Neun von zehn Lehrern klagen über hohe Belastung im Distanzunterricht

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MÜNCHEN. 91 Prozent der Gymnasial- und Oberschullehrer in Bayern empfinden wegen des Distanzunterrichts in der Corona-Krise eine höhere Arbeitsbelastung als in normalen Zeiten. Das geht aus einer am Freitag vom bayerischen Philologenverband (bpv) vorgestellten Umfrage unter rund 2000 Mitgliedern an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen hervor. Demnach gaben 95 Prozent der Lehrkräfte an, dass die Vermittlung von Lerninhalten, die Sicherung der Lernerfolge und ihre Überprüfung mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden seien.

Viele Lehrkräfte unterrichten von zu Hause aus mit ihren privaten Geräten. Foto: Shutterstock

Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) erklärten zudem, die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit belaste sie, mehr als die Hälfte (55 Prozent) nannten die aktuelle Ungewissheit und 41 Prozent die technischen Schwierigkeiten als Probleme im Schulalltag. «Niemand mag den Distanzunterricht, weder Lehrer noch Schüler noch Eltern. Aber es ist die einzige Notlösung, die wir haben», sagte Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv. Er betonte zugleich, er wolle den Distanzunterricht nicht schlechtreden, zumal sich die Situation auch im Vergleich zum Distanzunterricht im Frühjahr 2020 insgesamt schon verbessert habe.

Dass nach den Ferien das befürchtete bayernweite Chaos im Distanzunterricht ausgeblieben sei, liege am hohen Engagement der Lehrkräfte. 94 Prozent der befragten Lehrkräfte nutzten private Hardware, 79 Prozent hätten sich für den Distanzunterricht gar zusätzlich privat Hardware oder Software angeschafft. «Lehrer erfüllen den staatlichen Bildungsauftrag mit privaten Geräten über private Internetleitungen in privaten Räumen», sagte Schwägerl.

Für große Unsicherheit sorgt unter den Lehrern auch der Datenschutz. Es könne nicht sein, dass sich etwa Schüler mit Verweis auf ihre Rechte anonym am Unterricht beteiligen oder gar die Teilnahme an Videokonferenzen verweigern, aber die Lehrer immer in Bild und Ton übertragen sollten, sagte Schwägerl. 70 Prozent der Lehrer sähen datenschutzrechtliche Fragen noch immer unzureichend geklärt. dpa

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45 KOMMENTARE

  1. Ich gehöre damit zur Minderheit. Heute Feedback mit meinem 3. Lehrjahr Anlagenmechaniker gemacht. Schüler und ich (BS-Lehrer) können sehr gut mit elearning leben. Das böse Teams und onenote laufen problemlos und ich bin sehr sehr froh nicht mit 32 Mann in einem Raum sein zu müssen!

    • Das böse Teams habe ich auch. Läuft, leider wollen aber dies die Kultusminister nicht. Bei uns nicht datenschutzkonform. Trotzdem Abiturienten in Präsenz – ohne Abstand, Maske ja und natürlich lüften. Super Konzept. Bin zur Präsenz gezwungen. Danke für meinen Arbeitsschutz!

  2. Der Dudtanzunterricht läuft, weil Lehrerinnen und Lehrer über sich hinauswachsen und im unermüdlichen Einsatz das Unmöglich möglich machen.
    Bitte noch dazuschreiben, dass alles von Lehrerinnen und Lehrer in Eigenregie auf die Beine gestellt wurde. Die Plattformen, die Padlets,die Tablets…also wir haben so gut wie nichts vom Ministerium bereitgestellt bekommen.

    • Müssten LehrerInnen mit den Werkzeugen arbeiten, die ihnen ihr Arbeitgeber zur Verfügung stellt, würden Arbeitsblätter mit der Post verschickt. Das Porto müssten die LehrerInnen bestimmt dann noch selbst zahlen.

