Lehrer, die kulturelle Vielfalt thematisieren, verstärken Vorurteile sogar häufig noch

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HALLE. Bisherige Ansätze, kulturelle Vielfalt an Schulen zu thematisieren, sollen Vorurteile abbauen – verstärken sie aber noch. Das legt eine Studie unter Leitung von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Potsdam nahe. In einer Befragung von mehr als 1.300 Schülerinnen und Schülern fand das Team auch heraus, dass ein nuancierter Umgang mit dem Thema diese negativen Effekte abfangen könnte: Kulturen sollten weniger schematisch und anhand von plakativen Beispielen, sondern als dynamisch, individuell und vielfältig besprochen werden. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „Contemporary Educational Psychology“.

An Grundschulen ist die Heterogenität der Lerngruppen naturgemäß groß. Foto: Shutterstock
An vielen Schulen wird Vielfalt thematisiert – oft allerdings zu oberflächlich, so kritisieren die Forscher. Foto: Shutterstock

Seit dem Sommer 2015 sind viele Geflüchtete nach Europa gekommen, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Laut Statistischem Bundesamt leben etwa 300.000 von ihnen heute in Deutschland. „Spätestens seit dieser Zeit sind Schulen bemüht, die kulturelle Vielfalt in Deutschland auch im Unterricht zu thematisieren. Je nach Bundesland und Kommune sind diese Ansätze aber sehr unterschiedlich weit entwickelt“, sagt Prof. Dr. Maja Schachner vom Institut für Pädagogik der MLU, die die neue Studie geleitet hat.

Häufig kommt laut Schachner ein multikultureller Ansatz zum Tragen: „Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, sich auf positive Weise mit verschiedenen Kulturen auseinanderzusetzen und so Vorurteile zu überwinden. Vielfalt soll als Ressource dargestellt und auch bewusst im Unterricht thematisiert werden“, erklärt die Forscherin. Das passiere aktuell etwa, indem über verschiedene kulturelle Feste gesprochen wird, die in den Familien der Schülerinnen und Schüler gefeiert werden, oder in der Form eines internationalen Frühstücks, bei dem Schülerinnen und Schüler typische Speisen aus ihren Herkunftsregionen mitbringen und sich dazu austauschen. „Allerdings geht es meist nicht über diese Aktionen hinaus. Deshalb wird dieser Ansatz auch als oberflächlich kritisiert“, sagt Schachner.

„In den Klassen, in denen ein multikultureller Ansatz verwendet wurde, wurden auch mehr Diskriminierungserfahrungen gemeldet“

Für die neue Studie befragten die Forschenden mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse in Berlin nach ihren Erfahrungen im Umgang mit kultureller Vielfalt. Die Jugendlichen sollten zum Beispiel darüber berichten, wie das Thema bei ihnen an der Schule behandelt wird. Außerdem gaben sie an, ob und wie häufig sie oder ihre Mitschülerinnen und -schüler aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden. „In den Klassen, in denen ein multikultureller Ansatz verwendet wurde, wurden auch mehr Diskriminierungserfahrungen gemeldet“, fasst Schachner zusammen.
Eine mögliche Begründung dafür könnte sein, dass einfache Darstellungen von Kultur stärker zu Schubladendenken führen, welches wiederum Vorurteile begünstigt, so die Psychologin. Wurden Kulturen im Unterricht dagegen eher als sich ständig verändernd, dynamisch und sehr vielfältig vermittelt, konnten die Forschenden denselben Zusammenhang mit Diskriminierung nicht finden.

„Vielmehr ist es eine Frage der Perspektive: In Bezug auf Kultur gibt es keine einfachen Antworten“

„Unsere Arbeit ist die erste, groß angelegte Studie, die zeigt, dass ein polykultureller Ansatz in der Schule, der Kultur als dynamisch, vielfältig und individuell versteht, womöglich negative Folgen verhindern oder zumindest abmildern kann, wenn kulturelle Vielfalt thematisiert wird“, sagt Schachner weiter. Für die konkrete Unterrichtspraxis würde das nicht unbedingt einen Mehraufwand für die Lehrerinnen und Lehrer bedeuten.
„Vielmehr ist es eine Frage der Perspektive: In Bezug auf Kultur gibt es keine einfachen Antworten, wie das in anderen Bereichen der Fall ist. Das macht den Umgang damit schwierig. Diese Unsicherheit sollte im Unterricht auch angesprochen werden“, sagt Schachner. Gleichzeitig regt die Wissenschaftlerin an, das Thema in möglichst vielen Fächern anzusprechen: „Natürlich ist es in Geographie und Geschichte naheliegender, über unterschiedliche kulturelle Einflüsse zu sprechen, aber auch in den Naturwissenschaften sind solche Bezüge denkbar.“

