Projekt soll Missbrauch und Gewalt in katholischem Internat aufarbeiten

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TRIER. In einem Internat in der Eifel sollen Schüler Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt geworden sein. Die Übergriffe liegen schon Jahrzehnte zurück. Ein Projekt soll sie nun systematisch erfassen – unabhängig von der Kirche.

In dem katholischen Internat soll es zu zahlreichen Übergriffen auf Schülerinnen und Schüler gekommen sein. Foto: pixabay

Ein kirchenunabhängiges Projekt soll mutmaßliche Gewalttaten an Schülern in einem mittlerweile geschlossenen katholischen Internat in Gerolstein in der Eifel aufarbeiten. Es gehe um «sexualisierte, physische und psychische Gewalt im Internat Albertinum Gerolstein», sagte die Erziehungswissenschaftlerin Claudia Bundschuh zum Beginn des Projekts am Donnerstag in Trier. Seit 2010 habe es mehrere Hinweise von früheren Internatsbewohnern auf sexuellen Missbrauch und körperliche Misshandlungen gegeben. Daraufhin hatte das Bistum Trier eine unabhängige Aufarbeitung beauftragt.

Das Internat existierte von 1946 bis 1982. Wie viele Schüler insgesamt Gewalt erlitten hätten, sei unklar. Es gebe Dokumente mit Hinweisen und Aussagen dazu, dass unter allen drei Direktoren des Internats Gewalt ausgeübt worden sei, sagte Bundschuh. Die Direktoren würden zudem selbst der Gewaltausübung beschuldigt. Das Projekt soll im Spätsommer 2021 abgeschlossen sein. Vermutlich werde auch dann nicht die Gesamtzahl der Betroffenen eindeutig zu beziffern sein.

Das Projekt hat sich eine «Aufarbeitung mit und für Betroffene» auf die Fahnen geschrieben. Vorab hätten sich «nur wenige» Ehemalige gemeldet und Interesse an Mitwirkung am Projekt bekundet. Man setze aber darauf, dass sich nach dem Start weitere meldeten. Geplant seien Einzelgespräche mit Betroffenen über deren Erfahrungen, sagte die zweite Leiterin des Projekts, Rechtsanwältin Bettina Janssen. Die Schilderungen flössen anonymisiert in den Bericht ein.

Es gehe nicht nur um die Aufdeckung von Gewalttaten im Internat, sondern auch um die Vermittlung von Hilfsangeboten für Betroffene, sagte Janssen. Bei dem Projekt handelt es sich um die erste, einrichtungsbezogene und unabhängige Aufarbeitung im Bistum Trier. Die Kosten würden nicht aus Kirchensteuereinnahmen beglichen, sondern aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls. Über die Höhe gab es keine Angaben. dpa

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