Streit um Luftfilter in Schulen: „Wie lange müssen wir uns solche gefährlichen Fehlentscheidungen noch gefallen lassen?“

54

BERLIN. Die Bundesregierung hat ein Programm angekündigt, aus dem Lüftungsanlagen in Schulen finanziert werden sollen – zu spät? Eltern machen Druck, dass die Schulträger und die Landesregierungen endlich in den Gesundheitsschutz in Schulen investieren. Darüber berichtet News4teachers aktuell. Leserin Viva“ nimmt den Beitrag zum Anlass für einen überaus lesenswerten Kommentar, in dem sie die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) kritisiert, der aber so wohl auch jeden anderen Kultusminister in Deutschland hätte treffen können. Wir dokumentieren den Post hier noch einmal, um ihn einem größeren Publikum vorzustellen.

Es reicht! Zeit für eine Kurskorrektur. Illustration: Shutterstock

Viva, 04.06.2021 um 22:50 Uhr

Ich habe echt immer mehr das Gefühl, dass der Bund die äußerste Schmerzgrenze … ich definiere sie mal als Grenze, wo das defizitäre Handeln der Länder für alle sichtbar unethisch wird, auffängt. Die Bundesregierung sucht wohl für die Kinder unter 12 Jahren, für die es vorerst überhaupt kein Impfangebot geben wird, eine Lösung.

Niemand wird ernst- und glaubhaft darstellen wollen, dass Luftfilteranlagen – mobil oder fest verbaut – unnütz wären und das Lüften nicht hervorragend ergänzen würden. Sonst würden sie gesamtgesellschaftlich auch nicht so massenhaft eingesetzt werden (in Betrieben, öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern…).

Ohne die Bundesnotbremse wären Lehrer(innen), Eltern und Schüler(innen) bereits vermutlich komplett durchgeseucht

Aber wie z. B. Frau Gebauer einst sagte, Luftfilter für die Schulen seien zu teuer, sie würden „Unsummen“ verschlingen. 1,5 Milliarden deutschlandweit? Sie macht da gar keinen Hehl draus, dass sie die Schulen nicht sicherer machen möchte und dass die Kinder, ihre Eltern und die Lehrer(innen) Investitionen in dieser Höhe es (ihr?) nicht wert sind. Sie lässt daran gar keine Zweifel, gesteht aber dann doch ein, dass für Räume, die nicht ausreichend gelüftet werden können, Luftfilteranlagen auf Kosten des Landes angeschafft werden können. Häh? Räume, die nicht gelüftet werden können, dienen noch nicht einmal gut als Abstellraum … da nützt auch eine Luftfilteranlage nichts. Sie sollten auch mit Luftfilteranlage nicht als Klassenraum dienen, denke ich.

Ich kann so gar nicht mehr sehen, dass vom Schulministerium irgendetwas Gutes kommen könnte. Wenn wir die Bundesnotbremse nicht gehabt hätten, wären Lehrer(innen), Eltern und Schüler(innen) in NRW bereits vermutlich komplett durchgeseucht. Unsere Kultus-„Hoheiten“ hätten aus eigenem Antrieb wahrscheinlich zu keiner Zeit Kontaktbeschränkungen und Abstand in den Schulen erlaubt. Ihr permanentes Motto „Bildungsgerechtigkeit“, alleinig durch Vollpräsenzunterricht bei überfüllten Intensivstationen und Warn- und Hilferufen aus allen Richtungen war schon nicht mehr grenzwertig. Sonst hätte die Bundesregierung auch nicht eingreifen müssen.

Es wäre so einfach, eine positive Trendwende herbeizuführen, der Bund hilft mit, die Länder ergänzen, die zukünftige Entwicklung wird bedacht (denn unser Corona-Problem wird den Experten zufolge NICHT nach dem Sommer vorbei sein) … aber dazu müsste Frau Gebauer ja das Eingeständnis machen, dass die Schulen auch aus ihrer Sicht eben nicht sicher sind. Wird sie nicht tun.

Manchmal – nein, eigentlich die ganze Zeit – frage ich mich, wie weit diese Ignoranz und das „Eine-gegen-fast-alle“ noch praktiziert werden kann. Wie lange müssen wir Bürger(innen) uns diese ganzen Fehlentscheidungen und Anordnungen, die sogar den Gesundheitsschutz der Kinder, Eltern und Lehrer(innen) in vollem Bewusstsein gefährden, noch gefallen lassen? Und ist Frau Gebauer mal weg, kommt vielleicht ebenbürtiger Ersatz…und wir vom Regen in die Traufe.

Irgendwie müsste da ein anderer Ansatz her. Es ist ja nicht nur die „Geiz-ist-geil-Mentalität“. Es ist auch das „Schulimperium“ an sich… sitzt da einer, der es nicht gut mit einem meinen will oder einfach nur inkompetent und nicht engagiert ist, hat man es folglich im Schulwesen auch nicht gut.

Die Schulen sind nicht sicher. Für die noch Ungeimpften hat sich bis heute nichts geändert

Bis auf die Elternklientel, die die Schulen in Vollpräsenz dringend benötigen, um ihre Kinder ein paar Stunden am Tag außer Haus sicher untergebracht zu wissen, hat Frau Gebauer sich mit ihrer „Bildungsgerechtigkeit“, für die sie gerne stehen würde, keine Freunde in NRW gemacht. Ihr Handeln gegen den Strom ist sogar selbst Leuten übel aufgestoßen, die mit Schule nichts – rein gar nichts – zu tun haben. Denn auch die konnten niemals glauben, dass die Schulen „sicher“ seien und sahen in den Schulen im Gesamtinfektionsgeschehen „undichte Stellen“, die sie indirekt mitbetrafen. Für die noch Ungeimpften hat sich auch heute noch nichts daran geändert.

Im Moment passt leider nichts. Ich sehe den Bildungsauftrag – gerade auch die Ehrfurcht vor Mitmenschen und den Bereich der Wertevermittlung – durch das Schulministerium in NRW nicht erfüllt und das „Schulrecht“ erscheint mir seit der Pandemie gar nicht mehr vertrauenswürdig, wenn man bedenkt, dass es offensichtlich deckelt, dass Kinder, ihre Eltern und die Lehrer(innen) ihre Gesundheit im Zweifelsfall opfern müssen, damit die allgemeinen Pflichten prioritär eingehalten werden können. Irgendwie ist das Recht für mein Empfinden hier in NRW rückblickend während der Pandemie auf nur ein Recht zusammengeschrumpft: das Recht der Frau Gebauer.

Der ganze Schulbereich schreit förmlich nach einer Umgestaltung. Es ist doch Wahlkampf, kommt da noch was an Bewegung rein? Vorab wäre ein „Wir machen die Schulen sicherer“ toll! Offensichtlich hätten die meisten Eltern noch nicht einmal etwas gegen eine Kostenbeteiligung bei den Luftfilteranlagen, um den Schulbesuch ihrer Kinder sicherer zu machen. Sie spenden, machen, tun. Alleingelassen von ihren Volksvertreter(innen) bleibt ihnen keine andere Wahl. Das ist echt zum Schämen…und leider zum Verzweifeln. Oh du heiliges Ressort!

Die vierte Welle bei im Turnus weit aufgerissenen Fenstern im Winter in den Schulen nach dann fast zwei Jahren Pandemie … im Klassenraum frierende Kinder. Das ist Schule 2021/2022 mitten in Deutschland. Und das Schulministerium findet es völlig passend so. Genau so. Handlungsbedarf sei nicht vorhanden. Wow! News4teachers

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

„Die Kinder brauchen jetzt menschliche Kontakte. Und was bekommen sie? Lernstress!“

 

 

Anzeige


54 KOMMENTARE

  1. Lehrer haben vermutlich alles versucht, um die Situation für alle lebbar zu machen.
    Das lässt sich leicht ignorieren. Kein Handlungsbedarf. Alles gut. Danke für Ihren Einsatz.