Zur Studie: Schachner M.K., Schwarzenthal M., Moffitt U., Civitillo S., Juan L. Capturing a nuanced picture of classroom cultural diversity climate: Multigroup and multilevel analyses among secondary school students in Germany. Contemporary Educational Psychology (2021). DOI: 10.1016/j.cedpsych.2021.101971

Wie Lehrer Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung stark machen können

 

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49 KOMMENTARE

  1. Soll man die kulturelle Vielfalt jetzt betonen oder ignorieren? In beiden Fällen werden Vorurteile angefeuert und die Minderheiten (bzw. die als solche definierten, je nach Stadtteil ist das so eine Sache) aus der Sicht von irgendwelchen lauten Gruppen diskriminiert. Ich bin überfordert. Kann mir jemand etwas Hirn vom Himmel werfen? Bernd zum Beispiel kann das bestimmt sehr gut.

    • Ich finde es etwas propagandistisch zu fordern, dass man stets das Gute und Wertvolle in Multikulti zu betonen und die negativen Effekte einfach zu ignorieren bzw. sie garnicht erst zu diskutieren.
      So soll ein Eindruck erweckt werden, dass Zuwanderung immer toll, inmer lohnenswert und immer ein Gewinn sein muss. Das ist aber nicht die Realität. Man muss kulturelle Vielfalt in positiven, wie negativen Aspekten beleuchten und den Schüler zum eigenen Urteil ermutigen. Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, den Schülern Meinungen einzuimpfen

      • Es geht doch nicht darum, mit den Schülern das Thema Einwanderung zu diskutieren – das ist für den Politikunterricht und kann selbstverständlich sachlich mit Pro und Kontra-Argumenten abgewogen werden.

        Hier geht es darum, das tägliche Miteinander zu gestalten. Wollen Sie den zugewanderten Schülerinnen und Schülern ernsthaft mitteilen, dass es gute Gründe gäbe, sie auszuweisen?

        Wieso plöppen beim Thema Zuwanderung hier auf News4teachers eigentlich sofort immer die Rechtsaußen mit ihrem destruktiven Geschreibsel auf? Ist das Konsensmeinung in den Kollegien? Falls ja, dann darf man sich über den grassierenden Rassismus in Deutschland nicht wundern.

        Übrigens, Georg, Sie (der an anderer Stelle in diesem Forum immer wieder die Minderwertigkeit bestimmter Kulturen betont) sind doch nicht ernsthaft daran interessiert, Kinder mit Migrationshintergrund zu integrieren…

        Dass Sie überfordert sind, glaube ich Ihnen ohne Weiteres – das spricht aus Ihren abfälligen Posts. Dass Sie zudem nie im Leben auf die Idee kommen würden, sich Hintergrundwissen und Information zu einem Thema zu verschaffen, von dem Sie keine Ahnung haben, glaube ich auch sofort. Ignoranz ist ja Teil Ihres Geschäftsmodells.

        • puhh, überall Rassisten in Deutschland. Da wundert man sich schon, dass Millionen Migranten in dieses „rassistische Land“ gekommen sind und kommen wollen …

        • Man muss nicht rechts sein oder rechtsaußen sein, um Zuwanderung kritisch zu sehen. Es gibt keine Regel oder Gesetz, die besagt dass man Zuwanderungsland sein muss. Das ist schlicht eine politische Entscheidung.

          Ich kenne keinen Lehrer, der zugwanderten Kindern sagen würde, dass sie ausgewiesen werden könnten und wieso. Stattdessen würde ich eher versuchen ihnen klar zu machen, wie man sich gut integriert. Wobei Asyl sowieso kein dauerhaftes Bleiberecht ist.
          Wenn mich jemand fragen würde, ob er für immer bleiben darf, würde ich zumindest ehrlich antworten.

          • Es gibt aber Realitäten, die man als Staatsbediensteter anerkennen muss (sonst sollte man eben den Dienst quittieren) – und zu dieser Realität gehört: Die Bundesrepublik Deutschland ist seit 50 Jahren Zuwanderungsland.

            Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Und diese Menschen haben natürlich Anspruch darauf, dass der Staat (und seine Bediensteten), in dem sie leben und für den auch sie Steuern bezahlen, sie und ihre Kinder mit Respekt behandelt.

