Virologen warnen vor Schnelltests, erachten sie trotzdem in Schulen für wichtig

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FRANKFURT/MAIN. Antigen-Schnelltests können nach Ansicht der Frankfurter Virologin Prof. Sandra Ciesek bei der Eindämmung der Pandemie helfen – einzelne Personen «freizutesten», hält sie jedoch für problematisch. Das deckt sich mit Erfahrungen aus Österreichs Schulen.

Schüler werden bald bundesweit verpflichtend schnellgestestet – der Unterricht ist deshalb aber nicht sicher. Foto: Shutterstock

«Die seit einigen Wochen in großem Umfang in den Ländern angebotenen Testmöglichkeiten sind ein Baustein der Corona-Strategie und tragen in erheblichem Maße zum Infektionsschutz und zur Eindämmung der Pandemie bei», so meint die Kultusministerkonferenz (und erklärt das in einem Beschluss vom 8. April). Einzelne Kultusminister geben sich entsprechend euphorisch. «Selbsttests sind eine große Chance für die gesamte Schulfamilie: Sie sorgen für mehr Sicherheit und eröffnen die Perspektive für mehr Präsenzunterricht», so erklärte beispielsweise Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (CSU).

«Für die individuelle Diagnose sind Antigentests ungeeignet. Da werden Ihnen zu viele durchrutschen»

Im Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» warnt nun Prof. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, vor zu großen Erwarungen. «Gefährlich» findet Ciesek, wenn man mit einem negativem Schnelltest ohne weitere Schutzmaßnahmen ins Restaurant oder ins Theater geht. «Da werden Ihnen zu viele durchrutschen», sagte sie im Interview. Und betont: «Für die individuelle Diagnose sind Antigentests ungeeignet. Wenn Sie aber Gruppen regelmäßig testen, die immer wieder zusammenkommen und sich nicht optimal an Hygieneregeln halten können, dann werden Sie nicht alle, aber viele Infektionsketten unterbrechen.»

Das zeigt auch die Erfahrung an Österreichs Schulen, wo bereits seit Februar Schnelltests im Einsatz sind. In der Alpenrebpublik wird jeder Schüler zweimal in der Woche getestet (wie es mit der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes bald auch deutschlandweit vorgeschrieben wird).

Wie die sogenannte „Gurgelstudie“ – eine großangelegte Studie, bei der stichprobenartig im Anschluss an Schnelltests diesselben Schüler nochmal mit PCR-Tests untersucht werden – zeigt, werden im Schnelltest-Verfahren drei von vier Infektionen unter Schulkindern bis 14 Jahren übersehen. Bei den Lehrkräften wird rund die Hälfte der Infektionen übersehen. Immerhin 40 Prozent der unentdeckten Fälle seien ansteckend gewesen, schätzt Studienleiter Prof. Michael Wagner, Mikrobiologe an der Universität Wien, gegenüber dem „Spiegel“.

Inzwischen sei klar: Tests mögen zwar die Dunkelziffer ausleuchten, sie können Schüler und Lehrer aber nicht vor Infektionen schützen. Wagners Bilanz, geäußert gegenüber dem ORF: „Das klingt vielleicht zunächst schlecht, ist aber viel mehr als ohne Test. Viele, die extrem ansteckend gewesen wären, findet er.“

„Die Schnelltests schlagen erst am Tag eins nach Symptom-Beginn an, da ist man aber schon drei Tage lang infektiös“

Das deckt sich mit der Einschätzung des Chef-Virologen der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten. Er warnte unlängst davor (News4teachers berichtete), dass Antigen-Schnelltests in den ersten Tagen einer Infektion wohl noch weniger zuverlässig sind als gedacht. Zwischen 40 Prozent und 60 Prozent der Infektionen würden deshalb bei Schnelltests übersehen, erklärt er in der letzten Folge seines Podcasts im NDR. „Die Schnelltests schlagen erst am Tag eins nach Symptom-Beginn an, da ist man aber schon drei Tage lang infektiös“, sagt Drosten. „Wenn man davon ausgeht, dass eine infizierte Person in der Regel acht Tage lang ansteckend ist, heißt das: An fünf von acht Tagen entdecke ich mit dem Antigentest eine Infektion, an drei Tagen werde ich sie übersehen.“