    Die Ministerien wissen eben besser, was für die Kinder gut ist, wann ihre Augen leuchten udn wann man Lehrer auf ihre beschfänkte Sicht und vor allem ihre Dienstpflicht verweisen muss… ?????

    Lehrer sind vermutlich eine zu vernachlässigende Wählergruppe.
    Eine andere Interpretation erschließt sich mir nicht.
    Die Entscheider in den Ministerien können doch nicht wirklich glauben, dass sie das (einzig) Richtige tun, dass es keine bessere Alternative gibt!

    Die Eltern/alle Bürger müssen lauter, viel, viel lauter werden, wenn sie etwas für Kinder und Zukunft erreichen wollen.

  2. Ich stimme dem obigen Kommentar voll umfänglich zu und behaupte, dass sich das auf alle anderen Bundesländer übertragen lässt und nicht nur fünf NRW gilt. Man muss sich doch nur hier die diversen Kommentare unter den Artikeln durchlesen, um zu der Erkenntnis gelangen zu können, dass wir schon wissen, was uns im kommenden Schuljahr blühen wird und viele von uns schreiben ja nicht nur hier. Seit Monaten tippen wir uns die Finger wund, um Mails, Remonstrationsschreiben und Briefe zu verfassen, um endlich gehört zu werden.

    Wie viele Konzepte zur Umsetzung von sicherem Präsenzunterricht haben wir schon erarbeitet? Geschätzt mehrere Dutzend und was ist damit passiert? Wahrscheinlich gammeln diese in der hinterletzten Ecke irgendwelcher Amtskeller vor sich hin, damit sie langsam verrotten und möglichst von niemandem gelesen werden, denn die Umsetzung solcher Konzepte könnte ja Geld kosten. Geld, das man seit über einem Jahr nicht bereit ist, zu investieren. Geld, das die Politik lieber in unbrauchbare Masken, unzuverlässige Tests oder die Rettung von Fluggesellschaften steckt. Stattdessen hören wir doch seit Monaten immer wieder die gleichen halbgaren Ausflüchte und teilweise wenig kaschierten Lügen und werden mit immer neuen, meist sinnlosen Arbeitsaufträgen, hirnverbrannten Vorgaben und zusätzlichen Aufgaben, die weit außerhalb unseres originären Bildungs- und Erziehungsauftrages und manchmal auch unserer Kompetenzen (siehe Testdurchführung und -überwachung) liegen, überfrachtet.

    Wenn die Sommerferien dann vorbei sind, die dank der aktuellen Lockerungen entweder für viele Familien mit Quarantäne beginnen oder von vielen zur Simulation einer vermeintlichen Normalität mit Sommerreise genutzt weŕden und der Herbst mit sinkenden Temperaturen und steigenden Infektionszahlen vor der Tür steht, dann, huch, ist alles wieder so überraschend. Dann konnte natürlich mal wieder keiner ahnen, dass die Schulen als Treffpunkt der schutzlosesten und auch bis dahin noch ungeimpften Bevölkerungsgruppe ein Problem mit Ausbrüchen bekommen. Schulen waren doch schon immer sicher, oder? Der Infektiondruck auf die meist ungeimpften Schülerinnen und Schüler wird natürlich auch gar nicht steigen, wenn zunehmend mehr Erwachsene geimpft sind, oder? Das kann man ja nicht voraussehen, oder?

    Seit über einem Jahr gibt es gute Konzepte für sicheren Präsenzunterricht: Luftfilter, Plexiglasscheiben, kleinere Klassen, um Abstände einhalten und die Busse entlasten zu können, Masken, Tests und ja, auch lüften. Wenn wir jetzt mal schauen, was davon umgesetzt wurde, kann man sehr schnell feststellen, dass lange, lange nur die Maßnahmen umgesetzt wurden, die kein öffentliches Geld kosten und vor allem den privaten Geldbeutel belasten. Nur zähneknirschend hat sich die Politik schließlich dazu durchgerungen, eine weiter Maßnahme umzusetzen und dann ausgerechnet eine, die nicht sehr zuverlässig, umweltfreundlich oder in ihrer jetzigen Umsetzung – zumindest in meinem Bundesland – sinnvoll ist. Müsste ich raten, würde ich wetten, dass die Schnelltests gewählt wurden, weil sie zwar kurzfristig Kosten verursachen, jedoch auch schnell wieder abgeschafft werden können und nicht wie Luftfilteranlagen dauerhafte Kosten verursachen.

    Im Herbst werden wir vermutlich wieder mit überfüllten Klassenzimmern ohne Luftfilter, ohne Abstände, anfangen bis die Inzidenzen steigen, diesmal dann unter Kindern und Jugendlichen so deutlich, dass sie nicht mehr zu ignorieren sein werden, mit vielen LongCovid-Fällen in den jüngeren Generationen und wahrscheinlich auch mit einigen schweren oder sogar tödlichen Verläufen, was ich nicht hoffe, aber befürchte. Und die KuMi werden wieder mit ihrer ewig gleichen Leier anfangen, begonnen mit, „das konnte ja keiner ahnen“, „Schulen sind doch sicher“, „Kinder sind weniger ansteckend oder weniger betroffen“ und nach weiterem Rumgehampel, das keine dauerhafte Lösung bieten wird, endend mit „das haben wir aber gut gemacht, die Kinderaugen glänzen wieder“.

    Der einzige rote Faden, die einzige Hauptsache scheint immer wieder zu sein, dass man an oberster Stelle nicht bereit ist, in das Schulsystem und damit in die Zukunft der Jugend und die des Landes dauerhaft zu investieren. Und zwar nicht nur in Sachen Corona!

  3. Vielen Dank für diese überaus wohlgesetzten Worte, die quasi alle Bedenken gegen Gebauer und ihre völlig unverantwortbare Politik zusammenfasst.
    Gebauer wird nur dann mit ihrem schändlichen Tun aufhören, wenn man sie endlich an die Luft setzt….das wäre für alle an Schule Beteiligten sicherer.
    Schade, dass diese karrieregeile Aufsteigerin diese Einschätzung nicht teilt.

  4. Diese Zeilen bringen es auf den Punkt, vielen Dank dafuer.

    Gerade die „Dame“ Gebauer ist ein Paradebeispiel fuer die Ignoranz und Sturheit bei den Kultusminister *innen.
    Dieser „Dame“ scheint das Leben und die Gesundheit von Schutzbefohlenen voellig gleichgueltig zu sein!
    „Bissgen Schwund ist immer“, die Devise….????, koennte man dort boesartig fragen.
    Hauptsache eigene Karrieregeilheit, das ist scheinbar das Ziel!!!!

    Durch die Pandemie wird jetzt sehr deutlich, was ueber Jahre/Jahrzehnte in den KM einfach nur verpennt wurde!!!!

    Die haben einen entspannten Job gehabt, denn Antraege „brauchen bekanntlich eh Zeit zum Bearbeiten“…..

    Diese scheinbare Gleichgueltigkeit in Bezug auf den Gesundheitsschutz ist unertraeglich!!!!

    Bildungsgerechtigkeit???? Weit gefehlt!!!!
    Dafuer wird derzeit nichts getan!!!

    JETZT!!!! muessen voellig unbuerokratisch und schnellstens in JEDEM Klassenraum von JEDER ALTERSSTUFE Filteranlagen installiert werden, SOFORT!!!

