Hört auf, Familien zu Opfern zu erklären! Eltern brauchen jetzt Unterstützung – kein Wehklagen über geschlossene Schulen

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BERLIN. Besonders viel unternommen, um den Präsenzunterricht zu sichern, haben die Landesregierungen nicht – allen Beteuerungen über die Bedeutung der Bildung zum Trotz. Schlimmer noch: Ihr derzeitiges Engagement erschöpft sich in Aussagen, die Schulen möglichst schnell möglichst weit öffnen zu wollen. Einer News4teachers-Leserin, Gymnasiallehrerin von Beruf und selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und Frau eines Grundschullehrers, platzt jetzt der Kragen. Sie fordert von den Kultusministern in ihrem Gastkommentar auf News4teachers: Hört auf, Familien zu Opfern zu stilisieren – helft ihnen lieber!

Eine Lehrerin liest der Politik die Leviten. Illustration: Shutterstock

Familien in der Krise?!

Schulen auf, Schulen zu, Schulen ein bisschen auf. Mundschutz auf, Mundschutz bei Inzidenz unter 50 wieder ab, Mundschutz im Schulflur, nicht am Sitzplatz.

Kinder brauchen Mimik. Kinder brauchen Gesichter. Kinder brauchen Beziehung.

Die Klasse ist eine Kohorte, die Klasse ist doch keine Kohorte mehr, auf dem Schulhof soll sie aber wieder als Kohorte zusammenstehen.

Kinder haben ein Recht auf Bildung. Kinder brauchen soziale Kontakte. Jugendliche brauchen Abschlüsse.

Die Organisation „Familien in der Krise“ will geöffnete Schulen. Unabhängig vom Inzidenzwert. Ebenso Frau Eisenmann aus BaWü und Frau Scheeres aus Berlin. Frau Gebauer aus NRW auch.

Keine Masken? Stofflappen? FFP 2 Masken? Gasmasken?

Atteste wegen Maskenpflicht – wegen Migräne, Allergie oder Unlust.

Was ist in diesem einen Jahr der Pandemie passiert? Im Kopf von Schülern, Lehrern und Familien?

Und in Familien lebt man immer nach dem Motto „Wir fahren auf Sicht“

Familien sind die kleinste soziale Organisationseinheit, die für sich funktioniert. Egal, ob alleinerziehend oder nicht. Dagegen lässt sich nichts sagen. Und in Familien lebt man immer nach dem Motto „wir fahren auf Sicht“. Kind krank? Krank melden, betreuen. Kind in der Pubertät ist verzweifelt? Man sagt Konferenzen ab und redet mit dem Kind. Kind will ein Haustier? Man denkt lange nach. Gemeinsam. Kind hat Koliken? Man erkundigt sich überall, was da helfen kann. Muss man gar in die Klinik?

Wenn jemand also improvisieren kann, sind es Familien. Studentenfamilien, die trotz Studium und Finanznot sich dafür entscheiden, eine junge Familie zu sein, Familien, die noch einen Nachzögling bekommen, wenn die anderen Kinder schon groß sind und ihr ganzes Leben neu ausrichten müssen. Familien, die durch Scheidung eine neue Ausrichtung erhalten und sich neu ausbauen müssen.

In den Medien liest man: Familien in der Krise, die armen Familien müssen alles ausbaden in der Pandemie und begründet wird dies damit, dass geschlossene Schulen Familien in Krisen stürzen.

Falsch.

Eine Familie ist von Anfang an eine Lebensgemeinschaft und das Leben ist voller Höhen und Tiefen. Ich rede nun nicht vom wirtschaftlichen Faktor, der sicherlich auch eine wichtige Rolle spielt. Ich rede hier davon, dass Familien entmündigt werden in diesen Zeiten, dadurch, dass sie durch Meldungen zu Opfern stilisiert werden und dadurch manipuliert werden, sich gefälligst auch als Opfer zu fühlen. Weil die Kinder nicht ihre verlässliche Ganztagsbetreuung haben, weil es kein Mittagessen im Hort gibt, weil es anstrengend ist mit Kindern nonstop in einer Wohnung zu sein, sind Familien in der Krise?

In einer Pandemie benötigen Familien positive, mentale Unterstützung – keine Opferrolle

Wieso brauchen wir Opferrollen, die man sich künstlich aneignet? Das ist unfair. Das ist falsch. Und in einer Pandemie, in der besonders Familien positive, mentale Unterstützung brauchen, kann man Familien nicht für die politische Idee instrumentalisieren, dass offene Schulen DIE Lösung seien. Jeden nervt die Pandemie. Jeder fühlt sich und ist eingeschränkt. Homeoffice und Kinder betreuen im Distanzlernen kann sehr belastend sein.

Dass Kinder und Jugendliche und deren Familien aber kein Recht auf Infektionsschutz haben, ist außerordentlicher harter Tobak. Dass Kinder bei der B117-Covid-Variante eine besonders starke Rolle spielen, wird in allen bislang dazu veröffentlichten Studien angenommen. Dass 76 Prozent aller an Corona Erkrankten Langzeitsymptome haben, ist belegt. Die Infektionen nehmen nach wie vor von Tag zu Tag zu, die Todeszahlen auch.

Warum dann also ein Lockdown, der keiner ist? Warum wird alles herunter gefahren, aber die Schulen in Niedersachsen öffnen zunächst für Abschlussklassen, ab dem 18.1. dann auch für Grundschüler und Förderschüler? Dies widerspricht dem am 5.1. beschlossenen Lockdown mit der Kanzlerin. Sind Niedersachsens Familien weniger schützenswert als die in NRW, Hessen und Sachsen und Bayern?

„Kinder haben oberste Priorität“, behauptet Niedesachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Nun, dann lasst sie zu Hause, führt eine Notbetreuung ein für alle, die es brauchen und geht dann in einen echten LOCKDOWN, damit die Zahlen endlich runter gehen. So aber wird das nichts. Prof. Christian Drosten, Chef-Virologe der Charité, hat klar und deutlich gemacht, was von dieser Beschwichtigungspolitik zu halten ist.

Denkt Unterricht neu, anders. Bildung ist nicht mit schulischer Betreuung gleichzusetzen. Und wenn wir in ein Paar Jahren zurückschauen werden auf diese Zeiten, dann werden wir nicht verstehen, wie wegen Weihnachtsferien, die vier Tage vorgezogen werden, so ein Rummel gemacht worden ist. Dass Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern leiden, weil man sich eine Weile nicht real sieht, ist auch nicht wahr.

Lasst uns darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, Prüfungen auszusetzen, einfach mal so zu leben, wie es gerade eben angemessen ist und nicht so krampfhaft an etwas festzuhalten, was gerade nicht durchsetzbar ist: Verlässlichkeit in den Aussagen zum Präsenzunterricht.

Wir müssen uns gerade eben anpassen – jedes Leben ist schützenswert!

Unterstützt Familien mit Spielepaketen, mit Finanzen, mit guter Laune, Durchhalteparolen, wenn sie benötigt werden, mit Sportprogrammen, mit Sozialpädagogen, die einige Kinder zu Hause besuchen können, mit digitalen Endgeräten für Distanzlernen.

Aber propagiert nicht, dass geschlossene Schulen zum jetzigen Zeitpunkt eine Katastrophe seien. Wir müssen uns gerade eben anpassen. Die Pandemie ist weltweit präsent. Die Schulen sind in Großbritannien zu, in den Niederlanden, selbst in Schweden geschlossen. Jedes Leben ist schützenswert. Eine Gesellschaft zeigt ihr wahres Gesicht, wie sie mit denen umgeht, die nicht für sich selbst sprechen können: Alte, Kinder und Kranke.

Der Frühling wird kommen und die kleineren Inzidenzwerte hoffentlich auch.

Eine Lehrerin, die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder und Lehrersgattin ist und anonym bleiben möchte.

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

Klartext eines Lehrers: „Ich habe Kollegen mit Tränen in den Augen gesehen“

 

 

 

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97 KOMMENTARE

    • An unserer Schule klagen die Eltern sehr wohl und fordern baldestmöglichen Präsenzunterricht. Oftmals beide berufstätig in hohen Positionen, aber keiner will sich um die Kinder kümmern. Die Kinder sind in der Schule, dann Mensa , dann Nachmittagsbetreuung, dann Klavierunterricht, dann Kinderyoga, diverse Therapeuten etc. Schulen auf Biegen und Brechen offenhalten war das Credo, nachdem Mütter mit Nervenzusammenbruch in Talkshows schrien und klagten, weil sie ihre Kinder neben Homeoffice beaufsichtigen mussten. Ich glaube, es ist ein Grundproblem unserer Gesellschaft, dass Leistung und der Beruf vor Familie stehen. Vielleicht sollte es auch wieder normal werden, dass ein Elternteil solange zu Hause bleibt, bis die Kinder selbständig sind. Dann sollte ich lieber keine Kinder in die Welt setzen, wenn ich sie mit einem Jahr in die Kita abschiebe, nur um mich selbst zu verwirklichen. Ich kenne, wenige Familien, wo die Vereinbarung von Familie und Beruf klappt. Irgendwer bleibt auf der Strecke – meistens die Kinder. Wir Lehrer sollen immer mehr deren Erziehung übernehmen. Ich habe selbst drei Kinder, war 10 Jahre weg vom Beruf(Gymnasiallehrerin), habe in dieser Zeit nur gesellschaftliche Verachtung erfahren(faul, Hausmütterchen…), weil ich mich um meine Kinder kümmerte. Ich empfand die Zeit als sehr wertvoll. Der Wiedereinstieg in den Beruf war hart, aber ich habs geschafft. Man sollte einfach politisch auch mal Mütter oder Väter unterstützen, die für ihre Kinder da sein wollen, statt immer mehr Kitas aus dem Boden zu stampfen und damit Wahlkampf zu machen. Familie ist das Herz unsere Gesellschaft und bedarf dringend neuer Wertschätzung und Stärkung.

