Keine Schutzausrüstung, keine Impfung – und wohin mit positiv Getesteten? Immer mehr Lehrer remonstrieren wegen Corona-Tests

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MAINZ. Die in den meisten Bundesländern mittlerweile vorgeschriebenen Corona-Tests von Schülern in den Klassenräumen sorgt für wachsenden Unmut in den Kollegien. Beispiel Rheinland-Pfalz: Aus dem ganzen Land sind Einwendungen von Lehrern gegen die Beaufsichtigung der Selbsttests bei Schulaufsicht und Ministerium eingegangen. Lehrer fürchten um ihre Gesundheit.

Warum trägt medizinisches Personal beim Testen Schutzkleidung – und wieso ist das in der Schule nicht nötig? Das fragen sich viele Lehrkräfte. (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Dass sich Schüler regelmäßig vor dem Unterricht auf Corona selbst testen, findet Schulleiter Armin Huber gut und richtig. Dass sie das unter Anleitung und Aufsicht von Lehrern tun sollen, aber gar nicht. Daher hat er im Namen seiner Schule, dem Max-Planck-Gymnasium (MPG) Trier, eine sogenannte Remonstration – also eine Art beamtenrechtliche Einwendung gegen eine Weisung des Vorgesetzten – bei der Schulaufsicht eingelegt.

Warum? «Der Gesundheitsschutz der Lehrer ist meines Erachtens nach bei dieser Form der Selbsttestung nicht garantiert», sagt Huber. «Wir haben kaum Lehrer, die geimpft sind, wir haben keine Schutzausrüstung, und wir sollen im Fall eines positiven Tests den Schüler pädagogisch betreuen.» Verständlich, dass da Lehrer Angst hätten und nicht bereit dazu seien. Daher bieten derzeit am MPG geschulte Mitarbeiter der Hilfsorganisation Johanniter-Unfall-Hilfe Schnelltests an.

Seit den Osterferien können sich auch Schüler in Rheinland-Pfalz zwei Mal pro Woche kostenfrei mit Schnelltests selbst auf das Coronavirus testen. Anders als in den meisten anderen Bundesländern sind die Selbsttests hier nicht verpflichtend. Das Land hat die Schulen bereits mit rund sechs Millionen Testkits beliefert, wie das Bildungsministerium in Mainz mitteilte. Tausende Testungen sind bereits gelaufen – das Einverständnis der Eltern für die Tests sei groß. Und: Über alle Schularten hinweg gebe es «auch sehr viel Zustimmung von Lehrkräften, die die Möglichkeit der Selbsttests sehr begrüßen».

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als landesweite Schulaufsicht räumt ein: «Es ist richtig, dass vereinzelt Schulen die Beaufsichtigung von Selbsttest der Schüler nicht als ihre Aufgabe wahrnehmen.» Auch anderswo als in Trier hätten vereinzelt Lehrkräfte dagegen Einwände erhoben. Aus allen drei Aufsichtsbezirken der ADD in Rheinland-Pfalz lägen Remonstrationen vor. «Die überwiegende Anzahl der Remonstrationen kommt aus dem Bereich der weiterführenden Schulen», teilt eine Sprecherin in Trier mit. Auch in anderen Bundesländern wehren sich Lehrkräfte dagegen, Schülertests begleiten zu müssen. News4teachers hat unlängst die Remonstration eines Lehrers aus Nordrhein-Westfalen dokumentiert.

«Lehrkräfte haben die Schülerinnen und Schüler lediglich anzuleiten und sie bei der Durchführung der Selbsttests zu beaufsichtigen»

Nach Ansicht der Schulbehörde ist für Tests die Hilfe externer Partner «grundsätzlich nicht erforderlich». «Lehrkräfte haben die Schülerinnen und Schüler lediglich anzuleiten und sie bei der Durchführung der Selbsttests zu beaufsichtigen. Lehrkräfte führen also keine Testungen bei Schülerinnen und Schülern durch», hieß es. Aufsicht und pädagogische Begleitung stellten «eine schulbezogene Aufgabe dar», die im Rahmen des Dienstverhältnisses von einer Lehrkraft geleistet werden könnten.

Fakt ist aber, dass viele Schulen Hilfe von externen Partnern suchen. «Wir haben so viele Anfragen. Wir können dem Andrang kaum mehr gerecht werden», sagt die Sprecherin des Johanniter Regionalverband Trier-Mosel, Regina Lüders. Mitarbeiter der Johanniter seien im Raum Trier bereits in gut einem halben Dutzend Schulen bei Schnelltests mit im Boot. Hinzu kämen auch Anfragen von Firmen. «Das überschreitet das, was wir leisten können.» Sie bedauere, dass viele kleine Grundschulen, die anfragten, nicht bedient werden könnten.

Nach Angaben des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar der Johanniter-Unfall-Hilfe gehen bei allen Regionalverbänden derzeit Anfragen zur Unterstützung bei Tests in Schulen ein. Sprecherin Saskia Schimpf sagte, die Corona-Antigen-Schnelltests, die sie anböten, seien keine Selbsttests und als Unterstützung im Rahmen der Teststrategie des Bundes zu sehen.

Die Tests am Trierer Gymnasium MPG liefen gut, sagt Huber. Zwei Mal die Woche seien die Johanniter als mobiles Testteam nun vor Ort, um zu testen. Sie trügen Schutzkleidung, die Schüler würden nacheinander in einen Raum gerufen. Jene Tests im Rahmen des «Testens für alle» von Externen werden nach Angaben des Ministeriums vom Bund bezahlt. Die Selbsttests in den Schulen würden durch das Land finanziert – mit rund 40 Millionen Euro, hieß es.

«In einem überwachten Setting in der Schule können die Tests sicher und richtig durchgeführt werden»

Nach Einschätzung Schulleiter Huber ist auch denkbar, dass sich Schüler nach Einweisung in der Schule zu Hause testen. Die Testkits könnten Ende der Woche verteilt werden. Aber: Laut Dienstherrn dürfe die Schule die Tests nicht an Schüler geben.

