Fast jedes dritte Kind zeigt in der Corona-Pandemie psychische Auffälligkeiten

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HAMBURG. Homeschooling, nur eingeschränkte Sport-Möglichkeiten und weniger Treffen mit Freunden: Die Corona-Pandemie hat den Alltag von Kindern und Jugendlichen in Deutschland total verändert. Eine Studie zeigt Folgen für die Psyche auf.

Kindern setzt die Isolation zu. Foto: Shutterstock

Fast jedes dritte Kind zeigt ein knappes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Das ist das Ergebnis der zweiten Befragung der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die am Mittwoch vorgestellt wurde. Sorgen und Ängste hätten noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen seien verstärkt zu beobachten, sagte die Leiterin der Studie, Ulrike Ravens-Sieberer. Vor der Corona-Krise gab es laut Untersuchung lediglich bei zwei von zehn Kindern ein Risiko für psychische Auffälligkeiten.

85 Prozent der befragten Kinder fühlen sich laut Untersuchung in der Corona-Krise belastet

Die Lebensqualität habe sich weiter verschlechtert. Besonders betroffen seien Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und mit Migrationshintergrund. Die seelischen Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern müssten während der Pandemie stärker berücksichtigt werden, betonte Ravens-Sieberer.

Die Copsy-Studie ist den Angaben zufolge die bundesweit erste ihrer Art. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar nahmen mehr als 1000 Kinder und Jugendliche und mehr als 1600 Eltern mittels Online-Fragebogen teil. Mehr als 80 Prozent der Befragten hatten bereits bei der ersten Befragung im Juni vergangenen Jahres Antworten abgegeben. Dabei ging es um Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren. Um herauszufinden, wie sich die Werte verändert haben, verglichen die UKE-Forscher sie auch mit vor der Corona-Krise erhobenen Daten bundesweiter Studien.

Im Vergleich zur ersten Befragung sind die Zahlen gestiegen: 85 Prozent der befragten Kinder fühlen sich laut Untersuchung in der Corona-Krise belastet. Im Juni spürten lediglich 71 Prozent seelische Belastungen. Sieben von zehn Kindern empfinden ihre Lebensqualität als gemindert, bei der ersten Befragung war es noch sechs von zehn Kindern – und vor der Pandemie drei von zehn. Ängste und Sorgen haben laut Studie noch einmal deutlich zugenommen.

Zusätzliches Problem: Die Ernährung sei ungesünder, der Konsum von Süßigkeiten habe zugenommen, berichtete die Forscherin. Viele Kinder würden keinen Sport mehr treiben. «Angestiegen ist der Medienkonsum.» Das habe natürlich auch mit dem Online-Unterricht zu tun. Homeschooling würden die Schüler inzwischen als viel anstrengender empfinden als noch im Frühsommer. Kinder und Jugendliche würden zudem über mehr Streit mit den Eltern berichten. «Die Familien geben sich wirklich große Mühe, alles unter einen Hut zu bekommen», sagte Ravens-Sieberer mit Blick auf Homeschooling und Arbeitsbelastung. «Die Eltern sind aber am Anschlag.» Sie bräuchten deshalb dringend eine Perspektive und Unterstützung.

„Nicht jede psychische Auffälligkeit wird zur psychischen Störung. Aber…“

Sie wolle die Ergebnisse der zweiten Befragung nicht «überdramatisieren», betonte die Wissenschaftlerin. «Denn nicht jede psychische Auffälligkeit wird zur psychischen Störung. Aber wir müssen sie sehr ernst nehmen.» Auch wenn Schule derzeit nur eingeschränkt möglich sei, müsse geschaut werden, dass es nicht nur um Lernerfolg gehe, sondern der Kontakt zu den Kindern erhalten bleibe. Sie bräuchten Zuspruch und Motivation.

Das UKE präsentierte noch eine weitere Studie, dabei ging es um Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern. Untersucht wurden die Monate März und April 2020. Deutsche Kliniken registrierten in diesem Zeitraum deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdungen als im Vorjahreszeitraum. Wissenschaftler gehen daher von einer gestiegenen Dunkelziffer aus.

