Grundschüler demonstrieren auf dem Schulhof gegen die AfD – die (ausgerechnet!) spricht von einer „Hass- und Lügenkampagne“

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HAMBURG. Wenn es um Rechtsradikalismus geht, geriert sich die – vom Verfassungsschutz offiziell als «rechtsextremistischer Verdachtsfall» geführte – AfD als Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit. Wenn sich Meinungen aber gegen die Partei richten, zeigt sie sich als Mimose. AfD-Abgeordnete haben in der Hamburger Bürgerschaft eine Demonstration von Grundschülern auf einem Pausenhof kritisiert. Wie aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Fraktion hervorgeht, hatten am 17. April 40 Kinder einer Hamburger Grundschule spontan auf ihrem Schulhof gegen die Rechtsaußen-Partei demonstriert. 

Im Frühjahr demonstrierten bundesweit Hunderttausende von Menschen – auch Schülerinnen und Schüler – gegen die AfD, hier am 30. Januar in Bad Kreuznach. Foto: PhotoBatta / Shutterstock

Bei der Aktion versammelten sich die Kinder demnach in der ersten großen Pause und zogen in einer Formation mit selbst gestalteten Plakaten über den sehr weitläufigen und verwinkelten Hof. Wie der Senat weiter bestätigte, zeigten die Plakate den Spruch «Ganz Hamburg hasst die AfD». Hintergrund: Im Januar waren in der Hansestadt gleich zwei Mal binnen zwei Wochen Zehntausende Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen, nachdem rechtsextreme «Remigrationspläne» – also das Herausdrängen von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland – bekannt geworden waren. «Ganz Hamburg hasst die AfD» war der prägende Slogan der Kundgebungen.

Als die Pausenaufsicht die Schülergruppe bemerkte, sei diese unverzüglich aufgefordert worden, sich aufzulösen, so berichtete nun die Bildungsbehörde. Der Schulleiter sei schriftlich über das Vorkommnis informiert worden.

Anwohner der Schule hatten der AfD-Fraktion ein Video von der Aktion zugetragen. Nach Angaben der AfD skandierten die Schüler auch die Parole. «In diesem Land läuft gewaltig etwas schief, wenn 8- und 9-jährige Kinder manipuliert und zu Hass gegen eine politische Partei aufgehetzt werden», sagte der Fraktionsvize und schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Alexander Wolf. Er spricht im Zusammenhang mit dem Treffen in Potsdam von «Auswüchsen der wochenlangen Hetz- und Lügenkampagne gegen die AfD, die von ‚Correctiv‘ losgetreten und von einem Großteil der Medien und der etablierten Politik unkritisch, ja bereitwillig übernommen wurde.»

Hintergrund: Laut Rechercheergebnissen des Medienhauses Correctiv zu einem vertraulichen Treffen radikaler Rechter mit einzelnen Politikern von AfD, CDU und Werteunion im November in Potsdam hatte der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, nach eigenen Angaben über das Konzept der sogenannten Remigration gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang.

Die AfD hat sich von diesen Plänen, die auch der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke in einem Buch vertreten hat, nie ernsthaft distanziert – im Gegenteil: «Remigration ist kein Geheimplan, sondern ein Versprechen», erklärte der Brandenburgische AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt (News4teachers berichtete). Beschwerden von Teilnehmern an dem Treffen gegen die Correctiv-Berichterstattung scheiterten weitgehend vor Gericht (hier geht es zu dem Correctiv-Artikel).