Laut der ADD sollen Selbsttests nicht zu Hause gemacht werden: «In einem überwachten Setting in der Schule können die Tests sicher und richtig durchgeführt werden.» Zudem sei gewährleistet, «dass im Falle einer positiven Testung unmittelbar entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden». Und: Testkits seien in größeren Chargen gekommen und könnten nicht einzeln verpackt verteilt werden.

Ob das Ministerium Verständnis für die Sorgen der Lehrer hat? «Es ist vollkommen verständlich, dass neue Aufgaben auch erst einmal Fragen und Ängste aufwerfen. Und das nehmen wir selbstverständlich ernst», teilt eine Sprecherin mit. «Wir sehen allerdings auch, dass viele Schulen schon sehr souverän und gut mit den Selbsttests umgehen. Wie das Tragen der Maske sind die Selbsttests eine wirkungsvolle Maßnahme, um den Schulbetrieb noch sicherer zu gestalten.»

Ein Auftritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig (beide SPD) in einer Mainzer Schule geriet allerdings unlängst zum PR-Debakel: Bei dem Test im Klassenraum, den die beiden Politikerinnen begleiteten, wurden Sicherheitsvorgaben verletzt, wie News4teachers berichtet – das Video von der Szene erntete im Netz eine Empörungswelle. News4teachers / mit Material der dpa

Drosten: Schnelltests erkennen 40 bis 60 Prozent der Corona-Infektionen zunächst nicht

„Unfassbar, was nach einem Jahr Pandemie hier alles verbockt wird.“ Dreyer und Hubig besuchen eine Schule und erleben ein PR-Debakel

 

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70 KOMMENTARE

  1. Da die Minsterien sicher nicht gern zugeben, wie viele „einzelne Kollegen“ sind, die remonstrieren, wäre es doch mal sehr interessant, per Umfrage auf n4t einen Überblick zu bekommen, wie die Einschätzung unter den Kollegen ist?!
    Wie viele haben remonstiert? Wie viele erwägen es?

    ZDF-Bericht gestern über die oft doppelte und dreifache Inzidenz bei Kindern/Jugendlichen gegenüber der Gesamtbevölkerung!
    https://www.zdf.de/nachrichten/digitales/corona-inzidenz-altersgruppen-juengere-daten-100.html

    Aber wir öffnen die Schulen… WAHNSINN!

  2. Die “ Selbsttests “ machen den Schulbetrieb nicht sicherer . Ganz im Gegenteil : Bei ihrer Durchführung besteht für alle Anwesenden ein hohes Infektionsrisiko . Darüberhinaus wird eine Sicherheit vorgegaukelt , die nicht existiert . Trefferquote etwa 50 % , aber die Schüler halten sich für “ negativ “ und beachten die AHA – Regeln nicht mehr . Eine weitere Verschlimmbesserung der Kultusminister .

    • @Klaus Lehmkuhl
      „Trefferquote etwa 50 %“

      Da hülfe doch auch ‚Kopf oder Zahl‘, einfach Münze werfen!
      Da ersparte die Statistik dem Steuerzahler viel Geld ….

      Aber sicherlich müssen wir noch ein paar in Altersarmut lebende Richter mit ihren Provisionen bei der Selbsttestbeschaffung unterstützen.
      So unsagbar erbärmliche Moral der Politiker mit guter Beamtenpension!

  3. Zitat: „Testkits seien in größeren Chargen gekommen und könnten nicht einzeln verpackt verteilt werden.“

    Das ist das Hauptproblem. Eine Anleitung ist meiner Meinung nach lediglich und maximal ein Stehen im Türrahmen und mündliche Anweisungen geben, nachdem die Sachen verteilt wurden. Ein Umfüllen von Flüssigkeit in andere Behälter gehört nicht dazu, ebensowenig dassden Schülern empfohlen wird, eine Wäscheklammer, weil sonst der Test logistisch nicht durchführbar ist oder dass sich Kollegen die Flüssigkeit teilen müssen.

  4. So eine Schulleitung würde ich mir auch wünschen.
    Bei uns wäre man quasi mit Einreichen des Remonstrationsschreibens als Kolleg*in bei der SL (und bei vielen Kolleg*innen v.a. aus der Runde der Abterilungsleitung) verbrannt.
    Selbst die erkennbaren Sicherheitsmaßnahmen fallen durch die Gewöhnungseffekte immer flacher aus…z.B. wird nicht mehr besonders auf das Einhalten der Abstandsregeln auf den Fluren / im Treppenhaus geachtet…die aufgeklebten Laufwege, die man vor knapp 12 Monaten ausgedacht, eingeführt und kontrolliert hat sind nun fast egal….SuS-Ansammlungen auf engen, unbelüfteten Fluren sollen zwar nicht sein – finden aber immer wieder und immer mehr statt…ein Ergebnis: 1 aktueller Infektionsfall mit 21 Quarantäneanordnungen lediglich aus der letzten – also der ersten Woche nach den Osterferien – und das, wo nur die beiden Abschlussjahrgänge im Haus waren.
    Für die Abiturienten wird das „russisches Roulette“, wenn diese am kommenden Freitag mit ihren schriftlichen Prüfungen beginnen und alle anderen Jg auch wieder im Wechselunterricht sind (ca.600 SuS)
    Wie mit nicht abgelegten Abiturprüfungen dann umgegangen wird (durch Infektion oder Quarantäne) das wird die nächste Hauptkampflinie für unsere Husarin sein….und bei dem Herumgeeiere wird das sicherlich nicht schön und v.a. nicht „bildungsgerecht“ für die Betroffenen werden.
    Aber – wie gesagt – auf diese ganzen Missstände mit einer Remonstration zu reagieren – scheint nicht in Frage zu kommen. Als einzelner K kann man sich nun ultimativ unbeliebt und zum Paria machen, indem man hier interveniert.
    Aber wer will / kann diese Bürde in Abwägung der Folgen schon alleine schultern.
    Unser System schafft nicht die notwendigen Voraussetzungen für ein solches Handeln…hier wird belohnt, wer stromlinienförmig und gut geölt in Ärsche kriecht.

