„Schulen sind keine Treiber der Infektionen, aber…“ Österreich stellt seinen Schulbetrieb für knapp drei Wochen auf Fernunterricht um

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WIEN. Österreich geht ab Dienstag wegen der drohenden Überlastung des Gesundheitssystems in einen sogenannten Lockdown. Wie zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr müssen die meisten Geschäfte schließen – und die Schulen. Befristet ist die Maßnahme zunächst bis zum 7. Dezember. Bildungsminister Faßmann ist überzeugt davon, dass die österreichischen Schulen seit den ersten Schließungen im Frühjahr besser auf den bevorstehenden Fernunterricht vorbereitet sind.

„Wissen, dass es funktioniert“: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): Foto: Shutterstock

Nach den Oberstufen – deren Betrieb bereits im Fernuntericht läuft – stellten ab Dienstag auch die restlichen Schulen auf Distance Learning um. „Offene Schulen waren unser Ziel, weil wir vom Wert der Bildung und der sozialen Funktion der Schulen überzeugt sind“, sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Samstagabend. Die Lage sei aber prekär und die Gesundheit habe Priorität. „Die Schulen sind keine Treiber der Infektionen, aber sie sind auch nicht frei von Infektionen.“ Schulen und Lehrer seien besser auf die Schließungen vorbereitet als im Frühjahr.

Termin für Schulöffnungen zu nennen, sei ihm wichtig gewesen, sagt der Bildungsminister

Nach den bevorstehenden 14 Schultagen im Distance Learning sei man sich sicher, dass die Infektionszahlen gesunken sind, betonte Faßmann laut „Tiroler Tageszeitung“. Ihm sei es daher wichtig gewesen, den 7. Dezember als konkretes Wiedereröffnungsdatum zu nennen. „Einen Schwebezustand wie im Frühjahr möchte ich vermeiden.“

An den Schulen werde es bis dahin Angebote zur Betreuung und Lernbegleitung geben. Diese könnten, auch stundenweise, von allen Schülern in Anspruch genommen werden, nicht nur vo Kindern von Eltern mit systemrelevanten Berufen. Gerade jene Kinder, die daheim nicht über die nötige Infrastruktur oder Elternunterstützung verfügten, sollten in die Schulen kommen können, so Faßmann. Er rechne dabei mit mehr Schülern in den Schulen als beim ersten Lockdown im Frühjahr. Vermutlich würde dies eine „zweistellige Prozentzahl im niedrigen Bereich“ sein.

Im Fernunterricht, so der Bildungsminister, sollten die Schüler „nicht mit neuen Aufgaben überhäuft werden“. Der Schwerpunkt solle in den kommenden drei Wochen auf der Vertiefung des bereits Gelernten liegen. „Neuer Stoff soll nur in Maßen vermittelt werden.“ Auch nach der Rückkehr zum Präsenzunterricht soll es nicht zu viele Schularbeiten und Tests geben. „Eine sichere Leistungsbeurteilung kann auch etwa durch die Bewertung der Mitarbeit erfolgen.“ Faßmann zeigte sich davon überzeugt, dass das Distance Learning diesmal besser funktionieren wird. Die technischen Voraussetzungen seien besser geworden, Lernplattformen Teil des Schulalltags.

Auch nach der geplanten Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht am 7. Dezember wird der Schulbetrieb anders ablaufen als bisher. „Wir werden anders fortsetzen als wir aufgehört haben, aber wir werden fortsetzen“, erklärte Faßmann. Unter anderem werde es für Schüler ab zehn Jahren eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben, schulautonom soll Schichtbetrieb möglich sein.

Inzidenzwert liegt in Österreich aktuell bei 554 – in Deutschland im Schnitt bei 130

Das Verlassen des privaten Wohnraums ist in Österreich ab Dienstag nur aus triftigen Gründen wie der Erfüllung von Grundbedürfnissen, der Arbeit, der Hilfe etwa für Angehörige sowie zur Erholung im Freien erlaubt. „Auch wenn sich niemand einen zweiten Lockdown wünscht, so ist der zweite Lockdown das einzige Mittel, von dem wir verlässlich wissen, dass es funktioniert“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz Kurz. Die Beschränkungen gelten ab Dienstag, 0.00 Uhr, und sollen am 6. Dezember enden. Die Ausgangsbeschränkungen müssen alle zehn Tage vom Hauptausschuss des Parlaments neu genehmigt werden.