Zurück zum aktuellen Fall: Die Schulleitung wies nach Angaben des Senats das pädagogische Personal an, das Gebot der staatlichen Neutralität von Schulen im Unterricht zu thematisieren und darauf zu achten, dass sich der Vorgang nicht wiederholt. «Dem Schulleiter liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass die Plakate im Unterricht gestaltet worden wären und wie es zu dieser spontanen Versammlung der Schülerinnen und Schüler gekommen ist», erklärte der Senat. Der Schulaufsicht wurde der Vorfall von der Schulleitung nicht gemeldet. Die Schulbehörde habe erst durch die Anfrage der AfD-Fraktion davon erfahren, hieß es. Die Ganztagsschule im Stadtteil Altona-Altstadt wird von 512 Kindern besucht. Rund ein Drittel der Schülerschaft hat einen Migrationshintergrund – ist also von den AfD-Plänen zur «Remigration» direkt betroffen.

Die AfD-Fraktion veröffentlichte übrigens den Namen der Grundschule – wohlwissend, dass sie damit einen Shitstorm von Rechtsaußen lostreten dürfte. Einen solchen hatte unlängst auch ein Gymnasial-Schulleiter aus Mecklenburg-Vorpommern erfahren. Aufgrund zahlreicher beschimpfender und beleidigender E-Mails und sogar Drohanrufe an der Schule ermittelt dort der polizeiliche Staatsschutz, wie das dortige Landesbildungsministerium erklärte. Hetz- und Hasskampagnen in sozialen Medien, die sich gezielt gegen bestimmte Menschen richten, sind ein wesentlicher Bestandteil rechter Internet-Kampagnen und können in Gewalttaten münden.

Hintergrund des Geschehens in Mecklenburg-Vorpommern: Die Polizei war Ende Februar wegen des Verdachts an das Gymnasium in Schwerin gerufen worden, eine 16-Jährige habe möglicherweise staatsschutzrelevante Inhalte über Social-Media-Kanäle verbreitet (News4teachers berichtete). In Berichten rechtsoffener Medien war die Rede davon, dass es dabei um ein auf Social Media geteiltes Schlumpf-Video mit Bezug zur AfD gegangen sei. Später stellten die Behörden jedoch klar, der Anlass seien mehrere Screenshots von einem Social-Media-Account der Schülerin bei TikTok gewesen, die rechtsradikale Bezüge aufwiesen. Strafbar waren die Posts, wie sich dann herausstellte, aber nicht. Mit der Schülerin wurde ein Gespräch im Büro des Schulleiters geführt. Die AfD geriert sich in diesem Fall als Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit: «Opfer ist eindeutig das Mädchen, das vorgeführt wurde von Schulleiter und Polizei», so behauptete sie im Landtag.

In Hamburg hat es die AfD mit der Meinungsfreiheit von Schülerinnen und Schülern dagegen nicht so. «Ganz offenkundig leiden bereits unsere Grundschulen an einem bedenklichen Demokratiedefizit. Wir müssen dringend gegensteuern», droht AfD-Fraktionsvize Wolf. News4teachers / mit Material der dpa

Wenn die AfD in Münster verliert, wird der Druck auf Staatsbedienstete (also auch Lehrkräfte) mit Parteibuch steigen

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Condor
2 Monate zuvor

Ich kenne querbeet Menschen, die für Meinungsfreiheit sind, sich aber als Mimosen erweisen, wenn ihnen und ihrer Meinung am Lack gekratzt wird. Die meisten sind sogar so. Auch mir fällt es leichter, mich für Meinungsfreiheit einzusetzen als sie mitunter am eigenen Leib zu zu ertragen. Warum also AfD-ler anprangern, wenn sie in diesem Punkt genauso gestrickt sind wie die meisten Menschen?

Besseranonym
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

…..und weil sie, je mehr sie sind verdammt gefährlich sind. Es verlassen nicht nur Lehrer Schulen, es ziehen auch Menschen z.B von Thüringen nach Oberfranken, weil sie mit abweichender Meinung gemieden oder bedroht werden.
Kinder müssen sich anhören, dass ihre Eltern Volksverräter seien und……
Die Politik wartet ab, wie die Landtagswahl ausgeht, man könnte sich ja in die Nesseln setzen.

