FDP-Vize Suding: „Der Lehrerberuf müsste der attraktivste und begehrteste Beruf Deutschlands sein!“ (Und wie er das werden könnte)

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BERLIN. Es passiert nicht oft, dass sich eine Spitzenpolitikerin oder -politiker ohne Not aus der Politik zurückzieht, um wieder ein normales Leben zu führen – die FDP-Vize-Vorsitzende (und Vize-Chefin der Bundestagsfraktion) Katja Suding hat genau das für die Zeit nach der Bundestagswahl angekündigt. Bildungspolitik war für die 45-Jährige, die ihre politische Karriere in der Hamburger Bürgerschaft startete, immer ein Schwerpunkt. Wir sprachen mit ihr über die Schwachstellen, die die Corona-Krise schonungslos offengelegt hat – vor allem beim digitalen Lernen, auch bei den Lernplattformen für Schulen. 

Katja Suding (FDP) steht für den Leistungsgedanken – auch beim Thema Lernplattformen für Schulen. Foto: Lisa Schwietzke

News4teachers: 2015 wurden Sie Vizechefin der Bundes-FDP, 2017 wurden Sie in den Bundestag gewählt. Nun haben Sie angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen und zur nächsten Wahl nicht wieder anzutreten. Gibt es ein Projekt, das Sie gerne noch mit umgesetzt oder abgeschlossen hätten?

Katja Suding: Natürlich gibt es eine ganze Menge Dinge, die ich gerne noch umgesetzt hätte. Zwei Sachen vielleicht insbesondere: Zum einen die Modernisierung des Bildungsföderalismus. Da haben wir ja in der laufenden Legislaturperiode das Grundgesetz geändert und eigentlich hätte ich mir noch mehr Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern gewünscht. Zum anderen wäre ich gerne noch weitergekommen beim Thema digitale Bildung. Gerade Corona hat gezeigt, dass wir hier längst nicht so weit sind, wie wir es sein müssten und könnten.

News4teachers: Sie hatten ganz zu Beginn der Corona-Pandemie gesagt, dass es ein bundesweites Unterrichtsdesaster sei. Was hat Sie besonders schockiert?

Suding: Dass wir Probleme im Bereich der Digitalisierung haben, wusste auch schon vor Corona jeder, der Kinder oder Lehrer in seinem Umfeld hat. Die Umstellung auf den Distanzunterricht hat dementsprechend nicht überall geklappt – auch wenn es viele positive Beispiele gibt. Trotzdem hat mich das Ausmaß überrascht: An vielen Schulen ist der Unterricht erstmal komplett und über Wochen ausgefallen. Es gibt nun eine Studie der Goethe Universität Frankfurt, die das nochmal bestätigt hat: Der Distanzunterricht war für die Kinder im Prinzip so wie die Sommerferien, ohne Lernzuwachs oder sogar mit Lernrückschritten. Forscher aus München haben vorgerechnet, dass dies Auswirkungen auf das gesamte Leben der Kinder haben wird, bezogen auf das Arbeitsleben rechnen sie mit Einkommenseinbußen von durchschnittlich vier Prozent. Für viele Kinder waren diese Schulschließungen gravierend. Und ich kann bisher leider nicht erkennen, dass man die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown dazu genutzt hat, bestehende Probleme anzugehen.

News4teachers: Jetzt sind in den meisten Bundesländern Sommerferien. Welche Probleme könnten oder müssten jetzt angegangen werden?

„Es gibt noch nicht überall Luftfilter, die ja den Unterricht in der ganzen Zeit möglich gemacht hätten“

Suding: Wir haben immer noch Probleme mit Lernmanagementplattformen, mit Datenschutz, mit der Ausbildung der Lehrkräfte. Die Klassenzimmer sind immer noch nicht alle pandemiefest, es gibt noch nicht überall Luftfilter, die ja nachweislich einen großen Teil der Aerosole aus der Luft holen und die den Unterricht in der ganzen Zeit möglich gemacht hätten. Wir wissen ja alle noch nicht, wie es weitergeht, aber wir müssten dafür sorgen, dass wir nie wieder die Schulen schließen müssen. Deswegen kann ich nur an die Verantwortlichen im Bund und den Ländern appellieren: Nutzt die Sommerpause, um jedes Klassenzimmer mit Luftfiltern – auch wenn es mobile Geräte sind – auszurüsten. Bildet die Lehrkräfte fort, damit digitales Lernen im Präsenzunterricht möglich ist, kümmert euch um Datenschutzfragen und sorgt dafür, dass die Mittel aus dem Digitalpakt schneller abgerufen werden!

News4teachers: Sie haben sich als Politikerin immer für den Digitalpakt 2.0 eingesetzt. Was soll dieser Ihrer Vorstellung nach beinhalten?

Suding: Mit dem jetzigen Digitalpakt wird hauptsächlich in die technische Infrastruktur investiert, in Internetleitungen und Endgeräte. Wenn man es mathematisch ausdrückt, ist das sozusagen die notwenige Bedingung für digitale Bildung. Aber die hinreichenden Bedingungen sind all die Punkte, die ich genannte habe, also ausgebildete Lehrkräfte, Lernplattformen, digitale Schulbücher, Ed-Tech-Coaches, Systemadministratoren und so weiter. All das findet sich in unserem Antrag zum Digitalpakt 2.0 wieder. Dazukommt, wenn digitale Bildung tatsächlich stattfinden soll, muss die Finanzierung und die Wartung der technischen Infrastruktur langfristig gesichert werden.

News4teachers: Wir reden schon die ganze Zeit von den Voraussetzungen für digitale Bildung. Aber was verstehen Sie eigentlich unter guter digitaler Bildung?

Suding: Digitale Bildung bedeutet natürlich nicht, dass alles nur noch digital stattfindet und Kinder in der Grundschule beispielsweise keine Handschrift mehr erlernen. Unter digitaler Bildung verstehe ich, dass man mit intelligenten digitalen Konzepten, die in ein gesamtpädagogisches Konzept integriert sind, den Unterricht unterstützt und besser macht. Und was insbesondere digitale Bildung ermöglicht, ist, dass man sehr viel individueller auf Schülerinnen und Schüler eingehen kann. Es gibt beispielsweise intelligente Lernprogramme, die in der Lage sind, zu erkennen, wie Informationen von einem Schüler oder einer Schülerin besonders gut aufgenommen werden können – über das Lesen von Texten, über das Hören oder auch über grafische Elemente. Und auch beim Üben können intelligente Lernprogramme erkennen, wo ein Kind noch Schwierigkeiten hat und Unterstützung braucht. Dadurch können auch Lehrkräfte viel individueller auf ihre Schüler eingehen. Insgesamt bekommt der Lehrer in Zukunft eine andere Rolle, weg vom reinen Wissensvermittler hin zum Wissensmanager und Lernbegleiter. Denn wichtiger als die Vermittlung von Inhalten sind Fähigkeiten, die man in der digitalen Welt verstärkt benötigt: Kommunizieren, Zusammenarbeiten, kritisches Denken, Austausch in der Gruppe. Deshalb wird auch der Bereich des sozialen Lernens wichtiger und das kollaborative Lernen wird mehr Platz einnehmen.

News4teachers: Das ist das richtige Stichwort: Kollaboration. Sie haben selbst schon das Problem der Lernplattformen und Schulclouds angesprochen. Bisher gibt es ganz unterschiedliche Lösungen, die von den Schulen genutzt werden. Haben Sie das Gefühl, es bräuchte eine gemeinsame Cloud, wo sich alle Schulen versammeln und austauschen?