In Schulen sei der Einsatz von Antigen-Schnelltests trotzdem sinnvol, so Drosten.  „Selbst wenn bei einer Testung nicht alle Infektionen entdeckt werden, bei der nächsten Testung nach zwei oder drei Tagen werden die Infektionen dann nachgewiesen. In Clustern ist solch ein geringer zeitverzögerter Effekt kein Problem“, meinte der Virologe. Dann ließen sich Infektionen in einem Cluster aufspüren, um schnell mit Quarantäne-Maßnahmen reagieren zu können.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Der Unterricht ist nicht deshalb sicher, weil die teilnehmenden Schüler zuvor mit negativem Ergebnis schnellgetestet wurden. News4teachers / mit Material der dpa

Keine Schutzausrüstung, keine Impfung – und wohin mit positiv Getesteten? Immer mehr Lehrer remonstrieren wegen Corona-Tests

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20 KOMMENTARE

  1. Danke an News4Teachers für diese Richtigstellung. Leider scheint dies bei der Landesregierung RLP noch nicht angekommen zu sein. Die Leitungen hier im Land sind sehr lang und langsam.

  2. Ich als Lehrerin verstehe das. Meine Schüler*innen denken aber nach einem negativen Test, sie hätten kein Corona und fangen fröhlich an zu kuscheln.

    • Das ist genau das Problem. Das negative Testergebnis suggeriert Sicherheit, Onkel Piazolo und der Kinderarzt sagen es ja auch. Also lustiges Gruppenkuscheln auf dem Clo, an der Bushaltestelle und auf dem Schulweg, sobald das Lehrerauge eben aus dem Sichtfeld ist. Seh ich als sehr gefährlich an, genauso die Medienbotschaft von den coronasicheren Schulen. Das verleitet die Kinder regelrecht zu unvorsichtigem Verhalten. Das untergräbt auch die Autorität der Lehrer. Bei meinem letzten „Abstand!“ Schrei wurde ich von einem Q11 ler ignoriert mit den Worten: Warum, wir sind doch eh alle negativ!

      • @M.

        Ganz genau.

        Auch bei uns zu beobachten und als Argument angeführt, wenn die Maske unterm Kinn hängt.

        Man redet sich den Mund fusselig – Dank an alle 32 Landeszerstörer und -durchseuchungsbefürworter.

        • Betrachten Sie mal die Kommentarfunktion bei Br24 zum Thema Bayerns Alleingang, Schulen zu ab Inzidenz 100. Es ist kaum zu glauben, wie die Eltern , teilweise auch Lehrer hier abkotzen: Schulen müssen unbedingt aufmachen, Riesenschäden bei Kindern, Eltern krank vor Überforderung, Kinder krank vor Schulsehnsucht. Sind das alles Querdenker, Coronaleugner? Ich versteh die Welt nicht mehr. Unsere Gesellschaft gespalten wie nie. An unserer Schule funktioniert der Distanzunterricht super, wir machen regelmäßig Umfragen, fast alle Kinder sind zufrieden. Warum hört man diese Seite nie?

  3. Kann das hier erwähnte mit etwas Rechenarbeit nur bestätigen.
    Also die Tests finden etwa 50% der Infizierten. Nämlich die bei denen die Viruslast schon hoch genug ist. Wir hatten schon negative Schüler in unserem Test, welche 24 h später vom Arzt dann positiv getestet wurden. Das Zeitfenster ist wohl wirklich sehr eng.
    Di8ese 50% wurden allerdings vom Hersteller und vom RKI ermittelt. Dabei kann man also davon ausgehen, dass die Tests dabei absolut korrekt ausgeführt wurden.
    Laut Experten (Mediziner9 ist die Anzahl der Fehler um einen falsch-negativen Test zu bekommen jedoch relativ hoch.
    – Vor dem Test nicht geschnäuzt um die Nase an zu feuchten – falsch negativ, ist aber peinlich so zu rotzen.
    – Nicht tief und fest genug mit dem Stäbchen an der Nasenwand beider Nasenlöcher gerieben – falsch negativ, kitzelt aber sonst so.
    – Stäbchen nicht intensiv genug ausgespült – falsch negativ, ich verzähle mich aber immer und wenn zu fest drücke verschütte ich Flüssigkeit.
    – Weniger als zwei tropfen oder zu kleine tropfen – falsch negativ, darauf hab ich gar nicht geachtet! macht das was???

