Kultusminister sind empört: Bund plant jetzt Schulschließungen ab Inzidenz 165 – Lehrerverband: Immer noch zu hoch, höchstens 100

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BERLIN. Die Pläne für die Corona-Notbremse des Bundes sind noch einmal nachgebessert worden. Ein wichtiger Punkt: Schulen sollen früher als bisher geplant auf Distanzunterricht umschalten. Für viele Bundesländer wird das Folgen haben. Kultusminister zeigen sich empört. Doch nicht allen geht die Regelung weit genug.

Die Zahl von 100 Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner soll die Grenze sein, ab der Schulen zu schließen sind – fordert der Deutsche Lehrerverband. Illustration: Shutterstock

Der deutsche Lehrerverband fordert, die geplante Corona-Notbremse des Bundes noch einmal nachzuschärfen und Schüler früher in den Distanzunterricht zu schicken als bisher vorgesehen. Es sei zwar ein Fortschritt, dass der maßgebliche Inzidenzwert für Schulschließungen von 200 auf 165 gesenkt worden sei, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch.»

Bund und Länder wollen mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes einheitliche Regelungen im Kampf gegen die dritte Corona-Welle festschreiben. In einem ersten Entwurf des Bundes war unter anderem vorgesehen, dass Kitas geschlossen und Schulen in den Distanzunterricht wechseln müssen, wenn binnen einer Woche mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden.

Abschlussklassen und Förderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden können

Dieser Schwellenwert soll nun aber gesenkt werden. Nach der Beschlussempfehlung des maßgeblichen Gesundheitsausschusses, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen Schulen schon bei einer Inzidenz von 165 keinen Präsenzunterricht mehr anbieten dürfen. In vielen Regionen liegt die Inzidenz zurzeit deutlich höher. Abschlussklassen und Förderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden können.

Meidinger betonte, er habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Man dürfe nicht vergessen, dass die bundesweite Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren bereits jetzt deutlich höher liege. «Um eine Ausbreitung des Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet werden», forderte Meidinger. Bayern zum Beispiel hat einen Stufenplan, der Distanzunterricht ab einem Wert von 100 vorsieht.

Daneben sieht die Neuregelung dess Bundes nun Ausgangsbeschränkungen von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr in Regionen mit hohen Corona-Zahlen vor. Nach dem ursprünglichen Plan sollten sie schon um 21.00 Uhr beginnen. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine. Die Notbremse soll am Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden und nach einer Befassung der Länderkammer rasch in Kraft treten. Die Regeln sollen gelten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander über 100 liegt.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich verteidigte den Schwellenwert von 165 für den Stopp von Präsenzunterricht. Er sagte, bei dem Wert von 165 habe man sich am aktuellen bundesweiten Durchschnittswert orientiert. «Ich finde, das ist eine gute Balance, die wir im Infektionsschutzgesetz gefunden haben.» Die Länder seien jedoch frei, strengere Regelungen zu erlassen.

„Kinder werden aus der Schule ausgesperrt, damit Erwachsenen abends länger unterwegs sein können“

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, der als Sprecher der SPD-geführten Kultusministerien im vergangenen Jahr immer wieder Schulen für sicher und Kinder für praktisch nicht ansteckend erklärt hatte, sagte hingegen: „Ich bin sehr enttäuscht: Schulschließungen werden noch weiter verschärft, aber die Ausgangssperren für Erwachsene gemildert. Kinder werden aus der Schule ausgesperrt, damit Erwachsenen abends länger unterwegs sein können. Das passiert, wenn der Bundestag Schulpolitik macht.“

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hält die geplante Notbremse für «willkürlich». «Die Inzidenz von 165 ist eine willkürlich gegriffene Zahl, die für Schülerinnen und Schüler auch problematische Auswirkungen haben wird», sagte die SPD-Politikerin der «tageszeitung». «Ich verstehe nicht, dass man Schulen früher schließt als Bereiche in der Wirtschaft, obwohl wir für die Schulen eine viel umfangreichere Teststrategie entwickelt haben.» Sie sehe es so, «dass man noch andere Dinge mit in den Blick nehmen sollte als nur die Inzidenz – etwa das lokale Ausbruchsgeschehen am Ort der Schule selbst.» Dass die meisten Ansteckungen laut Robert-Koch-Institut gar nicht mehr nachzuverfolgen sind, ficht sie nicht an.

Auch aus Sachsen, das angekündigt hatte, Kitas und Schulen unabhängig von Inzidenzwerten offenzulassen, kam Widerspruch. «Schulschließungen belasten die Schülerinnen und Schüler nicht nur psychisch, sondern haben auch zu Wissens- und Kompetenzdefiziten geführt», sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) der „Welt“. «Es entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben soll.» Wenn die 165er-Inzidenz der Maßstab werde, drohten Schulschließungen bis zum Sommer. «Ein so fatales Signal an Kinder und Eltern können die Abgeordneten nicht ernsthaft senden wollen», sagte Piwarz.

Die Kommunen begrüßten die Änderungen hingegen. Der Deutsche Städtetag sieht in der Notbremse die Chance, verloren gegangenes Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. «Das Durcheinander mit unterschiedlichen Lösungen in den Ländern bei der Notbremse hat in den vergangenen Wochen Vertrauen gekostet», sagte der Leipziger Oberbürgermeister. «Wir brauchen jetzt vorübergehend einen gemeinsamen bundeseinheitlichen Rahmen, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen. Dabei ist es gut, dass die bundeseinheitliche Notbremse bis Ende Juni befristet werden soll.»

«Wenn wir auf die aktuellen Werte schauen, bedeutet das, dass die Schulen kommende Woche weitgehend wieder schließen müssen»

«Es ist richtig, die Ausgangsbeschränkungen erst ab 22 Uhr vorzusehen. Andernfalls wären die Menschen alle zur selben Zeit abends noch in die Lebensmittelgeschäfte geströmt», sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der «Rheinischen Post». Es sei auch richtig, die Notbremse für die Schulen bereits ab Inzidenzwerten von 165 greifen zu lassen. «Wenn wir auf die aktuellen Werte schauen, bedeutet das Gesetz, dass die Schulen in Deutschland kommende Woche weitgehend wieder schließen müssen.» News4teachers / mit Material der dpa

Schwesig schließt die Schulen – und lässt Lehrer weiterführender Schulen impfen

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79 KOMMENTARE

  1. Wie kommt man auf 165?
    Haben alle mal gewürfelt und dann die Zahlen zusammen gezählt?
    Da hatten wir ja echt Glück, dass nicht 163 raus gekommen ist.

    Alle bei 100, Schulen bei 165. Wo liegt die Begründung die das verständlich macht?
    Die ist doch für die Akzeptanz der Maßnahmen angeblich so wichtig!

    Tests? – Ungeeignet. Allein die Statistik spricht gegen das Funktionieren der Tests. Rechenbeispiel:
    Inzidenz 170 => 1,7 Infizierte unter 1000 Personen.
    An der Schule werden 1000 Schüler zwei mal pro Woche mit Schnelltests getestet.
    Die Personen sind aus einer Altersgruppe in der die Inzidenz noch höher liegt.
    Ergebnis von 2000 Tests pro Woche => Kein positives Ergebnis.
    Finden sie den Fehler!

    Hygieneplan – Gesehen, gelacht, gelocht.

    Kinder bekommen kein Corona – Unsinn. Das belegen alle neueren Untersuchungen

    Kinder haben leichte Verläufe – Sie stecken aber Eltern an und über Langzeitfolgen bei Kindern weis man so gut wie nichts

    Wo ist also der Grund für die 165?????

    • „Wo ist also der Grund für die 165?????“

      Habe ich gestern doch schon geschrieben:

      200 hatte man eigentlich als Grenze vor. Die einzig vernünftige Grenze wäre 35.

      Also:

      200-35=165

      Passend zum üblichen Chaos hat man also einfach Zahlen aus der bisherigen Diskussion hingeschrieben, irgendeine Rechenoperation ergänzt und dann 165 rausbekommen. Wir sollten froh sein, dass sie kein „+“ genommen haben…

      P.S.: Der einzig sinnvolle Wert wäre 35! Nicht 100, nicht 135, nicht 165, nicht 200 und auch nicht 235!

    • „wie kommt man auf 165?“

      Ganz einfach: von den informatorisch befragten Ländern (16x) und dem Bund (1x) haben zehn für 200 gestimmt, fünf für 100 und zwei haben sich enthalten. Der Schnitt von 166,66667 ist dann der Kompromiss.

      Leider eine krumme Zahl, leider unendlich (auch dumm) und deshalb grob irgendwie abgerundet auf 165… 😀

    • Die 165 kommt vermutlich daher, dass es ja immer hieß: „Die Schulen schließen als letztes“. Wenn jetzt nach dem neuen Bundesgesetz der Einzelhandel ab 150 schließen muss, dann war es doch total schlau zu sagen, man legt nochmal 10% von den 150 drauf und schwupps…ist man bei 165.;o)

      • Das ist wie die Zahl „42“ bei Douglas Adams. Ein Mysterium und doch die Antwort auf alle Fragen. Nur den Sinn wird eun menschlich Gehirn nie ergründen. Eine Portion Wahnsinn ist auch dabei. Keep safe! Wir werden Dauerlüften und jeden Morgen testen lassen vor Ort.

  2. Normal bin ich ein überaus freundlicher zuvorkommender höflicher Mensch.

    Aber irgendwann reicht es.

    Liebe Kultusminister haltet einfach Mal die K….

    An etlichen Corona Toten seid ihr nicht ganz unschuldig. Also einfach Mal pssstttt….

    Wer den Gesundheitsschutz über 1 Jahr massiv vernachlässigt bitte schweigen….

    Mein Dank gilt den Pflegern, den Ärzten, etc. auf den Corona Stationen!

    Ihr seid die wahren Helden der Pandemie. Die Kultusminister das exakte Gegenteil!!

    • Volle Zustimmung. Kann den KM endlich jemand die Lizenz zum Labern entziehen, bitte!
      Nicht jeder, der im Auftrag des Staates arbeitet, sollte sich für James Bond halten.

  3. Ich hoffe sehr, dass solchen „Persönlichkeiten“ wie Piewarz, Rabe, Hubig, Gebauer…und wie sie alle heißen, endlich ein “ Riegel vorgeschoben wird“, und ihrem unverantwortlichem (Nichts)tun, angeblich “ im Namen der Bildungsgerechtigkeit…
    Wirklich was getan haben diese Herrschaften im Namen der Bildungsgerechtigkeit nichts.
    Die nun wieder harten Maßnahmen sind das leider das Ergebnis.
    Bildung ist ein hohes Gut, Leben und Gesundheit aller Beteilgten aber ein viel höheres!

  4. Die größten “ Kompetenzdefizite “ haben Piwarz und Rabe . Sie verstehen nicht , dass Deutschland von einer lebensgefährlichen Seuche überzogen wird . Abgesehen davon ist 165 zu hoch .