„Es gibt ja viele private Anbieter von Lernplattformen und man hätte sich mindestens mal anschauen müssen, was sie anbieten“

Suding: So eine bundesweite Plattform kann sicherlich sinnvoll sein. Es gibt ja die HPI Schul-Cloud, die mit Steuergeldern gefördert worden ist, die funktioniert nur leider nicht. Lediglich drei Länder nutzen sie nun – mit unbekannten Nutzerzahlen –, obwohl es extrem hohe staatliche Investitionen des Bundes gegeben hat. Das liegt daran, dass sich der Bund bei der Entwicklung der HPI-Cloud nicht richtig mit den Ländern verständigt hat. Aber wenn die Länder diese Plattform nutzen sollen, dann hätte man vorher natürlich mal abfragen müssen: Was sind eure Bedürfnisse, was sind eure Anforderungen an ein solches Projekt? Und man hätte für die Nutzung werben müssen. Das ist alles nicht richtig passiert und auch die Erkenntnisse, die man bisher gewonnen hatte, wurden nicht wirklich weitergegeben. Hier hakt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern enorm, weshalb der Geldregen, den man für dieses Projekt bereitgestellt hat, leider auf nicht aufnahmebereiten Boden gefallen ist. Und dann muss man sich natürlich auch die Frage stellen, ob der Staat überhaupt etwas erfinden muss, was Private genauso gut oder sogar besser können.

News4teachers: Und was ist Ihre Antwort darauf?

Suding: Es gibt ja viele private Anbieter und man hätte sich mindestens mal anschauen müssen, was sie anbieten. Ich denke, es wäre gut gewesen, wenn man Kriterien definiert hätte, die alle Anbieter von Lernplattformen erfüllen müssen. Dabei denke ich insbesondere an das Thema Datenschutz. Wenn man sich da auf gute, einheitliche Vorgaben geeinigt hätte, dann wäre inzwischen klar, welche privaten Anbieter genutzt werden können und was auch Landes- und Bundesplattformen erfüllen müssen.

News4teachers: Beim Thema Datenschutz denke ich sofort an den aktuellen Streit um Microsoft. Da bekommt man schnell das Gefühl, hier treffen zwei Fronten aufeinander. Viele Lehrkräfte und Schulleitungen sagen, die Anwendungen sind für uns vor allem praktisch, die haben wir jetzt angeschafft und wollen sie weiterhin nutzen, beispielsweise für Videokonferenzen. Auf der anderen Seite stehen die Datenschützer, die Microsoft an Schulen am liebsten komplett verbieten würden, wie News4teachers berichtet. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie wichtig ist Datenschutz und wie wichtig ist gut funktionierender Unterricht? Und wie könnte ein Kompromiss aussehen?

Suding: Als wir im Lockdown waren und es kaum Angebote gab, da war man sich einig und selbst Datenschützer haben zu den Schulen gesagt, bevor ihr überhaupt nicht kommunizieren könnt, könnt ihr auch eine Variante nehmen, die vielleicht nicht die allerhöchsten Datenschutzstandards erfüllt. Das konnte in einer Krise sicherlich jeder tolerieren und akzeptieren. Das ist aber keine Dauerlösung, das muss auch jedem klar sein. Und deswegen gilt das, was ich eben schon sagte: Der Bund muss zusammen mit den Ländern Standards definieren. Was muss so eine Plattform – sei sie eine staatliche Lösung, sei sie eine private Lösung – eigentlich erfüllen, insbesondere beim Thema Datenschutz. Und dann kann man ja eine Liste erstellen mit Anbietern, die diese Vorgaben erfüllen, damit Schulen daraus nach ihren Bedürfnissen wählen könnten. Dann wären die Schulen auf der sicheren Seite und die Anbieter wüssten, was sie überhaupt leisten müssen, damit ihre Produkte an Schulen zum Einsatz kommen können. So würden alle profitieren.

News4teachers: Wir reden jetzt schon ganz viel über die potenzielle Zusammenarbeit von Bund und Länder. So wie ich Sie verstanden habe, hätten Sie den Bildungsföderalismus gerne abgeschafft.

Suding: Ich will ihn nicht abschaffen, ich würde ihn aber modernisieren wollen. Was ich mir vorstelle – grob skizziert – ist, dass Bund und Ländern gemeinsam an der Entwicklung und Durchsetzung von bundesweit einheitlichen und qualitativ sehr hochwertigen Bildungsstandards arbeiten. Und diese Standards, und zwar nicht nur fürs Abitur, sondern auch für alle anderen Klassenstufen und alle Schulformen, würden den Rahmen geben. Den Weg allerdings, wie diese Ziele zu erreichen sind, sollten Schulen mit größtmöglicher Autonomie selbst festlegen. Das ist auch das, was die Bildungsforschung sagt: Schulen funktionieren am besten, wenn es auf der einen Seite einheitliche Standards gibt, wenn man den einzelnen Schulen auf der anderen Seite aber viel Freiraum einräumt und sie ihre eigenen Konzepte entwickeln dürfen.

News4teachers: Es gibt ja den bekannten Satz in der Bildung, dass man Ungleiches auch ungleich behandeln muss. Brauchen Schulen, um einheitliche Standards überhaupt umsetzen zu können, nicht unterschiedliche Mittel und Unterstützung, je nachdem, in welcher Lage sie sich befinden?

Suding: Ja, definitiv. Ich selbst komme aus Hamburg. Wenn man sich dort umschaut, gibt es Schulen, beispielsweise in Blankenese, die mit eher wohlhabenden Familien ganz anderen Herausforderungen begegnen als beispielsweise Schulen in einem Stadtteil, in dem 80 bis 90 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben. Im zweiten Fall braucht es zum Beispiel mehr Mittel für Sprachförderung, vielleicht auch für Sozialarbeit. Darauf muss man reagieren. Aber letztendlich sind die Kinder an der einen Schule nicht weniger talentiert als an der anderen. Und unter beiden Bedingungen, in beiden Stadtteilen, kann Schule extrem gut funktionieren, wenn man ihr möglichst viel Autonomie und die nötigen Mittel gibt.

News4teachers: Insgesamt wurde während der Corona-Krise häufig betont, dass die Pandemie wie ein Brennglas wirke und deutlich zeige, wo die Probleme liegen. Abgesehen von der Digitalisierung: Wo sehen Sie noch Probleme, die jetzt deutlich hervorgetreten sind und angegangen werden müssen?

„Die Lehrperson ist ja die zentrale Figur an einer Schule. Sie gibt letztendlich den Ausschlag, ob Bildung funktioniert oder nicht“

Suding: Der Lehrermangel ist sicherlich ein großes Thema. Die Lehrperson ist ja die zentrale Figur an einer Schule. Sie gibt letztendlich den Ausschlag, ob Bildung funktioniert oder nicht. Deswegen müssen wir sicherstellen, dass diejenigen, die zum Lehramtsstudium zugelassen werden, wirklich motiviert und für den Job geeignet sind. Ich sage jetzt mal ganz provokant, diejenigen, die glauben, sie hätten nach dem Studium einen Halbtagsjob mit 13 Wochen Ferien, die sind an der Schule sicherlich nicht richtig aufgehoben. Wir brauchen wirklich die Besten der Besten. Und dafür müsste der Lehrerberuf der attraktivste und begehrteste Beruf Deutschlands sein. Am Können und der Motivation der Lehrkräfte hängt letztlich die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

News4teachers: Und wie wird der Job attraktiver?

Suding: Ein Anfang wäre es, dass wir schon im Studium mehr Möglichkeiten schaffen, sich zu spezialisieren. Der eine will vielleicht eine Schulleiterkarriere einschlagen, der andere will sich in seinem Fachbereich ausleben. Ich finde außerdem, dass man Konzepte entwickeln sollte, wie man Anreize, eventuell auch monetäre Anreize, schaffen kann, damit Leistung innerhalb des Systems Schule auch belohnt wird. Etwas überspitzt formuliert: Jemand, der sich wirklich reinhängt, der sich weiterbildet, der tolle Ideen entwickelt und umsetzt, muss auch belohnt und anders bezahlt werden als jemand, der einmal nach dem Studium ein Konzept entwickelt hat und das für die nächsten 40 Jahre durchzieht, ohne etwas zu verändern.

