Lolli-Tests für Grundschüler versprechen präzisere Ergebnisse als bisherige Schnelltests

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DÜSSELDORF. Grund- und Förderschüler in Nordrhein-Westfalen müssen das Test-Wattestäbchen ab Montag nicht mehr in die Nase stecken, sondern in den Mund. Lolli-Test nennt sich das. Die Tests sollen einfacher durchzuführen sein – und deutlich empfindlicher reagieren als die Schnelltests.

In einem Video will das Schuleministerium Kindern den Lolli-Test. Screenshot (zum Video: auf das Bild klicken).

An allen knapp 3800 Grund- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen werden die Schülerinnen und Schüler von diesem Montag an mit Lolli-Tests auf Corona getestet. Für die Schüler soll es einfacher zu handhaben sein. Und auch so ist einiges anders als bei den bisherigen Schnelltests.

Warum heißt der Test «Lolli-Test»?

Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler das Teststäbchen wie einen Lolli 30 Sekunden lang lutschen müssen.

Beim Schnelltest gibt es ein Ergebnis nach 15 Minuten. Geht es jetzt auch so schnell?

Nein, weil die Proben erst eingesammelt werden müssen. Anschließend werden sie in einem Labor ausgewertet. Alle Proben der Kinder aus einer Lerngruppe werden dabei quasi in einen Topf, einen sogenannten Pool, geworfen. Ist das Ergebnis negativ, geht man davon aus, dass kein Kind aus dieser Lerngruppe positiv ist.

Wenn ein Pool positiv ist, weiß man doch gar nicht, welches Kind jetzt positiv ist.

Richtig. Deshalb ist dann ein zweiter Test nur dieser Lerngruppe nötig, diesmal alle einzeln. Dafür bekommt jedes Kind gleich zu Beginn je zwei Individualtupfer («Lollis») und Probenröhrchen mit nach Hause. Die Eltern müssen die zweite Probe dann zur Schule bringen. Von dort wird sie wieder ins Labor gebracht.

Werden auch Kinder in der Notbetreuung getestet?

Ja. «Nur so macht das System Sinn», sagt Staatssekretär Mathias Richter. «Die werden alle getestet.»

Dauert das Testverfahren nicht viel zu lange?

Es dauert länger als ein Schnelltest, das stimmt. Dafür ist die Genauigkeit aber auch viel höher, sagt das Schulministerium. Richter hat betont, dass Schnelltests nur in den zwei, drei Tagen der höchsten Ansteckungsgefahr anschlagen. Die Lolli-Tests, die als sogenannte PCR-Tests viel genauer sind, würden jedoch schon am ersten oder zweiten Tag der Ansteckung reagieren und damit viel früher. «Ein infizierter Schüler wäre erst drei, vier Tage später beim Schnelltest aufgefallen.»

Und wie kommen die Proben ins Labor?

Die Behörden betreiben dafür großen Aufwand. Vor allem kommunale Kuriere fahren auf gut 400 Routen die Schulen ab, sammeln die Proben ein und bringen sie dann in die Labore. In sehr ländlichen Regionen wurden vier Knotenpunkte bestimmt, wo die dorthin gebrachten Sammelproben dann von den Laboren abgeholt werden. Bis 14.00 Uhr sollen die Proben in den Laboren sein. Dann wird getestet. Täglich soll es insgesamt rund 35 000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern.

Und wie erfahren die Schulen von den Ergebnissen?

Auf unterschiedlichen Wegen, zum Beispiel über eine Internetseite. Das ist im Vorfeld zwischen Labor und Schule vereinbart worden. Ist ein Pool positiv, verständigt die für die getestete Gruppe zuständige Lehrkraft dann die Eltern – etwa per Mail, Telefon oder SMS. Spätestens am nächsten Morgen um 6.00 Uhr soll das Testergebnis vorliegen, damit noch genug Zeit bleibt, die Eltern zu verständigen.

Und dann?