  5. Danke Herr Meidinger für den erneuten Aufruf der Inzidenzwert auf 100 zu senken. Herr Karl Lauterbach hat Kampfgeist und mit einer klaren Haltung sich für einen niedrigeren Inzidenzwert eingesetzt. Er hat Beispiele von Nachbarländern aufgefürhrt und die Gefahrenzone für Elternhäuser mit aller Klarheit zum Ausdruck gemacht. Die KM sind zu keiner Zusammenarbeit bereit und haben die Ernsthaftigkeit von Herrn Karl Lauterbach, RKI, Virologen und Intensivmediziner nicht anerkannt. Herr Lauterbach bleibt seiner geforderten Position treu und hält Ehrenhaft für die Eltern und heranwachsende Schulgeneration daran fest. Die Gefahr hat er mit aller Deutlichkeit ausgesprochen und eine tragende Frage an die KM gestellt. Es kann doch nicht unser Wille und unser Anliegen sein das Leben der Eltern in Gefahr zu bringen. Bei den KM hat jeglicher gesunde Menschenverstand ausgesetzt und leisten keine Bereitschaft ein Menschenleben zu schützen. Die Gefahrfahrenzone der Eltern
    und Kinder wird klein gehalten und die Bildung vorgeschoben. Dieses Schuljahr ist gelaufen und diese Wahrheit wird auch von den KM nicht benannt. Wir setzen uns für die Bildung ein wird getönt. Wir haben in Mannheim einen Inzidenzwert seit dem 20.4.2021 von 195,1 die Stimmung an der Schule ist schlecht und die Lehrer sind stark gereizt. Der Dienstherr hat mir befohlen und muss es ausführen weil ich Beamte bin. Die Dienstpflicht hält uns alle fest und wir müssen „AUF“ und „ZU“ Spiel mit spielen und müssen uns täglich diesem Druck beugen. Entwicklungsschritte können nicht erfahren und erprobt werden, weil der Leistungsdruck an der Front ist und Gespräche der Aufarbeitung der ersten Lebenskrise der heranwachsenden Schulgeneration keinen Platz auf den Stundenplan hat. Die Kinder und Jugendlichen sind sehr verunsichert und die KM haben kein wohlwollendes Klima geschaffen an der Schule. Jeder besucht die Schule mit einer Angst trage ich das Virus zu meinen Eltern, was fordert der Lehrer heute von uns und wie ist seine Stimmungslage bei seinem Druck in die Schule gehen zu müssen. Die Lehrer sind sehr bemüht die Fassade aufrecht zu erhlaten und innerlich sind die Lehrer nur noch genervt von den täglichen neuen Anweisungen. Obwohl der neue Wert festgelegt ist, müssen wir in Mannheim 195,1 zur Schule und warten auf einen neuen Befehl wie es weiter geht. Das Schüler und Lehrer Verhältnis hat sich verändert und eine Leichtigkeit spürt keiner mehr im Umgang untereinander. Die KM haben die Stimmung an den Schulen auf gut Deutsch versaut…….

  6. Will man die Zahl der Neuansteckungen wirklich reduzieren, kann man den Hebel nur an 3 Stellen ansetzen:
    Arbeit
    Schule
    Kita.
    Arbeit kann man nicht weiter beschränken, Kitas sind schwieriger, es bleiben somit die nur die Schulen, bzw. die höheren Jahrgänge weiterführenden Schulen.
    Die Ausgangssperren mögen vielleicht einen Effekt erzielen, mehr aber auch nicht.
    Wie kommt man auf 165? Einzige Vorgabe: Vorne muss eine 1 stehen, der Rest wurde gewürfelt?
    Je mehr Zeit man verstreichen lässt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich weitere Mutationen entwickeln.

    • Wieso kann man die Arbeit nicht weiter beschränken? Wenn ich mir den täglichen Berufsverkehr anschaue und mit Frühjahr 2020 vergleiche, dann komme ich zu dem Schluss, dass es da irgendwo noch viel verstecktes Potential geben muss…

  7. Homeschooling aus beiden Perspektiven gesehen

    Viele Familien haben ihre Kinder in Niedersachsen seit den Herbstferien im Homeschooling, weil entweder die Kinder selbst oder nahestehende Angehörige schwer krank sind ihnen nicht selten sogar wegen der Vorerkrankung von den Impfungen abgeraten wird.

    Seit Einführung der Testpflicht sind noch viele Familien dazu gekommen. Die Gründe sind genauso mannigfaltig wie verständlich. Zum einen sind es die Eltern, die das Infektionsrisiko fürchten, da die Tests insbesondere bei asymptotischen Patienten so gut wie nie positiv sind und damit auch beim Testen zu Hause kaum Schutz bieten. Dann sind es die Eltern, die ihre Kinder mit den Tests nicht quälen wollen und es sind die Eltern, deren Kinder das Pech haben, das in den Schulen ihrer Kinder die „wir werden alle sterben“ Politik hochgehalten wird und die ihre Kinder nicht in ein derartiges Angstklima schicken wollen.

    All das kann ich verstehen.

    Und aus Lehrersicht? Die meisten Eltern machen ihre Sache hervorragend. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Schule ist viel breiter in das Bewusstsein der Eltern gedrungen, als es in den Jahren mit Hort vor und nach der Schule jemals der Fall war. Viele Eltern verstehen langsam, warum Schule mehr ist, als ein Ort an dem Mathe, Deutsch, Englisch unterrichtet wird und sie bekommen einen Einblick darin, dass die Kinder in die Schule gehen um zu lernen, nicht, um es sofort zu wissen. Was die Zusammenarbeit angeht, ist es einfach sehr schön.

    Was mich besonders freut ist, dass es endlich wieder erlaubt zu sein scheint, dass Eltern mit Lehrern reden, bevor das Kind in den Brunnen fällt. Während wir vor Corona bei den Elternspechtagen und Elternabenden oft nur die Eltern da hatten, mit denen wir eh nichts zu besprechen hatten, sind jetzt viel mehr Eltern mit uns im Austausch.

    Und die, wo es vorher schon Probleme gab, schicken ihre Kinder in der Regel in den Präsenzunterricht. Offen gestanden hatte ich das nicht erwartet, aber anscheinend hat der erste Lockdown im März 2020 diesen Eltern doch gezeigt, dass Schule eben nicht nebenher läuft und doch einiges an Arbeit macht.

    Wenn ich mir das so ansehe, muss ich offen zugeben, dass es mehr oder minder gut läuft. Ja mehr oder minder – aber das hatten wir vorher schon.

    Schon vor Corona hatten wir folgende Situation: 8% der Kinder der Regelschüler beenden diese nach der 9. Klasse mit einem Abgangszeugnis, heißt ohne Abschluss. 6% aller Regelschüler erreichen diese Klassenstufe gar nicht und haben ebenfalls keinen Abschluss und wenn wir dann noch die Anzahl der Kinder, die nicht lernbehindert sind und dennoch eine Förderschule besuchen und dort ebenfalls keinen Abschluss erreichen, obwohl sie dazu in der Lage wären, dazu zählen, sind wir bei knapp 20% aller Kinder, die uns durch die Lappen gehen. In diesen Zahlen sind nur die Kinder erfasst, die auch seit der 1. Klasse in Deutschland zur Schule gehen und den Anteil an Migrantenkindern ist überschaubar.

    Was sagt das über unser Schulsystem aus? Müssen wir den Präsenzunterricht mit aller Kraft am Laufen halten, obwohl doch vorher schon so viel schief lief und jetzt trotz Homeschooling so viel gut läuft?

    Ich denke nicht. Was unser Schulsystem braucht, nicht nur in der Coronakriese, sondern generell, ist Flexibilität. Wir haben Kinder, die zu Hause sehr wohl und gut lernen können, wir haben Eltern, denen man sehr wohl neben den eigenen Kindern auch noch 3 weitere Kinder anvertrauen kann (wobei da aus meiner Sicht, sowohl eine Schweigepflichtsentbindung gegenüber den Klassenlehrerin, wie auch eine Bezahlung dieser Eltern unabdingbar wäre) und wir haben Familien, die den Präsenzunterricht brauchen und zwar täglich inkl Hausaufgaben, damit uns diese Kinder nicht mehr verloren gehen.

    Liebe Kultusminister. Die meisten von Ihnen sind keine Lehrer, das macht ihren Job nicht leichter. Aber in Ihrer Position vertraue ich darauf, dass Sie in der Lage sein müssten flexibel und auf mehreren Ebenen zu denken. Als Lehrer haben wir zwar ganze Klassen vor uns, müssen aber trotzdem jedes eigene Kind sehen, wenn wir unseren Job gut machen wollen. Und genau dafür sind wir Lehrer geworden.

    Wir wollen nicht, dass unsere Kinder krank werden, im schlimmsten Fall Angehörige verlieren, in einem Angstklima leben müssen und wir wollen auch nicht, dass uns auch nur ein einziges Kind verloren geht.

    Muss unserer System so starr sein? Wir kennen die Kinder, die Eltern, haben oft Einblicke und sonst meistens Ahnung was da läuft. Wir sehen nicht nur das Kind mit Migrationshintergrund, sondern auch die Mama, die auf dem Deutscharbeitsblatt jede Menge Wörter mit Bleistift ins Arabische übersetzt hat, um ihrem Kind zu helfen. Schublade? Fehlanzeige.

    Stellen Sie sich bitte endlich folgende Frage: Wollen wir die Kinder gesund und mit Zukunftschancen ausgestattet durch die Kreise bringen oder wollen wir wöchentlich neue Zahlen aushandeln und damit prahlen, dass wir es angeblich am Besten gemacht haben?

    • Sie sprechen mir aus dem Herzen… Corona ist für mich auch eine Möglichkeit zum Neuanfang, zum Entrümpeln des Rahmenplanes, zur Umgestaltung der Schule als Lernort, wo man nicht pausenlos unnachhaltig pauken muss, sondern mit Neugierde und Spaß lernen kann! .. kleinere Klassen, mehr Räume, Fachräume, extra Horträume… usw.
      Aber wahrscheinlich nur ein Traum…

  8. Ich frage mich langsam, ob wir nicht einfach alles auf machen sollten. Nur die Intensivstation werden für Corona Patienten geschlossen.
    Die Psyche der Kinder wäre gerettet, die Bildung ist wieder gerecht, die Kanzlerkandidaten können sich auf das wesentliche konzentrieren, die KM können endlich wieder ihre normale tätig ausführen und das Wirtschaftswachstum kann wieder sprießen. Ach ja und der medizinische Bereich ist wieder aus der Überlastung raus und alles ist wie vorher.
    Andererseits könnte man auch weiter über den Machtverlust der Länder diskutieren, beklagen wie schlimm die Kinder doch dran sind weil sie nicht in die Schule können, die hervorragenden Hygiene- und Teststrategien feiern und die Konzerne weiter puschen.
    Beides topp Wege aus der Kreise.
    Und beides so günstig.
    Gut, es sterben einige Menschen aller Altersstufen (nein, die über 80 jährigen, biontech geimpften nicht, die können dann endlich auf Kreuzfahrt gehen) aber gestorben wird immer. Gewählt nur alle paar Jahre, was ist wohl wichtiger?

    So und dann kam die Realität zurück und hat uns allen so richtig auf die Fr…. gehauen.
    Viele fallen um, die anderen treten evtl. zurück und machen wo anders weiter (in der Wirtschaft?)

    Ach eins hab ich noch vergessen: wichtig ist jetzt, dass man sich für seine Kinder einsetzt, indem man Schulleiter verklagt.
    Denn ich verklage ja auch eine Krankenschwester, wegen der Nebenwirkungen eines Medikaments, oder den Verkäufer, wenn ich mich mit einem Küchenmesser geschnitten habe.

    Notbremse auf Antrag, mit Abwägung der Notwendigkeit unter besonderer Berücksichtigung der Wetterlage in Hintertupfingen am Aschermittwoch. Nur nichts überstürzen. Inzidenzwerte werden überbewertet.

    So und für alle, die es noch nicht gemerkt haben: dieser Beitrag kann Spuren von Ironie und Zynismus enthalten.