      • Ja sollte man darüber reden, vielleicht gibt es dann keinen Nachwuchs mehr. Dann leben wir halt von Zuzug. Genau deshalb haben gut gebildete Mütter Kinder bekommen, weil es Betreuung gab. Das wird nun anders. Wir waren in den Weihnachtsferien in NL, Schweiz, Liechtenstein, da werden Schulsozialarbeiter gesucht. Mein Partner ist selbständig.

      • @M.
        Ich kann Ihnen nur zustimmen.
        Die Gesellschaft blickt abschätzend auf Mütter, die ihre Berufstätigkeit wegen der Kinder aufgeben – der Blick wird umso abfälliger, je qualifizierter die Ausbildung der Mutter ist -.
        Weiter geht es bei der Suche nach einer weiterführenden Schule, die dem Schüler noch genug Freiraum am Nachmittag lässt und keine Zwangspräsenzpflicht von 08.00 – 17:00 Uhr im Rahmen der Ganztagsschule verordnet!

        All dies kommt jetzt wie ein Bumerang auf uns zurück.
        Das Virus wird keine Rücksicht auf gesellschaftliche-politisch veordnete Schulmodelle im gewünschten Ganztagesbetrieb nehmen. Die bereits in Deutschland nachgewiesene Mutante B1.1.7. – VOC202012/01 wird an Fahrt aufnehmen und uns Demut lehren !!!
        – Dann ist die Frage nach Präsenzunterrcht kein Thema mehr. –
        Ist nur zu hoffen, dass der exponentielle Anstieg nicht so dramatisch ausfällt wie in Irland.

        https://twitter.com/ViolaPriesemann/status/1346886675687993345?s=20

      • Auf Familien herumzuhacken, die ihre Kinder früh in die KiTa schicken, finde ich zu simpel.
        Ich habe jedes Mal nach einem halben Jahr wieder gearbeitet, die Eingewöhnung in die KiTa ging in dem Alter problemlos. Dass meine Kinder lieber nicht geboren worden wären, sehen diese anders. Niemand hat das Recht, anderen Kinder das Recht auf Leben abzusprechen, nur weil sie in die KiTa „mussten“.
        Die Abwechslung hat immer dafür gesorgt, dass mir weder Job noch Kinder jemals auf die Nerven gingen.
        Jetzt sitzen wir seit März im Homeoffice und beschulen zwei Gym-Kinder, was sie (fast) allein hinbekommen. Ich bin für geschlossene Schulen, weil nur nach „auf oder zu“ gefragt wird.
        Einfach pauschal zu behaupten, die Eltern, die offene Schulen fordern, seien die, die ihre Kinder früh in die KiTa schicken, ist also etwas zu einfach gedacht.
        Wenn Eltern nicht ständig aufeinander herumhacken und einfach mal eine andere Position akzeptieren würden, hätten wir ja vielleicht ein paar intelligente Lösungen gefunden. Aber mit dem Mütter-Bashing hat man nur erreicht, dass die, die auf Betreuung angewiesen sind, vehement ihre Position verteidigen und Betreuung einfordern, statt Zwischenlösungen zu wollen.
        Es ist nicht zielführend, auf Eltern herumzuhacken, die nicht mal eben ihren Beruf einige Monate auf Eis legen können. Da muss man sich nicht wundern, dass die Fronten so verhärtet sind.

        • @Elternteil
          Vielleicht auch mal die Perspektive wechseln??? !!!

          WIR HABEN PANDEMIE und leben gerade NICHT in der Normalität!
          Daher bitte auch so fair sein, dass nicht der Teil, der Alleinerziehend und der auf Betreuung Angewiesenen, dem anderen Teil der Familien, die eine Betreuung ihrer Kinder leisten können / wollen VERORDNEN, dass ALLE im Präsenzunterricht zu erscheinen haben!
          Um in Nds. ab heute 11.01. von den Schulleitungen verordnet PRÄSENZUNTERRICHT in voller KURSSTÄRKE (100 Haushalte!) abzuhalten.
          IST UNVERANTWORTLICH!
          – aus epidemiologischer Sicht komplett kontraproduktiv
          – kostet mehr Menschenleben
          – erhöht die Zahl der Long-Term-Covid Erkrankten
          – SCHADET durch Verlängerung der Zeitspanne hoher Fallzahlen der WIRTSCHAFT massivst
          – überlastet die ITS
          – und belastet Ärzte und Krankenhausmitarbeiter physisch und psychisch in unerträglichem Maß
          …..
          UND
          16- bis 18-Jährige benötigen bestimmt KEINE Betreuung mehr, die können sehr wohl im Distanzunterricht lernen!

          Vielleicht mal googlen, was in der Antike passierte unter dem Stichwort ATTISCHE SEUCHE mit allen Folgen und …. zu Krisen der attischen Demokratie führte! – USA ist gerade das passende Beispiel –
          https://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Seuche

          Es dreht sich im Moment NICHT ALLEIN um EIGENE BEFINDLICHKEITEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

          • Da haben Sie Ihre Puste an die Falsche verschwendet. Ich bin für Schulschließungen unter den derzeitigen Bedingungen. Aber ich gehöre zu den arbeitenden Rabenmüttern.
            Mit Klischees zu argumentieren, nützt niemandem. Arbeitende Mütter fordern nicht automatisch Schulöffnungen. Einen Zusammenhang zwischen früher KiTa und Schulöffnungsforderungen kann ich auch nicht erkennen.
            Meine Kinder sind übrigens von der Präsenzpflicht bis März befreit, weil ich zu einer Risikogruppe gehöre.
            Mit 11 und 14 brauchen die beiden sowieso längst keine Betreuung mehr.
            Auch ich verbitte es mir, dass sogenannte Elterninitiativen Anwesenheit meiner Kinder in der Schule fordern.
            Einfach meinen Beitrag richtig lesen und wieder beruhigen.

      • Als verbeamtete Lehrerin haben Sie da leicht reden. Wenn Mütter, die in der freien Wirtschaft arbeiten, 10 Jahre aus dem Beruf draußen sind, können sie sich in den wenigsten Fällen einen Job suchen, der der Gehaltsstufe A13 entspricht. Solidarität unter Frauen scheint für manche ein Fremdwort zu sein. Das schmerzt mich.
        Bin im Übrigen selbst eine verbeamtete Lehrerin…

        • @Annegret: ich stimme Ihnen voll zu, dass man als verbeamtete Lehrerin in privilegierter Position ist. Aber genau das meinte ich damit, dass die Politik bzw. Wirtschaft einen leichteren Wiedereinstieg für Väter und Mütter fördert, die ein paar Jahre für ihre Kinder da sein wollen. Es ist ein Geschenk, wenn man die Kinder selbst mit seinen eigenen Werten prägt und erzieht, das übernimmt immer mehr der Staat (siehe DDR).

          • Man kann seine Kinder auch erziehen, wenn man nicht 24/7 mit ihnen zusammen ist. Polarisieren hilft in der derzeitigen Situation nicht. Es ist auch ein Geschenk, Kinder zu haben und arbeiten zu können. Das größte Geschenk ist aber, wenn jeder es so machen kann, wie er will, ohne sich dem Bashing anderer Eltern auszusetzen.
            Meine jetzige Bereitschaft, meine Kinder vor gesundheitlichen Schäden zu schützen, hat rein überhaupt gar nichts damit zu tun, dass ich sie mit einem halben Jahr in die KiTa gegeben habe.
            Arbeiten zu dürfen, ohne sich vorhalten zu lassen, man würde seine Kinder vernachlässigen, empfinde ich als Privileg.
            Bitte einfach die Vorstellung vergessen, dass all die Eltern für Schulöffnung seien, die ihre Kinder früh fremdbetreuen ließen.
            Frühe Inanspruchnahme von Fremdbetreuung macht Eltern nicht gleich zu Schulpräsenzfetischisten.

      • M. Die ganzen Vorwürfeleien lasse ich mal weg – Ihre Kurzschilderung der eigenen Situation nehme ich Ihnen gerne ab.
        Auch Ihrer Schlussfolgerung kann ich generationsbedingt zustimmen – auch im innerfamiliären Vergleich mit der nachwachsenden Gneration, ja auch als gelernter Kleinkindpädagoge. Sie schreiben: „Man sollte einfach politisch auch mal Mütter oder Väter unterstützen, die für ihre Kinder da sein wollen, statt immer mehr Kitas aus dem Boden zu stampfen und damit Wahlkampf zu machen.“
        Vier Konkretionen wären fällig, um das zu sichern:
        (1) Familienarbeit professionalisieren – Berufsbild formulieren und Leistungen finanziell bewerten. Zum Berufsbild gehört auch die Kooperation mit benachbarten Familien.
        (2) Eltern, die Vergütung inanspruch nehmen wollen, hinreichend qualifizieren und in Abständen weiter begleiten.
        (3) Die Finanzierung auf alle verteilen, die von den eingesparten Kita-Ausgaben profitieren.
        (4) Die fortbestehenden Kitas/Tagespflegestellen qualtaiv auf Stand bringen und halten.
        Was halten Sie davon?