News4teachers: Wir haben jetzt viele Baustellen im Bildungsbereich angesprochen. Was würden Sie den Entscheidungsträgern, den Bildungspolitikerinnen und -politikern für die nächsten Jahre mit auf den Weg geben?

Suding: Ein Thema, das mich neben der Digitalisierung umtreibt, ist die Tatsache, dass in Deutschland der Bildungserfolg immer noch zu sehr vom Elternhaus abhängig ist und das darf nicht sein. Jedes Kind hat die besten Chancen verdient. Jedes Kind hat Talente und da muss es egal sein, welche Voraussetzungen die Eltern mitbringen. Es darf auch keinen Unterschied machen, aus welchem Bundesland ein Kind kommt. Kinder sind natürlich niemals gleich und es wird niemals durch die Schule alles aufgehoben werden können, was im Elternhaus stattfindet oder eben nicht stattfindet. Aber in anderen Ländern sehen wir, dass es möglich ist, den Bildungserfolg vom Elternhaus abzukoppeln und das müssen wir in Deutschland auch besser schaffen. Laura Millmann, Agentur für Bildungsjournalismus, führte das Interview.

Suding-Interview: HPI reagiert auf Kritik an Schul-Cloud

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74 KOMMENTARE

  1. …. müsste der attraktivste Job sein….

    Und die Bundesländer geben nach wie vor alles, um den Job noch unattraktiver zu machen, als er seit Jahren schon ist. So wird das nichts.

    • E., das ist Unsinn und undankbar. Sie bedienen mit diesen Äußerungen das Klischee vom ewig unzufriedenen und nörgelnden Lehrer. Schade für ihre Kollegen.

      • Emil vertritt die Position der Grundschullehrer, die, obwohl sie es zu Beginn des Studiums wussten, nicht mit A13 bezahlt, sondern „nur“ mit A12 abgespeist werden. Sie müssen Verständnis dafür haben.

        • Wasn Argument. Deswegen dürfen Grundschullehrer nie fair verdienen? Sie studieren in NRW beispielsweise 10 Semester. Also Masterstudium. Beamtenrechtlich muss eigentlich im höheren Dienst besoldet werden. Klagen laufen bereits.
          Wer 7 Jahre Ausbildung absolviert hat einen Anspruch auf A13. So einfach ist das. Ich finde es gut dass trotzdem Leute ihrem Herz folgen und den Beruf machen. Sie verdienen dann aber kein „Pech gehabt. Hier ist A12.“ Sondern endlich fairen Lohn für dringend benötigte Arbeit

        • Sehr geehrter Georg,
          als wir angefangen haben zu studieren, hat uns auch keiner gesagt, dass wir Förderschullehrkräfte ersetzen müssen (A13).
          Und die Junglehrer, die jetzt ein Masterstudium plus Referendarzeit ableisten müssen, wurden mit A13 geködert! Leider wurde das nicht in jedem Bundesland umgesetzt!

          • Wir ersetzen sie nicht nur, wir arbeiten zusammen an einer Schule mit fast identischer Ausbildung. Zusammen an der Grundschule, beide Master. Die eine 500 Euro mehr. Monat für Monat.
            Wenn die A13 Sopä morgens reinkommt und sich neben mein Förderkind setzt wie eine Praktikantin, bekomme ich manchmal schon Puls…

          • @Marc
            Am tollsten finde ich immer die Frage der FÖ-Lehrkraft: „Was soll ich machen? Hast du Arbeitsblätter vorbereitet?“
            Und wehe wenn nicht!
            Keine Klassenlehrer-Funktion, keine Fachleitung ohne Stundenausgleich, keine Aufsicht, keine Klassenfahrt, keine Zeugnisse schreiben, keine Aufsatzkorrekturen, keine Elterngespräche, deren Stunden man nicht abbummelt…. Auch Nachmittagsfortbildungen werden dann in der Unterrichtszeit abgebummelt.
            Trotzdem A13 und wir bekommen A12!

        • Genau! Mittlerweile unterrichte ich quasi nebenbei als Förderschullehrer. Das wusste ich bei Studienbeginn auch nicht.

          • da die Förderschulen weitgehend abgeschafft wurden (Inklusion), haben die Sonderschullehrer jetzt andere Aufgaben. An den Förderschulen waren sie auch Klassenlehrer mit allen dazu gehörigen Aufgaben.

          • Und nicht zu vergessen in der Aufzählung der Förderschullehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen sind die, die für nichts Verantwortung übernehmen und sich alles rausnehmen: „sorry, dass ich 30min. Später zum Unterricht gekommen bin, ich musste noch mit den Eltern telefonieren.“. Ja, mössen wir normaler Lehrer ja nie, nimm dir ruhig alle Zeit, die du willst, damit du nach der Schule direkt frei hast.

            Bei uns nicht alle, aber 2/3 der Sonderpädagogen.

          • @Heinz
            Bei uns leider genauso. Gern auch noch mit einem Käffchen in der Hand.
            Ich durfte aber zuvor den Schülern X und Y, die schon mit ihrem Arbeitszeug bereit standen, nach einem entsprechenden Toleranzverspätungszeitpuffer mühsam und langwierig klarmachen, dass sie heute wohl in der Klasse verbleiben müssten, da Frau Z wohl heute nicht komme und sie nicht mit ihr gehen könnten. Es gab Gemecker, Enttäuschung, Verweigerung – und jetzt arbeiten sie endlich so leidlich mit. Frau Z kommt nach einer halben Stunde, möchte ggf. auf Stand gebracht werden und es entsteht wieder Verwirrung und Unruhe, wegen der letzten 15 Minuten.
            Da krieg auch ich Puls!

          • An unserer Gesamtschule haben alle Förderschullehrer eine Klassenleitung, geben Fachunterricht und bringen sich enorm in die Schulentwicklung ein.

          • In ein Wespennest gestochen…. lassen Sie mich raten: Sie verdienen Minimum A13 für ihr Masterstudium? Und Empathie gabs in der Erziehung damals leider nicht auf den Weg. Ist schön auf andere herab zu gucken oder? Die auch noch für die gleiche Ausbildung weniger bekommen. Gell? Und die angestellten Lehrer sind sowieso alles Lachnummern oder

            Sorry, abrr manchen „Kollegen“ geht mir die Hutschnurr hoch. Jeder normale Lehrer den ich kennen lernen durfte findet in Anbetracht der neuen Ausbildungsordnungen A13 für alle mehr als Überfällig.

          • @Marc, wenn man von Empathie spricht, sollte man nicht nur „nach oben“ schauen und genauso viel haben wollen wie andere, dann sollte man vor allem „nach unten“ schauen und erkennen, wie gut es einem im Vergleich zu vielen anderen geht! Von Empathie zu reden, weil man nicht genug bekommen kann, ist ein Witz. Da geht mir die Hutschnur hoch!

          • @Schuppentier:

            Es geht nicht darum mehr zu bekommen, sondern das was einem normalen Lehrer mit Masterstudium an anderen Schulformen auch zusteht. Es geht nicht um einen Bonus, sondern Fairness.

            Und nach unten schauen? Wohin denn? Soll man sich immer mit einer ungelernten Putzkraft vergleichen, um mit A12 bloß zufrieden zu sein? Das macht einfach Null Sinn. Ich vergleiche Lehrer, die gleich ausgebildet sind, das Gleiche arbeiten, eventuell sogar die gleiche Schulform unterrichten. Und dort wird verschieden illegal besoldet

          • @ Marc,

            es ging um Ihren Vorwurf/Vorwand der Empathie, den ich bei Gehaltsdiskussionen für völlig unangebracht halte, zumindest aus der Position von A 12 heraus.