  9. Mir fällt dazu nur noch ein Witz ein:

    Die neue Lehrerin fragte die Kinder, welche Berufe die Väter ausüben. Es werden Ingenieur, Bäcker, Handwerker,… genannt. Nur Fritzchen sitzt ganz still da.
    Die Lehrerin fragt ihn: „Was arbeitet dein Papa?“ Fritzchen: „Mein Vater räkelt sich als Tänzer an einer Stange in einer Nacktbar. Dabei trägt er einen glitzernden String und wedelt mit einer Federboa.“
    Sprachlos wendet sich die Lehrerin wieder dem Unterricht zu. Als zum Schulende Fritzchen von der Mutter abgeholt wird, erzählt die Lehrerin der Mutter von Fritzchens Antwort. Die Mutter errötet.
    Auf der Heimfahrt fragt die Mutter: „Fritzchen, was für Lügen erzählst du im Unterricht? Du weißt doch was Vati arbeitet?“
    Fritzchen beginnt zu weinen: „Das schon, mir war es aber einfach zu peinlich zu sagen, dass Papa beim Kultusministerium arbeitet.“

  10. Herrn Piwarz‘ Einsatz für Bildungsgerechtigkeit in allen Ehren – wo aber bleibt die Sorge um Leib und Leben der Schüler, Lehrer und deren Familien? Wie lang wollen wir nun wieder warten, bis der Ernst der Lage erkannt wird? Sachsen liegt bereits tagelang über dem Inzidenzwert von 200, ebenso der Landkreis meines Gymnasiums.
    Das neue Unwort für mich lautet „Inzidenzunabhängig öffnen“!

    • Das ist in der Tat inzwischen ein absolutes Unwort . So wie Bildungsgerechtigkeit , Präsenzunterricht und Selbsttest . Nur noch übertroffen von ˋ kein Treiber der Pandemie ´ .

  11. «Es entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben soll.»
    Was?
    Neeeee, es entsetzt, dass es den Kultusministerien im ganzen Land immer noch SCHEISSEGAL ist, dass es an Schulen keinen effektiven Infektionsschutz für MILLIONEN Menschen gibt!
    Dass sowohl Kinder und Jugendliche sich infizieren und das Coronavirus mit in ihre Familien tragen, als auch dass Lehrer:innen sich infizieren und das Coronavirus mit in ihre Familien tragen werden.
    Hieß es nicht mal, wir wollen die Verbreitung des Virus effektiv bremsen mit „Runter auf Inzidenz 35“???

    Aha, die sind also alle ziemlich schlecht in Mathematik!

    Ich persönlich bin wirklich sehr dafür, dass Schüler:innen im Präsenzunterricht lernen – allerdings nicht zum derzeitigen Preis. Es ist schwer nachvollziehbar, dass es zwischen Präsenzunterricht bei einem um ein vielfaches gesteigerten Infektionsrisiko an Schulen und Distanzunterricht in verschieden ausgeprägten Qualitäten und Quantitäten ÜBERHAUPT KEINE ALTERNATIVEN zu geben scheint. Also nur in den Köpfen der zuständigen Politiker – denn ernstzunehmende Vorschläge gab es schon die ganze Zeit…

    Also ein neuer Versuch als Eltern:

    https://elfmillionenstimmen.de/

  12. Wie war es doch einst? Ab 50er Inzidenz streckten die meisten Gesundheitsämter die Flügel: die Infektionsketten konnten nicht mehr nachvollzogen werden. Einst war es das Ziel, die Zahlen unter diese Schwelle zu bekommen (mindestens!), damit die Kontrolle über das Infektionsgeschehen überhaupt vom Ansatz her möglich schien.

    Lauterbach meint, bis Ende Mai wären mindestens 50 % der Bevölkerung zum ersten Mal geimpft. Der Blick nach Israel ließe hoffen, dass genau dann der Schrecken der Pandemie abnimmt (nicht mehr so viele Infektionen, nicht mehr so tödlich). Das ist doch ein überschaubarer Zeitraum, eine Perspektive.

    Wozu diese Verhandlungen um die Inzidenzschwellen wie auf einem Bazar?

    Bis Ende Mai – oder vielleicht auch bis Juni (wenn die Betriebsärzte mitimpfen können), sollte man ganz einfach gar nichts schleifen lassen oder ausreizen. Jede Zahl über 50, ab der erst Infektionsschutzmaßnahmen erlaubt wären, ist zu hoch! 50 ist eigentlich auch schon zu hoch, denn da kommen die Gesundheitsämter schon nicht mehr nach. Also sollte man doch nochmals anstreben, deutlich unter diesen Wert zu kommen und zu bleiben. Das geht nur mit öffentlichen und privaten Einschränkungen. Je breiter und früher, umso besser. Also gestern.

    Wenn man doch weiß, es handelt sich um ca. 6 Wochen noch und man sieht – anders als jetzt -, dass die Zahlen wirklich nach unten gehen, lässt sich die Bevölkerung auch besser motivieren, konsequent mitzumachen. Das Zermürbende sind doch die halbherzigen Maßnahmen, die nun seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Erfolg nach sich ziehen. Das Zermürbende ist doch gerade das Leben mit den hohen Infektionszahlen und dass wirksame Schutzmaßnahmen trotzdem nicht für notwendig erachtet werden und zum Teil verweigert werden.

    Man sollte sich eben nicht an eine hohe Inzidenz gewöhnen wie Herr Laumann das so sieht. Warum auch, wenn es auch anders ginge? Warum, wenn das Ende doch absehbar ist und sogar benannt werden kann? Maßnahmen jetzt und überall – Zahlen senken – Impfen – Tod und Krankheit vermeiden … dann wird im Sommer hoffentlich das Leben wieder sonniger (nicht nur wegen der Sonne!).

    Man kann es sich auch furchtbar kompliziert machen. Ich versteh´s nicht. Krampf, Krampf, Krampf statt dem Virus endlich mal vollumfänglich den Kampf anzusagen und damit weitere Tote und Erkrankte nicht mehr als in der Pandemie gegeben zu akzeptieren. Es ist doch keine aussichtslose Situation auf Erfolg! Wenn sich die Infektionslage nachher durch upgedatete, regelmäßige Impfungen so regulieren lässt wie eine Grippe, ist doch gut. Mehr ist vermutlich eh nicht zu erwarten. Es handelt sich nur noch um Wochen, wenn uns nicht eine böse Escapemutation überrollt. Gerade aber um das abzuwenden, ist es nochmal dringlicher – nicht nur zur Vermeidung von Erkrankung und Tod – JETZT Infektionen zu vermeiden (d.h. Kontaktbeschränkungen jeglicher Art – also Vermeidung von Kontakten – insbesondere in Innenräumen).

    Was gibt es da überhaupt zu diskutieren? Es geht nicht darum, was das Gesundheitssystem aushält. Es geht um Menschenleben und Escapemutationen (die sich bei hohen Infektionszahlen entwickeln).

    Und es geht auch darum, den Schüler(innen) ein weitgehendes normales Schülerleben im nächsten Schuljahr zu ermöglichen. Dieses kurzfristige Denken gefährdet auch das.

  13. „Eine Gruppe renommierter Ärzte und Wissenschaftler findet, die Corona-Politik mute jüngeren Jahrgängen zu viel zu – erkennbar an steigenden Zahlen bei Störungen, Depressionen und Suizidgedanken. Sie will Schulen und Kitas mit Hygieneschutz offen lassen – im Regelbetrieb.
    […]
    In einem offenen Brief wenden sich Kinder- und Jugendärzte, Virologen und Epidemiologen an Bundestag, Bundesregierung und Landesregierungen, um für mehr Freiheiten für Kinder und Jugendliche zu werben – unter anderem für einen Regelbetrieb mit Hygienekonzepten an Schulen. Die „Gesamtsituation des alltäglichen Lebens“ in der Pandemie sei für diese Altersgruppen „besorgniserregend“, heißt es in dem Brief, zu dessen Unterzeichnern prominente Namen wie der Epidemiologe Klaus Stöhr und der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gehören. Insgesamt habe man Unterschriften von über 300 Fachleuten gesammelt, schreibt die „Initiative Familien“.

    Seit Wochen“, heißt es, bemerkten unter anderem Kinderärzte und Psychiater aus dem Kreis der Unterzeichner einen „starken Anstieg“ an „Angst- und Schlafstörungen, Depressionen und Suizidgedanken unter Kindern und Jugendlichen“. Die „negativen Langfristfolgen“ durch Unterrichtsausfall seien „umfassend dokumentiert und belegt“. Zudem seien „Bewegung und gemeinsame Aktivität“ für junge Menschen „elementar“.

    Man wende sich daher vor allem gegen die automatische, inzidenzabhängige Schließung von Schulen und Kitas, aber auch gegen das Verbot von Gruppensport unter freiem Himmel.

    Zwar gab es zuletzt Zweifel daran, dass Schnell- und Selbsttests dazu geeignet sind, systematisch und zuverlässig Infektionslagen zu erfassen. SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach twitterte zudem, Schulschließungen würden in der sich zuspitzenden Lage „wahrscheinlich“ nötig sein.
    Die Initiative aber ist anderer Meinung. Studien hätten gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko in Schulen und Kitas „gering“ sei. Ausbrüche dort seien „in aller Regel klein“, das Ansteckungsrisiko des Personals sei im Vergleich zu anderen Berufsgruppen nicht erhöht. Eltern „mit Ängsten oder in besonderen Risikosituationen“ könnten durch die Aussetzung der Präsenzpflicht bei hohen Inzidenzen ihre Kinder von zu Hause unterrichten – dafür müssten „die notwendigen Ressourcen“ bereitgestellt werden. Grundsätzlich aber sollten Kitas und Schulen im Regelbetrieb weiterlaufen – mit umfassendem Testsystem und schnellen Impfungen.
    „Es ist dringend nötig, Schulen und Kitas geöffnet zu lassen“, heißt es. „Denn die Solidarität, die wir Kindern bereits seit Monaten abverlangen, geht auf Kosten ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen, ihrer psychischen Gesundheit und ihrer körperlichen Unversehrtheit.“ Daher gelte: „Infektionsschutz zu Lasten der Gesundheit und der Entwicklungschancen von Kindern muss dringend ein Ende haben.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article230523951/Offener-Brief-an-Regierende-Infektionsschutz-zu-Lasten-der-Gesundheit-von-Kindern-muss-ein-Ende-haben.html

    Warum wird dann nicht von dieser Gruppe von Wissenschaftlern usw. mit dafür gesorgt, dass Schule endlich sicherer wird?
    Das Mantra, dass Schulen kaum einen Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten würden, ist doch hinreichend widerlegt. Aktuell gerade anhand der höchsten Inzidenzen in der Altersgruppe von 14-29 Jahren. Auch die Zahl der noch Jüngeren ist besorgniserregend. Die Inzidenz liegt da sowieso schon über dem Durchschnitt. Wie erklärt man das? Was ist mit den Mutationen, die sich bei vielen Menschen in geschlossenen Räumen sehr schnell weiterverbreiten. Volle Intensivstationen, auf denen sich nun zunehmend Eltern der Schüler wiederfinden, das Durchschnittsalter der Intensivpatienten sinkt und liegt teilweise bei knapp über 50.
    Dass die angeblichen „Hygienekonzepte“ an Schulen nicht funktionieren, dürfte sich auch herumgesprochen haben. Dazu in etlichen Bundesländern keine Testpflicht, abgesehen davon, dass die Tests sehr unsicher sind.
    Was wollen diese Leute? Das ist Freigabe aller an Schule Beteiligten zur Durchseuchung. Und daran werden auch ein paar geimpfte LuL nichts ändern.
    Ziel müsste doch eigentlich sein, alle zu tun, damit endlich die Zahlen markant sinken, damit das Infektionsgeschehen kontrollierbar wird und alle!!! (Schulen, Geschäfte, Betriebe, Gastronomen…) eine echte, nachhaltige Öffnungsperspektive haben! Alles andere ist doch Wahnsinn und wird unser Land wirtschaftlich, sozial und überhaupt in die Katastrophe führen. Voraussetzung für alles! sind niedrige, beherrschbare Infektionszahlen. Auch unter dem Aspekt der Gefahr durch neue und möglicherweise gefährlichere Mutationen, die bei hohen Infektionszahlen immer entstehen können.
    Ich bin nur noch fassungslos darüber, dass man sich offensichtlich mit den hohen Infektionszahlen abfinden, sie sogar noch steigern will und den Kollaps der ITS als normal empfindet. Anders kann ich diese Aussagen nicht deuten.

