Klartext eines Lehrers: „Ich habe Kollegen mit Tränen in den Augen gesehen“

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BERLIN. Monate hatten die Kultusminister Zeit, die Schulen auf die Pandemie vorzubereiten. Trotzdem versinkt das Schuljahr im Chaos. In den Lehrerzimmern macht sich der Frust breit. News4teachers-LeserIn „SB“, selbst Lehrkraft, schreibt sich in einer offenbar schlaflosen Nacht den Ärger von der Seele – und zwar so gut und nachvollziehbar, dass wir den Beitrag, der im Leserforum von News4teachers veröffentlicht wurde, hier noch einmal einem breiteren Publikum vorstellen möchten.

LeserIn „SB“ vertritt eine klare Haltung. Illustration: Shutterstock

SB am 05.01.2021 um 1:25 Uhr

Was fehlt ist weniger ein Plan, sondern schlichtweg und einfach Mut! Wahlkampf in vielen Bundesländern und bald auf Bundesebene, dazu gleichzeitig Pandemie und Krise passen nicht zusammen. Richtig wäre es doch gewesen, einen Plan nach dem Worst-Case Prinzip zu fassen und darauf aufzubauen. Jetzt arbeitet man aber andersherum im Normalzustand und schaut dann mal, wo wir einschränken können. Andersherum wäre aber einfacher, weil lockern geht immer besser, als die Zügel anzuziehen (kennt man auch aus dem Klassenzimmer).

Was wurde alles versäumt?

=> Nachfragen an den Schulen

Kein Kultusminister, soweit mir das bekannt ist, hat sich in irgendeiner Form darüber informiert, wie wir die letzten zehn Monate gearbeitet haben – sonst wird auch jeder Mist evaluiert, zig Statistiken im Jahr angefordert, aber hierzu kam nix. Was wirklich geleistet wurde, wo Lücken aufkamen, wo Probleme entstanden, wurde nicht wahrgenommen. Auch wurde nirgends mal das Heft in die Hand genommen und in Schulleitersitzungen, Sprengelsitzungen oder sonst wo ein Ist-Zustand zusammengefasst und geschaut, wer kann was, wer hat was zu bieten, was hat sich bewährt, wo klemmt es, wer kann wem helfen. Nein,  wir arbeiten weiter jeder in unserem kleinen Inselstaat vor uns her… mit zig unterschiedlichen Modellen und erfinden ständig jeder für sich das Rad neu. Es ist unglaublich, wie man mit den Ressourcen hier umgeht. Und dann kriegt man noch eine auf den Sack, wenn man sich übergreifend über mehrere Schulen zusammenschließt, um Probleme gemeinsam zu lösen, weil Schulämter und Obere Dienstaufsichtsbehörden nicht gut aufeinander zu sprechen sind.

=> Nachfragen bei den Eltern

Oh ja, keiner hat in der ganzen Diskussion mal Eltern gefragt, was bei Ihnen gehen würde und was überhaupt nicht möglich ist. (Gut – viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich, sagen nun da alle die Wahrheit? Aber Tendenzen könnte man sehen.) Nie wurde nachgefragt, welche Eltern auf eine Vor-Ort-Beschulung verzichten könnten. Okay in Baden-Württemberg gibt es keine Präsenzpflicht, faktisch sind aber fast alle Kinder da, da zum einen niemand sein Kind als einziges in der Klasse zu Hause lassen möchte – und weil klar ist, Unterricht zu Hause funktioniert nicht wirklich, weil die Kolleginnen und Kollegen sich nicht zweiteilen können.

=> Zusagen und Häppchen

Was gab es da nicht alles an Versprechungen. Dienstlaptops, FFP2-Masken, kostenlose Tests, Sonderbudgets, kostenloses Internet für Schüler …. Was kam wirklich? Wenig. Auf die Dienstlaptops wartet man vergebens (sind ja aber gerade eh nicht wichtig, wir arbeiten ja vor Ort). FFP2-Masken – hm, entpuppten sich in Baden-Württemberg als KN95 Masken, die dazu auch noch sehr fraglich waren und es zu empfehlen ist, diese nicht zu tragen. Kostenlose Tests? Zweimal darf man sich testen lassen. Ist man aber krank oder fühlt sich so und geht mit dem Schein zum Arzt, verweigert er diesen und man bekommt die komplette Privatpatienten-Rechnung. Begründung: Sie waren krank. Aussage Landesamt für Besoldung – Arzt hat Recht. Er muss den Schein nicht akzeptieren, wenn sie eindeutig krank sind. Gehe ich also dann nur so einfach mal aus Spaß zum Arzt. Eigentlich geht man doch, weil man sich und seine Kollegen, seine Familie nicht in Gefahr bringen möchte.

Tests an der Schule? Fehlanzeige – Schnelltests mal angesprochen, aber es gibt keine auf dem Markt. Testungen von Kindern Kat1? Nur auf Elternwunsch und die müssen dann noch selbst einen Termin suchen. Und am besten dann noch: Infektionsfall in einer Grundschulklasse, alle Kinder bei Infektionsfall Kat1 fünf Tage, unterrichtende Lehrkräfte mit Maske volle 14 Tage in Quarantäne … Hat bei uns dann mal zum Ausfall von 60 Kindern für 5 Tage und 17 Lehrkräfte für 14 Tage geführt. So funktioniert das in der Realität. Aussage Kultusministerium auf die Nachfrage, wie man das stemmen soll, „das ist ein Einzelfall“ – hm, davon gab es aber viele.

=> Vor-Ort-Lösungen

Ach Gott, was hatte man alles an Möglichkeiten angedacht, gut überlegt, organisiert – um es dann wieder fallen zu lassen. Unternehmer will Luftfilter spenden? Nein geht nicht, Schulträger ist dagegen. Schule will leere Turnhallenräume nutzen, um Räume zu entzerren, Schulträger: Nein geht nicht, wie soll man das bei sechs Schulen fair verteilen, dann lieber nicht. Ach, da könnte man den ganzen Abend am Stammtisch Kalauer erzählen…

=> Hygienekonzepte

Ach ja, die gibt es ja auch noch. Die wurden einfach aus alten Arbeitsschutzregeln abgeschrieben – wobei Arbeitsschutz gilt ja in Schulen nur für Lehrkräfte, jedoch nicht für Schülerinnen und Schüler, wie wir vor Jahren schon gelernt haben, denn für Lehrer ist das Land, für Schüler der Träger verantwortlich. Lüften alle 20 Minunten – gilt schon seit Jahren, hängt bei uns schon seit langer Zeit an allen Klassenzimmertüren. Abstände nur zwischen Lehrkräften, jeder Schüler darf an dich ran. Maskenpflicht nur ab Klasse 5 – okay, an der Bushaltestelle und im Schulbus muss die jeder tragen, da schadet es dem Grundschüler plötzlich nicht mehr. Ach ja – und ganz wichtig: Einbahnstraßenverkehr im Treppenhaus. Blöd nur, dass aufgrund der Kohorten und separierter Pausenbereiche eigentlich keine Schüler im Haus unterwegs sind.

