingerechnet sind. Also auch von jenen, die bereits 40 Jahre Berufserfahrung haben.

          “In einem Umfeld, das prozentual in den letzten Jahren sicherlich 50% schwieriger geworden ist als zB am Gymnasium oder an einer guten Gesamtschule.”

          Ich stelle mal die steile These auf, dass das jeder, auch Nicht-Lehrer, von sich behaupten würden. Zudem wird das Arbeiten an Gymnasien und Gesamtschulen sicherlich nicht einfacher, da heute ja jeder auf das Gymnasium kann. Messbar wird so etwas nur schwer sein.

          “Daher vergleiche ich mich mit diesen Lehrern.”
          Das ist legitim. Es sagt jedoch nichts über die Besoldungsstruktur aus. Ich kann mich auch mit A14- oder A15-Kollegen vergleichen. Viele davon arbeiten für diese Besoldung mehr als zu A13, sodass der Stundenlohn für diese Kollegen geringer geworden ist. Es gibt aber auch Kollegen, die das Geld fast geschenkt bekommen, weil die Aufgaben nur selten Arbeit erfordern.

          “Hinsichtlich der katastrophalen Stellensituation ist weiterhin Manche Lehrer in NRW mit A12 zu bezahlen die größte Frechheit und ich müsste schmunzeln, wenn irgendwann das ganze System einfach zusammenbricht, weil sich das keiner mehr geben will.”

          Wie vielen bekannt ist, unterrichte ich Mathematik und Informatik. Der Mangel in diesen Fächer, gerade in der Informatik, ist regional noch eklatanter als für Grundschulen. Mehr Geld wird da jedoch keine Lösung sein. Zu viele brechen das Mathematikstudium aufgrund der hohen Anforderungen ab. Sind das also alles ungeeignete Lehrer? Ich glaube kaum. Das wäre ein guter Ansatzpunkt. In der Informatik fängt es bereits in der Schule an, dass zu wenige auf dem Schirm haben, dass man das auch auf Lehramt studieren kann. Immer mehr studieren Informatik, die Zahl im Lehramt stagniert jedoch seit Jahren.

          Was möchte ich damit sagen? Es muss eine Ursachenforschung betrieben werden. Geld kann eine Ursache sein. Sie muss es jedoch nicht. Ansätze wurden hier ja genannt:
          1. mehr Studienplätze
          2. Reduzierung der Studien- bzw. Ausbildungsdauer

          Ich habe das hier ja auch schon erwähnt. Letztes Jahr traf es die Tochter einer Kollegin. Diese Jahr ein eigenes Familienmitglied. Wunsch: Grundschullehramt. Aktueller Stand: kein Studienplatz, die Erste studiert nun BWL, die Zweite Deutsch/Englisch für Gymnasium/Gesamtschule. A13 hätte in den Fällen nicht geholfen.

  5. Wenn wir dann die PKV abziehen, sind wir bei 2600. Also nichts beschönigen. Und auch traurig , dass man sich mit dem Durchschnitt vergleichen sollte.

    Wo ist die Tabelle, wo man Menschen mit einer ähnlichen Qualifikation vergleicht? Also 2 Staatsexamen? Finde es bitter, wie dieses weitere Maßnahmenpaket von Gebauer so wenig negative Beachtung findet.

    Damit verschafft sie sich Luft bis in die nächste Legislaturperiode.

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