Offen bleiben Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Banken. Arbeitnehmer sollen, wenn möglich, im Homeoffice arbeiten. Private Treffen sind auf einen Partner, einzelne engste Angehörige oder Bezugspersonen beschränkt. Menschen, die allein leben, sollten eine einzige Person auswählen, mit der sie in Kontakt sein wollen, bat Kurz. „Meine eindringliche Bitte für die nächsten Wochen ist: Treffen Sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel.“

Es sei das Ziel, am 7. Dezember Schulen und Handel wieder öffnen zu können. „Je mehr Menschen sich daran halten, was hier vorgegeben wird, desto kürzer wird dieser Zustand anhalten“, betonte Kurz. So könne man das Weihnachtsfest retten.

Schon seit dem 3. November sind in Österreich die Gastronomie, der Tourismus sowie Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Ausgangsbeschränkungen galten bisher von 20.00 bis 6.00 Uhr. Die Infektionszahlen stiegen in der ersten Novemberhälfte aber zunächst weiter an. Am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen bei 554,2, in einzelnen Regionen gar bis zu 850. Zum Vergleich: Deutschland liegt aktuell bei einem Schnitt von 130.

Liberale erwägen Klagen gegen die Schulschließungen

Der Zielwert bei den Neuansteckungen binnen sieben Tagen liege bei weniger als einem Zehntel des aktuellen Werts, betonte Kurz. Behörden könnten mittlerweile 77 Prozent der Neuansteckungen nicht zurückverfolgen – das ist in Deutschland genauso. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, aktuell stecke jeder Corona-Infizierte statistisch gesehen 1,2 andere Menschen an. Diese sogenannte Reproduktionszahl müsse auf 0,9 gesenkt werden – dann würden 10 Erkrankte rechnerisch 9 Menschen anstecken.

Anschober warnte, dass das Gesundheitssystem in vielen Bereichen an seine Grenzen komme. „Wir brauchen deshalb eine Notbremsung und das wirklich sofort“, sagte er. Der Bremsweg – die Zeit bis zu einer nachhaltigen Senkung der Zahlen – betrage zwei Wochen. Die Krankenhäuser sehen bereits dem Limit entgegen, wie am Samstag unter anderem der oberste Intensivmediziner des Landes erneut warnte. „Wenn das Ganze in den nächsten Tagen in dieser Geschwindigkeit zunehmen sollte, kommen wir in die Situation einer Triage“, sagte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin, Klaus Markstaller. Ärzte müssten dann auswählen, welche Patienten intensivmedizinisch behandelt werden können.

Doch wie konnte sich die Lage überhaupt wieder derart negativ entwickeln? Gab es Versäumnisse? Darüber wurde am Samstag teils heftig gestritten. Die Regierung hatte immer wieder betont, mit allen Mitteln einen Lockdown verhindern zu wollen. Gesundheitsminister Anschober hatte noch vor fast genau einem Monat solche strikten Maßnahmen praktisch ausgeschlossen. „Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen“, sagte er am 11. Oktober dem Sender ORF. Das sei nur vor einem flächendeckenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems möglich. „Davon sind wir Gott sei Dank meilenweit entfernt“, sagte er damals.

Die Oppositionsparteien warfen der Regierung nun Kontrollverlust vor. Ein großer Streitpunkt blieb das Schließen der Schulen. Die Corona-Expertenkommission hatte sich Medien zufolge am Donnerstag dagegen ausgesprochen. Das Bundeskanzleramt war ein Befürworter der Maßnahmen. Die Vorsitzende der liberalen Neos, Beate Meinl-Reisinger, kündigte an, wegen der Schulschließungen rechtliche Schritte zu prüfen. News4teachers / mit Material der dpa

„Trend bei Corona ist leider noch nicht durchbrochen“ – beschließen Merkel und die Länder am Montag den Wechselunterricht?