=> Kolleginnen und Kollegen

Ein weites Feld. In dieser Zeit lernt man seine Kollegen mal so richtig kennen. Die, die mitanpacken, die, die abwarten, die, die zögern, die, die Angst haben, die, die Regeln nicht immer befolgen und noch viele mehr. Ein Kollegium ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, hier trifft man alles, was man auch so in der Presse verfolgen kann. Den Lauterbach-Follower, den Sicherheitsfanatiker, den Kritiker, den Hinterfrager, den Ist-nicht-so-schlimm, den Ich-kann-nicht-mehr, den Ich-mag-nicht-mehr und den, der sagt: Ist-so-da-müssen-wir-jetzt-durch.

Das Schlimme daran ist: Das Verhalten und die Planungen unserer Vorgesetzten in Schulverwaltung und Ministerien haben dazu beigetragen, dass viele Kolleginnen und Kollegen nicht mehr wollen, nicht mehr können. Vertrauen wurde kaputtgemacht. Viele Entscheidungen werden in den Kollegien nicht mehr nachvollzogen. Schule funktioniert so, wie sie immer funktioniert hat – und zwar dadurch, dass sich vor Ort die Leute den Arsch aufreißen und nicht deshalb, weil irgendwo weiter oben ein vernünftiger Plan entstanden ist. (Und wenn man ehrlich ist, die letzten Jahre kam nichts Sinnvolles mehr von oben, nur noch SchiSchi und öffentlichkeitswirksames Pseudozeug).

Fazit: Was habe ich in den letzten Monaten gelernt?

Ich habe erkannt, wo Schwächen im Bildungssystem, im Bereich Föderalismus, im Bereich Entwicklung der Gesellschaft und im Bereich Zukunftsfähigkeit Deutschlands liegen.
Einiges war mir schon bewusst, manches hat mich entsetzt – wenn ich bedenke, dass ich in einem G8-Land lebe.

Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mit großen Respekt an diese Aufgabe herangehen, die nicht Probleme suchen, sondern Lösungen. Die nicht auf die Uhr oder den Lohnzettel schauen, sondern sich hinstellen und versuchen, das Beste aus der Situation herauszuholen. Menschen, die versucht haben, anderen so viel Schutz wie möglich zu bieten, die sich Konzepte überlegt haben, teilweise diese wöchentlich über den Haufen geschmissen haben, Menschen die weit über ihre eigentlichen Aufgaben tätig waren.

Ich habe aber auch unglaublich viel Frust gesehen. Ich habe Kolleginnen und Kollegen mit Tränen in den Augen im Lehrerzimmer gesehen, weil sie überfordert waren. Mit Tränen, weil sie wegen 45 Minuten Vertretungsunterricht zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen in eine 14tägige Quarantäne müssen. Bei denen von genauso frustrierten Eltern die ganze Wut abgeladen wurde. Kolleginnen und Kollegen, die nicht mehr nachvollziehen konnten, welche Entscheidungen getroffen wurden.

Ich habe Eltern kennengelernt, die unglaubliches Verständnis für diese Situation hatten, die bereit waren zu helfen, die Ideen aus ihren Berufen in die Schule gebracht haben. Die versucht haben, so viel Normalität wie möglich bei bestmöglichem Schutz zu gewährleisten. Und vieles mehr.

Das ganze Jahr sind meine Befürchtungen alle Realität geworden. Und eigentlich hatte ich gehofft, hey jetzt im November haben die Politiker die Führungskräfte in den Ministerien es kapiert, es piepst nicht der Rauchmelder, nein die Hütte brennt. Und wieder bin ich in der Realität aufgewacht. Die gleiche Scheindiskussion wie vor zehn Monaten beginnt von vorne. Schule – koste es, was es wolle. Pläne? Keine.

Ich bin für Präsenzunterricht – aber für einen Unterricht, der nicht in einer anderen Welt stattfindet. Für einen Unterricht, in dem die Regeln gelten, die überall gelten. In denen Schülerinnen und Schüler auch in der Schule diese Regeln anwenden, damit sie sie verinnerlichen. Damit auch eine Verhaltensänderung bei manchen außerhalb der Schule stattfindet. Ich bin für Mut, jetzt mal klar Bilanz zu ziehen und Entscheidungen zu treffen und zu sagen, wir werden dieses Schuljahr nicht normal zu Ende führen, wir werden kürzen, reduzieren, anpassen. Ich bin dafür denjenigen Betreuung anzubieten, die sie wirklich benötigen. Ich bin für Mut, auch mal auszusprechen, dass nicht jedes Kind eine Betreuung braucht.

Tun werden wir wenig können. Wir werden weiterhin vor Ort unser Bestes geben und mit viel Respekt vor der Gefahr zur Arbeit gehen, und viele von uns werden sich deshalb auch weiterhin privat persönlich einschränken, weil sie um ihr Ansteckungsrisiko wissen. Und das ist, was mich traurig macht. Dass man eigentlich wie schon seit vielen Jahren als Lehrer immer 150 Prozent gibt – und jetzt an seine Grenzen stoßt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Dienst können wir uns wenig wehren und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch im Dienst eigentlich nur für die uns anvertrauten Kinder da sein und ihnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden helfen. Aber trotzdem: Außerhalb darf man ruhig mal seine Stimme erheben. Schreibt euren Abgeordneten, beschwert euch bei euren Gewerkschaften und redet miteinander. Seid mutig außerhalb der sozialen Medien, dort werdet ihr nämlich am wenigsten wahrgenommen. Und bleibt stark und gesund….

Leserposts

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Klartext einer Lehrerin: Das Schulsystem kollabiert jeden Moment! Wir sind ausgebrannt!