  3. Da kann ich nur zustimmen, ich bin Ausbilder in einer Firma mit 60 Azubis und 20 Studenten. Ich muss sagen, bei den Lehrern, die schon seit jeher engagiert sind, läuft der Unterricht online bestens. Die Azubis sind während den Schultagen in verträglichen Gruppen (4 verschiedene Ausbildungsberufe) in den Schulungsräumen verteilt und verfolgen den Unterricht via AppleTV. Das funktioniert einwandfrei. Bei den anderen Lehrern herrscht Funkstille und sind wie im Frühjahr auch unerreichbar, da nützt auch die Schulemail nicht. Bei denen wurde nicht Mal der Stoff von Frühjahr nachgeholt. Richtig bewundernswert ist der Lehrer, der für ALLE Schüler an einer Schule (ca. 900) die Zugänge verwaltet. Es kann sich ja jeder vorstellen wieviele Passworte täglich rückgesetzt werden müssen und das neben dem Unterricht her. Da ziehe ich den Hut. Mir reicht es schon die Firmenhandys und Laptops unserer Azubis zu verwalten und die sind alle auf Zack. Das Geld der verschwundenen Lehrer sollte zurückgefordert werden und den Überfliegern gegeben werden. Würde ich meine Arbeit verweigern, könnte ich ziemlich schnell die Firma verlassen. Zu Recht!

    • Das Geld der verschwunden Lehrer sollte den Eltern gegeben werden die mit KUG zuhause sitzen und den Stoff vermitteln müssen….

  4. Was versteht man denn in Bayern unter einer Oberschule? Ich dachte, die Hauptschulen heißen dort Mittelschulen. In den meisten Bundesländern ist eine Oberschule aber eine Hauptschule oder eine HR-Schule. Etwas verwirrend…

    • Bei den z.B. Beruflichen Oberschulen handelt es sich um die Fachoberschule und Berufsoberschule. Kurz gesagt, Schulen, mit dem Ziel des Abiturs für die Schüler*innen. Es ist die Schule nach der Realsschule, Mittelschule (M10), Hauptschule (M10), Wirtschaftsschule oder abgeschlossener Ausbildung … oder was es sonst noch gibt.

      Und das schöne daran ist, dass 70% der Schüler in dieser Schulen sich in der Regel immer im Abschußjahrgang befinden.

    • ja, das heißt überall anders. In der Pfalz war vor 30 Jahren noch „Oberschule“ ganz synonym zu „Gymnasium“. Vielleicht wurde der neue Name für Hauptschulen absichtlich gewählt. Der Glaube, dass Dinge hochwertiger werden, wenn man schöne Namen dafür wählt, hält sich.

  5. Ich hoffe nur, dass all das nicht als Vorwand benutzt wird, um wieder Präsenzunterricht ohne Gesundheitsschutz zu fordern.

    Schuld sind die KM: Es war mehr als genug Zeit, das alles vorzubereiten. Man hätte nur statt ewiger Märchenerzählerei und dem Beharren auf einem vollkommen abwegigen Plan auch noch einen Plan B und einen Plan C aufstellen und vorbereiten müssen.

    • @Jan aus H
      Genau das ist auch meine Befürchtung beim Lesen des Artikels gewesen – der Schrei nach Präsenzunterricht.

      Ja, ich bin auch doppelt und dreifach mehr belastet – aber auch etwas geschützter als im Märchenland unserer KuMis.

      Ich habe zwischendurch immer mal wieder Präsenzunterricht. Zusammen mit der Fahrerei kostet das bis zu vier/fünf Zeitstunden, die mir dann für Homeschooling fehlen, doch das nehme ich gerne hin, denn ich bin endlich etwas geschützt.

      Dem einen oder anderen bringe ich das Material vorbei – in den Briefkasten, mit Abstand ein Gespräch, denn so bin ich geschützt.

      Natürlich kostet auch das Homeschoolingzeit, aber ich bin geschützt.

    • Wieder Mal ein FIDK Troll.
      Die Argumente sind wie immer bestechend.
      Ich kenne nur Eltern und Kinder, die kein Problem damit haben.