  2. FDP-Vize Suding: „Der Lehrerberuf müsste der attraktivste und begehrteste Beruf Deutschlands sein!“

    Das ist nichts weiter als eine hohle Phrase. Die deutschen Lehrer gehören bereits zu den bestbezahltesten Lehrern weltweit. Aber abgesehen davon, würde der Umkehrschluss ja bedeuten, dass andere Berufe ruhig weniger attraktiv und weniger begehrt sein KÖNNEN. Und wie lösen wir dann den Mangel an Pflegekräften und Krankenpflegern? Wie lösen wir dann den Mangel an Ärzten in der Fläche? Wie lösen wir den Mangel an Erziehern? Wie lösen wir dann den Mangel in bestimmten Handwerksberufen? Diese und andere Berufe können ruhig weniger attraktiv sein?

    Es kann doch nicht die Lösung sein, den einen Beruf attraktiver zu machen als andere und dann den Mangel „von links nach rechts zu verschieben“.

    Jeder Beruf muss so attraktiv sein, dass ihn jemand entsprechend seiner Qualifikationen und Neigungen ausüben mag!

    • Richtig, gerade beim Lehrerberuf ist Neigung extrem wichtig. Das Ansehen in der Gesellschaft ist gering, die Arbeitsbelastung hoch, die Aufstiegsmöglichkeiten kaum vorhanden und die Entlohnung zumindest für die MINT-Lehrer an den Gymnasien vergleichsweise niedrig. Dabei beziehe ich mich nicht auf die 10% brutto bei der Debatte über A12 oder A13, sondern über einige 10000€ brutto pro Jahr gerade für promovierte Physiker, Mathematiker, Informatiker, Chemiker, die sich für Lehrerberuf entscheiden.

    • Sehr geehrtes Honigkuchenpferd,
      Wie ich diese Whataboutismen liebe!
      Nur weil Pfleger und Klempner fehlen, ist der Lehrkräftemangel an Grundschulen kein Problem?
      Von 50 freien GS-Lehrerstellen konnten in unserem Kreis im Speckgürtel von HH zum Schuljahr 21/22 ganze 8 Stellen durch Lehrer/ Seiteneinsteiger besetzt werden. An 22 Grundschulen!
      Das ist KEIN Nörgeln sondern Fakt!
      Nicht eine GS ist zu 100% besetzt, inzwischen liegt die Besetzung meist schon unter 88%. Von einer Vertretungsreserve ganz zu schweigen.
      Ja, es ist auch eine Tatsache, dass viele Junglehrer in Bundesländer abwandern, die A13 und Weihnachtsgeld bieten, bei niedrigeren Lebenhaltungskosten. Bei uns ist es MV, das viele Lehrkräfte abgreift. Auch das ist Fakt, auch wenn Leute wie Sie immer wieder gerne mit dem Totschlagargument „Nörgeln“ um die Ecke kommen.
      N4T ist nun mal keine Plattform für Pfleger, Klempner und Kassierer. Nur weil hier auf die desaströse Situation an den (Grund)schulen aufmerksam gemacht wird, werten wir doch andere Berufe nicht ab! Aber diese sind nun mal nicht unsere Baustelle! Wir sind nun mal Experten für Schule und behaupten nicht, in allen Bereichen mitreden zu können!
      Und dass wir (Grundschul)Lehrkräfte diese Situation zu verantworten haben, ist nicht wahr. Wer bleibt also verantwortlich , wenn nicht die Politik?
      Es wäre schön, wenn Sie hier richtig mitdiskutieren würden, statt mit Whataboutismen und Nebelkerzen um sich zu werfen! Das bringt die SuS kein bisschen weiter!

      • Bietet HH nicht selbst schon A13 für GS-Lehrer: innen? Immerhin gibt die Hansestadt mit über 9000 EUR pro Grundschüler und Jahr fast schon doppelt so viel aus wie NRW, das unter dem OESCD- Schnitt liegt!
        Apropos FDP: Fr. Gebauer (und H. Linder) sind vor drei Jahren mit dem Motto“ Digitalisierung first, Bedenken second“ in NRW angetreten und gewählt worden!
        Mein allererste digitale Lehrerausstattung, ein IPad, habe ich aber erst vor einem Monat bekommen. Ich könnte noch weiter berichten…und die Versprechen von Yvonne vor der NRW Wahl, was sie alles für bessere Schulen machen würde? A13 schiebt sie vor sich her, bis sie vermutlich nach der nächsten Wahl abgetreten wird oder auch (lieber) von selbst geht.

        • Stimmt, aber die Mieten sind noch etwas höher als bei uns.
          Während man im MV schon eine schöne große Wohnung für 780€ (120 m2) bekommt, zahlt man hier 1400€+ bzw. 1600€ +in HH.
          Ich weiß, dass wir einen Beruf haben, bei dem das Einkommen keine Rolle spielen sollte, das soziale Engagement überwiegen sollte. Halt ein „Weiberjob“.

          • @Alla

            Liebe Alla,
            niemals – wirklich NIEMALS (und noch nicht einmal als Ironie) – selber kleinmachen. Die Zeit und Mühe kann man sich sparen, es gibt so viele Schlauberger (, das ist jetzt Ironie), die dieser Tätigkeit ihr ganzes Leben gewidmet haben … Denen wollen wir doch nichts wegnehmen, oder?
            Und ich finde, bei jedem Beruf sollte das Einkommen eine Rolle spielen, denn an keiner Kasse der Welt kann man mit Emphatie und sozialem Engagement bezahlen.
            😉

  3. Tja, wäre ja schön, jemanden mit diesem Durchblick an entscheidender Stelle in der Politik zu haben … dass Fr. Suding ihre Position aber aufgibt, hat sicher auch etwas mit realistischen Wirksamkeitserwartungen zu tun.

  4. „Die deutschen Lehrer gehören bereits zu den bestbezahltesten Lehrern weltweit.“

    Genauso gehören auch deutsche Handwerker zu den bestbezahlten Handwerkern der Welt und deutsche Pflegekräfte gehören auch zu den bestbezahlten Pflegekräften der Welt und deutsche Erzieher gehören auch zu den bestbezahlten Erziehern der Welt und deutsche Ingenieure gehören auch zu den bestbezahlten Ingenieuren der Welt…

    Überlegen Sie doch einfach selbst einmal warum das so ist und rumänische, kongolesische, kolumbianische oder von mir aus auch türkische Gegenstücke nicht so hohe Gehälter beziehen!

    „Und wie lösen wir dann den Mangel an Pflegekräften und Krankenpflegern? Wie lösen wir dann den Mangel an Ärzten in der Fläche? Wie lösen wir den Mangel an Erziehern? Wie lösen wir dann den Mangel in bestimmten Handwerksberufen? Diese und andere Berufe können ruhig weniger attraktiv sein?“

    Nennt man Abstimmung mit den Füssen! Warum sollten sich ausgerechnet Lehrer für die Interessen anderer Berufsgruppen einsetzen (auf einer Lehrer-Webseite)? Ist das nicht deren ureigenstes Interesse es für sich selbst zu machen? Streiken Klempner auch für Lehrer oder führt die Polizeigewerkschaft die Tarifverhandlungen für die Eisenbahner?

    „Jeder Beruf muss so attraktiv sein, dass ihn jemand entsprechend seiner Qualifikationen und Neigungen ausüben mag!“

    Na da wiederhole ich doch gerne ihren ersten Satz: „Das ist nichts weiter als eine hohle Phrase“.

  5. „Wir brauchen wirklich die Besten der Besten. Und dafür müsste der Lehrerberuf der attraktivste und begehrteste Beruf Deutschlands sein. Am Können und der Motivation der Lehrkräfte hängt letztlich die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“

    Aber …?

    Hilft es denn wirklich, wenn jetzt alle Politiker „die Brocken hinschmeißen“, sich vor die Schultüren (und sofern vorhanden auch Zäune) stellen, mit aller verfügbaren Kraft dran ruckeln und rütteln und schreien:
    „Ich will hier rein!!!“
    (Ja, das gab es durchaus schon mal mit einem anderen Politiker, aber an einem anderen Tor, so die Legende.)