DerechteNorden
2 Monate zuvor
Antwortet  Besseranonym

„Kinder müssen sich anhören, dass ihre Eltern Volksverräter seien und …“
Von wem das denn? Von CDU-Politiker*innen-Kindern?
Gibt es in Thüringen denn so viele Kinder von bekannten AfD-Politiker*innen, dass das ein so großes Problem ist? Und ist es wirklich so, dass nun deren Familien nach Bayern ziehen müssen?

Besseranonym
2 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die AfDfans kommen aus allen Schichten. In kleinen Orten sind es häufig auch nicht gutsituierte Menschen, die nach einem Ventil suchen. D.h. es geht um die Kinder von Bürgern, die sich offen gegen die AfD stellen ( beschimpft und bedroht werden ) und sogar häufig dort Arbeitsplätze schufen. Jetzt dürfen sie sich dafür Anfeindungen lassen.
[ Wie kommen Sie auf CDUPolitiker, die flüchten müssen, falsche Baustelle ? 😉

DerechteNorden
2 Monate zuvor
Antwortet  Besseranonym

Ich habe Sie komplett falsch verstanden und dachte, Sie meinte, dass Kids von AfD-Wähler*innen gemobbt würden …
Sorry!

Sepp
2 Monate zuvor

Ich persönlich halte diese Partei zwar nicht für wählbar. Unabhängig davon ist aber an der Aussage von Herrn Wolf etwas dran:

Grundschüler haben i.d.R. kein differenziertes Bild von Politik und verstehen nicht, worum es genau geht. Sie nehmen unreflektiert Aussagen auf und geben diese wieder.

Ich stelle mir gerade vor, wie bspw. in Sachsen „spontan“ Grundschüler eine Demonstration gegen die Grünen abhalten würden. Wie laut wäre da wohl der Aufschrei?

Sepp
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Liebe Redaktion,

Es geht hier um eine reine Grundschule. Wie viele Grundschüler kennen Sie, die sich eigenständig politisch informieren, engagieren und spontan eine Demo veranstalten? – Mit hoher Wahrscheinlichkeit kein.

Für mich geht es hier um eine Grundsatzfrage:

Darf man kleine Kinder für seine politischen Ziele instrumentalisieren?

Und da würde ich eindeutig mit „Nein“ antworten. Dabei spielt es keine Rolle, was das politische Ziel ist…

Canishine
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Kinder sind nicht blöd, haben aber auch ein (berechtigtes) Urvertrauen in ihre Eltern, so dass sie diesen auch glauben dürften und (eine Zeit lang) würden, wenn z.B. bestimmte Eltern erzählten, das Migranten den Deutschen alles wegnehmen. Das ist sicherlich ein Missbrauch des Vertrauens, aber gerade deswegen sollte man schon sehr sicher sein, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen oder zu missbrauchen, wenn man Kinder in eine Auseinandersetzung hineinzieht, die man als Erwachsener nicht zu führen weiß.

A.J. Wiedenhammer
2 Monate zuvor

Grundschulkinder?
Das riecht aber ganz stark nach entweder „toll, kein Unterricht, lieber Demonstrieren-Spielen“ oder – viel schlimmer – nach Instrumentalisierung der Kinder.
Vermutlich beides

RainerZufall
2 Monate zuvor

Vielleicht wissen die Kinder ja auch, dass sich Erwachsene bei Klima, Menschenrechten, Bildung oder wehrhafter Demokratie als unzuverlässig erwiesen haben 😉

Einer
2 Monate zuvor

Es ist doch falsch, dass Schule politisch neutral sein muss – lediglich ich als Lehrer muss politisch neutral sein! Zur Schule gehören aber auch Schüler und die müssen nicht neutral sein.

