Kultusminister einigen sich auf ein Hygiene-Konzept für Schulen – beschließen aber wenig Konkretes

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BERLIN. Vielerorts naht bald das Ende der Sommerferien, und dann sollen die Schulen trotz Corona wieder in den Regelbetrieb starten. Die dafür notwendigen Spielregeln liegen jetzt vor – aber einigen Betroffenen reicht das nicht aus.

Wie kann der Regelbetrieb an Schulen wieder aufgenommen werden? Die Länder haben sich nun auf einen gemeinsamen Rahmenplan geeinigt. Foto: Shutterstock

Zweieinhalb Wochen vor dem Sommerferien-Ende in Mecklenburg-Vorpommern gibt es bundesweit einheitliche Hygieneregeln für die Schulen. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Mittwoch in Berlin mitteilte, haben sich die 16 Bundesländer auf einen gemeinsamen Rahmenplan geeinigt. „Es ist unsere Aufgabe, das Recht auf Bildung mit den notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor einer Verbreitung des Corona-Virus in Einklang zu bringen“, erklärte die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Neben den üblichen Vorschriften wie dem Tragen von Schutzmasken und dem Verzicht auf Körperkontakt wird unter anderem ein Mindestabstand von 1,50 Meter empfohlen. Beim Unterrichtsbetrieb im regulären Klassenverband könne auf den Mindestabstand zwischen Schülern und Lehrern allerdings verzichtet werden, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Die Befreiung chronisch kranker Schüler vom Unterricht müsse im Einzelfall „kritisch geprüft“ werden.

Menschen, die eine Corona-Infektion haben oder entsprechende Symptome aufweisen, ist das Betreten der Schulgebäude grundsätzlich untersagt. Verdachtsfälle müssen umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Darüber hinaus soll die Nutzung der Corona-Warn-App „allen am Schulleben Beteiligten empfohlen werden“. Die Regelungen wurden nach KMK-Angaben bewusst recht allgemein gehalten. Auf Details habe man mit Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten verzichtet.

Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb starten. Das nun beschlossene Hygienekonzept galt von Anfang an als wichtige Grundlage für dieses Vorhaben. In Mecklenburg-Vorpommern beginnt das neue Schuljahr bereits am 3. August. Kurz darauf geht es für die Schüler in Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg wieder los.

Kritik am Konzept: Nicht ausreichend

Der Deutsche Lehrerverband hält das KMK-Konzept für nicht ausreichend. In einem Zehn-Punkte-Plan fordert er unter anderem schon zum neuen Schuljahr die Einstellung zusätzlicher Lehrer, um neben dem Regelunterricht auch dauerhafte Förderangebote zur Verfügung stellen zu können. Zudem müsse es für die Lehrer einen Visierschutz geben sowie die Möglichkeit wöchentlicher Corona-Tests. Dies gebiete die Fürsorgepflicht des Staates als Arbeitgeber gegenüber seinen Lehrkräften.

Schon Mitte Juni hatten die Kultusminister die Rückkehr zum schulischen Regelbetrieb beschlossen. Der Städte- und Gemeindebund sieht dies allerdings skeptisch. „Es wird nach den Sommerferien keinen Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie geben können“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Passauer Neuen Presse“. Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. „Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal.“ dpa

Planlos ins nächste Schuljahr: Wie die Kultusminister sich in Corona-Zeiten blamieren

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69 KOMMENTARE

  1. Baden-Württemberg hat gestern für das neue Schuljahr die Maskenpflicht auf dem Schulgelände ab Klasse 5 beschlossen. Gut so.

    • Die armen Schüler! Vor allem die Jüngeren, bei 0.004% Infizierten ist das vollkommen übertrieben. Es gibt auch die Kinder, nein die haben keine Gewerkschaft. Man kann doch von 10-13 jährigen keine Maskenpflicht verlangen. Widerwärtig!