          • So lange man Einwanderungsland ist, muss man das akzeptieren. Tun ja auch alle. Aber man kann natürlich im demokratischen Rahmen daran arbeiten, das zu ändern. Zum Beispiel, indem man andere Parteien wählt.

            Da Leute, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, auch formell Deutsche sind, erfahren sie die gleichen Rechte und Pflichten wie andere „Deutsche“ auch. Ich finde diese Unterscheidung eher spalterisch. Anstatt auf ihren Migrationshintergrund zu achten, sollte man sie einfach als Deutsche wahrnehmen.

          • Dass das „alle“ akzeptieren, wäre mir neu. Ich sehe vielmehr, dass die AfD versucht, das Rad zurückzudrehen – auf Kosten der betroffenen Menschen.

          • Ich kann mir kaum vorstellen, dass die AfD etwas gegen Zuwanderung hat, deren Sozialversicherungsbeiträge kurz bis mittelfristig höher sind als vom Durchschnitt der heimischen Bevölkerung. Ein paar Abweichler gibt es immer, aber die kann eine gesunde Demokratie aushalten.

          • Ein paar „Abweichler“?

            Aus dem Gutachten des Bundesverfassungsschutzes zur AfD:

            „Das durch den ‚Flügel‘ propagierte Politikkonzept ist auf die Ausgrenzung, Verächtlichmachung und weitgehende Rechtlosstellung von Ausländern, Migranten, insbesondere Muslimen, und politisch Andersdenkenden gerichtet. Es verletzt die Menschenwürdegarantie sowie das Demokratie- und das Rechtsstaatsprinzip. Die Relativierung des historischen Nationalsozialismus zieht sich zudem wie ein roter Faden durch die Aussagen der „Flügel“-Vertreter.

            Der Fortbestand eines organisch-einheitlichen Volkes wird vom „Flügel“ als höchster Wert angesehen. Der einzelne Deutsche wird als Träger des Deutschtums wertgeschätzt. „Kulturfremde“ Nicht-Deutsche gelten als nicht integrierbar. Ihnen soll eine Bleibeperspektive konsequent verwehrt werden. Ziel des „Flügels“ ist ein ethnisch homogenes Volk, welches keiner „Vermischung“ ausgesetzt sein soll.

            Dies wird durch flüchtlings- und muslimfeindliche Positionen untermauert. Die Staatsbürgerschaft von muslimischen Deutschen wird in Frage gestellt. Ihnen drohen bei konsequenter Umsetzung der „Flügel“-Positionen Massenabschiebungen. Mittels einer aggressiven Wortwahl wird die von Migranten ausgehende Kriminalität krass überzeichnet. Befürworter einer liberalen Migrationspolitik werden zudem massiv entwürdigend beschimpft. Ihre politische Haltung wird etwa mit einer Geisteskrankheit gleichgesetzt.“

            Quelle: https://netzpolitik.org/2019/wir-veroeffentlichen-das-verfassungsschutz-gutachten-zur-afd/#2019-01-15_BfV-AfD-Gutachten_A-I-3

          • War klar, dass Sie überhaupt wieder alles auf den Flügel der AfD reduzieren. Aber sogar die geschätzt 34750 Rechtsextremen in Deutschland (inkl. Flügel), davon 9200 gewaltorientiert, kann eine funktionierende Demokratie aushalten. Das gleiche gilt auch für die 34300 Linksextremen, davon 9600 gewaltorientiert. Wie stehen Sie eigentlich zu den Linksextremen?

        • Dann erklären Sie mir bitte, weshalb Sie nicht nach wie getwittert agieren:

          Trolle verstehen Dinge absichtlich falsch. Sie reißen Sachen aus dem Kontext. Sie verschweigen Aspekte. Sie lügen, framen und verzerren. Mit voller Absicht. Um Verwirrung zu stiften. Um zu „gewinnen“, die Deutungshoheit zu erlangen. Es geht nicht um Wahrheit, sondern um Sieg.

          Man kann nicht gewinnen, wenn man ihr Spiel mitspielt. Was nicht heißt, dass man nicht über ihre Lügen und Verdrehungen sprechen sollte und aufgeben. Klärt alle anderen über deren Methoden auf. Sprecht über sie, nicht mit ihnen. Letzteres ist Zeitverschwendung.

    • Wer trollt denn hier? Finde es bis jetzt eine normale Diskussion. Man kann auch seine Argumente oder Sichtweisen darlegen, ohne persönliche zu werden. Wenn andere Standpunkte Sie frustrieren oder provozieren, sollten Sie an der Frustrationstoleranz und dem Respekt gegenüber Andersdenkenden arbeiten.