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49 KOMMENTARE

  1. Das ist eine treffende Darstellung, danke @SB!

    Ich habe das schon unter einem anderen Artikel von heute gepostet („England schließt die Schulen …“), aber hier passt es auch gut:

    Im Sommer habe ich hier schon einmal einen Kommentar geschrieben, in dem ich Bezug genommen habe auf Helmut Schmidt, insbesondere darauf wie er im Katastrophenfall in Hamburg gehandelt hat.

    Was Politiker jetzt zeigen müssten, nach Schmidt’schem Vorbild:
    „…in der Stunde der Bewährung seine Qualifikation für höchste Ämter vor aller Welt gezeigt hatte.“

    Hier zu finden:
    „Impfchaos: Wo steckt Helmut Schmidt?“
    https://web.de/magazine/politik/gabor-steingarts-morning-briefing-impfchaos-steckt-helmut-schmidt-35407126

  2. Auch ich finde den Kommentar sehr gelungen.

    In Niedersachsen wurden die Schulen verpflichtend, in Elterngesprächen oder auf andere Weise die Elternschaft zu befragen, wie das Distanzlernen geklappt hat. Allerdings gab es keine Vorgaben und die Ergebnisse blieben schulintern.

    „…, was hatte man alles an Möglichkeiten angedacht, gut überlegt, organisiert – um es dann wieder fallen zu lassen.“
    Für diejenigen, die immer meinen, in den Schulen würde nichts passieren und die Lehrkräfte seien abgetaucht, wäre eine Sammlung der vielen Ideen und Modelle vielleicht mal eine gute Klarstellung dessen, was erarbeitet und organisiert wird, auch wenn nur ein Bruchteil dessen sichtbar wird.
    Manches erledigt sich einfach auch, weil schon wieder eine neue Vorgabe seitens des Ministeriums kommt, während man noch an der Änderung der Änderung sitzt.

  3. „Ich habe aber auch unglaublich viel Frust gesehen. Ich habe Kolleginnen und Kollegen mit Tränen in den Augen im Lehrerzimmer gesehen, weil sie überfordert waren. Mit Tränen, weil sie wegen 45 Minuten Vertretungsunterricht zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen in eine 14tägige Quarantäne müssen. Bei denen von genauso frustrierten Eltern die ganze Wut abgeladen wurde.“
    Gerade das ist in meinen Augen ein ganz wichtiger Punkt. Die Krise schlaucht einen gerade als Lehrkraft total. Dieses Bild verdeutlicht das sehr gut.
    Gerade im Lehrerzimmer kommen unterschiedlichste Kollegen zusammen,die ohnehin unterschiedlichste Meinungen haben, gerade aber auch jetzt in Zeiten der Corona-Politik. Und gerade deshalb ist es aktuell wichtig, sich gegenseitig im Kollegium zu stützen.
    Daher vielen Dank für diese individuellen Eindrücke!

  4. Dieser Artikel (Kommentar) sagt mir mehr als das übliche Geschimpfe und Gejammere.
    Allein schon der Stil ist ansprechend und überzeugend.

      • Liebe Redaktion,

        hab‘ gerade beim Überfliegen zufällig noch einen entscheidenden (!) Orthografie-Lapsus entdeckt: Föderalismus! (nicht Förderalismus) –
        im Abschnitt „Fazit“.

        Ansonsten, danke für’s nochmalige Einstellen der anschaulichen und sehr eindringlichen Momentaufnahme, die die Lage sehr treffend einfängt.

    • Zum vierten Mal gelesen, zum vierten Mal bei jedem Satz genickt, mich zum vierten Mal in Ihren Gedanken wiedergefunden und gefragt, wie man diesen Kommentar in die Welt hinausschreien kann.

      Zum zweiten Mal meinen tief empfundenen Dank für diese in Worte gegossene Wahrheit!

      Bleiben Sie stark und gesund!

  5. Wie beschrieben ist es, und es wird sich leider nicht viel ändern.
    Ja, Politiker vom Schlage Helmut Schmidt, Brandt, meinetwegen noch Strauß gibt es nicht mehr.
    Nur noch die, die sich nach außen stromlinienförmig geben, nach innen nur ihrem eigenen Egoismus frönen.
    @ SB
    Das hat sicher gut getan, sich das von der Seele zu schreiben. 🙂

  6. Ha, ich dachte mir schon als ich Ihren Kommentar zuerst las: „Wäre ein sauberer Artikel für sich“. Bisher habe ich nur gelesen, nie geantwortet, alleine schon um OKAs&Co keinen Anlass zu liefern. Aber nach den Kommentaren von Ihnen und der Kollegin kanndochnichtwahrsein möchte ich Sie wissen lassen, dass ich die Sachlage sehr ähnlich einschätze. Vielen Dank für Ihre Ausführungen! Es ist zumindest ein Trost nicht alleine dazustehen.

    Bleiben Sie gesund,

    Ein GS-Kollege aus BW

  7. Das alles trifft den Kern!
    Besonders wichtig diese Aussage: „Und das ist, was mich traurig macht. Dass man eigentlich wie schon seit vielen Jahren als Lehrer immer 150 Prozent gibt – und jetzt an seine Grenzen stoßt.“

    Genau das ist es:
    Wir geben immer schon viel mehr, als wir müssten, sogar mehr, als gut für uns selbst ist, seit 10 Monaten noch mal noch mehr und das ohne sichtbare Erfolge, ohne Aussicht auf Besserung oder Ende in Sicht.

    Was ich aber besonders schlimm finde:
    Wenn jetzt nicht wirklich vernünftige Maßnahmen „von oben“ kommen, die alle Beteiligten schützen, dann reicht selbst 1000%iges Engagement nicht mehr aus, die Karre aus dem Dreck zu ziehen, will heißen, die Schüler und uns selbst vor dem Virus zu schützen und gleichzeitig bestmöglich Bildung sicherzustellen….
    Dann werden all unsere Bemühungen quasi „von oben“ konterkarriert, torpediert, ad absurdum geführt, das zerstört, was wir bisher für die Schüler noch möglich gemacht haben und unser Vertrauen in die Entscheidungen der Arbeitgeber endgültig zerstört.

    Ob die Regierenden sich darüber im Klaren sind, was damit zerstört wird?
    Ob die Gesellschaft sich darüber im Klaren ist, sie sich auf unsere Leistungsbereitschaft, unser Wohlwollen, unseren Idealismus, unser „immer wieder das Beste rausholen“, unsere Phantasie, unseren Erfindungsreichtum, unsere Fähigkeit zur Mangelverwaltung uvm. verlassen hat?

