Matheunterricht soll besser werden: Kultusminister setzt Kommission ein

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WIESBADEN. Interessanterer Unterricht für bessere Schüler: Eine Kommission soll sich zukünftig mit der Frage beschäftigen, wie Matheunterricht in Hessen gestaltet werden kann. Ziel sei herauszufinden, «an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, damit die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler auch in der Breite wieder besser werden», sagte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) anlässlich der ersten Sitzung in Wiesbaden.

Sieht bei Mathe Luft nach oben: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: HKM/ Patrick Liste

Wie Studien gezeigt hätten, gebe es trotz guter Leistungen noch Luft nach oben, so Lorz. Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Matheunterrichts sollen Anfang 2022 vorliegen, hieß es. Die Kommission soll dabei den Angaben zufolge konkrete Empfehlungen aussprechen, wie der Unterricht an allen Schulformen konzeptionell und organisatorisch verbessert werden kann. Dabei geht es demnach unter anderem um die Digitalisierung des Matheunterrichts aber auch um individuelle Förderung oder Leistungsbewertung. dpa

Debatte nach umstrittenen Abi-Prüfungen: Beginnen die Probleme beim „Hass-Fach“ Mathematik schon in der Grundschule?

 

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14 KOMMENTARE

  1. „an welchen Stellschrauben wir drehen müssen“
    Lehrer einstellen, angemessen entlohnen,
    Arbeitszeit erheben und Entlastungen einsetzen?

  2. Man fragt sich, wie es wieder besser wird?

    Ist doch ganz einfach. Dafür braucht es keine Kommission.

    Aus „wieder besser“ folgt doch, dass es mal besser war. Jetzt überlegt mal, was geschehen ist, sodass es schlechter geworden ist.

    • Erhöhung der Deputate

    • Besoldung hinkt massiv hinterher (vgl. jüngstes BVerfG-Urteil zur Besoldung der Richter in Berlin) –> weniger Motivation, immer schlechteren Nachwuchs

    • Verkürzung des Referendariats, obwohl genau da die Grundlagen für guten Unterricht gelegt werden (Sparmaßnahme)

    • Aufhebung der Grundschulempfehlung –> In der Folge immer heterogenere Lerngruppen mit entsprechendem Mehraufwand ohne Ausgleich.

    • Keine Maßnahmen gegen den Schweinezyklus mit der Folge, dass in manchen Jahren auch die richtig schlechten Refis eine Stelle auf Lebenszeit (!) bekommen, in manchen Jahren selbst die Besten kaum was.

    •Immer mehr Zusatzgeschäft für die LuL (Inklusion, z.B. Blinde im Unterricht ohne jeglichen Ausgleich für den Mehraufwand)

    • G8

    • Flüchtlingskinder im Unterricht mit tlw. nur schwachen Deutschkenntnissen, ohne Ausgleich der Mehrarbeit

    Nicht alles davon lässt sich rückgänig machen, nicht alles sollte rückgängig gemacht werden. Aber mehr Mittel wäre schon mal ein Anfang.

    Aber wie hat Y.G. aus NRW neulich so treffend gesagt: das Kostet ja Unsummen. Tja. Da haben wir es.

  3. Super, Herr Lorz will also den Matheunterricht verbessern, in dem er u.a. an der Leistungsbewertung schraubt. Ist doch ganz einfach: Vorgabe vom Kultusministerium, dass die Note nicht schlechter als 3 sein darf, schon sind die Matheleistungen signifikant besser. Ob ich jetzt wohl auch KM sein darf??

  4. Dank jahrzehntelanger Sparpolitik und Fehlplanungen seitens des hessischen Kultusministeriums sind an einigen Grundschulen im Bundesland nur noch die Hälfte der Lehrer ausgebildete Grundschullehrer. Da braucht man keine Kommision um festzustellen, wo das Problem liegt.

  5. Wie wird in „in der Breite besser“ definiert?

    Bei mehr Wissen und Fertigkeiten bin ich sehr skeptisch, weil gerade Mathe ein hartes Lernfach ist und Schüler in Deutschland politisch gewollt vom Pauken entlastet werden sollen. Die Erfahrung zeigt, dass die Politik wohl auf wenig aussagende Tests und höhere Abschlüsse zielt, was generell auf geringere Ansprüche hinausläuft.