        • Die einfache Formel ist „Pandemiefeste Familien“ – „Pandemiefeste Kitas“ – „Pandemiefeste Schulen“.
          Wir brauchen alle drei – deswegen existieren sie. Es ist einfach nur vergeblich, einen Teilbereich dieser gemeinsamen „Branche“ zeitweise stilllegen zu wollen – oder gar zu „verschlanken“, sprich ab zu wickeln.
          „Pandemiefest“ ist definierbar – die Konzepte sollten vorliegen, bei der nächsten Pandemie, durchformuliert und rechtlich abgesichert im Pandemieplan des Bundeslandes und der Kommunen darin.
          Diskutiert wird das – beginnend mit Schule – im Portal
          https://discord.com/channels/788704318273486879/797524235042947134

      • Wäre es nicht ein moderne Gesellschaft, wo beides gehen würde? Wo ich mich nicht als Mutter erklären muss, warum mein Kind in die Kita geht mit 14 Monaten oder warum ich zu Hause bleibe? Es ist traurig, dass Mütter immer noch schräg angeschaut werden, wenn sie wieder arbeiten gehen wollen aber Männer Bewunderung bekommen, wenn sie 2 Monate Elternzeit nehmen (in der sie dann das Dach ausbauen).
        Ich kann Ihnen leider nicht zustimmen.Einerseits ist es heute kaum möglich von nur einem Gehalt zu leben. Andererseits habe ich 6 Jahre studiert und ich mag gerne Lehrerin sein. Mich erfüllt meine Arbeit und aus ihr schöpfe ich Wertschätzung auch wenn sie mich an meine Grenzen bringt. Ich wollte gerne wieder arbeiten nach der Geburt meiner Tochter. Aber eben nicht Vollzeit. Leider ist man dann aber – auch im System Schule-nur die Teilzeitmutti, die man nicht für voll nimmt. Und das ist das eigentliche Problem. Es ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die in unserer Gesellschaft nicht funktioniert. Warum muss ich mich rechtfertigen, wenn mein Kind krank ist? Warum stoße ich auf wenig Verständnis, wenn Lehrerkonferenzen verschoben werden und ich die Betreuung nicht mehr sichern kann? Warum wird es nicht einfach akzeptiert, dass jemand noch Betreuungspflichten hat.Kinder gehören nun mal zum Bestehen einer Gesellschaft dazu und sind keine lästigen Störfaktoren. Es wäre schön, wenn die deutsche Gesellschaft des 21.Jh. das endlich verstehen würde.

        • @ Martina, ich verstehe Sie sehr gut. Man erfährt im Beruf viel mehr Wertschätzung als als Hausfrau und Mutter zu Hause. Auch sein Studium möchte man nicht umsonst absolviert haben. Aber es geht doch nur um die kurze Zeit bis Kinder selbständig sind, in der sie nichts brauchen als die Geborgenheit und Nähe einer Mutter, eines Vaters, die keine Kitaerzieherin ersetzen kann. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind hat man doch immer noch 20 Jahre, in denen man arbeiten kann.

          • Nochwas. Dem finanziellen Argument kann ich nur bedingt zustimmen. Braucht man einen Zweitwagen, 5 mal Urlaub im Jahr? Bei vielen Familien Usus, deshalb gehen beide Elternteile zur Arbeit, um diesen Wohlstand zu finanzieren. Den Luxus für ein Kind ein paar Jahre zu Hause zu bleiben nimmt sich keiner.

          • Es gab mal ein Buch, in dem stand, dass nirgendwo wie in Deutschland die ständige Anwesenheit der Mutter überschätzt wird.
            Will sagen: Bitte nicht pauschalisieren. Sie fanden Ihre Erziehungszeit ganz toll, andere finden es toll, beides zu tun. Kategorien nach „besser“ oder „schlechter“ haben da nichts zu suchen.
            Es soll auch Kinder geben, die sich gut entwickeln, wenn sie früh in die KiTa gingen. Über den Unterschied von Qualität und Quantität der Zeit, die man miteinander verbringt, will ich gar nicht reden.
            Erst recht hat das ganze Thema gar nichts mit Schulöffnungen zu tun. Umgekehrt frage ich mich, ob viele Kinder so selbstständig erzogen wurden wie meine, sodass sie nur wenig Hilfe in der Schule brauchen. Ich hatte eben nie Zeit oder Lust, ständig alles zu überwachen. Hausaufgaben vergessen, Turnbeutel, Heft in der Schule? Passiert alles nicht oft, wenn man die Kinder in Verantwortung nimmt.
            Im Homeschooling macht sich das bezahlt. Ich werde gefragt, wenn sie nicht mehr weiter wissen, oder helfe bei der Zeiteinteilung. Den Rest können sie selbst.
            „Wir müssen noch Bio machen“, habe ich als Mutter jedenfalls noch nie gesagt.

      • Hut ab. Ich habe es genauso gemacht. Für alle drei Kinder die drei Jahre zuhause. Und nebenbei teilweise in Teilzeit in meinem Beruf gearbeitet, um den Anschluss nicht zu verlieren. Alles richtig gemacht, könnte man meinen. Aber man wollte mich nicht zurück auf meinem rechtlich mir zustehenden Arbeitsplatz. Das Gericht stand klar auf Arbeitgeberseite. Durch das Mobbing ging meine Gesundheit kaputt. Jetzt hab ich alle Zeit der Welt für die Kinder. Und eine Minierwerbsunfähigkeitsrente. Unterstützung von Müttern und Familien ist wichtig.

        • @Elternteil, ich finde die Diskussion hier sehr wichtig und echt toll, wenn Sie Beruf und Kinder so gut vereinbaren. In meiner Umgebung gelingt das nur leider sehr wenigen. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss vom Arbeitgeber und der Politik noch viel mehr getan werden. Ich bin auch Schulpsychologin und erlebe viele Eltern, auch Kinder, die ihr Leben als Hamsterrad beschreiben. Man hetzt und leistet und rennt und jagt hinterher. Jeder muss aufs Gymnasium, jeder muss mindestens ein Musikinstrument spielen und zwei Sportarten ausüben.Warum gibt es in unserer Wohlstandsgesellschaft soviele Burnouts, soviele Kinder mit psychischen Krankheiten, schon lange vor Corona? Irgendwas läuft falsch. Corona ist Sch… aber reduziert uns mal auf das Wesentliche, entschleunigt. Man sollte daraus lernen und hinterfragen, was eigentlich wirklich wichtig ist im Leben.

          • Es kann gut möglich sein, dass MANCHE Eltern ihre Kinder als Statussymbole sehen und sie deswegen den Kindern diesen unnötigen Druck aussetzen. Es ist auch möglich, dass die Kinder so am besten betreut sind. Nun gut wir wissen es nicht, warum MANCHE Eltern dieses tun.
            Wir sollten uns freuen, wenn es Eltern gibt, die Beruf und Familie gut unter einem Hut bringen. Und wir sollten nicht auf die Eltern herabsehen, die sich dafür entscheiden ihre Kinder früh in die Kita zu schicken und wieder arbeiten gehen; ebenso wenig bringt es etwas diese Eltern als Rabeneltern zu bezeichnen.
            Unnütz ist es ebenfalls auf Eltern herab zu blicken, nur weil sie sich Elternzeit nehmen und deswegen lange (bis zu 3 Jahre oder mehr) daheim bleiben. Diese Eltern möchten wahrscheinlich die Welt gemeinsam mit ihrem Kind/ern entdecken und die Entwicklungsfortschritte beobachten wollen. Es ist absoluter Quatsch diese Eltern als faule Hausmütterchen/-väterchen zu bezeichnen, sie haben sich bewusst dafür entschieden.
            Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.

      • Sie sprechen mir sowas von aus der Seele und viele haben Angst, das zuzugeben. Es ist ja egal, wer zuhause bleibt, Vater oder Mutter. Aber ist gerade in den mindestens ersten 8 Lebensjahren sehr wichtig.

        Die Politk sollte es endlich wieder möglich machen, das ein Gehalt reicht anstatt fremde hier bis zum getno ohne Forderung lebenslang zu alimentieren

  1. Wahre Worte, vielen Dank dafür. Es tut gut zu wissen, dass man mit dieser Meinung nicht allein da steht in Niedersachsen.

  2. Nun, und würden dieselben Leute gerade eine E-Learning-Initiative starten oder eine E-Learning-Konferenz eröffnen, würden doch ganz andere Töne angeschlagen werden. Wieso die wachsende E-Learning-Branche nicht protestiert bei diesem dümmlichen Gewäsch verstehe ich nicht. Nach unseren sehr positiven Erfahrungen würde ich sogar für ältere SchülerInnen einen Homeoffice-Tag pro Woche sinnvoll finden – nach der Pandemie.

  3. Sehr gute, motivierende Analyse! Kann die neue KMK-Vorsitzende diese Analyse bitte zur Kenntnis nehmen und entsprechend handeln? Das wäre eine echte Entlastung für Familien, Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen und Betreuer*innen – kein fahrlässiges – weil schutzloses – Ausgeliefertsein der SARS-CoV-2-Pandemie, sondern Motivation, das beste aus der Lage zu machen!

  4. Niemand, der die Zustände an den Schulen kennt, sei es als Eltern oder als Lehrer, wird auch nur für einen Moment glauben, dass es um Kinder, Familien, Bildung oder Gerechtigkeit geht.