    • Natürlich wirkt sich die Gesamtsituation negativ auf die Psyche aus. Aber zu suggerieren, dass eine aktuelle Schulöffnung keine negativen psychische Auswirkungen hat, ist mal wieder ein sehr einfacher Problemlösungsvorschlag. Bei den Kindern ist es wie bei den Erwachsenen. Die einen gehen die Situation gelassen, ohne persönliche Risikoabwägung an, anderer sorgen sich angesichts des Risikos einer Infektion. Viele Schüler machen sich auch Gedanken, welche Auswirkungen es haben könnte, wenn nur sie nicht geimpft sind. Mir erschließt sich weiterhin nicht, wie Schulöffnung zum Schutze der psychischen Gesundheit gefordert werden können, ohne die pandemische Gesamtsituation in die Betrachtung miteinzubezubeziehen. Der Appell an die Regierung müsste doch sein, endlich wirksame Maßnahme zur konsequenten Reduktion des Infektionsgeschehens, zu ergreifen. Diese Forderung nach Schulöffnung, ist doch nur ein herumdoktern an den Symptomen dieser inkonsequenten Scheinhandlungen, die seit November letzten Jahres das Leben der Menschen ohne Perspektive und Zielsetzung, einschränken.
      Es ist zynisch gegenüber all den Menschen, die bei einer Erkrankung ihr Leben oder dauerhaft ihre Gesundheit einbüßen. Wo ist die Solidarität der Menschen, gemeinsam für ein Ziel zum Wohle der Gesellschaft zu kämpfen. Ich befürchte der Darwinusmus ist der wahre Wesenskern unserer Spezies. Oder sind die Neuseeländer einfach nur zivilisierter und solidarischer als wir und können deshalb jetzt auch schon wieder freier und unbeschwerten sowie wirtschaftlich sorgenfreier leben?

    • Was mich an deren Argumentation auch stört, dass auch bei offenen Schulen in der Pandemie sicherlich ein großer Teil der Jugendlichen/ Kinder Angststörungen und andere psychologische Auffälligkeiten entwickeln würden. Meinen Kindern fehlt auch das soziale Miteinander. Aber weniger das in der Schule, sondern vielmehr der normale Alltag in der Freizeit nach der Schule oder die echten Ferien. Es ist weniger die Schule, als vielmehr der Umstand, dass auch in der Freizeit nichts mehr geht. Unbeschwert mit anderen Kindern kicken zu können, sich auf die Freibad Saison zu freuen, mit Freundinnen durch die Stadt zu tingeln und die Kleiderläden abzuklappern, sich mit der Familie auf den Urlaub zu freuen oder gemeinsam in den Biergarten und und und….Dieser Dornröschenschlaf geht uns doch allen auf die Psyche und natürlich auch den Kindern. Dazu kommt noch die Angst, dass Familienmitglieder tatsächlich an Corona erkanken und natürlich beschäftigt auch dieser Gedanke unsere Kinder. Vor allem dann, wenn sie bei hohen Zahlen in die Schule gezwungen werden. Aber was für Leute sind das eigentlich, die Kinder nur in ihrer Funktion als Schüler sehen? Und diese Zahl 165 in Schulen bringt wirklich nichts. Bisher hat man mit den Schulschließungen wenigstens eine Verbesserung des Infektionsgeschehens bewirkt. Aber mit einer Inzidenz von 165 kann sich doch gar nichts verbessern. Im Gegenteil, es wird erst mal schlimmer werden und dann auf dem neuen Level gleich schlimm bleiben, zumindest für alle Ungeimpfte.

      • Und dann diese Zahlen:

        Coronavirus-Liveticker
        +++ 15:15 Bayern meldet 300er-Inzidenz bei Teenagern +++
        Die 15- bis 19-Jährigen sind inzwischen die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in Bayern. Das sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek in München. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in dieser Altersgruppe liege derzeit bei 321,3, bei den 10 bis 14-Jährigen noch immer bei 242. Insgesamt liegt der Durchschnitt in Bayern derzeit bei 185. Der CSU-Politiker meldete für Bayern eine Impfquote von über 20 Prozent bei den Erstimpfungen. In mehr als der Hälfte der Impfzentren werde bereits die Priorisierungsstufe 3 geimpft. Dazu gehörten nun auch alle Lehrer. Für die Monate Mai und Juni erwarte er „richtig viel“ Impfstoff für Bayern. Dann könnten von Ende April an auch Modellprojekte zur Entpriorisierung gestartet werden.“

        https://www.n-tv.de/panorama/15-15-Bayern-meldet-300er-Inzidenz-bei-Teenagern–article21626512.html

        Das sind die Abschlussklassen, die seit Januar im Präsenzunterricht sind. Ich schätze, bei uns ist deren Inzidenz noch höher, weil wir ja eh schon eine Inzidenz von knapp 340 haben. Viele SuS machen lustig Fahrgemeinschaft, Tests sind freiwillig, es gibt auch Maskenverweigerer, die aber trotzdem am Unterricht teilnehmen dürfen, Freizeit findet auch bei vielen gemeinsam statt… Dazu Nachbarschaftsbesuche usw. Im Umfeld Coronaleugner oder zumindest – verharmloser, Maskengegner…
        Kein Wunder, dass die Zahlen nicht runtergehen. So fahren wir alles voll gegen die Wand.

        • Man darf aber nicht aus den Augen lassen, dass deutlich mehr getestet wird und somit der Inszidenzwert auch dadurch stetig ansteigt. Es sollte mehr auf die Intensivbettenbelegung, Positivenquote und R Wert geachtet werden uns zudem auch die Quote der Erkrankten, die nicht „nur“ asymptomatisch positiv sind. Viele sehen diese Inszidenzen völlig falsch.

          • S,
            bitte nennen Sie Zahlen, die belegen, dass es momentan eine höhere PCR-Testrate gäbe.
            Alles andere sind rhetorische Relativierungsversuche. Sie merken dies vermutlich erst, wenn Sie selbst von Leid durch SARS-CoV-2 betroffen sind.

          • Allerdings sollte man auch Folgendes nicht außer Acht lassen:

            „Daniel Vilser (44) vom Uniklinikum Jena leitet eine Spezial-Ambulanz für Kinder mit Corona-Langzeitfolgen. Im Gespräch mit FOCUS Online warnt der Leitende Oberarzt vor einer massiv steigenden Zahl sehr junger Covid-19-Patienten. Die zum Teil dramatischen Spätfolgen gerade bei Kindern würden oft „stark unterschätzt“.
            In der dritten Corona-Welle wird die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen in Deutschland stark steigen. Außerdem werden immer mehr junge Patienten unter den zum Teil schweren Langzeitfolgen der Virusinfektion leiden.
            „Diese Entwicklungen werden derzeit noch stark unterschätzt“, warnte Dr. Daniel Vilser vom Universitätsklinikum Jena im Gespräch mit FOCUS Online. Vilser leitet eine erst vor wenigen Wochen gegründete, deutschlandweit einzigartige Spezial-Ambulanz, in der Kinder mit Corona-Langzeitfolgen behandelt werden.“
            https://www.focus.de/politik/sogar-saeuglinge-sind-betroffen-uni-arzt-warnt-immer-mehr-kinder-und-jugendliche-opfer-von-corona-spaetfolgen_id_13210858.html

            Und die Intensivstationen hier in Thüringen sind teilweise schon so voll, dass Covid-Patienten in andere Bundesländer ausgeflogen werden.

            Zur Positivenrate:

            „Die Positivenrate gibt an, wie viele der durchgeführten Corona-Tests tatsächlich positiv ausfallen. In der 14. Kalenderwoche lag der Anteil der positiven Tests bei 12,04 Prozent. Eine Woche zuvor waren es 10,98 Prozent, davor 9,32 Prozent. Ein Blick auf die RKI-Statistik zeigt zudem, dass sich die Positivenrate innerhalb der vergangenen vier Wochen sogar fast verdoppelt hat.“

            Sieben-Tage-Inzidenz „sehr guter Indikator“
            Geht man davon aus, dass der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz auf die vermehrten Testungen zurückgeht, „sollte der prozentuale Anteil der positiven Befunde eigentlich deutlich geringer werden“, sagte Matthias Orth dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Leider ist gerade das Gegenteil der Fall.“ Orth ist Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Laborärzte und Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin im Stuttgarter Marienhospital. Seiner Ansicht nach ist die Sieben-Tage-Inzidenz zurzeit ein „sehr guter Indikator“, weil in Deutschland ein diffuses Infektionsgeschehen herrscht.

            https://www.rnd.de/gesundheit/corona-faktencheck-steigt-die-sieben-tage-inzidenz-weil-mehr-getestet-wird-CAS6ZHTF55ARLPFQU4G6DZM5KQ.html

            Corona in Hessen: „Großteil der jetzigen Patienten ist zwischen 50 und 70 Jahre alt“ am Uniklinikum Gießen

            Derzeit würden auf der Intensivstation keine über 80-Jährigen liegen, sagt Sander. Das liege vor allem daran, dass viele Menschen dieser Altersklasse inzwischen geimpft seien. »Der Großteil der jetzigen Patienten ist zwischen 50 und 70 Jahre alt. Zum teil aber auch deutlich jünger«, sagt Sander und betont: »Kaum jemand hat Vorerkrankungen. Es sind ehemals gesunde Menschen 50 Jahre, 40 Jahre, 18 Jahre. Nicht alle werden es schaffen.«

            Und dann wäre da noch die Gefahr von LongCovid, die die betroffenen Menschen und das Gesundheitswesen noch lange belasten dürfte:

            „Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben, sei für diese Menschen glücklicherweise geringer als bei den älteren. Dafür müssten sie womöglich aber mit Langzeitfolgen leben. »Wir stehen noch am Anfang und müssen lernen, was ›Long Covid‹ bedeutet. Aber schon jetzt sehen wir bei Patienten, die vom Beatmungsgerät entwöhnt sind und nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden müssen, schwere Veränderungen in der Lunge.« Ob sich andere Organe von der Erkrankung erholen, sei ebenfalls ungewiss. Demnach könne das Leben der Überlebenden auf Jahre eingeschränkt sein.“

            https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/corona-hessen-patienten-alter-vorerkrankungen-kliniken-90466381.html

            „Der Leiter des Divi-Intensivregisters, Prof. Christian Karagiannidis, berichtet von zunehmend jungen Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf. „Wir sehen das gerade bei uns in Köln: Es sind die Berufstätigen, die gerade auf der Intensivstation liegen“, sagte der Oberarzt des Klinikums Köln-Merheim im Gespräch mit dem Science Media Center.
            Die Entwicklung bereite ihm aktuell Bauchschmerzen und er vermute, dass die veränderte Altersstruktur bei den Krankenhauseinweisungen mit der Variante B.1.1.7. zusammenhängen könnte.[…]

            „Was die Datenauswertung hingegen bereits zeige, sei die zunehmende Bedeutung von Langzeitfolgen. Von rund 6000 aus der Klinik entlassenen Covid-19-Patienten musste rund ein Viertel im Laufe der folgenden sechs Monate erneut aufgenommen werden. „Einige Patienten sterben auch noch nach der Entlassung aus der Klinik“, berichtet Karagiannidis. Auch auf Long Covid spezialisierte Ärzte berichten zunehmend von jüngeren Menschen, die unter Symptomen lange nach einer Sars-CoV-2-Infektion leiden – auch nach milderem Verlauf.“

            https://www.rnd.de/gesundheit/intensivmediziner-in-sorge-zunehmend-jungere-patienten-auf-intensivstationen-YRBNJWUCJBAKHDSBB5PIV4L6RQ.html