  6. Hier bevorzugen auch alle deutlich den Distanzunterricht vor kalten Klassenräumen wo ständig der Atem in der Maske kondensiert und irgendjemand hustet

  7. Ich habe selbst bei dieser Umfrage des bpv mitgemacht. Allerdings finde ich die Überschrift etwas unglücklich gewählt, es handelt sich ja um die Ergebnisse einer Umfrage, wo gezielt nach der Belastung, den Umständen und Sorgen gefragt wurde. Das „klagen“ in der Überschrift klingt gleich wieder so, als würden Lehrer ständig nur jammern – es wundert mich eigentlich, dass hier nicht schon wieder ein entsprechender Kommentar steht…

  8. Die Arbeitsbelastung empfinde ich auch als höher, sie wird aber demnächst garantiert noch schlimmer und gleichzeitig wird die Qualität des Distanzunterrichts erheblich schlechter werden.
    Ich würde nämlich gerade informiert, dass 10 meiner Stunden bald im Wechselunterricht stattfinden sollen, da man sich entschieden hat die Stufe 1 der Schulform BÜA in Hessen als Abschlussklasse zu betrachten, nur weil ein paar wenige dort noch eine Prüfung schreiben können die dem Hauptschulabschluss gleichgestellt wird. Dass es auch eine Stufe 2 gibt und das eigentlich damit keine. Abschlussklasse ist ist Nebensache….
    Alle Stunden im Stundenplan sind wild gemischt. Für 10 Stunden werden ich und viele anderen Kollegen dann die volle Stundentafel ij der Schule abdecken müssen und die übrigen Stunden dann eben per Video von dort machen müssen. Abnehmbare Technik für Distanzunterricht gibt es in der Schule zwar nicht, aber das interessiert keinen.

  9. Ich komme nicht aus Bayern, sondern aus NRW. Ich habe mal die Stunden gezählt, die ich aktuell arbeite und dies mit den Zeiten vor dem Diszanzlernen verglichen. Es kommt auf +/- 0 heraus, zumindest bei mir. Ein hoher Arbeitsaufwand ist die Korrektur der eingereichten Schüleraufgaben. Ansonsten nehme ich (abgesehen von Klassenarbeiten) nicht ständig alle Schülertexte mit nach Hause, um sie zu korrigieren. Dafür gibt es weniger außerunterrichtliche Verpflichtungen und man ist nicht dauernd mit der Klärung von Fehlverhalten seitens der Sus beschäftigt. Die Verschmelzung von Arbeits- und Freizeit nehme ich nicht als belastend wahr. Das konnte man sowieso noch nie klar abgrenzen. Ab 16.00 ist bei mir Schluss und dann ist der Laptop auch aus. Wie vor dem Distanzunterricht auch, arbeite ich auch am Wochenende und teile es mir passend ein.
    Meine Schule arbeitet ebenfalls mit Teams und das läuft sehr gut, auch die Online-Stunden. Ich muss sagen, ich genieße es, meine Sus wenigstens auf diese Weise sehen und hören zu können. Datenschutz, ja, das ist so eine Sache… Ich möchte auch nicht gerne aufgezeichnet werden, ich vertraue da einfach auf meine Sus, etwas anderes bleibt mir nicht übrig…
    Im Ernst, selbst wenn ich jetzt wesentlich mehr Arbeit zu leisten hätte, wäre es mir tausend Mal lieber, als bei den Temperaturen mit offenen Fenstern in der Schule zu sein. Nach dem Stoßlüften ging die Temperatur nämlich nicht wieder so schnell hoch! Und das Risiko im Präsenzunterricht, sich eventuell mit Corona zu infizieren, habe ich nach mehreren Coronafällen an unserer Schule und einer erlebten Quarantäne von 12 Tagen als durchaus gravierend und sehr belastend empfunden.

  10. Ich finde die Lehrer haben weniger zu tun das machen doch die Eltern und Kinder und die Lehrer bekommen trotzdem volles Gehalt

    • So, so, SIE finden das. Woher nehmen Sie die Erkenntnis?
      Ich habe auch Kinder daheim. Deren Unterricht machen aber deren Lehrer, nicht ich. Logisch bekommen sie dann ihr Gehalt.