Ist ein Pool positiv, bleiben diese Kinder erstmal alle zu Hause und machen den Einzeltest, wieder nach der Lolli-Methode. Für sie gilt solange häusliche Isolation, bis für sie ein negativer PCR-Einzeltest vorliegt. Für das positiv gemeldete Kind gelten dann die üblichen Regeln bei Corona-Infektionen. Die zuständige Behörde entscheidet dann, ob auch andere Kinder sicherheitshalber zu Hause bleiben müssen.

Was ist mit Eltern, deren Deutsch-Kenntnisse nicht ausreichen, das Verfahren zu verstehen?

Es gibt Muster-Elternbriefe in englischer, russischer, türkischer, persischer und arabischer Sprache sowie einfacher deutscher Sprache.

Werden auch die Lehrkräfte mit den Lolli-Tests getestet?

Nein, sie machen weiterhin Schnelltests. Falls ihr Pool jedoch positiv ist, nehmen auch sie an dem individuellen PCR-Test teil.

Wie teuer ist das Ganze?

Das Land Nordrhein-Westfalen lässt sich das Verfahren jede Woche gut acht Millionen Euro kosten, bis zu den Sommerferien insgesamt knapp 65 Millionen Euro. Gut investiertes Geld, findet Schulministerin Yvonne Gebauer: «Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen. Wir sichern damit den Schulbetrieb zusätzlich ab.»

Was meinen Lehrer dazu?

„Ohne Zweifel sind die Lolli-Tests kind- und altersgerechter als die bisherigen Schnelltests – das ist definitiv ein Fortschritt“, sagt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). „Optimierungsbedarf gibt es bei den Ergebnisrückmeldungen, um vor allem Schulleitungen zu entlasten. Denn seit über einem Jahr reagieren die Schulen flexibel auf alle möglichen und unmöglichen Herausforderungen. Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal müssen Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern haben, damit endlich Ruhe ins System kommt.“

Wonach schmeckt der „Lolli“ denn?

Nach gar nichts. Einige Kinder aus Mönchengladbach, die den Test vorab probiert haben, wollen allerdings einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge einen Hauch von Zitrone wahrgenommen haben. News4teachers / mit Material der dpa

Weitere Infos des Schulministeriums zu den Lolli-Tests

Drosten: Schnelltests erkennen 40 bis 60 Prozent der Corona-Infektionen zunächst nicht

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38 KOMMENTARE

  1. Auch 5. und 6. Klässler können noch lange nicht geimpft werden. Warum werden diese nicht genauso geschützt? Ich unterrichte nur 6er, mein Sohn geht in die 5. und meine anderen Kinder in die Kita. Überall nur Selbsttests, in der Kita dazu noch freiwillig. Ich fühle mich im Stich gelassen!

  2. Hallo,
    den Lilli gibt es auch als Schnelltest von Hygisun. Und wenn jemand positiv ist, ist die ganze Klasse betroffen weil man Stunden in schlecht belüfteten Räumen war. Wo ist also der Vorteil?

  3. Moment… nochmal zum Mitdenken:

    Die Kinder machen den Lollitest. Danach machen sie unter fragwürdigen oder nahezu keinen Schutzmaßnahmen einen vollen Tag Präsenzunterricht. Am nächsten Tag erfahren sie dann das Ergebnis… vielleicht/hoffentlich, bevor sie wieder in der Schule sind.

    Falls da also ein SuS mit B117 infiziert war, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dann alle was davon haben.

    Herausfinden wird man das aber nicht.

    Der Einzeltest wird ja offenbar dann gleich gemacht, um herauszufinden, welches Kind betroffen war. Bei den anderen, die sich am ersten Tag bei jenem Kind angesteckt haben, wird der Test natürlich noch gar nicht anschlagen. Die bei der ersten Runde angesteckten Kinder sind also negativ und gehen dann wieder in die Schule.

    Da sie ja jetzt alle negativ sind, werden sie wohl weniger Vorsicht walten lassen.

    Bei der nächsten Runde machen sie den Pool dann wieder positiv (dann ist die Virenlast hoch genug) und stecken ganz nebenbei all jene an, die die erste Runde überstanden hatten – es sei denn, das ist schon zwischen den Tests passiert.

    Usw.

    Das kann nicht ernstgemeint sein, oder habe ich da was Wesentliches übersehen?