            „PATIENTEN ZWISCHEN 30 UND 60 JAHRE ALT
            Konkret zeigt sich die Entwicklung hin zu jüngeren Intensivpatienten im Saarland zum Beispiel in den SHG-Kliniken in Völklingen: „Die Covid-19-Intensivpatienten der letzten beiden Wochen sind deutlich jünger als diejenigen der ersten Welle im vergangenen Jahr“, teilte ein Sprecher mit. Im April letzten Jahres seien die meisten Patientinnen und Patienten zwischen 70 und 80 Jahren alt gewesen, nun liege ihr Alter zwischen 30 und 60.[…]
            Auch im Klinikum auf dem Saarbrücker Winterberg zeichnet sich ab, dass mehr jüngere Menschen mitten aus dem Leben auf der Intensivstation landen: „Im April 2020 haben wir im Klinikum Saarbrücken vor allem sehr alte Covid-19-Patienten behandelt. Jetzt behandeln wir viele Patienten, die mitten im Erwerbsleben stehen, die wenig Begleiterkrankungen haben, Kinder aufziehen und nach der Intensiv-Behandlung nach derzeitiger Einschätzung zu einem relevanten Teil durch Long-COVID voraussichtlich aus dem Arbeitsleben ausscheiden werden“, erklärt Dr. Schwarzkopf. Das habe auch volkswirtschaftliche Folgen.“

            https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/mehr_juengere_covid_patienten_auf_intensivstation_100.html

          • Jaaaahaaaa, aber Test erzeugen keine Infektionen – sie decke sie lediglich auf!!!
            d.h.d., dass diese höheren Infektionszahlen lediglich die Realität ehrlicher abbilden – mit der Möglichkeit (wenn sie denn dann von den GA genutzt wird) Infektionsketten und -cluster aufzudecken.
            Woran sollte man sich denn – Ihrer Meinung nach – orientieren??
            Mit einer steigenden Anzahl von Infektionen steigt die Anzahl der Leute auf den ITS – mit einer steigenden Anzahl von Lauten auf den ITS steigt die Zahl derjenigen, die beatmet werden müssen – mit einer steigenden Anzahl von Leuten, die beatmet werden müssen steigt die Zahl der Toten (ca. jeder 3. – manche Zahlen z.B. die der Charité in Berlin sogar jeder 2. !! – liegt daran, dass die vermehrt die schwere Fälle aus dem Großraum Berlin aufnehmen)
            „So…mein Herzblatt – nun musst du dich entscheiden zwischen der Intervention vorne in der Kette oder der hohen Anzahl der Toten am Ende der Kette! Wer soll dein Herzblatt sein – resp. was soll deine Interventionsgröße sein?“

          • Och bitte. Eine im Vergleich sehr hohe Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen wird eben in überschaubaren Zeiträumen auch eine entsprechende Steigerung in deren Familien (Eltern, Geschwister, Großeltern…) zur Folge haben. Auch wenn sie asymptomatisch sind, ansteckend sind sie ja trotzdem – sonst wären ja bereits die Inzidenzen innerhalb der Altersgruppe nicht so hoch.

            Die hohe Quote bei den Kinden und Jugendlichen (für die es z.B. in den Kitas praktisch keinerlei und in den Schulen bei Präsenz nur arg rudimentären Schutz gibt) greift daher nur vorweg, was in vielleicht 14 Tagen Abstand altersübergreifend beim R-Wert zu erwarten sein wird und vielleicht in einem Monat Abstand zur Überlastung der Intensivstationen führt.

            Sind die Intensivstationen schon überlastet, ist es viel zu spät, um dann noch nachzusteuern. Die Leut liegen mit Corona im Schnitt 12-14 Tage intensiv (für AT: https://bit.ly/3dGDRUJ), blockieren also so lange das Bett für andere und Nachzügler. Dann geht es ganz schnell, wobei z.B. hier in der Schweiz das böse Wort „Triage“ leider vermieden wurde: https://bit.ly/3dz74Rh

          • @S.
            „Man darf aber nicht aus den Augen lassen, dass deutlich mehr getestet wird und somit der Inszidenzwert auch dadurch stetig ansteigt.“

            … DEM IST NICHT SO!

            Die Zahlen sprechen leider eine andere Sprache:
            In KW14 wurde laut STATISTA im Vergleich zu den Vorwochen weniger getestet, TROTZDEM stieg die Zahl der positiv-Getesteten. Die Positivrate beträgt 12%, somit ist die Dunkelziffer sehr hoch!
            https://de.statista.com/infografik/22496/anzahl-der-gesamten-positiven-corona-tests-und-positivenrate/

            Der zeitliche Verlauf der Anzahl der wöchentlichen Corona-Tests und die dazugehörige Zahl der Positivfälle lässt sich aus der RKI-Grafik im unteren Drittel des nachfolgenden Artikels gut ablesen:
            https://www.rnd.de/gesundheit/aktuelle-corona-lage-am-21042021-zahlen-karten-grafiken-fur-deutschland-und-die-welt-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html

      • Diese Entwicklung wird wohl von den oben genannten Wissenschaftlern, die für Schulöffnungen plädieren, gar nicht wahrgenommen:

        „Daniel Vilser (44) vom Uniklinikum Jena leitet eine Spezial-Ambulanz für Kinder mit Corona-Langzeitfolgen. Im Gespräch mit FOCUS Online warnt der Leitende Oberarzt vor einer massiv steigenden Zahl sehr junger Covid-19-Patienten. Die zum Teil dramatischen Spätfolgen gerade bei Kindern würden oft „stark unterschätzt“.
        In der dritten Corona-Welle wird die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen in Deutschland stark steigen. Außerdem werden immer mehr junge Patienten unter den zum Teil schweren Langzeitfolgen der Virusinfektion leiden.
        „Diese Entwicklungen werden derzeit noch stark unterschätzt“, warnte Dr. Daniel Vilser vom Universitätsklinikum Jena im Gespräch mit FOCUS Online. Vilser leitet eine erst vor wenigen Wochen gegründete, deutschlandweit einzigartige Spezial-Ambulanz, in der Kinder mit Corona-Langzeitfolgen behandelt werden.
        Corona-Spätfolgen: Ambulanz für Kinder an Uni Jena
        Bislang betreuten Ärzte dort rund 20 Patienten im Alter zwischen acht Monaten und 18 Jahren, die mit Corona infiziert waren und jetzt unter dem so genanntem Long-Covid-Syndrom leiden. Zu den häufigsten Beschwerden zählen verminderte Belastbarkeit (Fatigue), Konzentrationsstörungen, Glieder- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Luftnot und Herzklopfen.
        Laut Vilser ist das Interesse an der Einrichtung in Thüringen riesig. So kämen auch Eltern aus Bayern, Sachsen und Niedersachsen in die Long-Covid-Ambulanz, um ihre Kinder behandeln zu lassen. „Daran zeigt sich, dass es schon jetzt einen großen Bedarf gibt“, so der Leiter der Kinderkardiologie und pädiatrischen Notaufnahme am Uniklinikum Jena. „Dieser Bedarf wird in den kommenden Monaten drastisch steigen.“
        Bei der Mutter angesteckt: Jüngster Patient war acht Monate
        In der Ambulanz arbeiten Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete eng zusammen. Je nach Beschwerden der jungen Patienten stellen sie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zusammen. Neben Blut, Urin und Stuhl untersuchen die Ärzte wichtige Organe der Kinder, darunter Niere, Lunge und Herz, aber auch Gefäße. Außerdem werden die kognitiven und mentalen Fähigkeiten der jungen Patienten analysiert.
        Das bislang jüngste in der Jenaer Ambulanz behandelte Kind war ein acht Monate alter Säugling, der sich bei seiner Mutter mit Covid-19 angesteckt hatte. Nach der Infektion litt der Junge an ausgeprägten Schafstörungen mit Schnarchen.
        Langzeit-Beschwerden auch nach milden Erkrankungen
        Der zweitjüngste Patient war drei Jahre alt. Nach einer Corona-Infektion stellten die Eltern eine deutliche Wesensveränderung fest. Der Junge war plötzlich extrem still und nicht mehr in der Lage, ausdauernd zu spielen. Nachdem die Ärzte keine Auffälligkeiten an den Organen feststellen konnten, arbeiten nun Psychologen mit dem Kleinen.
        Bei anderen Kindern stellten die Thüringer Mediziner zum Teil „deutliche Auffälligkeiten“ etwa bei der Lungenfunktion oder im Herz-Kreislauf-System fest, so Daniel Vilser zu FOCUS Online. Der Leitende Oberarzt weiter: „Kinder können in erheblichem Maß von Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Infektion betroffen sein. Und das nicht nur nach schweren Verläufen, sondern auch nach milden oder sogar symptomlosen Erkrankungen, wie es gerade bei Kindern oft der Fall ist.“

        Häufige Symptome: Kopfschmerzen, Bauchweh, Erschöpfung
        Vilser: „Deswegen werden die Langzeitfolgen bei Kindern viel schwieriger als solche wahrgenommen und oft nicht diagnostiziert.“
        Welche Langzeitbeschwerden bei Kindern nach einer Corona-Erkrankung am häufigsten auftreten, haben italienische Wissenschaftler herausgefunden. Sie befragten die Eltern von 510 Kindern, die Covid-19 überstanden und immer noch Beschwerden hatten. Dabei klagten
        87 Prozent über Müdigkeit und Schwäche,
        79 Prozent über Kopfschmerzen,
        76 Prozent über Bauchschmerzen,
        61 Prozent über Muskel-, Glieder- oder Gelenkschmerzen,
        54 Prozent über Belastungsintolerenz (Erschöpfung).
        Weitere Symptome waren Ausschlag und Frostbeulen, Konzentrationsstörungen sowie Thoraxschmerzen und Herzstolpern.
        Uni-Arzt Vilser: immer mehr infizierte Kinder und Jugendliche
        Im Gespräch mit FOCUS Online sagte Vilser voraus, dass die Infektionszahlen unter sehr jungen Menschen schon bald in die Höhe schnellen werden. „In der ersten und zweiten Welle waren weniger Kinder betroffen, die Krankheitsverläufe nicht so schwer.“ Das habe sich geändert. „In der dritten Welle stecken sich Kinder und Jugendliche genauso oft an wie Erwachsene.“
        Beobachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) bestätigen, dass die Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen in jüngster Zeit stark ansteigen. In Sachsen etwa hat sich die Zahl der infizierten Kinder und Jugendlichen innerhalb von nur sechs Wochen verzehnfacht. Nach kurzer Beruhigung in den Osterferien sind in dem Bundesland aktuell so viele Kinder von neuen Infektionen betroffen wie noch nie.