      • Wer meint, man muss nicht rechts sein, um gegen Zuwanderung zu sein, dem ist einfach nicht zu helfen Marc. Das hat doch nichts mit sachlicher Diskussion zu tun. Das ist einfach nur schäbig.

      • Sie habe ich doch garnicht gemeint? Sondern den User wirfhirnvomhimmel.
        Ich finde es gut, wenn man sich auch im Unterricht mit Zuwanderung beschäftigt und den Kindern die Möglichkeit gibt, sich wertschätzend in ihrer kulturellen Identität zu präsentieren. Ich sehe da ehrlicherweise nichts schlechtes dran. Kulturen haben auch Identitäten und sind nicht nur dynamisch. Viele Kids schätzen auch gerade ihre eigenen kulturellen Eigenarten. Da werde ich die sicher nicht wegdiskutieren.

        Wichtig ist eben auch an weiterführenden Schulen eine kritisch objektive Haltung. Man sollte auch als Migrant oder Mensch mit Migrationshintergrund in der Lage sein, Faktoren der Migration kritisch abzuwägen. Und auch seine eigene Kultur. Gerade wir Deutschen wissen ja wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst und eigener Vergangenheit ist.

      • Manche diskutieren hier über das Thema (gewiss auch kontrovers), und Bernd erzählt ständig was von der AfD, so als habe die eine Meinung zum Thema geäußert.
        Die Forscher finden immer Themen für Studien, das ist ja ihr Job. Ich finde eigentlich, die vielen Feiertage und diversen kulturellen Feste könnten etwas weniger betont werden. Ostern und Weihnachten liegen in den Ferien, der Tag der deutschen Einheit muss nicht unbedingt mit langweiligen nationalen Reden versehen werden, Karneval gibt’s außerhalb der Schule schon genug, ist also innerhalb der Schule entbehrlich. Religiöse Feste zugewanderter Religionen müssen nicht wichtiger sein als die christlichen (und deren Bedeutung nimmt ständig ab). Weihnachten ist ja leider das Fest des Konsums und des Kommerzes geworden, da kann man nichts machen. Ostern ist das „Hasenfest“ und das Fest der Ostereier geworden, das ist neutral, Schokohasen und Ostereier dürfen alle essen. Vielleicht kann man den letzten Schultag vor den Sommerferien als kleines Fest ausgestalten? Das wäre dann — kulturübergreifend — für alle gleich, und jeder kann den Anlass verstehen.
        Letztlich sind die Kinder aber in der Schule, um was zu lernen, und nicht, um diverse Kulturen zu pflegen. Es gibt schon genug Ablenkungen von den Kernthemen (in der GS Lesen, Schreiben, Rechnen), was soll noch alles draufgepackt werden? War nicht in einem anderen Artikel hier von Konzentration auf die Kernfächer die Rede? Wurden nicht genau dort Defizite festgestellt?

      • Bernd, dann halten Sie mal dagegen, indem Sie meine ganz oben gestellte Frage beantworten:

        Soll ich nun kulturelle Vielfalt thematisieren oder nicht? In beiden Fällen kann ich Vorurteile gegenüber die anderen Kulturen verstärken. Welche Aspekte welcher Kultur soll ich ansprechen und welche besser nicht?

        • Steht im Text: Ihre Vorstellung von „Kultur“ eben nicht – allzu schlichte Darstellungen führen zu Schubladendenken.

          • Sehr geehrter Georg,

            am Fuß des Beitrags finden Sie einen Link mit dem Titel „Wie Lehrer Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung stark machen können“ – dort wird ein Projekt anschaulich beschrieben.

            Darüber hinaus bietet die Initiative „Schule ohne Rassismus“ genügend Informationen und Materialien, um sachgerecht mit dem Thema Rassismus umzugehen. Übrigens wird dort auch ausdrücklich das Problem „Muslimfeindlichkeit“ angesprochen: https://www.schule-ohne-rassismus.org/themen/

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Ich wollte es von Bernd wissen. Das Programm Schule gegen Rassismus ist mir bekannt. Eine Wirksamkeit abseits einer Plakette im Foyer und dem Logo auf der Homepage ist meines Wissens nie wissenschaftlich untersucht oder bestätigt worden. Nicht politisch rechts verorteter Rassismus wird dort nur am Rande thematisiert.

  2. Diese Keiferei hier sobald ein bestimmtes Thema aufkommt, ist einfach nur noch lächerlich. Das führt doch zu nichts. Anstatt an einem Strang zu ziehen, um die Probleme in der Gesellschaft anzugehen, wird hier nur herumgeballert und herabgewürdigt. Manche brauchen das offenbar. Mal ein bisschen mehr Contenance, bitte.