    • Andre,
      das ist leider fast überall so. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Vorgesetzte, die geölte Duckmäuser befördern, sehr überrascht auf Widerstand reagieren und plötzlich sehr zahm reagieren, weil sie Gefahr wittern. Ein Chef, der seine Mitarbeiter in Lebensgefahr bringt, ist kein Chef, sondern eine Null. Und das ist ihm auch bewusst, sonst würde er keine Jasager fördern. Gute Chefs fördern Mitarbeiter, die ihren eigenen Kopf benutzen. Machen Sie sich das zunutze und zeigen Sie Zähne. Es geht immerhin um ihr Leben.

    • @Andre Hog
      „Wie mit nicht abgelegten Abiturprüfungen dann umgegangen wird (durch Infektion oder Quarantäne) das wird die nächste Hauptkampflinie für unsere Husarin sein….und bei dem Herumgeeiere wird das sicherlich nicht schön und v.a. nicht „bildungsgerecht“ für die Betroffenen werden.“

      Haben die Kumis da eventuell Lobbygespräche mit der Rechtsanwaltskammer geführt?
      Die Hauptkampflinie – Quarantäne / verpasste Abiturprüfungen / unmögliche Teilnahme an Nachholterminen – wird dann RAs und Verwaltungsgerichte quer durchs Land beschäftigen …
      Da klingelt doch die Kasse bei den Rechtsanwälten!?! 😉

      • Bei unserer Abiturkonferenz wurde gehofft, dass hoffentlich kein Prüfling in die Quarantäne muss, weil man dann schnell ins dezentrale Abitur rutscht.

      • Da ich jetzt selber in Quarantäne, wie schon an anderer Stelle erwähnt, sitze, gebe ich mal einen kleinen Gedankenanstoß. Mittlerweile sind an unserer BBS in Nds. 2 Halbklassen und 9 LuL in Quarantäne. Nach einer Woche Unterricht. Betroffen sind 4 Landkreise und 2 Bundesländer…. Mit den Quarantäneanordnungen und den PCR-Tests. Und von allen 4 Gesundheitsämtern die gleiche Auskunft: Trotz FFP2-Masken gehen alle LuL in Quara, weil wir uns länger als 10 MINUTEN mit den positiv getesteten SuS im Raum aufgehalten haben. Trotz tollem Hygiene-Konzept. Der Mutanten sei Dank. Damit hat sich Präsenzunterricht und Test-Chaos bald von selbst erledigt…. Ich leite daraus ab, dass jeder Lehrkraft bei einem positiven Test im Klassenraum im Anschluss Quarantäne droht. Zwischen 14-21 Tage….

    • Aktuelle Meldung vom lokalen Radiosender:
      Die Stadt B. in NRW schickt alle SuS – mit Ausnahme der Abschlussklassen ab Dienstag!!! wieder in den DU.
      Meine Frau und ich sind erleichtert bzgl der Meldung….aber es zeigt doch, wie Perspektivlosigkeit und v.a. wie kopflos das KM in NRW ist und handelt.
      „Möge sie der Blitz beim sch…. treffen!“

  5. „…lediglich anzuleiten und sie bei der Durchführung der Selbsttests zu beaufsichtigen.“

    Wir meditieren kurz über die Wortfamilie
    – lediglich
    – ledig sein
    – sich eines Problems entledigen“
    und werden uns der tieferen Bedeutung gewahr.

    Hierzu sodann eine Wiederholung von Lektion 1 aus dem Kindergarten:
    Wer von anderen Dinge verlangt, die er/sie selber nicht tun wollen würde, der/die handelt und tut lediglich falsch.

    Oder auch:
    Was du nicht willst, das man dir tut … usw. usw. – Gell, lediglich jetzt kommt’s wieder bekannt vor.

    • @Dil Uhlenspiegel

      Wieder einmal köstlich! Vielen Dank!

      An: Was du nicht willst… habe ich auch gedacht.

      ABER unsere SL steht bei solchen Dingen an vorderster Front – sofort mit Begeisterung dabei.

      Ich weiß oft nicht, ob ich mich freuen oder fürchten soll.

      • @ Pit 2020

        Staatskanzlei Rheinland-Pfalz | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Mainz

        https://corona.rlp.de/de/selbsttests-an-schulen/faq/

        LEB | LandesElternBeirat Rheinland-Pfalz

        https://leb.bildung-rp.de/der-leb/wer-wir-sind/leb-vorstand.html

        Wir sollten die Corona-Tests an Kindern – und Kind ist laut UN-Kinderrechtskonvention eine Person unter 18. Jahren – unterlassen

        Die Entstehung moralischer Begriffe und Erfahrungen wie Würde oder Rücksicht erfolgt bei Begegnung (von Angesicht zu Angesicht und wird durch maskierte Kontakte mit fehlender Mimik massiv gestört …) von Mensch zu Mensch, hier nicht zuletzt von Kind zu Kind.

        Das sogenannte Testen zerstört zwischenmenschliches Vertrauen und beschädigt insbesondere das kindliche oder jugendliche Weltvertrauen und Selbstvertrauen, denn der junge Mensch wird über jeden (gestern, heute oder morgen) in seiner Nähe befindlichen Menschen denken müssen:

        „Ist diese Frau, ist dieser Mann, ist dieses Mädchen oder dieser Junge eine Gefahr für mich, ist sie oder er wenigstens ausreichend oft und gründlich genug getestet worden? Bin ich eine Gefahr für sie oder ihn, bin ich ausreichend oft und gründlich genug getestet worden?“

        Das mehrere Tage lang oder mehrere Stunden lang nicht auf Coronaviren getestete Kind (in Bezug auf die Masken gilt dasselbe) versteht – oder vielmehr missversteht – sich in erster Linie als Gefahr für andere Kinder und Erwachsene und sieht leider auch die anderen Kinder vorrangig als eine Gesundheitsgefahr an.

        Jeder Test auf Coronaviren bei Minderjährigen ist ein Test zuviel. Wir sollten die Corona-Tests an den Kindern unterlassen.

        Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

        PS

        Nach Art. 1 KRK ist jeder Mensch ein Kind, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

        https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/2010_10_07_PRO_ASYL_Gesetzlicher_Handlungsbedarf_zur_Umsetzung_der_UN_KRK.pdf

          • Pit 2020-Ich habe schon wieder so ne Assoziation mit weißen Tigern die durch Ringe springen….!!! Wollte uns Siegfried- äh Roy – nicht was vorzaubern? Ein Ziel vielleicht??
            Sorry- ich bin zur Zeit nicht zu konstruktiven Beiträgen aufgelegt….

