KMK-Erklärung zur Demokratiebildung: Anschlag von Hanau fordert auch die Schulen heraus

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BERLIN. Der rassistische Anschlag in Hanau stellt die Schulen nach Auffassung der Kultusministerkonferenz (KMK) vor besondere Aufgaben in der Demokratiebildung. «Auch in der Schule sind wir herausgefordert», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die in der vergangenen Woche unter Vorsitz der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) beschlossen und am Montag veröffentlicht wurde.

Eine lebendige Mitbestimmung macht Demokratie für Schülerinnen und Schüler erfahrbar. Foto: Shutterstock

«Die Schule ist für alle Kinder und Jugendlichen der zentrale Ort für Demokratiebildung im weitesten Sinne», so heißt es in der Erklärung. Dazu gehörten auch die Grundlagen für ein respektvolles und achtsames Miteinander, die Spielregeln für den Austausch von Meinungen und Angebote zur Beteiligung.

Demokratiebildung: Kostenloser Online-Kurs für Lehrer

„Schule ist ein zentraler Ort, an dem junge Menschen Demokratie und Engagement lernen, erfahren und gestalten können.“ Foto: Shutterstock

Die Demokratiebildung in der Schule hat im Zuge der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen an Bedeutung gewonnen. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich als Part der Gesellschaft zu begreifen, der diese aktiv verändern kann. Doch wie können Lehrkräfte dies erreichen? Unterstützung bietet der kostenlose Online-Kurs „Citizenship Education – Demokratiebildung in Schulen“, den die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibniz Universität Hannover entwickelt hat.

Hier gibt es weitere Informationen.

Da die Schule Teil der Gesellschaft sei, gebe es dort auch «Meinungsäußerungen, die einer menschenverachtenden und antidemokratischen Haltung entspringen», heißt es in der Entschließung. «Lehrkräfte dürfen und müssen in solchen Situationen klare Stellung beziehen und die Grenzen der Meinungsfreiheit deutlich machen.»

Die KMK habe in den vergangenen Jahren eine Reihe von Empfehlungen zu interkultureller Bildung, Erinnerungskultur, Menschenrechtsbildung und Demokratiebildung herausgegeben. «Diese gilt es weiter in engem Austausch zwischen den Ländern konsequent umzusetzen.»

Am 19. Februar erschoss ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln. Weitere wurden verletzt. Der Mann soll auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Mann eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank. dpa

Künftige KMK-Präsidentin Stefanie Hubig im Interview: „Demokratiebildung ist so wichtig wie schon lange nicht mehr!“

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