Schulleitungsverband: Lehrer nicht erst „irgendwann im Sommer“ impfen

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DÜSSELDORF. Die Schulleitungsvereinigung NRW fordert, dass Lehrerinnen und Lehrer früher als derzeit vorgesehen geimpft werden. Medizinisches Personal und Pflegepersonal in Hotspots müssten sicherlich Vorrang haben, so der Vorsitzende Harald Willert. Es könne aber auch nicht sein, dass Lehrerinnen und Lehrer erst „irgendwann im Sommer“ an der Reihe seien.

Lehrer und Erzieher sollen erst in einer dritten Gruppe gegen Corona geimpft werden. Foto: Shutterstock

In einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), den wir unten dokumentieren, schreibt Willert: «Wer flächendeckenden Präsenzunterricht bei 200er Inzidenzwerten fordert, muss dafür sorgen, dass diejenigen, die diesen Unterricht erteilen, vorher geimpft wurden.»

Überall dort, wo die Impfungen nicht rechtzeitig zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien ermöglicht werden könnten, müssten die Schulleiterinnen und Schulleiter selbstständig über die Organisation des Unterrichts ab 11. Januar entscheiden.

Es gehe nicht darum, sich in Konkurrenz zu anderen Gruppen nach vorne zu drängen, sagt Willert. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass die Lehrer, die geimpft wären, nicht mehr ausfallen würden, weil sie in Quarantäne müssten. Das wäre ein erheblicher Vorteil für alle. dpa

Im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die aktuelle Pandemie-Entwicklung zeigt, dass die erhoffte Entspannung im Januar 2021 nicht eintritt. Es ist mit hohen Inzidenzzahlen in vielen Kommunen und damit auch in den Schulen zu rechnen. Wir stehen am Ende der verlängerten Weihnachtsferien am selben Punkt wie zu Beginn.

Die SLV NRW gibt zu bedenken, dass:

• das RKI, Prof. Drosten, Streek u.a. inzwischen davon ausgehen, dass Kinder und Jugendliche das Virus, ohne selber sichtbar zu erkranken, verbreiten.
• eine aggressivere Virusmutation absehbar die Ansteckungssituation verschärft.
• die Einschätzung der Ständigen Impfkommission wonach Lehrerinnen und Lehrer eine hoch gefährdete, systemrelevante Gruppe sind, durch das Bundesgesundheits- ministerium negiert wurde.
• die Ergebnisse englischer Studien negiert wurden, wonach der Gefährdungsgrad von pädagogischem Personal direkt nach medizinischem Fachpersonal anzusiedeln ist.
Deswegen fordert die SLV NRW, dass:
• Grenzwerte, die für das gesamte öffentliche Leben, Wirtschaft, Kultur und Sport gelten, für Schulen ebenso gelten.
• die Vorgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für alle in Schule Beschäftigte ernst genommen umgesetzt werden – analog zu den Branchenregeln in Gewerbe und Industrie.
• wirksame Infektionsschutzmaßnahmen wie FFP2- Masken, mobile Raumluftreiniger, transparente Trennwände und Möglichkeiten der Handdesinfektion ab sofort zuverlässig durch den Dienstherrn zur Verfügung gestellt werden.

Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen: Der Präsenzunterricht ist die relevante Größe zur Erhaltung des Systems, damit Eltern die Wirtschaft des Landes aufrechterhalten können. Das bedeutet: Alle in Schule Beschäftigten sind unverzichtbar.

Deswegen fordert die SLV NRW konsequenterweise: Alle in Schule Beschäftigten, vor allem Lehrerinnen und Lehrer, müssen analog zu Ärzten und medizinischem Fachpersonal, einen früheren Impftermin erhalten als jetzt vorgesehen.

Wer flächendeckenden Präsenzunterricht bei 200er Inzidenzwerten fordert, muss dafür sorgen, dass diejenigen, die diesen Unterricht erteilen, vorher geimpft wurden.