  6. Anders als ursprünglich im „Germersheimer Modell“ vorgesehen, werden positive Selbsttests aus Schulen in RLP nicht mit PCR-Tests, sondern lediglich mit Schnelltests nachgetestet, so dass viele Nachtestungen wieder falschnegativ sein werden, die Teststrategie also komplett unsicher ist. Kostenfreie PCR-Tests sind als dritter Test möglich.

    Die Ergebnisse aus den Schultestungen fallen fast vollständig einfach unter den Tisch. Die Landeszahlen weisen nur „laborbestätigte Fälle“ nach PCR-Testung auf und nur diese werden ans RKI gemeldet. Die hohen Gefahren für Schüler und Lehrer (die Tests reizen zum Niesen) führen daher gerade NICHT zu einem realistischeren Bild des Infektionsgeschehens an Schulen, ganz im Gegenteil! Das wäre anders, wenn zuhause getestet würde, denn dann würde, wie überall sonst üblich und angeraten, ein PCR-Test folgen.

    Die Teststrategie in RLP sorgt damit für eine systematische Verschleierung der Infektionen in den Schülerjahrgängen. Das ist für Schüler, Eltern und Lehrer gefährlich. Schon die RKI-Zahlen zeigen, dass die Inzidenzen in den Schülerjahrgängen oft viel höher liegen als die Gesamtinzidenz des Landkreises. Das gilt auch für die Jahrgänge ihrer Eltern.

    An den Modellschulen in Germersheim haben übrigens auch nicht Lehrer im vollbesetzten Klassenzimmer die Testungen durchgeführt, sondern ein professioneller externer Partner.

    • Mir kann keine*r sagen, dass da kein „System“ hintersteckt – überall sonst in der Republik müssen zur Kontrolle PCR-Tests durchgeführt werden – nur in RLP nicht.

      Das Landesuntersuchungsamt (Zanger) sowie die unsäglichen Berater von Hubig – Zepp, Kohnen und Plachter – wollen weiter an ihr Märchen von den Corona-freien Schulen glauben. Plachter ist naiv, Kohnen stolz auf seine „Hygiene“-Beratung, Zepp ist besserwisserisch sowie mediengeil und nimmt „Durchseuchung“ in Kauf, die er für nicht gefährlich hält. Angeblich gäben Kinder das Virus so gut wie nicht weiter und kaum eines müsse behandelt werden: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/erkranken-mehr-kinder-jugendliche-an-coronavirus-100.html
      Journalisten sollten Zepp mal fragen, ob er bereits geimpft ist und wenn ja (wovon ich ausgehe), warum. Wenn alles so harmlos ist in der Kinderklinik und seine Pensionierung zum April hin absehbar war, warum hat er dann ein Impfangebot angenommen? Warum hat er dies dann nicht anderen überlassen?

    • Aber durch die Selbsttests kann man ja behaupten, dass die Zahlen nur steigen weil mehr Tests gemacht werden. Ist zwar nicht so, weil sie Selbsttests nicht gezählt werden und PCR-Tests ja garnicht automatisch gemacht werden bei einem positiven Selbsttest, aber viele Leute beziehen das einfach ohne nachzudenken in ihre „Alles nicht so schlimm“ Argumentation ein.

      • Zudem nimmt der Anteil positiver Tests in den Zentren auch zu. Das Argument, mehr positive Fälle gefunden zu haben, weil mehr getestet wird, zieht also auch nur noch bedingt.

  7. „Sie trügen Schutzkleidung, die Schüler würden nacheinander in einen Raum gerufen.“

    Das ist aber auch nicht besonders clever. Wenn da ein Infizierter seine Aerosole ohne Maske in den Raum gehustet hat, dann dürfte der nächste auch etwas davon haben, wenn er seine Maske absetzt. Ich denke nicht, dass in diesem Setting ein ausreichender Luftdurchsatz garantiert werden kann (Fenster auf reicht nicht!) und rein logistisch wird man zwischen den SuS nicht mehrere Minuten warten. Besser als die Testerei im Klassenraum ist das natürlich.

  8. Ich wünschte, mehr Lehrer würden sich weigern im Klassenzimmer Selbsttest durchzuführen.
    Ich finde Selbsttest gut, aber nicht im Klassenzimmer.
    Masken müssen abgenommen werden und wenn man den Test einigermassen vornimmt, sorgt das Nasenstäbchen für Niesen.
    Dann soll das positiv getestet Kind raus und wird mit seinen ganzen Ängsten alleingelassen.Wer soll sich denn auch kümmern, ohne Angst such anzustecken ?
    Ist das schon fürchterlich genug, sollen die anderen im Klassenzimmer ganz normalen Unterricht bekommen, so als wäre niemand ohne Maske grad angeniest worden.
    Ich bin Mutter eines Grundschulkindes und wir halten uns in der Familie sehr an die Coronaregeln.
    Leider machen das viele Eltern der anderen Kinder nicht.
    Am Ende jeder Videokonferenz mit der Lehrerin können die Kinder noch erzählen, was sie z. B am Wochenende gemacht haben. Mir bleibt dann jedesmal schlicht die Luft weg. Kind a übernachtet bei Kind b, dessen Geschwister natürlich auch Übernachtungsfreunde einladen durften. Kind c geht zum Fussball mit den Kinder d,e und f und treffen sich dann noch mit x,y und z usw.
    Die Lehrerin sagt dann auch regelmässig, wie toll sie das findet und dass die Kinder bestimmt viel Spass hatten. Das Virus hatte den Spass unter Garantie.
    Nach solchen Erzählungen und der Reaktion der Lehrerin hab ich dann natürlich schon meine Zweifel, wie ernst die Schutzmassnahmen genommen werden.
    Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, dass bei den Selbsttest alle ohne Maske fröhlich vor sich hin niesen.
    Da erhöht doch die Testpflicht in der Klasse das Ansteckungsrisiko erst recht.
    Die Tests führen das eh schon fragwürdige „Hygienekonzept“ an den Schulen doch komplett ins Absurde.
    Es ist alles nur noch schrecklich und zutiefst deprimierend.