    Ich frage mich:
    Was wird hier warum gegeneinander ausgespielt?
    Wer will womit welchen Pokal gewinnen?
    Worum geht es eigentlich in der ganzen Diskussion noch?
    Um die Schüler nicht, um die Lehrer und ihre Arbeitsbedingungen nicht?
    Um Infektionsgefahren geht es auch nicht mehr, fürchte ich, wenn ich den „Stufenplan“ lese…
    Ich denke, auch die KM selbst können nicht mehr ernsthaft glauben, dass es um „Bildungsgerechtigkeit“ ( – Unwort des Jahres – ) oder das Wohl der Kinder geht…

    Und noch eine große Frustquelle: Mir war es nicht möglich herauszufinden, wie wir als Lehrer, einzeln oder gemeinsam, wirksam gegen Anordnungen von oben vorgehen können, die nach unserer Einschätzung der Würde des Menschen entgegenstehen, unserer eigenen Würde als Arbeitnehmer und der Würde der Schüler und ihrer Familien.
    Vermutlich hat sich „der Staat“ da sehr wirksam gegen sein eigenes Personal abgesichert.
    Die üblichen Wege – Remonstration, Personalrat etc. – führen ins Leere!
    Ich fürchte fast, das ist ein so aussichtsloses Rechtsgebiet, dass sich auch Anwälte nicht darum kümmern wollen…

    • @kanndochnichtwahrsein

      Der obige Ausgangstext von @SB und Ihr Kommentar dazu gehören
      SOFORT

      – in die Mainstream-Nachrichten im Stundentakt (TV, Radio), aber auch in die Printmedien

      – in soziale Medien (wer da unterwegs ist: teilen)

      – in die Gehirne der politischen Entscheidungsträger
      (wo sie entweder gar nicht ankommen … oder gar nicht „ankommen“, weil sie nichts bewirken wegen Pauschal-Ignoranz gegen alles, was aus den „unteren Etagen“ kommt.)

  8. Ich möchte noch etwas anmerken:
    Ich finde gut, dass über diesen Artikel (und ein paar andere) Stimmen in die Öffentlichkeit kommen, die sagen, wie es in den Schulen ist, weil es direkt aus der Praxis kommt und einen realistischen Einblick gibt, weil die Probleme und Bedingungen genannt und nicht beschönigt werden.

    Der Zuspruch der Lehrkräfte zeigt, das viele es ebenso erleben, obwohl wir alle an verschiedenen Schulen und vermutlich in verschiedenen Bundesländern unterrichten.

    • Danke für diese wahren Worte, SB.
      Ich bin noch nicht sehr lange dabei als LK, bin mit 20J. Berufserfahrung als Direkteinsteiger hochmotiviert erst „an der Schule angekommen“ und verzweifele auch an manchen „merkwürdigen“ Dienstanweisungen oder Einstellungen von Kollegen.
      Zum Glück habe ich eine ähnlich engagierte Kollegin gefunden, mit ihr keiere ich Vor Ort Lösungen für die Schüler/Azubis. Aber die Belastungen steigen, die ruhigen Weihnachtstage waren wichtig…

  9. Danke für den Artikel. Er widerspiegelt die gesamte momentane Situation im Schulsystem und spricht eine deutliche Sprache. Schade ist nur, das trotzdem alle stillhalten und letztendlich mitmachen.

  10. @SB
    Sie schrieben: „…und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch im Dienst eigentlich nur für die uns anvertrauten Kinder da sein und ihnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden helfen.“

    Ich musste beim Lesen schmunzeln. Braucht es wirklich Ehrlichkeit, um so nett über sich selbst und die Lehrer im Allgemeinen zu sprechen?
    Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Mir gefällt Ihr Kommentar. Doch diese Floskel vom ehrlichen Sagen an unpassender Stelle fällt mir immer wieder auf, besonders bei Politikern.

    Da heißt es beispielsweise: „Ich muss ehrlich sagen, dass wir bei Corona im Vergleich zu anderen Staaten sehr gut dastehen.“ Oder: „Wir haben, ehrlich gesagt, sehr engagiert gearbeitet, um eine intelligente Lösung für das Problem … zu finden.“

    • Das ist nötig, weil einem als Lehrer diese Motivation in aller Regel nicht abgenommen wird, sondern vielfach die Annahme ist, dass Lehrer ihren Beruf der Pension wegen ausüben oder weil dort wenig Arbeitsaufwand gut entlohnt werde oder wegen der PKV usw. Dass gerade die Lehrer, die jetzt leiden, genau die sind, die sich aus einem anderen Grund reingehängt haben und genau deswegen jetzt kaputt sind, stößt vielerorts auf Zweifel. „Wenn die sich anstrengen würden, wäre Schule doch nicht so scheiße.“ höre ich da durchklingen, und abgesehen von wirrer Pandemie-„Politik“, fehlendem Personal und mangelnder Ausstattung muss man sich dann auch noch damit beschäftigen, dass die eigene Arbeit und Mühe und Anstrengung in aller Regel nicht wahrgenommen wird.

  11. Liebe/r SB,
    ein so treffender Kommentar, der das Übel an der Wurzel packt. Jeder Lehrer wird Ihnen Recht geben, denn eindrucksvoller und anschaulicher die Misere an unseren Schulen zu beschreiben, geht nicht mehr. Es handelt sich um eine mentale Körperverletzung von zig-tausenden SuS und LuL bzw. EuE.
    Wann endlich siegt der gesunde Menschenverstand über persönliche Absichen, unerträgliche Egoismen und unqualifizierte Äußerungen, wenn es um grundlegende Bedürfnisse wie die Gesundheit und die Menschenwürde geht?

    • Zu Ihren letzten 3 Zeilen: Wahrscheinlich fragen sich das auch Leute, die anders denken als Sie. Dann sind umgekehrt Sie mit der rhetorischen Frage gemeint.

      Solche Frage bringen doch nichts außer gegenseitiger Verunglimpfung. Und dann fragt sich so mancher Leser, warum es in den Diskussionen oft so ungesittet zugeht und nichts dabei rauskommt außer gegenseitiger Beschuldigung und Herabsetzung.

      Ihr Kommentar würde mir besser gefallen, wenn Sie sagten, wo Ihrer Meinung nach SB „das Übel an der Wurzel packt“, welche Aussagen Sie besonders wichtig und treffend finden, was Sie unterstreichen oder noch hinzufügen möchten.