    Die Lehrer sollen den Prozess ja beaufsichtigen. Man kann aber eigentlich nur die Schritte vorgeben. Alle Prozesse wie das Nasebohren, das Spülen und das tropfen laufen simultan ab.
    Man sieht nur ob die Schüler es machen. Wie korrekt sie es machen ist auch bei einer halben Klasse von 10-12 Schüler nicht zu überprüfen.

    Ich würde mal schätzen, dass etwa 40% der Schüler den Test hinter sich bringen ohne an einer Stelle einen Fehler ein zu bauen. Die oben genannten Abweichungen sind ja nur Kleinigkeiten.

    Berechnung: 40% korrekt ausgeführte Tests bei einer Trefferquote von 50% macht insgesamt eine Quote von 20% der infizierten Schüler die tatsächlich gefunden wird.

    Probe:
    Vor den Selbsttests haben bei uns Ärzte getestet.
    Bei unserer Schülerzahl fanden die im Durchschnitt etwa 3 positive Schüler mit zwei Tests die Woche. Deren Tests haben etwa eine Trefferquote von 60%. Würde bei 3 positive Schülern auf etwa 5 Infizierte in der Schule deuten. Dies entspricht der Inzidenz in der Altersgruppe unserer Schüler bei unserer Schülerzahl.

    Mit Selbsttests haben wir in zwei testrunden eine positive Testung. Bei den angenommenen 20% Trefferquote also auch 5 infizierte Schüler. Jetzt finden wir aber nur noch einen statt vorher drei.

    Ermutigend ist das nicht. Es ist aber billiger und besser für die Statistik.

    Ein Träubchen für die Kultusminister. Bessere Quoten für kleines Geld.

    Ich sag`s ja, die Schulen sind sicher.

    • Bei uns laufen die Grundschulen in Vollpräsenz. Das Testen, alleine in einer ersten Klasse, mit 24 SuS ist super!
      Die Röhrchen mit der mühsam befüllten Pufferlösung dürfen beim Austeilen ja nicht umkippen!
      Das Auswaschen kriegen auch nicht alle SuS hin. Aber egal! Ich mach das!
      Die Kappe auf das wabbelige Röhrchen setzen? Haaalt Lass mich das machen! Sonst kippt alles aus!!
      4 Tropfen auf den Teststreifen, bitte! Lass mal, ich mache das, sonst gibt es eine Überschwemmung!
      Zu spät, der Test ist hin! Aber egal, nachtesten kann ich nicht, da die Tests extrem knapp bemessen sind. Also, negativ!
      Wäre schön, wenn uns der Arbeitgeber wenigstens FFP2 Masken zur Verfügung stellen würde! Aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof!
      3 Tests unbrauchbar! Die erste Linie zeigt sich nicht. Also, wir sind alle negativ! SUUUUPIIII!
      Und jetzt schlagt euer Mathebuch auf!
      Ali, setz die Maske auf!
      Wieso, isch bin negativ, beruhig disch! Alle ok!
      Marie weint: Mir geht es nicht gut! Hab so dolle Halsschmerzen!
      Sekretariat ist nicht besetzt, Handy funktioniert nur auf dem Schulhof.
      Marie, ich kümmere mich gleich um dich, wenn alle arbeiten.
      Auf dem Schulhof: Maries Mutter ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte, versuchen Sie es später noch einmal, sagt die freundliche Ansagerstimme.
      Durch die geöffneten Klassenfenster dringt verdächtig viel Lärm.
      Zurück in die Klasse!
      Florian hat zu Marie „Corona“ gesagt, empört sich Finja!
      Florian, wir haben doch besprochen……
      Ich hab nix getan, verteidigt sich Florian lautstark.
      Marie heult zum Gotterbarmen.
      Ihr macht jetzt SOFORT eure Aufgaben, schimpfe ich entnervt.
      Ich will zu Mama, heult Marie.
      Ich versuche es gleich nochmal, deine Mama zu erreichen, versuche ich sie zu beruhigen.
      Du hast mein Taschentuch nicht weggeschmissen, meldet sich Leif-Günther.
      Ich sehe es nicht!
      Is unterm Tisch, erklärt mir Leif-Günther.
      Das hebst du bitte selbst auf und wirfst es weg!
      Iiiih, das ist voller Rotze, beschwert sich Leif-Günther!
      ICH WILL ZU MAMA, heult Marie.
      Ali, setz deine Maske auf und behalte sie oben! Ich muss mich jetzt um Marie kümmern. Das verstehst du doch!
      Und wer schmeißt jetzt mein Taschentuch weg? empört sich Leif-Günther!
      Ich schnappe mir Marie und renne auf den Schulhof.
      Irgendwie sind wir unterbesetzt!!