    • @Eigentlich
      Ihre Empörung dieser Lehrerin gegenüber ist natürlich mehr als berechtigt. Eigentlich müsste sie sofort gegen die Eltern der Kinder rechtlich vorgehen, denn sie Verhalten sich gegen die jetzige Gesetzlichkeit.
      Aber, wie kommen Sie dazu den Onlineunterricht zu verfolgen? Das steht Ihnen nicht zu! Vermutlich haben Sie auch dafür unterschrieben, den Raum zu verlassen. Wäre ich diese Lehrerin, würde ich gegen Sie vorgehen. Was würden Sie denn sagen, wenn wir Lehrer einfach in Ihrer Arbeit rumschnüffeln würden und es dann auch noch publik machen?

      • Es lässt sich in einem vier Personen Haushalt, der sich für alle Beteiligten seit einem Jahr fast ausschließlich in den eigenen vier Wänden abspielt nicht ganz vermeiden, dass man ab und zu auch Fragmente aus der Arbeit des Anderen mitbekommt. Ich habe heute Morgen, als ich mir einen Kaffee holte, mitbekommen, dass die Schüler aus der Klasse meiner Tochter voraussichtlich am Montag in der ersten und am Freitag in den letzten beiden Stunden getestet werden sollen. Da ich das leider nicht sofort wieder ausblenden konnte, bin ich über diese Vorgehensweise doch beunruhigt und ich rege mich über etwas auf, was zunächst nicht für meine Ohren bestimmt ist, mich aber sehr wohl betreffen wird, wenn mögliche Infizierte erst am Ende der Schulwoche aussortiert werden. Diese Einblicke sind also weder für den Lehrer und manchmal auch nicht für die Eltern schön. Und kleine Einblicke gewinnt man ja auch in die Arbeit des Partners im Homeoffice. Da mein Mann im Keller sein Büro hat, sind wir weit genug voneinander entfernt. Aber trotzdem bekomme ich es mit, wenn da unten erregte Gespräche stattfinden. Ob ich will oder nicht. Aber dieser Nachteil ist gegenüber der Vorteile einer Onlinetätigkeit in Pandemiezeiten aus meiner Sicht vernachlässigbar und ich würde auch nicht gegen einen unerwünschten Mithörer vorgehen. Ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber als ich vor einigen Jahren, (circa 15) noch in der Pfalz an einer Hauptschule beschäftigt war, durften „interessierte“ Eltern sogar einer Unterrichtsstunde beiwohnen. Hat Gottseidank kaum einer gemacht, aber diese Option empfand ich damals schon als Schikane. Aber Mithörer im Online- Unterricht und anonymes Weitererzählen wäre mir piepegal. Die Schüler behalten doch auch nicht alles für sich. Wenn mein Sohn im Unterricht erfährt, dass sich alle fröhlich treffen und auch die Lehrerin das toll findet, dann würde er mir das sicherlich erzählen. Allein schon, um sich zu beschweren, weil er es nicht darf.

  9. Haha, ich mache nur Aufsicht…. die Vorbereitung der Tests gehört neuerdings auch zu meinen dienstlichen Pflichten- in SH explizit so formuliert. Wenn ich dann nur Aufsicht machen würde in der Grundschule- Gute Nacht.
    Ich befalle die Röhrchen mit 10 Tropefen für jedes Kind, ich verteile die Sachen und muss natürlich auch alles hinterher in die spezielle Mülltüte entsorgen. Dafür habe ich sogar Handschuhe bekommen.
    Der Abstand ist ja gewahrt, weil ich nur Aufsicht mache…
    Dann fällt ein Röhrchen um oder fällt runter ( die Wäscheklammern als Halterung habe ich natürlich auch besorgt, oder die Duplosteine meiner Kinder dafür mitgebracht), dann machen Kinder Blödsinn, viele können auch den Deckel nicht allein auf das Röhrchen drücken oder genau 4 Tropfen auf die Kassette tropfen ( Grudschüler)….
    Außerdem finde ich das echt nicht so toll, wenn alle diese Kassetten in ihrer Umgebung ablesen können….also Kleingruppen oder die Kinder müssen mit dem Röhrchen durch den Raum gehen- plumps- oh runtergefallen…. klar, ich mache ja nur die Aufsicht.
    Positiv Getestete Kinder sollen einzeln in einem Raum warten und dort dann noch pädagogische betreut und beaufsichtigt werden. Bereits bei 2 Fällen wäre das räumlich und personell nicht mehr zu bewerkstelligen. Man könnte natürlich das Büro,, die Sekretärin, den Hausmeister und sein Kabuff nutzen oder irgendwelche Keller- und Putzmittelräume….keine Ahnung, in welchem Paralleluniversum Mitarbeiter des Ministeriums leben ( jedenfalls sollten sie ja wissen, wieviel Personal jede Schule so hat- das ist nie eine Person übrig).

    • @SonderBar
      Ich fühle mit Ihnen!
      Danke für Ihre Arbeit!
      Danke, dass Sie, so gut als möglich, für die Kinder da sind!

      Jetzt, und auch schon vor der Pandemie!
      Die Rahmenbedingungen sind auch schon vorher suboptimal gewesen.

      Wir Lehrerinnen und Erzieher sind ständig in einer ambivalenten Situation.
      Wir wollen „unsere“ Kinder bestmöglich und entsprechend unserer Profession „begleiten“.
      Wir gehen dabei sehr oft über unsere eigenen Grenzen, um die miesen Umstände abzumildern und die Kinder zu schützen (im Sinne von: die Kinder nicht zu verunsichern).

      Gleichzeitig schreit es in mir: „So funktioniert das nicht!“ „Ich kann nicht mehr!“

      …bin auch nur noch fassungslos
      …mir fehlen die Worte…
      …fern ab der Praxis…

      Meine tägliche Arbeit fordert mich so sehr, nimmt soviel meiner Energie in Anspruch…ich habe keine Zeit und Kraft auf anderen Ebenen zu „kämpfen“.