    • Wie sieht denn Ihre Unterrichtsplanung nach Kerncurriculum und Ihre Materialbeschaffung so aus? Und wenn Sie das doch so gut können, warum ergreifen Sie diesen sagenhaft bezahlten Beruf nicht einfach. Sie könnten auch gleich Schulleiterin werden. Da gibt es ganz viele vakante Stellen.

    • Das ist ja ein hexiges Kommentar… Dann müsste ich als Teilzeit Lehrer drauf zahlen. Seltsamerweise hatte ich die letzten Wochen 40 Stunden nur für Schule gearbeitet, obwohl ich mit der Teilzeit nur für 28 bezahlt werde. Und trotzdem noch eigene Kinder mal eben mit beschult, wie Sie, ‚Hexe‘, und den Haushalt geschmissen… Lehrer haben selber ja keine Familie und sind in der gleichen Situation,sje haben morgens recht und mittags frei. Wie mich diese Vorurteile ank… Wie viel Geld bekommt man eigentlich fürs Lehrerbashing?

    • Liebe Hexe, woher nehmen Sie denn diese Erkenntnis? Ich brauche mit Vor- und Nachbereitung mit einer inklusiv geschulten Förderschülerin (GE) in Videokonferenz inclusive Gerätabstürze für 45 min. netto ca. 120 Minuten. Außerdem passt auch bei präziser Planung nicht immer alles, was man im Präsenzunterricht blitzschnell ändern kann. Wenn ich davon 25 Wochenstunden unterbringe, bin ich am Freitag reif für der Klappse, denn das ist wahnsinnig anstrengend. Und nebenbei schreibe ich noch meine Gutachten. Aber, na ja warum sollte ich dafür auch noch mein Gehalt kriegen ist ja fast wie Ferien- bin ja Zuhause. Ich bin 62 Jahre alt, Risikogruppe und 35 Jahre im Dienst, ich weiß wovon ich rede und dafür will ich auch bezahlt werden. Unverschämt von mir?

    • Ernsthaft? Ich habe heute das lernpaket für meinen Sohn abgeholt. 2 Klasse. Super vorbereitet. Er hat eine Videokonferenz, seine Aufgaben werden korrigiert und er bekommt ein Feedback.sie stellt eigene Videos für Inputs online. Die Lehrerin ist in der notbetreuung an zwei Tagen eingeteilt.
      Ich bin natürlich mehr gefordert im homeoffice aber sie macht einen super Job .

  11. Über diese oder jene Zustände zu jammern ist in jedem Fall kontraproduktiv. Was uns bleibt, ist einzig und allein zu versuchen, das Beste herauszuholen, trotz allem optimal zu unterrichten und dadurch viele Krankheiten zu verhindern. Vor allem die Infektions Verhinderung wird uns in den Klassenzimmern, so wie die Kultusministerien den Unterricht dort sehen, nicht gelingen- mit Lüften, Masken und viel zu viel Menschen in einem Raum.

    Leider ist es unmöglich, sich mit Handy Unterricht, weil zu Hause Endgeräte und Netzwerkverbindungen fehlen, sich nur halbwegs an normale Unterrichtszeiten zuhalten. Das bedeutet, genauso wie von März bis Mai, sehr lange Arbeitszeiten, teilweise von 8 Uhr früh bis in den Abend hinein. Leider kommt dadurch die eigene Familie viel zu kurz, den eigenen Kindern kann man somit kaum helfen und Freizeit wird fast zum Fremdwort. Ich beneide Kollegen, die echten online Unterricht machen können und deren Schüler gute Endgeräte und vielleicht sogar Drucker/Scanner zu Hause haben! Aber das ist typisch für Deutschland, obwohl ja momentan Schüler mit Lernschwierigkeiten und häuslichen Problemen argumentativ in den Vordergrund gerückt werden, dass genau diese Schüler und mit ihnen deren Schulen, erst als letzte gefördert werden, wenn Geld in die Hand genommen werden müsste.
    Weitaus billiger ist es, fahrlässige Anweisungen zu verstreuen und den Kollegen am Ende der ministeriellen Dienstanweisungen, sogar handschriftlich (!) mitzuteilen, wie sehr man doch ihre Arbeit schätze, so wie es die Kultusministerin (BW) seit Beginn der Pandemie gemacht hat.
    Aber, wie gesagt, jammern hilft nichts!
    Wir müssen da durch und das sollte jeder so gut tun, oder zumindest versuchen, wie er es eben kann. Dienst nach Vorschrift, oder nach Deputat, hilft keinem, wenn technische Voraussetzungen fehlen! Leider wird man dabei auch an die Grenzen des Erträglichen und auch der Gesundheit getrieben. An dieser Stelle muss man natürlich die Notbremse ziehen- aber wer hilft, wenn viel zu wenig Kollegen ( schon zu normal Zeiten) an der Schule sind? Leider verweigert sich auch hier wieder die Kultusverwaltung, so wie ich es sehe in allen Ländern!