        Gründe für den Anstieg: Lockerungen, Schulöffnungen, Mutanten
        Gründe für die steigenden Infektionszahlen sieht Vilser in den zuletzt gelockerten Corona-Maßnahmen mit den schrittweisen Öffnungen von Schulen und Kindergärten sowie in der zunehmenden Verbreitung gefährlicherer Virusvarianten wie der britischen Mutante B.1.1.7.
        Zugleich dürfen Kinder und Jugendliche in der EU derzeit noch nicht gegen Covid-19 geimpft werden. Zwar testen einige Unternehmen ihren Corona-Impfstoff bereits an Minderjährigen. Doch wann es dafür eine Zulassung gibt und wann die jüngeren Altersgruppen tatsächlich an der Reihe sind, ist derzeit völlig unklar.
        Schulbesuch nur mit „Testpflicht, Maske, Abstandsregeln“
        Als Vater von zwei schulpflichtigen Söhnen (elf und 14 Jahre alt) weiß Vilser, wie schwer es für Familien ist, die Folgen der Pandemie zu bewältigen und wie sehr Kinder schon seit vielen Monaten leiden. „Aber aus ärztlicher Sicht gibt es wahrscheinlich keine andere Chance, als das öffentliche Leben soweit es geht zurückzufahren.“ Und wenn Kinder in die Schule gehen, dann nur mit „Testpflicht, Maske und Abstandsregeln“, empfiehlt der Leitende Oberarzt.
        Brauchen mehr Long-Covid-Ambulanzen für Kinder
        Wie auch immer die politischen Vorgaben zur Pandemiebekämpfung in Zukunft ausfallen und umgesetzt werden – für Daniel Vilser steht fest, „dass immer mehr Minderjährige Opfer von Covid-19 und den Spätfolgen werden“. Auf diese Entwicklung müsse sich die Pädiatrie „dringend vorbereiten“.
        Vilser zu FOCUS Online: „Ich würde mir wünschen, dass Long-Covid-Ambulanzen wie in Jena auch in anderen Städten entstehen. Eltern und ihre Kinder haben einen Anspruch darauf, in einer solch schwierigen Lage vernünftig versorgt zu werden.“

        https://www.focus.de/politik/sogar-saeuglinge-sind-betroffen-uni-arzt-warnt-immer-mehr-kinder-und-jugendliche-opfer-von-corona-spaetfolgen_id_13210858.html

  14. Die Intensivmediziner betteln und flehen…die Menschen, die auf den ITS liegen, können ja nicht mal mehr das.

    „Update vom 20. April, 11.55 Uhr: „Wenn jetzt nicht sofort konsequent und bundeseinheitlich wieder für mehr Kontaktbeschränkungen gesorgt wird, ist auch die Triage in den nächsten Wochen weiterhin nicht ausgeschlossen“, sagte Uwe Janssens der Rheinischen Post.

    Der frühere Chef der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) warf Bund und Ländern vor, die Ärzte durch politisches Missmanagement in Situationen zu bringen, in denen im Ernstfall auch eine Triage-Entscheidung notwendig werden könnte. „Tragische Entscheidungen von diesem Ausmaß darf man Ärzten nicht zumuten“, forderte der Intensivmediziner. Die Triage sei „das Schlimmste, was Ärztinnen und Ärzten passieren kann“, so Janssens.

    https://www.merkur.de/welt/coronavirus-deutschland-rki-zahlen-marke-rekord-inzidenz-aktuell-lockdown-regeln-stammheim-notbremse-zr-90465214.html

    Und gleichzeitig wie aus einer ganz anderen Welt:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article230523951/Offener-Brief-an-Regierende-Infektionsschutz-zu-Lasten-der-Gesundheit-von-Kindern-muss-ein-Ende-haben.html

    „[…]Studien hätten gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko in Schulen und Kitas „gering“ sei. Ausbrüche dort seien „in aller Regel klein“, das Ansteckungsrisiko des Personals sei im Vergleich zu anderen Berufsgruppen nicht erhöht. Eltern „mit Ängsten oder in besonderen Risikosituationen“ könnten durch die Aussetzung der Präsenzpflicht bei hohen Inzidenzen ihre Kinder von zu Hause unterrichten – dafür müssten „die notwendigen Ressourcen“ bereitgestellt werden. Grundsätzlich aber sollten Kitas und Schulen im Regelbetrieb weiterlaufen – mit umfassendem Testsystem und schnellen Impfungen.

    „Es ist dringend nötig, Schulen und Kitas geöffnet zu lassen“, heißt es. „Denn die Solidarität, die wir Kindern bereits seit Monaten abverlangen, geht auf Kosten ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen, ihrer psychischen Gesundheit und ihrer körperlichen Unversehrtheit.“ Daher gelte: „Infektionsschutz zu Lasten der Gesundheit und der Entwicklungschancen von Kindern muss dringend ein Ende haben.“

    • FDP-Chef Lindner haut in dieselbe Kerbe. In einem Interview heute hat er sinngemäß gesagt, es wäre eine unmögliche Entscheidung, die Inzidenz auf 165 zu senken, die FDP würde alles tun, das rückgängig zu machen. Was tut man nicht alles, damit Eltern weiter brav arbeiten gehen?

      • @Marie

        Vielleicht will er auf 50 senken!

        Ich weiß, dass dem nicht so ist.

        Diese Partei und Herr Lindner wollen auch mal was sagen. Ist nun geschehen, ham wa jehört, wern wa ignorieren.

      • Frau Suding wollte gestern auch schon alles tun… Dieses außerordentliche Engagement der beiden lobe ich ausdrücklich!

        Ich freue mich auf die Luftfilter, die die FDP umgehend in allen Klassenräumen einbauen lässt. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht mit Briefkästen verwechselt werden.

      • Lindner und seine Gefolgsleute (Gebauer) haben Allüren wie die Querdenker und eine ausgebildete Affinität zur Industrie, Banken und den Wirtschaftslenkern. Allgemeines Volk und Bürger gibt es in Massen, leicht austauschbar, ersetzbar. Lindner und Konsorten sind die rücksichtslosesten Politiker, wenn es um die Umsetzung der Wünsche des Geldadels geht. Und wer in den letzten Monaten Gebauer zugehört hat, weiß das die Dame in die selbe Kerbe haut, wie abgesprochen mit der Parteiführung. Von der FDP kann man in diesen Tagen nichts gutes erwarten.
        Ich hoffe bei den nächsten Wahl merkt man sich dieseTypen. Solche dekonstruktiven Charaktere braucht man nicht an diesen wichtigen Schaltstellen der Politik.

        • So äußerte er sich einst: Gerade in einer solchen Pandemie mit sehr viel Staatsorientierung, bisweilen sogar Staatsfrömmigkeit brauche es eine politische Kraft, die den Gedanken der Freiheit und unser aller Grundrechte ins Zentrum stelle.

          Ich glaube auch, es gibt nicht viele, die mit einer solchen SKRUPELLOSEN „Perfektion“ wie er sie innehat, aus der Pandemie Parteikapital für die nächste Wahl schlagen wollen. Die Parteiphilosophie spricht ganz stark Coronaverharmloser sowie gebeutelte Wirtschaftsakteure an. Letztendlich sind es doch aber genau diese Parteistimmen in der Pandemie, die dringend ein stärkeres Eingreifen des Staates erforderlich machen. Da beißt die Katze sich in den Schwanz. Und was mancht Lindner? Er sieht sich auf dem Weg in die Regierung. Corona sei Dank.

          Die FDP passt von ihrem Konzept her nicht in eine Pandemie. Sie kann da nur destruktiv agieren. Das muss man sich merken wie schädlich sich ein Parteikonzept auswirken kann, wenn es um Leben und Tod der Bevölkerung geht. So erwacht man immer mehr … Stück für Stück. Ob Lindner auch das bedenkt? Aber vermutlich ist es ihm egal. Bisher reichte es ihm ja auch, Stunk machen zu können.

    • Und in diesem offenen Brief, von der Nachfolgeorganisation von „Familien in der Krise“ organisiert und von Heudorf, dem Barrington-Declaration-Unterzeichner gepusht, wird auch wieder die „Studie“ aus RLP vom Landesuntersuchungsamt als verlässliche Quelle für kaum-Infektionen-in-Schulen genannt. Tja, ich habe erlebt, wie ein Covid-19-Patient, der sogar ins Krankenhaus musste trotz jugendlichen Alters, mit meinem Kind mehrere Stunden in einem Klassenraum in Mainz war, und keine*r wurde offiziell informiert, geschweige denn getestet. Noch nicht einmal die Sitznachbarn. Da bleiben die Zahlen in RLP unten. Die Leute kommen leider trotzdem ins Krankenhaus.
      Ich fasse es nicht mehr und weigere mich, die weitere Zwangsdurchseuchung mitzumachen.

  15. Förderschulen sollen komplett ausgenommen werden???
    WARUM zur Hölle…
    weil hier kaum ein Schüler AHA Regeln einhalten kann
    nur wenige Maske tragen
    die Schüler nicht verstehen, warum Abstand wichtig ist
    kaum einer in die Ellenbeuge niest
    viele nicht sprechen können und somit nicht sagen, dass Ihnen der Hals kratzt
    UND DIE MEISTEN SCHÜLER ZUR HOCHRISIKOGRUPPE gehören?

    Will man etwa Kinder mit Behinderungen opfern? Aussortieren?
    Nach den Alten sind jetzt die mit Behinderungen dran….arme Welt!!!!!

    • Es sind ja davon auch nicht nur die Förderschulen betroffen. In Niedersachsen gibt es die eigentlich gar nicht mehr. Bei uns wurde die Förderschule geschlossen und die Schüler sind jetzt alle mit an unserer Oberschule. Wir haben nur noch die Förderschule mit Schwerpunkt „geistliche Entwicklung“. Aber auch den Förderschülern an unserer Schule (Schwerpunkt: Lernen, Sprache, Hören, Emotional-sozial) fällt es oftmals schwer die Regeln zu verstehen und umzusetzen. Die Förderschulkollegen, die nicht als Stammschule die Grundschule gewählt haben, haben kein Impfangebot bekommen. Sie sind auf dem Papier keine Förderschullehrer mehr, werden aber noch danach bezahlt.
      So funktioniert es einfach nicht mehr. Das Land Niedersachsen spart sich die teureren Förderschulkollegen ein und wälzt alles einfach auf den vorhandenen Apparat ab. Das Problem wird jetzt während der Pandemie massiv verschärft, da kein Abstand eingehalten werden kann.

      Heute morgen kam im Radio übringns ein Interview mit dem MP Weil. Er sagte, dass die Schulen bei einer Inzidenz von über 100 schließen müssen. Der niedersächsische Kultusminister scheint das noch nicht mitbekommen zu haben. Während die ersten Regionen und Kreise um Hannover dichtmachen, lässt sein Heimatkreis Nienburg an der Weser alle Schulen offen. Seit letzter Woche ist die 100er Inzidenz weit überschritten, aber bis Ende dieser Woche soll abgewartet werden, ob es wirklich zu einer längerfristigen Überschreitung des Grenzwertes kommt. Dazu kommt, dass die Schulen keinerlei Schnelltest bekommen haben. Alle Schüler gehen ungetestet zur Schule. Laut Presseaussage von Herrn Tonne sollen alle Schüler zu Hause bleiben, die sich nicht testen. Jetzt testet sich niemand und alle dürfen kommen.
      O-Ton: Die Lehrer sollen sich die Tests selber kaufen und bekommen sie dann zurück, wenn die Schulen mal eine Lieferung bekommen. Gestern und heute hatten wir Lehrer wieder die ehrenvolle Aufgaben den Schülern und Eltern mitzuteilen, dass das Land nicht genügend Tests geliefert hat. Das benachbarte Gymnasium wollte auch dicht machen, da keine Tests da sind. Anweisung von ganz oben: die Schulen müssen offen bleiben.

      Mittlerweile sind ja die meisten Menschen Politikern kritisch gegenüber eingestellt, aber mit dicken Grinsen in der Pressekonferenz das eine verkünden und dann das andere vor Lehrern, Eltern und Schülern tun… Mit fehlen dabei echt die Worte.

      Dann sollen sie es einfach sagen: Wir wollen euch durchseuchen. Es bleibt alles offen, es gibt erst einmal keine Impfungen.
      Dann wären sie wenigstens ehrlich und man wüsste woran man ist.

      Die Impfangebote für unsere Schule werden übrigens für Ende Mai Anfang Juni erwartet und daran glaube ich auch erst, wenn ich die Impfung bekommen habe.

      Also Fazit der letzten 10 Tage: Keine Tests, keine Schulschließungen (obwohl es sinnvoll wäre früh gegenzusteuern) und keine Impfungen an weiterführenden Schulen.