  6. Unsumme im Wortsinn bedeutet halt „kein Geld“!
    Nehmen wir als Beispiel Unwissen; die Vorsilbe „Un“ bedeutet hier, dass eben kein Wissen vorhanden ist. Ebenso bedeutet „unmissverständlich“, dass es keine Missberständnisse geben kann.
    Folglich bedeutet „Unsumme“, dass eben keine Summe gebildet wird – also kein Geld zur Verfügung gestellt wird.
    Warum kritisieren Sie also die Ministerin, die ausnahmsweise mal eine ehrliche Formulierung gefunden hat?

      • Aber Physik ist ein MINT-Fach und die bewerten immer so streng. Und wenn man „was mit Medien machen will“, dann braucht man MINT-Fächer ohnehin nicht – außer Bio, weil ganz ohne naturwissenschaftliches afch klappt es dann doch nicht mit dem Volks- sorry Voll-Abitur.

        ich finde ja, dass das Abitur mit der Geburt verlieren werden muss. Denn mit der Geburt ist sicher, dass man abgehen muss – mors certa, hora incerta.
        In Prüfungen kann es also nur darum gehen, zu Lebzeiten schon darüber zu befinden, ob das Abi qua Geburt schon vor dem Ableben aberkannt werden darf.

        • … wobei meiner Erfahrung nach die Biologen deutlich strenger benoten als die Physiker. Letztere wissen halt genau, dass sie ein sehr anspruchsvolles Fach unterrichten und froh sind über jeden Schüler (m/w/d), der das überhaupt freiwillig wählt und gerne macht.

          • Nur wissen die SuS das nicht, die Bio aus Verlegenheit wählen, da sie Mathe nicht können, weshalb sie in Physik schlechte Karten haben, und Chemie entweder nicht als LK angeboten wird oder vielen Schwierigkeiten bereitet, da zu formellastig. Bio kennen sie aus der Unter- und Mittelstufe und verkennen die Komplexität der Themen im Fach Biologie in der GOSt.

            Das Gemeine an Mathe ist ja, man braucht selbst in der Oberstufe Kompetenzen, die man nur teilweise in der vorangegangenen Schullaufbahn erworben hat, da alles aufeinander aufbaut.

  7. Schade, dass sich der Mathestoff nicht auf das Wesentliche beschränkt:
    4 Grundrechenarten, Prozentrechnung, Längen-, Flächen- und Volumenberechnung.
    Mehr braucht 95 Prozent der Bevölkerung im Arbeitsleben nicht …

    Dann hätten wohl nur wenige Schüler Probleme in Mathe.

    • Nur wird de facto bis Klase 10 nicht mehr verlangt. Die linearen Funktionen sind nichts Anderes als proportionale Zuordnungen, die auf dem gleichen Rechenverfahren wie die Prozentrechnung beruhen. Alle Zuordnungsprobleme in der Mittelstufe lassen sich als simple Dreisatzaufgaben lösen.

      Wie wollten Sie mit Ihrem Kernlehrplan die SuS zu Preisvergleichen befähigen? Gut, braucht man als Konsument bei der Teilhabe am Markt nicht unbedingt, vor allem wenn man die teilhabe am Markt auf die des Arbeitnehmers beschränkt, der seine Arbeitskraft am Arbeitsmarkt zu einem möglichst geringen Mindestlohn anbieten soll.

      Aber wer Rechnen für Mathematik hält, dem ist eh nicht zu helfen.

      • Quadratische Funktionen, Geometrie, speziell Trigonometrie lassen sich nur schwer mit Dreisatz behandeln, weil man dann auf aufwändige Konstruktionen und Strahlensätze verwenden müsste die die Kapazität vieler Schüler übersteigen. Außer dem sind nicht alle Winkel konstruierbar, wie schon der Satz von der Dreiteilung der Winkel (bzw. dessen Unmöglichkeit) zeigt.

        • Für G-Kurs-SuS sind das ohnehin böhmische Dörfer. Für die gilt, die 4 ist die Eins des kleinen Mannes. Und Kfz-Servicemechaniker oder Land-/Baumaschinenmechaniker kann man auch mit HA oder HSA machen. Wenn es gut läuft wird dann aus der zweijährigen die dreijährige Ausbildung zum entsprechenden Mechatroniker. Und für NRW und einige andere BK gilt, dass wer die Berufsausbildung mit der Note 3 oder besser abschließt, erhält zusätzlich den MSA einschließlich FOR.

          Kompetenzerwerb heißt doch ohnehin nur, dass sie ein Konzept kennen – einen Waschzettel haben – mit dem sie die Aufgaben der nächsten KA erschlagen können.

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