Überall dort, wo dies nicht rechtzeitig ermöglicht werden kann, muss klar sein:
Die eigenverantwortlichen Schulleiterinnen und Schulleiter vor Ort entscheiden selbstständig und mit voller Rückendeckung der Schulministerin und des Ministerpräsidenten von NRW über die Organisation und die konkrete Durchführung des Unterrichts an ihrer Schule ab dem 11.1.2021 in Abhängigkeit von:

• den aktuellen Inzidenzwerten des Schulstandortes,
• den räumlichen, sächlichen und personellen Bedingungen ihrer Schule,
• der digitalen Ausstattung und IT-Infrastruktur ihres Schulstandortes,
• den Bedarfen, Bedürfnissen und Möglichkeiten ihrer Schülerschaft und deren Elternhäusern.

Es ist nun dringlicher als jemals zuvor, dass der Dienstherr seiner Fürsorgepflicht nachkommt und Lehrkräfte und Schulleitungen das Vertrauen in den Dienstherren zurückgewinnen.

Für die SLV NRW
Harald Willert
2.1.2021

 

Lehrerverbände fordern: Lehrer früher impfen als vorgesehen – Studie bestätigt: Lehrer und Erzieher tragen höheres Corona-Risiko

DGB fordert von Arbeitgebern: Oberste Priorität für Gesundheitsschutz

 

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31 KOMMENTARE

  1. Und die Eltern? Sollen die sich dann weiter ungeschützt dem Risiko aussetzen MÜSSEN, schwer zu erkranken? Nicht alle Eltern sind Mitte 20, auch im Grundschulbereich gibt es viele, die Mitte bis Ende 40 sind!

    Für die SuS unter 16 gibt es nicht einmal eine zugelassene Impfung. Sollen die sich dann weiter durchseuchen – mit unbekannten Spätfolgen?

      • Falsch!

        Die KINDER haben diese Kontakte. Sie haben sie auch, wenn die LuL geimpft sind und sie werden sich infizieren. Also bringen sie das Virus mit nach Hause und da nimmt es seinen Lauf.

        Schule ohne Gesundheitsschutz geht erst, wenn ALLE (auch die SuS) die Chance zur Impfung hatten.

  2. Wenn die KMK die Schulen unbedingt offen haben will, dann muss bei allen dort Bediensteten derselbe Maßstab angelegt werden wie bei denen in Krankenhäusern, sprich so schnell wie möglich impfen. Also erst das Gesundheitspersonal, dann die Lehrer und Erzieher, dann erst die Senioren usw.

  3. LuL geimpft und dann 100 % Immunität an Schule?
    Derzeit ist noch ungewiss, ob eine Impfung auch davor schütze, den Erreger weiterzugeben. Nicht einmal klar ist, ab wann bereits ein Schutz kürzer 14 Tage nach der 2. Impfdosis besteht.
    Langzeitstudien gibt es noch nicht.

    90 Prozent oder mehr Schutz vor einer Erkrankung sollen die Corona-Impfstoffkandidaten von Moderna und Biontech/Pfizer haben. AstraZeneca vermeldet immerhin mindestens 70 Prozent Wirksamkeit.

    Da bleibt ein nicht zu unterschätzendes Restrisiko und viele viele offene Fragen. Vergleiche die Vakzin-Impfung daher eher mit der Grippeimpfung, wo jährlich neue angepasste Impfstoffe zum Schutz (eines schweren Verlaufs) zu verabreichen sind.

  4. LuL zuerst impfen ist genau richtig.
    Schließlich sind sue gezwungen sich aus beruflichen Gründen in Gefahr zu bringen.

    Gleiches gilt für MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen, der Polizei und Kinderbetreung.
    Anschließend im Einzelhandel.

    40 Millionen Senioren können dann 3 Wochen später geimpft werden.

    Durch das Impfen der genannten Risiko-Berufsgruppen reduziert sich der R-Faktor deutlich schneller als durch die Impfung der Senioren.
    Das nützt den Senioren am meisten, da sie so deutlich schneller geschützt werden.

    • @Koogle: Abgesehen von den Mitarbeitern im Gesundheitswesen, die nicht nur persönlich hoch gefährdet, sondern auch für die Pandemiebekämpfung buchstäblich unersetzbar sind, wäre dieses Vorgehen nur dann eine Überlegung wert, wenn gesichert wäre, dass a) Geimpfte definitiv mit nicht mehr infektiös sind b) und dass die genannten Personengruppen tatsächlich einen entscheidenden Einfluss auf den R-Wert haben.