  12. Jetzt, wo Lehrer und Schüler eine Struktur gefunden haben, der Online-Unterricht super läuft und die Abiturienten motiviert sind, das Abitur erfolgreich abzulegen, jetzt kommt wieder ein schlauer Quatscher um die Ecke und bringt alles durcheinander. Abitur/Abschlüsse müssen geschrieben werden, alles gut. Aber ob es nötig ist, vorher noch ein- oder mehrmals Klassen in Quarantäne zu schicken (hatten wir schon), oder ob jede Schulaufgabe durchgedrückt werden muss, bezweifle ich. Statt Druck rauszunehmen (macht euch keine Sorgen, JEDER darf das Abi / die Prüfung mitschreiben, aber gebt euch Mühe, sonst geht was schief!) wird zur Angst, nicht gut vorbereitet zu sein, auch noch zusätzlich Druck aufgebaut bzgl. anstehender (bis jetzt viel zu viel versäumter) Schulaufgaben, stundenlangem Maske tragen, anstrengender Fahrt in Bahn und Bus u.s.w. Völlig realitätsfern. Herr Söder, ich bin entsetzt, wie jemand der selbst Kinder hat, solche Entscheidungen treffen kann. Danke den profilierungssüchtigen, weltfremden Politikern. Aber die nächste Wahl kommt bestimmt.

  13. Was ich vergessen habe: die Lehrer meiner jüngsten Tochter geben sich wirklich Mühe, die sind TOP (bis auf wenige Ausnahmen, aber die kennt man auch im Präsenzunterricht :-)). Bis spät in den Abend kommunizieren Lehrer mit Schülern, die Schüler/innen bekommen viel Hilfe und Unterstützung. Bin gespannt wie das wird, wenn die Risikopatienten unter den Lehrern im Präsenzunterricht fehlen, die jungen Leute in der Pause die Köpfe zusammen stecken und dann selbst wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Bitte, liebe Lehrer und Schulleiter, lasst euch was einfallen!!! Ich bin – weil geduldig jeden Lockdown durchgehalten und unseren Alltag trotzdem am Laufen gehalten – am Ende. Und Angst vor Corona habe ich auch.

  14. Unser Online Unterricht läuft prima!
    Die Belastung ist aber sehr hoch, dass stimmt.
    Was aber extrem verschärfend auf die Belastung der Lehrer wirkt, ist aus meiner Sicht, dass die Ministerien bei der Verwaltung um keinen Millimeter zurück rudern.
    Zeugnisse und Zeugniskonferenzen, genau wie immer.
    Klassenbücher als Dokumentation des Online Unterrichts wie gewohnt.
    Angedachte oder laufende Reformen von Schulformen oder Benotung, die jede Menge Verwaltungsarbeit machen, bis nach der Pandemie stoppen. Fehlanzeige!
    Selbst Audits an zertifizierten Schulen finden statt. Mit allen Vorarbeiten und in Präsenz. Die Norm verlangt es eben.
    Am deutschen Wesen soll die Welt genesen und wer schreibt der bleibt.
    Da muss man sich dann eben das Schlafen abgewöhnen.

