Brandenburg: Corona-Tests für Lehrer und Erzieher – nur für wenige Schüler

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POTSDAM. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sollen Lehrer und Erzieher in Brandenburg die Möglichkeit bekommen, sich regelmäßig auf das Corona-Virus testen zu lassen. Der oppositionellen Linken reicht das bei weitem nicht aus.

In Brandenburg sollen sich Beschäftigte in Kitas und Schulen von Anfang August bis Ende November bis zu sechs Mal testen lassen können. Foto: Shutterstock

Alle Beschäftigten in brandenburgischen Schulen und Kitas können sich von August an regelmäßig auf das Corona-Virus testen lassen. Für die Kita-Kinder und Schüler sei allerdings nur eine einmalige Stichprobe bei bis zu einem Prozent der Kinder und Jugendlichen vorgesehen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch. Sie stellte eine mit der Kassenärztlichen Vereinigung vereinbarte Teststrategie vor. Die Kosten in Höhe von rund 78 Euro pro Test übernimmt der Steuerzahler. Dafür hat das Land 14,3 Millionen Euro aus dem Corona-Rettungsschirm bereitgestellt.

Anspruch auf die freiwilligen Tests haben demnach bis zu 26.900 Beschäftigte an den Schulen und 27.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas. Sie können sich von Anfang August bis Ende November bis zu sechs Mal testen lassen. Alle sollen entsprechende Berechtigungsscheine erhalten, mit denen sie zu ihrem Hausarzt gehen können.

Außerdem sollen für die Stichprobe knapp 3000 Kinder und Jugendliche an den Schulen und knapp 1100 Kinder in den Kitas ausgewählt werden. „Wir erwarten davon eine Aussage darüber, wie der Status bei den Kindern und Jugendlichen ist“, so Nonnemacher. Nach einer Auswertung soll über eine Weiterführung der Tests entschieden werden.

Linke: Tests gehen noch nicht weit genug

Die oppositionelle Linksfraktion im Landtag kritisierte die Teststrategie als völlig unzureichend. „Deshalb halten wir unsere Forderung aufrecht, dass es mindestens ebenso umfangreiche Testungen bei den Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich geben muss, sowie bei Beschäftigten in Gemeinschaftsunterkünften und in Schlachtbetrieben“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Ronny Kretschmer. Daher könne der jetzige Teststart nur ein erster Schritt sein.

Nonnemacher hatte dazu erklärt, dass die Senioren- und Pflegeheime das Angebot des Landes, Proben von Beschäftigten im Landeslabor untersuchen zu lassen, noch nicht ausreichend nutzten. Offensichtlich gebe es Probleme beim Transport der Proben in die Labore. Inzwischen habe sich aber das Deutsche Rote Kreuz bereiterklärt, bei der Logistik zu helfen.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Björn Lüttmann verlangte, es müsse noch mehr Klarheit darüber geschaffen werden, wann Kinder aus der Kita genommen werden müssen. Eine „laufende Nase“ allein könne noch kein Grund sein, sie nach Hause zu schicken. Denn die Eltern müssten jetzt wieder auf einen verlässlichen Kita-Betrieb vertrauen können.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, sprach von einem wichtigen Baustein für ein gutes Betreuungs- und Bildungsangebot. Mindestens ebenso wichtig seien aber Vorkehrungen für den Fall, dass Corona-Fälle festgestellt würden. „Wenn wir gezwungen sein sollten, einzelne Schulen vorübergehend zu schließen, muss das Bildungsministerium in solchen Fällen sicherstellen, dass das Home-Schooling auch vernünftig funktioniert.“ dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Solch eine Maßnahme dient nicht zum Schutz der Lehrkräfte. Sie werden allenfalls als Anzeigesystem für eine Infektion in der Schule missbraucht.

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