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56 KOMMENTARE

  1. Österreich beantwortet die Frage, ob das Recht auf Bildung schwerer wiegt als das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, vorbildlich.

    • Meine Empfehlung:

      Wechselmodell inklusive Betreuungsmöglichkeit durch Lehramtsstudenten und Schulträgerpersonal für ALLE Schularten, denn Kinder unter 10 sind (vielleicht) ein ganz kleines bisschen weniger ansteckend. Das als Grund zu nehmen, die GS weiter offen zu lassen, als wäre nichts, ist lächerlich.

    • An deiner Stelle würde ich hier nicht mehr so laut poltern, sondern mit deinen in der Vergangenheit getätigten Aussagen lieber im Erdboden versinken!

        • Defence,
          nach und nach demontieren sich alle Verharmloser selbst, indem sie versuchen auf die andere Seite zu schwenken, bevor es zu spät ist. Rückgrat, Herr Kruse, was ist das?

          • @xy

            Das fällt mir auch schon seit einigen Wochen auf …

            Lieber unter Zähneknirschen vermeintlich unbemerkt umschwenken als 1x offen zugeben: „Ich habe mich getäuscht.“
            (Das müsste man einfach so benennen, noch nicht einmal erklären – womöglich bringt das nicht nur nach einiger Zeit wieder mehr Glaubwürdigkeit bei Mitmenschen, sondern auch eine gewisse Entlastung für diese Personen selbst …).
            Diese Grundhaltung herrscht ja in allen „Schichten“ der Gesellschaft und sorgt – nicht erst seit Corona, jetzt aber verstärkt lauter und sichtbarer – für die Probleme, die eben dieser Gesellschaft mehr Kraft abverlangen, als sie eigentlich „übrig“ hat.
            🙁

          • @Pit 2020

            Schon seit Anfang der Pandemie: immer alles mit schadensträchtiger Verzögerung!

            Opportunismus first, Selbst(- und Arterhaltung) second!

          • nochmal richtig:

            @Pit 2020

            Schon seit Anfang der Pandemie: immer alles mit schadensträchtiger Verzögerung!

            Opportunismus first, Selbst(- und Art-)erhaltung second!

    • M.E. funktioniert das nicht, da eine Betreuung der Schüler_innen 9-13 nicht stattfinden kann, wenn 5-8 noch in der Schule mit Wechselmodell ist. (Ausnahmen bilden Kolleg_innen, die nur in den entsprechenden Jahrgängen eingesetzt werden.) Ich denke solche Maßnahmen müssen Schulweit gedacht werden.

      In Berlin bspw. hieße das alle ab 7. Klasse bis 13. Klasse ins Wechselmodell oder Homeoffice mit Videokonferenzen und weiterer digitaler Betreuung.

    • Danke, meine Grundschüler sind zwischen 9-11 Jahren. Also auch sie ansteckend. Aber Grundschullehrer dürfen weiter Kanonenfutter sein. Und das ohne Maske. Vielen Dank

  2. In Österreich wurde eine Studie durchgeführt, die bestätigt, dass auch Kinder unter zehn genauso infektiös sind wie ältere Kinder/Jugendliche und Erwachsene. Daher hat man sich jetzt auch entschlossen, die Grundschulen ebenfalls zu schließen.
    Bei uns wird das Infektionsgeschehen unter zehn Jahren wahrscheinlich weiterhin runtergespielt und auch für die weiterführenden Schulen verharmlost.
    https://www.derstandard.de/story/2000121673318/gurgeltest-studie-viel-mehr-corona-infizierte-in-benachteiligten-schulen

    • P.S.: Professor Michael Wagner von der Universität Wien hat sich diesbezüglich gestern Abend auch in der Tagesschau geäußert. Wer es verpasst hat, kann es in der Mediathek sehen. Der Beitrag über den Lockdown in Österreich kam direkt zu Beginn der Sendung.

    • Die Erkenntnis ist weltweiter wissenschaftlicher Standard, der nur in Deutschland unterbewertet wird. Deshalb verkünde ich auch seit Sommer hier, dass es im Winter zu zwangsläufigen umfangreichen Sperren kommen wird.