    • Rassismus IST ein Problem in der Gesellschaft – da ziehe ich doch nicht mit Rassisten an einem Strang. Was für ein merkwürdiges Ansinnen.

      • Ich habe hier keine Rassisten wahrgenommen. Man kann natürlich nach belieben jeden mit hergeholten fragwürdigen Argumenten als Rassist etikettieren und dann jedwede normale Diskussion in Frage stellen und den anderen als Unmenschen darstellen. Ob das zum Zusammenhalt in der Gesellschaft beiträgt?

        Dabei werfen meist die Leute mit Schlagwörten wie „Ausgrenzer“, „Nazi“ usw um sich, die sich nur allzugerne selber dieser Mechanismen bedienen. Es ist ja so schön immer als guter Mensch darzustehen, indem man selbst nichts beiträgt, sondern den anderen schlicht untergräbt

        • Jaja, klar – immer nur Einzelfälle, nie so gemeint, in der AfD gibt keine Rassisten außer ein paar, die nicht zählen, in Deutschland gibt’s ohnehin keinen Rassismus und in Schulen schon gar nicht.

          Fragen Sie mal Lehrer „Georg“, was er von Muslimen hält. Hat er hier mehrfach sehr deutlich kundgetan. Und auch Sie, „Teacher Andi“, schrieben von „berechtigter Kritik an Kulturen“ – im Zusammenhang mit Messerangriffen.

          Was soll das sein? Auch Deutsche verüben Gewalttaten, Deutschland hat zwei Weltkriege entfesselt – haben Sie deshalb einen kulturell bedingten Hang zum Morden, Teacher Andi? Natürlich nicht.

          Und auch die Versuche, vom Thema abzulenken und mit der Opfernummer zu kommen („Nazikeule“) sind so ausgelutscht wie nur was. Drücken Sie sich halt unmissverständlich aus – dann gibt’s auch keine Unklarheiten. Aber diese Unklarheiten sind ja gewollt: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Ja, darf man – dafür gibt’s dann aber eben verbal einen drauf.

        • Marc, geben Sie sich keine Mühe, Sie beißen hier auf Granit. Immer dieselben Totschlag-Argumente, auch wenn man sich verteidigt, die Vorwürfe entkräftet indem man nochmal erkärt, wie man es gemeint hat, es werden reflexartig immer wieder dieselben Unterstellungen hervorgeholt (s.o.). Da wird aus dem Kontext gepickt, nur um anderen ein Bein zu stellen. Ganz schlechte Eigenart. Mal sehen, was jetzt wieder kommt. …. ….. …..

    • Teacher Andi hat Recht: Es wird herumgeballert und es werden andere Diskutanten systematisch herabgewürdigt, vermutlich mit dem schlichten Ziel sie zu vergraulen. Wenn Diskussionen unter Schülern in Schulen so ablaufen würden, würde es heißen, das sei mit den pädagogischen Zielen nicht vereinbar, von wegen Toleranz usw. Früher hieß es mal „audiatur et altera pars“, also man soll beide Seiten ohne Schaum vor dem Mund anhören und dann weitersehen. Was irgendwelche „Rassisten“ in der AfD sagen oder nicht sagen, ist doch vollkommen belanglos, wenn es um den obigen Artikel geht. Alle haben es inzwischen gehört: Die AfD ist nicht maßgeblich.
      Das Bild zeigt mal wieder nur lächelnde Mädchen und keine kleinen Machos, die (als Teil einer gewissen „Kultur“) nur die Mädchen respektieren wollen, die sich ihrer (!) Meinung nach „korrekt“ verhalten. Patriarchat nennt man das auch.

  3. In den Problemviertel bundesdeutscher Großstädte sollte man an den Schulen auch mal den Rassismus gegen deutsche Kinder thematisieren.
    Stichwort „Kartoffeln“, Almans, Ungläubige“.