    Worum aber dann? Na klar, ums Geld. Eltern sollen WOLLEN, dass Kinder unter allen Umständen in die Schule oder Kita gehen. Dann fallen keine Lohnersatzleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz an. Die müssten zunächst die Arbeitgeber, dann das Land tragen. Interessanterweise hat man diese Kosten per Kinderkranktage ja auch ertsmal auf die Solidargemeinschaft verschoben. Wenn lediglich die Präsenzpflicht ausgesetzt wird, kann man den Schwarzen Peter einfach den Eltern zuschieben. Sollte dieses Schlupfloch geschlossen werden, öffnet man einfach die KItas und Schulen für alle Kinder unter zwölf Jahren. Problem gelöst.

    • Das ist genau ins Schwarze getroffen.Seit Monaten werden Eltern manipuliert und für Wirtschaftsinteressen benutzt.Ja,es gibt die überforderten Familien,die Kinderbetreuung brauchen weil sie zwar Kinder wollten,sich das aber ganz anders vorgestellt haben..mehr so als Statussymbol oder weil man das eben so macht.Die allermeisten Familien jedoch sehen in ihrem Nachwuchs ihren Lebensmittelpunkt und möchten ihr Kind beschützen und dennoch eine Zukunft sichern.Was das Hausfrauenmodell betrifft,so ist das sehr abhängig vom Bundesland und was man beruflich tut.In der Regel wählt man den Vater des Kindes nicht nach dem Einkommen.In den neuen BL ist müssen beide Elterngeld Geld verdienen,die Lebenshaltungskosten sind zu hoch für die oft niedrigen Löhne.Ich habe mich beim 2.Kind für Teilzeit entschieden,wovon mein 3. als Nesthäkchen profitiert.Wir wohnen zur Miete,haben 1 Auto und fahren 1x im Jahr zur Ostsee.Luxusleben?Nein,brauch ich brauch nicht.Zeit ist mein Luxus.Ich arbeite seit 34 Jahren als Erzieherin,habe 3 Jahre studiert.Erzieher bekommen viel weniger,als sie verdienen.

    • Verstehe ich nicht. Die Eltern sind doch nicht Opfer wenn die Berufsschule ausfällt. Die Betriebe erst recht nicht, holen doch einige von ihnen die Azubis sehr gerne aus dem Homeschooling zum Arbeiten in den Betrieb.

  5. Volle Zustimmung! Familien werden durch Meldungen zu Opfern stilisiert. Die sie aus meiner Sicht auch noch nicht sind, aber durch ein Corona-Infektionsverlauf mit Todesfolge oder Langzeitschäden innerhalb der Familie ganz schnell werden könnten. Da wir jetzt (noch!) über Impfstoffe verfügen, die vermutlich auch bei den Mutationen eingesetzt werden können, ein Ende der Pandemie also absehbar ist, sollten wir alles daran setzen weitere Infektionen unbedingt zu verhindern.

    Nochmal der Hinweis auf eine Petition bundesweit vernetzter Elternverbände.

    https://www.openpetition.de/petition/online/bildungsgerechtigkeit-und-gesundheitsschutz-in-der-pandemie

  6. Ich bin sehr dankbar für diese klaren Worte!

    Es tut gut, in all diesem „Ich zuerst“ Gerangel, in dem viele ihre eigene Situation anprangern, so konkrete Anregungen zu lesen.

    Wenn das jetzt auch noch an den entscheidenden Stellen ankäme!

    Danke, liebe anonyme Autorin 🙂

  7. Es ist nicht ganz richtig, dass DIE Eltern nicht über geschlossene Schulen klagen. Es ist ein Teil der Eltern. Ein anderer Teil klagt sehr wohl und unterstützte z.B. die Bildungssenatorin Sandra Scheeres in Berlin mit ihrem Öffnungsplan.

    „Scheeres‘ Darstellung nach erreichten sie aber auch „ganz viele Mails“, die sie ermutigten, bei er Entscheidung zu bleiben. Mit der ursprünglich geplanten stufenweisen Rückkehr zum Präsenzunterricht ab kommenden Montag, beharrt die Senatorin, habe sie „genau das gemacht, was Eltern und Schulleitungen sich gewünscht haben“.

    In einer Sondersitzung am Montag habe sich der Hygienebeirat sogar für noch weitergehende Öffnungen ausgesprochen – dem Gremium gehören unter anderem Vertreter aus Eltern- und Schülerschaft, Schulleitungen, Gewerkschaften, Medizin und Wissenschaft an. „Aber dass es auch Kritikpunkte und andere Stimmen gibt, kann man nicht ignorieren“, so Scheeres.“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/spd-landesvorsitzende-giffey-musste-intervenieren-so-kam-es-zur-berliner-schuloeffnungs-kehrtwende/26782116.html

    Wie man hört sind die beiden neuen SPD-Landesvorsitzenden Franziska Giffey und Raed Saleh aber eingeknickt und haben Druck ausgeübt, weil eine Petition 30.000 Unterschriften brachte. 30.000 Unterschriften? Wie viele (erwachsene) Einwohner hat Berlin? 3,7 Millionen.

    • Also 30000 Unterschriften für eine ach so wichtige Petition und im Gegensatz dazu 200000 Teilnehmer an der Querdenkendemo inklusive Reichstagsstürmung. Da kann sich jeder sein eigenes Bild über die Einwohner Berlins machen. Dies zeigt mir auch die Einstellung von Kollegen aus Berlin.
      Ich bin ja froh in Baden-Württemberg zu unterrichten.

      • Die 200.000 bei einer der Querdenken-Demos (welche soll das gewesen sein? waren doch nicht alles Berliner? Da waren doch, selbst wenn man es nicht schlechtreden will, viele Zugereiste dabei, also extra für die Demo Angereiste.

        30.000 von 3,7 Millionen sind für eine Um-Entscheidung eigentlich ein sehr schwaches Argument. Als vor Jahren vielfach mehr Menschen gegen Schröders Sozialreformen demonstrierten, interessierte das niemanden. Echt demokratisch wäre eine Volksabstimmung, nur lässt die sich ja nicht so rasch organisieren. Für schnelle Entscheidungen müsste noch eine Art „Schnellabstimmung“ erfunden werden.

        Andererseits gibt es doch genau dafür die Politiker, die sich alle paar Jahre dem Votum des Volkes stellen müssen. Und die hatten ja entschieden.

        Wieso können das 30.000 Unterschriften wieder umschmeißen? Was, wenn jetzt jemand 30.000 Unterschriften gegen die Um-Entscheidung sammelt?

  8. Ganz herzlichen DANK für so viele, direkte und grandios wichtige Worte!!!
    Sie sprechen authentisch – so sollten es auch die Politiker tun.
    Die können es nicht und deshalb müssen andere ran- versuchen wir es „von unten“ das hat schon häufiger in der Geschichte geklappt.
    Alles Gute und immer einen positiven Blick nach vorn…

  9. Danke für diesen Bericht! Ich teile die Meinung voll und ganz! Und ich wünsche mir, dass immer mehr Familien so klar auftreten und sich dann die ganze Gesellschaft an der Unterstützung der Familien beteiligen kann, anstatt sich an der Frage des Präsenzunterricht aufzutreiben!

  10. Als Inbegriff der bildungsmäßig Benachteiligten gelten doch immer die Familien, die Hartz IV beziehen. Aber warum können sich solche Eltern nicht ganztägig um ihre Kinder kümmern und etwa mit Grundschulkindern lesen, schreiben und rechnen üben? Geld braucht man dafür nicht. Viel schlechter dran sind Paare, die beide berufstätig sind, womöglich im Schichtdienst und bei zwingender Anwesenheit (Krankenschwester, Busfahrer etc.). Die haben nichts als Termin-Stress.

  11. Ganz klar sollte aber eine Notbetreuung auch eine Notbetreuung sein und nicht wie hier bei uns manche LEHRER die Eltern anrufen und fragen, ob sie denn die Kinder nicht in die Schule schicken wollen und leider nimmt dieses Angebot dann auch die Mehrheit an – Folge: fast volle Klassen….da sollte auch Söder nachjustieren, denn das bringt dann auch nichts

    • Wir wurden von der SL genau dazu aufgefordert. Kinder, die zu Hause nicht lernen können, sollen in der Schule betreut werden. Mein Einwand, dass das dem Gebot der maximal möglichen Kontaktbeschränkung zuwiderläuft, wurde ignoriert.

  12. Tja, und bei „Westpol“ auf dem WDR wird gerade wieder Stimmung gegen geschlossene Schulen gemacht. Kein Wort über die neueste Studie zur Effizienz von Schulschließungen. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

  13. Tagesschau.de vom 10.01.

    „Studie: Schulschließungen zählen zu effektivsten Maßnahmen
    15:09 Uhr

    Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschließungen als eine der effektivsten Maßnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie hervor, die von der ETH Zürich veröffentlicht wurde. Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten. Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

    Aus der ETH-Studie ergibt sich, dass zwei Faktoren die Mobilität noch stärker verringerten als Schulschließungen. Auf dem Spitzenplatz rangiert mit 24,9 Prozent das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen. Knapp dahinter liegt mit 22,3 Prozent die Schließung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.“

    Ein weiterer Beleg für das, was alle, die denk- und lernfähig sind, schon lange gewusst haben!

    Fakten muss man natürlich zunächst einmal sehen WOLLEN, um daraus Konsequenzen folgen zu lassen.