    Nach den Wahlen etc. sollte dringendst ueberlegt werden, wer welchen Posten in den Ministerien bekommt.

    Ob fachfremde Menschen sinnvoll sind….
    Ich finde, Menschen, die von „klein auf an“ in einem Fachgebiet drin sind, koennten dort die bessere Entscheidungen finden und treffen.

    Dies gilt fuer viele andere Bereiche auch.

  5. So sehr ich news4teachers schätze, aber in Sachen Luftfilter hat sich die Redaktion verrannt.
    Richtig, die Bundesregierung hat angekündigt Luftfilteranlagen für Schulen zu fördern. Gemeint sind hier sog. RLT-Anlagen (raumlufttechnische Anlagen). Das sind Anlagen für Schulen, die über Zu- und Abluftventilatoren mit Wärmerückgewinnung verfügen. Die Installation setzt umfangreiche bauliche Maßnahmen voraus und kosten für eine Schule weit mehr als die bezuschusste Förderung.

    Luftfilter hingegen sind keine RLT-Anlagen im Sinne der DIN 1946, deshalb sind sie auch nicht förderungsfähig.

    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/09/20200923-neues-foerderprogramm-fuer-lueftungsanlagen-tritt-demnaechst-in-kraft.html

    • … und es dauert Jahre, bis solche Anlagen für Schulen geplant, beantragt, ausgeschrieben, beauftragt und fertiggestellt werden.

      Dass fest eingebaute Lüftungsanlagen, die sowohl die Luft filtern als auch Frischluft zuführen, grundsätzlich besser und komfortabler sind, bestreitet niemand. Wir brauchen aber Lösungen bis zum Herbst. Und mobile Luftfilter sind eine solche.

      • In vielen Gebäuden geht der Einbau auch gar nicht.
        Und deswegen macht man mal wieder… nichts.

        Und wie gesagt, überall sonst sind die mobilen Filteranlagen ja auch zu sehen… im Landtag, in Behörden etc. Vielleicht sind die aber auch nur da, weil sie so toll aussehen.

        • „ Vielleicht sind die aber auch nur da, weil sie so toll aussehen.“
          Das wäre gut möglich, außerdem ist das subjektive Sicherheitsgefühl sicher höher.

          Aber vielleicht sind nicht zusätzlich noch raumlufttechnische Anlagen installiert. In der Kombination würden die Luftfilter auch was bringen, vorausgesetzt sie stehen auch an den richtigen Stellen.

          • So ein Quatsch – natürlich bringen sie etwas, und zwar in Kombination mit normalem Fensterlüften. Das ist durch Studien bestätigt (und wird durch Ihr beharrliches Leugnen auch unter anderen Artikeln zum Thema hier nicht anders – ich frage mich langsam ersthaft: Was für ein Interesse verfolgen Sie? Ihre Theorien werden immer aberwitziger: Jetzt kaufen Krankenhäuser, Behörden, Gerichte, Unternehmen etc. solche Geräte, weil sie toll aussehen – klaro)

            Die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit lassen sich hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2021/02/der-luftfilter-skandal-wie-bundesbildungsministerium-und-umweltbundesamt-den-einsatz-der-geraete-in-schulen-schlechtreden-und-was-dahintersteckt/

          • Aber Sie springen auf jedes noch so blöde Argument gegen mobile Luftfilter und führen dabei einen solchen Feldzug, dass man sich schon fragt, ob Sie damit ein persönliches Interesse verbinden – sind Sie Schulamtsleiter, der empfohlen hat, auf Luftfilter zu verzichten, und nun befürchtet, für die Empfehlung haftbar gemacht zu werden? Vertreten Sie einen Hersteller fest einzubauender Lüftungsanlagen? Sind Sie gar vom Umweltbundesamt, das für die KMK Aufträge ausführt und seine Glaubwürdigkeit in dieser Frage längst verloren hat?

            Den Blogbeitrag von Prof. Kriegel haben Sie schon an anderer Stelle gebracht – und ich habe Sie aufgefordert, doch mal das Fazit des von Ihnen verlinkten Beitrags zu zitieren: „Abschließend sei an dieser Stelle noch vermerkt, dass meine Ausführungen KEIN Plädoyer gegen den Einsatz von Luftreinigern ist. Es gibt durchaus sinnvolle Einsatzgebieteund sie tragen zur Minderung der freigesetzten potentiell virenbeladenen respiratorischen Partikel bei.“

            Nochmal zum Verständnis: Mobile Luftfilter ziehen nachweislich durch Coronaviren belastete Aerosole aus der Atemluft – mehr sollen sie erst einmal auch gar nicht tun. Und deshalb möchten so viele Eltern, Schüler und Lehrkräfte, dass diese Dinger endlich für die Schulen angeschafft werden. Weil es sonst nämlich in den Klassenräumen ein ähnlich beschissener Winter wird wie der letzte.

          • Ääähm, ohne das Fachwissen von Bau- und Gebäudetechnik inklusive Brandschutzverordnungen sowie fachgererchter Aufstellung, Installation und Wartung der Lüftungsanlagen wird es nicht gehen. Kostet nur Geld, das für Schulen nicht gerne angepackt wird. Warum hat man nicht längst die Schulgebäude auf den Stand der Technik gebracht, der in jedem anderen öffentlichen und gewerblichen Gebäude vorzufinden ist? Stattdessen soll alles trotz Coronagefahr in den Schulen beim Alten bleiben? Kennt man ja schon: Beispiel Vorhänge zur Beschattung der Klassenräume. Da werden aus Brandschutzgründen ja auch Vorhänge aus den 1950er Jahren ohne eine Ersatzmaßnahme (z.B. Außenbeschattung der Fenster) zurückgebaut und unsere Kinder erbarmungslos der sommerlichen Hitze ausgesetzt … immer sehr zur Freude der Oberstufen, die in der Regel auch wegen Hitze nicht frei bekommen können. Man suche sich mal einen Wintergarten zum Nachempfinden und verbringe etliche Stunden bei voller Sonneneinwirkung, stickiger Luft – schön hinter der Glasscheibe brutzelnd – mit dem Druck, Leistung generieren zu müssen. Tolles Lernklima und auch nicht ungefährlich! Auch das wäre schon lange ein Grund gewesen gerade auch in Hinblick auf den Klimawandel und der Arbeitsstättenverordnung zu handeln!

            JETZT ZWINGT die Pandemie zum Handeln! Was möglich ist, sollte auch gemacht werden. Wenn man Vollpräsenz duchsetzen und halten möchte bei Ungeschützten – und auch die Ü-12-Schüler(innen) werden im Herbst noch nicht (alle) geimpft sein – sollte man nun schnellstens Lösungen, statt immer wieder neue (alte) Gründe fürs Nichtstun zu finden. Am Ende bleiben doch nur Kostengründe übrig, nein, wir WOLLEN einfach die Bedingungen in den Schulen nicht besser machen. Es betrifft ja nur das Kostbarste, was wir haben…unsere Kinder!!!

    • Selbst ein Abluftventilator der die verbrauchte Luft aus den Klassenzimmern saugt, würde für frische Luft sorgen.

      Den kann man wohl in jede Wand bzw. Fenster für wenige Euro einbauen. Besser ein paar davon.
      Kombiniert mit Luftfiltergeräten hätte man frische virenfreie Luft.

      Wenn man Energie sparen will nimmt man Frischluftwärmetauscher statt einfacher Ventilatoren.