      • @Ausderpraxis

        Ein ganz normaler Tag in unserer sicheren Schule – Bildungschancen autsch, soziales Lernen autscher.

        Danke, es war ein herrlicher Lacher für den Start in den Tag

  4. „Das zeigt auch die Erfahrung an Österreichs Schulen, wo bereits seit Februar Schnelltests im Einsatz sind. “

    Kurz danach hat Österreich die Schulen wieder dicht gemacht. Hat ja super geklappt mit den Schnelltests, die kaum Wirkung bei Asymptomatischen haben. Und wenn Symptome dazu kommen, geht’s heute direkt zum PCR Test. Morgens negativer Schnelltest und nachmittags zum PCR Test. Diesmal haben halt mehr Schüler Symptome. Diesmal kann es nicht totgeschwiegen werden.
    Ab 6. April waren die Österreicher im verschärften Lockdown im Anschluss an Ostern die Schulen wieder dicht. Für fast zwei Wochen (19.04.21).

    Mal sehen, ob’s diesmal mit den Schulen anders läuft (mit den natürlich weiterhin begleitenden Schnelltests).

    • @BK-Lehrkraft

      Bei uns steigen die Inzidenzen jetzt auch spürbar.

      Bei uns werden positiv getestete Schüler in Quarantäne geschickt – keine Nachtestung.

      Bei uns bleiben alle anderen Kinder in der Schule.

      Bei uns kommen die Geschwister des Quarantänekindes munter in die Schule.

      Bei uns steigen die Zahlen.

      Bei uns werden dieselben falschen Entscheidungen getroffen wie in RLP, NRW …

      Bei uns fragt man sich warum.

      Bei uns erhält man keine Antwort.

      Bei uns wird sich auch nicht gewehrt.

      Bei uns werden 83.000.000 von 32 und ihren Helfern physisch und psychisch kaputt gemacht.

      • So ist es. Die offizielle Datenlage ist äusserst labil. Aber wird behandelt, als wäre sie mathematisch statistisch belastbar.
        Es ist einfach nicht mehr zu erklären. Ich habe gedacht die über 1000 Toten an einem Tag hätten die Politiker und viele der Medien zur Vernunft gebracht.
        Ich habe jetzt so oft Hoffnung gehabt, und kurz danach wieder derbe über die Ignoranz gestürzt.
        Da höre ich aus SH von einem Politiker im Interview, dass mit der Notbremse ja ihre Stufenpläne zerstört würden, weil ihre ja härter wären. Wer zum Teufel hat behauptet, dass die Länder daran mit Macht arbeiten müssen, um an die 165 zu kommen. Sie dürfen das sogar mit aller Macht verhindern!

        MPs, KMs, IHR dürft härtere Massnahmen ergreifen und wie Söder weiterhin an der 100 für Schulschliessungen festhalten. Obwohl auch da anscheinend die Kindergärten hinten herunterfallen.

        Ich frage mich, ob ich nicht lieber bei der nächsten Landeswahl irgendeinen Schimpansen wählen würde, dürfte dieser sich zur Wahl stellen. Ist billiger und genauso nutzlos.