      • Nur ist die KMK eben auch ein Arbeitgeberverband. Und somit ist der Verband von 16 Vertretern der obersten Schulbehörden der Bundesländer in Hinblick auf die Pandemielage erster Linie für seine Bediensteten verantwortlich und in zweiter für die Belange der zwangsrekrutierten Kundschaft.

        Die VW Group hat ja auch nicht die Produktion in den Werken eingestellt, um die Kundschaft vor einer Infektion in überfüllten Showrooms zu schützen. Ebensowenig hat der Landkreis Gütersloh zum Schutz der Schweine die Zerlegung in der Firma Tönnies ausgesetzt.

        • @ dickebank,
          Was ein großartiger Vergleich! Im Ernst: So sollte man das ganze Problem sehen, dann relativiert sich manche „Spitze“!

      • Entschuldigung, warum genau kann man das nicht?

        Inwiefern wird denn die Freiheit der Kinder über das Maß hinaus durch eine Maske eingeschränkt?

        Warum können ihrer Meinung nach >13 jährige eine Maske tragen aber <=13 jährige nicht?

        Wir hatten vor den Ferien bereits eine Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände (Klassenraum ausgenommen, wenn jeder sitzt), dies hat bei den 5-7 Klässlern nicht schlechter funktioniert als bei den älteren Schülern.
        Durch die Maske wird auch keiner über das Maß eingeschränkt, und das sage ich als Brillenträger, der damit zu kämpfen hat, dass seine ganze Brille beschlagen ist, nur weil er mal mit Maske eine Treppe hinauf gegangen ist.

      • Warum haben wir denn vergleichsweise wenige Infizierte? Gerade weil es eine Maskenpflicht und Abstandsregeln gab! Und warum kann man von 10-13jährigen keine Maskenpflicht verlangen? Was genau ist daran denn widerwärtig?? Unsere Grundschüler kriegen das perfekt hin und nehmen es auch ernst.

        • Grundschüler und Maskenpflicht? In welchem Bundesland gibt es denn das. Meiner Meinung ist das aus psychischer und sozialer Sicht nicht zu verantworten.

        • Ja, ich bin gegen die Maskenpflicht, die wurde erst eingeführt, als die Fallzahlen schon wieder weit am Fallen waren. Schauen Sie doch nach Skandinavien, Niederlande, Schweiz, Österreich, Tschechien….auch ohne Gesichtswindel kein Massensterben. In der Niederlande gab es für Kinder unter 12 nie die Abstandsregel, Spielplätze immer offen, Schule läuft seit 2 Monaten super, Schweiz ohne Abstand bis Klasse 9 in der Schule. Nein Kinder sollen keine Maske tragen.

          • Und nicht zu vergessen Großbritannien und die USA. Österreich führt die Maskenpflicht gerade wieder ein. Aber ich verstehe jetzt, dass dies eine grundsätzliche Sichtweise bei Ihnen ist, und nicht speziell auf die Schule bezogen.

      • Sabine S. warum nicht? Ist doch nur im Treppenhaus und nicht im Klassenzimmer am Platz. Ich möchte sie mal hören, wenn sich ihr Kind (so sie eins haben) in der Schule ansteckt und zu den wenigen gehört, die dann schwer erkranken. Widerwärtig dieser Egoismus

        • Und im Pausenhof wohl auch. Ich habe 4 Kinder, 3 erwachsene Kinder und ein unerwartet spätgeborenes fast 10 Jahre alt. Meine Tochter geht reiten, trifft sich mit Freundinnen, übernachtet auch bei Ihnen, geht ins Geräte turnen, alles ohne Abstand und Maske. In der Grundschule bei uns gibt es weder Abstand noch Maske, ein normales Knnderleben, ja ich bin auch in der weiterführenden Schule gegen Maske. Ja, das Leben ist lebensgefährlich, aber wenn Sie ein bisschen Mathematik können, dann dürfte Ihnen allen klar sein, dass unsere Kinder ein vielfaches mehr gefährdet durch Krebs oder einen Unfall sind, als schwer an Covid-19 zu erkranken. Ebenso ist bei uns Erwachsenen die Gefahr für andere Krankheiten um ein vielfaches höher als die Gefahr an Covid zu erkranken. Corona ist eine von vielen Krankheiten, die unser Leben bedrohen. Haben Sie Kinder? Isolieren Sie Ihre Kinder? Dürfen die dann nur noch ihre Freunde mit Maske und Abstand treffen?

