Lorz: Abiturprüfungen sind jetzt möglich – geringes Ansteckungsrisiko

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WIESBADEN. Für rund 23.500 Schülerinnen und Schüler in Hessen beginnt am Donnerstag das Abitur. Kurz vor dem Start hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) den Prüflingen Mut gemacht – und bei Schülern, Eltern und Lehrkräften um Verständnis für die Maßnahmen geworben, die zur Eindämmung des Coronavirus getroffen wurden. „Eine Ausnahmesituation wie diese hat es für unsere Schulen in der Nachkriegszeit noch nicht gegeben“, erklärte der Minister. „Auch wenn die aktuelle Lage unsere Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellt, wollen wir ihnen nicht die Chance nehmen, an den Prüfungen teilzunehmen.“

ucht händeringend Grundschullehrer: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums
„Wollen ihnen nicht die Chance nehmen“: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Die Corona-Krise, so Lorz, stelle die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen und sei für die Abiturienten in den vergangenen Tagen mit großer Unsicherheit verbunden gewesen. „Die allermeisten von ihnen haben sich bereits viele Wochen und zum Teil Monate auf die Prüfungen vorbereitet. Um diesen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an den schriftlichen Abschlussprüfungen zu ermöglichen, haben wir deshalb alles getan, damit es morgen früh losgehen kann.“

Große Abstände zwischen den Prüflingen

Eine Durchführung sei zum jetzigen Zeitpunkt möglich, da das Ansteckungsrisiko mit den kommunizierten Hygienevorgaben geringgehalten und der Gesundheitsschutz während der Prüfungen gewährleistet werden könne, so Lorz weiter. Hierüber habe es ein grundsätzliches Gespräch der Verantwortlichen im Kultus- und im Gesundheitsministerium gegeben. Außerdem stünden die Staatlichen Schulämter in stetigem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden vor Ort.

Die Schulen seien angehalten, die durch die Aussetzung des Unterrichts freigewordenen räumlichen und personellen Ressourcen zu nutzen, um die Prüfungsgruppen so klein und die Abstände zwischen den Prüflingen so groß wie nötig zu halten. Auch vor und nach den Prüfungen dürften sich die Schülerinnen und Schüler nicht in größeren Gruppen auf dem Schulgelände aufhalten. „Ziel der Maßnahmen ist es, alle Schülerinnen und Schüler sowie die mit der Aufsicht betrauten Lehrkräfte so effektiv und umfassend wie möglich zu schützen.“

„Situation ist für Schüler, Eltern und Lehrer nicht leicht“

Lorz dankte allen Beteiligten dafür, dass das Abitur trotz der besonderen Umstände wie vorgesehen starten könne, und wünschte allen Abiturientinnen und Abiturienten viel Erfolg für die Prüfungen. „Diese in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Situation ist weder für die Schülerinnen und Schüler, noch für ihre Eltern und Lehrkräfte ganz leicht. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir auch diese Herausforderung gemeinsam meistern und die Abiturprüfungen so professionell wie möglich durchführen werden.“

Sollte kurzfristig eine geänderte Lage die komplette Schließung von Schulen erforderlich machen, sei man auch hierauf gut vorbereitet. Die Prüfungen würden dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, so Lorz. Die schriftlichen Abiturprüfungen sind für den Zeitraum vom 19. März bis 2. April vorgesehen, die Nachprüfungen sollen vom 23. April bis 7. Mai stattfinden. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Corona-Krise: Abschlussprüfungen werden zur Nervenprobe für die Schüler. Bayern verschiebt das Abitur – Hessen nicht

 

 

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4 KOMMENTARE

  1. Lords ist also nicht nur Kultusminister sondern auch Gesundheitsexperte. Einer von ca. 79 Mil. derzeit. Unfassbar. Aber Hessen, da erwartet man fast nichts anderes mehr.

  2. …ja toll- unter solchen Bedingungen auch noch Abiturprüfungen ablegen?!!
    Derzeit lernt meine Tochter (NRW) isoliert wie viele andere Abiturienten- Welche Parameter sollen dem Grundsatz der Gleichbehandlung entprechend Anwendung finden? Sicherheitsabstand? Abiturienten 2020 müssen den zusätzlichen Stress kompensieren und sich auf eine der wichtigsten Prüfungen konzentrieren, während die Normalität des Lebens ausser Kraft gesetzt ist.

    • Beruhigen Sie sich. Das diesjährige Abitur wird noch erheblich leichter als sonst auch.

      Und jetzt ernsthaft: Sämtliche Kurse Ihrer Tochter sollten inhaltlich durch sein, lediglich die individuelle Vorbereitung in Heimarbeit wurde verlängert. Die Lehrkräfte sollten ja zumindest per eMail erreichbar sein.

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