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

(1) Beamtinnen und Beamte haben folgenden Diensteid zu leisten: „Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung für Rheinland-Pfalz, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.“
Landesbeamtengesetz von Rheinland-Pfalz: § 67 Diensteid
„(2) In Erfüllung ihres Auftrags erzieht die Schule zur Selbstbestimmung in Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen, zur Anerkennung ethischer Normen, zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, zur Gleichstellung von behinderten und nicht behinderten Menschen, zur Achtung vor der Überzeugung anderer, zur Bereitschaft, Ehrenämter und die sozialen und politischen Aufgaben im freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu übernehmen, zum gewaltfreien Zusammenleben und zur verpflichtenden Idee der Völkergemeinschaft. Sie führt zu selbständigem Urteil, zu eigenverantwortlichem Handeln und zur Leistungsbereitschaft; sie vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Orientierung in der modernen Welt zu ermöglichen, Verantwortungsbewusstsein für Natur, Umwelt und die globalen Nachhaltigkeitsziele zu fördern sowie zur Erfüllung der Aufgaben in Staat, Gesellschaft und Beruf zu befähigen. Sie leistet einen Beitrag zur Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.“
SchulG Rlp § 1

Außerdem:
https://politische.bildung.sachsen.de/download/23_09_07_FAQ_Handreichung_Neutralitaet_Schule.pdf
Darin bevorzugt S. 3-5 sowie die in den Fußnoten angeführten Quellen.

Traurig, dass man das alles akademisch gebildeten Lehrkräften heute noch erklären muss.

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Nein! Lesen Sie mal nach: Grundgesetz, Schulgesetz, Diensteid!!!

Einer
2 Monate zuvor

Den Diensteid lege ich ab und ich bin politisch neutral. Meine Schüler legen keinen Eid ab und müssen sich demnach auch nicht politisch neutral verhalten. Da in dem Fall die Schüler sich dazu entschlossen haben auf dem Schulhof zu demonstrieren und die Schule (in Gestalt der Pausenaufsicht) hat um Auflösung gebeten. Also hat sich die Schule neutral verhalten!

Oder wollen Sie behaupten auch Schüler hätten sich in der Schule politisch neutral zu verhalten? Ich sehe/höre jeden Tag Schüler die sich in keinster Weise politisch neutral sind.

DerechteNorden
2 Monate zuvor

Ich denke, @Einer meint, dass man sich als Lehrkraft nicht hinstellen soll und aktiv für die Partei werben soll, deren Mitglied man ist. Das ist etwas anderes, als die eigene Meinung zu bestimmten Aussagen/Programmen bestimmter Parteien zu sagen. Es muss allerdings auch klar sein, dass es eine Meinung ist bzw. man bestimmte Aussagen, mit denen man die Kids konfrontiert, durch einen Faktencheck belegen oder auch widerlegen kann.

DerechteNorden
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Kurz: Was rassistisch und verfassungsfeindlich ist, darf von Lehrkräften im Unterricht selbstverständlich auch so benannt werden.“

Absolut! Und das muss auch so sein. Wenn das in Schulen nicht gemacht wird, dann kriegen viele Kids „Infos“ nur aus dem Elternhaus oder über TikTok, dessen Wirkung wir ja bereits jetzt überall zu spüren bekommen.

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„…darf von Lehrkräften im Unterricht selbstverständlich auch so benannt werden.“ Nein, es muss!

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich denke, Herr Einer ist auf dem Holzweg und habe mich weiter oben ausführlich eingelassen.
Traurig, traurig.

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Davon abgesehen muss ich bei verfassungs- bzw. menschenfeindlichen Äußerungen von Schüler:innen reagieren- ein Rückzug auf die Meinungsfreiheit der einen und des obskuren, so nicht vorhandenen Neutralitätsgebots der anderen ist wider dem Diensteid. Und unpädagogisch.

Einer
2 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

In dem Artikel ging es nicht um die Neutralität der Lehrpersonen, sondern um die Neutralität der Schüler. Die AFD verwechselt dies scheinbar.