      Leider ist a) bisher nicht erwiesen, zu b) sind mir keine entsprechenden Erkenntnisse bekannt.
      Unter diesen Voraussetzungen bestünde eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man zwar die geimpften Gruppen schützt, aber den R-Wert nicht signifikant senkt und außerdem eine Menge älterer Mitbürger zu einem vermeidbaren (!) Tod durch das Virus verurteilt.

      Das ist m.E. ethisch nicht zu verantworten, so gerne ich persönlich schnellstmöglich geschützt sein möchte – aber NICHT um diesen Preis!

      • Durch die vielen Kontakte der geimpften Lehrer werden deutlich mehr Leben gerettet als wenn ein paar wenige Senioren sofort geimpft werden, viele andere Senioren jedoch noch ein halbes Jahr warten müssen.

        Ist es nicht eine Gerechtigkeitslücke, eine Handvoll Senioren jetzt zu impfen und die Mehrheit der Senioren noch Monate warten zu lassen?

        Viel gerechter wäre es durch das unterbrechen von Infektionsketten eine Vielzahl von Senioren gleichzeitig zu schützen.

    • Das wird aber weitgehend verpuffen, wenn man die Schulen ohne ausreichenden Infektionsschutz öffnet, OHNE SuS und Eltern zu impfen. Die Schule wird erst sicher, wenn alle Beteiligten geimpft sind.

      LuL impfen wird vermutlich den Arbeitsschutz weitgehend wiederherstellen, aber kaum zur Eindämmung der Pandemie beitragen, solange mehr als 90% der am Schulbetrieb Beteiligten (SuS… wenn man die Eltern noch mit einbezieht, sind es weit über 90%) nicht geimpft sind und man weiterhin auf wirksamen Schutz verzichtet.

      • Natürlich muss zusätzlich der Schutz der Kinder durch Abstand, Luftfiltergeräte, Masken sichergestellt werden.
        Jeder Faktor unter 1,0 trägt zur Eindämmung bei.

        Solange man nicht exakte Erkenntnisse hat, muss man lieber eine Maßnahme zuviel anwenden als die Hände in den Schoß zu legen und auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu warten.

      • Schulleitungsverband: Lehrer nicht erst „irgendwann im Sommer“ impfen … es ist wie in Bezug auf jede andere Atemwegserkrankung oder überhaupt jede andere Krankheit, niemand sollte sich gedrängt fühlen, eine Impfung zu akzeptieren.

        Auch der Schulleitungsverband NRW bzw., Briefunterzeichner, Harald Willert kann mit etwas Skepsis an das Thema Sinnhaftigkeit und erhoffte Wirkweise der neuartigen Vakzine herangehen. Sollte Willert vielleicht nicht zunächst betonen, dass die Antwort auf die Frage, ob man sich gegen das Coronavirus impfen lässt oder nicht, jedem einzelnen überlassen ist?

        Lediglich für zeitnahe Impftermine für Lehrerinnen und Lehrer zu werben, erscheint mir als fragwürdig einseitig. Wer sich impfen lassen will, soll das ja vielleicht tun, nach reiflicher Überlegung und gründlichen Gesprächen mit einem bewährt vertrauenswürdigen Arzt.

        Jede und jeder einzelne kann hier selbst entscheiden. Bewusst verzichte ich auf die neuartige genetische Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (BNT162b2 genannt Comirnaty von BioNTech / Pfizer, mRNA-1273 von Moderna) bzw. einem Vektorimpfstoff (AZD1222 von AstraZeneca).

        Für eine mündige Impfentscheidung … ohne Zeitdruck. Auch 2022 oder 2023 kann, wer möchte, sich gegen „Corona“ impfen lassen, gegen das Virus SARS-CoV-2.

        Sicherlich, einige Mitbürger haben sich bereits gegen „Corona“ bzw. gegen das Krankheitsbild COVID-19 impfen lassen. Man sollte betonen dürfen: Nichts an Corona-Impferei muss zwingend in diesem Jahr geschehen.

