Mehr als zwei Drittel der Deutschen unsicher im Umgang mit digitalen Technologien

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BERLIN. Von der Schule erwarten die meisten, dass sie Kindern und Jugendlichen einen sicheren Umgang mit digitalen Techniken vermittelt. Doch mit den eigenen Fähigkeiten ist es oft nicht weit her, hat jetzt eine Befragung im Auftrag des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft ergeben.

Smart Home, Tablets, intelligente Sprachassistenten: Das Alltagsleben ist längst nahezu selbstverständlich durchdigitalisiert. Doch deutlich mehr als zwei Drittel der Deutschen fühlen sich immer noch unsicher im Umgang mit digitalen Technologien. So lautet das Kernergebnis einer aktuellen infas-Studie im Auftrag des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft. Für die Untersuchung „Fähigkeiten für die digitale Welt“ hat das Institut deutschlandweit im August und September 2019 mehr als 1.000 Menschen ab 18 Jahren mittels telefongestützter Interviews befragt. Insgesamt gaben 70 Prozent der Befragten an, unsicher im Umgang mit digitalen Technologien zu sein.

Auch „Digital Natives“ fühlen sich im Umgang mit digitaler Technik oft unsicher. Foto: Ilya Haykinson / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Mehrheit der Befragten strebt nach eigenen Angaben durchaus an, Abhilfe zu schaffen. Etwas mehr als zwei Drittel von ihnen wollen sich in allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit weiterbilden und sich in den digitalen Grundfähigkeiten wie Recherche im Internet verbessern.

Den Erwerb von Spezialfähigkeiten wie Programmieren oder Datenanalyse streben deutlich weniger an. Lediglich knapp ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ist bereit, bei diesen Fähigkeiten dazuzulernen.

Das Schulsystem bewerteten die Befragten im Hinblick auf die Vermittlung von Digitalkompetenzen eher kritisch. Die Mehrheit ihnen schätzt die Qualität der vermittelten Digitalkompetenz an Kindergärten und Grundschulen als unzureichend ein. Danach gefragt wo und wie sie ihre Digitalkompetenzen verbessern wollen, gaben denn auch 64 Prozent derjenigen, die ihre Kompetenzen verbessern wollen an, zu Hause und auf eigene Faust zu lernen. In der Regel greifen dabei sie auf Lernvideos oder Bücher zurück.

Scheitert die fächerübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule?

Zivilgesellschaftliche Lernangebote können nach Ansicht des Stifterverbands in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle einnehmen, indem sie das Schulsystem flankieren und Lernangebote für Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft und unabhängig vom besuchten Schulzweig schafften. „Digitalisierung findet in allen Bereichen unserer Gesellschaft statt. Die Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Schulen allein nicht gestemmt werden kann.“ erklärte angesichts der Ergebnisse Digitalstaatsministerin Dorothee Bär. Mehr denn je brauche es auch eine engagierte Zivilgesellschaft und Wirtschaft, präzisierte sie. Die Studie zeigt jedoch auch, dass Lernangebote von Vereinen und Non-Profit-Organisationen bisher nur wenig Resonanz erhalten – lediglich 29 Prozent der Befragten nutzten sie bereits. (ots)

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