  14. Korrektur: In Schweden sind die Grundschulen seit Beginn der Pandemie geöffnet, daran hat bis heute nichts geändert.
    Zudem wäre ich sehr neugierig worauf genau sich die Aussage gründet, dass die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler unter einem digitalen Format nicht leidet? Wie viele Schüler sehen ihre Lehrer denn derzeit regelmäßig in echtem digitalen Unterricht?

    • Wie oft sehen sich Lehrer und Schüler, wenn der eine oder andere verstorben ist?

      Ich habe diese Debatten so satt!

      Am meisten leiden alle unter dem Risiko zu sterben, oder möchten Sie darüber auch eine Diskussion starten?

      Schon wieder Herzrasen …

      • Über das Risiko zu sterben in Abwägung zum Preis für seine Ausschaltung ließe sich durchaus diskutieren. Ein Leben nur nach dem Motto „Hauptsache nicht sterben“, ist für mich nicht lebenswert.

        • @Lisa: Ach so, dann wird Corona also Ihr ganzes Leben andauern? Gehen Sie davon aus? Ich nicht. Wir reden hier schon noch NUR von Wochen. Und selbst wenn man – so elend das sich auch anfühlt – ein halbes Jahr nichts machen kann, dann ist das nicht „ein Leben“.

    • Nachtrag:
      Sie korrigieren das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie mit dem Wort KORREKTUR.

      Dann folgen uralte Allgemeinaussagen über den schon lange in seiner Wirkung angezweifelten „Schwedischen Sonderweg“ ohne Beleg.

      Das ist nicht sehr überzeugend.

      Mal im Ernst …
      (Fast hätte ich geschrieben: Wo hat man Sie denn losgelassen)

    • @Sarah:
      Und worauf Ist die Aussage gegründet, dass ein Kind leidet, wenn es seinen Lehrer nicht sieht?
      Schüler und Lehrer müssen sich in Anbetracht einer lebensbedrohenden Pandemie nicht zwangsläufig sehen. Mag sein, dass sie nur ihr eigenes Kind im Blickfeld haben, aber der Lehrer ist auch nicht für ihr Kind allein zuständig. Der hat nämlich 30 vor sich sitzen.
      Was denken Sie denn? Dass der Lehrer tagtäglich speziell mit ihrem Kind eine besondere Beziehung aufbaut? Da muss ich Ihnen leider alle Illusionen nehmen. Bei 32 Kindern und 45 Minuten Unterricht kann das nicht aufgebaut werden. Meistens kümmert man sich nur um die auffälligen Schüler. Die nehmen sich ihre Aufmerksamkeit. Der Rest geht oft unter.

      Ich muss schon bei dem Gedanken schmunzeln, wenn ich daran denke, dass ich eine Art Best Buddy für meine Schülerinnen und Schüler darstellen soll.
      Das ist wie wenn Arbeitnehmer behaupten würden: „Ich leide so sehr, weil ich meinen Chef nicht sehen kann. Meine Mitarbeiter-/Chefbeziehung geht kaputt!“

      Ihr seid alle Dramaqueens. Eure Kinder brauchen in so einer Zeit in erster Linie ihre Mütter und Väter! Also Euch, die Sicherheit der Familie, dass Ihr für Eure Kinder da seid und sie nicht alleine lässt und Eure Verlässlichkeit. Stattdessen erfährt das Kind in bestimmten Fällen nur, dass Mami und Papi wegen ihm nicht arbeiten gehen können und wie belastend es grad ist, weil man es nicht abschieben kann. Ich finde das so traurig.

      Der Lehrer kann weder die Mutter- noch die Vaterrolle ersetzen. Und ganz ehrlich- das will ich auch nicht. Ich hab sie ja auch schließlich nicht gezeugt.

      Wir haben eine lebensbedrohliche weltweite Pandemie. Diesen Satz bitte bei allen Ausführungen erst einmal aufschreiben, bevor weitergedacht wird!

      • Herzliche Worte…die Schulkinder,die ich kenne…meine 12jährige inbegriffen..feiern ihr Homeschooling.Sie vermissen ihre Klasse,manchmal sogar die nervenden Kinder,die Sie so treffend bezeichneten.Vor allem vermissen sie ihre Freunde.Diesen Smalltalk auf dem Schulhof,Witzeleien…mein Kind vermisst es,Hofaufsicht zu sein ( ich fürchte,ich habe das Erzieher-gen vererbt). Sie stellt sich den Aufgaben,teilt sie sich ein, weiß dass sie Unterstützung bekommt.Dass die Schule zu ist,löst bei ihr keinen Kummer aus.Lehrer vermisstvsie übrigens keinen Einzigen.Das mag bei den Erstklässern noch so sein,wobei die im aktuellen Schuljahr keine Beziehung aufgebaut haben..noch nicht mal zum Hort.Sie stehen in der Kita,weil es dort noch normal ist,in den Arm genommen zu werden…in der Schule darf das niemand,sagen sie.Schlimm.Diese Kleinen sind zuhause auch besser aufgehoben.Die ganzen Coronaregeln machen nämlich mit den Kindern eine Menge und Lehrer,die sich unsicher und unwohl fühlen(Was auch völlig normal ist) übermitteln den Kleinen auch genau diese Distanz.Das was sich da abspielt,ist Kindeswohlgefährdung.Besser keine Schule,keine Kita öffnen….das was da grad abläuft,schadet mehr als es nützt.

        • „meine 12jährige inbegriffen..feiern ihr Homeschooling.“

          Danke. Ich frage mich schon die ganze Zeit, was das für Kinder sein sollen, denen der „fehlende“ Kontakt zu Lehrern psychischen Schaden zufügen kann. In dem Fall wäre der Schaden doch schon da gewesen.

  15. Danke- für diese positive Sicht, dass ein Kind nicht für sein Leben gezeichnet sein muss, wenn es mal 6 Wochen mit seiner Familie zusammen ist.
    Es wird immer nur gemutmaßt, wie schrecklich es den Kindern in der Häuslichkeit gehen muss.
    Dabei bin ich überzeugt, dass die allermeisten Eltern ihre Verantwortung voll wahrnehmen und das Beste aus der Situation machen. Warum traut man ihnen so wenig zu? Ich halte gar nichts von diesem Gerede von einer verlorenen Generation, Bildung kann man nicht nur in der Schule erlangen.
    Wir müssen in einer Naturkatastrophe leben, an die wir uns anpassen müssen.Wir sollten akzeptieren, dass deshalb dieses Schuljahr nicht die angestrebten Ergebnisse bringen kann, na und?
    Vieles kann man nachholen.Das spätere Leben wird zeigen, wer Engagement zeigt und trotzdem was aus seinem Leben macht.
    Wichtiger ist doch die Gesundheit und Menschlichkeit.

  16. Sehr gute Stellungnahme! Es ist so wichtig, dass sich Familien selbst zu Wort melden – wenn sie dann auch noch die Lehrerseite kenne, umso besser!
    Nur die Eltern können den Wahnsinn noch stoppen, den die KM mit den Kindern anstellen!

    Es ist Pandemie!
    Auch wenn manche immer noch an die Normalität glauben wollen.
    Der einzige Weg daraus: KEINER geht hin!!!!
    Zu KEINER zählen auch Kinder!!!

    Ich würde mir wünschen:
    Familien werden gestärkt, wo möglich – Arbeitgeber müssen mitspielen!
    Lehrer werden entlastet – im Distanzlernen noch unsichtbarere Entgrenzung von Arbeitszeit muss aufhören, Distanzunterricht kann nicht sein wie Präsenzunterricht!
    Lehrer und Schüler müssen entlastet werden – kein Druck wegen Prüfungen, keine Angst, etwas zu verpassen!

    Wo Familien wirklich Hilfe brauchen, muss sie sichergestellt werden – Hilfe bei Problemen in der Familie und Mittagessen sind nicht die eigentlichen Aufgaben der Schule und solche Probleme bei einzelnen Familien dürfen nicht dazu führen, dass alle in den Virenpool müssen.

    Die Situation ist nunmal wie sie ist.
    Die Regierenden sollten allen Beteiligten die Gelegenheit geben, das Beste draus zu machen.

    Alle sollten „locker lassen“, eingefahrene Wege verlassen (dürfen) und die Pandemie als Gelegenheit für etwas nehmen, das wir alle erst entdecken müssen!
    Familien könnten spazieren gehen – vielleicht sogar mal wichtiger als die Videokonferenz mit dem Lehrer nach Stundenplan.
    Lehrer könnten Kontakt zu ihren Schülern halten – genau dann, wenn die Schüler es brauchen und nicht, wenn der Stundenplan es sagt.
    Schüler könnten viel lernen – das, was gerade zu lernen wichtig ist, auch wenn es nicht das ist, was der Stundenplan sagt.
    Lehrer könnten neue Formate und Möglichkeiten probieren – vielleicht lernen die Kinder anderes, aber besser.
    Kinder könnten Lernangebote wahrnehmen – und lernen vielleicht zum ersten und einzigen Mal in ihrem Schulleben genau das, was sie gerade interessiert, wenn es auch nicht das ist, was in einer Klassenarbeit abgefragt werden müsste.
    Lehrer könnten einzelne Kinder treffen – auf Abstand, draußen, beim Spaziergang, wenn sie es brauchen und wünschen.

    Nach neuesten Informationen über die neue Virusvariante sollten wir alle davon ausgehen, dass wir noch lange „nicht hingehen“ dürfen!
    Wir alle sollten kreativ werden dürfen, damit alle gut durch diese Zeit kommen.
    Die Familien können das!
    Die Lehrer können das auch!