  4. Es ist bei dieser ganzen Thematik doch so, wie in fast allen Bereichen des Lebens: Die Dinge sind nur selten einfach und eindeutig. Es gibt überall Zwischentöne, nur selten ist eine Sache einfach schwarz oder weiß. Dazwischen liegen unzählige Grautöne.
    So ist es auch hier: Durch Zuwanderung wird unser Land auf vielfältige Weise bereichert. Es kommen Menschen zu uns, die hier einfach nur in Frieden leben wollen und sich wirklich bemühen hier Fuß zu fassen. Dabei sollten wir sie unterstützen und ihnen zeigen, daß sie hier willkommen sind.
    Aber natürlich kommen auch Menschen, die nicht den Wunsch und die Absicht haben, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.
    Aber was wäre denn, wenn wir Deutsche aufgrund von Krieg, Armut, politischer Verfolgung….. gezwungen wären in einen uns völlig fremden Kulturkreis zu flüchten? Wären wir alle bereit, fähig und willens uns den jeweiligen Gepflogenheiten anzupassen?
    Ich denke, da gäbe es auch solche und solche.
    Was ich damit sagen will, ist, daß es in allen verschiedenen Ländern und Kulturen gute und schlechte, kluge und weniger kluge, freundliche und unfreundliche, offene und verschlossene, interessirte und uninteressierte…..Menschen gibt.
    Ich kann diese Pauschalisierung , dieses alle über einen Kamm scheren, einfach nicht verstehen.
    Laßt uns jeden, der gewillt ist sich hier ein gutes Leben aufzubauen und sich zu integrieren, willkommen heißen.
    Wer das nicht will, wer kriminelle Taten begeht, wer unsere Kultur und unsere Lebensweise verachtet, muß aber auch gezwungen werden können, zu gehen.

      • Ach, völlig d’accord! Um nichts anderes ging es doch in den von Ihnen kritisierten Kommentaren. Auf einmal Zustimmung? Trotz des letzten Abschnitts von Marion? Da bin ich nun baff.

        • Natürlich ging es um ein anderes Thema als darum, dass hier in Deutschland Gesetze gelten – und auch angewandt werden sollen.

          Zum x-ten Mal: Sie üben nach eigenen Worten „berechtigte Kritik an Kulturen“, verteidigen Leute, die Muslimen pauschal einen Hang zur Messerstecherei unterstellen – und das ist etwas völlig anderes als (wie Marion) festzustellen, „daß es in allen verschiedenen Ländern und Kulturen gute und schlechte, kluge und weniger kluge, freundliche und unfreundliche, offene und verschlossene, interessirte und uninteressierte…..Menschen gibt.“

          Kriminalität und Gewalttätigkeit sind eben nicht, wie Sie behaupten, eine Frage der „Kultur“, sondern des individuellen Verhaltens.

          Und gerne nochmal: Die Versuche, vom Thema abzulenken und mit der Opfernummer zu kommen („Nazikeule“) sind so ausgelutscht wie nur was. Drücken Sie sich halt unmissverständlich aus – dann gibt’s auch keine Unklarheiten. Aber diese Unklarheiten sind ja gewollt: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Ja, darf man – dafür gibt’s dann aber eben verbal einen drauf.

          • „Kriminalität sind nicht eine Frage der Kultur, sondern des individuellen Verhaltens“, wo habe ich wa anderes behauptet? Die deutschen Dumpfbacken, die mit Fäusten und Waffen auf ihr vermeintliches Recht pochen sind genauso zu verurteilen wie Muslime, die Probleme mit Gewalt läösen wollen. Keiner behauptet hier was anderes. Und auf beiden Seiten muss Erziehungsarbeit geleistet werden. Und bei beiden Gruppen (ich sage jetzt nicht Kulturen) kommt man sehr schwer ran, da der soziale und familiäre Hintergrund allen Bemühungen einen Strich durch die Rechnung macht. Aber diese Hintergründe müssen benannt werden können, egal welche Nation, und man ist nicht rechtsextrem, wenn man das tut. Werte verteidigen gilt für die gesamte Bevölkerung hier im Land, und vor allem an Schulen.

          • Wieso ist Gewalttätigkeit eine Frage des individuellen Verhaltens, Kritik an diesem individuellen Verhalten pauschal rechtsextreme Unkultur?

          • Wo Sie etwas anderes behauptet haben, Teacher Andi?

            Hier mal Zitate von Ihnen aus den Foren hier:

            „Wenn Kritik an bestimmten Entwicklungen schon rassistisch ist, na dann.“

            „Diskriminierung entsteht erst in den Köpfen der Leute.“

            „Oh, Carsten60, da setzen Sie sich wieder in die Nesseln, denn jegliche (berechtigte) Kritik am Verhalten anderer Kulturen wird hier oft als Rassismus ausgelegt.“

            Georg, von Ihnen unwidersprochen: „@Teacher Andi Genau das ist meine Meinung und genau das schreibe ich andauernd. Verhaltensweisen hängen von der Erziehung ab und diese von der Sozialisation der Eltern und Großeltern. Ich kann nichts dafür, dass von der Norm abweichende Erziehung im Durchschnitt häufiger bei Ethnien auftreten, die ursprünglich im afrikanisch-arabischen Raum verortet sind.“

