Schulausfall: Landeselternrat fordert individuelle Prüfungsaufgaben

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SCHWERIN. Wegen der coronabedingten Schulschließungen seit März kann ein Teil des Unterrichtsstoffs nicht vermittelt werden. Das hat Folgen für die Schüler, die nächstes Jahr ihre Prüfungen zum Abitur oder zur Mittleren Reife ablegen müssen.

Der Landeselternrat Mecklenburg-Vorpommern fordert für die Prüfungen zum Abitur und zur Mittleren Reife im kommenden Jahr eigene Prüfungsaufgaben für jede Schule. So solle verhindert werden, dass den Schülern Nachteile wegen des Unterrichtsausfalls aufgrund der Corona-Krise entstehen, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates, Kay Czerwinski. Die Anfragen besorgter Eltern häuften sich.

Der Trend bei Prüfungen ging in den letzten Jahren zur Zentralisierung. Die Corona-Pandemie fordert möglicherweise komplexere Lösungen. Foto: Ecole polytechnique Université Paris-Saclay / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

«An den einzelnen Schulen konnten unterschiedliche Unterrichtsinhalte nicht vermittelt werden», sagte er. Deshalb müsse es den Schulen erlaubt werden, ihren Schülern nächstes Jahr eigene Aufgaben für die Abschlussprüfungen zu stellen und dabei die Lücken zu berücksichtigen. In der Kultusministerkonferenz müsse geklärt werden, dass die Abschlüsse bundesweit anerkannt werden.

Nach Czerwinskis Worten ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern besonders dramatisch, weil der Nordosten zu den Bundesländern mit einem besonders frühen Ferienbeginn in diesem Jahr gehört. Die Zeugnisse werden bereits am 19. Juni ausgegeben. «In Bundesländern mit einem späteren Sommerferien-Start haben die Schulen noch die Möglichkeit, in den kommenden Wochen Unterrichtsstoff aufzuholen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das nicht möglich.» Es drohe eine Benachteiligung der Jugendlichen im Nordosten.

Die Elftklässler an den Gymnasien und die Neuntklässler an den Regionalen Schulen erhalten seit dem 4. Mai wieder Unterricht – allerdings nicht in vollem Umfang, wie Czerwinski betonte. Die Schulen waren Mitte März geschlossen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Czerwinski begrüßte die vom Bildungsministerium geschaffene Möglichkeit für die Schüler, in den Ferien kostenlos Nachhilfe zu nehmen, um Lücken zu schließen. Dafür hat das Land eine Million Euro bereitgestellt. Schüler können bei privaten Nachhilfe-Anbietern Stunden nehmen; die Rechnung will das Land begleichen. (dpa)

Bildungsministerin: Keine schlechteren Abi-Ergebnisse als vor Corona

 

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2 KOMMENTARE

  1. „Czerwinski begrüßte die vom Bildungsministerium geschaffene Möglichkeit für die Schüler, in den Ferien kostenlos Nachhilfe zu nehmen, um Lücken zu schließen. Dafür hat das Land eine Million Euro bereitgestellt. Schüler können bei privaten Nachhilfe-Anbietern Stunden nehmen; die Rechnung will das Land begleichen.“

    Eine Million für 150.000 Schüler. Die Bazooka von Olaf Scholz ist nichts dagegen…

  2. Wissen diese Eltern eigentlich, dass vom Lehrer gestellte Klauauraufgaben oft schwerer sind als zentral gestellte Aufgaben?

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