  12. Ich wünschte mir, dass dieser Artikel bis zu unseren Kultusministern vordringen könnte.
    Vielen Dank für Ihren Mut, auszusprechen, was viele empfinden.
    Es ist so wahr, réel und autentisch.

    • Ja, unsere Einlassungen hier (ich meine die sachlichen, nicht die Empörungs- und Schimpfbeiträge) sind von der Effektivität her weitgehend für die Katz, wenn sie nicht bei Politikern und Behörden ankommen.
      Trotzdem schätze ich Beiträge, die möglichst sachlich gehalten sind, weil sie mir oft bei meiner Meinungsbildung helfen. Das tun Beiträge mit mehr Interesse am Zetern, Schimpfen und Empören nicht.

  13. Zwei Zitate:
    (1) „Ich bin für Mut, jetzt mal klar Bilanz zu ziehen und Entscheidungen zu treffen und zu sagen, wir werden dieses Schuljahr nicht normal zu Ende führen, wir werden kürzen, reduzieren, anpassen. Ich bin dafür denjenigen Betreuung anzubieten, die sie wirklich benötigen. Ich bin für Mut, auch mal auszusprechen, dass nicht jedes Kind eine Betreuung braucht.“
    (2) „Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Dienst können wir uns wenig wehren und wenn wir ehrlich sind, wollen wir doch im Dienst eigentlich nur für die uns anvertrauten Kinder da sein und ihnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden helfen. Aber trotzdem: Außerhalb darf man ruhig mal seine Stimme erheben. Schreibt euren Abgeordneten, beschwert euch bei euren Gewerkschaften und redet miteinander. Seid mutig außerhalb der sozialen Medien, dort werdet ihr nämlich am wenigsten wahrgenommen. Und bleibt stark und gesund….“
    ——————–
    Danke an SB – danke an die Redaktion für diesen hervorragenden Beitrag!
    Er macht mich sehr nachdenklich, vor allem wegen der Beobachtungen in den Kollegien und zu Elternreaktionen. Aber ich trete trotzdem dafür ein, einen Weg zu versuchen, der mir gerade durch die beiden og. Zitate erneut nahe kommt.
    Ich sehe zwischen beiden Aussagen eine Spannung, die offensichtlich sonst niemand im Forum wahrnimmt. Knapp verdichtet lese ich: MUT zur klaren Aussage, was vorläufig NICHT geht – aber solche Aussagen nur AUSSERHALB des Dienstes; und vor allem – belasst es bei WORTEN, ihnen TATEN folgen zu lassen? Unmöglich!
    Diese Spannung prägt alle Kommentare hier – und wenn ich SB recht verstehe, besteht für Magistra FURIOSA und daskanndochnichtwahrsein, die das ebenso klar formuliert haben, sowie für die Allermeisten hier so gut wie KEINE Chance auf TATSÄCHLICHE Änderungen – emotionale Entlastung kann nur durch klare – sehr notwendige – Worte gegenüber den polit. Entscheider*innen erfolgen.
    Aber da liefert SB noch einen anderen Hinweis mit Zitat
    (3) Es ist unglaublich, wie man mit den Ressourcen hier umgeht. Und dann kriegt man noch eine auf den Sack, wenn man sich übergreifend über mehrere Schulen zusammenschließt, um Probleme gemeinsam zu lösen, weil Schulämter und Obere Dienstaufsichtsbehörden nicht gut aufeinander zu sprechen sind.

    Das lese ich als DEN Weg aus der Falle heraus: „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“
    nach dem Solinger Vorbild – nun aber mit TATEN, für die dann der ganz besondere MUT aufgebracht werden muss. Das Leiden an der Situation – seit nunmehr 10 Monaten und fortdauernd – ist groß. Ich ergänze den Apell von SB so: leidet wegen der TATEN – für EUCH, für die KINDER, und für die ELTERN = „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“.

    • Der Mut wurde auch innerhalb des Dienstes aufgebracht. In persönlicher Auseinandersetzung (nicht negativ gemeint) mit Kollegen, Vorgesetzten und anderen an Schule Beteiligten, aber auch auf offiziellen Wegen, nicht zuletzt über die Personalräte. Und das fast vom ersten Tag der ersten Schließung an. Es wurden auch kreative Wege gesucht.
      Aber wir werden systematisch – ich gehe hier bewusst das Risiko ein, eine unzulässige Verallgemeinerung zu äußern, weil ich alle Signale in diese Richtung deuten sehe – ausgebremst.

      Vor Ort, vor der Klasse oder wenn die Kinder einen auf Distanz kontaktieren, kann man nicht Dienst nach Vorschrift machen.
      Natürlich will niemand, dass die Kinder dann neben allem anderen, neben ihrer Angst, auch noch unseren Unmut, unsere Überlastung, unsere Hilflosigkeit spüren müssen.
      Also tut man eben doch wieder alles, um es gut zu machen.

      Wer uns alle – Lehrer, Schüler, Familien, die Gesellschaft als Ganzes – schützen könnte, wären m.E. nur noch die Eltern, die tatsächlich wo immer möglich ihre Kinder zu Hause lassen müssten.
      Nach meiner Einschätzung werden – wenn es in NRW lediglich bei einer Aufhebung der Präsenzpflicht bleibt, wie es anklang – dann doch wieder zu viele Eltern sein, die ihre Kinder ohne wirkliche Not schicken; viele, weil sie Nachteile für die Kinder befürchten, einige wenige, weil sie wirklich keine andere Option haben.