            „Die Mehrheit der Jugendlichen aus prekären Verhältnissen ist sicher nicht automatisch gewaltbereit. Da spielen doch vermittelte Werte eine Rolle.“

          • Falls Ihnen wirklich nicht klar sein sollte, in welcher Suppe Sie damit schwimmen – hier eine Definition der Bundeszentrale für politische Bildung:

            Kultureller Rassismus

            Grundlage ist der Glaube an eine historisch gewachsene Inkompatibilität und Hierarchie der Kulturen (und der Religionen als Bestandteil von Kulturen), die als essenzialistische, also als nach innen und nach außen abgeschlossene, unwandelbare Gebilde gedacht werden. Damit geht eine Naturalisierung kultureller Eigenschaften einher: Bestimmte Merkmale werden allen Personen einer kulturell homogen definierten Gruppe zugeschrieben, und das soziale Verhalten der Mitglieder dieser Gruppe wird vorrangig oder gar ausschließlich aus der Gruppenzugehörigkeit und den damit verbundenen unterstellten Eigenschaften abgeleitet. Im Falle des antimuslimischen Rassismus bedeutet dies, dass jedes (negative) Verhalten von Menschen, die als Muslime markiert sind, auf „den Islam“ zurückgeführt wird. In diesem Zuschreibungsprozess, der auf ein vermeintlich zeitloses „Wesen“ des Islams abhebt, aus dem sich das Denken, Fühlen und Handeln jedes Muslims und jeder Muslimin ableiten ließe, wird die Selbstverortung des Individuums ausgeblendet. Zudem treten seine sonstigen Identitäten – die sich etwa aus dem Geschlecht, dem Alter, der politischen Einstellung oder dem Beruf ergeben – in den Hintergrund. Dieser Auffassung nach determiniert die Kultur das Dasein des Individuums aufgrund der Zugehörigkeit zu einem Kollektiv („Kulturkreis“), die wiederum genealogisch über eine gemeinsame „Abstammung“ hergeleitet wird.

            Quelle: https://www.bpb.de/apuz/130422/das-zusammenspiel-von-kultur-religion-ethnizitaet-und-geschlecht-im-antimuslimischen-rassismus

          • Wenn negatives Verhalten relativiert wird, muss man das konsequenterweise auch mit positivem Verhalten machen. Oder man normiert erst einmal auf vergleichbare Zahlen. Das ist aber nicht gewollt, weil es früher oder später die Vorurteile doch als wahr bestätigt oder sogar in Richtung Eugenik geht.

            Alternativ könnte man in Texten, in denen Muslime oder Schwarze gegen Weiße hetzen, nur mal das Wort weiß durch Jude ersetzen. Weit weg von Goebbels ist man dann nicht mehr.

          • Wow, Bernd, beachtenswerter zeitlicher und geistiger Aufwand, den Sie hier betreiben, um Kommentare abzusuchen, die teilweise schon länger zurück liegen, und Quellen und Links dagegen ausfindig zu machen. Und das schon früh um 6 Uhr!
            – Nun, was die von Ihnen herausgepickten Zitate meinerseits betrifft: ich kann hier beim besten Willen keinen Rassismus erkennen, das müssen Sie mir schon mal erklären. Wie Sie die Kommentare interpretieren und ggfs. verdrehen, habe ich ja schon zur Genüge erläutert.
            Ich lasse mir hier auf keinen Fall unterstellen, dass ich mich in einer „braunen Suppe“ bewege, das ist schlicht und einfach Unterstellung, wenn nicht Verleumdung. Wenn das so weitergeht, werde ich das mal mit meinem Rechtsbeistand besprechen.
            – Wenn ich Kommentare unwidersprochen lasse, dann heißt das noch lange nicht, dass ich diese befürworte. Mir das als Vorwurf zu machen ist wohl der Gipfel und enttarnt Ihre Vorgehensweise.
            – Jedem Pädagogen sollten die Begriffe „Wertevermittlung“, „sozialer Hintergrund“, „Familienverhältnisse“ geläufig sein, diese sind nationenunabhängig einsetzbar, und so wurden sie von mir auch verwendet. Und natürlich entsteht Diskriminierung in den Köpfen der Leute, und das hat mit Erziehung und Wertevermittlung zu tun!
            – Sie reiten schon wieder auf dem Satz „Verhalten anderer Kulturen“ herum, obwohl ich da meine Aussage verbessert habe. Sie lassen einfach nichts gelten, damit Sie andere treten können.
            – Ihre akribisch zusammengesuchten Quellen und Links passen leider oft gar nicht zu den von Ihnen angegriffenen Kommentaren. Aber Hauptsache es klingt gebildet und erhaben.
            – Ich werde in Zukunft nicht mehr auf Ihre oft sinnentstellenden Auslassungen reagieren, Beschimpfungen sind auch nicht mein Niveau, und für permanente Rechtfertigungen und Richtigstellungen ist mir meine Zeit zu schade, auch bin ich mir selbst dafür zu schade.
            Schönen Tag noch und bald schöne Ferien.