  5. Menschen in Altenheimen wählen welche Partei mehrheitlich? Denkt da Mal drüber nach, im Herbst ist Bundestagswahl. Herr Spahn möchte sicher Minister bleiben…

  6. Bezüglich „Impfung“ würde mich interessieren, warum Deutschland so hinterherhinkt in der Anzahl der Impfdosen. Ein offensichtliches Problem ist doch, dass im Vergleich zu anderen Ländern außerhalb der EU viel zu wenig Impfstoff rechtzeitig bestellt wurde und nun nicht zur Verfügung steht.
    Impfzentren wurden vor laufenden Kameras für die wenigen Ampullen zwar kurz geöffnet, mussten dann aber wegen fehlenden Nachschubs wieder geschlossen werden.
    Hier sehe auch ich ein Versagen der Politik, obwohl ich sie ansonsten nicht so schlecht sehe wie viele andere.

    • Das scheint so nicht ganz zu passen, @Martin. Laut Frau van der Leyen (heute am 4.1.21) sind ausreichend viele Dosen bestellt, um alle ausreichend zu impfen. Als Gründe für das zögerliche Anlaufen wurde eine zu geringe Produktionskapazität genannt. Nimmt man noch das dazu, was seit Weihnachten „zwischen den Zeilen“ steht, ich meine in Bezug auf fehlerhafte Logistik und Verteilung, sowie Lagerungsprobleme, und „Hungerneid“ der Länder untereinander, dazu betrachte man noch die auf sich selbst zentrierten Ziele von Politikern im Wahlkampf, ist die Lage deutlicher.
      Eine Parallele zu (sorry etwas zynisch): Es gibt genug Nahrung für alle Menschen auf der Welt, nur der Transport dorthin ist zu teuer, dauert zu lange, ….

  7. Die Forderzng kann ich verstehen, sie wird aber aus zwei Gründen (leider!!!) Scheitern:

    1) Luschet kann die von der BR festgelegte Verteilung nicht ändern. Wie ihm so vieles nicht zusteht, steht ihm das zurecht nicht zu. Zumal seine Lueblingszielgruppe (60+) ja weit vorne dabei ist. Warum es sich mit jenen verscherzen, die einen hauptsächlich wählen?

    2) Es gibt nicht genug Impfstoff. Das ist keine These, dass ist Fakt. Und vermutlich bekommen wir Lehrer auch den Billig-Impfstoff aus Frankreich. An der Stelle hat Deutschland, ja eigentlich die EU mit ihrer dämlichen Einkaufspolitik, mehr als versagt. Danke für nichts an der Stelle.

    Bonus: Selbst die Verteilubg des vorhandenen Impfstoffs läuft schlecht. Danke Spahn auch dafür.

  8. Ich finde auch, dass Berufe mit vielen nichtzuverhindernden Kontakten und dazu gehören Lehrer auch sehr früh geimpft werden. Nur dann muss diese Bevorzugung auch angenommen werden.
    Die Lehrer in meinem Bekanntenkreis sind sicher zu 60% Gentechnikgegner und oftmals auch vegan. Ich kritisiere diese Meinung und Lebenseinstellung nicht, teile sie aufgrund meiner Technikaffinität aber auch nicht. Sie leben den Schülern das auch vor, worüber man streiten kann.
    Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Lehrer sich impfen lassen werden. Es wird jetzt wieder ein grosser Hype darüber gemacht und wenn es dazu kommt, dann lässt sich keiner impfen. Dann wird eine neue Sau gefordert, die durchs Dorf getrieben wird. Sollten Lehrer, was auch richtig ist, mit höherer Priorität geimpft werden, dann sollte es auch verpflichtend sein mit massiven arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei Nichtteilnahme. Sonst wird die ganze Sache zum Rohrkrepierer, das wird dann die Öffentlichkeit nicht verstehen. Erst wird gefordert und dann nicht angenommen.