      • @daskanndochnichtwahrsein (dkdnws) – zum ersten Mal eine direkte Antwort, das ist schon mal sehr schön.
        Sie schreiben:
        „Vor Ort, vor der Klasse oder wenn die Kinder einen auf Distanz kontaktieren, kann man nicht Dienst nach Vorschrift machen.
        Natürlich will niemand, dass die Kinder dann neben allem anderen, neben ihrer Angst, auch noch unseren Unmut, unsere Überlastung, unsere Hilflosigkeit spüren müssen.
        Also tut man eben doch wieder alles, um es gut zu machen.“
        Das kontrastiere ich mit folgendem kleinen, selbst erlebten Vorgang:
        GSchule teilt meiner Tochter mit, dass ab Wochenbeginn Präsenzpflicht ausgesetzt ist – aber L bittet eindringlich, die Kinder den nächsten Montag zu bringen, damit sie „verabschiedet“ werden könnten. Weil aber in der Schule aktuell Quarantänefälle bestehen, sieht sich Tochter in der Klemme: das Infektionsrisiko für Kind, íhren älteren Bruder, sich selbst – und die 4 Großeltern, 2 im selben Haus, 2 in derselben Stadt auf der einen Seite, UND die Enttäuschung ihrer kleinen Tochter, nicht dabei sein zu dürfen, auf der anderen Seite.
        Ihre Haltung, werte dkdnws hat diesen Konflikt begünstigt – verursacht hat ihn das Virus. Aber wenn das nicht wirklich ernst genommen wird, weil es um die Klassengemeinschaft geht – um eine sehr wichtige, aber PANDEMIE-unabhängige pädag. Situation – gibt es jetzt zusätzlich Dissens mit den Müttern, denen die Gesundheit ihrer Familie am Herzen liegt.
        Und?
        Der Schlüssel ist mE Ihre Schutzhaltung gegenüber den Kindern – nicht als solche, sondern in der PANDEMIEsituation und im Ausmaß. Das Virus nehmen Sie ernst – aber Sie unterschätzen die Kinder und ihre Verständnisfähigkeiten dafür, was die g e m e i n s a m e Lage ist. Kinder sind Teil davon, sie brauchen kindgemäße Begleitung, was Schutz einschließt – aber die Klarsichthülle ist kontraproduktiv.
        Und nun zurück zum „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“:
        Kinder sind die ersten, die verstehen, was und warum es derzeit NICHT geht. SB wie auch Sie selber haben diejenigen benannt, die sich partout sperren. Also bleibt die beschriebene Wahl, wofür das Leiden gut sein soll…
        Oder Sie stehen es durch wie bisher – und beteiligen sich nach dem letzten Impftag in D an einer systematischen Analyse der ganzen Geschehnisse, wie auch an der Formulierung von Vorbereitungsplanungen für eine nächste Pandemie. Der Ansatz „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“ wird eine wesentliche Rolle spielen – bei Beidem….

  14. Ich bin absolut dafür, dass die Lehrer geschützt werden und die Schulen geschlossen bleiben.

    Hoffentlich können sie ihre Kinder dann auch weiterhin im Kindergarten betreuen lassen. Immerhin nüssen sie ja weiterhin im Homeoffice arbeiten.

  15. Vor Jahren hab ich mir vorgenommen Lehrer zu werden.
    Nach 3 Jahren Studium bin ich froh diesen Wunsch aufgegeben zu haben. An der Uni lernt man nichts als die tollsten und realitätsfremdesten Konzepte kennen und nach der Uni lernt man, dass alles egal ist außer Zahlen und Fließbandabfertigung.

    Das ganze System wird von einer Handvoll Lehrer mit einer Berufung zur Profession getragen während Beamtenstatus-Geier und Politiker ihr Bestes geben absolut nichts zu tun.

    Alles um die Pandemie hat mich nur in meiner Entscheidung bestärkt kein Teil dieses Systems zu werden.

  16. Danke für diesen Beitrag. So isses!
    Was für mich noch unverständlich hinzukommt (ich bin Lehrerin an einer Berufsschule in NRW), ist, dass die Ärzte, hauptsächlich Kinderärzte, zu denen die Schüler gehen, falls Sie selbst mögliche Symptome einer Covid-19 Infektion aufweisen, keinen Test durchführen. Auch nicht dann, wenn diese Schüler als Kontaktperson 1 gelten und sogar noch Symptome haben. Langsam muss sich doch auch bei diesen Medizinern herumgesprochen haben, dass Jugendliche und junge Erwachsene genauso infektiös sind, wie wir Erwachsenen. Es wird immer noch viel zu wenig getestet. Fahrlässig das alles!!!

  17. Mir gefällt der Kommentar von @lehrer002, wenn er schreibt:

    „Gerade im Lehrerzimmer kommen unterschiedlichste Kollegen zusammen,die ohnehin unterschiedlichste Meinungen haben, gerade aber auch jetzt in Zeiten der Corona-Politik. Und gerade deshalb ist es aktuell wichtig, sich gegenseitig im Kollegium zu stützen.“

    Es haben eben auch in den Lehrerkollegien nicht alle die gleichen Ängste und Forderungen, wie es der Artikel von SB suggeriert. Da ist das mit dem gegenseitigen Stützen mitunter schwierig. Wichtig scheint mir vor allem der Respekt vor der Meinung (und den Ängsten) des anderen und der Respekt der Regeln, die erlassen wurden.

    • Liebe(r) Gnitterpott,

      sehr ich auch so.

      Ist leider die (Lebens)realität, auch wenn man meint, in einer so außergewöhlichen und gefährlichen Situation wie eine Pandemie würden sich die Menschen eines Bessern besinnen.

      Auch ein Lehrerzimmer ist halt ein Abbild der gesamtgesellschaftlichen Wirklichkeit, zeigt einen Querschnitt der Gesellschaft.

      Doch die MitgliederInnen der Schulleitungen dürfen nicht müde werden, die Einhaltung der Regeln kompromisslos einzufordern und auch die soziale (Binnen)kontrolle darf eigentlich nicht resigniert und überlastet die Segel streichen.

      „Respekt“ vor den Ängsten, „Respekt“ vor den Gefahren des Virus, „Respekt“ vor dem Mitmenschen – der KollegIn im „gemeinsamen Boot Schulgemeinschaft“!

      Höfliche, unermüdliche Appelle – mit viel pädagogischem Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis! – erweisen sich vielleicht durchaus auch bei einigen hartnäckig „beratungeresistenten“ KollegInnen als zielführend.

      Falls man dafür irgendwie noch die Kraft aufbringen kann.

      Man braucht jedoch wirklich einen sehr langen Atem – genau wie bei den Kindern und Jugendlichen.

  18. Selten bin ich als Schüler mir so einig mit einer Lehrkraft. Dieser Klartext war dringend nötig und trifft den Nagel auf den Kopf.

    Chapeau!

