Wegen zunehmender Heterogenität: Lehrerausbildung soll mehr Praxisanteile bekommen

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WIESBADEN. Die Lehrerausbildung soll in Hessen mehr Praxisanteile bekommen und einen stärkeren Fokus auf die Digitalisierung legen. Dazu sei eine grundlegende Novellierung des hessischen Lehrerbildungsgesetzes in Angriff genommen worden, teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Der Landtag werde sich nach einer Anhörung mit den betroffenen Verbänden und Einrichtungen im zweiten Halbjahr mit den Vorschlägen der Landesregierung befassen.

An Grundschulen ist die Heterogenität der Lerngruppen naturgemäß groß. Foto: Shutterstock
An Grundschulen ist die Heterogenität der Lerngruppen naturgemäß groß. Foto: Shutterstock

Die Anforderungen an die Lehrkräfte seien in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden, erklärte Lorz. Die Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die Medienbildung und Digitalisierung, die Förderung der Bildungssprache Deutsch sowie die Ganztagsbeschulung und die berufliche Orientierung würden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Um die praktischen Einsätze der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer deutlicher in den Vordergrund zu rücken, soll zudem das in den vergangenen Jahren erprobte Praxissemester flächendeckend eingeführt werden, kündigte der Kultusminister an. Durch die Stärkung der Praxisanteile in der Ausbildung werde dafür gesorgt, dass das an der Universität erlernte Wissen praktisch erprobt und reflektiert werden könne.

Bei allen Änderungen werde Hessen aber an der Staatsprüfung festhalten, betonte Lorz. «Denn mit der Ersten und Zweiten Staatsprüfung garantieren wir die Qualität und Einheitlichkeit der hessischen Abschlüsse.» Das hessische Lehrerbildungsgesetz regelt die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften. Es beinhaltet nach Angaben des Ministeriums den Erwerb von Lehramtsbefähigungen und die Voraussetzungen der dafür abzulegenden Staatsprüfungen. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Hmm. Klingt für mich eher so als würde das gewünschte fachliche Niveau in der Realität nicht mehr gehalten werden können und man müsse mehr Grundlagen machen wie Deutsche Sprache, Integration, Normen, usw.
    Oder die Realität spiegelt schon lange nicht mehr die von der Uni angenommene Leistungsfähigkeit der Schüler

    • ODER von Seiten der Hochschulen soll perspektivisch die Schule für alle ideologisch durchgedrückt werden. Dass die Idee der sozialistischen Gleichmacherei nicht funktioniert, sollte jedem rational denkenden Menschen klar sein.

  2. „grundlegende Novellierung des Lehrerbildungsgesetzes“
    Wieviele solche Novellierungen hat es denn in den letzten 50 Jahren gegeben, und wie sind die Erfolge? Das ist ein typischer Bürokratenstandpunkt: Gesetz ändern, Problem gelöst. Bei der Einführung von Bachelor und Master haben wir ja gesehen, wie das auch scheitern kann. Jede Maßnahme produziert immer auch unerwünschte Nebenwirkungen, an die die Bürokraten natürlich nie vorher denken können. Was hört man eigentlich über die Erfolge des neuen Stufenlehrers in einigen Bundesländern? Oder wird schon eine neue Sau durchs Dorf getrieben?

    • Genau, Carsten60.

      Das alles hat man schon vor Jahren und Jahrzehnten diskutiert, angekündigt, beschlossen …

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