      • Wie gesagt, es haben sich dann alle impfen zu lassen. Nicht nur 60%. Gentechnikgegner un Veganer auch. Ihre Lebensphilosophie haben die an umzustellen. Ich hätte kein Verständnis für einen Lehrer, der sich selbst nicht impfen lässt, sich aber anmaßt es bei seinen Schülern zu kontrollieren, wie es sich so häufig bei der Masernimpfung passiert ist. Wenn eine Priorisierung der Lehrer gewünscht ist, dann haben auch alle daran teilzunehmen.

      • Das ist auch richtig so! Die Pflicht gibt es auch schon, sei es Hepatitis, Hirnhautentzündung, Masern und neuerdings dann Covid für exponierte Berufe. Da gehören Lehrer selbstverständlich dazu, das dürfte aber auch kein Problem werden, denn die Lehrer und ihrer Verbände reissen sich ja geradezu darum frühzeitig geimpft zu werden. Die Bereitschaft dazu ist ja da obwohl es doch viele Gentechnikgegner und Tierversuchsgegner in dieser Berufsgruppe gibt. Da zeigt sich auch was von dieser Einstellung vieler Lehrer zu halten ist.

  9. Lehrer und das komplette Schulpersonal impfen. Eltern impfen und alle Schüler, die geimpft werden dürfen zur Zeit (ab 16J.). Hoffentlich bald auch alle Kinder U16. Dann die Busfahrer nicht vergessen,die die Kinder zur Schule bringen in überfüllten Bussen. So. Dann alle Kassierer und Verkäufer, denn Kinder gehen auch gerne einkaufen. Also im Prinzip muessen alle geimpft werden. Und das ist zur Zeit ein Sommernachtstraum.

  10. Während wir uns hier seit Wochen darüber gewundert haben, wo die Lehrerverbände sind, ist die Schulleitungsvereinigung NRW innerhalb kurzer Zeit zum zweiten !!! Mal aktiv geworden, wie ein anderer Artikel hier (vom 22.12.2020) zeigte:
    https://www.news4teachers.de/2020/12/schulleitungsverband-ueber-unterricht-muss-vor-ort-entschieden-werden-nicht-im-ministerium/

    Willert vom SLV bezieht sich klar und verständlich – so müsste es sogar Laschet verstehen können – in den ersten 4 Stichpunkten auf
    1)
    aktuelle (!!!) Daten
    2)
    die Tatsachen, die für jeden von uns im Alltag erfahrbar sind und Regeln, die aber oft nicht nachvollziehbar sind (,womöglich, weil es einfach grober Unsinn ist).

    NA ENDLICH:

    Willert FORDERT in den nächsten 3 Punkten ganz klar und sachlogisch folgernd aus diesen oberen 4 Stichpunkten:
    – Grenzwerte des RKI natürlich auch in Schulen einhalten
    – Arbeits- und Gesundheitsschutz umsetzen (genauso wie in Gewerbe und Industrie)
    – wirksame Infektionsschutzmaßnahmen umsetzen („echte“ FFP2-Masken, transparente Trennwände, Luftfilter …)

    Willert FORDERT !!!

    Das ist RICHTIG so, endlich.
    Das ist etwas, was die Lehrerverbände und „Spagat“-Gewerkschaften wie die GEW bisher NICHT hinbekommen haben … obwohl oder weil sie so viel größer sind?

    Zusätzlich hat der SLV als Schulleiterverband sehr viel mehr Einsicht, denn wie hier im Austausch der LuL seit Herbst ganz deutlich zu lesen war: Je weiter „unten“ (= bei den LuL) desto weniger Informationen kommen an.
    Willert hat da auf der Ebene des Schulleiterverbandes sicherlich mehr Einblick und Überblick.

    Lobenswert und erfreulich,
    dass er sich da jetzt öffentlich (!!!) bemerkbar macht und ENDLICH BERECHTIGTE FORDERUNGEN stellt.

    Traurig,
    dass die „großen Player“ auf dem Markt der Lehrergewerkschaften das bisher nicht hingekriegt haben.

    Hoffentlich
    berichten darüber die Mainstream-Medien in NRW, aber auch bundesweit!
    Es dürfte sich wohl herumgesprochen haben, dass der Virus sich nicht an Landesgrenzen hält.