          • Na, Sie möchte ich hören, wenn Ihr Kind leicht erkrankt, Sie ( oder andere ältere Verwandte ) ansteckt und es dann einen schweren Verlauf oder gar Tod gibt. Dann ist das Geschrei bestimmt groß…

  2. Das ist das Hygienekonzept? Das sind 14 inhaltsleere Buchstaben! In Schleswig- Hostein gibt es lt. Frau Ministerin Prien keinen Mindestabstand und keine Maskenpflicht und auch keine Plexiglasscheiben wie im Landtag, im Regelunterricht im Klassenraum der Grundschule. Lehrer Schüler Erzieher werden Coronafutter. Arbeitsschutz, Infektionsschutz Fürsogepflicht des Arbeitgebers
    missachtet, Schutz der Risikogruppen existiert auch nicht mehr. Menschenverachtend!

  3. Auf dem Schulgelände gibt es in BW zwar die Maskenpflicht aber in den Räumen, mit bis zu 30 Schüler wird auf alles verzichtet.Dies auch im Praxisunterricht ( bis zu 15 Schüler), wo keiner auf Abstand achtet, da er seiner Arbeit nachgeht. Viele Wege kreuzen sich unweigerlich und der Lehrer ist gezwungenerweise immer dicht am Schüler.Kein fester Sitzplatz, weder für Lehrer und Schüler!!Dies über mehrere Stunden!! Es sollen im Unterricht keine Masken getragen werden!!! Wo ist hier die Führsorgepflicht für die Lehrer und Schüler geblieben?? Warum sind Ämter nur beschränkt geöffnet,warum noch überall Abstandsgebot,Maskenpflicht? Unsere Schüler halten sich auf den Gängen oft jetzt schon nicht an die Vorgaben (Ermüdungserscheinung?,sehen die Gefahr nicht mehr,belächeln Pflichtbewusste),kommen aus überfüllten S- Bahnen, Bussen sind untereinander sehr körperbetont (Umarmen, Küsschen usw.)und uns dummen Lehrern soll dann vorgegaukelt werden, dass durch ein bisschen Hände waschen und das Lüften der Räume alles gut ist?

  4. „ Darüber hinaus soll die Nutzung der Corona-Warn-App „allen am Schulleben Beteiligten empfohlen werden“.“ Leider läuft das Teil ja nur auf neuen Geräten und nicht auf meinem Handy, welches tatsächlich „schon“ 6 Jahre alt ist. Da freue ich mich aber, das das Ministerium mich jetzt mit auch mit einem neuen iPhone versorgt, damit ich im Unterricht geschützt bin.
    Nein, mal im Ernst. Das ganze ist doch kein sinniges Konzept! In sämtlichen Medien heißt es quasi rund um die Uhr, Abstand und Maske wären das Wichtigste überhaupt. Von beidem verabschieden sich die AG im Unterricht, dafür waschen sich unsere Grundschüler gefühlt 2 Stunden am Tag die Hände. Was für ein Unsinn! Und die Corona-App verhindert ja keine Infektion, die dient nur der schnelleren Nachverfolgung. Ich kann dem Gesundheitsamt die Namen meiner 30 Kinder ganz genau aufzählen, dafür brauche ich keine App. Oder heißt das, dass durch die Hintertür damit die Klassenlehrerregelung wieder aufgehoben werden soll? Außerdem erwarte ich, dass mal ganz konkret festgelegt wird, wann Kinder oder LK nicht im Unterricht erscheinen dürfen. Diese Formulierung von den „ entsprechenden Symptomen“ ist doch auch nix Halbes und nix Ganzes. Muss ich jedes Kind, das hustet oder niest, heimschicken? Was ist bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder dem berühmten „Frau XY, irgendwie fühle ich mich nicht gut“? Und wie ist es bei mir selbst? Muss ich mich bei z.B. Halsschmerzen krank melden? Wenn das jeder konsequent macht, sind die Schulen im Herbst ganz schnell wieder zu, einfach, weil nicht genug LK da sind…