    PS.:
    Gibt Frau Suding (im besten Alter einer Erwerbsbiographie) ihre bisherige Position auf, um Lehrerin zu werden?
    DAS wäre dann ja wohl die einzige Konsequenz ihrer Aussagen, wenn sie denn ehrlich gemeint wäre.

    Hhhhhmmmmm ….
    *grübel*

    • Viele Lehrkräfte wären 865566mal motivierter, wenn man sie nicht wie Äffchen behandeln würde, die auf Kommando alles tun müssen, was man ihnen sagt. Diejenigen, die Ideen haben und sich engagieren möchten, werden durch den Vorschriftenwald schon mal ausgebremst und oft auch noch gezielt mundtot gemacht. Es wäre noch nicht mal aufwändig einige Dinge für Schüler zu verbessern. Aber es ist wenig aussichtsreich dieses träge, sich selbst erhaltende Verwaltungssystemmonster in Bewegung zu bringen. Für viele Tätige müsste halt auch das Gehirn in Schwung gebracht werden und das ist auch nicht so gern gesehen….anders denken und auf Kinder schauen- nicht auf Vorschriften und Pädagogik aus dem vorletzten Jahrhundert.
      Das gilt leider auch für die Kollegen, die eben wegen der Ferien diesen Beruf gewählt haben- und auch die gibt es durchaus….manchmal….
      Wer seine Mitarbeiter mit Peanuts füttert, muss sich dann auch nicht wundern, wenn sie sich wie Äffchen verhalten. Und mit Peanuts ist nicht nur das Geld gemeint- ernst nehmen auf Augenhöhe würde auch schon reichen.

      • @SonderBar

        So isses.
        Auch wenn Frau Suding das irgendwie nicht mehr ansprechen konnte.
        Wird sie auch nicht mehr, weil sie ja ausscheidet. (Hätte sie sonst garantiert in der nächsten Legislaturperiode ganz groß thematisiert. Garantiert.)
        😉

        • Yes-ja, „walk the talk“ sagt man en France!
          Oopsie-daisy, Ausländisch di nuovo, mea culpa amigo!
          :o)

  6. „Die deutschen Lehrer gehören bereits zu den bestbezahltesten Lehrern weltweit.“

    Der Gymnasiallehrer mit Unterstufenkoordination bestimmt. Oder der Lehrer am BK als Medienbeauftragte.
    Die Grundschullehrerin ist meistens nichtmal in den oberen 10 Prozent in Deutschland. Unter allen Vollzeitarbeitenden Menschen nichtmal Top 20 Prozent

      • 2004, ja ne, ist klar. Das war vor 17 Jahren, vor etlichen Nullrunden, vor Streichung des Urlaubsgeldes, vor massivster Kürzung des Weihnachtsgeldes.
        Ihre Aussage ist schlicht lächerlich.

        • Die Daten sind von 2017. Warum der Link nicht geändert wurde, weiß ich nicht. Neuere wurden mir auf die Schnelle nicht angeboten. Ich sehe aber auch keinen Grund, weshalb das aktuell nennenswert anders sein soll.

          • Ist ja schlimmer als ich dachte.
            Nichtmal top30 für 7 Jahre Ausbildung und Master für Grundschulen? Was eine Frechheit. Kein Wunder dass wir Mangel an Grundschulen haben. Das lohnt ja hinten und vorne nicht.

          • Seltsam, antwortete ich nicht gerade einem „Marc“? Und nun lese ich fabianBLNs Kommentar. Mich würde eine Entgegnung von Marc interessieren, der oben Empathie einforderte, weil er nicht genug bekommen kann und alle anderen dafür sorgen sollen, dass er mehr bekommt.

      • Genau, Georg, da stimme ich zu, aber passen Sie auf. Bei solchen Aussagen wie Ihren ist Ihnen hier ein „shitstorm“ garantiert. 😉

      • Warum wird bei der Betonung, Lehrkräfte würden so gut verdienen, immer auf SekII-LuL mit A14 gezeigt.
        In anderen Statistiken wird der Durchschnitt aus dem Bereich „Erziehung und Unterricht“ angeführt.
        Mal gibt es ein Bruttoeinkommen mit Arbeits- und Gesundheitsschutz, mal gibt es Zulagen und dann Berufe, in denen die Arbeitszeit nicht bemessen wird und der Arbeitsschutz nicht umgesetzt wird.

        Da darf man sich gerne auf ein System einigen um Vergleiche zu ziehen, z.B. Lohn unter Einbezug aller Zulagen auf tatsächlich erbrachte Arbeitszeit.

        • Ich möchte jetzt mal ganz ketzerisch einen anderen Punkt zur Sprache bringen:
          Ich komme mit A12 klar. Würde mir zum Leben locker reichen.

          Aber ich hätte gern die Bedingungen, für A12 Vollzeit arbeiten zu können, ohne komplett irre zu werden!

          Bayerns Grundschullehrer unterrichten 28 Stunden (gestaffelt mehrjährig +1 wegen Arbeitszeitkonto). Meinetwegen, ist halt so.

          Blöd nur, dass Bayerns Grundschulklassen keine 28 Unterrichtsstunden pro Woche benötigen. 29 schon gar nicht.
          23 UWS in der 1. Klasse, 24 UWS in der 2., 28 in der 3. und 29 in der 4. Klasse. Davon abgezogen jeweils zwei WG-Stunden, 2-3 von kirchlichen Fachkräften erteilter Religionsunterricht (selbst dann, wenn die Klassenlehrkraft über Missio / Vocatio verfügt und Religion gern selber unterrichten würde) und eine Förderstunde, die den Förderlehrern als eigenverantwortliche Stunde in voller Klassenstärke aufgezwungen wurde.
          Manche merken jetzt schon, dass allein in einer einzügigen Schule mit lauter Vollzeitkräften genau die Stunden einer Vollzeitlehrkraft übrig bleiben.
          Das mag für Außenstehende zunächst positiv klingen, ist es aber nicht.
          Denn dieser Stundenüberschuss wird in keinster Weise zur Differenzierung, Klassenteilung oder für AGs verwendet, da das Schulamt (vermutlich auch nur von oben nach unten befohlen) Lehrerstunden zuweist. Und die sind knapp bemessen, d.h. an dieser Schule werden vermutlich abzüglich aller Ermäßigungsstunden für Schulleitung etc. ca. 20 Stunden Überhang übrig sein.
          Diese müssen an anderen Schulen abgeleistet werden, gern auch an Mittelschulen. Fahrzeiten für den Wechsel werden nicht gerechnet, d.h. man rast in der Pause los, lässt Schüler und ggf. auch Eltern mit ihren Fragen und Problemen einfach stehen, rast zum anderen Schulort, kommt dort natürlich grundsätzlich zu spät und darf sich aus organisatorischen Gründen auf einen zusätzlichen Nachmittag einstellen.
          Wer das nicht möchte, arbeitet Teilzeit, so weit es ihm erlaubt wird, da der Aufwand und die Belastung das finanzielle Mehr oft nicht aufwiegt. Vor allem dann nicht, wenn für die Fahrerei ein zusätzliches Fahrzeug angeschafft werden muss.

          • Was ich dazu sage? Dass du ein Bundesland rausgesucht hast, wo GS A13 zum Glück verdienen. Also alles paletti. Berlin verbeamtet aber nicht mehr. Daher brauchen sie das hohe Gehalt.

            Ich sehe aber viele Länder wo weiterhin nach A12 bezahlt wird, trotz Master. Das ist eine Frechheit

          • @Marc
            „Ich sehe aber viele Länder wo weiterhin nach A12 bezahlt wird, trotz Master.“

            Für den Master gibt es aber kein A13, sondern nur E13. Die Verbeamtung (A13) setzt immer auch einen Vorbereitungsdienst voraus.