    EINZIG RICHTIG
    ist es, wenn die „großen Player“ jetzt mal ihre Eitelkeiten beiseite wischen und sich Willert und dem Schulleitungsverband anschließen und ihn unterstützen.

    Und zwar GANZ SCHNELL !!!
    Am 5.1.2021 kommt nämlich mal wieder die „große Tafelrunde“ zusammen.

    Es steht viel zu viel auf dem Spiel (auch nach Ende dieser Pandemie) – und auch das hat Willert erkannt:
    „Es ist nun dringlicher als jemals zuvor, dass der Dienstherr seiner Fürsorgepflicht nachkommt und Lehrkräfte und Schulleitungen das Vertrauen in den Dienstherren zurückgewinnen.“

    Also,
    Lehrerverbände und Gewerkschaften,
    verpennt es NICHT SCHON WIEDER !!!

    PS.:
    Den Link zu dieser Seite sollten wir alle „teilen“.
    Nur so für den Fall, dass es sich – mal wieder – nicht angemessen in den „großen“ Medien herumspricht …

  11. Ich bin Lehrerin und ich möchte exakt den gleichen Schutz für meine Schülerinnen und Schüler und ihre Familien wie für mich selbst. Deshalb müssen andere Schutzmaßnahmen als die Impfungen von Lehrkräften vorgehen: Distanz- oder Wechselunterricht bei Inzidenzwerten über 25 bzw. 50, zudem FFP2-Masken für alle in der Schule mit angemessenen Pausen und Luftfilteranlagen in allen Räumen. Wenn die Schulen Priorität haben, dann muss man auch Geld dafür in die Hand nehmen, damit Gesundheit UND Bildung möglich sind.

  12. Begrüßenswert – ABER…

    – ist die körperliche Unversehrtheit von Schülern, die sich per Schulpflicht der Gefahr ebenfalls aussetzen MÜSSEN, nicht genauso schützenswert?

    – nach welchen Werten werden denn Schutz auf Gesundheit und Leben von Kindern in der Pandemie vorrangig oder nachrangig eingeteilt?

    Sitzen Lehrer und Schüler nicht im gleichen engen schlecht belüfteten Klassenraum?

    Lehrer sollen schneller geimpft werden – Schüler befinden sich irgendwo/irgendwann am Ende der Impfkette?
    Lehrer bekommen vom Staat FFP2 Masken – und Schüler die im gleichen Klassenraum sitzen müssen?

    Fazit: Leben und Gesundheit von Lehrern sind wichtiger als Leben und Gesundheit von Schülern (und deren Angehörigen)

    • Lehrer haben ein größeres Risiko als Schulkinder.
      Zudem besteht das Risiko dass sie das Virus in weitere Schulklassen tragen.

      Im ersten Impfplan waren über 60-jährige und Lehrer ab November dran.

      Solange darf man bei Lehrern nicht warten.
      Es gilt alles zu unternehmen, um die Weiterverbreitung über die Schulen einzugrenzen.
      Alle impfwilligen Lehrer zu impfen, dauert eine Woche.
      Da braucht sich niemand benachteiligt zu fühlen.

  13. Wisst ihr was? So langsam weiß ich nicht mehr, was hier eigentlich geschieht und gefördert wird.

    a) Eltern sind systemrelevant (nicht alle, aber die, die im Gesundheitswesen und Lebensmitteleinzelhandel arbeiten. Offensichtlich werden die Selbstständigen hier ausgeklammert, weiß der Geier warum) UND dafür wird von vielen Seiten Präsens Unterricht gefordert, auch, damit Eltern kein Homeschooling machen müssen oder – das ist jetzt böse – sich nicht mit ihren Kindern auseinander setzen müssen.

    b) Lehrkräfte sind in diesem LockDown plötzlich systemrelevant, damit die Kinder betreut und im Bestfall unterrichtet werden, damit die Eltern arbeiten können. Vielen ist das im Homeoffice nicht zuzumuten.

    c) Die Digitalisierung klappt nicht zu tausend Prozent – also Präsentunterricht – unter menschenunwürdigen Bedingungen, allein das Lüften bei Tieftemperaturen haut SuS und KuKs raus.

    d) GS müssen in die Schule, sagen Eltern und Lehrkräfte, KuMis sowieso.

    e) Lehrer sind faul, haben sich digital nicht vorbereitet, Schulen haben keinen oder wenig Plan.

    f) Geimpfte können das Virus trotzdem verbreiten. Dann gibt es keinen Unterschied zu den asymptomatischen SuS. Das wäre doch dann mal echte Chancengleichheit.

    g) Kinder müssen in die Schule, da sie dort vor ihren Eltern sicher sind.