    Das liest sich wie eine Anleitung zur Durchseuchung.

    • @Jan aus H:
      Ganz genau! An der Grundschule meines Großen hatte vor Ostern ein Kinderarzt zweimal wöchentlich PCR-Tests angeboten/durchgeführt. Genau das gleiche Prinzip, da man ja das möglicherweise positive Ergebnis erst gesagt bekommt, wenn man schon ein bis zwei Tage mit den anderen im Klassenzimmer saß und die dann auch angesteckt hat (*Kopfklatsch*). Und den kleinen Kindern zweimal die Woche diese PCR-Tests in die Nase/Rachen stecken (in diesem Fall wenigstens von geschultem Personal), und gleichzeitig zu wissen, dass dies für den Schutz der anderen überhaupt nichts bringt, führte dann nach massiven Elternprotesten (eventuell auch Lehren – das weiß ich nicht) dazu, dass man dann doch davon weggegangen ist. Jetzt gibt es Selbsttests… Hahaha

    • @Jans aus H = danke sehr, perfekt zusammengefasst, was ich genauso zum neuem Lolli-Test dachte… warum dann die ganze Gruppe ohne Ergebnis trotz der viel ansteckenderen Mutanten Unterricht haben, und ohne Maske spätestens zusammen ihr Frühstück einnehmen im Klassenraum, ist mir ein Rätsel?!?
      Warum ist es so schwer für die Damen & Herren, die sich sowas ausdenken, zu Ende gedachte Konzepte/Lösungen zu entwickeln, bei denen man wirklich von Schutz vor Krankheit sprechen kann, anstatt immer und immer wieder Pseudo-Massnahmen den Familien aufzuzwingen, und sie dann doch dem Risiko auszusetzen

    • Auch wir werden im einwöchigen Abstand im Poolverfahren mit Hilfe des PCR-Test untersucht. Die Ergebnissen erhalten wir erst nach 3 Tagen, da positiv Getestete erst im weiteren Verfahren nachuntersucht werden müssen. Bis zum Ergebnis verbleiben alle in der Arbeit.
      Der Lolli-Test auf meine Berufsgruppe angewendet, würde bedeuten, dass unser gesamtes Team auf Grund der Pooltestung bei einem einzig positiv ausgefallenen für mehrere Tage freigestellt wären.
      Ein sehr gute Idee, die man sofort übernehmen sollte.

    • Könnte es sein, dass dies der Kohortenidee entspringt? Dabei geht es – wenn ich richtig durchblicke – nicht so sehr darum, dass niemand in der Kohorte jemand anderen in derselben Kohorte infiziert, sondern vielmehr darum, dass Infektion/en innerhalb der Kohorte (früher oder später) erkannt werden und dann die ganze Kohorte in Quarantäne geht. Idealisiert verlässt das Virus in der Zwischenzeit diese Kohorte nicht … stimmt das so?

      • Klingt logisch. Nur war die Kohortenidee schon im letzten Jahr idiotisch.

        Die Kohortenidee ist sinnvoll, wenn man sich SELBST seine Kohorte mit Gleichgesinnten bildet. Wenn die Kohorte aus zehn Kindern besteht, die aus Familien bestehen, die sehr vorsichtig sind (und das auch wirklich tun), dann kann man darüber nachdenken. Solange man aber Kinder von Coronaleugnern mit denen von Vorerkrankten oder denen, die wegen der Langzeitfolgen auf keinen Fall Corona haben wollen, in eine Kohorte wirft, reduziert man den Schutz auf das niedrigstmögliche Maß, also das des Coronaleugner.

        Wenn man sich die Zusammensetzung der Gesellschaft so anschaut, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es in jeder Klasse ein oder mehrere Kinder gibt, deren Eltern der Schutz vollkommen egal ist. Alleine das führt den Ansatz ad absurdum.

  4. Ein positiver Test wird nach einem Rag Ansteckungsgeschehen erst entdeckt. Damit ist er kaum besser als der selbsttest. Pool machen die ohnehin nur aus Kostengründen.

  5. #Blau:

    Danke für solch wahre Worte bzw dafür, dass Sie DAS aussprechen, wie es leider in der momentanen ernüchternden Realität aussieht.