    Wenn keiner mehr Angst vor irrationalen Entscheidungen der KM haben müsste, würden wir uns im Rückblick dann vielleicht wundern, wie gut und kreativ und konstruktiv alle durch diese Zeit gekommen sind, welche Potentiale sichtbar werden, welche Möglichkeiten und Erfolge es gibt.

    Vielleicht würden wir nachher gar nicht mehr zu dem zurück wollen, was die KM jetzt durchdrücken wollen.

    Vielleicht haben sie ja auch nur Angst, dass hinterher keiner mehr dahin zurück will???

  17. Genau, bei uns schicken einige Eltern ihre Kinder in die Schule, weil sie ehrlich Angst haben, dass sie etwas verpassen….

  18. Mit einem gesichertem Einkommen kann man locker zu Hause bleiben (Gatte Lehrer, da erhöht sich der Familienzuschlag, man selbst bekommt auch nach 10 Jahren Auszeit einen Job). Willkommen in der (Nicht)Realität

  19. Richtig! Ich bin selbst Mama von 3 Kindern und Grundschullehrerin. Viele Kinder haben zum 1. Mal seit Ewigkeiten Zeit. Sie sitzen nicht ganztags in der Schule, werden nicht am Wochenende von einem Ausflugsziel
    zum nächsten geschleppt. Sie fangen an zu lesen, misten mal selbst den Kaninchenstall aus, erkunden den Garten, beobachten Vögel oder spielen mal ein Gesellschaftsspiel. Eben das, was Kinder so tun, wenn man sie lässt (und keine Konsole in der Nähe ist ;-). Was sie jetzt lernen können? Fürs Leben! Viele Familien machen das toll und manches Kind lernt jetzt mehr und wichtigeres als in der Schule. Fragen wir Familien, was sie brauchen und schauen, was möglich ist. Was sie nicht brauchen ist das fortwährende Hühott der Kultusminister. Und wer jetzt meint, ich lebe in Bullerbü, nein eines meiner Kinder ist ein FAS betroffenes Pflegekind, ich kenne also auch die Schattenseiten. Dafür gibt es aber zum Glück die Notbetreuung, die in diesem Falle auch genutzt werden sollte. Wir sollten uns mehr den Chancen zuwenden und den Familien zuhören und sie unterstützen!

  20. Wow Respekt vor dieser glasklaren Analyse! Endlich sagt es jemand mal so deutlich! Ob es ‚die da oben‘ interessiert? Leider fraglich

  21. So weit so gut. Ein Punkt fehlt mir doch. Wieso darf in Pandemiezeiten eine Person über die Gesundheit der Familen entscheiden?
    Wieso wird Präsenzunterricht mit Schulpflicht geleichgesetzt? Und wieso steht Präsenzunterricht über der Gesundheit?
    Wie es von vielen Kultusministern so gerne behauptet wird.
    Die Kultusminister haben jetzt ein Jahr lang nichts getan außer den Mantra „Schulen sind ein sicherer Ort“ zu widerholen. Getan wurde aber nichts.
    Mich als Familienvater hat diese Situation wegen der Schulpflicht extrem belastet und das tut es immer noch. Da das Kasperleteather der Kultusminister weitergeht.
    Wenn sich die Situation mal entspannt hat, werde ich mich persönlich dafür einsetzen, dass die Kultusminister zurücktreten müssen, auch wenn ich dafür eigentlich keine Zeit habe.

  22. Auch mich nervt diese Überdramatisierung der Situation von Familien mit schulpflichtigen Kindern.
    Sicherlich ist es für einen bestimmten Anteil der Eltern wirklich schwierig, doch wenn von Politikern, Ärzten und vor allem den Medien (Magazine in TV und Presse) on top noch etliche Klagelieder (mit in obigem Artikel genannten Standardsätzen) angestimmt werden, gerne auch mit eindringlicher Geigenmusik untermalt, macht es für diese die Situation gewiss nicht erträglicher.
    Ich vermisse (wie auch andere in diesem Forum) gerade in den Medien mehr positiven Input, praktische Vorschläge, den Alltag zu meistern, Beispiele von Familien, die das Beste aus der Situation machen, preiswerte Spielideen, rechtliche Tipps, Ratschläge zu möglichen Hilfen etc., für diejenigen, die nicht besonders lösungsorientiert oder kreativ aufgestellt sind. Auch für solche Zwecke kann man Ärzte, Psychologen und Familientherapeuten vor die Kamera holen.
    Statt dessen höre ich dauernd Stichwörter wie Depression, Fettleibigkeit, Alkohol- und sonstwelche Süchte, Einsamkeit, Kontaktarmut und Langeweile…das baut doch sehr auf.

    Als alleinerziehende Mutter bin ich durch dramatische und auch gesundheitliche Begleitumstände seinerzeit jahrelang in einer wesentlich belastenderen Situation gewesen, seelisch und auch finanziell, und….lebe noch!
    Das Ganze hat mich und auch meinen Sohn stark gemacht; er hat gelernt, lösungsorientiert zu denken, wenn es mal schwierig wird. Diese „Lernen“ lässt uns beide auch heute vergleichsweise gelassen und geduldig die Pandemiesituation durchleben und und das Beste für uns daraus zu machen.
    Ich denke, in Anbetracht des anstehenden Klimawandels kann es uns allen nicht schaden, schon mal fleißig Frustrationstoleranz zu üben.

  23. „Dass 76 Prozent aller an Corona Erkrankten Langzeitsymptome haben, ist belegt.“

    Also ich lese überal 76 % aller hospitalisierten Erkrankten haben Langzeitsymptome laut einer Studie mit Patienten aus Wuhan, die in „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

  24. Ja und Nein.
    Ich habe kein Problem meinem Kind den Stoff von der 3. Klasse beizubringen. Ich freu mich da nicht drauf, weil es immer viel Diskussionen gibt, aber irgendwie klappt das trotzdem. Womit ich ein Problem habe ist der Arbeitgeber, der zwar etwas entgegenkommt aber klar und deutlich macht das weiterhin Ziele erreicht werden müssen. Das es kein Problem sei, wenn man anstatt den 7h nur 4 oder 5h arbeitet… den Rest aber bitte als Minus Stunden aufbaut. Bei drohenden Entlassungen und Kurzarbeit baut man aber die minus 15h pro Woche halt nicht ab. Aber bitte die Ziele müssen trotzdem erreicht werden … den an den Zielen hängen Aufträge und an den Aufträgen hängen Umsätze, wie Löhne, wie Steuern. Mir als Mutter werden aber keine anderen Lösungen geboten. Teilzeit ist bisher eine vertraglich feste Angelegenheit.. da muss ich jetzt schon wissen wie lange ich die nehmen soll. Das weiß doch grad kein Mensch. Alles höchst unflexibel. „Nehm halt Urlaub „kam dann und was mach ich dann in den Ferien?
    Aufhören zu arbeiten… währe ne alternative… aber wer zahlt mir dann in mein Rentensäckle. Von dem bezahlen der laufenden Kosten ganz zu schweigen.
    Ich fühle mich nicht als Opfer in dem Sinne.. ich merke nur wie bescheiden dieses System ist. Man wird allein gelassen … juhu der frustpegel steigt. Ich lebe gerade stets nach dem Motto „wird schon irgendwie gehen“.

