An Gesamtschulen verdienen Seiteneinsteiger weniger als Gymnasiallehrer: GEW unterstützt Klagen

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Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beklagt, dass bei der Bezahlung von Lehrern an Gesamtschulen mit zweierlei Maß gemessen wird – und will sich wehren. Lehrer mit gymnasialer Befähigung in der Sekundarstufe I verdienen demnach wesentlich mehr Geld als ihre angestellten Kollegen, die als Quereinsteiger an einer Integrierten Gesamtschule unterrichten. «Wir werden nach den Ferien alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen auffordern, zu klagen», sagte die Geschäftsführerin der Gewerkschaft GEW, Heidemarie Schuldt, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».

Ungleiche Bezüge für die gleiche Arbeit? Foto: Shutterstock

Nach Angaben des Anwalts Karl Otte handele es sich bei den Quereinsteigern vor allem um Menschen, die ein Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule absolviert und sich später für die Arbeit an Gymnasien qualifiziert hätten, berichtete die Zeitung. Konkret gehe es um 417 Beschäftigte, die bis zu 750 Euro brutto weniger pro Monat verdienten als ihre Kollegen an den Gesamtschulen, obwohl sie den gleichen Unterricht erteilten.

Auch das Bundesarbeitsgericht habe im Juli 2020 geurteilt, dass die Arbeit der Lehrkräften mit gymnasialer Befähigung im Sekundarbereich Integrierter Gesamtschulen der von Gymnasiallehrern entspreche und auch so vergütet werden müsse. «Doch trotz dieser höchstrichterlichen Entscheidung stellt sich das Land quer und zwingt die Betroffenen in immer neue Einzelgerichtsverfahren, was bei den Arbeitsrichtern mittlerweile nur noch Kopfschütteln auslöst», sagte der Anwalt dem Blatt. Laut Finanzministerium ist die Tarifgemeinschaft der Länder aber der Meinung, das Urteil sei nicht richtig, weil die Lehrkräfte an Schulen unterrichteten, die keine Oberstufe hätten, berichtete die Zeitung. dpa

 

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10 KOMMENTARE

  1. Na liebe GEW, dann setzt Euch doch mal genauso vehement für die Gleichbehandlung von Beamten und Angestellten an ein und derselben Schule ein! Da liegt’s schon viel länger im Argen….

      • …Offensichtlich sehr erfolglos.
        Ernsthaft, man hört immer: „die GEW setzt sich ein“. Letztlich ändert sich trotzdem nichts, und wenn, hängt es eher mit immer größerem Personalmangel in Kita und Schule zusammen, dass eine Landesregierung mal Zugeständnisse macht, als mit der Arbeit der GEW.
        In der Pandemie hat die GEW aus meiner Sicht total versagt. Anstatt sich vor die Lehrkräfte und ErzieherInnen zu stellen, deren Gewerkschaft sie sind, wurden ein paar wirkungslose Positionspapiere veröffentlicht, welche die Bedeutung von Präsenzunterricht unterstreichen. Meines Wissens nach gibt es seit Anbeginn der Pandemie keine einzige Schutzmaßnahme für Lehrkräfte und ErzieherInnen, welche auf die Arbeit der GEW zurückzuführen wäre.
        Das ist ein weites Feld, nichts für ungut.

        • Was will man auch tun? Lehrer sind Beamte. Am Ende hat die GEW keinerlei Druckmittel wie Verdi, die mal eben 2 Wochen Streik ausrufen können.
          Der Betrieb Schule findet immer statt, völlig egal wie die Lehrer behandelt werden. Für die Regierung also ein immenser Vorteil. In der Wirtschaft wären gut ausgebildete Arbeitskräfte bei A12 schon lange im Streik gewesen oder hätten das Unternehmen gewechselt.

          • „Was will man auch tun? Lehrer sind Beamte. Am Ende hat die GEW keinerlei Druckmittel wie Verdi, die mal eben 2 Wochen Streik ausrufen können.“

            In Deutschland sind ca. 25% der Lehrkräfte an staatlichen Schulen Angestellte/Tarifbeschäftigte. An Gesamt-/Sekundarschulen in NRW ist der Anteil Tarifbeschäftigter höher als an GY. Wenn bei einem Streik die tarifbeschäftigten Lehrkräfte dem Streikaufruf folgen würden, würde unendlich viel Unterricht ausfallen. Da die wenigsten tarifbeschäftigten Lehrkräfte Mitglied einer Gewerkschaft innerhalb des DGB sind, steht ihnen kein Streikgeld zu. D.h. wenn sie streiken müssen, sie das auf eigenes Risiko hintun.

  2. Die Seiteneinsteiger an Gesamtschulen in NRW , die kein OBAS machen können, sondern die Pädagogische Einführung, bekommen 9b und haben nach Ausreizung der Stufen keine Chance ein höheres Gehalt zu erreichen, obwohl sie i.d. Regel als Klassen- und Fachlehrer genau die Arbeit machen, die auch ihre Kolleg*innen machen – incl. Klassenlehrer*in, Sammlungsleitung etc. Diese haben leider keine Lobby. Hier erwarte ich von den Gewerkschaften ebenfalls den Einsatz im Sinne „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

    • GENAUSO sieht es aus und die GEW hat hier IHRE NUTZLOSIGKEIT einmal mehr bewiesen. Und noch besser ist, das man trotzdem man aus einer Führungsposition in die Schule gekommen ist, nicht befähigt ist Führungspositionen in Schulen zu übernehmen, da die A13 und das Lehramtsstudium fehlt – aber die Aufgaben defacto erledigt – aber das wird bei Einstellung gern verschwiegen…

  3. Hat irgendwer mal das Urteil gelesen? Der ganze Text ist Blödsinn, da es im Urteil um keine Seiten- bzw. Quereinsteiger ging!

    https://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod?feed=bsnd-r-ag&showdoccase=1&paramfromHL=true&doc.id=JURE190010440

    Es ging um eine Lehrerin, die ein Studium zu DDR-Zeiten abolsiviert hat und welches voll anerkannt worden ist – es wurde nur um die Eingruppierung gestritten, nachdem Lehrkräfte Ihrer Qualifikation sofort mit A13 besoldet werden sollten, während man Ihr nur max. die A11 zustand.

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