    Dass Selbstests in der Kita freiwillig sind, kann ich so dennoch nicht unterschreiben- es sei denn, dass ich es falsch verstanden habe.

    Als Erzieherin in einer Kita kann ich sagen, dass ich/ wir zweimal pro Woche getestet werden können.
    Heureka!
    … wenngleich mir , als gelernte Krankenschwester, durchaus bewusst ist, dass es leider vermutlich zu zuuuu vielen falschnegativen Ergebnissen kommt.

    Es wäre wünschenswert,
    dass zb NOTBetreuung wirklich nur streng restriktiv gewährt werden würde- da fehlt meines Erachtens die (zwar angekündigte) Kontrolle.

    Keiner fragt, ob „Mutti X“ WIRKLICH von
    7 bis 16 auf Arbeit präsent ist,
    ob „Vati Y“ wirklich NICHT ins homeoffice geschickt wurde usw …..

    Komischerweise sehe ich mitunter,
    dass just DIESE Familien völlig „gechillt“ mit deren Kindern zb am Samstag ab um10 im Wochenend-Modus entspannt spazieren gehen- klar: zb der Wocheneinkauf konnte von „Mutti X“ ja schön gemütlich unter der Woche (ohne Kind!) erledigt werden,
    während wir Erzieher ,
    die tagtäglich in der sog NOTBetreuung voll arbeiten , weil über zwei Drittel der Kinder anwesend sind,
    zb dies am Wochenende abarbeiten …

    • Hallo
      Was spricht gegen den lollischnelltest aus deiner Sicht. Gibt es eben schon auf dem Markt, kann faktisch von den Eltern parallel zur Abgabe unter Aufsicht gemacht werden und wäre für euch Schutz.
      Zum Thema Notbetreuung – bitte jetzt nicht falsch verstehen. – beide Lehrer 3 Kinder. Wir sind beide im Homeoffice, also faktisch daheim. Aber Unterricht und 3 Kinder parallel geht nicht. Dafür testen wir unsere 3 seit Monaten 2x die Woche.

      Gruß

      • Dagegen spricht, dass alle Kinder und deren Familien einer positiv getesteten Poolgruppe zunächst bis zum Einzelnachweis vollständig in Quarantäne geschickt werden.

      • Das würde für uns bedeuten, dass wir 10 Tage von der Arbeit im Krankenhaus befreit wären und wir uns somit besser um unsere Kinder intensiver kümmern könnten.
        Also gilt es diese Verordnung unbedingt ministeriell umzusetzen und den Lolli-Test flächendeckend einzuführen und dessen nachfolgende Anweisungen vom Gesundheits-und Ordnungsamt konsequent umzusetzen.

        • Sorry, aber 10 Tage sind Unfug. Inzwischen wartet man maximal 1 Tag auf das Ergebnis eines PCR-Tests. Ist der negativ, darf das Kind wieder in Schule/KiTa.

          • @AvL: „Schülerinnen und Schüler, die einem Pool angehören, der ein positives Testergebnis erhalten hat, gelten als Corona-Verdachtsfälle. Die Eltern nehmen sie in häusliche Isolation. Mit der Vorlage eines negativen PCR-Einzeltests können sie wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren.“ (entnommen der entsprechenden Schulmail). Also nix mit 10 Tage Quarantäne bei negativem PCR!

        • Hallo,
          und sorry, ich verstehe deinen Beitrag nicht wirklich:
          – der Lollischnelltest kann doch durch PCR Test widerlegt werden, und wenn jemand positiv ist, dann ist entsprechend zu reagieren. Eben auch mit Quarantäne.
          – die anderen Kinder in der Gruppe eben nicht, der Lolli-Schnelltest wäre am Eingang kinderspezifisch. D.h. nur ein Kind mit entsprechender Virenlast würde sofort rausgefilter. Es geht mir eben nicht um den Lolli-Pool-Test mittels PCR

          Falls ich etwas falsch verstanden habe, bitte verbessern.

          Gruß

  6. „Werden auch die Lehrkräfte mit den Lolli-Tests getestet?

