Freiwillige Corona-Schnelltests für Lehrer direkt an Schulen möglich

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ERFURT. Lehrer und Erzieher an Thüringer Schulen und Kitas sollen sich nun auch per Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus untersuchen lassen können. Wie beim bisherigen Angebot mit PCR-Tests können die Pädagogen sich ab sofort einmal in der Woche freiwillig und kostenlos auf das Virus Sars-CoV-2 testen lassen, teilte das Bildungsministerium mit.

Lehrer sollen schnell getestet werden – direkt an der Schule. Foto: Shutterstock

Die Tests können unabhängig von Symptomen in Anspruch genommen werden, zudem sollen sie anders als die bisherigen Tests auch direkt vor Ort möglich sein. Dazu könnten Mitarbeiter von Arztpraxen in die Schulen und Kitas kommen, statt dass die Pädagogen zu den Ärzten müssen.

«So wollen wir die Akzeptanz der Tests verbessern und erreichen, dass möglichst viele Beschäftigte sie in Anspruch nehmen», sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Lange Anfahrtswege und das lange Warten auf Ergebnisse hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Tests nicht so breit genutzt wurden, wie es möglich gewesen wäre. Mit den Schnelltests liege ein Ergebnis schon nach wenigen Minuten vor, hieß es aus dem Ministerium. Fällt ein Ergebnis positiv aus, muss es durch einen weiteren als verlässlicher geltenden PCR-Test bestätigt werden.

Vom bisherigen Angebot, sich auf Sars-Cov-2 testen zu lassen, haben die Pädagogen bislang eher zurückhaltend Gebrauch gemacht. Seit Beginn der freiwilligen Tests Mitte August hätten sich bis Stand vergangener Woche etwa 6400 Mitarbeiter untersuchen lassen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Sollen Lehrer sich selbst testen? Bildungsminister zeigt sich zurückhaltend

Für das neue Verfahren stelle das Ministerium über eine Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen zunächst 100.000 Antigen-Schnelltests für Mitarbeiter in Schulen und Kindergärten bereit. Das Testsystem werde aber weiterentwickelt, wo es nötig sei, sagte Holter.

Beim Thema Schnelltests selbst durchzuführen, zeigte sich der Minister zurückhaltend. Schnelltests zur Selbstanwendung könnten, wenn überhaupt, nicht von heute auf morgen den Beschäftigten einfach so angeboten werden. «Das braucht Vorlauf und muss intensiv diskutiert werden», so Holter. Eine Selbsttestung von Lehrern – nach einer Schulung – hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche mit einer Verordnung ermöglicht.

Anders als die Labortests weisen die Antigen-Schnelltests nicht den Erreger als solchen nach, sondern bestimmte Proteine, die an das Virus gebunden sind. Der Schnelltest gilt laut Thüringer Bildungsministerium auch als deutlich günstiger als die PCR-Tests. dpa

Spahn: Lehrer und Erzieher sollen sich selbst testen – nach Schulung

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