  19. Ein wirklich guter Artikel. Leider wird ihn wohl keiner der KultusministerInnen lesen (wollen).
    Nicht nur die Impfung, auch Bildung muss dringend zur KanzlerInnensache werden. Ein Zentralabitur und ein föderales Bildungssystem passen schon nicht zusammen und mit dem jetzigen Schulchaos durch die Pandemie hat sich der Föderalismus endgültig disqualifiziert. Wie viel Geld hat Deutschland denn um es für hunderte verschiedene Insellösungen in Sachen Unterrichtsdigitalisierung auszugeben? Einmal eine vernünftige Lösung entwerfen/bauen lassen/erwerben und nicht durch jeden Kultusminister, Senator und Schulleiter das Rad neu erfinden lassen! Dieser Overhead wäre in der freien Wirtschaft einfach undenkbar.

  20. Der Artikel ist sehr gut aber auch sehr traurig zugleich und zeigt, das die Ergebnisse der Pisa-Studien der Realität entsprechen und auf Versagen der Politik beruhen.
    Das die Politik realitätsfremd agiert ist ja nichts neues.
    Eine Arschtritt an alle Lehrer und Eltern ist das. Wertschätzung für die Arbeit der Lehrer scheint es in den Kultusministerien und in Berlin nicht zu geben.
    Ich bin kein Lehrer, aber Papa einer 10 Jährigen Tochter, dessen Zukunft gerade von den Verantwortlichen komplett versaut wird und deren Generation diese Schulden in Zukunft bezahlen soll.

    Ich darf meine Familie nicht treffen, aber Herr Lauterbach und Co. springen jeden Tag in einer anderen Sendung herum (Wasser predigen und Wein saufen). Unsere Kinder dürfen nicht in die Schule, aber wir impfen +90jährige Demenzkranke, die den Willen zur Impfung nicht mehr selbstständig erklären können.

    Angeblich sind Kitas- und Schulen infektionstreiber und angeblich tragen die Kinder das Virus in die Familien und somit wieder in die Gesellschaft. Nun sind die Schulen ja seit längerem zu und bleiben es auch, aber die Infektions- und Todeszahlen gehen nicht runter.

    Ich stelle mal ein Behauptung auf, die mit Sicherheit die Zahlen drückt, aber an die sich die Politik nicht ran traut und dadurch weitere viele Tote zu verantworten hat.

    1. Es werden alle Betriebe für mind. 4 Wochen geschlossen, die nicht für den Erhalt unserers System notwendig sind (also Automobilhersteller, Baubranche, Versicherungen, Metallverarbeitung, Live-Fernsehsendungen, etc.) oder andersherum: nur Unternehmen die der Versorgung des täglilchen Bedarfs dienen, dürfen produzieren und öffnen (Medikamente, Strom erzeugen, Telefon, Internet), die MA die dort in der Verwaltung sitzen, müssen in Homeoffice arbeiten.
    2. Einführung eines Gesetz zur Pflicht zum Homeoffice solange die Pandemie andauert
    3. Die Grenzen werden geschlossen und zwar für alle, nur LKWs zur Aufrechterhaltung der Lieferketten dürfen, nach durchgeführtem negativen Corona-Test, einreisen.
    4. Die Politik geht mit guten Beispiel voran und reduziert Ihre Kontakte auch sofort und alle Sitzungen werden nur noch digital abgehalten.
    5. In diesen 4 Wochen sollten 50% der weiteren Bevölkerung geiimpft werden

    Ich bin weder QD, Leugner, Impfgegner oder verharmloser des Virus.
    Aber ich bin gegen diese nun fast ein Jahr lang andauernde planlose Politik.
    Wenn Kontakte reduziert werden müssen, dann überall, von Politik, Wirtschaft, Industrie, etc. und nicht nur von Privatpersonen! Wo bleibt die Solidarität in der Politik??? Wer aber keine finanziellen Einbußen hat und auch nicht um den Job fürchten muss, dem fällt es Leicht solche Maßnahmen anzuordnen.

    In diesem Sinne bleibt alle Gesund und unterstützt Eure Kinder und deren Lehrer!

  21. Das Ziel der Reaktion auf die aktuelle Infektlage war und ist immer die bestmögliche Lösung für den Moment zu finden, nicht sich für einen Fortbestand dieser Pandemie oder die Ankunft einer weitteren zu rüsten.

    Natürlich werden alle Länder und Kommunen, Kirchen und private Investoren bei der Konzeption neuer Versammlungs-, Veranstaltngs- und Schulungsörtlichkeiten absofort auch pandemietaugliche Vorkehrungen einplanen, aber das war sicher nicht das Ziel der aktuellen Planung.
    Die Fälle in China tauchten auf, da dachte noch keiner daran, dass das Virus den Weg zu uns findet, und wenn doch, dann in geringem Maße.
    Als es dann da war und sich in Ischgl und Heinsberg plötzlich breitmachte, war man schon besorgter, aber hielt es dennoch kontrollierbar.
    Vor bzw. nach Ostern dann der erste Lockdown, man erkannte, dass die Pandemie doch stärker durchschlug als gedacht.
    Dann kam Pfingsten und der Sommer. Die Zahlen gingen zurück… Warum also jetzt noch investieren, wenn die Pandemie besiegt schien? Die bestehenden Corona-Regeln sollten reichen.
    Dann im Oktober nur ansteigende Zahlen bis heute… Das kam völlig überraschend.

    Ich mache niemandem einen Vorwurf, dass wir heute an dem Punkt sind, an dem wir sind. Erst recht nicht der Regierung, die an einem ganz anderen Rädchen drehen muss und kann als die Schulen unmittelbar betrifft.
    Die Entscheidung über bauliche Maßnahmen an Schulen fällt der Schulträger.
    Mit dem Wissen von heute hätte man damals sicher anders entschieden, aber das ist müßig, ihnen vorzuwerfen.