  5. Ja genau und deshalb können sich die hessischen Abiturienten freitesten und fünfeinhalb Stunden lang ohne Maske mit allen anderen in einem Raum sitzen. *Herr schmeiß Hirn vom Himmel*

  6. In Clustern bedeutet doch immer: mehr als einer ist in Folge infiziert. Also nach ein paar ‚erfolgreichen‘ sprich positiven Tests in einer Klasse hat man dann ein Cluster erkannt. Ganz toll. Cool auch die Aussage, wenn ein Schüler beim ersten Test nicht erkannt wird, dann vielleicht beim zweiten. Also nach drei Schultagen. Nach 18 gemeinsamen Unterrichtsstunden plus Pausen und soziales Miteinander vor und nach der Schule. Auch ganz toll. Dann sind diese Tests ja vor allem in der Schule richtig sinnvoll.

  7. Das mit dem Cluster in Schulen ist doch Augenwischerei.
    Selbst wenn da ein positiver Fall entdeckt wird – um wirksam zu handeln müssten ja alle Kontaktpersonen aller Kinder der Gruppe isoliert werden.
    15 SuS – mindestens 15, 30, 45, 60 oder mehr direkte Kontaktpersonen der Kinder in den Familien, denen der Lehrer… dann erst PCR-Test, Wochenenden dazwischen, Nichterreichbarkeit, sonstige Verzögerungen…
    Als Zusatzphänomen noch die Aufgabe der Vorsicht bei denen, die sich „freigetestet“ fühlen…

    Bis das alles nachverfolgt ist, ist das doch längst ein Riesen-Cluster… und die weiteren Kontakte nicht mehr nachvollziehbar.

    Verständlich irgendwie, wenn bei den Mitschülern dann lieber gar nicht mehr so genau hingesehen wird…

    Auf die Weise sinken die Inzidenzzahlen sogar… ein Schelm, der Böses dabei denkt…

    • Und leider werden in RLP die positiv getesteten SuS noch nicht mit einmal mit einem PCR-Test überprüft, sondern nur mit einem Schnelltest. Und da alle SuS immer (hust, hust) eine Maske tragen (die ja nur ganz selten verrutscht), muss auch keiner in Quarantäne. Ich habe fast den Eindruck, dass sich B.1.1.7. auf diese Art noch sehr viel besser verbreiten kann. Zumal ja schon die Testsituation jede Menge Nährboden für das Virus gibt.

      Es ist zum K*tzen.

      Und Eltern sind und bleiben noch lange ungeimpft. Ebenso SuS, die ja großteils erst 2022 dran kommen.

      Viele SuS und Eltern lassen sich mit der neuen Nebelkerze „Selbsttest“ eine Sicherheit vorgaukeln, wo keine ist.

      • Leider sind Eltern leidr vielfach eher bequem unterwegs.
        Obwohl sie diejenigen sind, die direkt betroffen sind von Infektionen, die über Schulen verteilt werden.

        Eltern beschweren sich sogar (gerne bei Lehrern) über Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit Schulschließungen, Kindern zu Hause, Distanzunterricht…
        Eltern tun aber wenig oder nichts, damit es gar nicht mehr erst sowet kommen muss.
        (Ja, ich weiß, eine unzulässige Verallgemeinerung, die aber der allgemeinen Zahl der Untätigen wohl halbwegs korrekt REchnung trägt, denn sonst würde man ja Anderes und lauter von Eltern hören!)
        Notwendig wäre (gewesen), dass Eltern (die ja weitaus mehr sind als die Lehrer und nicht Angestellte des Landes) Gehör zu verschaffen und die Entscheider aufzufordern, die Schulen endlich wirksam zu schließen, die Zahlen endlich wirksam zu senken, die Schulen mit Schutzmaßnahmen auszustatten, zusätzliches Personal einzustellen etc. – damit man danach wirklich auch auf niedrigem Inzidenzniveau weitgehend verantwortungsvoll und ungefährdet öffenen kann. So, wie es die Virologen und andere Experten seit Monaten vorgeschlagen haben.
        Wären diese Vorschläge nicht nur von Lehrern gekommen sondern aus der Breite der Bevölkerung, wäre bei den Regierenden vielleicht auch nicht der Eindruck entstanden, dass sie Wähler verlören, wenn sie die Pandemie tatsächlich WIRKSAM bekämpften.

        Gerade Eltern sind die ersten und direktesten Kontaktpersonen der Kinder. Sie begegnen ihnen natürlich noch ungeschützter als wir Lehrer. Sie sind diejenigen, die neben Lehrern, Klinikpersonal etc. die volle Last der Quarantäne, der Krankheit, der Gesundheitsgefährdung tragen, die über Schulen entsteht.

