Bildungsministerin Ernst zeigt sich zufrieden: „Fernunterricht läuft gut“

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POTSDAM. Die Schließung der Schulen stellte Lehrer vor Herausforderungen – und zwang sie zum Improvisieren. Inzwischen sei das kontaktlose Lernangebot recht gut angelaufen, meint Brandenburgs Bildungsministerin. Doch es bleiben Baustellen.

Räumt Nachholbedarf bei der technischen Ausstattung ein: Bildungsministerin Britta Ernst. Foto:
SPD Schleswig-Holstein / flickr CC BY 2.0)

Rund zwei Wochen nach Schließung der Schulen in Brandenburg hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) eine erste positive Bilanz zum sogenannten Fernunterricht gezogen. «Insgesamt läuft es gut», sagte Ernst auf Anfrage. Die Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler bewiesen in der Krise Kreativität und Organisationstalent. Die meisten Schulen hätten neben Lernmanagementsystemen, wie etwa der Schul-Cloud, eigene Lösungen für den digitalen Unterricht der Schüler eingerichtet.

„Eine Vermittlung von neuen Lerninhalten stößt an Grenzen“

Das kontaktlose Lernangebot werde von den meisten Familien und Schülern freiwillig angenommen. Allerdings fehle in vielen Schulen noch digitale Ausstattung.

«Im Idealfall erhalten die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihres Stundenvolumens Aufgaben, die bearbeitet werden», erläuterte Ernst. «Die Lösungen werden den Lehrkräften geschickt, die wiederum Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler geben.» So blieben die Home-Office-Tage für die Schüler durch die Beibehaltung des Stundenplans wie gewohnt strukturiert. Jedoch könnten die gestellten Aufgaben meist nur der Wiederholung und Vertiefung des Lernstoffs dienen: «Eine Vermittlung von neuen Lerninhalten insbesondere in der Primarstufe stößt an ihre Grenzen», meinte Ernst.

Dieser «Fernunterricht» sei ein Angebot der Schulen, das von der überwiegenden Zahl der Familien und Schüler freiwillig angenommen werde, betonte die Ministerin. Auf Grund der unterschiedlichen technischen Ausstattung der Schulen und der Schüler könnten die bearbeiteten Lernangebote aber nicht regulär bewertet werden. Auch gebe es keine Sanktionen, wenn sich Schüler nicht beteiligten. «Für uns alle gilt, die aktuelle Pandemie ist eine unbekannte Situation, für die es keine Blaupause gibt.»

Nur ein Drittel der Schulen nutzen Lernportale

Die technische Ausstattung der gut 900 Schulen im Land sei in vielen Fällen noch unzureichend. Nur etwa ein Drittel der öffentlichen Einrichtungen nutzten bereits Lernmanagementsysteme wie digitale Klassenzimmer oder die Schul-Cloud Brandenburg. Rund 280 Schulen im Land bedienten sich der «weBBcloud», die kurzfristig über das Schulverwaltungsprogramm zur Verfügung gestellt worden sei. Daneben würden die Homepages der Schulen, Mailadressen oder Messenger-Dienste genutzt.

Die vom Hasso-Plattner-Institut entwickelte Schulcloud Brandenburg werde derzeit in 54 Schulen erprobt, sagte die Ministerin. Von 700 Schulen hätten in einer Umfrage 400 Interesse an der Cloud angemeldet. Finanziert werde die Aufrüstung der Schulen mit Mitteln aus dem Digitalpakt der Bundesregierung. dpa

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