«Kinder haben in Zeiten der sozialen Isolation weniger Möglichkeiten, Hilfesignale zu senden», sagte Jo Ewert, Kinderschutzkoordinator in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE. An dieser Studie nahmen 159 Kinderschutzgruppen und -ambulanzen teil. Die Ambulanzen stellten einen Rückgang von 15 Prozent fest, im stationären Bereich waren es laut Studie 20 Prozent. dpa

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24 KOMMENTARE

  1. Geschätzt würde ich sagen, auch vor Corona-Pandemie zeigte mindestens jedes 3. Kind psychische Auffälligkeiten. Meine Beobachtung ist auch, dass Kinder, die vorher nicht psychisch auffällig waren, es auch jetzt nicht sind. Ganz im Gegenteil: Die Kinder ertragen die Situation inklusive Lüften bei Minusgraden eigentlich mit erstaunlich guter Laune.

    • Das gleiche dachte ich mir auch, danke.
      Dieser „Befund“ (jedes 3. Kind) wäre nur aufschlussreich, wenn man einen Vergleichswert hätte aus der Zeit vor der Pandemie. So klingt die Schlagzeile, als wäre die extra im Zuge der Schulöffnungen so „zurechtgebogen“ worden, um weitere Infektionen in den Schulen zu rechtfertigen…

      Ich frag mich auch, was das psychisch mir Kindern macht, wenn sie wissentlich eine Infektion in die Familie reingetragen haben und jmd hat einen schweren Verlauf, Langzeitfolgen oder noch schlimmer… Damit müssen sie dann u U ein Lebenlang zurechtkommen…

      • Ich hab überlesen, dass es vor der Krise 2/10 Kindern gewesen sein sollen, die psychische Auffälligkeiten hatten. Dennoch fehlt die Info, woran das festgemacht wird. Wohl fühlen wir uns sicher alle nicht und hätten gern mehr Kontakte und Freizeitaktivitäten usw. Aber das ist sehr wahrscheinlich reversibel. Da müssen wir einfach durch und Schulschließungen gehören zeitweise dazu.

  2. Eine Frage wäre natürlich auch, ob die Auffälligkeiten nun von den Schulschließungen und eingeschränkten Sportmöglichkeiten als solchen herrühren oder vielleicht von der allgemeinen Angst, krank zu werden oder gar Eltern, Verwandte, Freunde usw. zu verlieren. Es wird einem ja überall Angst gemacht, und das seit fast einem Jahr. Jeden Tag lesen wir die Zahlen der Toten. Das Impfen wird auch zu einem Hickhack. Da werden auch stabile Persönlichkeiten allmählich mürbe. Und dann heißt es, vor 2022 sei voraussichtlich keine Normalisierung möglich, andere sprechen schon von 2024. Und 2024 wird dann wieder was neues erzählt.

  3. Die Pandemie macht nur sichtbar, wo vorher schon Missstände waren.
    Viel kann durch Schulunterricht und sonstiger Aktivität überdeckt werden, aber das ändert nichts am Grundproblem.
    Aber statt die Probleme konstruktiv in Angriff zu nehmen, werden diese mit „Schulaufbewahrung“ und KiTa-„Aufbewahrung“ wieder weiter übertüncht.
    Was man nicht sieht, ist nicht da.

  4. „Vor der Corona-Krise gab es laut Untersuchung lediglich bei zwei von zehn Kindern ein Risiko für psychische Auffälligkeiten.“

    Mir war lange nicht klar, wieso es keine Hilfen und Unterstützungen für psychisch auffällige SuS gibt – es sind ja „lediglich“ zwei von zehn. Vernachlässigbar (oder wie?)