      …ambivalent…hin und her gerissen…

    • @SonderBar

      „Bereits bei 2 Fällen wäre das räumlich und personell nicht mehr zu bewerkstelligen. Man könnte natürlich das Büro,, die Sekretärin, den Hausmeister und sein Kabuff nutzen oder irgendwelche Keller- und Putzmittelräume….keine Ahnung, in welchem Paralleluniversum Mitarbeiter des Ministeriums leben ( jedenfalls sollten sie ja wissen, wieviel Personal jede Schule so hat- das ist nie eine Person übrig).“

      Jepp, auch SH, wir fangen morgen an zu testen. Wäscheklammern sind besorgt – ich bin es auch.

      Bei uns ist angedacht (Platz- und Personalmangel – man kommt ja auf die besten Ideen im Stress und Druck) – positive Testkids auf dem Schulhof stehen zu lassen, bis die Eltern diese abholen (können/wollen/werden).

      Wir haben noch nicht an die Putzräume gedacht – aber ich glaube, da würden uns doch die einen oder anderen Eltern aufs Dach steigen – wegen der giftigen DÄMPFE.

      Keine Ahnung was passiert, sollte es regnen oder schneien. Dann ERKÄLTUNGSGEFAHR.

      Egal, wie man es dreht und wendet – es ist blinder Aktionismus.

      Undallemachenmit-wiekanndassein?

  10. Bei aller berechtigten Kritik.

    Die einzige Schutzausrüstung die benötigt wird sind Handschuhe und PSA – da kein direkter Probandenkontakt und keine direkte Testung stattfindet.

    Dieses Ammenmärchen muss mal aufhören.
    Und nicht mit den PoC Testzentren vergleichen – da gibt es direkten Kontakt und deshalb ist man da geschützter.

    • Aerosole und B117. Alle nehmen die Maske ab, stochern in der Nase. Selbst bei geöffneten Fenstern weit entfernt von sicher.

      • @xy

        Geöffnete Fenster wären prima – immerhin etwas Schutz.

        ABER ist es nicht so, dass die Test nur bei Zimmertemperatur gemacht werden dürfen, da sie sonst kein richtiges Ergebnis (von den ohnen nicht immer richtigen mal abgesehen) anzeigen?

        Leider nichts mit Lüften – zumindest nicht bei dem, den wir zur Zeit haben.

        Wäre auch nicht sinnvoll – dann holen die SuS wieder ihre dicken Decken, ziehen dicke Jacken an, Handschuhe wohlmöglich und schmeißen alles um.

        Tse, tse, tse. Schein wieder Roulette zu werden.

        • @Riesenzwerg
          scheint

          Aber das bringt mich auf die Idee – Scheintest – Testschein – Test nur zum Schein?

          Geldschein, den Schein wahren, …

      • @ SB
        Niesen,da Reiz und husten oder sprechen miteinander, lachen, rufen, geben untereinander noch Tipps usw…….. nicht zu vergessen! Ohne Maske!
        Rufen oder bitten um Hilfestellung, beachten nicht die Anweisungen, machen Quatsch, nehmen es nicht ernst, werfen um, da nicht vorsichtig, vergessen alles am Schluss zu desinfizieren! Usw,usw.usw.
        SB ist wahrscheinlich kein Lehrer oder?
        Schüler sind unberechenbar, unkonzentriert, hören nicht zu, sind vorschnell und ungenau, verschusseln usw.usw.

        • SB ist ein Lehrer.

          Ich hab mich nur auf die Aufforderung um mehr Schutzausrüstung bezogen.

          Grundschule testet bei uns zu Hause.
          Die Sek1 laut Landesanweisung in der Schule und hierfür gibt es eine ritualisierte Durchführung.

          Ist das Testen sicher – nein nicht zu hundert Prozent. Jedoch auch nicht so gefährlich wie manche denken.
          Ist das Testen sinnvoll – bedingt, da es nur eine Momentaufnahme ist.
          Ist das Testen rechtlich in Ordnung – nein hiergegen haben auch wir remonstriert. Sowohl Datenschutz, als auch die Durchführung werden vor Gericht ein gefundenes Fressen für Rechtsanwälte sein.
          Warum aber unter den KuK hier mittlerweile so ein Ton herrscht ist mir ein Rätsel. Die Durchführung ist nicht gefährlicher als Unterricht über mehrere Stunden im gleichen Raum….

          Jetzt werden gleich wieder welche schreien, jemand niest die Masken sind unten usw… – passiert das bei euch im aktuellen Unterricht sonst nicht?

          Das man das nicht machen möchte verstehe ich und akzeptiere ich. Aber dann sprecht das doch so aus und bastelt nicht Schreckensszenarien…

          • Perfekt SB: Wären Sie an meiner Schule hätten wir jemanden gefunden, der den ganzen Tag testen könnte. Ist ja nicht so gefährlich.

            Und ja: ICH möchte die Tests nicht machen.

    • Kultusministerium Bayern…..Kinder aus Förderschulen, die einen Schulbegleiter haben – diese sollen die Tests durchführen…..
      Meist schaffen das Schüler, die einen Schulbegleiter ihr eigen nennen dürfen es NICHT alleine den Test durchzuführen….
      Also bleibt es an uns Schulbegleiter hängen, OHNE irgendwelchen Schutz!!!!

    • In der Grundschule kann man keinen Abstand halten und muss bei einigen Kindern so dicht ran, um sie zu unterstützen, dass es eigentlich auch keinen Unterschied mehr machen würde, ob man noch das Teststäbchen in die Nase schiebt oder nicht. Fürchte die Tests sind so schon fraglich hinsichtlich einer sachgemäßen und genauen Durchführung. Ohne Unterstützung würde es bei einer Vielzahl der Kinder überhaupt nicht funktionieren.