Und selbstverständlich bespreche ich im Unterricht (Schüler > SEK1 also > 16) Positionen aller Parteien soweit dies in mein Fach passt. Konsequenzen aufzeigen und denken lassen. Schüler hinterfragen dann und stellen dann meist sehr schnell fest, dass einfache Antworten/Lösungen schlichtweg scheiße sind.

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Das mag ja sein, dass es im Artikel nicht um die Neutralität der Lehrperson geht. IHR Fehlverständnis lag aber doch in der Aussage „– lediglich ich als Lehrer muss politisch neutral sein!“ Genau das wurde in der Folge richtiggestellt. Bitte einfach mal einsehen und nicht, wie so viele hier immer weiter irgendwas posten, das zeigen soll, man lag ja doch richtig.
Und damit ist für mich das politikdidaktische Seminar beendet.

Hysterican
2 Monate zuvor

Nein nein…. Sie haben recht … immer … unwidersprochen … natürlich auch bei Ihrer Rezeption und Ausdeutung fremder Gedanken.

Entschuldigen Sie bitte unsere Anmaßung.

Hochachtungsvoll!!

Ich

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Ich entschuldige.

Einer
2 Monate zuvor

Wieso sollten sich Schüler in Schule politisch neutral verhalten?

Generische Feminina
2 Monate zuvor
Antwortet  Einer

???? Wer hat denn davon gesprochen???

Ragnar Danneskjoeld
2 Monate zuvor

Ich glaube kaum, dass ein Grundschüler aus freien Stücken gegen etwas demonstriert, was er nicht einmal ansatzweise versteht. Für mich ein klarer Fall von Manipulation. So hehr und edel das Ziel auch sein mag.

RainerZufall
2 Monate zuvor

Das gleiche könnte ich auch über AfD-WählerInnen in den Raum stellen, trotzdem spreche ich denen nicht das Wahlrecht ab

Rüdiger Vehrenkamp
2 Monate zuvor
Antwortet  RainerZufall

Wähler sind in der Regel aber mindestens 16 Jahre alt (auch wenn sie die AfD wählen). Insofern hinkt Ihr Vergleich.

RainerZufall
2 Monate zuvor

Natürlich tut er das. Es ist ein Vergleich =D

Leerwerker
2 Monate zuvor

Das macht es ja nun im AfD-Fall nicht gerade besser.

Mika
2 Monate zuvor

Ich überlege gerade, warum es für Grundschüler nur ansatzweise verständlich sein sollte, dass die AfD ihr unliebsame Menschen aus dem Land drängen will. Der Anteil der SuS mit Migrationshintergrund dürfte in HH groß sein. Es betrifft sie, ihre Eltern und ihre Freunde in der Schule also direkt. Und wenn Kinder ihre Meinung mit demokratischen Mitteln äußern, ist das aus meiner Sicht genau das, was Demokratieerziehung leisten soll.
Frage: Der Schulhof steht unter Hausrecht der Schule. Filmen ist dort regelmäßig nicht gestattet. Die Leute, die dort gefilmt und das Filmmaterial weitergegeben haben, haben gegen das Hausrecht der Schule und gegen die Persönlichkeitsrechte der Gefilmten verstoßen. Hat das Konsequenzen?

Generische Feminina
2 Monate zuvor

Ob die filmenden Denunziant:innen, äh Anwohner:innen, auch die Persönlichkeitsrechte der Kinder und Lehrkräfte gewahrt…bzw. deren oder derer Eltern Einverständnis zum Fertigen und Verbreiten von Aufnahmen eingeholt hatten?!

Walter Hasenbrot
2 Monate zuvor

Da filmen also Anwohner die Kinder auf einem Schulhof.

Da sollte die Polizei mal ermitteln.

Walter Hasenbrot
2 Monate zuvor

Ich weiß, dass ich in den 70er Jahren auch schon mit meinen Mitschülern aus der Grundschule politische Meinungen ausgetauscht habe, die natürlich vom Elternhaus übernommen und nicht sehr tiefgehend waren.