      • Die Umsetzung dieses Vorschlags dürfte die Schule ins Chaos stürzen …

        Vielleicht versuche ich es nochmal anders.
        Das kontrollierte Einbringen eines Luftvolumenstroms, und der wäre bei covid Aerosolen notwendig, gehört zur Königsdisziplin in der Raumlufttechnik. Man muss dieses Fach erlernen und oft nehmen Lüftungsingenieure solche Planungen vor.
        Wenn in jedes Klassenzimmer nur Abluftventilatoren mit ca. 3000 m3/h (140 m3/h und Person) gesetzt werden, kommt es zu starken Differenzdrücken und damit zu starken Zugerscheinungen, evtl. bekommen die SuS die 2qm große Klassenraum-Tür zum Flur kaum noch auf…. ( F=P x A). Nachstromöffnungen müssten geschaffen werden, diese begünstigen nochmals Zugerscheinungen.

        • Man hat in letzter Zeit immer häufiger von Politikern gelesen, die vergeblich versuchten, gegen den Unter- oder wahlweise auch Überdruck (je nach Öffnungsrichtung der Tür) ankämpfend aus den mit Luftfiltern ausgestatteten Sitzungssälen zu flüchten. Das korrekte Öffnen von Fenstern, welches ein solches vermutetes Problem schlagartig aufgrund des Druckausgleichs gelöst hätte, hat diesen Menschen ja niemand gezeigt. Sorry, aber das ist physikalischer Bullshit.
          Fachlich betrachtet wird in einer Filteranlage die im Raum befindliche Luft durch einen Filter umgewälzt. Da weder Luft dazukommt noch weggenommen wird, kann in Bezug auf Türen kein Unter- oder Überdruck entstehen – haben Sie etwa Probleme, bei eingeschaltetem Staubsauger die Zimmertür zu öffnen?
          Man Klaus, so langsam wird es lächerlich.

          • @wimoka: es ist ganz klar die Rede davon gewesen, dass die Raumluft abgesaugt wird, und nicht umgewälzt wird. Sie vergleichen zwei vollkommen unterschiedliche Systeme miteinander. Welche Qualifikation haben Sie denn um so etwas zu beurteilen? Im Übrigen wird durch Ihre Vorstellung der Fluchtweg durch Brandgase im Brandfall versperrt. Offensichtlich mussten Sie noch nie die Verantwortung für Ihre Arbeit tragen, was für Lehrer ja typisch ist. Für solche Fehler in Ihrem Fall sogar mutwillig gibt es im Schadensfall Gefängnisstrafen.

          • @stefan
            Wenn Sie Raumluft absaugen, müssen Sie diese an anderer Stelle zuführen, insbesondere wenn sich auf Luft angewiesene Wesen im Raum befinden. Wollen Sie etwa ne Vakuumpumpe installieren? Damit erübrigt sich das von Klaus angebrachte Über/ Unterdruckproblem. Es geht um Raumluftfilter, und am einfachsten sind hier mobile Filter, da sie keine baulichen Veränderungen erfordern. Diese sind reine Umwälzanlagen.
            Bullshit wird durch ständiges Wiederholen nicht zu Schokoladenkuchen!

        • Super, Nachströmöffnungen. Da wird der Brandschutz mit Füssen getreten. Im Brandfall wird das Feuer noch richtig gut angefacht und die Rauchgase gleichmäßig verteilt. @Klaus: Merken Sie nicht, dass manche hier einfach nicht kapieren wollen oder können, dass es so nicht funktioniert. In Sachen Technik kann man den Lehrern getrost die Kompetenz absprechen. Aber Hauptsache ist für die, einfach gescheit aber ahnungslos reinreden und Besserwissen. Da können Sie jeden Handwerker fragen über Erfahrungen mit Lehrerkunden, die erklären einem noch die Statik von denkmalgeschützten Gewölbekellern.

        • Ich denke, hier kommt es nicht auf die technisch beste Lösung an, sondern auf einen guten Kompromiss, der besser ist als einfach nur Fenster auf oder Virenpool.
          Im Winter darf es nicht wie bisher total auskühlen durch das Lüften (alte Gebäude, schlechte Heizungen), dass Heizungsenergie rausgelüftet wird (falls die Anlage es schafft, bei tiefen Außentemperaturen gegen das Lüften anzuheizen) kann es ja auch nicht sein.
          Im Sommer soll bei hohen Innen- und Außentemperaturen einfach überhaupt Luftaustausch möglich sein. Gefühlt haben wir den bei Temperaturen über 20 Grad ohne Wind überhaupt nicht.
          Die Viren vom Flur wollen wir bitte auch nicht gerecht verteilen.

          Man wäre ja schon mit wenig zufrieden…

        • @Klaus +@Stefan
          Also ich sauge mit einem 12V Computerlüfter in unserem Obergeschoss die Luft zum Dachboden und wir haben im Sommer 3° weniger im Obergeschoss.

          Natürlich müsste in den Klassenzimmern von irgendwo frische Luft nachströmen. Z. B. ein gekipptes Fenster.

          Besser sind natürlich Frischluftwärmetauscher die kombiniert werden.
          Der eine holt frische Luft rein und der andere pustet die verbrauchte Luft nach draußen.

          Fachleute haben bestimmt gute Lösungen.
          Vielleicht sollte man die einfach mal fragen.
          Was würden diese vorschlagen bei Budget 1000 Euro oder Budget 3000 Euro, umzusetzen in 12 Wochen.

          Man muss ja nicht gleich alle Schulen abreißen.

      • Können Sie sich eigentlich vorstellen, was das für einen Volumenstrom in den Gängen erzeugt? Da schliesst keine Brandschutztür mehr vorschriftsmäßig, oder die sind ja sowieso in vielen Schulen von den Lehrern mit Keilen blockiert. Wer schaltet eigentlich im Brandfall die ganzen Lüfter aus? Es ist schon richtig, dass solche Basteleien nicht erlaubt werden, vermutlich würde die Schuld bei Schäden ganz schön an engagierte Eltern weitergegeben, die bei der Installation halfen. Ich schrieb schon in einem anderen Kommentar welchen Aufwand eine Lüftungsanlage bedeutet. Bei mobilen Lüftern muss auch die Luftleitung gewährleistet werden um die Raumluft zuzuführen. Ich denke die Luftleitbleche werden dann im Klassenzimmer ganz schnell umgestellt.
        Das ist alles nicht so einfach, wie sich das die Klimatechniker (Lehrer) denken. Einfach mal einen Experten fragen…

        • Wer redet eigentlich von komplizierten Luft Zu- und Ableitungssystemen, die hohen Kostenaufwand und Bauzeit, inkl. Lärm, Schmutz und in der Bauzeit unbenutzbare Klassenzimmer mit sich bringen? Es ist absehbar, dass dies auch wieder nur eine Luftnummer wird. Es geht um aerosol- und viren-entfernende Luftreiniger, die keinerlei Umbaumaßnahmen erfordern, einfach nur eingesteckt und angeschaltet werden müssen und die in der Zeit nach Corona später auch die Infektionsraten z.B. zur Grippezeit senken werden-ganz ohne Masken. Keine Corona Eintagsfliege, so ein großer Luftreiniger, sondern ebenfalls eine Zukunftsinvestition. zur Reduktion von Krankenständen bei SuS und in den Kollegien!

        • Endlich mal jemand mit lüftungstechnischer Fachkompetenz.

          Im Gegensatz zu den sonstigen Experten hier, habe ich lange in der Lüftungstechnik gearbeitet. Allein das Einregulieren großer Anlagen kann Wochen dauern, weil sich die Luft nicht so verteilt wie sie soll oder es in mehrer Bereichen zieht. Und wer glaubt, dass sich Luft immer schön gleichmäßig im Raum verteilt und abgesaugt wird, der hat noch keinen Strömungsversuch mit Rauch gesehen. Genauso naiv ist die Vorstellung, dass von jedem Schülerplatz gleichmäßig die Luft über ein Luftfilter-Gerät abgesaugt wird. Es gibt jede Menge Totzonen, in denen sich die Luft nicht bewegt. Bei zusätzlich geöffneten Fenstern kann es sogar passieren, dass das Luftfiltergerät im Kurzschluss läuft und virenfreie Außenluft ansaugt statt virenbelastete Raumluft. Das ist nur eine unvollständige Aufzählung möglicher Fehler. Dass das UBA sich deshalb gegen Luftfiltergeräte ausspricht ist für Lüftungsexperten mehr als verständlich.