    Mehr Quatsch von allen Seiten mag ich nicht mehr aufschreiben, ich kriege nur schlechte Laune.

    Ich will weiß Gott die tatsächlich seit Jahren existierenden Probleme von Kindern in ihren eigenen Familien weder verharmlosen noch negieren. Sie jedoch immer wieder als Begründung für jetzigen für alle ungeschützten Präsenzunterricht heranzuziehen ist für mich nur eine weitere Form des Missbrauchs.

    Wenn Präsensunterricht gefordert wird, nachdrücklich, massiv, alle Schulformen durch, unabhängig von höchsten Fallzahlen, zwei neuen Virusformen, wegen der Bildung, der Chancengleichheit, benachteiligter Schüler, gewalttätiger Eltern, den dringenden Wünschen einiger Kinderärzte, im Gegensatz zum Kinderschutzbund, sowie aller anderen aufpoppenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründe und Probleme, dem verantwortungslosen Handeln sämtlicher Feierte, Harz- und Gottesdienstbesucher ohne Abstand, …… und zuletzt unserer hoffnungsvollen, gläubigen, aber hoffnungslos überforderten KuMis, puh, DANN müssen Lehrkräfte mit zuerst geimpft werden.

    Denn, zum millionsten Mal: 120 bis 150 Haushalte bei einem 7-Stunden-Unterrichtstag auf engstem Raum habe ich privat nicht mal in einem Jahr.

    Es geht nicht darum, Eltern nicht zu impfen. Viele der systemrelevanten stehen vor den system-, häusliche Gewalt entzerrenden, bildungs-, betreuungs- und wirtschaftsrelevanten Lehrkräften und ErzieherInnen auf dem Plan.

    Dass es noch keine Impfungen für Kinder gibt, kann nicht bedeuten, diejenigen, die diese aus o.g. Gründen übernehmen müssen, nicht zu impfen, bzw. erst nach den Eltern.

    Vielleicht wäre es effektiver, nach Regionen vorzugehen, unabhängig von Alter und Beruf.

    Doch dann empören sich die anderen. Alles verständlich, doch nicht hilfreich.

    Lehrkräfte geimpft, weniger Betreuungsausfall, weniger Unterrichtsausfall, mehr Betreuungssicherheit, mehr Unterrichtssicherheit, alle Kinder in Sicherheit (vor ihren Eltern), alle ohne geeignete Endgeräte werden mit Papier vor Ort versorgt, betreut… Die KuMis schleichen sich dadurch aus ihrem verantwortungslosen, fahrlässigen Handeln und können sagen: Präsens Unterricht – wir hatten von Anfang an Recht und alle werden jubeln und sie als Helden feiern.

    Wollen wir wetten?

  14. Ich denke, es wäre richtig, die Lehrer und Lehrerinnen früher zu impfen, will man die Schulen offen halten, aber da hängen zu viele dran : Busfahrer, Verwaltungspersonal, Eltern….

    Und was ist mit den Verkäufern und Verkäuferinnen, die im Lebensmittelbereich tätig sind. Die wären auch dran. Die kriegen nicht mal ne ffp2 Maske, weil sie sie sich nicht leisten können. Wir Lehrer schon.

    Ich denke, wir müssen warten und die etwas älteren Kollegen, wie ich, schaffen es bis zur Impfung oder eben nicht, ich sehe mich da noch nicht mit meinen Bronchien und ….
    Wenn man uns auch da wieder auferlegt, bitte nur in der Freizeit Impftermine wahrnehmen, endet es wie beim Testen, die Termine im Gesundheitswesen können wir nicht wahrnehmen, da Unterricht. Glücklich war, wer eine Schule hatte, die einen Test- Arzt eingeladen hatte, weil groß genug.