Dass eine spontane Schüler-Demo in der Grundschule ohne Organisation der Lehrer stattfinden kann, erscheint mir höchst plausibel. Insbesondere da viele Schüler:innen sich durch die AfD bedroht fühlen müssen.

Nicht korrekt hat sich die Schulleitung verhalten, die die Meinungsfreiheit der Schüler:innen durch die Beendigung der Demo unterdrückt hat. Denn selbstverständlich ist auch die Schule eine Ort der Meinungsfreiheit.

Andre Hoger
2 Monate zuvor

Grundschüler demonstrieren gegen die nationalsozialistische AfD? TOP weiter so! Und mehr davon!

Hysterican
2 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hoger

Oh hübsch! NSAfD … darf ich das weiterverwenden?

GS in SH
2 Monate zuvor

Was mich an dieser Demo stört sind Plakate wie „Ganz Hamburg hasst die AfD“.
Wir versuchen den Kindern beizubringen, dass Hass niemals ok oder hilfreich ist.
Deutlich wird das, wenn man „AfD“ durch z.B. „Islamisten“ ersetzt.
Gerade bei Grundschülern steht ja nicht eine abstrakte „Partei“ im Fokus, sondern Menschen, die dieser zugeordnet sind.
Auch Mobber hassen wir nicht einfach, wir finden ihr VERHALTEN nicht akzeptabel. Und darüber reden wir gemeinsam. Wir versuchen immer herauszufinden, welcher Umgang miteinander angestrebt werden soll, also positiv formuliert.

Deshalb finde ich es auch richtig, dass die SL die Demo beendet hat.
„Gemeinsam gegen Hass“ oder- positiv formuliert- „Wir halten zusammen“ „Wir schließen keinen aus“, wäre eine gute Botschaft, die sicher auch die SL unterstützt hätte.

Hass ist genauso populistisch wie Deportation und sollte an Grundschulen keinen Platz haben.

GS in SH
2 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Da ich nicht weiß, was die SL getan hat um die Demo aufzuarbeiten, würde ich gerne ausführen, was mMn „empowernd“ und sinnvoll wäre.
Ich spreche mit den kleinen Demonstranten, lasse mir von ihnen erklären, was die AfD ist und was so schlimm an ihr ist.
Dann bitte ich die Kinder, eine eigene (Schul)Partei zu gründen und ihre Ziele genau aufzuschreiben ( Gruppenarbeit). Dazu würde ich die Deutsch- oder SU Lehrer bitten, eine Stunde zur Verfügung zu stellen. Dann kommen alle wieder zusammen und wir fassen die Ergebnisse zu einem „Parteiprogramm“ zusammen. 2-3 griffige Parolen werden extrahiert und in der nächsten Kunststunde werden Wahlplakate hergestellt.
Auf einer Schülerversammlung stellen die Kinder ihre „Partei“ vor und bitten die Mitschüler, sich in Mitgliederlisten einzutragen, sollte ihnen das Programm zusagen.
Das Ganze wird auf der Website der Schule veröffentlicht und – hoffentlich- so ähnlich an anderen Schulen umgesetzt.
Selbst aktiv zu werden statt dumpf zu hassen gibt den Kindern die Möglichkeit einer Kontrolle zurück und stärkt ihr Demokratieverständnis.

Lisa
2 Monate zuvor

Tut mir Leid, ich finde es nicht richtig, so junge Kinder in Politik zu involvieren. Es gibt schon so viel, was auf ihrem Schultern liegt, Corona, Klimawandel, Krieg. Jetzt auch noch Remigration? Das gibt Depressionen und Albträume. Grundschulkinder sollten andere Interessen haben, Freunde, Sport, Tiere und Spiel. Sie sollten sich darauf verlassen dürfen, dass sich die Eltern und wohlmeinende Erwachsene um die Verhältnisse kümmern. Ganz Hamburg hasst die AfD“, Hass geht gar nicht, Hass wird in diesem Alter immer nur persönlich, nicht abstrakt begriffen.
Wie gesagt, ich moniere nur das Alter. Ich habe Schüler, die glauben, dass der Lesefuchs irgendwo im Wald lebt. An einem Gymnasium oder Oberschule fände ich so eine Demonstration auch gut.