    • Die Warn-App meldet dann, dass man viele langanhaltende Kontakt mit geringem Abstand in den letzten 24 Stunden hatte. Und das Gute, im Gegensatz zu anderen Nutzern der App weiß man auch zu wem.

  5. Studien haben gezeigt, dass jede 10. Infektion Langzeitfolgen zur Folge hat. Diese Langzeitfolgen dauern 3 Monate und länger an. 3 Monate nicht dienstfähig sein kostet ein Bundesland richtig viel Geld. Da bleibt also die Frage, warum solche laschen Fordchriften erlassen werden.

    Da einigen Dienstvorgesetzten die Gesundheit der Betroffenen sonst so vorbeigeht, könnte dies eines der letzten Argumente sein, um diesem Wahnsinn (Öffnung bei unzureichender Hygiene) Einhalt zu Gebieten.

  6. Ich verstehe nicht, warum das Hygienekonzept nicht anerkannt wird? Man kann doch klar erkennen, dass sich die KMK und die in ihr vertretenen Länderschulministerien nebst angeschlossener oberen Landesschulbehörden nicht „die Finger dreckig machen“ wollten.

    Mehr Händehygiene geht doch gar nicht.

    Ferner zeigt sich in dem Papier der größtmögliche Abstand zu den Viren bedingten Verhältnissen im schulischen Alltag. Folglich ist das Abstandsgebot eingehalten.

    Ebenso die Bildung fester Gruppen, seit Jahren ist die KMK eine „geschlossen Gruppe“ die sich fern hält von der real existierenden Schulwelt und deren Problemen.

  7. „Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. „Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal.“

    Entschuldigung aber genau das ist doch der Grund, warum die Schüler vor den Ferien nur ein bis zweimal pro Woche in die Schule kamen. Die Schulen waren ja nicht zu, es ging nur darum, dass die Lerngruppen kleiner sind… was dann folglich dazu führte, dass die Schüler extrem viel weniger Unterricht hatten, das lag doch nicht daran, dass irgendwer der Meinung war, dass weniger Unterricht das Infektionsrisiko senkt.

  8. Hammer Kommentar!
    Die machen sich die Hände nicht schmutzig.. insofern halten die das Abstandsgebot ein.

    Hoffentlich fällt denen das auf die Füße, wenn die mangelhaften Hygienemaßnachmen zur zweite Welle führen!

    • Es gibt keine 2. Welle, es gibt eine weitere Krankheit in unserem Leben. Ob es eine Impfung geben wird, weiß man nicht. Sie werden Ihren Weg finden müssen. Nur sollten Sie nicht erwarten, dass Ihre Mitmenschen Ihren Weg nach Ihrem Gusto gestalten. Also unterrichten Sie ohne Abstand, das ist wohl so beschlossen oder besorgen Sie sich ein Attest und bleiben zu Hause.

      • Hi Sabine S.,
        Sie unterstellen, dass man zur Risikogruppe gehört, weil man sich ein Attest „besorgt“ hat, das scheinbar jeder erhält, der zuhause bleiben will.
        Das ist ja mal ne krasse Aussage. Wie kommt man dazu, sowas auch nur zu denken?