    • Danke Viva für Ihr engagiertes Statement.
      Würden Luftfilter nicht auch Allergene, z.B. Pollen,aus der Raumluft filtern?
      Die Zahl der Pollenallergiker nimmt doch zu. Je nach Schwere der Allergie, sind die betroffenen Schüler und Lehrer über Monate belastet. Zu dem „brutzeln“ hinter der ungeschützten Fensterscheibe, kommen für sie die Allergiesymtome noch hinzu.

      • @Redaktion
        Ich muss da Klaus zur Seite springen. Selbst eine ordentlich geplante Lüftungsanlage, gerade bei nachträglichen Einbau mit den vielen Bögen im System ist eine Riesenherausforderung. Die spätere Optimierung der Anlage gleicht oftmals einem Lottospiel, bis alles wie gewünscht läuft. Da sind dann die persönlichen Befindlichkeiten der Lehrer und die Inkompetenz eines Hausmeisters, der ständig daran herumspielt noch nicht beachtet.
        Mobile Geräte müssten verteilt im Raum stehen und zwar genau da wie es errechnet wurde, das führt dann zu Stopperfallen durch die Leitungen. Ein Umstellen der Sitzordnung verbietet sich dadurch ganz klar. Ein mobiles Gerät in der Ecke oder an der Wand in Steckdosennähe, das dann im Kurzschlussbetrieb läuft, braucht gar nicht erst eingesteckt
        werden.

        • Also, was ich mich frage ist, warum die Landtag mit x Luftfiltergeräte ausgestattet wurden, offensichtlich ohne Probleme. Gibt es im Landtag keinen Bra dschutz? Warum werden die Geräte überall eingesetzt, nur in Schule scheint das unmöglich?
          Ich habe keine Ahnung von Strömungstechnik und ä., aber der gesunde Menschenverstand sagt, dass die Geräte entweder nirgends zulässig sind – oder ein Vorwand gesucht wird, warum das ausgerechnet in Schulen nicht möglich sein soll.

  6. An anderer Stelle schon gepostet:
    Die Diskussion Luftfilter oder Lüften ist in meinen Augen irrelevant. Ich habe in einigen Sälen nach 5 Minuten Stoßlüften 13 Grad Celsius. Und viel höher wird es ohne Lüften auch nicht. Ich werde im nächsten Winter bei solchen Temperaturen nicht mehr unterrichten. Irgendwie vergisst jeder, dass wir auch Winter haben. Die Schüler saßen mit Handschuhen im Unterricht. Welche Eltern wollen dies wirklich ihren Kindern antun? Ich als Lehrerin werde gegen solche Arbeitsbedingungen klagen. Und ich unterrichte nicht an einer Grundschule, auch die weiterführenden Schulen sind betroffen.

  7. Auch ich möchte mich bei Viva bedanken. Sie sprechen mir aus der Seele.
    In RLP haben wir die gleiche Leidensgeschichte. Hubig jubelt mal wieder, dass alle in die Schule wollten und wie wichtig das soziale Miteinander sei. Leider hatten wir das ja nun schon ein paar Mal: KuMi Hubig erklärt die Pandemie quasi für beendet; SARS-CoV-2 macht derweil weiter und kann sich prima ausbreiten; Eltern und Lehrkräfte, die für Schutzmaßnahmen plädieren, werden von MP Dryer als „ängstlich“ belächelt und von Hubig genervt abgewiesen oder ignoriert. Lieber zündet Dryer medienwirksam Kerzen für die Corona-Opfer an statt in Sachen „Infektionsschutz in Schulen“ tätig zu werden.
    Ich habe es so satt.
    Meine Protestbriefe – auch im Verbund mit anderen Eltern und Elternvertreter*innen – sind seit September 2020 nicht mehr beantwortet worden.
    Luftfilter und Lüftungsanlagen gibt es nur für schwer belüftbare Räumlichkeiten – einzig die von Eltern selbst gebastelten MPI-Lüftungsanlage wurden von der Stadt Mainz finanziell unterstützt.
    Professionelle Luftfilter und Plexiglaswände für alle Schulen – offenbar keine Chance in RLP.

  8. Auch Niedersachsen baut schon vor und schraubt stetig an den Vorschriften für das Lüften.
    War es zu Beginn ein 20-5-20, das durchaus auch länger dauern durfte, zumal mehrere Studien darauf verwiesen, dass 5 min nicht ausreichen würden,
    sind es jetzt 5 min, im Winter vielleicht auch lieber weniger, nicht dass es im Unterrichtsraum zu kalt wird… Also: Lüftet ein bisschen oder auch nicht.
    Der Rahmenhygieneplan ändert sich im Wochenwechsel, da fällt so eine kleine Änderung von Mal zu Mal gar nicht ins Gewicht.

    Aber man kann schon darauf warten, dass im kommenden Herbst eben doch wieder allein auf das Lüften gesetzt wird, denn die Bundesmittel liegen irgendwo und brauchen erst mal Förderrichtlinien, Ausschreibungen, Bewilligungen, Gegenfinanzierung durch die Kommunen etc.

    Vielleicht muss man Schule neu denken:
    Von Sommer bis Herbst Präsenzunterricht mit Partner- und Gruppenarbeiten, Unterrichtsgesprächen, Experimenten, Projekten und allem, was Präsenz zwingend benötigt,
    von Winter bis Frühsommer Distanzlernen mit Selbststudium,
    im Sommer vor den Sommerferien dann Leistungskontrollen für das Jahr.

    Sorgt doch bitte dafür, dass digitale Präsenzzeiten in der Uni in Zukunft ab Mittag bis in den späteren Abend stattfinden, damit die Studierenden für wenig Geld am Vormittag die Notbetreuung in den Schulen übernehmen können. Schließlich muss ja vor allem die Betreuung gewährleistet sein.

  9. So recht hier alle haben und so gut es tut sich mal auszutauschen und verstanden zu fühlen – es nützt nichts. Es wird sich am System Schule nichts ändern. Dazu müssten die Eltern (=Wähler) massenhaft auf die Straße gehen und demonstrieren. Wird nicht passieren. Alle sind froh, dass die Schulen wieder offen sind. Dabei waren sie ( zumindest die weiterführenden) doch nie wirklich zu. Aber das interessiert die meisten eh nicht. Diejenigen mit kleinen Kindern haben genug mit den Kitaproblemen zu tun und können nur erahnen, was ihnen blüht, wenn die Kinder eingeschult werden. Wer gerade schulpflichtige Kinder hat ist so genervt, dass er sagt “macht die Schulen auf, lasst die Kinder endlich wieder gehen, ich kann das zu Hause nicht mehr ertragen, Corona ist doch nicht so schlimm bei Kindern, das sagen doch immer alle”. Und wer seine Kinder endlich raus hat aus der Schule, ist froh, das Problem nicht mehr zu haben, denn da gibt es andere Themen: schon das dritte Semester an der Uni in Distanzlernen ( gut – seit 8 Wochen gibt es Labor in kleinen Gruppen), erwachsene Kinder sind oft für ein Jahr zu Hause wieder eingezogen, während die Miete für die Studentenbude weiterläuft usw usf….
    Und Leute, die aus oben genannten Gründen gar nichts mit Schule zu tun haben, interessieren sich dafür auch nicht. Die denken nur: diese jammernden Lehrer- vormittags recht haben und nachmittags frei und viel zu viel Ferien…und ungerechte Lehrer hat jeder mal in seiner Jugend gehabt.
    Also Fazit- wir haben keine Lobby und es wird sich nichts ändern.
    Ich habe mal ( in einem Schulsystem mit anderem politischen Vorzeichen) gelernt, woran man eine revolutionäre Situation erkennt: die Regierung kann nicht mehr und das Volk will nicht mehr. Das war 89/90 im Osten so, das hat die Menschen geeint und sie (auch ich) sind zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen. Da sind wir noch lange nicht.