        Wie kann es sein, dass weder Politik noch Eltern ausreichend Interesse daran zeigen, die Pandemie wirksam zu bekämpfen?
        Diese Hängepartie durch die Bundes-Notbremse wird jetzt unwidersprochen als „so weit dürfen wir gehen“ interpretiert.
        Warum schreien nicht alle auf und verlangen, dass ALLES getan wird, damit NIE wieder so hohe Werte entstehen, damit niemals die Notbremse greifen muss?
        Warum werden nicht von der Regierung Schulschließungen und Beschränkungen verlangt, die die Karre tatsächlich bremsen.
        Statt dessen fahren alle bei Tempo 200 mit auf den Abgund zu und wundern sich, wenn am Ende noch schnell die bundesweite Notbremse gezogen wird und es wieder und wieder zu „Unannehmlichkeiten“ führt.
        Gleiches Problem mit „der Wirtschaft“ – auch da oft m.E. viel zu kurz gedacht. Aktuelle Schließungen sind schlimm, keine Frage – aber Dauerschließungen und Jojo-Effekte sind noch schlimmer, bringen noch nachhaltigeren wirtschaftlichen Schaden!

        Man muss obendrein den Eindruck haben, dass das Hin- und Herpendenk der Infektionszahlen rund um Grenzwerte den Landesregierungen noch gerade recht kommt, um sagen zu können, man sei ja nicht Schuld an den dann verordneten und umso länger notwendigen Schließungen – ohne die Notbremse des Bundes täte man den Bürgern ja gerne den (vermeintlichen) Gefallen, die Schulen offen zu lassen…

        Dann noch ein bisschen Selbsttest und das Gewissen ist rein…??

        • Volle Zustimmung. Bin auch dauerhaft fassungslos, angesichts der scheinbar mangelnden Intelligenz oder doch eher dem absoluten Unwillen, die Bevölkerung durch das konsequente Anstreben niedriger Infektionszahlen, schützen zu wollen. Ich habe als Kind gelernt, dass eine Medizin, die kurz bitter schmeckt oder kurz in der Wunde brennt, wirkungsvoller ist und langfristig zur Gesundung beiträgt, als nichts zu tun und mit offener Wunde rumlaufen. Denn dann kommt es zu Entzündungen und das Elend wird schlimmer und länger. Diese Assoziation habe ich mittlerweile ständig, angesichts des, sagen wir mal, sehr behutsamen Umgangs mit dem Virus hier. Den Virus freuts.
          Deutschland scheint mehr Angst vor der kurz bitteren, aber wirkungsvollen Medizin zu haben, als vor dem Virus. Somit docktern wir weiter an den Symptomen, statt die Ursache zu bekämpfen. Verstehen scheinbar aber nur wenige.

  8. Nutzen Schulen keine “ ANERKANNTEN TESTS „?
    – Bevölkerungsschutzgesetz schreibt nun In-vitro-Diagnostika (IVD) „Medizinprodukte“ vor:

    (3) … ; die Teilnahme am Präsenzunterricht ist nur zulässig für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte, die zweimal in der Woche mittels eines ++ ANERKANNTEN TESTS+++ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden.

    (9) ANERKANNTE TESTS im Sinne dieser Vorschrift sind In-vitro-Diagnostika, die für den direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 bestimmt sind und die auf Grund ihrer CE-Kennzeichnung oder auf Grund einer gemäß § 11 Absatz 1 des Medizinproduktegesetzes erteilten Sonderzulassung verkehrsfähig sind.

    [In-vitro-Diagnostika (IVD) sind Medizinprodukte zur ++MEDIZINISCHEN LABORUNTERSUCHUNG ++von Proben aus dem menschlichen Körper. Diese Proben können beispielsweise Blut, Urin, Sekret oder auch Gewebe sein und werden außerhalb des Körpers in vitro – also „im Glas“ – untersucht.]
    ——
    So etwas softes sollte es im Bereich Schule auch im Gesetz geben:
    (7) Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten ANZUBIETEN, diese Tätigkeiten in deren Wohnung aus zuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.

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