    „Die seelischen Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern müssten während der Pandemie stärker berücksichtigt werden, betonte Ravens-Sieberer.“

    Richtig! Dann mal ran und rein. Ran an die Arbeit und Unterstützung. Nicht rein in die Schule (da kommen ja die Lehrer hin und stecken die Kinder an – wenn man sämtlich Aussagen miteinander in Beziehung setzt, bleibt nur noch k….. . )

    „Zusätzliches Problem: Die Ernährung sei ungesünder, der Konsum von Süßigkeiten habe zugenommen, berichtete die Forscherin. Viele Kinder würden keinen Sport mehr treiben.“

    Ja. Das kaufen die Eltern und/oder die Kinder. Es ginge ja auch anders. Und richtig gesund war das bei den Familien, von denen hier die Rede ist, vermutlich noch nie.

    „«Die Eltern sind aber am Anschlag.» Sie bräuchten deshalb dringend eine Perspektive und Unterstützung.“

    Ich bin der festen Überzeugung, dass die Eltern wirklich am Anschlag sind. Aber schon mal überlegt, ob dieses Hü und Hott und Hin und Her nicht auch ein Grund, wenn nicht DER Grund dafür ist?

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Kinder sehr enttäuscht von uns Erwachsenen sind. Sie glaubten, wir könnten die Krise in den Griff kriegen, sie sollten uns vertrauen. Seit einem Jahr nichts als Unsicherheiten für die Kinder, Ohnmacht der Erwachsenen, Hilflosigkeit der erwachsenen KuMis, MiPräs und Hrn. S.

    Diese Uneinigkeit bekommen die auch mit. Dann wieder HOFFNUNG – ja, morgen Schule. Nein, doch nicht.

    Vielleicht endlich mal solange den Mund halten, bis eine verbindliche Entscheidung getroffen wurde, an die sich dann auch alle halten. Uns zermürbt das Gerangel im KuMi-Kindergarten, die Kids ebenso, wenn auch auf Umwegen.

    Verdammt noch eins! WIE soll man unserer Quängel- und Maulregierung noch irgendetwas glauben, geschweige denn vertrauen. Ihr sorgt für die Abwanderung zur Afd. Die brauchen gar keinen Wahlkampf zu machen. Die kriegen alle Stimmen von denen, die euch nicht wählen. Oder es gibt keine Wahlbeteiligung, was unter diesen Umständen vielleicht tatsächlich gut wäre…..

    Mir wird schon wieder schlecht.

    • @Riesenzwerg
      Sehe ich auch so. Der Vertrauensverlust wiegt sich bei Eltern und Kindern sehr negativ auf das Sicherheitsgefühl aus. Die Vermittlung von Sicherheit und Orientierung ist elementar für die kindliche Entwicklung und das Vertrauen ins Leben. Hier wären die Erwachsenen in der Pflicht. Da die Eltern aber auch vom Hü und Hott der Politik betroffen sind, und ihnen ein eigenverantwortliches Handeln zum Schutz ihrer Kinder abgesprochen wird, befinden diese sich in einem Dilemma. Die Politik hätte bei Zeiten einen Orientierungsrahmen geben können. Dieser wurde aber immer wieder nach Gutdünken verworfen. Was fehlt ist die Verlässlichkeit. Das Vertrauen ist mittlerweile verspielt worden.
      Die Herausforderung für die Eltern liegt trotzdem weiterhin darin, ihren Kindern in dieser Situation Vertrauen zu vermitteln. Familien haben starke emotionale Ressourcen. Diese werden ihnen durch den ständigen, auch medialen Blick auf dysfunktionale Familien als scheinbarer Standart, immer mehr abgesprochen. Das ist traurig. Diese Haltung schwächt eine Gesellschaft und macht sie abhängig von staatlicher Fürsorge. Der Schulbesuch ist nicht der entscheidende Faktor für eine gesunde Entwicklung, sondern die Gewissheit in einer Familie (kleinste gesellschaftliche Einheit) gesehen, anerkannt und wertgeschätzt zu werden. Das ist zur Zeit sicher nicht immer einfach, aber wenn die Basis stimmt, werden viele Familien gut durch diese Zeit kommen können.
      Familien, deren Existenzgrundlagen im Zuge der Einschränkungen bedroht sind, haben natürlich noch ganz andere Sorgen. Ich hoffe, dass die Politiker hier endlich finanzielle Zusagen einhalten.