  10. Es gibt viele Eltern, die sehr besorgt sind, weil ihre Kinder, ohne dort ausreichend geschützt zu werden, in die Schulen gezwungen werden.

    Es gibt auch sehr viele engagierte Lehrer und Eltern, die seit Beginn der Pandemie vergeblich Emails, Briefe und Petitionen an Schulen, Schulbehörden und Kultusministerien verfassen… leider werden sie bislang ignoriert.

    Was also tun? Nehmen wir sie doch beim Wort: To Do: Einbau der RLT-Anlagen in allen Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren.

    Lasst uns die Sachaufwandsträger, die (Ober)bürgermeister, Stadt-und Gemeinderäte mit Eingaben zur Anschaffung von RLT-Anlagen in den Sommerferien 2021 überhäufen!

    Lasst es uns gemeinsam tun!

    Lasst uns zusammenarbeiten!

    Ich habe eine entsprechende Eingabe zur Anschaffung als Vorlage formuliert, die gerne von allen Interessierten verwendet werden kann.

    Die Vorlage ist auf der Homepage des Bayerischen Elternverbandes zu finden:

    http://www.bayerischer-elternverband.de/index.php?id=klassenzimmer

    Viele Grüße

    Tobias Schramm

    • @Redaktion

      Kann der Beitrag oben von
      Tobias Schramm 5. Juni 2021 um 16:27
      noch einmal gesondert veröffentlicht werden?
      Dort findet sich quasi eine Anleitung für Eltern und Elternverbände, die aktiv werden wollen, aber nicht wissen wie man es anfangen könnte.

      @Tobias Schramm

      Sehr geehrter Herr Schramm,
      ich habe mir die Seite angeschaut und da steckt so viel Mühe drin!
      Vielen Dank!

      Für alle Eltern, die sich engagieren möchten, aber nicht wissen, wo man anfangen kann/soll:
      Das ist zwar vom bayrischen Elternverband, aber lediglich die Kontaktdaten (Ämter, landesspezifische Medien, …) müsste man sich für andere Bundesländer heraussuchen.
      – Was Sie tun können
      – Argumente, die Sie verwenden können
      – Informationen
      – Forschung
      – Presse
      Diese Seite wird wohl ständig aktualisiert.

      Wirklich klasse, Herr Schramm.

      Ich habe unter einem anderen Artikel
      https://www.news4teachers.de/2021/06/forderung-nach-luftfiltern-eltern-machen-druck-auf-die-politik-endlich-geld-fuer-den-gesundheitsschutz-in-klassenraeumen-zu-investieren/?unapproved=376098&moderation-hash=e3942160d80e7c81071c657b02049ffa#comment-376098
      auch schon mal den Wunsch geäußert, dass möglichst viele Eltern den politschen Entscheidungsträgern „auf die Nerven gehen“.
      Ich habe unter diesem Artikel noch einmal Ihren obigen Beitrag verlinkt.

      Viele Grüße!

      • Lieber Pit 2020, wir weisen gerne auch nochmal im redaktionellen Teil auf die Seite des Bayerischen Elternverbands hin – Sie haben recht: Da steckt augenscheinlich viel Engagement drin. Herzliche Grüße Die Redaktion

  11. Seit über 50 Jahren gilt in der Schulpolitik das Konzept Sparen.

    Das fing an mit den Kurzschuljahren und führte bei der Generation, die jetzt kurz vor der Rente stehen zu folgenden Szenario:
    -Ausbildungen waren ohne Schulabschluss möglich
    – viele haben auch ohne abgeschlossene Berufsausbildung hinterher (80er Jahre) in diesem Berufen gearbeitet
    Folgen für deren Kinder:
    – wir sind sind auf der Straße aufgewachsen, allerdings ohne das absichernde System aufmerksamer Mütter und Nachbarn
    – Hausaufgaben wurden gemacht oder auch nicht
    – unsere „gesunde“ Ernährung bestand aus der Maggitüte und unser handwerkliches Potential degradierte zur Wegwerf-Gesellschaft
    – viele von uns haben bei Weitem weniger Wissen und Fähigkeiten erlangt, als wir im Alltag brauchen

    Hier entstanden die so oft beschrieene. Bildungsschere. Selbst mit guter gymnasialer Bildung harkt und fehlt es im Alltag. Die so oft zitierte Fähigkeit „Hilf mir, mir selbst zu helfen“ hat mir persönlich Latein, Altgriechisch und Goethe nicht eingebracht. Statt dessen hatte ich das Glück von meiner Oma Kochen und Backen und von meinem. Opa das Heimwerken zu lernen. Und ich bin mehr als dankbar dafür. Doch zurück in die Schule. Ich hatte Dank Orientierungsstufe noch bis zur 6. Klasse Werken und Textil. Wo Werken dabei war, ist die große Frage. Wie die Meisten meiner Generation habe ich in der Schule niemals ein Stück Holz in die Hand bekommen. Statt dessen durften wir häkeln, stricken und knüpfen, was ausnahmslos mit Duldung unserer Lehrkräfte von unseren Omas übernommen wurde. Sie können sich denken, was mir das im Alltag bringt. Nichts.
    Was hätte uns etwas gebracht? Gut ausgestattete Schulküchen und Lehrer, die sich mit gesunder Ernährung auskennen (was nicht mal die meisten Ärzte drauf haben) und Nähen mit und ohne Nähmaschine. Denn jeder, der Kinder hat, ist doch froh, wenn er die kaputt gerissenen Hosen als kurze Hosen umnähen kann. Jetzt mag so manch einer sagen „schmeiß die Hose weg und fahr los und kauf kurze Hosen“ Ja, das ist genau das, was uns die Wergwerfgesellschaft lehrt, aber nicht, was ich unterstützen möchte, in einer Zeit, in der ökologische Verantwortung endlich ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist.

    Wozu diese lange Einleitung? Weil wir schon seit einem halben Jahrhundert mit der Bildung weit hinter dem Notwendigen stehen. Wer das nicht erkennt, erkennt das Ausmaß der Probleme nicht. Wir haben zwei ganze Generationen unfähiger Menschen heran gezogen und sind dabei die dritte zu versauen und die, die es selber nicht können, sollen es richten.
    Wenn wir uns um die Kosten für Luftfilter streiten, streiten wir genauso um PCs, kompetente Hausaufgabenhilfe (nicht eine Betreuung für 30 Kinder, sondern. Förderpersonal), Nähmaschinen und gut ausgestattete Werkräume. Und nicht zuletzt streiten wir darum, ob was Bildung eigentlich ist.
    Gerade im Förderbereich und den unteren Bildungsniveaus habe ich oft den Eindruck, dass es oft nicht darum geht junge Menschen dazu zu befähigen ihr Leben selbst zu gestalten, sondern darum sie zu betreuen, damit die Eltern arbeiten gehen.