      • Sabine Szidlovszky 17. Juli 2020 um 10:38
        Es gibt keine 2. Welle,……machen Sie einen auf Hobby-Nostradamus!

        Die zweite Welle kommt bestimmt. Auf „Focus“ durfte sich gestern Virologe Christoph Spinner vom Münchner Klinikum Rechts der Isar per Videoschalte als sachkundiger Fachmann betätigen: Es könne „keinen Zweifel“ geben, „die zweite Corona-Welle wird kommen“.

        Auch der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann rechnet laut „dts Nachrichtenagentur“ mit dieser zweiten Welle und hält für „realistisch“, dass sie kommen wird – denn dies zeige „die Geschichte verschiedener Respirationsviren“. Deshalb, so Ullmann stelle sich die wichtige Frage, wie man damit umgehe: „Sind wir vorbereitet auf eine zweite Welle, damit es nicht zu unkontrollierten starken Ausbrüchen kommt, die dann auch einen Lockdown nach sich ziehen?“

        Und ein Regelbetrieb an Schulen dürfte fast der Garant dafür sein, dass die Infektionszahlen enorm steigen werden im Herbst…..zum Wohle aller dann..

        Der Gesundheitszustand von beinahe allen Infizierten, die einen „milden“ Covid-19 Verlauf ohne Hospitalisierung durchgemacht haben, ist auch Monate später noch desaströs. Nur 6% geben an, sich wieder gesund zu fühlen.

        Wer möchte in der Haut dieser Mutter stecken?

        „Das ist mein Sohn, 6 Jahre alt. Er hatte über 60 Tage lang Symptome, Herz- und Lungenprobleme. Keine Vorerkrankungen. Ich wünsche allen viel Glück.“
        https://twitter.com/Cassie_Cazoo/status/1284012602822201345

        Aber Sie als nicht Fachfrau wissen es natürlich besser..

        • Können Sie lesen, ich habe nie behauptet, dass Covid verschwindet. Es ist einfach eine weitere Krankheit, mit der man leben muss, ich würde das dann eher als “ Dauerwelle“ bezeichnen. Doch Sie sollten bitte beachten, dass das Durchnittssterbealter bei Covid unserem Durchschnittssterbealter entspricht, es liegt sogar höher. Spätfolgen finden Sie bei ganz vielen Krankheiten….bspw Borreliose, richtig üble Spätfolgen….Chemotherapie. Die Welt besteht nicht nur aus Corona, Covid ist eine weitere Krankheit, die vielleicht nie wieder verschwindet.

          • Der Vergleich mit Borreliose hinkt. Die bekommt man nicht mal eben, wenn man von einem Infizierten angehustet wird. Vor Zecken kann man sich schützen, es gibt gute Antizecken-Mittel zum Einreiben, man kann sich durch das Tragen langer Ärmel und Hosen schützen und sich nach einem Spaziergang durch Wald und Wiesen duschen und nach Zecken absuchen. Hier gibt es genügend Vorbeugemaßnahmen. Bei Corona nur Abstand und Maske.
            Wahrscheinlich sind Sie noch zu jung, um sich in einen älteren Menschen hineinversetzen zu können, der ein höheres oder sehr hohes Riskio für einen schweren Covid-Verlauf hat. Abgesehen davon… einen schweren Verlauf oder sogar den Tod ohne den Beistand Angehöriger im Krankenhaus…Oder darf man jetzt als Angehöriger auf die Covid-Station? Rein rational ist es natürlich richtig, dass es eine Krankheit ist, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Aber bei Covid-19 ist doch manches anders als bei anderen Erkrankungen. Sie sollten Menschen, die sich Sorgen machen, nicht einfach pauschal als eine Art „Weicheier“ verurteilen. Gesundheit ist eine hohes Gut, und bewusst wird vielen das erst, wenn man sie verloren hat.