    Nein, sie machen weiterhin Schnelltests. Falls ihr Pool jedoch positiv ist, nehmen auch sie an dem individuellen PCR-Test teil.“
    Liebe Redaktion, habt ihr dafür bitte eine offizielle Quelle? Wir haben nämlich genau das bei der SL angefragt, da hieß es, Lehrer werden nicht PCR getestet, da das Ministerium davon ausginge, dass alle durchgehend FFP2 tragen würden.

  7. Die Lollitests sind ein Schritt in die richtige Richtung. Sie sind sensitiver als die Selbsttests und reagieren schon bei einer sehr geringen Virenlast, noch bevor das Kind stark infektiös ist oder Symptome entwickelt. Die bisherigen Tests schlagen erst an, wenn da schon richtig viel an Virus vorhanden ist und auch das nur, wenn der Test richtig durchgeführt wird.

    Meine Erstklässler sind zum Teil noch immer stark überfordert mit Käppchen, Röhrchen und Tröpfchen. Regelmäßig ergießt sich die Popelsuppe über die Testkassette, landen Dinge auf dem Boden oder das Teststäbchen berührt gerade mal den ganz vorderen Bereich des Nasenlochs. Von der Zeit und den Nerven, die das ganze Prozedere kostet, will ich hier gar nicht anfangen.
    Die Lollitests sind eine Verbesserung und endlich mal eine sinnvolle Maßnahme.
    Natürlich hätte man das Geld auch in das Lüften unterstützende Filtergeräte stecken können…

    Aber warum die Kitas hier nicht mit einbezogen werden, verstehe ich wirklich nicht. Wahrscheinlich zu teuer…

    • Kitas: „Wahrscheinlich zu teuer“ oder es kommt von dort einfach zu wenig Widerstand bzw. organisierte Forderung (das meine ich nicht als Vorwurf an all die Leute in Kitas, die sind definitiv übel geplagt)

    • Die Lolli-Tests durchzuführen verdient Respekt.

      Schnellere und präziser Ergebnisse lohnen den Aufwand.

      Vor allem in Kitas wären diese Tests ebenfalls angebracht.

      Andere Bundesländer nehmen es leider deutlich lockerer.

  8. Ich bin begeistert, dass meine Kinder am Montag wieder in die Grundschule gezwungen werden und dort 5 bzw. 6 Stunden ohne Testergebnis mit anderen Kindern zusammen im Raum sitzen UND FRÜHSTÜCKEN, deren Eltern teilweise Coronaleugner und Maskengegner sind!

    Der Lollitest bringt erst für Mittwoch was, für Montag hingegen noch absolut gar nichts. Danach die Woche sind sie Dienstag wieder komplett ungetestet, nur für Donnerstag bringt der Test was!

    So einen Schwachsinn, so eine Elternvera… kann sich mal wieder nur das Zick-Zack-Ministerium ausdenken!

  9. Bei uns fing der Lolli-Spaß am Freitag schon super an: Das Zubehör kam gegen halb 12, die sechsseitige Anleitung für die Eltern kopiert sich doch auch „mal eben“ für 400 Kinder in 5 Minuten. Wir saßen dann nach Unterrichtsschluss wie am Fließband im Lehrerzimmer (gut, dass in Schulen die Abstandbestimmungen nicht gelten ), um den ganzen Kram noch einzutüten. Dann stellte sich heraus, dass die Rolle mit den jeweils 3 Klebeetiketten zu einer anderen Schule in einer anderen Stadt gehörten. Keine Ahnung, wo unsere Klebeetiketten sind, das war am Freitag Nachmittag (mal wieder!!!) nicht mehr herauszufinden. Ach, und noch etwas: unsere Schule befindet sich im direkten Dunstkreis von Münster. Unsere Tests werden aber jeden Tag zu einem Labor nach Düsseldorf kutschiert. Ich suche die ganze Zeit nach der versteckten Kamera, befürchte jedoch, dass es sich dabei um keinen Scherz handelt. Ich habe schon Nackenschmerzen vom ganzen Kopfschütteln…