    Wenn ich dann von Kultusministerin höre, dass Luftfilter und auch die ganze andere notwendige Ausstattung zu teuer ist, muss ich sagen, dass niemand von denen rechnen kann.

    Wer über 50.Jahre nichts investiert, hat verdammt viel aufzuholen. Und jeder Tag, an dem wir das weiter verpassen, kostet uns mehr, als wir uns vorstellen können.

    Aber wenn es an so offensichtlichen Dingen wie Luftfitern schon scheitert, sehe ich schwarz.

    Und wer sagt „dies oder das sei nicht notwendig“ ist absolut inkompetent, denn jeder, der sich nur mal ansieht, wie sich die Welt seit seinen Großeltern verändert hat, muss sich eingestehen, dass wir keine Vorstellung davon haben, wie das Leben unserer Kinder in 20 oder 40 Jahren aussehen wird.

    Ich weiß nur eins, wenn wir weiterhin die Unfähigkeit kultivieren, brauchen wir uns um die Zukunft der Menschheit keine Sorgen zu machen. Die wird es dann nämlich nicht geben.

    • Ich kann nur unterstützen, was Sie schreiben. Ich kenne Grund- Haupt- und Förderschulen als Lehrer seit über 40 Dienstjahren von Innen und muss leider alles bestätigen.
      Leider auch, dass es Kolleginnen gibt, die argumentieren und überzeugt sind, im Kochen müsse man sich auf die Zukunft einstellen und deshalb in erster Linie die Zubereitung von Fertig-/Tütenprodukten lehren (das aus Elternperspektive gesehen, denn einige unserer Kinder hatten, trotz aller Proteste, solchen Unterricht).
      Leider ist genau das aber auch das Niveau, mit dem manche (einige oder gar viele?) Kultusministerien geführt werden: inkompetent, teilweise ohne höhere Bildung oder fachspezifische Ausbildung, aber mit „großen Sprüchen“.

    • Danke, Sie haben meine Erfahrungen und Gedanken zur Zukunft unseres Bildungssystems perfekt in Worte gefasst!

  12. Was mich interessieren würde, woher kommen eigentlich die Zahlen zu den Kosten für mobile Luftfilter? Es steht von Seiten der Politik irgendwas zwischen 1 und 2 Milliarden im Raum. Woher kommt diese Zahl? Sind da Ausschreibungen gelaufen? Wurde die Gefährdungsbeurteilung in Sachen Corona überarbeitet? Welche Maßnahmen „technisch – organisatorisch – personenbezogen“ wurden daraus abgeleitet und auf Nachhaltigkeit und Wirksamkeit kontrolliert? Sind Machbarkeitsstudien zum Thema „Lüftungsbau in Schulgebäuden“ durchgeführt worden? Welche Schätzkosten resultieren daraus? Wo wurde das veröffentlicht? Ist für die Plankosten bereits ein Budget beantragt worden?

    Was ist überhaupt passiert? Transparenz? Wo kann man die Auswertungen der Ministerien lesen? –

    Gemäß Arbeitsschutzgesetz müssen Gefahren immer direkt an der Quelle beseitigt oder entschärft werden … das müsste darausfolgernd für das Coronavirus bedeuten … IN DER LUFT! Wenn man eine wirksame technische Maßnahme abschmettert, sollte man das auch stichhaltig und nachvollziehbar begründen können.

    Außerdem: Was wird DELTA mit uns machen? Mit unseren Kindern, mit Ungeimpften, mit den Geimpften? Statt bei Inzidenzen unter 35 sich zurückzulehnen und Maßnahmen abzubauen, sollte man gerade JETZT die (neue) Katastrophe kommen sehen und abwehren! In England befasst man sich bereits derzeit wieder mit dem Gedanken, in Sachen Lockerungen zurückzurudern. Es ist nur eine Frage der Zeit bis wir vor selbigen Problemen stehen. Und die Zeit wird umso kürzer, je gedankenloser man jetzt lockert und auch sonst einfach wieder nichts tut, vielleicht gar nur, um „Unsummen“ zu vermeiden.

    • „Außerdem: Was wird DELTA mit uns machen? Mit unseren Kindern, mit Ungeimpften, mit den Geimpften? Statt bei Inzidenzen unter 35 sich zurückzulehnen und Maßnahmen abzubauen, sollte man gerade JETZT die (neue) Katastrophe kommen sehen und abwehren! In England befasst man sich bereits derzeit wieder mit dem Gedanken, in Sachen Lockerungen zurückzurudern. Es ist nur eine Frage der Zeit bis wir vor selbigen Problemen stehen. Und die Zeit wird umso kürzer, je gedankenloser man jetzt lockert und auch sonst einfach wieder nichts tut, vielleicht gar nur, um „Unsummen“ zu vermeiden.“

      Ich nehme es an, wenige interessiert das. Wichtig: volle Klassen, die Kinder, die Eltern, Oma und Opa usw.. leiden nicht mehr, da die Kinder wieder in der Schule sind.

      Die Kinder freuen sich, dass Pandemie vorbei sei, ihr Sozialleben, Geburtstage, Partys können weiter sorglos genießen.

      Und wenn jemand erkrankt, äh, Pech gehabt.

      • Ja, und so haben Politik & viele coronamüde und auch coronaverharmlosende Menschen das soziale Ende der Pandemie eingeleitet ohne ein medizinisches abzuwarten.

        Alle sind nun im „freien Fall“, aber nicht alle haben die Möglichkeit bekommen, einen Fallschirm umschnallen zu können. Manche springen selbst, manche glauben sogar, sie könnten fliegen, manche werden geschubst.

        Wer nun wie landet … nun … gerecht ist das nicht! Es wäre besser gewesen abzuwarten bis alle gesichert sind und die Lage noch besser einzuschätzen gewesen wäre.

        • Bildhaft, einfach perfekt zusammengefasst.

          Beim Lessen sah ich tatsächlich einige Menschen, die ich kenne und die sich genau so aufführen. Eine liebe Freundin habe ich fast verloren aber ich zügelte mich schnell genug und seitdem halte ich meinen Mund zu, wenn es um Corona geht. Wir vermeiden das Thema einfach.

          Und das finde ich schlimm, weil Corona, beführchte ich, uns noch lange begleiten wird und bei dem Virus geht es nicht nur um Meinungsaustausch.

    • @Viva

      Zurückrudern?
      In der BRD?
      Erst am Sonntag, 26. September 2021 ist Bundestagswahl.

      Wenn überhaupt zurückgerudert wird, dann erst danach.

      Aber vorher gibt es das große Rangeln und Kabbeln um die Koalitionsfrage.

      SCHWUPPS!
      Dann ist bald wieder Weihnachten – da müssen Geschenke gekauft werden (= Läden WEIT auf, was ich aus der Sicht des stationären Einzelhandels verstehen kann) und die Kinder müssen Geschenke basteln (= Schulen WEIT auf, weil Basteln in der Schule und in der Peer-Group die Kinderaugen so richtig glänzen lässt).
      Und dann sind ja erst mal wieder Ferien …
      🙁

      • Wenn man bedenkt, dass in Deutschland erst ca. 20 Prozent vollständig geimpft sind, während es in England gut 40 Prozent sind und dort der R-Wert bereits wieder über 1 liegt (und das hohe Infektionsgeschehen in den Schulen dabei hervorgehoben wird), muss man sich wirklich fragen, was mit den Politiker(innen) und auch einem Großteil der Bevölkerung in unserem Land falsch ist, dass sie meinen, sie könnten ihren Wahlkampf fast ausschließlich über ein an die Bedürfnisse eines Teils der Bevölkerung angepasstes „Coronakrisenmanagement“ (Ironie!) ausrichten oder auf Bevölkerungsseite danach wählen. Die Parteien haben offensichtlich sonst nichts zu bieten – weder Programm noch Rückgrat. Auf der anderen Seite kann scheinbar ein Großteil der Bevölkerung nicht über den eigenen Tellerrand gucken. Ich kann das nur noch verachten, was in diesem Land los ist.