    • @Riesenzweg

      In vielen Punkten stimme ich Ihnen zu, manche allerdings sehe ich auch kritisch.

      „Oder es gibt keine Wahlbeteiligung, was unter diesen Umständen vielleicht tatsächlich gut wäre….. “
      Ein geringe Wahlbeteiligung und eine Vielzahl an NICHTWÄHLERN stärkt extremistischen Parteien und dem Rechten Lager den Rücken!

      „Zusätzliches Problem: Die Ernährung sei ungesünder, …“
      Im Zuge des stetigen Ausbaus von Ganztagesunterricht bis 16:00 Uhr ist bei vielen Schülern eine gesunde(!) warme Mahlzeit am Mittag nicht mehr gegeben.
      Entweder hat die Schule KEINE Mensa – dann gibt es mittags nur Pausenbrot und Obst
      Oder die Schule hat eine Mitagessen-Ausgabe mit ungenießbarem Convenience Food, über mehrere Stunden warm gehalten, bestehend aus Nudeln mit Sauce, Kartoffelmus aus der Tüte, Schnitzel aus Pressfleisch …. HALT der GANZE BILLIGE ESSENSABFALL für die Schüler!

      Du bist was Du isst!
      … das gilt immer noch

      … und viele Verhaltensauffälligkeiten von Schülern haben gerade ihren Ursprung in den chemischen Zusatzstoffbeimischungen – E-Nummern – dieses Covenience Futters in den Schüler-Mensen!
      Gut zum Nachlesen hier:
      https://www.droemer-knaur.de/buch/hans-ulrich-grimm-bernhard-ubbenhorst-chemie-im-essen-9783426785614

      Weil das Wissen um das Kochen mit natürlichen Zutaten verloren gegangen ist – die Wenigsten können noch ‚richtig‘ Kochen – , ist an dieser Stelle vielleicht auch das Übel der stetig zunehmenden Verhaltensauffälligkeiten zu suchen?????

  5. Lehrer sind weder Ernährungswirtschafter noch Therapeuten. Es ist traurig, wenn das so alles ist aber kein Grund dafür, die Schulen zu früh zu öffnen. Wenn die Schulen wieder öffnen mit vielem Gesundheitsschutz (man darf noch träumen. ..) müssen die Lehrer ihre Bildungsarbeit machen. Das Geld muss vorher gefunden werden für diese Kinder, wenn es so wichtig ist.

  6. @Riesenzwerg:

    Sehr gute Überlegungen!

    Und wie fühlen Kinder sich sicher?

    1. Wenn man authentisch bleibt.
    2. Wenn man konsequent ist.
    3. Wenn man ihnen eine Richtung vorgibt.
    4. Bei Risiken ein klares „Nein“.
    5. Wenn man Fragen ehrlich beantwortet.
    6. Wenn man Versprechen (möglichst) einhält.
    7. Wenn man realistische Perspektiven aufzeigt.
    8. Wenn man vermitteln kann, dass man eine Situation überblickt
    und handlungsfähig ist. (ansonsten gilt Punkt 5)

    Wie sollen Eltern ihren Kindern die Vorgehensweisen der politischen Entscheider erklären?
    Schwierig.
    Ich wäre als Heranwachsende/r bei diesem ewigen Hin-und Her auch sehr verunsichert.

    Daher volle Zustimmung zu Ihren Ausführungen!