    • Die Studie zeigte auch, dass die Infektionsraten an Brennpunktschulen dreimal höher waren. Daher sollte es an diesen Schulen noch schärfere Maßnahmen geben, insbesondere kleinere Lerngruppen – dies dient auch der gerade so in den Mittelpunkt gerückten Bildungsgerechtigkeit (!).

  3. Genau das gleiche wird bei uns passieren. Je länger wir damit warten, desto länger wird der Lockdown mit Schulschliessungen dauern.

  4. In Deutschland wird es noch dauern, aber sollten in Österreich die Zahlen sehr schnell sinken, hat sich der deutsche Lockdown light als kolossaler Fehler erwiesen, der Leben kostet und Existenzen vernichtet ohne das Virus zu beeindrucken. In Deutschland werden wir noch ein paar Wochen vollständig offene Schulen haben, so meine Vermutung. Es gibt keinen, der so stringent und mutig agiert wie Kurz. Bei uns wird rumgeeiert, werden Lobbygruppen bedient und Wissenschaftler angefeindet. Es fehlt die klare Linie.

  5. Mein Tipp für das treffen Merkel / Länderchefs am Montag: Es wird an den Schulen so gut wie Garnichts passieren.
    – Weil die wirtschaftliche Arbeitsleistung der Eltern wichtiger ist als die Gesundheit. Sagt nur keiner laut.
    – Weil viele (nicht alle) Eltern lieber Gefahren für ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Kinder in kauf nehmen als sich wieder selbst mit um Erziehung und Bildung zu kümmern.
    – Weil die Schulträger Geld ausgeben müssten um die Schule sicher zu machen.
    – Weil die Kumis Verantwortung für unangenehme Entscheidungen übernehmen müssten. Das ist nicht deren Stärke. Die sagen lieber Sätze in Kameras die keine Arbeit machen und gut ankommen. „Die Schulen sind sicher“
    – Weil Minister und andere hohe Politiker zugeben müssten, dass sie Mist gebaut haben. Inzwischen sind durch einen nutzlosen Teil-Lockdown Milliarden verpulvert worden. Da hofft man doch lieber auf ein spätes Wunder. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

    Am Ende wird man uns wieder mit Augenwischerei abspeisen. Kostenlose FFP“ Masken die nie ankommen, Betretungsverbote für Eltern in Schulen und Kitas, neue Hygienekonzepte mit Tollen Tipps „Beim Lüften können sie zusätzlich zu den fenstern auch noch die Tür öffnen“. usw.
    Hat in Deutschland Tradition. Wenn wir die Karre an die Wand fahren dann mit Schmackes.

    • Danke für den Beitrag.

      Als Ergänzung: Sicherlich gibt es noch das Versprechen, etwas prüfen zu wollen … wo, wie, bis wann, mit welcher Konsequenz wird aber nicht benannt,
      dafür heißt es dann wieder: „Wir beobachten die Entwicklung genau.“

    • @Georg: Genauso sieht’s aus.

      Hier erkennen und beschrieben täglich so viele Lehrer und manchmal auch Eltern sehr präzise, was Sache ist. Es werden Quellen genannt und wissenschaftliche Erkenntnisse erklärt, sodass auch ein Mensch ohne wissenschaftlichen Hintergrund diese verstehen kann. Dafür bin ich sehr dankbar, das erleichtert ungemein.
      Die wenigen Querdenker, die ihr Geschwurbel zwischendurch einstreuen, kann ich gut überlesen.

      Ich frage mich aber, wann endlich die Menschen, die mit ihren getroffenen Entscheidungen über den weiteren Fortgang der Pandemie entscheiden, ihre Verantwortung erkennen.

      Wie ich schon am Ende der ersten Schulschließung sagte: Meine Familie möchte nicht an einem Menschenversuch teilnehmen.

      Leider stecken wir alle mittendrin.

      Wie verhält es sich eigentlich jetzt mit der Präsenzpflicht in NRW? Dürfen Schüler mit vorerkrankten Angehörigen offiziell zuhause bleiben wie es vor den Sommerferien der Fall war? Ich habe dazu unterschiedliche Aussagen gelesen.