  11. „Seit den Osterferien können sich auch Schüler in Rheinland-Pfalz zwei Mal pro Woche kostenfrei mit Schnelltests selbst auf das Coronavirus testen.“ Nicht an unserer GS in Mainz. Dorthin wurden diese Woche Selbsttests von AESKU geschickt, die nach Angaben des Herstellers erst ab 16 Jahren freigegeben sind. Entsprechend bislang keine Testung. Letzte Info: die Tests wurden umdeklariert – jetzt können sich plötzlich kleine Kinder unter Anleitung der Lehrkräfte (die keine entsprechende Schutzkleidung bekommen) damit selbst testen.
    Mainz hat eine Inzidenz laut Landesuntersuchungsamt von 199,9 bzw. 199,8 – je nachdem ob man die amerikanischen Streitkräfte mitzählt oder nicht (mit Streitkräften prozentual weniger). Das Ministerium hatte im Herbst begonnen, auf die Stellen hinter dem Komma zu verweisen, um nicht handeln zu müssen. Da bleibt die Schule weiterhin auf mit Präsenzpflicht. Das ist mehr als grob fahrlässig.

  12. Die Testung ist in RLP in den Lehrplan aufgenommen worden und daraus begründet sich auch die Dienstpflicht der Kolleginnen und Kollegen. Die Remonstrationen laufen ins Leere, da laut ADD nur gegen die Rechtmäßigkeit der Anordnung remonstriert werden kann. Diese sei jedoch gegeben und die Begründungen der Kollegen und Gewerkschaften würden nur die Sinnhaftigkeit betreffen, gegen die nicht remonstriert werden kann. Frau Hubig ist nicht umsonst Juristin.

    • Wie kann das sein? Wenn das Stoff für den Lehrplan ist, verstößt der Plan ganz offensichtlich gegen höheres Recht – nämlich das Recht auf Würde und körperliche Unversehrtheit. Das ist mit Sicherheit alles anfechtbar – spätestens, wenn die Kinderrechte endlich verfassungsrechtlich garantiert sind (wird Zeit Frau Lamprecht!) Was maßt sich das Kultusministerium hier an? Wo liegt der bildungswissenschaftliche Hintergrund? Widerstehe den Anfängen!!!

      Nochmals an dieser Stelle:
      Tests haben im Unterricht nichts zu suchen! Teststationen an jede Schule, die analog als Impfzentren zu nutzen sind. Alle Organisation/Durchführung zur Gesundheit von Fachleuten in Absprache mit Eltern und Lehrer*innen/Erzieher*innen. Wann wird das endlich als notwendig wahrgenommen!

  13. Kleines Beispiel aus NRW:

    Montag Durchführung von ‚Selbst-Tests‘ im Kurs (Q2), alle Ergebnisse negativ.

    Dienstag aus eben diesem Kurs ein Schüler mit Symptomen – Donnerstag lag positives PCR-Ergebnis vor – erst ab Freitag alle übrigen Schüler in Cluster-Quarantäne.

    Bis dahin munteres Weitertragen der Viren durch die Schüler… und jetzt noch der Clou: Lehrer bekommt KEINE Quarantäne, sondern muß (!) im Kursunterricht (!) weiter potentieller Superspreader weiter unterrichten. Besonders pikant: ab kommender Woche beginnen die Abiturklausuren… Beispiel aus meinem eigenen Kurs, und ‚Selbsttest‘ heiß letzten Endes, daß kein anderer eben diesem Schüler z.B. beim Test-Ablesen, Austeilen etc. so nahe gekommen ist wie ich als Lehrer… (Müllentsorgung obliegt natürlich auch noch der Lehrkraft).

    Soviel zur Qualität dieser sogenannten ‚Selbsttests‘ und der Eigengefährung als Lehrer. Impfung in NRW für Lehrkräfte weiterführender Schulen in weiter Ferne.

  14. Mein Kollegium (GS) hat komplett remonstriert! 🙂 – unsre SL sieht das genauso- was „geht es uns so gut“!
    In Hessen ist der Test Pflicht. Wer sich nicht testen lassen will, bleibt zu Hause. Außerdem mussten Einwilligungen der Eltern zum Testen und zum Datenschutz (und auch gemeldet werden, wer nicht getestet werden darf), abgegeben werden. Das hatte jetzt zur Folge, dass für ca die Hälfte aller Kinder von den Eltern mitgeteilt wurde, dass sie daheim bleiben…SUPER:
    WIR sind froh, um jeden, der nicht kommt – müssen wir auch nicht testen! Wenn Kinder ohne Einwilligung erscheinen, müssen sie wieder gehen – keine Einwilligung – kein Test / ohne Test – kein Verweilen in der Schule = keine Teilnahme am Präsenzunterricht.
    Und, nein, wir bedauern niemanden mehr, wir pampern die Eltern nicht mehr. Wir beantworten telefonisch keine Fragen zum Unterricht mehr –> „man“ kann sich bei den Kindern erkundigen, die den Unterricht besuchen! Es gibt keine Video- Meetings mehr und keinen Online- Unterricht zusätzlich.Wir versorgen die Kinder mit Material, wir sichten ihre Ergebnisse und geben Feedback. Punkt!
    Wenn das jemandem nicht gefällt, so kann er seinem Kind die Erlaubnis zum Testen erteilen.
    Na, dann, selbst gewähltes Schicksal!
    Und „ferddisch“!

    • @mama51

      Ich trau mich fast gar nicht…….

      HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH – ihr macht das richtig!

      (Schlechtes Gewissen wegen mama51 – stünde da Lehrer51 hätte ich ein weniger schlechtes Gewissen…)

  15. Shitstorm nach weiterem PR-Getwittere der Landesregierung RLP unter dem Foto einer in Schwarz gekleideten MP beim fotogenen Kerze-Anzünden mit gesenktem Trauerblick: Fazit der Kommentare: Heben Sie die Präsenzpflicht auf, machen Sie die Schulen dicht, Frau Dreyer und Frau Hubig! Sie tragen große Mitschuld an den Toten durch Unterlassung von Schutzmaßnahmen und Verharmlosung der Pandemie:
    https://twitter.com/rlpNews/status/1383724743157714946
    (Link bitte in Browser eingeben, sonst funktioniert er nicht.)

  16. Montag einen Schüler nach positiven Schnelltest nach Hause geschickt. PCR Test war negativ, aber er hatte am Mittwoch den Nachweis nicht dabei (hat er nachgereicht – war negativ), daher am Mittwoch noch schnell einen Selbsttest unter Aufsicht gemacht – negativ. Am Donnerstag routinemäßiger Selbsttest – positiv. PCR dann positiv. So viel zur Verlässlichkeit von Tests.