  15. Ich muss für den Distanzunterricht auch wesentlich mehr arbeiten als für den Präsenzunterricht. In Präsenz kann man z.B. recht spontan einen Tafelanschrieb machen, in der Videokonferenz muss die Präsentation sehr gut geplant sein und jeder Schritt eingepflegt werden, bevor man loslegen kann. Die Vorbereitung einer Unterrichtsstunde dauert also viel länger.

    Allerdings habe ich persönlich trotzdem viel weniger Stress, da es einfach Gold wert ist, wenn man sich zwischen zwei Stunden einfach mal 10 Minuten aufs gemütliche Sofa setzen oder ganz in Ruhe einen Kaffee holen kann, ohne von 10 Schülern und 5 Kollegen auf dem Weg angequatscht zu werden. Das lädt meinen Akku unglaublich auf!

    Plus: Ich bin bereit, für den Distanzunterricht sehr viel zu geben und ihn so gut wie möglich zu gestalten! Denn die Alternative – im Klassenzimmer mit 30 Schülern und massiver Ansteckungsgefahr – ist absolut untragbar! Ich habe keinerlei Lust, für die Bildung meiner Schüler meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, mir möglicherweise Long Covid einzufangen und lebenslang geschädigt zu sein. Deshalb: Distanzunterricht um jeden Preis, solange die Inzidenz hoch ist!

  16. Ich bin gerade zufällig über diese Seite gestossen. Ich bin kein Lehrer, aber Vater von 2 schulpflichtigen Kindern.
    Ich möchte eure/ihre Arbeit nicht kleinreden, aber was Eltern leisten wird nirgends gewürdigt. Zusätzlich zur Arbeit sitze ich am Sonntag hin, scanne x Arbeitsblätter ein und drucke teilweise 40 Blätter aus (wobei jedes Blatt eine einzelne Datei ist – warum auch immer ?!?). Oft sind diese Blätter aber nur Scans, also keine wirkliche Arbeit für diese Lehrer.
    Eine Frage an die Lehrer: Investiert ihr 35h/Woche?

    Oft verstehe ich die Lehrer mit Ihrer „Jammerei“ nicht, alle haben mit der Situation zu kämpfen. Doch andere Arbeitnehmer müssen um ihren Job fürchten oder verdienen weniger. Das alles trifft nicht auf Lehrer zu (korrigiert mich, wenn ich falsch liege).

    Ich bin überzeugt, das es sehr viele sehr engagierte Lehrer gibt, doch wenn ich mich mit anderen Eltern (auch von anderen Schulen) unterhalte, sind diese wirklich selten. – Leider.

    • Das sehe ich auch so.

      Ich kann nur berichten wie es bei uns läuft:

      Zwei meiner drei Kinder sind Schulkinder, davon nur eins nur in der Grundschule. Zwar ist der Unterricht und die Teilnahme der Lehrer besser als im ersten Lockdown, doch nicht 1:1 wie Präsenzunterricht.
      Die Grundschullehrerin ist einmal in der Woche in der Notbetreuung, hat zweimal in der Woche für 45 min eine Videokonferenz, verteilt einmal die Woche die Wochenarbeiten auf Padlet, hinterlegt täglich eine Voicenachricht für die Kinder und kontrolliert die Unterlagen wöchentlich. Das ist doch keineswegs eine höhere Belastung?

      Weiterführende Schule hat mein Kind nur 1-2 Videokonferenz für 45 min jeweils, ansonsten alles selbst oder mit mir. Was die Lehrer noch nebenbei machen, weiß ich nicht, doch unterricht 1:1 wie sonst hat mein Kind nicht. In den Parallelklassen sogar noch schlimmer keine einzige Videokonferenz.

      90% in meinem Bekanntenkreis exakt so ein identisches Bild, nur an einer Schule läuft es anders – vorbildlicher Unterricht nach Plan mit Videokonferenz. Exakt diese Familie berichtet von keiner Mehrbelastung! Doch bei Eltern, die „nebenbei“ im Homeoffice sind, Kinder unterrichten, betreuen, kochen uvw erledigen ist der Zustand bald unzumutbar.

