Bundesregierung und Kultusminister spielen Schwarzer Peter um Luftfilter in Schulen

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Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium haben die Länder dazu aufgerufen, den Sommer zu nutzen, um einen verlässlichen Schulbetrieb im neuen Schuljahr sicherzustellen – auch mit Luftfilteranlagen. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) schiebt den Schwarzen Peter zurück: Die Landesregierungen könnten auch nichts dafür, wenn Zusagen zum Impfen von Schülern nicht eingehalten würden.

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die meisten Bundesländer bislang keine Luftfilter für Kitas und Schulen angeschafft haben? Foto: Shutterstock

Länder und Kommunen müssten die Urlaubszeit in diesem Jahr besser zur Vorbereitung nutzen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch laut einer gemeinsamen Mitteilung beider Ministerien. «Die notwendigen Werkzeuge, wie Testen, Impfen, Lüften oder Filteranlagen sind alle da, sie müssen nun in klugen Konzepten umgesetzt und gelebt werden. Das sind wir den Jüngsten in unserer Gesellschaft nach diesen harten Monaten der Pandemie schuldig.»

Im Bundeskabinett wurde demnach am Mittwoch über das Thema diskutiert. Es sei gut, dass sich die Länder ab Herbst zum Präsenzunterricht unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen bekannt hätten, sagte Familienministerin Christine Lambrecht (SPD). «Ein sicherer Regelbetrieb hat oberste Priorität. Denn erneute unzumutbare Belastungen für Familien sind nicht akzeptabel.»

Beide Ministerien forderten, dass «jetzt weitergedacht werden müsse». Neben der baulichen Ausstattung der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sollten demnach auch Hygienemaßnahmen und Teststrategien von den Ländern weiterentwickelt werden. «Daneben sollte allen impfwilligen Kindern und Jugendlichen ein Impfangebot unterbreitet werden.»

«… dann sind uns als Kultusminister in gewisser Weise die Hände gebunden»

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), Koordinator der unionsgeführten Bundesländer, entgegnete am Mittwoch, alle Länder nutzten die ihnen zur Verfügung gestellten Instrumente wie Schnelltests, Impfstoffe oder marktreife Luftfilteranlagen, um den Unterricht so sicher wie möglich zu gestalten. «Wenn jedoch – wie im letzten Jahr – diese noch nicht verfügbar waren oder – wie in diesem Jahr – Ankündigungen zum Impfen der Kinder und Jugendlichen nicht eingehalten werden konnten, dann sind uns als Kultusminister in gewisser Weise die Hände gebunden.» Fakt sei, dass die Schulen nun wesentlich besser vorbereitet seien als im vergangenen Jahr.

Die Stiko hat bislang keine Empfehlung für das generelle Impfen von Schülern ab 12 Jahren herausgegeben, obwohl für Über-12-Jährige der Impfstoff von Biontech mittlerweile zugelassen ist. Bayern hat aktuell angekündigt, bis zum Schuljahresbeginn alle Kitas und Schulen im Freistaat mit Luftfiltern ausstatten zu wollen, wie News4teachers berichtet. News4teachers / mit Material der dpa

Der Luftfilter-Skandal weitet sich aus – auch im nächsten Schuljahr bleiben Kita-Kinder und Schüler ohne vernünftigen Infektionsschutz

 

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1 KOMMENTAR

  1. Ganz ehrlich….in jedem Waldorfkindergarten und sogar in einem antiautoritären Kinderladen nach 68er Vorbild geht es gesitteter und geordneter zu als in unseren diversen Regierungskreisen.

    „Immer wenn man mit einem Finger auf andere verweist, zeigen drei Finger auf einen zurück!“

    Eine widerwärtige Zockerei, die da betrieben wird…. mit echten Anleihen an das beliebte Politiker-Mikado: „Wer sich zuerst bewegt hat verloren!“

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