Hysterican
2 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Nein, der Lesefuchs wohnt natürlich in der Stadtbibliothek …. im Wald wohnt der Leisefuchs – daher hört man den i d.R. dort auch nicht.

Das wird immer wieder verwechselt. 😉

NRW-Biene
2 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Im Artikel ist keine Rede davon, dass diese Kinder dazu aufgerufen wurden, zu demonstrieren. Fakt ist aber doch, dass auch Kinder in der Zeit der großen Demonstrationen mitbekommen haben, dass das ganze Land aufsteht, um gegen Rechts zu demonstrieren. Kinder stellen Fragen und begreifen sehr wohl, dass wenn solche Pläne umgesetzte würden, ihre Freunde oder auch sie selbst betroffen wären.
Ich habe selbst 2 Kinder (3. & 1. Klasse) und vor allem der großen Tochter war es ein Anliegen auch auf eine Demo zu gehen und aktiv zu zeigen, dass sie will, dass ihren Freunden und deren Familien nichts passiert.
Sie gehört zu einem kleinen Kreis von Freunden, die innerhalb ihrer Schule immer mal wieder kleine Aktionen selbst organisieren, sodass ich mir sehr gut vorstellen kann, wie solche eine Kinderdemo entstanden ist. „Was die Erwachsenen können, können wir auch!“ Dass die Parolen dann vielleicht ganz so gut gewählt sind, ist vermutlich dann dem Umstand geschuldet, dass Grundschüler noch nicht so gut abschätzen können, was in so einem Fall angemessen ist und was nicht!
Hätte meine Tochter so eine Demo organisiert oder hätte daran teilgenommen, würde ich ihr für die nächste umstürzend zur Seite stehen!

Lisa
2 Monate zuvor
Antwortet  NRW-Biene

Unterstützend oder umstürzend? Ich weiß, dass das die Autokorrektur war, doch ein wenig musste ich jetzt an kleine Revoluzzer denken 😀
Ihr Kind ist wirklich sehr aktiv. Das waren meine nicht. Nur für Tiere.

NRW-Biene
2 Monate zuvor
Antwortet  NRW-Biene

unterstützend!!! Nicht umstürzenend

Rainer Möller
2 Monate zuvor

Eine Kampagne mit dem Slogan „Ganz Hamburg hasst die AfD“ (der übrigens ja nicht von den Grundschülern selbst stammt, sondern ihnen nehegelegt worden ist) kann man sicherlich korrekt als Hasskampagne bezeichnen. Die Frage, wieweit Hass gefördert werden sollte, stellt sich erst danach.

Rainer Möller
2 Monate zuvor

Eine Aussage wie „Ganz Hamburg hasst die AfD“ muss sicherlich auch im Unterricht behandelt werden. Dabei könnte der Lehrer den Unterschied zwischen genuinem (reaktivem) Hass und einer bloß anempfundenen (induzierten) Feindseligkeit verdeutlichen. Wichtiger scheint mir aber eine Problematisierung von „Ganz Hamburg“. Denn erstens stimmt das sachlich nicht, auch in Hamburg wählt fast jeder Zehnte AfD (dimap 2024). Wenn es trotzdem behauptet wird, dann deshalb weil es an ein „Rudelbedürfnis“ appelliert: „Ganz Hamburg ist gegen die AfD – da willst du doch nicht aus der Reihe tanzen!“ Das wirkt aber nur bei entsprechend vorgeprägten Schülern, andere Schüler haben wiederum nichts dagegen, aus der Reihe zu tanzen.