  10. Das ganze wird nur noch besser wenn die GS dazu noch auf die glorreiche Idee kommt das die Kinder in der Klasse 15 Minuten Frühstückspause gemeinsam machen. Die Kids sitzen ja an ihrem Platz, da kann man ruhig 15 Minuten ohne Maske gemeinsam frühstücken. Abstand ist ja da und Corona macht bestimmt auch Frühstückspause…
    Die Schule meines mittleren hält das für Hygienekonzeptkonform. Als ich ihm die Konsequenz erklärt habe fals einer Corona positiv sein sollte wollte er eine Weile kein Frühstück mehr mitnehmen. Auf dem Hof essen war bis vor ein paar Wochen nicht erlaubt, da die Kinder die Masken dort nicht abnehmen durften *Kopf vs Wand* mittlerweile dürfen sie, natürlich nur zum essen und wenn sie den Mindestabstand beachten…
    Komme aber aus RLP, das Bundesland in dem für positive Selbsttests bei Kindern der pcr freiwillig und lediglich ein von Fachpersonal durchgeführter poc-antigentest vorgeschrieben wird. Ein Schelm wer Böses dabei denkt 😉

    • Leider steht die Frühstücksnummer genau so auch in der NRW-Verordnung. Zum essen am Platz darf die Maske abgenommen werden…..

      • Warum kann man nicht auf dem Pausenhof frühstücken? Also wirklich… mir fehlen da langsam die Worte.
        Bei uns (Grundschule meines Großen) gehen die Kinder nach Klassen gestaffelt zum Frühstücken nach draußen. Sie müssen hierbei im Kreis mit ausreichend Abstand stehen bleiben. Nach dem Essen wird die Maske wieder aufgesetzt und sie können in ihrem Bereich spielen/rennen. Womöglich ist das an weiterführenden Schulen aufgrund Personalmangel/Platzmangel etc. nicht zu leisten, denn bei diesem „Abstandsfrühstück“ auf dem Pausenhof ist bei uns die Lehrkraft immer mit dabei. Die Kids halten sich auch ohne Probleme daran – es funktioniert gut. Allerdings muss ich auch sagen, dass wir eine klitzekleine Dorfgrundschule haben, in der solche Regelungen gut durchgeführt werden können – es gab während der gesamten Pandemie noch keinen Quarantäne – Fall in der gesamten Schule.

          • @Palim:
            Ja, das stimmt! Auf den ersten Blick sieht man das als Elternteil nicht und denkt sich ’naja…ist doch ganz einfach, sollen sie halt das und das machen….‘
            Wenn man dann aber mal genauer drüber nach und vorallem zu Ende denkt (das machen allerdings die wenigsten, da sie in ihrer eigenen Blase verständlicherweise genug Probleme haben) oder sich mit Lehrern unterhält, dann leuchtet einem vieles ein und versteht den ein oder anderen „Aufschrei“.

  11. Die Pooltests sind sinnvoll, wenn das Ziel darin besteht, Infektionen festzustellen und dann irgendwie einzudämmen.

    Sie sind NICHT sinnvoll, wenn das Ziel darin besteht, das individuelle Recht auf körperliche Unversehrtheit sicherzustellen, denn der beschriebene Ansatz nimmt Folgeinfektionen bewusst in Kauf (siehe mein erstes Posting weiter oben).

    Das Hauptproblem in DE besteht darin, dass es sehr starke Unterschiede im individuellen Schutzbedürfnis gibt. Da ist von „das will ich auf keinen Fall haben“ über „wenn ich mich anstecke, ist es eben so“ bis hin zu „Corona ist harmlos“ alles vertreten. Das beschriebene Testverfahren schert alle über einen Kamm und setzt denjenigen, der das Virus auf keinen Fall haben will, weiterhin dem Risiko aus, mit Coronaverharmlosern ungeschützt über viele Stunden in einem Raum zu sein, ohne dass Testergebnisse vorliegen.

    Es gibt nur die Lösung „Impfung aller impfwilligen Beteiligten“ oder „Herstellung des maximalen Schutzes durch Luftfilter usw.“.