  7. Ich stimme meinen Vorrednern zu. Schön, dass es noch Leute gibt, die weiter denken u nicht nur alles auf die geschlossenen Schulen schieben!
    Fast alle Kinder, die ich kenne, kommen gut zurecht, es gibt auch einige die gern nach der Coronazeit (teilweise) Homeschooling machen würden…

  8. Dass eine solche Situation, wie wir sie seit über einem Jahr erleben, an Kindern nicht spurlos vorübergeht, liegt auf der Hand. Die konkreten Ursachen für die Verschlechterung der psychischen Situation der Kinder zu erfahren, wäre wünschenswert. Nur dann man die Situation verbessern.
    Diese Studie wird immer wieder als Begründung für Schulöffnungen herangezogen. Aber liegen die Ursachen wirklich in den Schulschließungen? Oder beruhen sie vielleicht auf der Angst, Familienmitglieder anzustecken, zu verlieren, selbst zu erkranken? Oder den ständig wechselnden, nicht nachvollziehbaren Anweisungen von oben, denen sich die Kinder ausgeliefert sehen?
    Mich würden die genauen Fragestellungen und Ergebnisse interessieren. Ich kann sie leider nirgendwo finden. Für Hinweise wäre ich dankbar.
    So wie diese Studie bisher präsentiert wurde, bekommt sie für mich den Anschein einer Gefälligkeitsuntersuchung. Und ja, jeder der schon einmal eine Befragung durchgeführt hat, weiß wie man durch die Fragestellung die Ergebnisse beeinflussen kann.

  9. Auch wenn es hier ständig (wirklich von Pädagogen?) kleingeredet wird, haben die Schulschließungen gravierende Auswirkungen auf die Kinder. Wie ich hier gelesen habe, versucht man das mit den Sommerferien schönzureden. Das finde ich einen unsäglichen Vergleich, denn in normalen Sommerferien müssen Kinder nicht die ganze Zeit zuhause sitzen und haben kaum Möglichkeiten, irgendetwas zu unternehmen.

    Der Vergleich mit 6 Wochen Sommerferien, die ja auch niemandem schaden würden, ist deshalb eine Augenwischerei ohne gleichen!

    • Nach Ihrer Logik sind es dann doch aber nicht die Schulschliessungen, die diese Auswirkungen haben, sondern die fehlenden Freizeitmöglichkeiten.

  10. Es lag schon vor Corona vieles im Argen. Aber es passt den Schulöffnungspredigern nun eben gut in den Kram, auch dieses Register ziehen zu können.
    Ich kann beobachten, dass die Kinder, die vorher gut gearbeitet haben, das jetzt auch tun / dass die, die das nicht getan haben, es jetzt auch nicht tun.
    Aus Videokonferenzen mit all meinen Klassen weiß ich, dass sich der größte Teil mit der Situation arrangiert hat und es mit Fassung trägt. Wobei ich erwähnen muss, dass wir eine sehr gute Schulgemeinschaft haben und glücklicherweise auch in der Lage sind, alle digital gut zu versorgen.
    Unsere SuS wissen, dass sie sich immer an uns wenden können – ob sie das dann wirklich machen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Aber wie gesagt, ich und die Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, haben nicht das Gefühl, dass sich hinsichtlich des psychischen Zustands der Kinder viel verändert hat. Und wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen. 😉

  11. Ich kenne bereits verschiedene Schulen und zahllose Lernende. Die Probleme sind nicht neu, sie fallen nun endlich auch vielen Eltern auf, die nun „gezwungen“ sind, sich längere Zeit mit ihren Kindern auseinanderzusetzen.
    Diese Probleme wurde bisher gerne in die Ganztagsschulen verlagert und die Eltern haben oftmals den Kopf in den Sand gesteckt oder waren noch kontraproduktiv (man denke an das Bild, das Schulen und Lehrkärfte für weite Teile der Elternschaft hatten und haben).
    Eigentlich ist es wunderbar, dass der Elternschaft nun vor Augen geführt wird, was jahrelanges (!) mangelndes Interesse an ihren Kindern, unkontrollierte Freizeitbeschäftigungen, Überforderungen, selbst im Leben klar zu kommen und sehr sporadische Erziehungsversuche aus ihren Kindern gemacht haben.
    Die Schülerschaft trifft sich nach wie vor und viele haben ihre Freizeit vor den Smartphones und Konsolen sogar noch ausdehnen können. Ich hätte diese Zeit sehr genossen.