  25. Schöne neue Welt… Mit Fehlern!
    Wir haben beide unserer Kinder dieses Schuljahr bisher zu Hause gelassen (BaWü, 8. Klasse Rea und 3.Klasse Grundschule). Ich kann mir meine Zeit frei einteilen, und wegen C geht ohnehin gerade wenig. Wir haben unseren geregelten Tagesablauf, wecken, Frühstück (freilich nicht ganz so früh wie zur Schulzeit). Vormittags lernen, nachmittags raus um die Gegend zu erkunden. Es würde alles wunderbar laufen, wenn unser Schulsystem nicht nach sturen Klassenarbeitsnoten schreien würde. Freilich kann mein Heimunterricht nicht zu 100% den Schulunterricht ersetzen. Schließlich habe ich zwei Kinder in unterschiedlichen Altersstufen zu betreuen. Und die Kleine braucht eben mehr Aufmerksamkeit. Für Klassenarbeiten mussten wir bisher zur Schule fahren, wo die Kids im separaten Raum die KA schreiben. Würde ja auch noch gehen.
    Aber in den Fächern Mathe und Französisch hatte ich die Fachlehrer gebeten wenigstens einmal pro Woche für 15 bis 20 Minuten online mit dem Großen durchzusprechen was das Wochenziel ist. Gerade die Fremdsprache kann nicht mut dahingelatzten Zetteln gelernt werden. Die Antwort der Lehrer: „geht nicht, wegen Präsenzunterricht“, wo sie angeblich eine Doppelbelastung hätten. Nach der erwartungsgemäß schlecht ausgefallenen franz. KA hat die Lehrerin den Vorschlag gemacht unseren Sohn Montags in Einzelunterricht in der Schule zu nehmen, sie hätte da Hohlstunde. Da dachte ich: „NANU? Online geht nicht, angeblich Doppelbelastung, aber dann doch Hohlstunde und Präsenz geht?“
    Schließlich rief ich in der Schule an, wie denn das zusammen passt. Die lapidare Antwort der Lehrerin: „sie wolle aus persönlichen Gründen keinen Onlineunterricht führen“ In der privatwirtschaft nennt man das Arbeitsverweigerung und ist ein Kündigungsgrund! Beim Mathelehrer sieht es nicht anders aus. Das Land, und damit auch die Lehrer haben aber die PFLICHT die Kinder zu unterstützen, und diese endet NICHT mit dahingelatzten Zetteln (§1 Schulgesetz)
    Danach habe ich nachgeforscht und festgestellt dass das Kultusministerium BaWü sogar eine Richtlinie zum Fernunterricht veröffentlicht hat, in der ganz klar festgeschrieben ist, wie der auszusehen hat. Z. B. muss die Schule einen Mentor stellen, der ein bis zwei mal die Woche bei den Schülern im Heimunterricht nachfragt wie es läuft, und u. U. hilft Fragen zu beantworten, oder bei Bedarf den Kontakt zu den Fachlehrern herstellt. Nichts von all dem wurde jedoch von der Schule umgesetzt. Also habe ich das Schulamt angeschrieben, deren Antwort war es, wir sollen die Kinder doch in die Schule schicken. Das wäre eh das beste für sie.
    NEIN, VERDAMMT NOCHMAL! Was erdreistet die Frau sich zu behaupten was das Beste wäre? Diese Aussage ist für mich die Bankrotterklärung vom Schulamt selbst, das es nicht mal schafft die eigenen Vorgaben umzusetzen! Dabei ginge es mir gerade mal um 15-20 Minuten die Woche! Schließlich habe ich ans Kultusministerium geschrieben dass sie gefälligst ihre Virgaben umsetzen (das alles war noch im November). Kurzantwort zusammengefasst etwa: „Jaja, machemer scho“ , bis heute wurde nichts umgesetzt. Also werde ich wohl ende nächster Woche ein paar Dienstaufsichtsbeschwerden losschicken. Jetzt erst recht. Ich habs ja freundlich probiert.
    Mein Fazit: 9 Monate zeit etwas zu entwickeln sind gescheitert Man hat lieber den Kopf in den Sand gesteckt und gehofft dass es vorüber geht. Die Lehrer haben keine Lust und sind unfähig einen Fernunterricht zu stellen. Soll freilich nicht auf alle Lehrer pauschalisieren, es gibt bestimmt welche da draußen die alles versuchen, und denen die Kids echt was bedeuten, und nicht nur der lästige Beruf. Aber in unseren beiden Schulen herrscht kollektives Vollversagen!
    Unsere gehen definitiv NICHT in den Präsenzunterricht. Brechend volle Busse und die krankmachende Lüfterei bei minus 4 Grad wäre unmenschlich und unzumutbar. Die Benotung habe ich schriftlich angefochten, denn was nicht unterrichtet wird kann auch nicht in einer KA abgefragt werden! Das sollten im übrigen alle Eltern jetzt machen. Lieber bleiben wir dieses Jahr zur Not sitzen. Es ist ja nicht das Versagen unserer Kinder, sondern das der Politik. Die Kids verstehen auch dass es nicht ihre Schuld wäre.
    Mal sehen wie weit wir gehen müssen.

    • Sie haben ja noch „Glück“ weil die Schulpflicht ausgesetzt wurde.
      In Niedersachsen muss ich den ganzen Mist mitmachen. Jetzt ist ein Jahr rum und als enzige Maßnahme hat der Lehrer nun eine Plexiglasscheibe vor dem Pult. Das ist alles. Ein Jahr nur heiße Luft.

  26. Ihr habt ja alle so recht in dem, was ihr schreibt. Jeder mit einem speziellen Aspekt… und darum geht es doch: anzuerkennen und zu akzeptieren, dass wir alle in dieser Krise mit den unterschiedlichsten Herausforderungen und auch Ängsten im Alltag zu kämpfen haben. An die Autorin dieses Gastbeitrages: Danke! Sie sprechen mir in vielen Dingen aus tiefster Seele.
    Ich gebe jedoch auch zu bedenken, dass viele Frauen auch aus gesellschaftlichem Druck dazu gezwungen wurden, ihre Kinder so zeitig in die Kita und dann Ganztagsschule zu geben! Es wäre sträflich und wirtschaftlich ein Desaster, denn im Falle einer Trennung stehen Frauen immer noch finanziell katastrophal da. Von Rentenanwartschaft ganz zu schweigen. Da hat sich leider nichts geändert.

  27. Vielen herzlichen Dank für den Artikel! Ganz meine Meinung! Im Stern ist jedoch gerade das Gegenteil zu lesen: „Familien in der Krise“. Diane Siegloch, die Gründerin der Initiative, fordert offene Schulen. Und diesem Denken folgen viele, viele Eltern, sonst wäre unser Kind nicht seit langem das einzige „Fernunterricht-Kind“ der Förderschule, welche übrigens seit 4.1.21 offen sind für alle. So klappt der Lockdown nicht.

    • Genau den Artikel habe ich auch gelesen und habe kurz überlegt, ob ich das hier poste. Es gibt eben auch andere Sichtweisen und ich finde es bedenklich, dass zu viele Leute noch in Büros fahren, die auch Home Office machen könnten, weil der AG es nicht erlaubt. Das würde aber auch zum Senken der Infektionszahlen beitragen und dann könnte man auch die Schulen eher wieder öffnen. Jeder muss seinen Beitrag leisten, aber für Familien, wo die Eltern arbeiten, ist es nun mal schwierig und immer zu sagen: Die Eltern wollen nur ihre Kinder loswerden oder: Heutzutage arbeiten die Eltern lieber als ihre Blagen zu hüten etc. – viele Eltern sind nunmal auf zwei Jobs angewiesen (bei uns ginge es auch nicht mit nur einem Einkommen) und wenn ihnen die normalen Strukturen einfach so wegfallen, kann man ihnen das jetzt nicht vorwerfen.
      Meine Kinder wollen auch gern mal wieder in die Schule (oh, was muss ich für eine schlechte Mutter sein, schließlich arbeite ich und beschule andere Kinder den 3/4 Tag online…!)…
      Aber halt… gab es nicht einmal eine Zeit, wo Lehrerinnen keine Kinder haben durften? Das wäre doch mal was… (Ironie).

      Mir sind die Sichtweisen oft zu einseitig zu diesem Thema.

  28. Positiv denken und nicht Corona positiv werden! Wir sollten eine Schulpartei gründen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass über die Köpfe derer, die im Umfeld Schule zu tun haben – Schüler, Eltern, Lehrer – weg regiert wird. Wenn die Virusmutation uns erwischt, werden die Schulen dicht sein und vieles Anderes mehr und das für noch für viel längere Zeit. Aber wir leben nicht im Krieg, wie die Opas und Omas, die als Kriegsgeneration nicht in die Schule konnten (aber dennoch besser lesen und schreiben lernten), zudem nur wenig zu essen hatten und meistens die Väter vermissten. Es ist traurig, dass gerade sie an Corona versterben. Froh sein sollten wir, dass jüngere Menschen meist besser die Corona- Erkrankung überstehen. Aber unsere Gesellschaft besteht aus unterschiedlichen Generationen, die sich gegenseitig bereichern. Das mit der Pandemie werden wir schaffen: Nicht reden – tun. Allerdings der Normalität zu huldigen, alles bleibt, wie es ist. Präsenzunterricht um jeden Preis, ist falsch, dann wird uns Covid 19 immer wieder heimsuchen, auch in den Schulen. Es kann jeden treffen, das sollte uns bewusst sein, wenn das bei einigen auch immer noch nicht angekommen ist. Heute muss ich auch wieder in die Schule – ob das ein gutes neues Jahr wird?

  29. Na, ich kann ja viele nachvollziehen.
    Viele von euch sind wahrscheinlich Lehrer. Da kann man das gut verstehen. Das Geld läuft weiter, man bringt den eigenen Kindern den Stoff bei und die anderen Kinder samt Eltern können sehen wie man zurechtkommt. Wenn denn alle sich an Kontaktbeschränkungen und Herungerfahren halten würden, dann würden die Zahlen auch sinken. Aber solange wie alle weitermachen als gebe es kein Corona, sind Kinder die einzigen die zu Hause bleiben müssen.

  30. Die meisten Eltern wollen, dass die Kinder zu Schule gehen. Bei meinen beiden schulpflichtigen Kindern gab es keine Infektionen in der Schule, obwohl die Kinder regelmäßig getestet wurden. Die Hygienemassnamen haben gut funktioniert. Wenn jetzt die Schulen geschlossen bleiben, dann haben später die Kinder ein ernstes Problem. Viele glauben es wird alles nachgeholt, die Antwort ist: rein gar nichts. Und digital Unterricht ist ein gerne oft wiederholtes Märchen, den gibt es gar nicht. Nicht bei meinen Kindern, und auch nicht bei den vielen Freunden und Bekannten. Ich kenne kein Kind, welches digital Unterricht bekommen würde. Das ist nur der Fall in privaten Schulen, wo die Eltern ordentlich bezahlen. Ich schätze, dass die Kinder von Politikern auch solche Schulen besuchen und somit die Probleme von Normalos die ja kalt lassen. Ich fühle mich mit meiner Familie gar und gar nicht als Opfer, aber wir Familien lassen uns viel zu viel gefallen, es soll endlich einen Aufstand geben. Die harte Arbeit Kindererziehung und Fürsorge ist doch zu Nulltarif, jetzt arbeite ich noch als Ersatzlehrerin mit finanziellen Verlusten.