        • Wir sind in Mainz bei über 200 mit offenen Schulen – leider sinkt die Inzidenz montags oder dienstags immer auf knapp unter 200. Deshalb passiert hier nichts.

  16. Dass die Schulen in Sachsen oder zumind. vielen Kreisen oder Gemeinden eventuell bis zum Sommer schließen müssen, haben wir den Entscheidungen von Piwarz und Kretzschmer in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Gemeinden und etlichen Eltern zu verdanken, die wenig weitsichtig, borniert, dickköpfig und realitätsverweigernd die Schulen und Kitas „inzidenzunabhängig“ (sächs. Coronaschutzverordnung) aufgehalten haben und immer noch noch geöffnet haben. Auch in Erzgebirgsgemeinden jenseits der 300er- oder gar 400-er und 500-er-Inzidenz (bis hin zu knapp 1.000) werden die Schulen noch offen gehalten. In festen Klassen in der Grundschule ohne Masken, die sich in der Hofpause oder im Hort auf Klassenstufenebene wieder zusammenfinden dürfen. Es wird seit voriger Woche zweimal wöchentlich getestet.

    Aber dass der Bremsweg bei einer eventuellen von Bundesebene verordneten und von vorneherein nicht auszuschließenden Notbremse von wahrscheinlich unter 400 entsprechend lang werde muss, darüber haben die Verantwortlichen offenbar nicht nachgedacht. Oder haben Piwarz und Kretzschmer tatsächlich gedacht, sie könnten ewig machen, was sie wollen, entgegen aller Empfehlungen auch von Bundesebene aus, nur weil wir Förderalismus haben? Ein hohes Gut, das aber nicht missbraucht werden darf, um völlig aus einem Bundeskonsens, der derzeit zwingend nötig ist, auszuscheren.

    Und nun beschweren sich die Entscheider in Sachsen, in Persona Piwarz, doch tatsächlich über Andere, obwohl die zeitliche Dauer der kommenden Schließungen auf ihre eigenen Fehlentscheidungen zurückzuführen ist.

    Es kann doch nicht sein, dass es vom Bundesland abhängig ist, wie gefährlich das Virus ist – unabhängig davon, ob man 165er-Inzidenz für Schulöffnungen für zu hoch (!!!ja) oder nicht hält…

  17. 165 – Kommt man mit Zahlenmystik dahinter?
    Die 1 für die Einheit oder Einheitlichkeit.
    Die 6 für die doppelte Dreifaltigkeit: Übergötter?
    Die 5 für die Finger einer Hand, die zupackt oder als Faust dreinschlägt …

    • 16 Bundesländer
      5 Tage (drei Tage Mindestinzidenz und Schließung / Öffnung nach zwei weiteren Tagen)
      KM-Rechnen für Fortgeschrittene?
      ————————-
      „Die Antwort ist banal:
      Die 165 ist wohl das wunderbare Ergebnis des demokratischen Prozesses der Kompromissfindung. Interessen ausgleichen, einen Mittelweg finden, die für alle tragbar sind, Minderheiten Gehör verschaffen – so funktioniert Demokratie, eigentlich sind das ihre Stärken. Gerade in Deutschland, wo der Konsens das heiligste politische Mittel überhaupt ist.“

      https://www.tagesspiegel.de/politik/das-infektionsschutzgesetz-heute-im-bundestag-die-magische-inzidenzzahl-von-165/27115760.html

    • Hallo Dil…ich hätte da auch noch ein zahlenmystisches Beispiel, wie diese Festlegung erklärt werden kann.

      „man nehme die erste mit der dritten“
      … denn diese sind ungerade und dürfen aus Gründen der kosmischen Symetrie so nicht bleiben…
      „bei der zweiten kann man verharren – denn diese ist rein!“
      „mann nehme die dritte mit der ersten“
      .. denn diese sind ungerade und dürfen aus Gründen der kosmischen Symetrie so nicht bleiben…

      6 6 6 – na, wenn das nicht diabolische Grüße aus den KM sind???

      „Komm ich getz int Fernsehen??“ …. oder bekomme ich jetzt doch eher ein „Halb-mich-lieb-Jäckchen?“

  18. Sachsens Kultusminister Piwarz (1975 geboren, CDU, drei Kinder) moniert, dass auf die „Expertise“ von Sachsen hätte Rücksicht genommen werden müssen. Sachsen hatte allen anderen Bundesländern voran die Inzidenzen, Todeszahlen etc. ja auch schon immer unglaublich gut im Griff…. Auch seien die Verschärfungen völlig überraschend gekommen… Wie lange deutete sich ein Eingreifen des Bundes an…? Diese Entscheidung sei keine Entscheidung im Sinne des Kindeswohles… Tatsächlich? Die Entscheidung, „inzidenzunabhängig“ zu öffnen aber schon?

    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/corona-kitas-schulen-schliessen-bundes-bremse-100.html

    • Ich frage mich, ob er wirklich so drauf ist oder nur so tut, um dann den Eltern, die die Kinderschuhe überall verteilt haben und laut nach Schulöffnungen gerufen haben zu sagen, dass er da jetzt nix für kann, weil die bösen anderen die Grenzen für alle festgelegt haben und er sich jetzt dran halten muss. Verantwortung für etwas zu übernehmen ist nicht so seins.

      Und ja, 165 ist immer noch zu hoch.

  19. Hinweis auf COVID-19-Lagebericht vom 20.04. des RKI
    Die Inzidenzen in den Altersgruppen der weiterführenden Schulen sind deutlich gestiegen;
    z. B. bei den 15 – 19 – jährigen von 192 auf 271 in einer Woche.

  20. Ich bin neu im Forum, was das Posten angeht. Allerdings verfolge ich die Artikel und vor allem die Kommentare dazu schon seit einigen Wochen. Mittlerweile habe ich auch meinen Mann dazu bekommen, diese Seite täglich aufzurufen, da sie uns beiden hilft (Gymnasiallehrerin und Sozialpädagoge) den Humor nicht zu verlieren. Also vielen Dank schon einmal dafür! Ohne (bitteres) Lachen geht es im Alltag auch nicht mehr wirklich. Laut auflachen musste ich auch beim Schlagzeilenteil „Kultusminister empört“, weil die armen Speichellecker*innen und endlich einmal Macht Habenden einem Gesetzesentwurf vorgegriffen haben, der die 200 als Inzidenz für Schulöffnungen vorsieht, – also alles „richtig“ gemacht haben – und jetzt sehen sie sich mit einer Situation konfrontiert, der wir schon seit gefühlten Ewigkeiten ausgesetzt sind, die sich WILLKÜR nennt. Pläne werden über den Haufen geworfen, anderes Handeln ist angesagt, gar Umdenken – und das bei einer Zahl, die immer noch dem Fass den Boden ausschlägt, und die einem schon länger das Gefühl gibt, gesellschaftlich abgekoppelt und in einem Paralleluniversum unterwegs zu sein. Alles gilt für alles, aber nicht für den schulischen Bereich. Aber wenn KM empört sind, hat das evtl. mehr Gewicht in einem Land, in dem darüber ernsthaft gestritten und diskutiert wird, ob es nun Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung heißen soll und ob diese ab 21 oder ab 22 Uhr gelten soll, als wenn Expert*innen (die von eben diesen grauhaarigen Alphatierchen in Talkshows süffisant abgekanzelt werden) oder Betroffene wie SuS, EuE, LuL und Eltern sich empören über die Ignoranz ebendieser Alphatierchen. Als ich eben von Paralleluniverum schrieb, fiel mir ein, dass man als I-Wert doch einfach die 42 in den Raum stellen könnte – so als Antwort auf das Universum, das Leben und den ganzen Rest…die Gesichter möchte ich gerne sehen…

  21. Es ist schon übel, wie die KM weiter versuchen, uns für dumm zu verkaufen. Bildungsgerechtigkeit? Was für ein Bullshit. Das Thema wurde Jahrelang ignoriert.

    Aber es wird noch besser: Kultur zu, Spaßeinrichtungen zu, Restaurants zu, Ausgangssperren usw. Aber was geht? Arbeit. Arbeit, die darf weiterlaufen. Und Schule, damit die Kinder auch ja beaufsichtigt werden. In diesem Punkt ärgert mich die Politik richtig: Privat haben wir Einschränkungen ohne Ende in kauf zu nehmen, aber Arbeiten gehen, dass dürfen wir.

    Da sollten sich einige Hansel mal langsam ehrlich machen, ansonsten braucht sich hier niemand mehr über Politikverdrossenheit zu wundern.

    • Als Gymnasiallehrer a.D. glauben Sie wahrscheinlich, dass das Geld wie Manna vom Himmel fällt bzw. vom Staat kommt. Quasi wie der Strom aus der Steckdose. Was würde wohl passieren, wenn keiner mehr arbeiten ginge oder die Produktion eingestellt würde, wie es von den Zero-Covid-Linksextremisten ja gefordert wird?

    • Ich arbeite eigentlich sehr gerne in dem Beruf. Und unsere Schule hat mit TEAMS und Distanzunterricht nach Stundenplan jeden Tag ein wirklich gutes Konzept entwickelt, was auch die SuS gut annehmen. Was mich so fürchterlich nervt, ist, dass man kaum noch in der Lage ist Unterricht ideal zu planen. Auf? Zu? Distanz im Klassen- / Kursverband komplett? Wechselunterricht in Teilgruppen? Und das hangelt sich von Woche zu Woche und man starrt auf die I-Zahlen und weiß nicht – reicht das für Distanzunterricht??? Alle fühlen sich in dem System sicher, keiner muss Angst haben sich anzustecken oder jemand anders zu infizieren und Unterricht kann sehr wohl in GA stattfinden und man kann kreativ sein. Würde man anderen Schulen diese Möglichkeit auch bieten, liefe in Distanz alles mehr oder weniger großartig. Und wenn mal technische Probleme auftreten – ja, meine Güte, man ist doch flexibel. Und zwar viel flexibler als so manch einer in irgendeinem Ministerium…

  22. Bezüglich des hier gerne und viel zitierten Karl Lauterbachs konnte man nun Folgendes lesen:

    „Ärzte fordern von Lauterbach: Trennung der Arzt-Rolle von politischer Betätigung

    Über 30 Ärzte aus Berlin und anderen Teilen Deutschlands werfen dem SPD–Politiker Karl Lauterbach das „Schüren irrationaler und extremer Angst“ vor.“
    https://www.berliner-zeitung.de/news/aerzte-brief-an-lauterbach-trennung-der-arzt-rolle-von-politischer-betaetigung-li.153650

    Ich stimme zu!

    • Ich ebenfalls!!!
      Und es gibt sehr viele Wissenschaftler, welche mittlerweile fordern, dass man die Inzidenz nicht mehr als alleinig entscheidenden Wert nimmt, da er zu störanfällig ist.
      Selbst der Vorsitzende der DIVI fordert, dass man die Bettenbelegung als Indikator vernimmt.
      Seit dem 10. März haben Infektionen unter Kindern um 30% zugenommen. Das ist auch der Tag, an den in Schulen angefangen wurde zu testen.

      • Man nimmt die Auslastung der Intensivstationen doch sowieso als Indikator hinzu. Meinen Sie, es würde nur eine einzige Maßnahme ergriffen, wenn die Krankenhäuser kein Problem mit der Versorgung der Kranken hätte? Fakt ist aber auch, dass es immer einen Anteil an schweren Erkrankungen gibt bei den Infektionen. Je höher die Inzidenz, desto mehr schwere Erkrankungen. Das weiß man schon seit Beginn der Pandemie. Und Tests verusachen kein Covid-19. Das macht das Coronavirus auch in seinen Mutationen. Durch die Testungen kommt nun lediglich die Dunkelziffer ans Licht. Diese Dunkelziffer gab es schon seit Beginn der Pandemie … sie war nur dunkler.