        • „Warum wird bei der Betonung, Lehrkräfte würden so gut verdienen, immer auf SekII-LuL mit A14 gezeigt.“

          Wobei A14 bei Sek II-Lehrern auch nicht mehr die Regel und selbstverständlich ist. Regeleingruppierung bei Sek II-Lehrern ist A13. In A14 bekommt man nur noch mit Förderstellen auf die man sich bewerben und im Bewerbungsprozess gegen Mitbewerber durchsetzen muss.

          • Eben, Max Kleine, aber auf diese Einwürfe/Richtigstellungen bekommen wir dann in der Regel keine Antwort mehr. :-(((

          • In NRW sind 12k von 30k Gym-Lehrkräfte in A14 oder höher besoldet. Das sind Zahlen von 2012… das heißt eine Beförderung ist nicht unmöglich und auch die Regel. In der GS sind 100% dauerhaft in A12. Außer man wird SL

          • @Marc
            Das sind das aber (selbst wenn die Zahlen so stimmen sollten – was ich nicht nachprüfen werde) Altbestände, deren Beförderung Bestandschutz haben und bald in Pension gehen werden – da kann man wohl kaum noch von einer Regel reden. Selbst die „automatische“ Beförderung zum Oberstudienrat wurde ja ab den 2000er Jahren in den Bundesländern abgeschafft.

  7. Es geht mir so massiv auf die Nerven, wenn andere immer wissen, wie Schule, Unterricht, LehrerInnen, der Lehrerjob usw. zu sein haben, ohne selbst irgendeine Ahnung zu haben.

    „Es gibt beispielsweise intelligente Lernprogramme, die in der Lage sind, zu erkennen, wie Informationen von einem Schüler oder einer Schülerin besonders gut aufgenommen werden können – über das Lesen von Texten, über das Hören oder auch über grafische Elemente. Und auch beim Üben können intelligente Lernprogramme erkennen, wo ein Kind noch Schwierigkeiten hat und Unterstützung braucht. Dadurch können auch Lehrkräfte viel individueller auf ihre Schüler eingehen.“ –> Klingt alles schön und gut, aber welches Lernprogramm soll das sein? Wer beschafft es? Erfüllt es die Datenschutzbestimmungen? Den Lehrplan?

    Der ganze Artikel strotzt vor Phrasen, aber es gibt kein einziges konkretes Beispiel. Das bringt niemanden in irgendeiner Form weiter!

    • Selbst wenn es solche Programme gäbe, auf welchen Geräten sollen die SuS diese bearbeiten?
      Und selbst wenn es diese Geräte gäbe, wie können sich die SuS in das WLAN einwählen, wenn schon andere drin sind? Dann müsste man eine ausreichende Abdeckung haben.

  8. Selbstverständlich sind deutsche Lehrkräfte weltweit unter den Top-ten in Bezug auf die Bezahlung, sie gehören in Bezug auf das Unterrichtsdeputat und den Korrekturaufwand sowie die Anzahl der Fächer, die sie studiert haben und zusätzlich unterrichten dürfen/müssen sowie den zusätzlichen Belastungen, die durch inklusion und Integration sowie individuelle Förderung verursacht werden, zur Weltspitze.

    Also nicht aufregen, ganz einfach die zeitliche Arbeitsbelastung dem Entgelt anpassen und alles, was nicht in 45 (Zeit-)Stunden in der Woche erledigt werden kann, liegen lassen.
    Ein normaler Angestellter kommt durchschnittlich auf 210 Arbeitstage und hat eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 bis 40 Stunden. Das sind 42 Wochen a 40 Stunden – also 1700 Arbeitsstunden im Jahr. Eine Lehrkraft kommt mit 40 Unterrichtswochen a 45 Stunden auf 1800 Stunden im Jahr.

    • Ja, das mag richtig sein, aber das glaubt ihnen kein Außenstehender … Die landläufige Meinung ist immer noch: als gut bezahlter Vollzeitjob eigentlich ein Halbtagsjob, weil man ja ca. 14 Uhr zuhause ist. Die vielfältigen Aufgaben und die umfassende Ausbildung wird hier ausgeblendet, bei Großkonzern-Managern, die oft weniger vorzuweisen haben, fragt man da offensichtlich nicht nach. Wenn man die Arbeitsbelastung dem Entgelt anpassen würde, dann wären die Schüler die Leidtragenden, deshalb funktioniert das nicht. Das wissen die hohen Herren im KuMi ganz genau und sind sich ihrer Sache sicher, denn Amtseid und Verantwortungsgefühl (was vielen Politikern abhanden gekommen ist) motiviert den Lehrer, trotz asller Widrigkeiten seinen Job zu machen, und gut zu machen. Nur: die physische und psychische Belastung und die mangelnde Anerkennung werden dem Beruf sehr schaden, und wie ich unsere phlegmatische Regierung kenne, werden sie nicht zeitnah gegensteuern, so dass ein Lehrermangel unumgänglich ist. Die Prioritäten liegen ganz offensichtlich nicht auf Bildung und Schule, was ein fataler Fehler ist.

      • Bei der Wahl „Schüler leidtragend oder ich“, verlieren eben die Schüler. mein Vorteil ist, dass ich keinen Amtseid schwören musste, ich musste nur gelobigen auf dem Boden der verfassung zu stehen. der Arbeitsvertrag hat eben auch Vorteile.
        oder wie die FDP so schön sagt: Privat vor Staat. Meine private Arbeitskraft zu schonen hat also Vorrang vor den Arbeitsverpflichtungen, die mir der Staat zusätzlich zum geschlossenen Arbeitsvertrag aufhalst.

  9. Es ist doch auch kein Wunder, dass in einigen Bundesländern so ein massiver Lehrermangel besteht.
    Abgesehen von der Mediziner- und Juristenausbildung gibt es wohl kaum eine Ausbildung, die derart vielschichtig und langwierig ist wie die einer Lehrkraft. Ebenso besteht eine enorme Verantortung und Arbeitszeiteen von 50h und mehr im Schnitt sind keine Seltenheit. Gerade die Lehrkräfte an Grund-, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen werden jedoch vielfach nur mit A12 abgespeist. Das ist bitter, wenn man bedenkt, dass SachbearbeiterInnen mit ein bisschen dualem Studium dasselbe verdienen können.

  10. Zitat:
    „„Der Lehrerberuf müsste der attraktivste und begehrteste Beruf Deutschlands sein!““
    Ist er aber nicht. Irgendwas müssen die ArbeitgeberInnen falsch machen. Die „freie“ Wirtschaft löst solche „Probleme“ oft mit „Arbeitsplatz attraktiver machen und mehr bezahlen“. Den meisten Lehrkräften würde schon reichen, wenn ihre Arbeitszeit nicht gegen EU-Recht verstoßen würde.

  11. Der Lehrerberuf müsste der abrakativste und bewehrteste Beruf Deutschlands sein.

    Ach, wie ich die Zeit der Burgen und Ritter vermiss‘
    mit Walther auf der Vogelweid‘ die Sprüche reimen,
    dem niedern Volk am Marktplatz vorgaukeln,
    Possen reißen über hohe Ad’lige

    und wenn’s eng wird, den Kragen
    schnell aus der Schling‘ gezogen
    mit meisterlich verbog’nen
    Worten dem Richter zum Wohlgefall‘.

    Es war nicht alles Schlacht.