    • „Bei meinen beiden schulpflichtigen Kindern gab es keine Infektionen in der Schule, obwohl die Kinder regelmäßig getestet wurden.“

      Wo gibt es denn so etwas wie regelmäßige Covid-Tests für Schüler?

      Bei uns nicht, da werden bei einem positiven Corona-Fall noch nicht einmal die Kohorte sowie die unterrichtenden Lehrer getestet.
      In der Zwischenzeit hat sich die Schule auf das VERSCHWEIGEN von Corna-Fällen verlegt, denn solang das o.k. vom Gesundheitsamt kommt, wird den Eltern nichts mehr mitgeteilt.

      … und bei uns in der Region ist das Gesundheitsamt seit Herbst ohne Leitung, da läuft bestimmt alles rund(?), zumindest die Fallzahlen halten sich auf hohem Niveau.

    • Warum haben Ihre Kinder ein Problem, wenn sie ein paar Wochen im Distanzunterricht sind? Was soll denn dieses Drama? Wenn Ihre Kinder das Zeug zum Nobeltreisträger haben, werden sie das auch mit ein paar Wochen/Monaten Distanzunterricht noch haben. Wenn Ihre Kinder aber so durchschnittlich sind wie die meisten Kinder werden sie sich im Distanzunterricht ebenso durchschludern wie im Präsenzunterricht. Was soll immer diese Mär vom seligmachenden Präsenzunterricht? Ich saß als Schüler in der letzten Reihe und mein Sitznachbar war spannender als der Kasper vorne. Es tut mir leid, aber von einigen wird eine völlig unrealistische Schulwelt beschrieben. Präsenzunterricht mit 30 Schülern lässt schon in Normalzeiten die ruhigen und sensiblen Schüler im Stich.
      Im Grunde merken viele Eltern eben nun, dass Ihre Kinder keine Einsteins, sondern eher Feuersteins sind. Nehmt euch doch nicht so wichtig. Aus den meisten Schülern wird etwas, auch mit schlechtem Unterricht und in kaputten Schulgebäuden. Es wird auch im Distanzunterricht etwas aus den Schülern werden, sofern die Eltern nicht hysterisch werden.

      • Dann stelle ich das gesamte Schulsystem und ihr Personal in Frage. Wenn das so easy pisy ist, dann stellen wir doch komplett auf Distanzunterricht um. Ein Lehrer macht online für 80ig Kinder Unterricht… schwup wieder Geld gespart. Rückfragen können per Chat, Email oder in den Schülerarbeitsgruppen beantwortet werden. So einfach ist das … und wenn sie nicht mitkommen, dann muss halt ne Privatschule mit Präsenzunterricht her. Ansonsten … Hauptschule mit Abschluss. Sorry für die Provokation… aber wenn man sowas öffentlich debattieren würde, wäre das sicherlich die Antwort einer Partei auf so eine Aussage.

        • An den meisten Schulen sind die Lehrer top engagiert, um Unterricht in Pandemiezeiten zu gestalten. Warum wird immer nur das Negative betont? An der Grundschule in unserer Stadt werden Morgenvideos mit den Tagesaufgaben geliefert und es gibt den ganzen Tag Chat und Videounterstützung. Das ist eine tolle Sache! Die Schulen unserer Kinder haben schon im März mit zoom und einer Lernplattform gute Unterstützung geboten. Mit einer Sprachenlehrerin gab es sogar Videovorbereitung auf eine mündliche Prüfung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Schulen so viel schlechter aufgestellt sind. Daher halte ich das Gemecker tatsächlich für unnötige Dramatisierung.
          Webex Konferenzen in meiner Firma laufen unstrukturierter als die Zoom Konferenzen meines Sohnes im Frühjahr.

  31. Ist es nicht traurig, dass man mit dieser Meinung anonym bleiben muss? Alles, was nicht absolut konform geht mit der derzeitigen politischen Meinung von unseren Kultusministern, wird gelöscht oder es hat private oder berufliche Konsequenzen. Dieser Beitrag hat meine volle Zustimmung. Als Schulbegleiterin arbeite ich dicht am Kind. Oftmals dichter als die Pandemie zulässt. Da wir immer nur Jahresverträge bekommen, ist Protest und Kritik unerwünscht und gefährlich für den Joberhalt. Man wird zum Schweigen verdonnert. Ich liebe meinen Job, aber bitte denkt auch mal an die, die nicht verbeamtet sind. Alles in allem kann ich dieser Darstellung nur zustimmen. Hut ab.

  32. Also dass es digitalen Unterricht nur an privaten Schulen gibt muss ich mal korrigieren. Ich weiß aus erster Hand (meiner eigenen), dass es das an staatlichen Schulen gibt. Ich bin Lehrerin an einer sekundarschule in Berlin. Und von 17 Klassen haben ca 12 Klassen regelmäßig digitalen Unterricht. Ich treffe meine 10. Klasse täglich und meine Co-klassenlehrerin ist auch täglich mit ihnen verabredet. Und wir sind eine Schule mit über 50 Prozent lehrmittelbefreiten Schülern. Und es kommen fast alle Schüler in die digitalen Konferenzen. Die 3 Schüler die dass nicht schaffen aus unterschiedlichen Gründen können täglich in die Schule und werden dort von Sozialpädagogen beim Lernen im digitalen Raum unterstützt. Vielleicht schaffen sie es bald allein und wenn nicht, haben sie die dort die Möglichkeit. Und wir sind sicher nicht die einzige staatliche Schule in Berlin und Deutschland die das so handhaben.

  33. Und im Saarland fängt heute am 11.01.21 auch voller Präsenzunterricht für die 12er Abschlussklassen an. Diese Bildungsministerin Frau Streichert-Clivot ist nicht besser als Hubig, Ernst, Gebauer,Eisenmann. Und unser Ministerpräsident Tobias Hans, der ein Tag nach der Ministerpräsidentenkonferenz am 05.01.21 laut und deutlich erklärt hat dass es in den Schulen generell bis 31.01 21 im Saarland keinen Präsenzunterricht geben wird,schaut jetzt nur zu.

  34. @M
    Genauso ist es.
    Bildung ist ein austauschbarer Begriff für Betreuung geworden im Mund von verantwortlichen Politikern.
    Anstrengungen, die das Kindeswohl im Blick haben sollen, sind bei näherer Betrachtung oft nur Forderungen der Wirtschaft nach mehr Wachstum.

    “ Eine Gesellschaft zeigt ihr wahres Gesicht, wie sie mit denen umgeht, die nicht für sich selbst sprechen können: Alte, Kinder und Kranke.“

    Exakt diese Worte schwirren mir schon so lange im Kopf herum.

    Es reicht!

  35. Ich habe jetzt ca. eine Stunde damit verbracht, alle Kommentare zu lesen, jeder wichtig und richtig auf seine Art Weise. Ich bin seit dreißig Jahren Lehrerin und Mutter von drei Kindern, war viele Jahre alleinerziehend. Niemals habe ich Schule für meine Situation verantwortlich gemacht oder die Lehrer meiner Kinder zum Sündenbock erklärt. Das passiert jedoch gerade mit mir durch unsere Politiker, für r mich durch Frau Scheeres und Herrn Müller, die ein absolutes Chaos in Berlin verursachen. Dazu kommen tägliche Aufschreie und Forderungen von Eltern nach täglichen Videokonferenzen ( ich unterrichtete ca.250 Kinder) , Motivationsverlust bei den Kindern. Auch muss ich den täglichen Frustmails der Eltern standhalten, wenn nicht alle Korrekturen postwendend zurückkommen. Als Lehrerin hat man das Gefühl, der Fußabtreter der Nation zu sein.
    In der Presse wird es leider auch oft so dargestellt, als würde ich den ganzen Tag in der Hängematte liegen. Ichsitze bis zu zehn Stunden am Tag am Rechner, erstelle Arbeitspläne und Lösungsblätter, mache Videokonferenzen, führe Elterngespräche, bin eingeteilt zu Präsenzunterricht in der Schule, schreibe Zeugnisse…
    Ach ja, wie eingangs erwähnt, bin ich auch noch Mutter.

  36. <<<Hört auf, Familien zu Opfern zu erklären! Eltern brauchen jetzt Unterstützung – kein Wehklagen über geschlossene Schulen<<<

    Muss ich doch etwas schmunzeln drüber. Hier geht es ums Thema Schulbegleitung. Die kann ja auch nach Hause kommen bei Schulschließung und ihren Schützling unterstützen. Das kann aber auch ganz schnell verboten werden.

    Bitte hier mal reinsehen: https://www.dijuf.de/coronavirus-faq.html#teilhFAQ1

    Dürfen aufgrund von Schulschließungen Leistungen für Schulbegleitungen vorübergehend eingestellt werden? (Stand: 16.4.2020)
    "" Ein entsprechender Leistungsanspruch besteht hingegen nicht, wenn ein Verbot, zB aufgrund spezialgesetzlicher Vorschriften, wie etwa dem Infektionsschutzgesetz (IfSG), entsprechender (bundes-, landes- oder kommunalrechtlicher) Verordnungen oder behördlicher Verfügungen, auch solche Tätigkeiten bzw. Kontakte untersagt, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und der Leistungserbringer seine Leistungen deshalb einstellt.""

    Von wegen Unterstützung, da bleiben Kinder mit erhöhten Förderbedarf auf der Strecke. So
    wird Homeschooling für Eltern eine Katastrophe. Ein Beispiel sind autistische und behinderte Kinder. Die müssen ja schon zu Nicht-Corona-Zeiten zusehen wie sie alleine zurecht kommen.

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