Philologen: „Regulärer Schulbetrieb und Schutz der Lehrer passen nicht zusammen“

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ERFURT. „Die Lehrkräfte in Thüringen sind irritiert und verunsichert“ – sagt Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. Sie meint: „Die Aussagen von Ministerpräsident Ramelow zum geplanten Schulbetrieb auf der einen Seite und zum Infektionsschutz der Beschäftigten auf der anderen Seite passen nicht zusammen.“ Denn wie soll der funktionieren – ohne Abstandsregel?

„Weil ich kein Stück zurückrudere'“: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bleibt bei seiner umstrittenen Strategie, die bisher geltenden Corona-Beschränkungen weitgehend aufzuheben. Das Land wolle schrittweise aus dem „Krisenmodus in den Regelmodus übergehen“, sagte der Linke-Politiker nach einer Kabinettssitzung in Erfurt. Das gelte auch für Schulen und Kitas nach den Sommerferien, wenn der Landtag das Geld für ausreichende Tests von Lehrern und Erziehern auf das Coronavirus freigebe. Ramelow bekräftigte, er wolle im Juni aus den Allgemeinverordnungen raus – „weil ich kein Stück zurückrudere“.

„Mindestabstand im Unterricht nicht haltbar“

Einerseits Regelbetrieb an den Schulen, andererseits Schutz der Lehrkräfte, vor allem der Risikogruppen – wie soll das gehen, so fragt die Philologen-Chefin nun. „Regelbetrieb heißt doch, dass alle Schüler wieder Unterricht nach Plan haben. Wenn ja, dann ist ein Mindestabstand im Unterrichtsraum nicht haltbar. Für den normalen Unterricht werden dann auch wieder alle Lehrkräfte benötigt – auch die, die zu Risikogruppen gehören und derzeit zu ihrem eigenen Schutz keinen Präsenzunterricht abhalten. Wie soll dann der Schutz dieser Lehrkräfte (und gefährdeter Schüler) funktionieren?“, so erklärt sie.

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„Wenn alle Lehrkräfte wieder voll unterrichten sollen, dann sind Krankschreibungen für akut Gefährdete zu befürchten“ – so Heike Schimke weiter. „Ohne die gesamte Lehrerschaft kann jedoch der Regel-Unterricht keinesfalls abgedeckt werden, da das Lehrpersonal zur Absicherung des Unterrichts nach Stundentafel schon vor Corona nicht ausreichend war. Und wie soll die Sicherheit der unterrichtenden Lehrkräfte gewährleistet werden?“

Schulen als Testgelände für Corona-Lockerungen?

Die Schulen dürften kein Testgelände für Corona-Lockerungen werden. Schlimmstenfalls würden Schulen zu neuen Corona-Krisenherden. „Das kann niemand wollen“, sagt Schimke, „deshalb müssen vor weiteren Öffnungen der Schulen umfassende und überzeugende Sicherheitskonzepte stehen“. News4teachers / mit Material der dpa

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