        Übrigens, gerade läuft die Abstimmung übers Infektionsschutzgesetz. Da scheinen ja einige Nicht-Ärzte „irrationale und extreme Angst“ zu schüren. Können Sie sich live anschauen, was da so an Panikmache läuft. Dagegen sind Ihre 30 Ärzte aus Berlin nichts!

      • Minna- Super Idee- Bettenbelegung als Indikator= Dann wäre ja schon Alles dicht! Das ist ja mal so richtig weitsichtig….. Und hat auch ganz viel mit Prävention zu tun. Es gibt keine Intensiv-Betten mehr??? Upps- Mal schnell nen Lockdown. Krankenhaustüren abschließen…. Und die kommenden Intensiv-Patienten hinten im Hof abstellen…..Ach nee- Die gibt’s ja garnicht…. Its- Bettenzahlen… Das sind schwer kranke Menschen, die vielleicht nicht überleben. Und es wird hier mit Zahlen zu diesen Menschen jongliert…. Das ist so furchtbar unmenschlich. Da diskutiere ich lieber über Inzidenzen. Und No-Covid bedeutet, dass ich nicht über ITS-Betten sprechen muss. In diesen Betten liegen MENSCHEN. Betten sind Gegenstände. Boah, mir platzt langsam der A…. …

          • Japp. Danke! ….. Bleibe aber als K1-Kontakt schön in Quara. Auch gut….. Und das Allerbeste: Impftermin bekommen. Genau zum Ende der Quara. Komm mir vor, als hätte ich im Lotto gewonnen!!!!!

        • Vielleicht wäre der sinnvollere Indikator in den Krankenhäusern sowieso nicht die Anzahl der freien Intensivbetten, sondern eher die Fluktuation des medizinischen Personals. Wenn es so weiter geht in den nächsten Monaten mit der Erschöpfung der Pfleger und Ärzte, nützen die Bettenzahlen nichts – die der Notfallreserve schon gar nicht. In Betten legen kann man dann viele, aber man kann es ohne Personal auch lassen. Im Falle der Triage wäre der Indikator Bettenbelegung dann auch unnütz. Die Bettenbelegung steigt dann nicht mehr. Dann müsste man eine neue Zahl einführen „sich selbst überlassen, da medizinische Versorgung aus Kapazitätsgründen nicht möglich“. Außerdem kommt keine wirkliche Beruhigung rein, nur weil es eventuell noch Betten gibt, denn jeder Dritte Covid-Patient im Krankenhaus überlebt die Krankheit derzeit nicht. Wenn noch Betten frei sind, ist trotzdem nichts schön. Auf Spahns Mist ist der Bettenwahnsinn nicht gewachsen. Aber wer war es noch gleich ursprünglich?

          Also: volle Zustimmung!

        • @„Die Elfe 21. April 2021 um 21:11
          Japp. Danke! ….. Bleibe aber als K1-Kontakt schön in Quara. Auch gut….. Und das Allerbeste: Impftermin bekommen. Genau zum Ende der Quara. Komm mir vor, als hätte ich im Lotto gewonnen!!!!!“

          Bin erleichtert, das zu hören. Irgendwie leidet man immer mit, zumal man selbst auch täglich in die Situation kommen kann. Impfung ist echt wie Lottogewinn. Super.

  23. Hurra, da ist die 165! 35 – Geschichte. 50 – Geschichte. 100 – Geschichte. Ein unterzeichnetes Gesetz von Bund und allen Ländern von Februar/März – Geschichte. Eines Tages können wir voller Stolz in (Geschichts?-) Büchern nachlesen, dass unser Land für die Mutante D 1.6.5 verantwortlich oder gar für den Erhalt des Virus für immer. Was für eine Geschichte. Nachfolgenden Generationen müssen wir erklären, wie wir es so weit haben kommen lassen konnten. Minister*innen, die dazu eigentlich Stellung beziehen müssten, sind dann leider, ohne jemals die Verantwortung dafür übernommen zu haben – Geschichte.

  24. denkt euch mal „für immer WAR“ und das HABEN weg vorr KOMMEN LASSEN KONNTEN. Sorry, langer Tag. Winter is coming…

    • ‚Winter is coming…‘ – Genau,gilmore girl, das habe ich heute auch schon woanders genau so formuliert, hihi…Willkommen und danke für die tollen Beträge bereits am ersten Tag 🙂 Ich bin auch noch ein Newbie, aber könnte ohne n4t auch nicht mehr heil durch diesen Irrsinn kommen.

  25. Die weit überwiegende Mehrheit aller an Covid 19 erkrankten Personen hat nur milde Symptome und kann in häuslicher Quarantäne verbleiben. An Covid 19 verstorbene Menschen zwischen 10-und 19 Jahren seit Beginn der Pandemie laut RKI Stand März 2021: 9 (NEUN)
    Auch in Zeiten als Intensivstationen noch nicht täglich in der Tagesschau zu sehen waren starben in Deutschland täglich ca. 2700 Menschen und die Intensivstationen waren zu 80% ausgelastet. Was wollen diese ganzen ängstlichen Kommentare hier eigentlich wirklich erreichen? Ein bildungsfernes Deutschland??? Neue Lehrer braucht das Land!

    • Auch in Zeiten, in den die Intensivstationen noch nicht täglich in der Tagesschau zu sehen waren, bestand bereits ein Mangel in der Intensivpflege. Dazu kommt, dass die Intensivpflege der Corona-Patienten personalintensiver ist als die der anderen Intensivpatienten. Man hat allerdings zwischenzeitlich wohl mit schnellen Schulungen gearbeitet, um Pflegekräfte für den Mehrbedarf der Covid-Patienten fit zu bekommen. Die fehlen dann aber am anderen Ende.

      Ein weiteres Problem sind die Hilferufe der Krankenhäuser bezüglich der Arbeitsbelastung. Bei Burnout muss und wird es eine Krankmeldung geben. Es gibt durchaus auch Mediziner, die sagen „alles kein Problem – Platz und Kapazitäten satt“. Das sind dann allerdings oft die, die auch die Landesregierungen beraten. Und sie kommen vereinzelt daher. Für mich ist das so im Gesamtbild nicht glaubwürdig. Sie handeln sicher nicht in schlechter Absicht, wenn sie aber dominant das Bild in der Politik bestimmen würden, würde gar nichts passieren in Sachen Pandemiebekämpfung. Sie liefern eher die Beruhigung für Leute wie Sie, gehandelt wird aber anders. Und das ist auch gut so.

      Kinder versterben Gott sei Dank tatsächlich nicht häufig, aber ihre Eltern häufiger und ihre Großeltern oft. Die überlebenden Urgroßeltern dürften inzwischen durch Impfung geschützt sein.

      Was es mit den Lehrern zu tun haben soll, dass die Inzidenzen in der Bundesnotbremse eine Rolle spielen, erschließt sich mir nicht. Die haben die Bundesnotbremse nicht gemacht, handeln aber in einer besonderen Gefahrenlage und Verantwortung für sich selbst und die Kinder und haben demenstsprechend eine Meinung dazu. Die meisten jedenfalls. – Sie haben schon irgendwie Brass auf diese Berufsgruppe scheinbar. Mir ist in meiner Schulzeit auch immer mal einer begegnet, den ich zum Mond hätte schießen können. Aber es gab auch immer die „Guten“, sodass sich ein tiefersitzender Brass nicht einnisten konnte. Heute – so erscheint es mir zumindest – löst man die Konflikte fundierter als früher. Es gibt Schulseelsorger, Schulpsychologen, Sozialarbeiter, Vertrauenslehrer, psychologische Beratung … Anlaufstellen überall. Eine gute Entwicklung!

      • Ich arbeite selbst mit Grundschulkindern. Ich bin Sozialarbeiter in einem sozialen Brennpunkt. Wenn nicht gerade Pandemie ist, machen wir soziale Gruppenarbeit im Auftrag des Jugendamts. Ich hatte durchaus auch gute Lehrer, was hier aber überhaupt keine Rolle spielt. Ich bin 1x AstraZ geimpft, unsere Kids werden 2x pro Woche getestet. In der Schweiz waren die Schulen nie geschlossen. Ist die Schweiz deshalb schon von der Landkarte verschwunden.? Bei dem was sie anfangs über die Situation in Kliniken geschrieben haben, haben sie recht. Das Recht auf Bildung gerade für bildungsferne Haushalte bewerte ich aber trotzdem so hoch, dass man deshalb nicht über Monate den Präsenzunterricht an Schulen aussetzen darf.

      • @ Max Mustermann
        Die Schweiz ist sicher nicht auf der Landkarte verschwunden, aber sie befindet sich auch nicht in einer stabilen Lage. Ich weiß noch … die erste von mir in den Medien wahrgenommene Triage-Warnung kam aus der Schweiz. Die BRD hat ca. die 10-fache Menge an Einwohnern und dementsprechend mehr Menschen zu impfen und die Impfstoffbesorgung erfolgt nicht autark, sondern eingebettet in der EU. Mit dem Impffortschritt wird sich auch hier die Lage entspannen. –
        Das Recht auf Präsenzunterricht sollte nicht über dem Recht auf körperliche Unversehrtheit stehen. Das bewerte ich anders als Sie. Es ist im Grunde aber nun auch egal, wer hier was wie bewertet. Die Zahlen müssen runter, damit der Präsenzunterricht wieder stattfinden kann. Und wenn man dieses Anliegen nicht boykottiert, wird dieses Ziel umso schneller erreicht.

  26. Laut FAZ hat der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses (!!!) im Bundestag die Zahl 165 als zu niedrig eingestuft und sich darüber bitterlich beklagt. Und hat sich auch noch damit zitieren lassen (!!!), dass die Lehrerschaft „durchgeimpft“ sei!!! WHAT??? Hab ich meine Impfeinladung verpennt? In der Post verloren gegangen? Und zu Max Mustermann: Neue Lehrer wird das Land sicher bald brauchen, wenn man diese Berufsgruppe (jaja, Augen auf bei der Berufswahl…gähn…) weiterhin so WERTSCHÄTZT. Ich sehe ein, dass es schwierig ist, eine einigermaßen gerechte Impfreihenfolge (ich sage mal absichtlich nicht PRIORISIERUNG) festzulegen, aber sich in den Bundestag zu stellen und eine weitere derartige Lüge zu verbreiten, dann ist auch der letzte Rest an Glauben an Zurechnungsfähigkeit dahin. Manchmal möchte man einfach nur schreien. Aber die Befürworter, die sich in ihren Grundrechten beschnitten Fühlenden, die Worte wie Bildungsgerechtigkeit Benutzenden (hat ja vorher auch jeden brennend interessiert, aber sicher > soziale Einrichtungen schließen, Förderschulen dicht machen, Nachhilfe nur über die ARGE usw…) und nach Öffnungen und Freiheit Schreienden werden eher gehört als die anderen, die für alle Lösungsansätze, die seit 1 Jahr irgendwie versuchen, mit der Situation klar zu kommen, übertönt und werden abgestraft. Und was Berufsethos angeht – da muss ich Andre Hog absolut Recht geben: Dafür bin ich Lehrerin geworden! Dienstpflicht sucks – zumindest momentan -, aber auch das bekommt man hin. Aber abgekoppelt vom ganzen Rest (100) behandelt zu werden, das halte ich für mehr als fragwürdig. Wenn wir denn dann mal tatsächlich alle durchgeimpft sind, dann kann man mich sicher nochmal anders ansprechen. Was aber Distanzunterricht, wenn er gut gemacht ist und wie an unserer Schule gut umgesetzt wird (jeden Tag nach Stundenplan), angeht – wie kann man denn da von einem bildungsfernen Deutschland sprechen???

    • Mein Mann und ich sind beide Lehrer und haben unseren Erstimpfungstermin am 26.5. … 3 Wochen vor den Sommerferien… So viel dazu…

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