  6. Hier wird leider immer noch völlig unlogisch dagegen entschieden.
    https://www.mdr.de/thueringen/schulschliessung-corona-inzidenz-holter-100.html

    „Schulen und Kindergärten in Thüringen sollen weiter geöffnet bleiben. Dafür hat sich Bildungsminister Helmut Holter ausgesprochen. Der Landrat von Hildburghausen hatte eine Schließung in seinem Kreis gefordert. Dort steigt die Zahl der Neuinfektionen rasant an. In der Diskussion um den Regelbetrieb an Thüringer Schulen und Kindergärten hat sich Bildungsminister Helmut Holter dafür ausgesprochen, Schließungen zu vermeiden. Er begründete dies mit dem Kindswohl und dem täglichen umfassenden Bildungsangebot. Hintergrund sind unter anderem Forderungen aus dem stark von Corona betroffenem Landkreis Hildburghausen, die Schulen und Kindergärten komplett zu schließen. Auch Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt hat sich für offene Schulen ausgesprochen.
    Holter verwies darauf, dass lokal und regional entschieden werden müsse, ob Einrichtungen geschlossen werden. Mit Blick auf Hildburghausen sagte Holter, dass das Ministerium vor zwei Tagen mit Landrat Thomas Müller (CDU) gesprochen habe und alle Schulen sowie Kindergärten in die Stufe GELB gewechselt seien. Nun müsse man abwarten.
    Müller hatte gefordert, ab dem 16. November Schulen und Kindergärten für zwei Wochen zu schließen. Der Landrat sagte MDR THÜRINGEN, er frage sich, worauf das Land noch warte. In Hildburghausen liegt der Inzidenzwert bei fast 274 (Stand 14.11.)“

    • Danke für den Link.
      Ich hatte mich schon gefragt, wo die Ärzte waren, als Reinhardt und andere ihre verharmlosenden Meinungen verbreiteten.

    • @xy

      Ein guter Link, danke dafür.

      Ein roter Faden zieht sich durch die so genannten „Lebenswirklichkeiten“ einiger Berufsgruppen, z. B. (erstgenannt, weil wir uns hier in einem Forum für Lehrkräfte tummeln):
      – Lehrkräfte und pädagogisches Personal für alle Altersgruppen der zu „Betreuenden“ (das Wort „Bildung“ klebt mittlerweile an Gaumen und Synapsen und will gar nicht mehr raus).
      Auch:
      – Ärzte und Pflegepersonal aller Sparten (wer dort tätige Personen kennt, weiß, dass es dort ebenfalls schon seit Jahrzehnten nur in diese in Ihrem Link beschriebene Richtung läuft – leider bergab).

      Ähnlich sieht es aus bei den ebenfalls klassisch „systemrelevanten“ Berufsgruppen:
      – Feuerwehr (lässt sich gerne anspucken, anpöbeln während der Einsätze – auch Gaffen und lustige Videodrehs mit Behinderung der Einsatzkräfte erhöht die Freude bei der Arbeit bestimmt ganz doll – und Sylvester lässt man sich bestimmt gerne mit Pyrotechnik „abwerfen“)
      – Polizei (s. Feuerwehr)
      – nicht zu vergessen: Richter, Staatsanwälte (die finden es bestimmt auch total motivierend, wenn sie die Berge von „Fällen“ sehen, die sie auf Grund von Personalmangel vor sich herschieben müssen … und am Ende einiges „canceln“ müssen, weil die Zeit niemals reichen würde – auch nicht wenn der Tag 48 ARBEITSstunden hätte).

      Sie alle lassen sich gerne mal – ausnahmsweise – von Fenstern und Balkonen aus beklatschen.
      Natürlich lassen sie sich noch viel lieber abwatschen … je nach Berufsgruppe direkt physisch oder notfalls verbal, dann aber natürlich möglichst niveaulos.
      Wenn schon, denn schon.

      Schön ist das?!
      Nein.