        • Wer meint, über Corona die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, der irrt. Der geflügelte Satz von Platon „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, ist allen Schwarz- und Weißmalern wärmstens zu empfehlen.
          Sie behaupten: „Die zweite Welle kommt bestimmt“ und verfahren mit Ihrer Prophezeihung, als wäre sie Gewissheit. Als Begleitmusik liefern Sie wieder ausgewählte Schreckensnachrichten, die von Ihrem „Wissen“ überzeugen sollen.

          Das erinnert mich an fühere Diskussionen mit religiösen Eiferern, die mir den Weltuntergang als gesichertes Studienergebnis der Wachtturm-Gesellschaft und ausgewählten Bibelstellen verkaufen wollten. Sowie ich an einer Stelle Einwände erhob, kamen Sie mit der nächsten. Und immer stand im Raum, dass ich glauben müsse, um dem Schrecken der Verdammnis und Nicht-Rettung zu entgehen.

          • öhm ja, Löffel Weisheit….ein Blick in die Nachbarländer und ein Vergleich dwr Szenarien bzgl Schul- und anderer Öffnungsstrategien sollte reichen, um auch ohne Platon weiter zu kommen.
            …ich denke es wäre einfach schlauer bedacht zu handeln, damit möglichst viele Menschen von den Medikamenten( nicht Impfung), die definitiv kommen werden, profitieren bei einer Ansteckung zu einem späteren Zeitpunkt. Daher wäre es besser für alle wenn sich vorerst wenig Menschen infizieren.

  9. Eine Frage drängt sich mir seit langem auf: Inwiefern können die so großartig angekündigten kostenlosen Tests für LehrerInnen uns beruhigen? Wir wissen dann nur einen Tag lang, ob wir es haben oder (noch) nicht. Mehr nicht! Prävention geht anders – um das Personal zu schützen, müsste man z. B. eher die Schüler testen – und dass Kinder angeblich weniger schwer erkranken, ist doch kein Grund, die erwachsenen LehrerInnen der Gefahr auszusetzen.

  10. übe,
    das frage ich mich auch seit Wochen. Zumal die Lehrer oder Erzieher allein schon wegen des Alters die gefährdeteren Personen für evtl. schwere Krankheitsverläufe sind.

  11. Rübe, Sie haben Recht! Wie viele Kollegen meines Alters versuche auch ich mich möglichst nicht zu infizieren. Bei meinen Schülern (meist Oberstufe) sehe ich aber einen ziemlich lockeren Umgang mit Infektionsrisiken. Da Jugendliche allgemein ein verringertes Risikobewusstsein haben und sich von Sars-Cov-2 kaum bedroht fühlen, ist eine Ansteckung bei ihnen sehr viel wahrscheinlicher als bei uns. Hinzu kommt, dass sie häufig keine Symptome zeigen sollen, eine Infektion also sich unbemerkt unter ihnen schnell ausbreitet und sie diese auch still zu den heimischen Haushalten transportieren können. Solche unbemerkten Infektionsketten könnten durch Tests unterbrochen werden. Zumindest die älteren Schulmitarbeiter würden eine Infektion durch Symptome eher merken. Sie haben ganz recht, die Schüler sollten sich testen lassen. Danke für Ihre Hinweise, wir sollten unsere Gewerkschaften darüber informieren!

  12. Auszug aus dem „Hygienekonzept“:
    „Grundsätzlich bestehen angesichts der derzeitigen Infektionslage hinsichtlich des ge-
    samten schulischen Personaleinsatzes keine Einschränkungen. Prinzipiell besteht in
    jeder Situation die Möglichkeit, sich durch die Einhaltung der o.g. Infektionsschutz- und
    Hygienemaßnahmen sowie das Einhalten des Mindestabstands zu den Schülerinnen
    und Schülern sowie anderen Personen zu schützen. “ <<<< Wie soll das jetzt im Klassenzimmer praktiziert werden? Speziell der Passus mit dem Mindestabstand??? Den es doch irgendwie und eigentlich gar nicht mehr gibt…???
    Finde den Fehler!

