Rabe erleichtert die Abiturprüfungen, betont aber: Es wird kein Notabitur

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HAMBURG. Die Hochschulreife, die rund 9500 Hamburger Schülerinnen und Schüler in diesem Corona-Jahr ablegen, soll kein Notabitur sein. Aber die Lage ist nun mal anders als ohne Pandemie. Und so gelten auch für die Prüfungen besondere Regeln.

So oder so: Das Abitur 2021 wird für alle Beteiligten eine Herausforderung. Foto: Shutterstock

Auch die Abiturprüfungen werden in diesem Jahr in Hamburg coronabedingt angepasst. Durch eine Verschiebung um eine Woche nach hinten und ein Bündel an Erleichterungen solle gewährleistet werden, dass die rund 9500 Schülerinnen und Schüler trotz der in der Pandemie erschwerten Situation zu einem vollwertigen Abschluss kommen, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag. Es handele sich nicht um ein «Notabitur». Damit die Hochschulreife in ganz Deutschland anerkannt werde, bewege sich Hamburg mit seinen Maßnahmen im von der Kultusministerkonferenz gesteckten Rahmen.

Unter anderem bekommen die Schüler mehr Zeit für die Bearbeitung der schriftlichen Prüfung. «30 Minuten mehr, das, glaube ich, entkrampft die Lage sehr», sagte der Senator. Außerdem sollen die Schüler vorher präziser über die Themen informiert werden. Die Aufgaben selbst blieben aber weiter geheim. Allerdings würden den Prüflingen sogenannte Operatoren – das sind Erläuterungen zur Aufgabenstellung – bei der Prüfung zur Verfügung gestellt.

Zweitkorrekturen der Prüfungsklausuren nur noch dann, wenn das Ergebnis um mindestens eine Note von der Vorzensur abweicht

Außerdem gebe es «erstmals in Hamburg eine Auswahlmöglichkeit bei den Mathematikaufgaben», sagte Rabe. Hier könnten die Lehrer für ihre Kurse geeignete Aufgaben auswählen.

Auch wegen der Maiferien und der «extrem frühen Sommerferien», die schon Mitte Juni beginnen, könnten die Prüfungen nur um eine Woche nach hinten verschoben werden, sagte Rabe. Um für die Lehrer Erleichterung zu schaffen, seien Zweitkorrekturen der Prüfungsklausuren nur noch vorgesehen, wenn das Ergebnis um mindestens eine ganze Note von der Vorzensur abweiche. «Das wird die Lehrkräfte enorm entlasten.»

Besondere Corona-Aspekte – etwa eine lange Quarantänezeit – sollen bei den Benotungen so gut es geht berücksichtigt werden, sagte Rabe. Während der fünfwöchigen Vorbereitungszeit sollen die Abiturienten auch in kleinen Gruppen und infektionssicherem Rahmen zu gezielten Vorbereitungstreffen in die Schulen eingeladen werden.

Er könne verstehen, dass so mancher Schüler unter den Bedingungen nervöser auf das Abitur blicke als sonst, sagte Rabe. Die Sorge sei aber unbegründet, weil dieses Mal sehr tiefe Veränderungen vorgenommen worden seien: «Beim letzten Mal haben wir viel weniger gemacht.» Und dennoch sei das Abitur im vergangenen Jahr trotz Corona das beste in fünf Jahren gewesen.

Die ersten und mittleren Abschlüsse, ESA und MSA, an den Hamburger Stadtteilschulen waren bereits zuvor an die Corona-Lage angepasst worden. So wird in diesem Jahr beim ESA ganz auf Prüfungen verzichtet und die Schuljahresnote als Abschlussnote genommen. «Beim Realschulzeugnis haben wir es so gemacht, dass die Zahl der Prüfungen halbiert wurde», sagte Rabe. dpa

Trotz Corona: „Die Lehrpläne und die Abiturvorgaben gelten unverändert“

 

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1 KOMMENTAR

  1. Unmöglich und ein Schlag ins Gesicht der Prüflinge.Einerseits den Lehrvertrag einseitig aufkündigen,auch wenn der Grund „alternativlos“ ist, und dann von der anderen Seite volle Leistung abverlangen.
    Frankreich und Niederlande gehen den richtigen,anderen Weg.
    So ist das in einem Land ,in dem kinderlose ,ältere Damen die Zukunft von jungen Menschen bestimmen.

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