  12. Also ich kann zu den Lollitest und Förderschule sagen – ich habe einen Schüler, der würde nie einen Lolli in den Mund nehmen….und nu??
    Da bleibe ich lieber bei den Selbsttest, denn den haben sich erstaunlicherweise alle Schüler machen lassen.

  13. Wir haben an der Grundschule schon die ganze Zeit Lollitests. Diese werden auch gleich vor Ort ausgewertet. Allerdings sind diese Tests sehr unzuverlässig. In meiner Klasse sitzen 4 Schüler, welche in den letzten Wochen nicht einen gültigen Test hervor gebracht haben. Die Kids besuchen trotzdem die Schule. Und bis auf einen Fall, hat in der gesamten Schule noch nie ein Test ein positives Ergebnis angezeigt??? Und das in einem damaligen Hotspot (Inzidenz größer 600). Ich finde das seltsam. Und hier in Thüringen durften dann ja auch alle Schüler einer Klasse in die Notbetreuung kommen, weil von den Eltern/Arbeitgeber KEINE Bedingungen gelten gemacht wurden. Ich freu mich schon, wenn die Inzidenz unter 165 sinkt, denn ab da darf wieder nur die halbe Klasse in Präsenz unterrichtet werden – nicht wie zur Zeit in der Notbetreuung, wo bis auf 3 Schüler alle da sind.

  14. Wirklich schlimm an den NRW-Lollitests ist die unfassbare Zumutung an Arbeitszeit, die wieder den Schulleitungen aufgedrückt wird. Bis abends um 21 Uhr muss man erreichbar sein. Christi Himmelfahrt morgens um 6 Uhr Gewehr bei Fuß stehen, um auf die Nachricht des Labors zu warten und ggf. die Familien abtelefonieren. Der Freitag ist bei uns Brückentag. Da muss im Fall einer Positivmeldung den ganzen Morgen jemand sitzen, um die Zweittests der betroffenen Familien entgegen zu nehmen und um die anzurufen, die nichts mitbekommen haben.

    Und das alles, nachdem die Schulleitungen schon etliche Wochenenden, Abende und Nächte damit verbracht haben, die Fehlplanungen des MSW auszubaden. Gleichzeitig hat das Ministerium den Schulleitungen untersagt, Mehrarbeit abzurechnen.

  15. Und dann tritt der gefürchtete Fall ein:
    Pool von Gruppe A am Mittwoch positiv, Nachtestung am Donnerstag ergibt keinen klaren positiven Einzeltest. Am Freitag kommt die Anweisung, dass alle noch am selben Tag einen ärztlichen PCR Test machen müssen.
    Montag dürfen alle mit negativem Test von Freitag (!!!) wieder zur Schule. Dabei wird die Inkubationszeit außer Acht gelassen.
    Oder die Tatsache, dass noch gar nicht alle Kinder am Freitag Nachmittag (!!!) einen Arzttermin bekommen haben und montags noch nicht alle Kinder getestet wurden. Das positive Kind wurde nach wie vor nicht gefunden (siehe fehlende Tests). Der nächste Pooltest findet am Dienstag statt. Gut, dass dann ab morgen die gesamte Klasse wieder vollständig im Präsenzunterricht erscheinen wird.
    Mir tut die Schule leid, die sich jetzt übers Wochenende damit rumärgern musste.

  16. Wenn es ein tagesaktueller Test wäre, ja.
    Fakt ist, die Hälfte der Gruppe wurde am Freitag getestet, ein Teil am WE, ein Teil heute.
    Ob und wer krank ist, ist nach wie vor unklar, aber es haben alle Anwesenden ja einen negativen PCR Test…
    Fakt ist auch, dass außer uns anscheinend keiner wahr haben will, was auch Jan aus H schon in seinem Kommentar geschrieben hat. In der Klasse mischen sich seit heute die letzte Woche noch negativen Kinder aus Gruppe B und die inzwischen potentiell ansteckenden Kinder aus Gruppe A. Nächster Pooltest ist erst morgen.
    Uns wird jetzt nahe gelegt, morgen unseren Sohn doch wieder zur Schule zu schicken, da ja die ungetesteten Kinder morgen gar nicht da sind…
    No way!

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