Grütters: NS-Gedenkstättenbesuche als Pflicht für künftige Lehrer

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BERLIN. Besuche in NS-Gedenkstätten sollten nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters für angehende Lehrer, Polizisten und Bundeswehr-Offiziere zum Pflichtprogramm gehören.

In Auschwitz wurden zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen ermordet. Foto: Shutterstock

«Ich finde, Besuche in Gedenkstätten sollten in ihrer Ausbildung wirklich einen festen Platz haben und verbindlich in die Ausbildungspläne aufgenommen werden», sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Viele Jugendliche besuchten bereits Erinnerungsorte für die Verbrechen des Nationalsozialismus, sagte Grütters. «Wir müssen aber auch gerade diejenigen erreichen, die in unserer Gesellschaft als Vermittler und Vorbilder wirken.»

Grütters äußerte sich am Vortag des Jahrestags des rassistischen und antisemitischen Anschlags von Halle an diesem Freitag. Ein schwer bewaffneter Deutscher hatte damals versucht, in die Synagoge des Ortes in Sachsen-Anhalt einzudringen, in der mehr als 50 Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Als das misslang, tötete der Angreifer in der Nähe zwei Menschen, verletzte und traumatisierte viele weitere, ehe er gefasst wurde.

Grütters sagte, es gebe jährlich 1800 antisemitische Straftaten in Deutschland. Es sei unerträglich, dass Juden Bedrohungen fürchten und jüdische Einrichtungen geschützt werden müssten. dpa

Immer mehr Provokationen in KZ-Gedenkstätten – auch von Schulklassen. „Der Hass aus dem Netz bricht sich Bahn.“

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1 KOMMENTAR

  1. „Grütters sagte, es gebe jährlich 1800 antisemitische Straftaten in Deutschland“

    Bitte genau definieren und nach Täter:innen aufschlüsseln. Ich bin gespannt, wie viele Lehrer:innen und Polizist:innen übrig bleiben. Vermutlich kaum relevante Taten und so gut wie keine Polizisten:innen und Lehrer:innen, ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

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