Wie geht’s Lehrkräften in der Coronakrise? Forscher suchen Teilnehmer für Umfrage

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DORTMUND. Die derzeitige Situation mit Home-Schooling und digital gestütztem Unterricht stellt, neben Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern, insbesondere die Lehrkräfte in Deutschland vor große Herausforderungen. Das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund will mit einer bundesweiten Umfrage unter Lehrerinnen und Lehrern an allgemeinbildenden Schulen herausfinden, wie sie die Corona-Krise erleben und in dieser Zeit Unterricht (mit und ohne digital gestützte Lernformate) umsetzen.

Der Fernunterricht – plötzlich notwendig – ist für Lehrkräfte eine Herausforderung. Foto: Shutterstock

Noch im November attestierte die ICILS-Studie (diese Untersuchung vergleicht im Rhythmus von fünf Jahren, wie kompetent Achtklässler/innen mit digitalen Medien umgehen), dass Deutschland im Bereich der Digitalen Bildung Nachholbedarf hat. Keine vier Monate später hingegen liest man in den Medien nur noch von digitalem Unterricht, Home-Schooling und den Möglichkeiten von verschiedenen virtuellen Klassenräumen. Der Grund dafür: Die Corona-Pandemie. Was hat sich während der letzten Wochen in deutschen (digitalen) Klassenzimmern getan? Mit welchen (ungeahnten) Herausforderungen waren und sind Lehrkräfte konfrontiert? Das will die Umfrage, die das Institut für Schulentwicklungsforschung nun gestartet hat, klären.

Schulen und Lehrkräfte versuchen seit Beginn der Krise, den Unterricht trotz Schulschließungen aufrecht zu erhalten. Dies birgt eine besondere Belastung, die zusätzlich zu sonstigen beruflichen und privaten Anforderungen den professionellen Alltag der Lehrkräfte in entscheidendem Maße verändert. Die Auswirkungen der Krise auf das Wohlbefinden, das Stressempfinden und die Zufriedenheit der Lehrkräfte mit ihrem Beruf sind daher von besonderem Interesse.

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Einblicke in den professionellen Alltag der Lehrpersonen ermöglichen

Privatdozentin Dr. Ramona Lorenz, Leiterin der Studie, fasst die Ziele der Umfrage zusammen: „Um die Belastung der Corona-Pandemie für Lehrkräfte einzuschätzen, werden das Erleben der Krise, die Befindlichkeit während der herausfordernden Zeit und die Erfahrungen mit der Gestaltung von Unterricht erfasst. Die Digitalisierung wird oft als Lösung dargestellt, doch sie verlief in Deutschland lange sehr schleppend. Nun wollen wir die Dynamik hinsichtlich der umgesetzten Lehr-Lernformate systematisieren und die Gestaltung des Unterrichts während der Krise untersuchen.“

Die Umfrage für Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen dauert rund fünfzehn Minuten und ist bis zum 31. Mai unter folgendem Link abrufbar:  https://umfragen.tu-dortmund.de/index.php/992971?lang=de

Die Ergebnisse dieser Umfrage könnten, basierend auf den Erfahrungen der Lehrkräfte,  dazu beitragen, die Bildungsadministration, Politik und Öffentlichkeit über diese Phase zu informieren und somit auch Wertschätzung für das durch die Schulen Geleistete auszudrücken und die Planung des weiteren Wegs zu fördern. Denn selten war die breite Öffentlichkeit so sehr an Fragen und Herausforderungen des Lernens interessiert wie in dieser Zeit, so Lorenz.

Hintergrund

Das interdisziplinäre Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund ist als Forschungseinrichtung an der Schnittstelle von Wissenschaft, schulischer Praxis und Politik angesiedelt.

Die durch fünf Professuren und rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalteten Forschungsbereiche des Instituts arbeiten zu aktuellen Themen im Bereich der Empirischen Bildungsforschung mit dem Ziel, schulische Lern- und Entwicklungsprozesse, Schulentwicklung und Bildungsergebnisse im Kontext ihrer individuellen, sozialen und institutionellen Bedingungen zu erfassen, zu erklären und zu optimieren. Das IFS trägt mit seiner Arbeit wesentlich den Profilbereich Bildung, Schule und Inklusion der TU Dortmund mit. Hier gibt es weitere Informationen.

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