          • Zunächst einmal gilt es (a) die Fehlsamkeit eines unreflektierten, weil u.a. statischen, monolithischen Kulturbegriffs und (b) die Fehlsamkeit der Annahme eines Purismus der Kultur klarzustellen: Es gibt nicht die deutsche Kultur, die türkische, die peruanische Kultur etc., je höher weiter der Betrachtungswinkel auf einen vermeintl. Kulturkreis, eine Kultursphäre wird (Individuum -> Familie -> Stadtviertel -> Stadt -> Landkreis -> Bundesland -> Land etc.), desto kleiner werden die Definientia der spezifischen Kultur, schrumpfen ja bereits spätestens nach der engeren Familie auf den absolut kleinsten gemeinsamen Nenner zusammen: Mein Nachbar und ich sind schon überdeutlich unterschiedlichen Kulturellen zuschnitts, was Sub- und Hybridkulturen aller Art bedingt – deshalb fand ich die Rede von deutscher Leitkultur und ähnlichen Unfug immer äußerst grauenhaft. Dadurch verbietet sich die auch seitens der bpb erwähnte „Naturalisierung kultureller Eigenschaften“.

            Auf der anderen Seite sollte man bei allem Relativismus aber dem generellen Kulturrelativismus nicht das Wort schreiben, es muss aus unserer Perspektive nämlich durchaus eine „Inkompatibilität und Hierarchie der Kulturen“ geben, die sich allerdings nur im Widerspruch zu dem oben angedeuteten Minimalkonsens abzeichnen kann. Kulturen resp. Kulturprodukte und praktiken sind nicht per se gleichwertig, d.h. nicht (gleich) schützenswert und insb. generell nicht sakrosankt, ja sie sind z.T. verachtenswert. Als Bsp. mögen die (religiös-)kulturelle Praxis der Beschneidung, die seitens der Reichskulturkammer diktierte Kultur des 3. Reichs oder die in der Kulturrevolution mündenden maoistischen Kulturauffassungen dienen. Die Wertigkeit einer Kultur, die Kompatibilität mit unserem Minimalkonsens kann dabei aber auch nur darin liegen, dass jedwede Kultur in Einklang zu bringen ist mit unserer Kultur der Pluralität, Egalität, Meritokratie, Demokratie, Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit etc. – einer Hierarchisierung im eigtl. Sinne soll das aber nicht das Wort schreiben, entweder man ebachtet den Minimalkonsens komplett oder nicht, so wie man auch entweder schwange rist oder nicht (und nicht nur ein ‚bisschen‘ schwanger o.ä.).

            Insofern gehe ich mit den ersten drei zitierten Sätzen der bpb noch mit, ja mit den anderen Ausführungen auch, ich störe mich aber doch am Kampfbegriff es „antimuslimischen Rassismus“, der ja gerne mal benutzt wird, um Islamkritik per se mit Kritik an Muslimen und Rassismus gleichzustellen (hatten wir hier bei den N4T-Kommentaren an anderer Stelle ja schon). Vehement widersprechen muss man der bpb aber, wenn sie suggeriert, der Islam habe kein „zeitloses ‚Wesen'“, behaupte nicht mindestens von sich selbst, das er es habe, als sei es nicht auch Merkmal der monotheistischen Religionen, auf unverhandelbaren Dogmen zu fußen. Aber OK, das ist ein anderes Thema.

  5. Ich frage mal ganz vorsichtig in die Runde, nicht böse sein.
    Wäre die Antwort auf „wieso kommt es in den Klassen, in denen ein multikultureller Ansatz verwendet wurde, auch zu mehr Diskriminierungserfahrungen“ nicht die, dass dieser Ansatz ja dort verwendet wird, wo es mehr Kinder aus verschiedenen Kulturen in einer Klasse sind?
    Und dass eben diese Diskriminierungserfahrungen sich deswegen häufen, weil es vergleichsweise mehr „potentielle Zielscheiben“ dafür gibt?

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