  12. Eine Maßnahme, die Wertschätzung für alle signalisieren würde und auf Interessierte nicht abschreckend wirkt, wäre die Schaffung einer zeitgemäßen Infrastruktur für Schulen. Angefangen bei Gebäuden, über Toiletten, IT, Ausstattung, normalem Papier für Kopien und nicht diesen dem Recycling-Klopapier nachempfundenen Bögen.
    Aber was schreib ich, ist bekannt, es ändert sich nichts…

    • Stimmt doch nicht, dass Toiletenpapier ist wesentlich rauher als Kopierpapier. Und der Vorteil beim Toilettenpapier auf der Lehrkräftetoilette ist, es gibt kein Kontingent, das man/frau zu kaufen muss, wenn es mal nicht reicht …

      • Pscht… nicht die Schulträger auf Ideen bringen… Kenne Leute aus Schwellenländern, die zumindest vor einigen Jahren noch ihr eigenes Klopapier mit auf Arbeit bringen mussten. Da wäre also durchaus noch Einsparpotenzial.

        Das meine ich übrigens nur halb im Spaß, an meiner Schule spart man sich dieses Jahr die Grundreiniging der Klassenräume am Schuljahresende. In der Ferienzeit, in der Schulleitung anwesend ist, schaut keine Raumpflegerin vorbei. Mülleimer leeren und putzen bei Bedarf machen dann die (Ober)studiendirektoren.
        Die Besten der Besten, ein echter Schenkelklopfer…

        • Apropos Schwellenländer, welches der 16 Bundesländer meinen Sie?

          Wenn Sie wüssten, wie sehr die Zelluloseproduktion die Umwelt belastet, würden Sie sich den gebrauch von Toilettenpapier dreimal überlegen. Einlagiges Toilettenpapier führt am ehesten zum Erfolg, ein Blatt genutzt, und der erfolg liegt auf der Hand 🙂 Sinnfälliger kann es kaum werden.

          Die ausgefallenen Grundreinigung ist die logische Konsequenz von Home-schuling, Distanz- und Wechselunterricht. Weniger Nutzung führt zu weniger Reinigung; wozu gibt es denn die Handdesinfektionsspender? Bei versifften Räumen kann man sich dann wenigstens die Finger desinfizieren, wenn man etwas vom Boden aufhebt. Die reinigung der fensterbänke ist eh nicht in der Grundreinigung inkludiert, ebenso wenig wie das Entfernen der Spinnenweben unter der Decke. Privat vor Staat – oder gar nicht Reinigen als schlecht Reinigen, wie Herr Lindner zu sagen pflegt.

  13. Hier ein paar Bemerkungen zum Interview:

    1) individuelle Programme:
    Um diese Idee umzusetzen, gibt es in meinen Augen zwei Ansätze: Entweder man weist in der Woche mehrere Förderstunden aus, in denen die Schüler individuell arbeiten können und reduziert die Gesamtklassenstunden in den Fächern oder…

    man ändert das gesamte Beschulungskonzept und baut die Fächer M und D oder auch noch andere Fächer um, indem man die Lehrer und andere Personen als Schulbegleiter einsetzt, die individuell beraten. Solche Schulen gibt es schon in Deutschland – z.B. in BA- Wü (Gemeinschaftsschule Wutöschingen) oder Versuchsschulen. Oder man macht ein Schulkonzept, wo jeder materialgestützt (oder auch computergestützt) auf seinem Niveau arbeitet (Stichpunkt Lernleiter – kommt aus Indien).
    Man sollte aber bedenken, dass man mit solchen individualisierten Schulkonzepten eine Menge aufgibt, das Schule im Augenblick ausmacht, auch das Lernen und in Klassenverbänden.

    2) Vorurteil: Vormittags Schule, nachmittags frei, Ferien
    Ich denke, das hat sich bei fast allen Studienanfängern herumgesprochen, dass dem nicht so ist.

    3) Die Besten der Besten
    Die werden spätestens dann frustriert, wenn sie sehen, dass es in den Klassenzimmern
    – viele Probleme gibt, was die Individualität der Schüler anbelangt (Konzentration, ADHS, Autismus, Sozialverhalten) , die schwierig zu lösen sind
    – die Klassen zu groß sind und sie wenig Unterstützung haben bei solchen Problemen
    – es Eltern gibt, die sehr übergriffig sind (Tendenz jedes Jahr steigend und mit Verlaub – irrationaler, denn es gibt für manche keine Anstandsgrenze mehr) – und es sehr anstrengend ist, wie man mit diesem Problem umgeht

    Da kann man noch so einen guten Unterricht machen – die Probleme müssen angegangen werden und können nicht immer gut gelöst werden.

    Vielleicht täten die offiziellen Personen einmal gut daran, nicht mehr das Vorurteil Lehrern gegenüber zu befeuern, sondern mitzuhelfen, dass der Trend, Lehrer zum Freiwild zu machen (das sieht man eben am Auftreten so mancher Eltern mit steigender Tendenz), sich endlich einmal umdreht.

    • Auch meine Erfahrung mit den „Besten der Besten“.

      Gerade LAAs, die selber gut in der Schule waren und keine negativen Erfahrungen hatten, sind erschüttert, was ihnen da engegenprallt.
      Und auch die, die mit den Lehrern unzufrieden waren und jetzt gern alles besser machen möchten, haben nicht damit gerechnet, dass sie in diesem System ihre schülerzentrierten Ideen nicht ausleben können oder sogar dürfen.

      Es wird immer so getan, als ob die Probleme der Lehrer in erster Linie durch fachliche oder auch soziale Inkompetenz entstünden.
      Das ist aber nur ein verschwindend geringer Anteil, wobei „fachliche Inkompetenz“ halt oft auch durch den Zwang entsteht, fachfremd unterrichten zu müssen in einem Bereich, der einem so gar nicht liegt.
      An anderer Stelle wurde hier schon einmal von dem nötigen Funken geschrieben: https://www.news4teachers.de/2021/07/was-macht-eine-gute-lehrkraft-aus-lehrerpreis-traeger-sagt-da-muss-ein-funke-sein-sein-schulleiter-sieht-noch-etwas-anderes/
      In der Realität werden Lehrer durch fachfremde Unterrichtsverpflichtungen so lange verheizt, bis sie ausbrennen. Da darf man sich als völlig Unmusikalischer in Musik zum Affen machen, steht als Nichtsportler unsagbare Ängste bei 29 herumtobenden Schülern aus, blamiert sich in Chemie und Physik jedes Mal aufs Neue, kann Schülerfragen nicht kompetent beantworten, während man seine eigenen studierten Fächer nicht unterrichten darf.
      Wenn „die Besten der Besten“ bedeutet, dass man der Crack in allen Fach- und Lebensbereichen ist, stehen einem sicher wirklich noch bessere, angesehenere und lukrativere Wege offen.
      Ich habe in den letzten Jahren viele Lehrer vor die Hunde gehen sollen und die Gründe dafür waren ausnahmslos in der zunehmenden Anspruchshaltung der Eltern, der verschwindend geringen Unterstützung durch Vorgesetzte und in der immer mehr ausufernden Verwaltungs- und psychosozialen Zusatzarbeit zu sehen.

      Bin dankbar für jede Idee, wie man Abiturienten darauf schon mal sicher vorbereitet!

      • Das ist richtig, Caro, und einige LAA werfen dann doch das Handtuch.
        Aber am häufigsten höre ich 2 Gründe, die gegen den “ Traumberuf Lehrer“ angeführt werden:
        Nicht bei den Kindern/Eltern heutzutage, das würde ich nicht ertragen!
        Als Lehrer bin ich doch zum Abschuss freigegeben, selbst für meine Vorgesetzten und die Politik! Warum sollte ich mir das antun?
        Eltern, die bei Projekten mithelfen, nervt auch der Lärm und der „ungepflegte“ (Euphemismus) Zustand der Gebäude. Und dass alle Maßnahmen, die sie dem Schulträger vorschlagen, abgebügelt werden.
        Meine beiden Nichten wechseln jetzt auch in ein anderes Studium, nachdem sie 4 Wochen als „Coronavertretung“ gejobbt haben.