  17. An der Schule meines Sohnes gehen die Schüler für den „Abstrich“ nach draußen.
    Da kann man die Maske abnehmen mit Sicherheitsabstand den Abstrich machen und dann die Maske wieder aufsetzen und reingehen.
    Wieso kommt eigentlich kein anderer – zumindest bei älteren Schülern – auch auf diese Idee???

    • Weil die Tests in NRW z.B. im Klassenraum durchgeführt werden müssen und, weil die Raumtemperatur nicht unterschritten werden darf. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber der Test muss eine Umgebungstemperatur von 15-30 Grad haben.

  18. Diese endlosen Diskussionen, um das gleiche Thema nervt und führt zu nichts!
    Sämtliche Maßnahmen die Schulen sicher zu machen sind von vornherein gescheitert.
    Die Tests haben eine Aussagekraft von höchstens 6 Stunden. Die Kinder werden aber nur 2 mal pro Woche getestet. Ein totaler Irrsinn! Zudem haben die Tests eine Trefferquote von 40%. Meine Kinder können sich schon am Vortag bei einer öffentl. Teststation testen lassen…..
    Ein geimpfter Lehrer hat für das infektionsgeschehen bei tausenden Schülern keine Relevanz.
    Also setzt endlich die Präsenzpflicht aus. Wer seine Kinder opfern möchte und in trotzdem in die Schule schickt kann das ja gerne tun!

  19. Kleine Nachfrage an Lehrer RLP:

    „Die Testung ist in RLP in den Lehrplan aufgenommen worden“? Kannst Du uns dazu bitte eine Fundstelle geben, ich finde das gerade nicht. Danke schön!

  20. Fallen echt so viele Eltern darauf herein, dass groß getönt wird, dass die Tests zum Schutz ihrer Kinder sind – wenn sie in Wirklichkeit ihre Kinder zur Teilnahme an den Tests einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen müssen? Wäre es nicht sinnvoller, wenn die Schulgemeinschaften beschließen, dass keiner an dem Test in der Schule teilnimmt, aber die Eltern dafür mit ihren Kindern das Angebot der öffentlichen Teststellen annehmen? Wenn die überrannt werden, weil sich keiner in der Schule testen lassen will, dürfte das ja zu irgendeiner Reaktion führen.

    Eine Rechtsaufklärung über’s Remonstrieren wäre hier nicht schlecht. Denn so wie ich das verstehe, haftet der Beamte, wenn er ohne Remonstration eine Anordnung ausführt; also z.B. wenn ein solcher Test zu weiteren Infektionen führt oder sich ein Kind mit dem Tupfer verletzt und ein Elterteil deswegen klagt. Aber ich bin halt auch nur Laie und kein Jurist.

    • @eldo

      Da gibt es mittlerweile eine Menge Artikel auf dieser Plattform.

      Geben Sie mal einfach in der Suche (oben rechts die Lupe anklicken) das Wort „Remonstration“ ein.

  21. Hier ein Video zum kommentieren auf youtube: die PR @Dreyer/Hubig wohnen begeistert einer Testsituation einer Schulklasse bei, loben, motivieren. (N4t hat darüber berichtet) – beim Originalvideo wurden die Kommentare natürlich deaktiviert – hier habe ich das Video nochmals gefunden, die Kommentare auf Youtube sind hier noch NICHT gesperrt. Leute, GEIGT DENEN DIE MEINUNG, bitte! Daumen runter geben!!! Nutzt das doch, solange es noch nicht von youtube bzw. von der Landesregierung RLP gesperrt wird! Egal aus welchem Bundesland, sagt bitte auch hier mal die Meinung, damit die Rechtsanwältig Hubig ggf mal nachdenkt über ihren Scheiß!
    https://www.youtube.com/watch?v=zR4HHqiGmx0

    • Leider kann man da nicht mehr kommentieren auf youtube. Deshalb suchte ich weiter…. Es geht doch nur darum, dass ich froh wäre, wenn mal – gerade in RLP – ein paar kritische Stimmen auch auf youtube kommentieren könnten

  22. Habe heute mit meiner Präsenzgruppe (6. Klasse) Selbsttests durchgeführt. Das hat wunderbar funktioniert. Ich kann die Vorbehalte nicht wirklich verstehen.

    • Ob das wirklich wunderbar geklappt hat, wird sich erst noch zeigen. Corona-Vieren haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, dass sie für das menschliche Auge unsichtbar sind.

    • Habe heute mit meinen Drittklässlern „Selbsttests“ gemacht. Fazit: von 14 anwesenden Kindern haben 8 während des Testens herzhaft geniest, natürlich mit Maske unten. 1 hat das Röhrchen umgeworfen, bei 2 anderen floss dank zu starkem Druck die komplette Flüssigkeit auf die Testkassette, also Test noch mal neu. Nach 1 Stunde (!) alle negativ, aber über die Verlässlichkeit dieser Tests gibt es ja entsprechende Aussagen. Fazit: von „wunderbar funktioniert“ sind meine Zwerge meilenweit entfernt.

    • @Pamela

      Ja, war super.

      Erster Test zeigte innerhalb von wenigen Minuten zwei Striche. Volltreffer, versenkt.

      Nichts mit Datenschutz, nichts mit persönlichem Schutz.

      Kind völlig neben sich, ich musste dann doch etwas näher ran, Sachen holen, auf Elternteil warten, Tests eintüten, vertüten, entsorgen….

      Mach ich mir Gedanken? Ja.
      Mach ich mir Sorgen? Ja.

      Ich bin Mittwoch wieder dran mit meinem Test, mache aber vorsichtshalber morgen schon einen.

      Schüler – auch sechste Klasse – trugen es mit Fassung.

      Ansonsten lief der Test wirklich gut.

      • Sie tun mir leid, kann ich nur als Elternteil sagen. Das, was Sie leisten müssen, ist unglaublich. Ich hoffe sehr, dass diese unvernünftigen Zwänge nach der Pandemie von Poiltik-, Sozial- und Medienwissenschaftlern aufgearbeitet werden.

  23. Wie wird man eigentlich Kultusministerin/Kultusminister? Ist das ein Posten für Versorgungsfälle der Regierungsparteien?

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