  13. Ich weiß wirklich nicht, warum Sie für Ihre Sichtweise immer Tschechien anführen. Dort gab es bereits Wochen vor Deutschland eine konsequent durchgesetzte Maskenpflicht, die Schulen haben eine Woche früher geschlossen, das Harmonogramm der Schulöffnungen setzte später ein und war deutlich gestreckter als hier. Die Sommerferien beginnen traditionell am 1. Juli. Für die unserer Grundschule entsprechende 1. Schulstufe wurde die Schulpflicht ausgesetzt und für den Präsenzunterricht der Grundschüler, die ab Anfang Juni in die Schule gehen wollten, hat das Ministerium die Schülerzahl in der Klasse auf 15 begrenzt. Regelunterricht wie vor Corona hat es vor den Sommerferien nirgendwo in Tschechien gegeben.

    • Danke Anna, ständig werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn woanders die Schulen aufmachen, können wir das auch… und sogar im Regelbetrieb, als ob es ein Wettbewerb dafür gäbe!?
      Leider werden die Bedingungen für die Öffnungen nicht miteinander verglichen, also bitte mehr Hinweise wie „verantwortungsvolle“ Öffnungen stattfinden!

  14. Palim, danke für den Link! „Prinzipiell besteht in jeder Situation die Möglichkeit, sich durch die Einhaltung des o.g. Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen sowie das Einhalten des Mindestabstandes zu den Schülerinnen und Schülern sowie anderen Personen zu schützen.“ Vor dem Hintergrund, dass der Mindestabstand gar nicht mehr eingehalten werden kann, aber auch aufgrund der Tatsache, dass es kaum Überprüfungen zu Aerosolkonzentrationen in Klassenzimmern gibt und die Infektiöse Dosis (Virenmenge, die es braucht um einen Körper zu infizieren) auch nicht bekannt ist, ist das eine ziemlich haltlose Behauptung.
    Diese Sätze vermitteln dem naiven Leser den Eindruck, als hätten die im Klassenraum Anwesenden noch ein Recht auf Freie Selbstbestimmung (sich zu infizieren oder nicht). Und damit wären wir an unserer Infektion auch noch selber Schuld. Hätten wir oder unsere Hinterbliebenen überhaupt Anspruch auf Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenengelder? Die Gewerkschaften sollten das juristisch abklären lassen. So auf keinem Fall absegnen.

    „Grundsätzlich bestehen angesichts der derzeitigen Infektionslage hinsichtlich des gesamten schulischen Personaleinsatzes keine Einschränkungen.“ Heißt das jetzt, dass Risikogruppenzugehörige auch in die Klassenzimmer müssen? Wir wissen, dass bei einer Infektion, die sich unbemerkt verbreitet, sich das Infektionsgeschehen rasant ändern kann (s. Tönnies). Was soll vor diesem Hintergrund „derzeitige Infektionslage“ bedeuten? Die KMK müsste jetzt eingestehen, dass unter halbwegs sicheren Bedingungen kein Regelbetreib Schule zu gewährleisten ist. Was macht sie? Worthülsenreich verbiegt sie das individuelle Infektionsschutzrecht und bringt so das Leben zahlreicher Menschen in Gefahr.
    Hat die KMK die Eltern mal ehrlich über die Personalausstattung an Schulen schon vor Corona aufgeklärt? Ältere und vorerkrankte Lehrer, aufgrund der aktuellen Personalengpässe jetzt auch noch in die Berufsunfähigkeit zu befördern, zumindest das in Kauf zu nehmen, wird sich auf Regelbetreib Schule nach Corona bestimmt nicht positiv auswirken. Ich werde morgen meine Gewerkschaft (GEW) mit diesen Fragen konfrontieren, da sich m.E. die Rechtsabteilungen unbedingt damit beschäftigen sollten.
    Vielen Dank an mama51 für das aufmerksame Mitdenken!