      Wer klatsch mal für uns?

      Ich bin immer überrascht, wenn ich die Kommentare lese und es bei allen prima läuft. Ich kenne nur eine Familie ansonsten bei allen in unterschiedlichen Städten, Schulen läuft es wie bei uns. Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber bisher kenne ich es als Ausnahme aus dem Fernsehen/Netz und spiegelt für mich keineswegs die Realität.

    • @Matthias und 3of5: hahahahaha!!! Gewürdigt werden und Klatschen, weil ihr eure Kinder betreut? Cool!
      Omg, sowas Lächerliches.
      Ihr gehört zu den Eltern, diexdas für ihre Kiddies lebenswichtige Band zu den Lehrern zerschneiden… Verantwortungslos! Schämt euch! Dieses egozentrische Verhalten zerstört die Zukunft rurer Kknder nachhaltiger als Corona.

  17. Wissen Sie was das Problem ist? Die absolut unterschiedlichen Vorstellungen der Eltern von Engagement. Unsere Schule hat eine Umfrage zum Onlineunterricht gestartet: den einen sind es zuviele Videokonferenzen: Kinder bekommen trockene Augen, Schwindel etc. Den anderen zuwenig Arbeitsaufträge, zuwenig Vikos: Kind ist unterfordert, langweilt sich.Je nach Leistungswille und Eifer der Zöglinge, sind auch die Vorstellungen der Eltern absolut unterschiedlich. Wie es also ALLEN Recht machen? Man hat die Wahl zwischen übermotivierter Lehrkörper oder fauler Pauker. Irgendwie ist man immer der Depp.

  18. Aber wie viele von den Schülern überlastet sind und kurz vor dem Burnout stehen schreibt niemand irgendwo hin, weil die Gesellschaft es nicht wahrhaben will wie sie die neuen Generationen kaputt machen.

  19. Ganz ehrlich wenn wir als Klinikpersonal so jammern würden….., hätten wir niemanden mehr für die Versorgung der Patienten.

    • Gegenfrage: warum ist der Anteil infizierter Erzieher*innen nach Angaben der gesetzlichen Krankenkassen höher als der von Ärzt*innen und Pfeger*innen?
      Bei überwiegend verbeamteten Lehrkräften gibt es keine entsprechenden Angaben der landeseigenen Beihilfestellen – was aber niemanden verwundern dürfte.

    • @Hamann : Ganz ehrlich: Sie sind doch nur angefressen, weil die Hierarchie in der Gesellschaft zu Ihren Ungunsten ausfällt. ÄRZTE schreiben sowas fast nie….
      Pfleger hingehen jammern oft derart in diesem Forum….
      Aber was haben Sie denn gedacht? Dass Sie auch ohne die schulischen Leistungen zu bringen später zu den Chefs gehören? Nö, ruhige Kugel in der Schule=wenig zu sagen als Erwachsene. Also nicht heulen, sondern Abendschule oder Zweitstudium.
      🙂 😉 😉 😉

  20. Es ist im Grunde alles gesagt – nurnoch nicht vonjedem.

    Betonenmöchte ich meine Verwunderung darüber, dass sich „jammernde Eltern“ Lehrkräfte immer als kinderlos vorzustellen scheinen.
    48, mehrere Vorerkrankungen FFP2-Masken seit März 2020 selbst gekauft, momentan Präsenzunterricht in 12, 6 plus Dustanzuterricht, 8-jährige Tochter, 6-jähriger Sohn, Frau Krankenschwester auf INtensivstation, 3/4 Stelle mit zurzeit nicht selten 12 Stunden-Tagen. Digitalisiert bin ich aus Affiniätsgründen schon lange: meine fette 200 000er-Leitung und sonstige Endgeräteinfratsruktur ermöglichen Onlineunterricht, andernfalls gäbe es keinen.
    Ja, ich verdiene Geld. Aber der Burnout klopft an die Tür – noch zaghaft.

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