    Aber auch in den Kollegien und auch in den erweiterten Schulleitungen sieht man es oft gar nicht so problematisch. Was ist schon 1 Lehrer, der erkrankt oder 1 Schüler pro Klasse. Häufig kurze Erkrankung und keine schweren Fälle lassen die Sensibilität sinken. Da kommt man zu : Business as usual ( weil die üblichen Probleme sind ja auch noch da im normalen Schulalltag) und möglichst wenig Unterrichtsausfall und die Sorge, im Distanz- Lernen muss man vertrauen, kann weniger kontrollieren. Das gilt für Schüler und Lehrer.

    Ich hätte gerne mehr Klarheit, was kommt und nicht immer plötzliche Aktionen.
    Wir Lehrer und Lehrerinnen sind übrigens vorbereitet und wir haben unsere Schüler vorbereitet.

    Geräte und Plattform vorhanden- wir haben 1 Woche sehr guten Distanz – Unterricht geleistet, der übrigens anstrengender ist als Präsenz. Die Schüler haben von morgens bis abends Fragen und nutzen alle Kanäle zu ihren individuellen Lernzeiten.

    Persönlich mag ich den Wechselunterricht mit Recherche und Übung at Home und kleineren effektiveren Lerngruppen vor Ort. Dabei kommt man gut voran mit den Prüfungsgruppen u.a. und im speziellen Fall ist das nichtfunktionierende WLAN kein Thema mehr.

    ABER Achtung : Ich muss das Material anders aufbereiten und das macht nicht gerade wenig Arbeit für Distanz, Präsenz und Wechselunterricht. Da brauche ich Vorlauf, denn es eignet sich nicht alles gleich.

    Und da gibt es noch einen Punkt, der im Hick Hack der Unterrichtsform problematisch ist: Ich soll Prüfungen Ende Januar einreichen und dafür abschätzen, was bis Mai im Unterricht stattfindet. Das ist nie einfach, aber verlängerte Ferien und unterschiedliche Modelle vonunterschiedlicher Dauer machen es nicht einfacher.
    Deshalb der Wunsch nach etwas mehr Planungssicherheit, weniger ad hoc von Freitag auf Montag.

    Aber ich bleibe Realist.
    Also abwarten und Tee trinken, wie man in meiner Heimat sagen würde.

  15. Sicherlich ist der Wechselunterricht sinnvoll während einer hohen Inzidenz in einer Pandemie, weil der Abstand von 1,5 m auch im Klassenzimmer gewahrt werden kann. Man darf aber nicht vergessen, dass der Hauptübertragungsweg für Covid-19 nach wie vor die Aerosole sind und die verbreiten sich im Klassenzimmer genauso schnell auch in 1/2 Klasse und der Abstand von 1,5 m hilft da kaum. Gelüftet werden muss trotzdem weiterhin ständig; der einzige Effekt ist, dass im Infektionsfall potentiell weniger Mitschüler angesteckt werden und nur die halbe Klasse in Quarantäne muss und der Öpnv ggf etwas leerer ist.
    Wechselunterricht heißt also noch lange nicht, dass es deutlich weniger Ansteckungen in den Schulen geben wird. Wie groß der Effekt ist, kann natürlich keiner vorhersehen, aber auch das kann keine Langzeitstrategie sein.
    Ich bin auch dafür, dass Lehrer*innen früher geimpft werden und hoffe, dass es bald auch Impfungen für Kinder geben wird.

  16. Ich bin Schulbegleiter in einer Grundschulklasse und habe erlebt, wie schwer die Maßnahmen umgesetzt werden, bzw. umgesetzt werden können-
    Es gibt KEINEN Sicherheitsheitsabstand, Kinder können natürlich keine Maske tragen. Die Lehrer zählen zu dieser Einheit und tragen auch keine Maske. Als Schulbegleiter trage ICH eine Maske, um die ANDEREN vor mir zu schützen, werde aber selber überhaupt nicht geschützt. Dass die Schulen jetzt geschlossen werden, ist nur konsequent. Wenn die Impfung aber ansteht, wie will man argumentieren, dass einige Gruppen erst später drankommen sollen?

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