      Mal sehen, was all die überarbeiteten (?) und unterbezahlten (?) sonstigen Mitbürger zu sagen haben, die sich immer wieder gerne sachlich äußern zu den klassischen und überbezahlten Faulpelzen und Jammerern.

    • „Ältere Schüler könnten vorerst daheim lernen“ nur werden dann gerade diese SuS (junge Erwachsene / Berufsschüler) der Abschlussjahrgängen vor Prüfungen oder Befähigungsnachweisen immer ausgenommen. Dort gibt es den Klassenunterricht wegen Gruppen- oder Kurssystem ja auch nicht und es wird munter durchgemischt.

  7. Diese Einteilung in Gefährdungsklassen nach Alter, die jetzt wieder aus interessierten Kreisen in die Debatte gedrückt wird… Leute, es wird durch Wiederholung nicht richtiger.

    Solidarität mit den GS!

    GS-Lehrer sind auch Menschen!

    Danke.

    • Das sehe ich genauso. Ich habe eine 10-jährige Tochter, die bei Inzidenzen von 250 plus in RLP nach Willen der das Corona-Geschehen in Schulen leugnenden Dr. Hubig ohne Masken in die Grundschule gehen soll. Das ist Harakiri für so manche Familie.

      Daher bitte die bundesweit vernetzten Elternverbände unterstützen:
      https://www.openpetition.de/petition/online/bildungsgerechtigkeit-und-gesundheitsschutz-in-der-pandemie

      Ich befürchte und weiß, dass die Petition nichts schnell wird bewirken können, aber es muss für Politiker*innen dennoch schnell sichtbar werden, dass viele Menschen die fachwissenschaftlich nachweisbaren Tatsachen erkannt haben und sich nicht mehr mit der rituellen Beschwörungsformel „Schulen sind sichere Orte“ zufrieden geben, die das Infektionsgeschehen in Schulen leugnet.

  8. Lera,
    nicht nur GS, auch Kitas sollten miteinbezogen werden. Ein dreiwöchiger Komplett Lockdown mit Lohnersatzleistungen für betreuende Eltern wäre sinnvoller als das aktuelle Abwiegeln, Abwarten und Taktieren.
    Die Wirtschaft wird mehr leiden, wenn Covid „durchläuft“. Long Covid neben vielen Toten und mögliche Triage sind keinem Wirtschaftssystem zuträglich.
    Mit der neuen Nicht-Teststrategie kann man ein paar Wochen mit trügerischer Reduzierung der Zahlen gewinnen, aber danach wird das Virus regieren und die Politik kann nur noch zusehen, wie Gesundheitssystem, Wirtschaft und Bildung gegen die Wand donnern.

  9. Genau das gleiche wird bei uns passieren. Je länger wir damit warten, desto länger wird der Lockdown mit Schulschliessungen dauern.Null Einigkeit warum entscheidet nicht entlich die Kanzlerin.

  10. In Deutschland zählt die Wirtschaft mehr, als die Gesundheit von Kindern, Lehrern und Erzieher/innen!
    Hauptsache die Eltetn gehen Arbeiten!
    Ein Armutszeugnis diese Regierung!

    • Falsch!

      Gerade schwächere GS-Schüler waren die Mega-Verlierer beim 1. Lockdown. Und Mathe gaaaanz weit norne.

      @ Sommerkatastrophenbeschwörer hier

      Ihr habt zu einem Zeitpunkt den Untergang Deutschlands tagelang mit Posts verbreitet, als noch fast nix los war. Denke, eure Stimmen wird man jetzt leider überlesen.

      • „Gerade schwächere GS-Schüler waren die Mega-Verlierer beim 1. Lockdown. Und Mathe gaaaanz weit norne.“

        Selbst wenn das stimmt (Quelle?): Gesundheit ist im Zweifel wichtiger als Bildung.

      • Dass fast nix los war, könnte doch vielleicht mit einem besonderen Umstand verbunden gewesen sein: Von Mitte März bis Ende April waren die Schulen geschlossen und danach gab es Wechselunterricht in kleinen Gruppen und auf Hauptfächer reduziert, also nur wenige Stunden Präsenzunterricht für jeweils wenige Schüler – jedenfalls in meinem Bundesland.
        Und dann hatten wir auf einmal ganz ganz wenige Infektionen. Wie mag das zustande gekommen sein?

