Experten: Aufschub der zweiten Astrazeneca-Dosis wohl unproblematisch

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BERLIN. Menschen, die nach einer ersten Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff wegen des vorläufigen Stopps keine zweite Dosis erhalten, müssen sich nach Ansicht von Experten zunächst keine Sorgen um fehlenden Immunschutz machen. «Nach allem, was wir wissen, ist es nicht problematisch, die zweite Impfung aufzuschieben», sagte Stefan Kaufmann, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Bundesweit Tausende von Erziehern und Grundschul-Lehrkräften wurden mit Astrazeneca geimpft und sind davon betroffen.

Impfdosen übrig: Astrazeneca stößt auf Vorbehalte. Foto: Shutterstock / Lutsenko_Oleksandr

«Wir haben wenig Erfahrung, was die Dauer des Impfschutzes anbelangt, weil die Studien dazu ja gerade abgeschlossen sind. Mindestens sechs Monate sollte der nach der ersten Impfung aufgebaute Schutz aber halten», so Kaufmann. Michael Lohoff von der Philipps Universität Marburg weist auf den hohen Schutz vor schweren Verläufen hin, der nach der ersten Impfung aufgebaut werde. «30 Tage nach der ersten Impfung haben wir einen sehr guten Schutz vor schweren Verläufen. Das ist schon mal super.» Grundsätzlich sei eine zweite Impfung allerdings besser, um das Immunsystem neu zu stimulieren.

Dass bereits die erste Astrazeneca-Impfdosis einen guten Schutz vor schweren Verläufen vermittelt, geht unter anderem aus Daten aus Schottland hervor, die im Februar vorgestellt wurden. Demnach sank das Risiko einer Krankenhauseinweisung vier Wochen nach der ersten Dosis des Impfstoffes um bis zu 94 Prozent. Verglichen wurden bei dieser Analyse Menschen mit einer Impfung und Menschen ohne Impfung.

Grundsätzlich ist es denkbar, die zweite Impfdosis mit einem anderen Impfstoff vorzunehmen, sagte Kaufmann. «Wir haben im Zusammenhang mit den Corona-Impfstoffen wenig Erfahrung damit. Aus immunologischer Sicht spricht aber nichts dagegen.» dpa

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2 KOMMENTARE

  1. „Michael Lohoff von der Philipps Universität Marburg weist auf den hohen Schutz vor schweren Verläufen hin, der nach der ersten Impfung aufgebaut werde.“

    Genau: Schutz vor schweren Verläufen. NICHT: Schutz vor Infektion.

    Damit schützt AZ zwar vermutlich die LuL vor den Folgen einer Infektion, aber eben nicht alle anderen, die mit der fraglichen Lehrkraft zu tun haben. Sie infiziert sich dann trotzdem und gibt das an SuS und an die eigene Familie weiter. DIESER Punkt wird meiner Meinung nach viel zu häufig übersehen.

    AZ taugt sicher, um die Pandemie insgesamt einzudämmen. Es taugt aber nicht dafür, die Schulen für ALLE Beteiligten zu sicheren Orten zu machen.

  2. Ich habe auch nichts dagegen, nach der ersten Dosis AZ eine zweite Dosis von Biontech oder Moderna zu bekommen. Zwei VERSCHIEDENE Impfstoffe sind möglicherweise sicherer.

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