Angehende Grundschüler mit schlechtem Deutsch müssen Sprachkurs besuchen

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WIESBADEN. Spezielle Sprachkurse für angehende Grundschulkinder mit schlechten Deutschkenntnissen werden in Hessen verpflichtend. Das beschloss der hessische Landtag  in Wiesbaden mit den Stimmen der Regierungskoalition von CDU und Grünen. Mit den Sprachkursen sollen die Kinder fit gemacht werden, um erfolgreich am Unterricht der ersten Klasse teilnehmen zu können.

Vor dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung.
Auf dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung. Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

«Dies ist ein substanzieller Beitrag zur Bildungs- und Chancengleichheit», sagte der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz. Bislang war der Besuch der sogenannten Vorlaufkurse freiwillig. Jedoch folgten bei rund fünf Prozent der Kinder die Eltern nicht der Empfehlung für einen Kurs.

Sprachförderung ist hilfreich für die spätere Bildung – das ist klar

Vertreter aller Landtagsfraktionen waren sich darüber einig, dass eine frühe Sprachförderung hilfreich für die spätere Bildung ist. Darüber, wie dies erreicht werden kann, gingen die Meinungen jedoch auseinander. Elisabeth Kula von der Linksfraktion bemängelte, dass Land hätte besser bisherige Erfolge und Probleme der Sprachförderung im Vorschulbereich auswerten sollen, statt ein Gesetz auf den Weg zu bringen, «das auf Zwang setzt».

Die Änderungen sollen ab dem Schuljahr 2021/22 in Kraft treten. Seit der Einführung der freiwilligen Vorlaufkurse im Schuljahr 2002/03 haben nach Angaben der CDU rund 170.000 Kinder das Angebot wahrgenommen. 97 Prozent von ihnen hätten daraufhin erfolgreich an der ersten Klasse teilnehmen können. dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Fein. Ich hatte gerade einen Telefonanruf, recht ungehalten.
    ZWar konnte man mit dem Erziehungsberechtigten telefonieren, für das Elterngespräch bestand er aber auf einem bezahlten Dolmetscher.
    Den anzufordern, brachte das nächste Problem: Beie Elternteile seit 6 Jahren in Deutschland, alle Sprachkurse nicht besucht, offiziell würden also Dolmetscherkosten nicht mehr übernommen.
    Wie gesagt: Fein.

    • Der Sprachmittler soll ja auch nicht für die Eltern Übersetzungsarbeit leisten sondern für Sie, da Sie ja nicht in der Lage zu sein scheinen, die gängisten Sprachen, die an deutschen Schulen gesprochen werden, lernen zu wollen. Nur mit den Schimpfwörtern kommt man als Schulleitung eben nicht weit. Warum haben Sie auch wieder die Teilnahme am letzten interkulturellen Training versäumt?

        • Macht nix, das kann einem derzeit aufgrund der hohen Arbeitsbelastung, die infolge widersprüchlicher „Befehlsausgaben“, die während der Schulleiterdienstbesprechungen gemäß Weisung der obersten Landesschulbehörde regelmäßig in Umlauf gebracht werden, doch passieren. Infolge der operativen Hektik mangelt es zwischen 24 Uhr des einen und Null Uhr des Folgetages an Zeit, um sich selbst zu reflektieren.

          Btw aus meinem früheren berufsleben weiß ich, dass diejenigen, die glauben, dass ein Bauleiter einen Bau leite, auch der Ansicht sind, dass Zitronenfalter Zitronen falten würden.
          Aus eigener Erfahrung müssten Sie eigentlich wissen, dass das gleiche auch für Schulleiter gelten dürfte.

          Also Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist:)

  2. Ich weiß nicht, ob ein Sprachkurs viel bewegt. Meiner Erfahrung nach, haben Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen keine Chance, dem Unterricht zu folgen und bräuchten ganz andere Angebote (also eine Sprachklasse). Wie soll ich lesen und schreiben in einer Sprache lernen, die ich nicht spreche? Noch dazu in einer Klasse mit bis zu 30 anderen, die einen Lernvorsprung von mehreren Schuljahren haben. Das kann nur scheitern.

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