      • Schwächere GrundschülerInnen sind immer Verlierer.
        Wo sind denn während der regulären Schulzeit die flankierenden Maßnahmen wie Hausaufgabenhilfe, Förderunterricht durch Lehrkräfte, gut ausgebaute mit Fachpersonal ausgestattete Betreuung?
        Wenn Schulen so wunderbar ausgestattet wären, hätten sie seit Jahren weniger Sorge angesichts des Lehrkräftemangels
        und die schwachen GrundschülerInnen bei einem kurzfristigen Lockdown genügend Rüstzeug, zu Hause zu lernen.

      • Man hat die Stimmen, die diese Entwicklung tatsächlich schon im Frühjahr vorhergesagt haben leider bereits überhört. Dem 1. Lockdown war vermutlich der relativ ruhige Sommer zu verdanken. Meine Matheklassen haben aufgrund der tollen Lernsituation im Hybridunterricht alle Themen erarbeitet. Der wäre auch jetzt wieder nötig, sonst sind die Schulen noch vor Weihnachten komplett zu.

  11. Man kann Herrn Kurz nur beglückwünschen für seine Konsequenz und Klarheit. Eine absolut richtige und sehr mutige Entscheidung.
    Davon ist Deutschland mit seinem ewigen Rumgeeiere noch Lichtjahre entfernt.
    Leider! Und zum Leidwesen derjenigen, die sich die Situation an Schulen täglich ungeschützt ausliefern müssen.

  12. Die Grundschulen werden meistens als letzte bedacht!
    Da arbeiten fast nur Frauen und die meinen oft, sich aufopfern zu müssen… An die eigenen Belange wird da nicht gedacht. Und wenn, dann bekommt das so einen Anstrich von Egoismus! Und protestiert wird erst recht nicht. Dann lieber später auf dem Grabstein der Hinweis „Sie starb für die Schule“- Helden waren schon immer gerne gesehen und wurden gerne genommen.
    „Wieso, warum bei uns läuft es immer noch ganz gut. Und außerdem haben die Kinder endlich mal ausreichend Sauerstoff in der Klasse.“ (Originalton einer Grundschulkollegin)
    Was muss eigentlich noch alles passieren, ehe auch solche Menschen mal endlich wach werden?

    • Schlimmer noch: Es gibt eine Menge Schulleitungen, die diese Aufopferung von ihren Lehrern erwarten. Da geht es um Anmeldezahlen und den guten Ruf. Und ganz schnell ist die Fürsorgepflicht dahin.

  13. Das neue „die Schulen sind sicher“ wird jetzt vermutlich „die Grundschulen sind sicher“… sozusagen als bequemer Ausweg, damit gewisse Leute nicht zugeben müssen, dass sie komplett falsch gehandelt haben.

    Natürlich ist auch das Unfug: Grundschulkinder werden noch weniger getestet als alle anderen, weil sie eben noch seltener Symptome zeigen. Dafür leben sie aber deutlich enger mit ihren Eltern zusammen als größere Kinder, so dass da das Ansteckungspotential höher ist.

    Von daher wird am Ende auch bei uns das kommen, was Österreich vormacht: Alle Schulen zu. Nur wird es dann nicht mehr reichen, das nur für drei Wochen zu tun, sondern es wird wesentlich länger nötig sein. Dazu kommen dann auf Jahre massive Unterrichtsausfälle, denn das werden nicht alle LuL überleben und von den LuL, die eine Infektion überleben, werden auch einige für sehr lange ausfallen oder nie wieder in vollem Umfang arbeiten können.

    Viel schlauer wäre: Von morgen bis Weihnachten alle Schulen zu und nur noch Notbetreuung für die, die das wirklich brauchen.

  14. Haben Wissenschaftler darüber nachgedacht, eine Studie durchzuführen, in der untersucht wird, ob positiv getestete Erwachsene kürzlich Kontakt zu Kindern im schulpflichtigen Alter hatten? Ich stelle mir vor, dass es eine gute Korrelation gibt.

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