  12. Wenn es den Kindern also Zuhause,bei den Eltern, soooo schlecht geht, müssten doch eigentlich die Jugendämter verstärkt auf den Plan treten…. Stichwort “ Kindeswohlgefährdung“ (Ironie aus!)
    Im Ernst: Haben wir wirklich so viele unfähige Elternhäuser? Ich kann es nicht glauben! Und die Kids,die jetzt in Studien auffallen, ehrlich, die waren doch schon vorher in irgendeiner Weise „originell“…. WER außer dem pädagogischen Personal, hat sich bisher um die!se Kids gekümmert?
    Und jetzt sollen wir unsere Gesundheit und die aller anderen deretwegen aufs Spiel setzen, weil ein paar Klugscheißer diesen Umstand schamlos ausnutzen, um eigene Macht und Wichtigtuerei zu demonstrieren? Mir wird schlecht!

  13. Interessant wäre auch mal eine Studie, die das Wohlergehen der Kinder innerhalb der Schule vor und während der Pandemie zum Inhalt hätte. Gewisse Einschränkungen wie Mundschutz, Dauerlüftung und möglichst großer Abstand zu Kindern, die nicht im Klassenverband stehen könnten auch gewisse psychische Schäden hinterlassen. Ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Herausforderungen, die mit einem solchen Schulbesuch einhergehen. Jeder redet immer nur über aber nie mit den Kindern. Als ich gestern mit meinen beiden Kindern aufgrund von eigener Verunsicherung mal vorsichtig über ihr allgemeines Wohlergehen befragt habe, haben sie mich mit großen Augen angeschaut, und fragten mich warum ich das jetzt wissen will. Und als ich es ihnen erklärt habe hat mein Sohn folgendes gemeint: Es geht ihm gut und nein er ist noch nicht verblödet, wie auch, wenn er alles über Fernunterricht vermittelt bekommt und das könne ich auch so weiter geben, er kann es aber auch persönlich an die betreffenden Personen, die in Sorge darüber sind, schreiben. Ich fürchte allerdings, die wollen das gar nicht wissen.

  14. Das heißt, dass circa 66 % von Kindern zeigen keine Auffaelligkeiten. Oh, sorry, man darf nur relativieren, wenn es um Faelle und Quarantine im Schulbereich geht…

  15. Wie sieht es eigentlich mit Kindern aus, die vor der Pandemie Probleme auf Grund der Präsenzpflicht im Schulgebäude hatte, speziell Mobbing, aber denen es nun, zumindest in manchen Bereichen, besser geht?
    Verhalten das sich auf Grund dieser Probleme entwickelt hat wird deswegen nicht verschwinden, aber es gibt doch einen positiven Effekt, wenn man z.B. eben Mobber nicht mehr sehen muss.
    Dies ist, ohne Frage, kein großer Anteil der Kinder, und löst auch nicht das Problem, das in diesem Artikel beschrieben wird, aber es muss doch auch zumindest einen Gedanken wert sein, dass es manchen Kindern in einer Situation wie dieser, zumindest in Teilen, besser geht als im normalen Präsenzunterricht.

    • Diese Frage stelle ich mir auch oft. Kaum jemand spricht über die Kinder, die jeden Morgen mit Bauchweh zur Schule gehen, nicht nur wegen des Mobbings, auch wegen des Drucks. Ich glaube das sind gar nicht so wenige!!
      Und wie schon andere hier schrieben: endlich merken Eltern, dass ihre Kinder Probleme, auch psychische, haben. Endlich lernen sie ihre Kinder kennen.
      Was ich sehr schlimm finde ist, dass seit fast einem Jahr die Kinder in den Medien und aus den Mündern der Erwachsenen in ihrem Umfeld zu hören bekommen wie anstrengend sie sind, wie blöd und dumm sie nun bleiben ohne Schule. Arme Kinder! Ungebildet erscheinen mir die Erwachsenen!

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