SPD geht Koalitionspartner wegen fehlender Schul-Corona-Tests an

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ERFURT. Wegen noch fehlender Corona-Testverfahren für Schulen ist Kritik aus der SPD-Landtagsfraktion am von Helmut Holter (Linke) geführten Thüringer Bildungsministerium laut geworden. «Man kann nicht in Kitas und Grundschulen zum Regelbetrieb zurückkehren und sich dann erst Gedanken darüber machen, wie die versprochenen Corona-Tests für Erzieherinnen und Lehrerschaft organisiert werden können», bemängelte der bildungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im Landtag, Thomas Hartung, am Mittwoch. Unterdessen wurde eine Grundschule in Thüringen aufgrund der Corona-Infektion eines Schüler wieder geschlossen. 

In der Kritik: Thüringens Bildungsminister Holter. Foto: By Martin Kraft (Own work) CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons

Die Wiedereröffnung im Kita- und Schulbereich hätte mit regelmäßigen Tests des Personals einhergehen müssen, so Hartung. Nach dem Ende der Notbetreuung sollen seit Montag alle Kinder in Thüringens Kindergärten und Grundschulen wieder täglich betreut und unterrichtet werden, zunächst aber etwa noch mit zeitlichen Einschränkungen.

Die rot-rot-grüne Regierung hatte zuvor angekündigt, dass es wöchentliche, freiwillige Tests für pädagogisches und anderes Personal an Schulen und Kitas geben soll, sobald die Möglichkeiten dazu bestehen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte die Möglichkeit von solchen Tests an Kindergärten und Schulen als Bedingung dafür genannt, nach den Sommerferien an Grundschulen und Kindergärten wieder in einen Regelbetrieb übergehen zu können.

Diese Zusagen gelten auch weiter, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. «Wir gehen derzeit davon aus, ein Verfahren für freiwillige Tests für Lehrkräfte im Juli, also noch vor Schuljahresende zu haben.» Aktuell liefen demnach noch Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung wegen der Abrechnung der Tests. Bislang zahlten Krankenkassen nur Test für Menschen, die Symptome einer Corona-Erkrankung zeigten.

Schüler und Lehrer in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion eines Grundschülers hat die Weidenschule im Thüringer Schmalkalden für diese Woche ihren Betrieb eingestellt. Damit falle der Unterricht für mehr als 70 Kinder und elf Lehrer aus, teilte am Mittwoch das Landratsamt des Kreises Schmalkalden-Meiningen mit. Nach Angaben der Behörde wurde für den Schüler und seine direkten Kontaktpersonen eine 14-tägige Quarantäne verhängt. Das betreffe 18 weitere Kinder, drei Lehrer und vier Familienangehörige. Sie werden nun auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 getestet. Vom Ausgang der Tests hänge ab, ob der Unterricht in der kommenden Woche fortgesetzt werden könne, hieß es. dpa

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