    Wir werden eine ganze Generation von Schülern haben, die in dieser Pandemie mit untergehen werden, sicher. Es lässt sich aber nur abmildern, nicht verhindern… Und man wird eines Tages in den Geschichtsbüchern nur lesen:“… hat x Todesopfer gefordert.“

  22. Ich finde den Artikel einfach gut. Die Ministerien, egal welches es ist, arbeiten an der Wirklichkeit vorbei.
    Meine Tochter besucht die 11. Klasse und geht somit in Sachsen ab morgen wieder in die Schule. Es werden Corona-Tests angeboten – freiwillige! Welchen Sinn macht das?! Die die sicht nicht testen lassen und infiziert sind und keine Symptome haben, können alle anderen anstecken. Das macht keinen Sinn – entweder Pflicht oder sein lassen. Genauso die Tatsache mit den Kontaktbeschränkungen: wir dürfen den ÖPNV benutzen, wir dürfen einkaufen und auf Arbeit, aber privat uns nur mit einer Person treffen, die nicht zum Haushalt gehört?! Was macht das für einen Sinn? Die Person lebt doch nicht getrennt von den anderen Haushaltsmitgliedern ihres Haushalts. Eine irrsinige Regelung also.
    Oder auch genauso irrsinnig ist auch die Tatsache, dass die Abschlussklassen wieder in die Schulen sollen und Privatkontakte aber weiter eingeschränkt werden sollen. Das Virus macht doch keinen Bogen um die Schulen!! Was denken die Politiker denn?!
    Auch die Aussagen, die Leute sollen nach Möglichkeit Home-Office machen. Realitätsfremd – die Infrastruktur des Landes gibt es gar nicht her, vor allem im ländlichen Bereich. Warum brechen denn immer wieder Server zusammen oder fallen Internet / Telefon gelegentlich um nicht zu sagen immer häufiger aus? Weil die Infrastruktur zu schwach ist. Man redet von Digitalisierung und E-Autos und bekommt es in einem hochentwickelten Land wie unserem nicht auf die Reihe innerhalb kurzer Zeit die Infrastruktur zu schaffen. Im Gegenteil man redet nur davon und lobt sich selber aber es passiert nix und wenn dann nur im Schneckentempo.
    Liebe PolitikerInnen macht endlich die Augen auf und schaut auf die Realität und nicht auf irgendwelche Statistiken und an den Haaren herbeigezogenen Zahlen.
    Wer hat denn in den letzten Jahren Polizei / Lehrer etc. abgebaut. Krankenhäuser privatisiert usw. Das wart IHR und nicht der kleine Bürger. Und an wem lasst ihr es jetzt aus, wo all das gebraucht wird?! An dem kleinen Bürger, den kleinen Gewerbetreibenden… an denen die ihr vorgebt schützen zu wollen, mit Regeln und Verordnungen die keinen wirklichen Sinn ergeben.
    Und warum!? … Die Frage kann sich jeder selbst beantworten, den jeder wird dazu sein eigenes Bild haben. Aber Sinn ergibt es in der derzeitigen Zeit nicht, die Regierung ist derzeit ein unfähig. Wir alle können uns infizieren und wir alle müssen arbeiteum Geld zu verdienen.
    Aber dann bitte unter anständigen, sinnvollen und vor allem nachvollziehbaren, für alle gleiche und umsetzbare Regeln. Es darf keiner bevorteilt und benachteiligt werden. Momentan ist es ANDERS.
    Abschlussklassen und Lehrer dürfen sich infizieren. Vor-Ort-Arbeitnehmer dürfen sich infizieren. Jeder darf einkaufen – sich also infizieren. Aber die Bürger sind wegen Nicht-Einhaltung der Regeln schuld. -> nein sind sie NICHT. Sondern die unüberlegten und teilweise vollkommen idiotischen Regel wie freiweilige Tests von Schülern. Gejammer wegen angeblich zu hoher Kosten von Massentests aber andererseits sinnloser Unterstützung von Grosskonzernen (Ich nenne keine Namen). Kompromisse zwischen Wirtscharftlichkeit und Einschränkungen – das Virus fragt nicht nach Wirtschaftlichkeit!!! Es kann jeden befallen!!!

  23. Alles richtig. die Kommentare von den Kultusministern Kann man schon nicht mehr hören, und die Regeln versteht auch kein Mensch , Stichwort
    ueberfüllte Schulbusse, Klassen mit 30 Schülern, offene Fenster, so dass man Nierenbeckenentzündungen
    bekommt, obgleich Schulunterricht sehr wohl im Wechsel mit online statt finden könnte.
    Ich habe einen Enkel, 13 Jahre alt,
    Quinta in einem Gymnasium in Schleswig Holstein.
    Man kann auch Unterricht in Turnhallen machen, in leeren Museen , in Frankfurt zahlreich vorhanden .
    Ganze beheizbare Hallen stehen leer .
    In Frankfurt die Messe.
    Schwimmbäder auch.
    In Bad Homburg würde sich der Ausstellungsraum Englische Kirche anbieten, die Stadtbibliothek ,generell überall auch Bürgerhäuser , gibt’s allein in der kleinen Stadt Bad Homburg einige , auch hier 3 Jugendhäuser .
    Der platte Kommentar eines Lesers war nicht o.k.
    Aber denken die Lehrer auch mal an andere Arbeitenden oder Menschen, die ihre Arbeit verloren haben.
    Denken sie auch einmal an sehr gut ausgebildete , am Anfang steht sogar das Abitur , eine lange Ausbildung , eine selbst zu zahlenden Meisterausbildung , selbst zu zahlenden Restaurierter Ausbildung ,
    dann viele selbst zu zahlenden Weiterbildungen , ausser Stipendien .
    Nämlich zum Beispiel an einen
    Stuckateurmeister , der Solounternehmer ist , auf Baustellen,
    meist Altbauvillen oder Altbau Mehrfamilienhaeusern (by the way: Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen , unsaniert Kosten in Millionenhöhe) , wo eben auch andere Gewerke sind,
    wo in Coronazeiten!!!! KEINE Masken getragen werden „Masken , was ist das??“
    Wo die Architekten zwar selbst mit einer Maske kommen, aber nichts monieren , irgendwo hängt im DIN A 5
    Format ein Aushang….
    Und man kann es sich trotzdem nicht leisten , dann den Auftrag nicht auszuführen. …
    Die BG Bau schreibt zwar in Innenräumen Masken vor, wird aber ausser evtl bei Grossbaustellen
    nur tätig , wenn Anzeige erstattet wird.
    Eine Anzeige zu erstatten, kann man sich als Solounternehmer und Stuckateurmeister nicht leisten , denn dann wüsste man ja sofort , WER die Anzeige erstattet hat…
    Beste Grüße Risikopatientin

    (keine Beamtin , musste bis zum 73igsten Lebensjahr MIT Mamma Ca
    arbeiten, hat viel Spass gemacht, nur mit jungen Menschen in einer Werbeagentur. Dann kam der Blasenkrebs ! Jetzt muss trotz Corona eine weitere OP gemacht werden , und die Krankenhausverwaltung sagt nicht, ob alles Personal geimpft ist.
    Und ob top wurden die Risikopatienten
    nicht zuerst geimpft, ich auch nicht .

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