        Irgendwo war neulich zu lesen, dass über die Hälte der Menschen in der BRD zum Infektionsschutz weiterhin MNS tragen wollte, sogar nach der Pandemie (die ja noch nicht vorbei ist). Wenn unsere Politiker(innen) da mal in ihrem sooo billig ausgerichtetem Wahlkampf nicht auf die falschen Pferde setzen.

  13. Ob unser neuer Nachstromöffnungs-„Klaus“ der alte „Oka“ ist? Ich wette mal 80:20, dass er das ist. Argumentationsweise und Herbeiziehen unsinniger Argumente in fast-Perfektion, um andere zu provozieren…. Schwurbler at its best!

  14. Bauliche Veränderungen durch RLT-Nachinstallation im Bestand.
    Dann ist der so heiß geliebte „Bestandsschutz“ für das Gebäude, der bisher alle Modernisierungen aushebelt, aber sofort hinfällig und die Schulgebäude müssten allesamt auf aktuelle Richtlinien hin nachgerüstet werden.
    Fazit sofern das Geld überhaupt da wäre: Auch ohne Corona sind dann auf lange Zeit die Schulen zu, wegen baulicher Maßnahmen.

  15. Mir fehlt es an Energie und Zeit, all meine Gedanken noch geordnet hier oder anderswo zu formulieren. Ganz vieles davon ist auch schon zigfach gesagt (aber nicht gehört) worden.

    Ein Umstand, den ich in Vollpräsenz gerade wieder extrem wahrnehme, unter dem SuS wie LuL leiden und den ich noch selten gelesen habe, ist der eben überhaupt nicht normale soziale Umgang in der „Schule unter Coronabedingungen“ oder „Vollpräsenz mit Hygienekonzepten“ miteinander. Da ist gar nichts normal. Zumindest, wenn es sich nicht um SuS handelt, die sich in den Pausen am liebsten am Arbeitsplatz oder auf dem Schulhof sitzend ruhig miteinander unterhalten möchten.

    Kinder ab der 1. Klasse in der Ganztagsschule (nicht Hort oder OGS) verbringen ihren Schultag nicht nur auf ihren Plätzen sitzend im Unterricht. Es gibt die Essenssituationen und vor allem die Pausen.
    Die Vorgaben für coronakonforme Pausen in den Schulen führen dazu, dass die Kinder genau NICHT unbeschwert miteinander spielen dürfen (wenn sie im Unterricht nicht mal Material austauschen dürfen, warum sollte es mit Spielsachen anders sein?!), nicht wild rumrennen und sich beim Fangen anfassen, nicht tuscheln (zu nah), etc.pp.
    Da man als LuL für die Einhaltung der Regeln verantwortlich ist, heißt das, dass die Pause fast ausschließlich aus Reglementieren, Ermahnen, Möglichkeiten suchen, was man als Pausengestaltung noch anbieten kann, … und ganz viel Unzufriedenheit und Frust bei allen!

    Nicht gut für ein gutes Verhältnis zwischen LuL und SuS und auch nicht förderlich für eine positive Lernatmospäre, wenn der LuL immer „Spielverderber“ sein muss und SuS sich in den Pausen nicht ausreichend erholen können…

    Um da ein bisschen entspannter agieren zu können, nehme ich jede kleine technische Unterstützung gerne.
    Auch dafür waren der Wechselunterricht und kleinere Gruppen hilfreich und deutlich entspannter für alle. (Von „Mehr“ an individuellem Unterricht ganz abgesehen.)
    V.a. für die jüngeren Kinder ist ein 8 Stunden Tag unter Coronabedingungen ein Unding!
    Denn davon haben sie unter den aktuellen Voraussetzungen keine Pause, bis sie wieder zuhause sind!
    Im Gegensatz zu Freizeitgestaltungsorten gelten hier nämlich zurecht weiterhin deutlich strengere Maßgaben aufgrund der vielen Menschen auf engem (Innen-) Raum, aber auch der Mengen an möglichen Kontakten im Außenbereich, von denen auch nach den Ferien kaum einer geimpft sein wird!

    Wird eigentlich iiiirgendwo ernsthaft nach technischen wie anderen Möglichkeiten gesucht, um diese Situation zu verbessern? (Wenn die bisherigen technischen Lösungvorschläge so gar nicht helfen oder funktionieren…).
    Ich vermisse einfach, dass sich jemand überhaupt dafür verantwortlich fühlt, die Situation IN den Schulen für die Menschen dort zu verbessern! Insbesondere, wenn diese doch nicht nur Bildungsstätten, sondern auch Lebensraum sein sollen?!

  16. @Leo volle Zustimmung!Wie oft habe ich das schon gesagt.Gerade heute wurde mir wieder nahegelegt,meinen 2.klässler doch wegen sinkender Zahlen wieder zu schicken.Nein nein nein.Das alles ist kein unbeschwerter Schulbesuch,wie er ihn mal gerade ein halbes Jahr kennenlernen durfte,warum soll ich ihn 5 Wochen vor den Ferien dem nochmal aussetzen?Bei Sommertemperaturen mit Maske auf dem Hof macht sicher Spaß.Mir graut vorm neuen Schuljahr,aber solang es geht,möchte ich meinen sensiblen Jungen schützen.

  17. Mit das Traurigste an diesem ganzen Dilemma finde ich den Irrsinn, das Konzepte des Fraunhofer Instituts, Luftfilteranlagen für erschwingliches Geld in den schulen selbst zu basteln, von den Schulämtern blockiert werden, weil sie angeblich nicht geprüft sind … (nur vom Fraunhofer Institut, aber nicht vom hauseigenen Schulamt).

  18. Wenn Luftfilter zu teuer und eventuell als Schutz für vollbesetzte Klassen ab Herbst auch nicht ausreichend sind, braucht es andere Konzepte: besseren Digitalunterricht (Austattung, Schulung der Lehrkräfte, …) … ein Wechselformat, das die Gruppe zuhause nicht völlig vernachlässigt (mehr Räume und Fachkräfte oder eine digitale Betreuung für die Distanzgruppe anstatt ausschließlich Arbeitsblätter über Tage und somit auch wieder mehr Fachkräfte) … und sowieso insgesamt mehr Fachlehrer*innen, um die Wechseltage im Präsenzfall nicht mit sinnlosen Beaufsichtigungsvertretungen zu verbringen. Ob mit oder ohne Luftfilter: es zeigt sich einfach, dass das auf Sparflamme gehaltene Bildungssystem nicht krisensicher ist und die Aussicht auf einen Herbst mit Mutationen und ohne Kinderimpfung keine weitere Runde mit „Schulen sind sicher“-Mantras und stoischem Abwarten zulässt. Eine Teststrategie ist nicht wirklich eine Präventionsmaßnahme – bei hohen/wieder steigenden Inzidenzen reicht diese Maßnahme nicht aus, zumal sie den wenigen Unterricht auch noch zusätzlich verkürzt. Ach wenn die Wahl doch früher wäre!

  19. Das ist in jedem Fall nötig. Bereits JETZT häufen sich schon wieder die Quarantänefälle in den Schulen trotz niedriger Inzidenzen. Ich bin schockiert, dass das so schnell geht. Es kommt erst gar keine Ruhe rein offenbar. Und es wird sich vorerst wohl auch nicht mehr ändern. Man muss sich wirklich um seine Kinder sehr sorgen. Und auch um sich. Scheiße alles!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here