      • „In der Realität werden Lehrer durch fachfremde Unterrichtsverpflichtungen so lange verheizt, bis sie ausbrennen. Da darf man sich als völlig Unmusikalischer in Musik zum Affen machen, steht als Nichtsportler unsagbare Ängste bei 29 herumtobenden Schülern aus, blamiert sich in Chemie und Physik jedes Mal aufs Neue, kann Schülerfragen nicht kompetent beantworten, während man seine eigenen studierten Fächer nicht unterrichten darf.“

        *Und weil Sie das in diesem Jahr so gut gemacht haben, können Sie das im nächsten Jahr gleich mal weiter machen. Dann müssen wir uns nicht extra um einen Sport-, Musik-, Chemie-, Physik- oder oder oder Lehrer kümmern.*

        Schön wäre es ja wenigstens, wenn fachfremdes Engagement helfen würde auf A14 „befördert“ zu werden, aber leider hilft das nur wenn man sich im Bewerbungsstreit um einen Bullshitjob aka Irgendwaskoordinator durchgesetzt hat.

  14. „Der Distanzunterricht war für die Kinder im Prinzip so wie die Sommerferien, ohne Lernzuwachs oder sogar mit Lernrückschritten. Forscher aus München haben vorgerechnet, dass dies Auswirkungen auf das gesamte Leben der Kinder haben wird, bezogen auf das Arbeitsleben rechnen sie mit Einkommenseinbußen von durchschnittlich vier Prozent. Für viele Kinder waren diese Schulschließungen gravierend.“

    Ich teile zwar die Einschätzung bzgl. des Distanzunterrichts, aber ich finde diese „Berechnungen“ (durchschnittlich 4 % weniger Gehalt) ehrlich gesagt bescheuert. JEDES Lebensereignis hat Auswirkungen auf die Zukunft und keiner kann sie im Detail vorhersehen. Es könnte jetzt auch jemand „berechnen“, dass die Flutkatastrophe auf Kinder in diesen Gegenden in der Zukunft Einkommensbußen von …% bedeuten. Was soll man mit solchen Aussagen anfangen? Niemand kann sie überprüfen! Niemand kann wissen, was wäre wenn gewesen, denn man hat nur den einen Weg im Leben und jede Entscheidung, die ich treffe (oder vermeide), hat einen Einfluss. Gehe ich an der nächsten Straßenecke nach links und treffe meine große Liebe oder gehe ich nach rechts und laufe meinem Mörder in die Arme?!?

    Ich halte gar nichts von solchen „Berechnungen“ und finde das einfach nur unseriös und in diesem Falle „Schwarzmalerei“!

  15. Durch die niedrige Geburtenrate spart Deutschland Milliarden im Vergleich zu Frankreich, wo die Geburtenrate deutlich höher ist.

    Dieses Geld sollte man verwenden für:
    – Ganztagsschule mit Ganztagsunterricht
    – Klimatisierung aller Klassenzimmer mit virenfreier Luft
    – erforderliche Schulbegleiter z.B. für verhaltensauffällige Kinder und andere sonderpädagogische Unterstützung
    – faire Bezahlung der Lehrkräfte
    – attraktive Umstellung auf gesetzliche Sozialversicherungen

  16. Gerade starte ich gut gelaunt in die 1. Woche der Sommerferien. Und denke an einen Sack Reis….
    Grüße an alle Neider.

    • … bei den Niederschlagsmengen kriegst Du aber Probleme. Pass auf, dass der Sack nicht quillt bevor er umfällt:)

  17. Nur mal ein paar Tatsachen.
    1. Seit meinem Berufseintritt habe ich folgende Verluste am Reallohn erlitten.
    – 2 x Nullrunden in 23 Jahren = 2 x 250€ =500€ monatlich
    – Zuzahlung von 450€ auf die Beihilfe der Krankenversicherung pro Jahr
    – Abschaffung des Weihnachtsgelds von etwa 2800€
    – Abschaffung des Urlaubsgelds von etwa 300€
    Macht also einen Gesamtverlust von 800€ Brutto monatlich

    2. Freunde mit geringerer Qualifikation als ich (Ingenieur zu Ingenieur + Lehramtsstudium) verdienen als Ingenieur in der Wirtschaft 25% mehr als ich.

    3. Absolute Auslieferung gegenüber jeglicher Willkür des Ministeriums.

    4. Immer höhere Belastung durch arbeitsintensive Reformen im Bereich QM, Verwaltung, Notengebung, Lehrpläne usw. ohne erkennbaren Effekt.

    Da stellt mancher schon eine Güterabwägung an.

    Seite A: Unkündbar und relativ gute Pension (73% Brutto), Ferien

    Seite B: Pension wird voll versteuert, Leibeigener der Gutsherren im Ministerium, Watschenmann der Nation, äußerst beliebtes Sparschwein, Faullenzer mit 50-60 Stundenwoche, täglich in Gebäuden im Zustand eines Gulag, Problemschüler ohne Unterstützung, Eltern von „Hochbegabten“ als Aufpasser, nebenberuflicher Verwaltungsangestellter.

    Eigentlich ein schöner Beruf.
    Die Herren und Damen der KMK tun aber alles dafür den Job immer unattraktiver zu machen.
    Inzwischen ein echter Problemfall der nur noch an Überzeugungstäter und Masochisten zu vermitteln ist.

    • Sind die glücklichen Kinderaugen denn nicht Lohn genug?
      Immerhin liegt nach zwei Jahren das Entgelt von Ingenieuren als Seiteneinsteiger in den Schuldienst oberhalb des ALG II, während des Vorbereitungsdienstes allerdings darunter.
      Und bei der Eingruppierung fällt bei den älteren Ingenieuren die sonst übliche Unterscheidung zwischen Dipl.-Ing. (TU) und Dipl.-Ing. (FH) weg und es gibt einheitlich E11 als Nichterfüller..

  18. Frau Suding macht Wahlkampf. Natürlich wurden die Schulclouds vorher erprobt. Ich habe selber in Nds. im pädagogischen Supportteam mitgearbeitet. Und die HPI Cloud läuft in Nds. größtenteils stabil. Klar gibt es Verbesserungspotential wie bei vielem im Schulbereich. Aber hier hat Frau Suding – wie so viele vor aber sicherlich auch nach ihr – ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Erschreckende Unkenntnis gepaart mit zu viel Reichweite – Auweia.

  19. „Aber in anderen Ländern sehen wir, dass es möglich ist, den Bildungserfolg vom Elternhaus abzukoppeln.“
    So sagt Frau Suding am Schluss. Aber welche Länder sollen das sein? Bei PISA werden immer Südkorea und Japan als Musterbeispiele genannt, aber gerade dort sind private Nachhilfestunden nahezu obligatorisch, und gerade dort gibt es einen enormen Leistungsdruck. Beliebte Schulen haben strenge Aufnahmeprüfungen, auf die die SuS in privaten Paukkursen vorbereitet werden, wofür die Familien dann noch ihren letzten Pfennig aufwenden. Das soll sozial gerecht sein?
    Frankreich hat jedenfalls das schulische Paradies: eine Vorschule ab 3 Jahren, eine Gemeinschaftsschule und eine Ganztagsschule. Merkwürdig nur, dass laut PISA in Frankreich die Kopplung zwischen Testerfolg und sozialer Herkunft NOCH AUSGEPRÄGTER ist als in Deutschland.
    Leicht haben es Länder mit totalitären Systemen, die die Kinder den Eltern praktisch wegnehmen, um sie ihrem Einfluss zu entziehen. Wir kennen die Bilder von Kindern in einheitlicher Kleidung und quasi militärischem Gleichschritt. Aber dem steht unser Art. 6 GG entgegen, der den Einfluss des Elternhauses zementiert. Dann sollte man auch nicht jammern: Entweder erziehen die Eltern die Kinder oder der Staat. Schon bei Kompromissen dazwischen kann der Einfluss des Elternhauses nicht eliminiert werden, und wenn das noch so oft postuliert wird.

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