      • Warum sollte ich das tun, AvL, wenn ich doch so an meinem Angstbild hänge und deswegen lieber „die entsprechenden Internetseiten des Robert-Kochinstitutes und der obersten Gesundheitsbehörde der Niederlande“ ignoriere. Dass Sie sie empfehlen, zeigt mir doch schon, was alles an drinstehen könnte.
        (Vorsicht Ironie!)

      • Illy, danke für das Kontaktangebot. Ich werde drüber nachdenken.
        AvL, wie kommen Sie eigentlich darauf, dass ich, und vermutlich auch viele andere hier im Forum, sich nicht in einer gewissen Regelmäßigkeit auf den Seiten des RKI über den aktuellen Stand informieren? Ich frage mich aber, ob Ihnen entgangen sein könnte, dass es hier primär um andere Fragestellungen geht. Bitte nochmal meinen Beitrag und den von mama51 genau lesen!

  15. Vermutlich brauchen wir uns keine Illusionen mehr auf irgendeinen Schutz in irgendeiner Form zu machen…
    Die KMK hat keine realistische Vorstellung (bzw. realitätsfremde Illusionen) und die Länder/Länderminister werden am Ende eh machen was sie wollen und was ihrer Meinung nach die meisten Wählerstimmen bringt oder die wenigsten kostet.

    Jetzt müsste konkret geplant werden.
    Jetzt müssten die Schulleitungen mit verlässlichen und sinnvollen Bedingungen kalkulieren können. Da das schon in „normalen“ Schuljahren nicht möglich ist. Also wundern wir uns noch?

    Jetzt müssten die Eltern ehrlich informiert werden.
    Jetzt müssten die Arbeitgeber die Chance haben, sich auf rollierende Systeme oder andere Bedingungen einzustellen.

    Überall gilt das Vorsorgeprinzip, auch und nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, weil Hinterherwischen vermutlich immer mehr kostet als den Schaden zu verhindern, wenigstens bestmöglich einzugrenzen.
    Autos haben Bremsen. Fenster haben Kindersicherungen. Omas haben Taschentücher in der Tasche. Zum Einkaufen nehme ich meine Maske mit.
    Nur Schule… sich selbst überlassen… alles egal… wir schau’n dann mal…
    ????????????????
    Ach nee, nicht ganz ohne Sicherung sich selbst überlassen – die Notbremse für die Verantwortlichen gibt es ja: Wenn sich ein Kollege infiziert, ist er es selbst Schuld, hat ja keinen ausreichenden Abstand eingehalten… und wenn doch, hat er es sich garantiert im Supermarkt geholt…

    Im August/September werden wir einmal mehr sehen, dass auch die Gewerkschaften und Personalräte nichts erreichen konnten.
    Wir haben das in anderen Bereichen seit Jahrzehnten gesehen:
    Immer noch viel zu große Klassen, immer noch viel zu wenig Lehrer, immer noch eine bürokratische, methodische oder pädagogische Sau nach der anderen durch das System Schule, immer noch die Vorstellung, man könne mit Kindern von heute Unterricht machen wie unter den Bedingungen von vor 100 Jahren, immer noch keine gerechte Bezahlung für Lehrer, keine ausreichende und rechtssichere digitale Ausstattung, keine sauberen Schulklos, nicht ausreichend Raum für Lehrkräfte, zu wenig Zeit für schwächere Kinder, Inklusion und Integration…

    Was sollen wir noch erwarten?

    Jeder schützt sich so gut er kann und macht seinen Job so gut er kann.

    Der Rest ist dem Schicksal oder Gottes Willen – oder wem oder was auch immer – überlassen…
    (Na, nicht dass da jetzt jemand in diesem Zusammenhang an die alles steuernden Schulminister denkt…)

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